Einfach bessere Fotos – slowfotos Reisefotografie

 Canon 400D ISO 200 Blende F 11 Brennweite f 14mm Zeit 1/350 sec Uhrzeit 15:10 – Panorama aus fünf Einzelaufnahmen

Reisefotografie – richtig Auswählen, Fotografieren und Präsentieren

Jeder kann überzeugende Bilder von Reisen aufnehmen, wenn das Auge geschult und die Technik einigermaßen vertraut ist. Start at the beginning: Man muss sich nur innerhalb der Grenzen bewegen, die das Objekt der Begierde, die Technik und die Physik auferlegen.

Nicht alles, was ich sehe, kann ich wiedergeben, vieles davon eignet sich jedoch für eindrucksvolle Standbilder: besser ist es, mit Gefühl und guten Willen schon in der Kamera zur perfekten Bilddatei zu gelangen, der richtige Weg, um anschließende und zeitaufwendige Nachbearbeitung am PC zu minimieren.

Wie geht das? Dabei helfen die zwölf folgenden und einfachen Regeln

Canon 350D ISO 200 Blende F 11 Brennweite f 10mm Zeit 1/350 sec Uhrzeit 12:49 Panorama aus zwei Einzelaufnahmen

Zwölf Wege zum Erfolg

1)    Das richtige Equipment – weder zu viel noch zu wenig

2)    Eigene Fähigkeiten – Erkennen und Umsetzen

3)    Die richtige Komposition – was darf keinesfalls aufs Bild

4)    Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund – was verträgt der Sensor

5)    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Planung ist alles

6)    Zwischen Licht und Schatten – darin liegt der eigentliche Reiz

7)    Die richtige Einstellung – oder wie beherrsche ich die Technik

8)    Interessante Aufnahmen mit Menschen – alt,  jung oder fremd

9)    Schlechtes Wetter – es gibt nur ungeeignete Motive

10)   Nachbearbeitung am PC – so wenig wie sinnvoll

11)   Bildauswahl – was ist langweilig

12)   Präsentation – optisch oder gedruckt

Canon 400D ISO 200 Blende F 11 Brennweite f 24mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 13:18

1)   Equipment

Manches davon bleibt besser zu Hause

und oft ist weniger mehr!

Nicht die apparative Ausrüstung, sondern die genutzte Situation und die beherrschte Technik sichern gute Ergebnisse: Eine digitale SLR-Kamera mit präzisem, schnellen Autofokus, ein >Fußgängerzoom< (max. 18-135mm) oder einige Zoomobjektive (darüber kann man Stunden streiten), Ersatzakkus plus Speicherkarten und vielleicht noch ein Netbook zum Speichern sind notwendig, vielleicht auch weniger.

Als pragmatischer Minimalist nimmt man mit, was man benötigt oder letztendlich doch etwas mehr. Die Tasche sollte weder Blicke und Begehrlichkeiten anziehen noch zu schwer sein, wenn es zu Fuß auf Motivjagd geht. Ich verzichtete gerne auf Blitztechnik und Stativ: >available light Fotografie< ist die Herausforderung für mich in vollem Belichtungsspielraum von ISO 100 bis 3200 plus die Nutzung von allem, woran oder worauf die Kamera ruhen kann (Geländer, Hauswände, Laterne, Tische und Stühle), mit zwei oder drei Bildern in Folge, wobei eines davon besonders gut und scharf sein sollte.

2) Eigene Fähigkeiten

Canon 400D ISO 200 Blende F 9,5 Brennweite f 10mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 10:25

Wie so oft zählt das Wissen mehr als die beste verfügbare Technik, sogar mit einfachen Kameras lassen sich ansprechende und aussageträchtige Aufnahmen machen, ohne dass zuvor ein Vermögen investiert wird.

Fotografie basiert auf einigen optischen und physikalischen Grundregeln über Licht und Tageszeit, Bildwinkel und Bildkomposition, der Rest ist Erfahrung und Intuition. Wer vorher mitdenkt, muss nachher nur wenige Aufnahmen löschen = s l o w f o t o. Und ein Bild ist erst dann gut, wenn man nichts mehr abschneiden oder verändern muss (und Frauenaugen dies bestätigen).

Am Kiosk oder im Zeitungsgeschäft lässt sich schnell herausfinden, wo die richtig guten Standpunkte für die bisherigen Fotografen waren. Wichtig ist die Wahl des interessanten Tageslichts, high noon ist ungeeignet, weil die Sonne zu hoch steht, zu grelles Licht bei zu dunklen Schatten verursacht und die interessante, weil seitliche Schattenwirkung entfällt.

Meine Highlights entstehen am frühesten Morgen, oft schon direkt nach Sonnenaufgang, oder zur „Blauen Stunde“, also in den 20 bis 40 Minuten nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel leuchtet, aber noch nicht zu dunkel ist und ISO zur Bedeutung kommt. Der erkannte Zufall sichert die besten Motive, man sollte vorher wissen wo, denn die Ausbeute eines ganzen Tages entsteht so oft innerhalb weniger Minuten.

Canon 400D ISO 800 Blende F 3,5 Brennweite f 10mm Zeit 1/4 sec Uhrzeit 17:29

Mit dem Stadtplan in der Hand oder einer geplanten Tour im Kopf suche ich die entsprechenden Standpunkte und verwende passende Brennweiten. Bin ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden, suche ich sofort nach besseren Kompositionen. Vor allem in alten Städten ist ein super Weitwinkel (16mm KB oder 10mm KBÄ) von Nöten, schmale Gassen erfordern Hochformate.

Eher statische Motive werden mit [Av = aperture value] und Blende 7 oder mehr aufgenommen, um möglichst große Schärfentiefe zu erreichen, dynamische Motive mit Personen bedürfen kurzer Belichtungszeiten mit [Tv = time value] ab 1/250 sec und kürzer, um Bewegungsunschärfen sicher zu vermeiden.

Eine präferierte Einstellung ist dann oft auch die [P]rogrammautomatik mit einem prüfenden Blick auf die von der Kamera vorgeschlagenen Werte für Belichtungszeit und Blende bei vorgegebener ISO oder der ISO [Automatik].

ISO Werte hängen vom verfügbaren Licht und der Dynamik der Aufnahmen sowie der Brennweite ab. Wenn es hell genug ist und das Objekt sich sehr wenig oder nicht bewegt, kann ISO 50-100 sinnvoll sein, dunklere Situationen erfordern bis ISO 800-3200 und noch viel mehr, hier sind kompakte Kameras mit den kleinen Sensorabmessungen in Nachteil, weil frühes Rauschen angesagt ist.

3) Die richtige Komposition

Canon 350D ISO 400 Blende F 5,6 Brennweite f 85mm Zeit 1/90 sec Uhrzeit 21:15

Ganz wichtig ist die zwar standardisierte aber interessante Bildkomposition, hälftige Aufteilungen (Himmel und Natur jeweils 1:1) sind langweilig, vor allem bei kurzen Brennweiten, ebenso exakt in der Bildmitte platzierte Objekte. Besser ist der goldene Schnitt (Drittelregel zur horizontalen und vertikalen Aufteilung), beim 2:3 Format der Spiegelreflex ist 2/5 zu 3/5 oft interessanter.

Andreas FEININGER hat zur Bildkomposition einige Klassiker geschrieben, die heute so aktuell sind wie damals, denn trotz der digitalen Sensoren und Prozessoren hat sich an der Optik und Physik der Fotografie nichts geändert. Letztlich muss man schon vor dem Blick in den Sucher erkennen, was bildunwichtig und damit langweilig ist und das ganz einfach weglassen, das ist die wesentliche Aussage zum  s  l o w f o t o.

Die durch die Abmessung der sensorbedingt kleineren (als beim Kleinbildformat, Ausnahme EOD 7D) Sucherbilder digitaler Spiegelreflexkameras sind für mich ein Grund, noch besser auf eine exakte waagrechte und senkrechte Ausrichtung der Kamera zu achten, um spätere Nachbearbeitungen am PC zu minimieren:

  • Vor dem Druck auf den Auslöser sollten in der perspektivischen Betrachtung alle vor der Kamera liegenden Hilfslinien von Bauwerken oder dem Horizont parallel zum jeweiligen Bildrand verlaufen, sonst wirken die Fotos schlichtweg amateurhaft.
  • Bei Personenaufnahmen als schlechtes Beispiel abgeschnittene Beine und viel zu viel Himmel über dem Kopf. Wer mit der Kompakten fotografiert, ist mit einem 3 Zoll großen Bildschirm ordentlich beraten.

Abhilfe bietet der Vollformatsensor oder die EOS 7D in Verbindung mit Gittereinstellscheiben, für mich schließlich ein wesentlicher Grund zur Anschaffung.

4) Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund

Canon 5D ISO 50 Blende F 9,5 Brennweite f 85mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 16:20

Abwechslung schafft Spannung, Anfänger verschenken oft große Teile des Bildes für uninteressante Inhalte, dabei wäre mit etwas längerer Brennweite die Komposition viel gelungener, sofern man nicht einfach näher ans Objekt gehen kann.

Erst Gegensätze lassen den Betrachter die Größendimensionen erfassen, auch starke Farbkontraste verfehlen selten ihre Wirkung, dankbar sind Spiegelungen auf Glas- oder Wasseroberflächen. Oft ist die Nähe zum Motiv besser, um leere Bereiche im Bild zu vermeiden. Die Entfernung stimmt erst dann, wenn man nicht näher rangehen braucht oder kann.

Ebenso ist es sinnvoll, zu einem Motiv nach passenden Rahmen oder Ergänzungen im Vordergrund zu suchen, Gebäude erhalten durch angrenzende Bäume eine andere Dimension, Blicke durch Fenster oder Mauerdurchbrüche einen Rahmen. Dadurch kann ein zweidimensionales Foto den Eindruck von bildlicher Tiefe erwecken und somit erst richtig interessant wirken, denn weitwinklige Landschaftsaufnahmen ohne entsprechenden Vordergrund langweilen einfach.

5) Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Canon 350D ISO 400 Blende F 11 Brennweite f 15mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 6:44

Die besten Zeiten für gute Stadt- und Naturfotos sind in der morgendlichen Frühe, am späten Nachmittag und nach Sonnenuntergang zur Blauen Stunde. Deren jeweiliger Beginn lässt sich am einfachsten durch Probeaufnahmen feststellen – wenn das Licht des Himmels kräftig oder dunkel wird, wirken beleuchtete Motive im Vordergrund besonders gut.

In Städten achtet man auf verkehrsarme Zeiten, überfüllte Märkte oder Straßen lohnen nicht: Übersichten mit weiten Winkeln wirken uninteressant, nur Ausschnitte mit langen Brennweiten sind vielleicht noch möglich.

Canon 5D ISO 400 Blende F 5.6 Brennweite f 24mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 19:04

Schöne Motive findet man nur in Zeiten besten fotografischen Lichtes, für den Rest des Tages dagegen bieten sich Innenaufnahmen an – oder einfach eine Pause, schließlich ermüdet nach ein paar Stunden auch der fotografische Blick. Vergleicht man bei interessanten Außenaufnahmen die Uhrzeiten, fallen gewisse Zeit- (=Licht-) Phasen schlicht weg.

Canon 5D ISO 200 Blende F 4 Brennweite f 55mm Zeit 1/30 sec Uhrzeit 19:19

So schön die pralle Mittagssonne für den Urlauber zunächst auch wirken mag – auf Fotos wirkt das weniger grelle Vor- oder das warme Nachmittagslicht einfach schöner, die sanfte Schattenwirkung eingeschlossen. 

6) Zwischen Licht und Schatten

Licht wird in der Maßeinheit Candela/m² (cd für lateinisch Kerze) gemessen, egal ob es ausgestrahlt (Sonne) oder reflektiert wird (Mond). Die Sonnenscheibe hat eine Leuchtdichte von über einer Milliarde, die Nachtszene mit Sternenlicht hingegen 0,001 cd/m².

Der Kontrastumfang von hellem Mittagslicht beträgt etwa 1.000.000:1, unser Auge kann ohne Adaptation Kontraste bis 10.000:1 erfassen, der Sensor im Unterschied dazu nur 1.000:1, der Dynamikumfang guter Monitore reicht bis 500:1!

Wenn Helligkeitswerte in einer Datei mit 8 Bit Speicherplatz pro Kanal und Pixel gespeichert werden, stehen nur 256 (0 bis 255) Werte zur Verfügung, die im Histogramm dargestellt sind. Wer mehr darstellen will, muss also heftig tricksen.

Canon 5D RAW ISO 50 Blende F 6.7 Brennweite f 300mm Zeit 1/350 sec Uhrzeit 21:10 bearbeitet RawTherapee und easyHDR

Wie lässt sich die gebotene Lichtfülle überhaupt einfangen? Man kann heute mehrere Aufnahmen mit einer Belichtungsreihe vom Stativ erstellen und diese am PC übereinanderrechnen (High Dynamic Range), um die Lichtdynamik in der Aufnahme zu steigern.

Fotografiert man lieber aus der Hand, lässt sich die sogenannte Rohdatei (RAW) auch in den überbelichteten Bereichen nachträglich korrigieren. Wer Aufnahmen sorgfältig komponiert, Wert auf ausgewogene Belichtung legt und dabei allzu große Helligkeitsunterschiede vermeidet, kann die Mehrzahl seiner Aufnahmen bereits so auf die Speicherkarte bringen, dass nachträgliche Bildbearbeitungen weniger erheblich sind, wenn man von objektiven Fehlern absieht, dafür gibt es Abhilfe wie DxO.

Anfänger achten nicht auf das Licht und fotografieren Gesichter im Schatten. Sie sehen nicht das bei seitlicher Sonne leuchtende Blattwerk oder Kirchenfenster, gerade dieses weiche Licht betont architektonische oder gewachsene Strukturen besonders schön. Nur darf man die Fähigkeiten des Sensors nicht überschätzen: Zu starke Licht- und Schattenkontraste mögen für das sich selbst adaptierende Auge interessant wirken, kein Kamerasensor kann jedoch beides gut darstellen, da die Belichtung auf helle oder dunkle Fläche gemittelt ist. Große Plätze, die halb von der Sonne beschienen werden und halb im Schatten liegen, werden so mit zwei Aufnahmen besser wiedergegeben.

Ein konturlos bedeckter Himmel über dem Motiv wirkt nicht und sollte deshalb nur als kleiner Streifen in die Bildkomposition einbezogen werde, besser ist es hier, mit geneigtem Blickwinkel Gebäude oder die Landschaft aufzunehmen. Wenn beispielsweise nur ein kleiner Teil der Komposition extrem hell ist, sollte man im dunklen Bereich messen. In der Regel ist die eher knappe Belichtung richtig: Während beim Diafilm auf die dunklen Partien spotgemessen wurde, um sie nicht absaufen zu lassen und damit Überbelichtungen bei den Spitzlichtern in Kauf genommen wurden, müssen bei digitalen Aufnahmen die hellen Bildanteile richtig belichtet werden, um deren Strukturen zu erhalten.

Canon 350D ISO 200 Blende F 13 Brennweite f 10mm Zeit 1/500 sec Uhrzeit 14:27

Wenn nur die Schnelligkeit bei Aufnahme zählt, verwende ich die mittenbetonte Integralmessung und versuche, den Bildwinkel eher klein zu halten, dabei sind verwacklungsoptimierte Zoomobjektive in Verbindung mit dem kontinuierlichen Autofokus ein Garant für hohe Bildausbeute.

 7) Die richtige Einstellung hilft

s l o w f o t o bedeutet: Vorher nachdenken und die Einstellung wählen ist besser als aufwendige Bildbearbeitung oder ein einziges und dann noch misslungenes Foto. Die wohl wichtigste Einstellung ist die ISO-Empfindlichkeit entsprechend dem vorhandenen Licht. In vielen Aufnahmesituationen mit der [P] Programmautomatik mache ich mir keine weiteren Gedanken über Belichtungszeit und Blende: Ich verwende kein Stativ, den eingebauten Blitz gelegentlich zur Aufhellung, und achte nur auf korrekte Belichtung und vor allem präzise Fokussierung. Lieber etwas unterbelichten, denn was zu hell ist, lässt sich kaum retten, weil Konturen verloren gehen, hingegen kann ich ein dunkleres Bild in der DxO-Nachbearbeitung leicht anheben. Für Panoramaaufnahmen sollte der Weißabgleich je nach Licht fixiert werden, um Aufnahme für Aufnahme konstante Farben zu gewähren. Geht es um Schärfentiefe, ist das [Av] = Aperture Value Programm mit vorgegebener Blende F8-11 ideal, geht es um Schärfe, wird die 1/500sec und schneller im [Tv] = Time Value Programm voreingestellt, um den bildwichtigen Part scharf zu erfassen.

Noch ein Wort zum Autofokus, er kann nicht präzise und schnell genug sein! Moderne Spiegelreflexkameras bieten den nachgeführten Autofokus, somit können auch bewegte Motive scharf abgebildet werden. Ich bevorzuge den Autofokus als Extrafunktion auf der Sternchen- oder der [AF]-taste, damit ich als Erstes die exakte Entfernung einstellen kann, bewegt sich das Motiv, bleibt diese Taste gedrückt. [Sport] Programme können ähnlichen Komfort bieten.

 

Canon 350D ISO 200 Blende F 9.5 Brennweite f 300mm Zeit 1/1000 sec Uhrzeit 16:47  

8) Interessante Aufnahmen mit Menschen

Canon 300D ISO 100 Blende F 5 Brennweite f 46mm Zeit 1/60 sec Uhrzeit 16:13

Modelle sind Fotosessionen gewöhnt, Familienmitglieder oder Freunde in der Regel nicht! Aufnahmen von Fremden können ein Eingriff in deren Intimsphäre sein: Ungefragt und ohne Einverständnis schießt man mit der Kompakten mit drehbarem Objektiv oder Bildschirm aus der Hüfte, jedoch mit der Kamera vor dem Auge ist die Frage sinnvoll: „Stört es Sie, wenn Sie mit im Bild sind?“ Schon beim ersten Kopfschütteln klickt der Auslöser für zwei oder mehrere Bilder aus der Nähe und noch ein paar Fotos aus der Distanz. Die besten Personenfotos entstehen, wenn sich das Motiv entspannt oder glaubt, nicht mehr im Bild zu sein.

Canon 350D ISO 200 Blende F 8 Brennweite f 135mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 15:27

Menschen sehen am besten aus, wenn sie nicht erwarten, fotografiert zu werden. Hier helfen längere Brennweiten und Distanzen, dabei verändert sich wieder die Darstellung des Hintergrundes, der auch näher herangeholt wird. Ideale Motivquellen sind Märkte oder Spektakel auf der Straße. Gestellte Gruppenaufnahmen von Mitreisenden sind regelmäßig zum Gähnen: Besser positioniert man die Personen seitlich und beschäftigt sie dabei interaktiv, sei es mit Einkauf auf dem Marktplatz, im Gespräch untereinander oder mit Einheimischen oder beim Betrachten der ausgestellten Speisekarte. Es gibt so viele ablenkende Beschäftigungen, die den direkten Blick in das Objektiv vermeiden!

Canon 5D ISO 200 Blende F 96.7 Brennweite f 32mm Zeit 1/60 sec Uhrzeit 12:04

Natürlich darf und soll man nicht kompromittierende Situationen ausnutzen. Ein kurzer Blick, ein fragendes Lächeln oder ein freundliches Winken sichert die Zustimmung derjenigen, die mit ins Bild genommen werden.

 9) Schlechtes Wetter

Canon 350D ISO 200 Blende F 4.5 Brennweite f 10mm Zeit 1/60 sec Uhrzeit 16:43

Regen und bedeckte Himmel sorgen für Abwechslung: Man wählt einfach andere Motive oder Blickwinkel aus! Ungewöhnliche Bilder entstehen, wenn man mit der Kamera aus der Froschperspektive, also in Bodennähe oder hoch über den Schultern schießt. Ideal sind auch Spiegelungen von Sehenswürdigkeit in Fensterscheiben oder großen Wasseroberflächen, notfalls mit dem Weitwinkel und einer Pfütze. Auch Tele- und Makroaufnahmen von Spiegelungen in Eiszapfen oder Wassertropfen können spektakulär aussehen, wenn man sich mit der Suche nach dem interessanten Blickwinkel Mühe gibt.

Alternativ bieten sich Fotos in Innenräumen an, Ausstellungen oder Kaufhäuser sind dabei sehr ergiebige Quellen: In Städten mit erhaltenem altem Bauwerk sind innenarchitektonischer Kleinode leicht zu finden. Allerdings gilt dort auch die Frage nach dem der Erlaubnis als Pflicht.

Canon 5D ISO 3200 Blende F 4.5 Brennweite f 105mm Zeit 1/125 sec Uhrzeit 17:45

Besteht kein Fotografierverbot und dürfen Aufnahmen ohne Blitzlicht gemacht werden, bieten auch hier rauscharme Sensoren enorme Vorteile.

10) Nachbearbeitung am PC

Man muss nicht jedes Bild (für den Druck) nachbearbeiten, es sei denn, man kann nur unter Zeitdruck oder mit Lichtdefiziten aufnehmen, dann ist DxO und PhotoShop angesagt. Ein zwingendes Beispiel dafür sind langbrennweitige Teleaufnahmen von Landschaften, sie sind oft kontrastarm und dunstig, einzige Abhilfe: Die vorhandenen Farben im Histogramm etwas spreizen, damit den Kontrast anheben und über den Gammaregler die Helligkeit beeinflussen, abschließende Feinarbeiten mit Unscharf maskieren vornehmen. Dazu sind Kenntnisse und Verständnis gefragt!

Übertriebene Bildbearbeitung lässt Bilder oft unnatürlich aussehen, deshalb ist für die Bildbearbeitung am PC ein kalibrierter Bildschirm unerlässlich. Wer Objektive oft wechselt, muss manchmal den Staub auf dem Sensor im Bild retouchieren oder den Sensor reinigen oder Bild- und Pixelfehler mit dem Stempel ausmerzen.

Sanyo Xacti VPC-E6EX ISO 100 Blende F 7.6 Brennweite f 12mm Zeit 1/50 sec

Canon 350D ISO 200 Blende F 20 Brennweite f 18mm Zeit 1/200 sec – Kitobjektiv in Retrostellung mit dem www.traumflieger.de makro flash kit

11) Auswahl des besten Bildes

Wer zu viel knipst, hat viel zu löschen! Beschränkt man sich bei den Aufnahmen auf die weitgehend perfekten Bilder und löscht schon in der Kamera, erspart dies lästiges und nachträgliches Suchen und Auswählen am PC.

Nicht nur bei Personenaufnahmen ist oft die zweite oder dritte Aufnahme die bessere, weil die Akteure entspannter sind. Reicht das vorhandene Licht nicht aus, sind Serienbilder eine Möglichkeit, dem Verwackeln entgegenzuwirken. Gleiches gilt für den Selbst- oder Kabelauslöser. Kompakte verfügen wie manche Telewechselobjektive über optische Hilfen oder Stabilisatoren bei langen Belichtungszeiten, die ein Segen für die Bildqualität sein können.

Canon 5D ISO 3200 Blende F 4 Brennweite f 24mm Zeit 1/15 sec Uhrzeit 19:51 unbearbeitet!

Technische Aspekte wie Schärfe und gerade Horizonte sind ebenso wichtig wie richtige Belichtung, überbelichtet ist schlimmer als knappe Belichtung mit satteren Farben: Deshalb muss man die Komposition und das Licht an den wesentlichen Stellen des Motivs überprüfen – trotzdem bleibt die Bildauswahl natürlich immer subjektiv.

Zur richtigen Bildauswahl (m)ein Rezept: Frauen haben oft ein untrüglich perfektes Gefühl für gute und weniger aussagefähige Aufnahmen…

12) Präsentation

Druck oder Projektion? Wer sich an Postkartengröße 10×15 cm erfreut, ist mit einem Thermosublimationsdrucker (Wachsdruck) von CANON sehr gut beraten, die Farbtreue und Haltbarkeit sind einfach hervorragend. Größere Formate lasse ich im Fotogeschäft oder Versand printen, die Kosten liegen weit unter den empfindlichen Tintendrucken, die Qualität ist viel besser.

Canon 300D ISO 100 Blende F 10 Brennweite f 33mm Zeit 1/160 sec Uhrzeit 12:51

Aktuelle Beamer sind leistungsfähiger geworden, HD-Fernseher auch. Allerdings lassen sich 10 Millionen Pixel noch nicht als optisches Bild wirklich darstellen, bei 72 Pixel pro inch wäre die notwendige Bildschirmgröße für die pixelgenaue Darstellung immerhin 137×92 cm! Die Preise für >24 Zoll fullHD TFTs sind mittlerweile so günstig, sodass auch diese großen Bildschirme für die schönen Erinnerungen an Reisen in Betracht kommen.

Und manche Motive sind und bleiben in der Präsentation einfach schwierig…

Canon 400D ISO 200 Blende F 9.5 Brennweite f 85mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 19:52 Panorama aus sieben Einzelaufnahmen

 

wird mit anderen Themen fortgesetzt…

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