Eine kompakte und erschwingliche Blitzanlage (2)

Im ersten Teil des Tests der CF Blitzröhren FE 180D wurde die maximale Lichtmenge von zwei Blitzröhren bei vollformatiger Brennweite f14mm in einem großen und reflektionsarmen Wohnraum mit dem ETTL II gesteuerten Systemblitz mit Weitwinkelstreuscheibe auf der Kamera bei Brennweite f16mm verglichen. Im zweiten Teil geht es um  präzise Einstellungen und Tipps auch in der Verwendung mit dem vorliegenden Zubehör:

1) optische und infrarot Auslösung über die Messzelle gegenüber kabelloser Fernbedienung

2) Einstellungen der Blitzröhren entsprechen der Objektgrösse, -entfernung

3) Verschiedene Lichtarten und -former

4) Weißabgleich automatisch oder manuell

5) weitere Anwendertipps und Kaufberatung

Alle Aufnahmen entstanden in Frank SOLFs (FS) Spotlight Models Studio, dessen Besitzer sich zudem noch als Objekt meiner Begierde hergab – mein Dank an seine Geduld und mein Kompliment für die spektakuläre live Performance ohne stundenlange Maske vorab und unter Verzicht auf Puder&Co!

frank.solf@spotlight-models.de

www.spotlight-models.de

zu1)  Wichtig in der Planung ist, ob ein Haupt- oder Nebenlicht in der Objektivachse gebraucht wird. Grundsätzlich lässt sich die Blitzanlage ohne weiteres Zubehör mit einem kameraseitigen Blitzlicht steuern: Dazu ist der auch herunter geregelte Pop-Up Blitz ebenso geeignet wie ein lichtschwacher Aufsteck- oder ein lichtstarker Systemblitz mit allen Einstellmöglichkeiten als dritte Lichtquelle. Dies stellt, sofern vorhanden, die  kostengünstigste Lösung dar, wobei dieser Systemblitz auch entfesselt von der Kamera per Kabel oder Infrarot gesteuerter  montiert auf einem weiteren Stativ zum Einsatz kommen kann. Im Grunde sind die richtigen Gedanken über die Lichtführung und -menge und -art vor der Aufnahme ausschlaggebend! Wird eine Infrarot Steuerung verwendet, steckt das einem Blitz ähnliches Gerät ohne Röhre auf dem Blitzschuh der Kamera und steuert so die Fotozellen der FE 180D an, wobei es sich um die zweite kostengünstige Lösung handelt.

CF Funkfernsteuerung WTS-C einkanalig

Beim funkgesteuerten WTS-C (Wireless Trigger System) von CF wird der Sender auf den Blitzschuh der Kamera aufgesteckt, die Kabelverbindung zur Synchronbuchse ist entbehrlich. Röhrenseitig bedarf es einer Schleife in der Stromzufuhr für den Empfänger und eben dieser Kabelverbindung zur rückseitigen Synchronbuchse der Röhre. Hierbei ist darauf zu achten, dass die so versorgte Blitzröhre die am weitesten entfernte zum Objekt ist, weil die 2. oder 3. Blitzröhre weiterhin optisch ausgelöst wird, was ebenfalls für zusätzlich verwendete sogenannte >Slaves< gilt. Zur optischen Auslösung mit Vorblitz ist noch anzumerken, dass die Fotozelle an der Blitzröhre mit Hilfe der Taste >Auge< auf den Vorblitz programmiert werden kann und  diesen erkennt, programmiert und bei der Auslösung unterdrückt, also nicht beachtet. Ebenfalls kann die ausschließlich manuelle Einstellung und Verwendung des Systemblitz ohne Vorblitz, gedanklich der Verwendung einer Studioblitzanlage mit weitgehend fixiertem Korridor für Belichtungszeit, Blende, Empfindlichkeit näher, für unproblematische Auslösungen sorgen, sofern man alleine arbeitet und kein störender Fremdblitz zu fürchten ist.

FS mit Lampenschirm, 2 FE 180 D, WB auto

zu2) Entfernung und Raumgrösse,  Reflektion-en und Objekt- wie Umgebungsfarben bestimmen den Lichtbedarf in Abhängigkeit von der eingestellten ISO-Empfindlichkeit. Geht man von großen und möblierten Wohnräumen aus, sind sehr hohe Blitzleistungen gefordert. Je kleiner das Studio, desto geringer wird die abzufordernde Leistung in Abhängigkeit von den Reflektionen ausfallen. Für >große< Aufträge hinsichtlich Objekt und Raum sind die vorliegenden Blitzröhren weder gedacht noch als alleinige Lichtquellen ausreichend. Für  Studios um ca. 20 qm oder zur Objekt- und Tabletop- Fotografie sind die 180W Röhren hingegen sehr gut geeignet: Bei Anzeige 6.0 im Display gibt die Röhre die volle Blitzleistung ab, bei 5.0 die halbe, bei 4.0 1/4, bei 3.0 1/8 und bei 2.0 schließlich 1/16 der Blitzleistung,mit Feineinstellung  jeweils noch in dezimalen 0,1er Schritten.

FS, 2 FE 180 D mit 2 Softboxen 40×60 senkrecht,  K 6.000

zu 3) Zur Modellation des Lichtes gibt es gegenüber den Systemblitzen entscheidende Vorteile: Die angebotene Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Lichtformer, von Beauty-Dish bis zum Reflexionsschirm oder  zur zweifach gefilterten, handlichen 40×60 cm Softbox und dem Tor mit aufsteckbaren Formern und Filtern, die alle etwas mehr an Blitzleistung benötigen. Für jeden Einzelfall ist ein  Blitzbelichtungsmesser von Vorteil, wenn umfangreiche Belichtungsreihen vermieden werden sollen. Letztlich entscheidet der Blick auf das Histogramm und/oder die Betrachtung am geeichten großen Monitor, ob die Aufnahme gefällt.

FS wie vor

zu4) Die digitale SLR bietet den [auto]matischen Weißabgleich und verschiedene werksseitig festgelegte Voreinstellungen wie [flash] oder [bewölkt] für die Blitzverwendung. Ein Vorteil ist die im Kameramenue [K] einstellbare Lichtfarbe in präzisen Grad Kelvin, als Norm geht man von etwa 5.200K für Tageslicht aus, um 6-7-8.000K bevorzuge ich, wenn wärmere (Haut-) Farben dargestellt werden sollen, ganz im Abhängigkeit von dem reflektierenden Hintergrund bzw. der Umgebung.

Spotlight Models Studio, FS richtet die FE 180 D ein, K 5.800, überbelichtet

Neutralgrau kann  etwas mehr an Wärme vertragen. Alternativ lässt sich das auch mit (Lee-) Filterfolien vor der einzelnen Blitzröhre bewerkstelligen, noch einfacher ist die kombinierte JPG+RAW oder alleinige RAW Speicherung der Bilddateien in der Kamera mit postproduktiver Festlegung der Farbtemperatur, aber Achtung: Vor allem überbelichtete RAW mit anschließender DxO-Nachentwicklung erbrachte intensive Farbverschiebungen, weshalb wir auf RAW-Dateien verzichten.

FS, 2 FE 180 D mit Softboxen 40×60 quer, K 5.800, RAW überbelichtet, DxO nachentwickelt (Fehlfarben)

Sowohl für die Hintergrundausleuchtung (oder mobile Verwendung eines Systemblitzes) können feste Filter vor der Blitzleuchte wie blau oder rot (oder hellorange beim mobilen Blitz) als Farbkontraste bereits bei der Aufnahme von Vorteil sein.

Spotlight Models Studio, HENSEL 2x500Watt mit großer Soft- und Oktaederbox, K 6.000

zu5) Vor jeder Anschaffung ist es von unschätzbarem Vorteil zu wissen, was man nicht benötigt! Die Möglichkeit,  einem professionellen  Shooting im Studio eines Fotografen beizuwohnen ist ein idealer Einstig in die Welt der Blitzlichter, als Erstinvestition nahezu ideal: Was in Jahren der Arbeit erfahren wurde, lässt sich natürlich nicht in wenigen Stunden begreifen oder im stillen Kämmerlein nachvollziehen, geeignete Literatur mag helfen, ich bevorzuge dennoch den klassischen hands-on Unterricht. Man kann im häuslichen Studio oder dem im Fotoclub zunächst mit statischen Objekten austesten, wie die Lichtwirkung ausfällt. Sehr schwierig sind möblierte und Schatten werfende Wohn- oder Geschäftsräume, frustrierend die Shootings mit ungeeigneten Models. Den Rat des Fachmanns folgend, ist die >1/160sec mit Blende 8/11 bei ISO 100< für mich der Leitfaden für die Suche nach genügend Licht. Ist dieses auch noch sorgfältig über den Aufnahmewinkel verteilt und stimmen die Farben, dann…

FS wie vor, mit sichtbarer Freude weil es endlich die letzte Aufnahme war…

Bilddaten:

– Kamera: EOS 5DII
– Objektiv: EF 3.5-5.6 28-135 IS
– Blende: F11
– Belichtungszeit: 1/125sec
– Empfindlichkeit: ISO 100
– Belichtungskorrektur: keine
– Brennweite: f28-135mm
– Entfernung zum Fokus: ca.5-1,30m
– Belichtungsmessart: [M]
– Bildstil: Snapshot
– Bildbearbeitung: DxO

Alle Aufnahmen (außer WTS-C) sind unbearbeitet, weil ansonsten kein wirklicher Vergleich möglich ist!

Siehe auch

https://slowfoto.wordpress.com/2011/03/30/eine-kompakte-und-erschwingliche-blitzanlage-1/

…wird mit einem Fazit fortgesetzt!

(c)www.slowfoto.de

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2 Gedanken zu „Eine kompakte und erschwingliche Blitzanlage (2)

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