Kompakte vs professionelle Blitzanlage 3 – Fazit

Vergleich im gewerblichen Fotostudio: 2×180 Watt CF gegen 2×500 Watt HENSEL Röhren, wechselweise identische Platzierungen, hier die Einschätzung:

* Das kompakte CF-Set FE 180D kann man als sehr gut transportabel bezeichnen, weil für 2 oder 3 Röhren plus Stative plus Zubehör ein Packmaß von 80x25x25 cm ausreicht, die dafür vorgesehene CF-Tasche passt quer in den Kofferraum, mit einer Hand kann man 2 Softboxen tragen, sie nehmen auch unzerlegt im KFZ-Innenraum wenig Platz weg. Tipp: Nach dem Transport die Röhren erst in die nach untenliegenden Softboxen satt einsetzen, dann mit den Rändelschrauben fixieren und danach auf die Stative setzen.

* Das Licht der CF-Röhren (K 5.600) ist mit den kleineren CF- Softboxen etwas kühler als das wärmere der HENSEL Röhren mit deren originalen und größeren Softboxen. Tipp: Wenn [AWB] nicht schon zufriedenstellende Farbwiedergabe erbringt, die CF mit den Softboxen auf den reflektierenden Hintergrund manuell abgleichen (oder Kelvin 6.200 und mehr) oder den inneren Diffusor gegen einen gelblicheren austauschen.

* Schon 2 CF Röhren reichen für die Ausleuchtung von mittleren Objekten und einzelnen Personen gut aus, mit einer dritten Röhre sind auch größere Objekte oder mehrere Personen, alternativ auch der Hintergrund gut auszuleuchten. Tipps: Man sollte diese kompakten Lichtformer eher hochkant, also HxB 60x40cm und recht nahe zum Objekt einsetzen (weiche Schatten). Für Porträts ist ein Hauptlicht mit rundem Lichtformer geeigneter (Reflex in den Augen)! Generell ist der gezielte Einsatz von Reflektoren (seitlich, oben und oder unten) ein Vorteil. Für ganz kleine Objekte eignen sich als Diffusoren die schon erwähnten 500g Yoghurtbecher, wobei das Halogen Einstelllicht wegen der Wärmeentwicklung abgeschaltet bleiben sollte.

* Vorteil Hensel: Auch nach vier Jahren gewerblichem Einsatz mit ca. 15.000  Auslösungen p.a. sind noch die ersten Blitz-Röhren-Einsätze in Verwendung, Konstanz und Abbrennzeiten bewegen sich auf höchstem Niveau, Langzeit Erfahrungen zu den CF Röhren liegen mir nicht vor. Hensel liefert zudem bessere und schwerere Stative (mit Softbremse) als die von CF verwendeten Walimex light, Nachteil für den Transport ist das höheres Gewicht und je nach eigener Wertung der Preis für die Anschaffung.

* Vorteil CF: Tragbar geringes Gewicht, gutes Packmaß für die Aufbewahrung oder den Transport, sehr güstiger Preis für das CF-Set FE 180D, sinnvolles Zubehör wie der Blitz-Belichtungsmesser FM-01 oder die Funk-Fernauslösung WTS-C, Nachteil: Häufiges Abblitzen beim Umprogrammieren der CF Röhren.

Meine präferierten Einstellungen für das CF-Set im häuslichen Studio:

Canon EOS 5D und 5D MkII, verschiedene EF-Objektive

Empfindlichkeit ISO 100

Belichtungszeit 1/125sec

Blende F 4-11

Farbraum sRGB

Bildstil P-Snapshot

WB Kelvin 6.200 für präzise, 7.000 und mehr für wärmere Aufnahmefarben oder

[AWB] alternativ für etwas kältere Aufnahmefarben

Bildbeispiele dazu siehe auch

https://slowfoto.wordpress.com/2011/05/26/s-l-o-w-f-o-t-o-der-woche-kw-22-2011/

Dieser 25 qm Raum wurde zum vorübergehenden Studio umfunktioniert, die helle blaugraue Tapete genügte (auch zur Reflektion), wichtig ist ein bequemer Sitzplatz für das Model,

in Verbindung mit einem großen (Kontroll-) Spiegel auf der anderen Seite des Raumes seitlich hinter dem Kamerastandpunkt

plus einer dritten Lichtquelle zur Hintergrundbeleuchtung mit Lee-Folie orange für die abgebildete warme Stimmung, alle Aufnahmen sind unbearbeitet.

Hier zwei Porträts im Gesamtwert von über 170 Lebensjahren 🙂

Dieses Fazit ist (m)eine persönliche Einschätzung und kein allgemeines Urteil. Wer täglich mit Studioblitzanlagen professionell arbeitet, wird zurecht Wert auf Langzeitstabilität und -präzision legen (Goliath). Wer aus Freude an der Fotografie ab und an oder eben nur mit einer kleinen, gut tragbaren 220V Blitzanlage arbeiten möchte (David), kann getrost mit finanziellem Aufwand in der Region eines sehr guten Systemblitzes investieren. Wiederum stellt ein Systemblitz keine Alternative und umgekehrt dar, man muss eben wissen, was man benötigt respektive will…

Siehe auch

https://slowfoto.wordpress.com/2011/05/03/eine-kompakte-und-erschwingliche-blitzanlage-2/

https://slowfoto.wordpress.com/2011/03/30/eine-kompakte-und-erschwingliche-blitzanlage-1/

(c) www.slowfoto.de

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s