Belichtungsmessung aktuell – what`s go-ssen on? Teil 2

Belichtungsmessung aktuell außerhalb der Kamera mit geeigneten Handbelichtungsmessern – was wird eigentlich und wie wird gemessen?

Die Motivhelligkeit, der Lichtwert und die Film- oder Sensorempfindlichkeit stehen miteinander in Beziehung. Ab einer betimmten maximalen Lichtmenge wird zudem eine Sättigung erreicht (sog. Ausbleichen), unterhalb einer minimalen verlieren sich Darstellung und Farben (sog. Absaufen). Innerhalb des Belichtungsspielraums stehen die drei Parameter Blendenwert, Empfindlichkeit und Zeitwert zur Verfügung, um das vorhandene Licht wiederzugeben.

Lichtwert

(LW) ist identisch zum Exposure Value (EV) bedeutet in der Fotografie die Kombination von Belichtungszeit, Blendenwert in Abhängigkeit zur Empfindlichkeit:

LW 0 entspricht dem Lichtwert bei Blende F 1.0 und Belichtung 1,0 sec. Die Erhöhung um einen Lichtwert entspricht einer Halbierung, die entsprechende Minderung einer Verdopplung der Belichtung. Die für die Fotografie gemessenen Lichtwerte können von z.B. -4 bis +21 reichen, aus der Motiv- oder Objekthelligkeit (Leuchtdichte) und der Film- oder Sensorempfindlichkeit ergibt sich ein Lichtwert, mit dem die Aufnahme richtig belichtet ist. Der Lichtwert wird immer in Bezug auf die Empfindlichkeit angegeben, verdoppelt man diese, erhöht sich der LW ebenfalls um eine Stufe.

Somit stellt der LW (oder EV) eine veritable Größe für die >richtige< Ausbelichtung dar, wenn sie denn so vom Anwender genutzt werden soll.

Belichtungsmessung zusätzlich zur Kamerainformation

Die Belichtungsmessung in oder mit der Kamera wird in einem Folgebericht betrachtet. Im Folgenden geht es um externe Belichtungsmessung mit Handbelichtungsmesser, die gleichaltrige Anwender wie ich noch aus der Zeit kennen, in der die Belichtung und Entfernung vor der Aufnahme und unter Zuhilfenahme von zusätzlichen Geräten gemessen oder im Schnellgang geschätzt wurden, bei anschließend vorzunehmender Korrektur im Fotolabor, dieses Vorgehen entspricht ja der aktuellen Nachentwicklung mit DxO oder LightRoom.

Ziel meiner Slowfotografie ist es, möglichst zu Beginn einer Aufnahme die Parameter so präzise festzulegen, dass im Idealfall keine oder nur eine geringe Nachbearbeitung der Bilddatei-en nötig ist. Gerechterweise muss ich sagen, dass die Entwicklung der Rohdaten zum .JPG und dessen Speicherung auf der Karte in der Kamera ibs. bei Serienaufnahmen so schnell erfolgen muss, dass differenzierte Nachentwicklungen von rund 1 Minute pro Bilddatei, wie z.B. DxO sie mit zusätzlicher Korrektur der Fehler jeweiliger Objektive bietet, Verbesserungen erzielen, die dem allgemeinen Anwender mit anderen händischen Programmen nur aufwändig und schwer möglich sind.

Generell ist eine Aufnahme mit einem Belichtungsspielraum von ca. 10 Blendenstufen (das entspricht auch 10 EV/LW), bei größeren Unterschieden zwischen hellster und dunkelster Bildpartie kommt es zu Über- oder Unterbelichtungen, auch Ausfressen oder Absaufen genannt, die sich im Nachhinein nur schwer oder auch gar nicht mit rechnerischen Maßnahmen >ausbügeln< lassen.

Für unkritische Kontrastverhältnisse unterhalb dieses Belichtungsspielraums ist die kameraeigene Belichtungsmessung ein Segen, zumal sie brennweiten- weil objektivabhängig vorgenommen wird. Vorweg bleibt zu sagen, dass diese interne Messung nicht einfach durch einen externen Handbelichtungsmesser zu ersetzen ist.

Möchte ich hingegen ein bestimmtes Objekt oder eine Partie in der Aufnahme bevorzugt und regelrecht ausbelichtet haben, muss ich mich zum Objekt bewegen und dort eine Messung vornehmen. Dazu bedarf es einer Messeinrichtung und die kann auf zwei Arten eingesetzt werden, der >Objektmessung< von reflektiertem Licht direkt am Objekt ohne Diffusorkalotte oder auf eine 18% Graukarte oder vom Objekt zur Kamera gerichteten >Lichtmessung< wieder mit der weißen Kalotte. Mit diesen Messarten entfallen alle von der Kameraautomatik gebildeten Mittelwerte! Bei schwer zugänglichen Objekten wird die Messung an beleuchtungsgleichen Orten durchgeführt.

Abschließend ist zu sagen, dass moderne Belichtungsmesser auch noch sehr präzise das Blitzlicht erfassen können, dies gilt zudem auch für das vorhandene Restlicht im Studio oder draußen, wenn nur ein Aufhellblitz eingesetzt werden soll, um bildwichtige aber dunklere Partien besser zur Geltung zu bringen.

Beide im Folgenden beschriebenen Geräte wurde dankenswerterweise von der Firma GOSSEN – Made in Germany –  zur Verfügung gestellt:

Das DIGIPRO F ist ein 125g leichtes Messgerät für Licht- und Objektmessung, Blitzlicht und Blitzmehrfachkalkulation, Dauerlicht, Kontraste, Umgebungslichtanteile, mit programmierbarer Belichtungskorrektur, mit  25×50 mm großem Display, 5 Bedientaste in drei Gruppen und abnehmbarem Diffusor auf dem 180 Grad drehbarem Messkopf. Es wird von einer handelsüblichen 1,5V LR6 AA Batterie betrieben und schaltet nach 2 min Leerlauf ab. Es hat einen Kabelanschluss für die drahtgebundene Blitzauslösung.

Zur Bedienung der Tasten von links nach rechts:

Wertetasten  = W-Doppeltaste auf+ab zur Einstellung,  die mittlere M-Taste ist die Messwerttaste und die Funktionstasten = F-Doppeltaste sortieren nach links+rechts.

Zuerst ISO im Display mit F anwählen, danach mit W den ISO Wert erhöhen oder reduzieren

  • Blitzlichtmessung
    mit/ohne Synchronkabel: Blitzsymbol mit F  anwählen und die Synchro-Zeit mit W einstellen, z.B. 1/125sec, mit M kabelgebunden den Blitz auslösen oder M drücken und den Blitz auslösen. Zum rechten Zeitwert erscheint links der Blendenwert im Display.
  • Dauerlichtmessung:
    Für Zeitvorwahl mit F t anwählen und mit W die gewünschte Belichtungszeit einstellen – dann M kurz drücken, der Blendenwert erscheint links im Display zum rechts eingestellten Zeitwert.
  • Kontrastmessung:
    Wie vor mit F t anwählen, Motivteile anvisieren und M gedrückt halten, nach Loslassen erscheint der Gesamtkontrast mit Balken auf der Blendenskala.
  • Blendenvorwahl:
    Mit F f anwählen und mit W die gewünschte Blende einstellen, M kurz drücken, die Belichtungszeit erscheint im Display rechts zum links eingestellten Zeitwert.
  • Belichtungswertmessung:
    Mit F EV anwählen, M kurz drücken, der Belichtungswert EV erscheint im Display links, rechts die vorgeschlagene  Belichtungszeit und die Blende unten auf deren Skala.

Nach der ersten Eingewöhnung ist die Anwendung logisch und präzise, nicht nur weil die Ergebnisse numerisch mit großen Ziffern oder auf der unteren Blendenskala mit Balken angezeigt werden. Der DIGIPRO F liegt zudem gut in der Hand, der Daumen bedient die drei Tasten und die Synchronbuchse ist für die rechte Hand ideal links oben im Gehäuse platziert, hier lässt sich natürlich aus der Blitzanlagen Funkauslöser mit kurzen Kabel andocken!

Fazit: Ich empfehle den DIGIPRO F, wenn es um ein handliches und vielseitiges Gerät im täglichen Einsatz geht.

Für die Bergwanderung oder Flugreise und den Einsatz >aus der Tasche< hingegen konnte der DIGIFLASH überzeugen, ein (LxBxH) 50x75x20 mm kleines und 40g superleichtes Messgerät für (Aufhell-) Blitz- und Dauerlicht,  Alarm-, Uhr- und Timerfunktion und Temperaturanzeige, mit verschiebbarem Diffusor aber ohne Blitzkabelbuchse, dauerbetrieben von einer 3V CR 2032 Knopfbatterie, damit abschaltbar durch Herausnehmen derselben, wobei aber die Uhrzeitspeicherung verloren geht, Abschalten ist nach Info des Herstellers wegen des geringen Stromverbrauchs nicht sinnvoll, hier einige Anmerkungen zur Bedienung:

Neben dem (HxB) 13x18mm Display fällt der drehbare weiße Zeitring, der silberne Aufdruck der Blendenskala, ein winziges Mäuskino Einstellfenster für die Übertragung des gemessenen Lichtwert auf die Skalen und die Bedienung mit nur zwei Tasten auf, wobei die obere die Messwerttaste M ist und die unteren Funktionstasten F nach links+rechts sortieren – wie geht so was denn gut? Nach Eingewöhnung und weil die Funktion auf das Wesentliche reduziert ist,  mein uneingeschränktes JA!

Zu den einzelnen Möglichkeiten:

Zuerst ISO im Display mit der gehaltenen F-Taste anwählen, bis der Signalton ertönt, danach den ISO Wert mit der gedrückten M-Taste annähernd und mit Einzelklick präzise in 1/3 Stufen erhöhen oder mindern, mit gedrückter F-Taste bestätigen bis der Signalton wieder ertönt.

  • Die Dauerlichtmessung erfolgt entweder vom Objekt aus in Richtung Kamerastandpunkt  mit geschlossener Diffusorkappe (sog. Lichtmessung) oder mit offener Kappe direkt auf das Objekt, um das reflektierte Licht zu messen (sog. Objektmessung).
  • Für die (Studio-) Blitzlichtmessung muss zuvor die Synchronzeit eingestellt werden, dazu die F bis zum  Bestätigungston gedrückt halten, mit der M die gewünschte Synchronzeit von 1s bis 1/500sec wählen und mit der F bestätigen, den Blitz auslösen, den EV Wert ins Mäusekino übertragen und die passende Blende ablesen.
  • Die Messung der Werte für den Aufhellblitz erscheint mir mit 2 Schritten (Dauerlicht- und Blitzlichtmessung und Bewertung) etwas aufwändig, so dass ich den Weg über die Reduktion des Blitzes um bis zu 2 Stufen an der Kamera vorziehe.
  • Die Kontrastmessung entspricht der Dauerlichtmessung bei gedrückt gehaltener Messtaste, jedes weitere Drücken bei veränderter Visierung zeigt den veränderten Messwert an, ein ideales Vorgehen um abzuchecken, ob in dem geplanten Aufnahmebereich vorhandene Kontraste den Sensor überfordern würden.
  • Korrekturwerte lassen sich nach dem Wiedereinsetzen der Batterie einstellen. Ich habe meinen Korrekturwert für die Belichtung (-1/2 Blende) dauerhaft an der Kamera eingestellt.

Fazit: Ich empfehle den DIGIFLASH, wenn es um ein sehr handliches sowie sehr leichtes und mit den notwendigen Funktionen ausgestattetes immer dabei Gerät für den gelegentlichen Einsatz geht.

…wird fortgesetzt

(c) www.slowfoto.de

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