Iceland – Mark war dort!

Ein Freund berichtet von seinen fotografischen und anderen Erfahrungen aus einem aktuellen Aufenthalt auf Island: Lieber Mark, vielen Dank für die tollen Aufnahmen mit den vielen ehrlichen Tipps zur Entstehung, alle Rechte (Bilder und Text) verbleiben wie immer beim Verfasser. Nächstes Mal möchten wir aber auch die Aufnahmen Deiner Freundin sehen… lG pp

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Anbei ein kurzer Bericht über unseren Island Tripp unter dem Aspekt Fotografieren, wir hatten als Ausrüstung dabei:

D700 28-300VR, 50/1,8, 12-24, 150-500 Sigma, Cokin Filter Grauverlauf und Grau bis ND8, Manfrotto Stativ CLB55 mit 478 Kugelkopf, Kenko 1,5er Konverter etc.

D90 18-200VR, Cokin´s, leichtes Slik Stativ

Überflüssig waren 50/1,8 und ein zweites Cokin Set sowie ein zweites Stativ, ich würde nächstes Mal ein leichtes Reisestativ mitnehmen: Es war zwischendurch so extrem windig, dass es mir sogar mein Manfrotto mit Kamera umgeweht hat. Das große Sigma 150-500 ist wirklich nur dann sinnvoll, wenn man die Papageientaucher fotografieren will, sie sind allerdings nur bis August vor Ort.

Wir hatten vom Wetter her alles von plus 14 Grad mit herrlichen Sonnenschein bis minus 10 Grad bei Schneesturm. Ich würde immer einen 4WD Mietwagen empfehlen, selbst die Hauptverkehrsringstrasse ist nicht durchgehend asphaltiert. Mit einem „normalen“ Mietwagen kommt man teilweise nicht zu den 2-3km von der Ringstrasse entfernten Attraktionen wie Gletscherlagunen, die nicht „mainstream“ sind. Selbst mit dem kleinen Jymni mussten wir im Hochland aufgrund von Schneewehen auf dem Weg nach Askja umkehren, ansonsten hat der sich als extrem geländetauglich erwiesen🙂 siehe das Bild im Fluß – ob er es denn geschafft hat?

Ich bin auch kein Stativfreund, wenn man ehrlich ist, benötigt man das nur für die Bilder von den Wasserfällen, eine bis ISO 1600 brauchbare DSLr setze ich mal voraus. Allein dafür lohnt es sich dann schon, ein Gorillapod (übrigens unter http://www.aliexpress.com ab unter €10.-) oder der „Bohnensack“ sind nicht ausreichend!

Ein Graufilter ND8 reicht ebenfalls nicht aus, man muss extrem abblenden, mit dem Cokin Filter Set (in Größe P, ansonsten meine Empfehlung für Filter) und „billigen“ China Filterscheiben erhält man einen extremen Lilastich in den Bildern, wenn man 2 ND8 hintereinander steckt, den man aufwendig entfernen muss. Das Wetter hat sich häufig so extrem schnell geändert, dass es oft gar nicht möglich war, den Grauverlaufsfilter schnell genug aufzusetzen.

Einen Polfilter hatten wir auf der D90, ob der sinnvoll war? Darüber kann man streiten, meine Polarisationssonnenbrille war es auf jeden Fall🙂

Zu den Stativen: Gizo sind mir zu teuer und dann auch wieder zu sperrig. Für richtig stabil habe ich das Manfrotto. Eines zum Reisen wird folgen, allerdings mit kleinem Packmaß.

Sorry, den Blitz hatte ich vergessen zu erwähnen und ebenfalls vergessen in Island zu benutzen🙂 Ich fotografiere zu 90% mit Blende 8 und dafür brauche ich kein 50/1,8er.

Zwischendurch auf unserer Fahrt nach Landmanalaugar, einem „Campingplatz“ mitten im Hochland mit wahnsinnig beeindruckenden Farben der umgebenden Berge und einer heißen Quelle zum Baden, die leider Bilharziose Erreger enthalten soll, haben wir einen Fotokurs von Markus A. Bissig getroffen: Zunächst einmal zwei Stunden lang keine Menschen gesehen, dann um einen Berg gebogen und auf einmal stehen 7-8 Stative in der Gegend rum und überall wird geknipst! M. Bissig bietet Fotoreisen an, sehr sehenswerte Bilder, googeln hilft weiter, die Gruppe kümmerte sich gerade um das Motiv der dunklen Felsen mit dem grün leuchtenden Gras.

Nachdem wir in Reykjavik/Keflavik ankamen – mit Zwischenlandung Stockholm bei bestem Wetter – waren wir erst einmal etwas enttäuscht: Eine dicke Wolkensuppe überall. Also Übernahme unseres Mietwagens und ab ins Hotel. Ein Suzuki Jymni reicht für 2 Leute, mehr wird beim Be- und Entladen definitiv stressig vor allem bei einer Rundreise mit fast täglich wechselnden Hotels. Wir hatten vorgebuchte Unterkünfte, immer Doppelzimmer mit eigenem Bad, ansonsten sind Gemeinschaftsunterkünfte mit gemeinsamen Bädern und mehr gängig. Die Unterbringung war häufig auf Bauernhöfen in kleinen „Ferienhäusern“ und oft sehr charaktervoll und gemütlich. Preislich ist alles im Norden nie günstig, das Niveau ist ca. 30% höher als hier.

Achtung: Am letzten Tag sind wir dann bei Icelandair auf dem Rückflug in die „Gewichtsfalle“ gelaufen, ich denke, jeder mit einer etwas umfangreicheren Fotoausrüstung plus Laptop etc. ist davon bedroht: Koffer Nr.1 21,4 kg, Koffer Nr.2 21,2 kg, die Dame: „Das ist aber zuviel Gewicht, stellen Sie bitte das Handgepäck auch einmal aufs Band…“ *schluck* bei 6kg die erlaubt waren wog der Fotorucksack mit Laptop dann doch 12kg. Ein extra Gepäckstück zu buchen kann hier übrigens wahnsinnig viel Geld sparen, der extra Koffer den wir dann aufgegeben haben hat € 35.- gekostet.

Beim Hinflug hatte ich Stativköpfe, ein Objektiv und ein paar Kleinigkeiten in meine Jackentaschen gesteckt, die Jacke wird ja nicht gewogen, auf dem Rückflug habe ich nicht mehr darauf geachtet. Also zum Einchecken die Kamera umhängen, schwere Kleinigkeiten in die Taschen, man selbst wird ja auch nicht gewogen🙂 und fertig!

Zum Fotografieren noch ein paar Bemerkungen: Ich sehe meine fotografischen Fähigkeiten nicht so, dass ich .raw unbedingt brauche oder anders gesagt meine Bilder wären als .raw auch nicht besser. Im Rahmen der digitalen Fotografie wird häufig zu Technik bezogen gedacht, ein Raymo
(http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/38980)
oder ein M.Bissig haben ein so ausgefuchstes Auge, dass RAW wahrscheinlich Sinn macht, ich leider nicht und ich habe im Moment auch nicht die Zeit das entsprechend weiter zu entwickeln. Es gibt zudem viele technisch perfekte rauschfreie Bilder mit hoher Dynamik etc., die trotzdem „nicht gut“ sind. Ich nutze .raw nur wenn ich Probleme mit dem Weissabgleich habe oder bei ganz extremen Lichtsituationen, wobei Nikons active Lighting da schon nicht schlecht ist und die .jpg´s aus der Kamera sehr gut sind.

Ich habe auch kein DxO verwendet und die meisten Bilder, die von einer Objektivkorrektur in der Kamera profitieren würden, sind meine sww Bilder und mein Sigma 12-24 wird leider noch nicht unterstützt. Und 12mm am Vollformat sind wahnsinnig schwierig zu handeln, allein der Horizont: Da würde ein Stativ Sinn machen aber dazu bin ich zu ungeduldig und nicht Perfektionist genug um dieses immer anzuwenden.

Auch da gilt wieder: Ich hab noch kein gutes Bild gehabt, das schlecht war, nur weil die Objektivverzeichnungen nicht korrigiert waren. Ich habe aber eine Menge schlechter Bilder, an denen ich stundenlang rumkorrigiert habe🙂

Oder wie ppz sagt, Frauen fotografieren mit dem Auge, Männer mit der Technik: Meine Freundin hat, ohne auch nur die Blende zu verstellen, wahnsinnig stimmungsvolle Bilder mit ihrer D90 gemacht, da komme ich mit mehr Aufwand nicht hin. Die Bilder traue ich mich gar nicht hier zu zeigen. Ich kann da nur jedem einen Fotokurs empfehlen, der das Auge schult. Leider sind die meisten nur Technik orientiert und oft eine Materialschlacht.

G Mark

(c) www.slowfoto.de

2 Gedanken zu „Iceland – Mark war dort!

  1. …tolle Bilder von einem mind. genau so tollen Land! Herzlichen Dank Mark fürs Einstellen und für Deinen Bericht!

    Wann reist Du wieder und wohin ;-)?

    Viele Grüße
    Lutz

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