iPhone4 – meine Foto-Apps und mehr

Die beste Kamera ist >immer dabei<, und weil das Handy ist heute immer dabei ist, wird die Handy-Kamera dann die beste sein, wenn keine andere, bessere dabei ist.

Mein erster Handy Kamera Versuch scheiterte kläglich an der unerträglichen Farbwiedergabe der 1MPI Kamera (Nokia 6131 mit beleuchteter Tastatur), in der Folge habe ich mich doch lieber an richtigen Fotoapparaten erfreut! Allerdings ist heutzutage selbst die einfachste Kompaktkamera bemüht, mit Hilfe von >20 Programmen möglichst perfekte Bilder  abzuliefern. Wer sich dieser Versuchung einfach entzieht, liegt mit der iPhoneography genau richtig: Die Kombination aus Lomographie und Polaroid hat den Vorteil, dass man die Bilder sofort sieht und in Verbindung mit einer Unzahl von Apps umgehend in die gewünschte Richtung verändern kann. Manchmal entstehen so aus eher schlichten Situationen interessant gestaltete Bilder. Und das Mobiltelefon ist für Schnappschüsse nahezu immer parat.

Anfang 2011 haben mich Urlaubsaufnahmen mit dem iPhone4 im direkten Vergleich zu denen aus meiner Canon 5D Mk II verblüfft, letztlich gab es vom Mobil-Anbieter ein akzeptables update zum Restposten vor dem Nachfolger Version 5 bzw. zunächst 4S, wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

Als ich nun mein erstes iPhone erhielt, wollte ich damit zwar das betage Handy, aber nicht den bis dahin selten verwendeten iPod ersetzen. Zunächst war ich nur von der Vorstellung angetan, das iPhone4 hauptsächlich als Kamera zu verwenden und notwendigerweise damit zu telefonieren, von allen anderen Nutzungsmöglichkeiten war ich weit entfernt: Schon das erste >WhatsApp< hat mich umgehend auf den Weg gebracht, seitdem nutze ich beide (iPod und iPhone4) als wohlklingende Musikbox mit einer tragbaren Logitech Lautsprecher Basis Pure Fi  anywhere 2 (siehe letztes Bild der Galerie), das iPhone mit weiteren Apps für fast alle integrierte und neue Dienste und zudem bin ich überzeugter Nutzer dieser digitalen >immer dabei Kamera< mit eingebautem Labor, mit der ich Clips, Fotos und aktuelle (TV-) Nachrichten betrachten bzw. verfolgen, Infos oder Reservierungen versenden und oder auch nur telefonieren und dabei laut hören kann.

Gerechterweise und kritisch muss ich erwähnen:

  • Das alte Nokia 6131 übertrifft als Mobiltelefon das iPhone 4 in der Empfangsleistung (D2 und hier) um Längen, wozu sich der Provider trotz präziser Angaben nicht äußert, Abhilfe schafft deswegen eine PrePaid Karte eines Mitbewerbers im Nokia mit 9Cent/min in alle deutschen Netze!
  • Das iPhone4 ist nicht nur als Fotoapparat ein Spiegelbild unseres modernen Lebens, in dem ohne zeitlichen Verzug alles an Infos allen Anderen mitgeteilt werden kann oder muss, schließlich wollen die Plattformen leben, wobei man nicht vergessen darf, das erst die mobile Telefonie bestimmte Informationswege ermöglicht hat. Es ersetzt keine Fotokamera, ergänzt hingegen jede Ausrüstung um viele nützliche Features, wie z.B. Panoramafunktionen bereits in der Kamera!

Einige stellvertretende Bildbeispiele meiner Nutzung, zum vergrößerten Betrachten einfach anklicken:

Das integrierte Kamera App läßt derzeit und meines Wissens folgende Parameter zu:

  • 4mm (3,9?) Brennweite und fester Blende F2.8, d.h. Abblenden ist für diese Brennweite nicht vorgesehen, der Autofokus hingegen arbeitet recht präzise und ist voreinstellbar mit Fingertipp auf  die bildwichtige Stelle im Bildschirm, womit gleichzeitig die Belichtung angepasst wird. Verändert man jedoch danach die Bildkomposition, folgt eine Korrektur der Belichtung!
  • Belichtungszeiten bis maximal 1/15sec lang und ISO 1.000, also gut aus der abgestützten oder ruhigen Hand zu halten und bei sehr gutem Tageslicht bis minimal 1/1.436sec und ISO 80.
  • Die Empfindlichkeit ISO 80 wird relativ lange gehalten, bevor es zur Anhebung mit bald sichtbarem Rauschen kommt. ISO 1.000 ist (für mich zu) stark verrauscht.
  • Kurz gefasst kann man die Kamerafunktion im iPhone4 für tolle Freizeitfotos (bei gutem Licht z.B. f4mm F2.8 ISO 80 1/217-591sec, Einzelbild) und vieles mehr im Sinne von eben mal dokumentiert verwenden, zur Bildschirmwiedergabe ist sie allemal ausreichend. Für gestaltende fotografische Arbeiten oder großflächige Prints sollte man andere Kameras nehmen, die auf Grund der Einstellungsparameter andere Eingriffe zulassen, was aber nicht immer nötig ist. Einzig ist die sofortige Möglichkeit, datenreduzierte Aufnahmen zu versenden, wo immer und an wen man mag. Auch Panoramen oder Reihenaufnahmen sind mit anderen Apps möglich.
  • Das iPhone4 Camera App sieht zudem noch Video Clips in HD und Videotelefonie (FaceTime) vor, dazu später vielleicht mehr.

Die Beschäftigung mit der fotografischen Ausstattung dieses tragbaren Büros ergab zwei Wege, der erste war schon nach zwei Tagen abgearbeitet, der zweite wird mich wohl noch länger beschäftigen:

  1. Schnappschüsse al gusto des bereits installierten Foto-Apps aus dem Hause Apple (genial einfach, bei Licht scharfe Zeichnung, gute (und etwas fette) Farben, tolle HD Clips).
  2. Auf der unendlichen Suche nach manuellen Einstellungen der Weg zum (M) Programm (AF und AE lock, Antishake, Bubble level, Grid, HDR, PhotoSynth, Press anywhere,  Remote, Selftimer, 3 shot burst, Stativ,Time laps, Vorsätze sowie Zubehör) und rudimentärer Bildbearbeitung bereits in der Kamera plus Versand.

Im diesem Bericht möchte ich mich mit speziellen Fotografie Apps beschäftigen und dabei auf die wenigen von mir genutzten Programm eingehen, hier als Einführung nur die selbsterklärenden Einstellungen resp. Menues, wobei die Installation lohnt und mit mehreren Apps Erfahrungen gesammelt werden sollten, um den eigenen Workflow zu definieren, als erste App sollte man die installierte >Kamera< gut kennen, danach schlage ich Camera+ und/oder GorillaCam vor, weiter dann vielleicht mit Pro HDR und Panoramatic 360Grad sowie Scanner Pro:

Kamera
Das  >originale< App bietet dem Anwender für [auto] Schnappschuss-Fotos: Blitz-Automatik Ein Aus –  HDR ein aus (es gibt m.E. für HDR bessere Apps) – Front- oder Rückseitenkamera (2.592×1.936 oder 480×640) für Foto- oder HD-Filmaufnahmen (mit Bildstabilisierung resp. FaceTime – Videotelefonie und für Selbstporträts) – AF und AE Speicherung per Touch-Screen bis ca. 8cm Nahabstand – Digitalzoom (m.E. vernachlässigbar, es sei denn 1/3-1/2 bei Nahaufnahmen).

Mein Urteil
Um es vorweg zu nehmen, es ist schwierig, bei lauem Licht knackige Fotos zu erstellen, weil es bei 1/15sec und ISO 1.000 rauscht wie am Wildbach. Bei gutem Licht hingegen garantiert ISO 80 mit variierenden Verschlusszeiten trotz Offenblende 2.8 gute Zeichnungen und eine bemerkenswerte, eher warme Farbwiedergabe, und genau das ist die Domäne dieser Kamera! Dazu gibt es noch viele weitere Variationen dank der Helferlein wie Gyroskop und Standortbestimmung u.a.m. – besonders gut ist der rückseitige Bildschirm sowohl bei der Aufnahme als auch der folgenden Betrachtung.

Was fehlt denn noch so alles?
Bildschirmauslöser (touch anywhere) – GeoTagging – Gitter (Grip) – HDR (als wirklich gutes App) – Panorama (Stitch) – Selbstauslöser (Selftimer) – Serienbild (3-shot-burst, Time Laps) – Wasserwaage
(bubble level – calibrate) und was sonst noch an manuellen Einstellungen möglich aber bisher noch nicht gefunden ist! 

Einige meiner installierten Apps möchte ich deshalb hier vorstellen:

Camera+
Camera+ ist wie das App Kamera plus einiger weiterer Zutaten. Es hat eine Lightbox (Edit –  Share – Save – Info), mit deren Hilfe postproduktiv viele Editiermöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Menue
Sound – Zoom – Grid – AutoSave (Lightbox) – Quality – Sharing – Info – Restore purchases

Einstellungen
Normal – Stabilizer – Timer – Burst

Mein Urteil: Wer >all in one< sucht, ist mit Camera+ gut versorgt!

GorillaCam

Self-timer – Time-lapse – Anti-shake – Bubble level calibrate – Grid – Press Anywhere – 3 Shot Burst

Mein Urteil: GorillaCam bietet das Gitter und die Wasserwaage und erleichtert somit schon aufnahmeseitig  eine präzise Ausrichtung. Es ersetzt kein Stativ, dafür kann die Empfindlichkeit der Waage in drei Stufen kalibriert werden.

Pro HDR

HDR auto-manual-off-library – Flash off-torch-on – Save-done-crop-share – Brightness – Contrast – Saturation – Warmth – Tint – Save original  images – Automatic sliders – Geo-tag photos – Digital zoom enabled – Touch screen  capture – Vibrate after capture – HDR Resolution Small (fast) Full (slower)

Mein Urteil: Pro HDR ist in der Leistung deutlich besser als das im Kamera App integrierte und sollte dies ersetzen! Allerdings ist etwas Geduld bei der Aufnahme (Analyse plus 2 Abbildungen) und dem Verrechnen angesagt, Speichern nicht vergessen!

Panoramatic 360 Grad

Mein Urteil gleich am Anwendungsbeispiel: Nach einer gewissen Eingewöhnung lassen sich sehr ansprechende (360 Grad) Panoramen mit der Einstellung Porträt (weil Hochformat) erstellen, manchmal sind dafür auch bis 15 Abbildungen dazu nötig. Dazu verhilft die Überdeckung (ähnlich wie früher der Schnittbildentfernungsmesser) und die senkrechte (!) Libelle, wodurch eine gezielte Kamerahaltung ermöglicht wird, sofern man zuvor kalibriert hat, wobei die Montage auf einem Stativ behilflich sein kann. Danach lassen sich die bis zu 360 Grad Panoramen recht einfach erstellen, man sollte mit Landschaften beginnen (cave zu naher Vordergrund!) und erst danach in Räumen arbeiten (cave kleine Räume)! DONE nach der Aufnahmeserie werkelt innerhalb von 2-3min die Bilderchen in Reihe, eine good vibration zeigt das Ende an und anschließend speichert man das pano in der iPhone Galerie ab. Vorzeigen nicht vergessen und möglichst lange im Speicher behalten, weil Andere i.d.R. davon mehr angetan sind als von schlichten Fotos, gleiches gilt für fullHD Clips mit Sound!

Scanner Pro 

Art der  Verarbeitung: Keine – Aufnahmen – Dokumente
Standard-Farbraum:  Farbe – Graustufen – Schwarz-Weiß
Upload Einstellungen:  WebDAV – Evernote – Dropbox – Google Docs
Standardformat:  US-Letter
WLAN-Zugriff:  de – aktiviert
Bildverarbeitung:  Dokumente komprimieren – Ränder erkennen
Passwortschutz:  mit – ohne
Hilfe – What`s new?
Tippen Sie +, um ein neues Dokument zu scannen
Neues  Dokument: Seite von Kamera oder Fotoarchiv hinzufügen
Per Email senden
Upload zum Online-Speicher
Drucken und andere Optionen

Mein Urteil: Scanner Pro eignet sich hervorragend dazu, eigene Dokumente (Perso, Führerschein usw.) platzsparend und präzise beschnitten als Kopien auf dem iPhone unterzubringen um so bei Verlust auch solcher Papiere nicht ganz nackt dazustehen!

Zusammenfassung

Es gibt drei Möglichkeiten, für die sich jeder Anwender entscheiden kann:

  1. iPhoneography als gute digitale >immer dabei< Sofortbildkamera zum Clipsen und Knipsen für die Erinnerung ohne weitere Verwendung von Apps oder weiterführendem Zubehör.
  2. Fotografie mit dem iPhone >so gut wie irgend möglich< mit Verwendung weiterer Apps oder auch tragbarem Zubehör schon bei der Aufnahme.
  3. Die  iPhone-Bilddatei als Basis für weitere Veränderungen aller Art nach der Aufnahme mit Hilfe von Apps bereits in der Kamera.

1)  und  3) haben ihren Reiz, einmal völlig unbelastet Aufnahmen oder HD Filmclips zur eigenen Erinnerung und Verwendung zu erstellen, oder mit den postproduktiven Möglichkeiten Trends und Vorlieben folgen und interessante >Werke< erstellen und mit Anderen tauschen und teilen.

2)  Dieser Weg im Sinne einer slowfotografischen Aufnahme bedeutet, alle Möglichkeiten zur  Optimierung bereits bei der Aufnahme anzuwenden und weitestgehend maximierte Bilddateien zu erstellen. Als geeignete Apps dazu verwende ich die oben angeführten regelmäßig, wobei für viele one-shot Situationen das installierte Foto-App ohne HDR Verwendung ausreicht.

Für sinnvoll erachte ich in alphabetischer Reihenfolge:

Auslösung überall (Press anywhere), Autofokus- und Belichtungs-Messwertspeicherung per Fingertipp (AF und AE lock), dreifach Bildserie (3 shot burst), zweifach Bilderserie für HDR, Dauerlicht zur gezielten Beurteilung (Flash torch), Gitternetz zur Bildkomposition (Grid), Intervallauslösung (Time laps), Lupe für Nahaufnahmen anstelle Digizoom, Panoramaprogramm, Selbstauslöser (Selftimer), Stabilisierung (Antishake), Stativ (Stand), Wasserwaage zur  horizontalen Aussichtung (Bubble level)…

In einem weiteren Teil wird vielleicht mit Apps aus dem Bereich Bildbearbeitung fortgesetzt!

© www.slowfoto.de

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