Lauterbach und der Strolch – Vollformat Superweitwinkel 14mm 2.8 an der Canon EOS 5D

Lauterbach ist eine kleine Stadt in Oberhessen mit einem reizvollen Kern und vielen alten ansprechend sanierten Fachwerkhäusern und netten Geschäften. Die Lauter, an der der Strolch und sicher viele Andere nicht nur den Strumpf verloren haben, fließt mitten durch das Städchen und bietet eine tolle Kulisse auch für das gleichnamige Fest. Der Weg für die 29 Aufnahmen führte vom Marktplatz aus zur Lauter, dort an den Fachwerkhäusern entlang zum Hotel Schubert mit dem schnuggeligen Entennest direkt an der Lauter, weiter zur Adolf Spieß Turnhalle und zurück zur Stadtmühle und dem Stadtschloss der Familie Riedesel.

Der aufmerksame Besucher findet zu Fuß über- und regionale Gastronomie zu angemessenen Preisen und Kulturangebote zu Hauf in der Jugendstil-Halle sowie vielfältige Freizeitangebote. Die politische VB-Jumelage mit Alsfeld auf Kreisebene ist wohl wegen der Entfernung von fast 20Km gründlich schiefgelaufen und besteht nicht nur aber sichtbar im Verlust der alten KFZ-Nummernschilder ALS und LAT.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lauterbach_(Hessen)

Bilddaten:

– Kamera: EOS 5D (die Alte, also `MkI´)
– Objektiv: walimexpro 14mm 2.8
– Blende: F4-11
– Belichtungszeit: [M] 1/60-1.000sec
– Empfindlichkeit: [auto] oder ISO 100 – 800
– Belichtungskorrekturen: -1 bis -3 LW
– Brennweite: 14mm
– Entfernungen: ca. 1m bis unendlich
– Belichtungsmessart: Integral
– Bildstil: Snapshot
– Bilderbearbeitung: DxO

D Lauterbach Hessen 11:00 bis 12:10

SuperWeitWinkel (SWW) Objektive gehören in die Kategorie besondere Gläser, sie sind aufwändig korrigiert und zeichnen ein winkeltreues Bild, dass unseren Augen vertraut ist. Bei allen weitwinkligen Objektiven sind mehr oder weniger tonnenförmige Verzeichnungen vorhanden, bei offener Blende besteht zudem eine sichtbare Verschattung in den Bildecken. Diese Bildfehler können in der Nachentwicklung von geeigneten Programmen herausgerechnet oder mittlerweile oft schon in der Kamera korrigiert werden (Vignettierung). Das EXIF basierte DxO verrechnet bei manuellen Objektiven (non EF resp. non EF-S) `nur´ die Belichtungs-, aber keine weiteren optischen Bildfehler, weil nicht alle dafür notwendigen Objektivdaten übertragen werden und diese Objektive nicht gelistet sind. Dennoch können auch diese Aufnahmen manuell mit DxO korrigiert werden, vor allem als RAW Datei und wenn die neue DxO Version 7 angewendet wird.

Mein altes und damals bedeutendes Weitwinkelzoom ist das kompakte und DxO fähige EF 3.5-5.6 20-35mm, das ich auch heute noch gerne einsetze, wenn ich das größere EF 2.8 16-35mm L zuhause lasse. Canon bietet aktuell die Festbrennweite EF 2.8 14mm L als automatisches Objektiv, allerdings und sicher zu Recht in einer anderen Preisklasse angesiedelt.

Mit dem manuellen walimexpro 14mm 2.8 habe ich viele Erfahrungen an der EOS 5D sammeln können, wobei mir das langsame Fotografieren aus der manuellen Zeit geholfen hat. Nach einer Eingewöhnung, besser re-learning by doing, denn früher waren manuelle Einstellungen gang und gäbe, habe ich einen Weg gefunden, mit dieser lichtstarken Festbrennweite sinnvoll zu arbeiten. Gewisse Voreinstellungen bedürfen nur einer exakten Messung vor der eigentlichen Aufnahme:

  • Nahe Entfernungen werden bei offener Blende F2.8 visuell eingestellt, obwohl die aktuellen Einstellscheiben dieses Vorgehen nur suboptimal unterstützen, die Klassiker mit Schnittbild waren geeigneter. Diese Entfernungseinstellungen sollten sehr sorgfältig vorgenommen werden. Ab 3m kann man schätzen und in Abhängigkeit von der passenden Blende auf 3m oder unendlich am glücklicherweise sattgängigen Ring wählen, womit wie bei der Blende eine ungewollte Veränderung wegen Leichtgängigkeit zuverlässig vermieden wird.
  • Eine Messaufnahme z.B. im [M]-Programm genügt, um den sinnvollen ISO Wert vorab einzustellen, beim Vollformatsensor darf er auch >1.000 liegen. Die Abhängigkeit von der Tageszeit ist hier so auffällig wie richtig. Der ISO Wert sollte eine gut haltbare Belichtungszeit bei dem gewünschten Blendenwert ermöglichen, statische Motive vertragen durchaus 1/60sec. Für die Reportage sind 1/250sec bei ISO 400 und mehr einfacher im Handling.
  • Die manuelle Blende sollte je nach Objekt und vorhandenem Licht gewählt werden, ab F11 ist bei der ultrakurzen Brennweite kein signifikanter Gewinn an Schärfentiefe zu erwarten. F2.8 ermöglicht viele Aufnahmen noch bei wenig Licht. Eine konsequente Unterbelichtung von 2-3 Blendenwerten ergibt an dieser Kamera satte Farben. Eine zusätzliche Schärfentiefenskala in Abhängigkeit von der Blende hätte am Objektiv Platz und wäre für die Voreinstellung wünschenswert.
  • Die zweite Variante wäre über die manuell veränderte Belichtungszeit. Ich ziehe allerdings die zuvor angeführte Korrektur über den Blendenring am Objektiv vor.
  • Erstellt werden die Aufnahmen letztlich im [C]ustom Programm als 3-shot AEB, die Erfahrung zeigt, das eine dieser drei gezielt -3 -2 und -1 unterbelichteten Aufnahmen die Bandbreite des Histogramm gut nutzt. Einstellungstipp dazu: AEB auf -1 0 +1 Blendenwerte, Gesamtbelichtung auf -2 Blendenwerte. Feinere Abstufungen sind nach meinen Erfahrungen nicht sinnvoll, denn in mäßig unterbelichteten Partien zeichnet DxO sehr gut durch, ohne dass es sichtbar rauscht.

Alternativ ist die klassische Handbelichtungsmessung (GOSSEN Digipro F oder Digiflash, dieser Winzling passt auch per Adapter in den Blitzschuh, siehe unten) wie auch die externe Entfernungsmessung (LEITZ Schnittbildmesser) möglich. Punktgenaue oder Spotmessungen sind bei der extrem unterschiedlichen Fülle an Licht für den Sensor m.E. nicht sinnvoll.

So gerüstet, dient die gute alte EOS 5D als veritabler Body für die superweiten Aufnahmen.

Zum walimexpro 14mm 1:2.8 ED AS IF UMC EOS bleibt zu sagen, dass die Farbwiedergabe mit meinen vorgewählten Einstellungen – siehe link dazu unten – untadelig und im Vergleich zu parallelen EF Aufnahmen unauffällig ist, was für mich einem hohen Niveau gleichkommt, wobei ich meinen (und anderen kritischen) Augen traue und deshalb auf die Bewertung jedes einzelnen Pixel verzichte. Mit F11 sind die Resultate selbst bei Empfindlichkeiten von ISO 1.000 akkurat. Höhere Empfindlichkeiten lassen sich mit DxO7 augenfällig entrauschen.

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/03/canon-eos-5d-einstellungen/

https://slowfoto.wordpress.com/2011/07/25/belichtungsmessung-aktuell-whats-go-ssen-on-teil-2/

http://www.foto-walser.biz/shop/Kategorie/8/Objektiv.htm

(c) http://www.slowfoto.de/

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