RAW oder JPG mit DxO7

Bisher habe ich die JPG Speicherung in der Kamera i.d.R. vorgezogen und war zufrieden, ab und an aus einem kritischen Kontrastverhältnis per Rohdatendatei etwas mehr an Information herausholen zu können. Das hat sich nunmehr geändert, als augenfälliges Beispiel dafür eine indoor Aufnahme IMG 4932 mit der Canon EOS 5D Mk II, siehe dazu auch und mehr:

https://slowfoto.wordpress.com/2012/01/05/s-l-o-w-f-o-t-o-der-woche-kw-6-2012/

Abbildungen 2-5, zum vergrößerten Betrachten bitte anklicken

1) CR2 aus der Kamera 26.224 – hier nicht darstellbar
2) JPG aus CR2 mit DPP 14.228
3) JPG direkt aus der Kamera 7.527
4) JPG aus CR2 mit DxO7  5.173
5) JPG aus 3) mit DxO7 4.168

Gerechterweise ist anzumerken, dass die Canon eigenen Korrekturen in der Kamera (objektivspezifische Vignettierung) ausgeschaltet waren (3).

Bei der Nachentwicklung hat DxO (5) auch gegenüber DPP (2) die Nase vorn, vor allem wenn es die CR2 RAW Dateien (4) wandeln kann, ich nehme hier das Preset >DxO Standard – Neutrale Farbe nur RAW<. LightRoom 2 (LR2) oder Photoshop CS3 (PS3) entwicklen CR2 Dateien noch nicht, Canons hauseigenes Digital Photo Professional (DPP) oder DxO6 wandeln CR2-RAW hingegen unproblematisch.

Ab DxO6 findet sich das Preset >DxO Standard V2 – Neutrale Farbe nur RAW<, das augenfällig gute JPGs erarbeitet und aus meiner Sicht darin keinen Nachteil gegenüber dem o.a. Preset aus der Nachfolgeversion DxO7 aufweist, die jeweiligen JPGs unterscheiden sich auch nicht in der Dateigrösse. Ebenso augenfällig ist die differenziertere Farbwiedergabe von 4), auch gegenüber 2).

Mein workflow hat sich dahingehend geändert, dass ich nunmehr die wertigen Bilddateien in der Kamera konsequent in RAW (CR2) abspeichere und nach Durchsicht und Löschen überflüssiger Bilder umgehend mit DxO7 >nachentwickle<. Die somit erhaltenen JPGs (4) sind nicht nur sichtbar überlegen, sondern zudem auch etwa 1/3 kleiner als die JPGs aus der Kamera (3). Sogar das aus dem JPG der Kamera (3) nachentwickelte DxO (5) hat seiner Quelle viel voraus, erreicht aber nicht die Güte von (4).

Betrachtet man den finanziellen Aufwand für ein besseres (Zoom) Objektiv im Vergleich zu dem für DxO, so fällt der i.d.R. deutlich geringere Aufwand zugunsten der Softwarelösung auf. Einer der größten Vorteile besteht in der riesigen DxO-Datenbank mit mehr als 10.000 Modulen an Kamera Objektiv Kombinationen, die zudem ständig ausgebaut wird.

Die Nachentwicklung der (RAW) Bilddateien in DxO geschieht weitgehend automatisch. Einzelne Eingriffe sind möglich, wenn für bestimmte Aufnahmen ausgewählte vorgeschlagene oder aus den eigenen Einstellungen erstellte Presets angewendet werden sollen.

Probleme mit DxO habe ich auch, wenn z.B. das (manuelle) Objektiv keine EXIF Daten überträgt: Die Nachentwicklung beschränkt sich dann auf die Belichtung, die >objektiven< Korrekturen hingegen entfallen. Ein weiteres Problemchen besteht in der Gewöhnung an die objektiven Fehler bisheriger und unkorrigierter JPGs: Manchmal finde ich Gefallen an der bauartbedingten Randabschattung und das aus der RAW Datei nachentwickelte und korrigierte JPG erscheint dann fast zu perfekt…

http://www.dxo.com/de/photo/dxo_optics_pro/features

(c) www.slowfoto.de

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