Canon EOS M – what`s new?

Canons neue Systemkamera EOS M(irrorless)

Canon hat sich mit der EOS M Zeit gelassen! Die Bedienungsanleitung vom Juli 2012 umfasst 350 Seiten und enthält eine Fülle von entbehrlichen und wichtigen Informationen. Gut hat es der [auto]-matische Anwender, denn nach dem Laden vom Akku und Einlegen der SD Karte kann es auch völlig unbeschwert losgehen, ganz ohne individuelle Einstellungen, und es werden dabei bemerkenswerte Aufnahmen erstellt, dank Crop Sensor, ohne Spiegelklappen, automatischer Motiverkennung, sensiblem Touchscreen samt Auslösung wie beim Smartphone und vielen anderen Features mehr…

Hier geht es zum Handbuch

Wer Wert auf Individualität legt, wird ebenfalls bedient:

Mein erster Griff nach dem Einschalten (auf [AV/TV/M]) ist die Scharfstellung per AF-Knopf, damit ich etwas sehe und sicher sein kann, dass der AF Punkt präzise dort liegt, wo ich die Schärfenebene haben möchte. Die Einstellung dazu ist AF – ONE SHOT und FlexiZone – Single, die dazu gehörige Sternchentaste ist jetzt links im Einstellrad, man gewöhnt sich an alles…

Als zweites möchte ich, in Abhängigkeit von der Lichtsituation, die Belichtung beurteilen (= messen) und speichern, das erfolgt wie gewohnt mit halb durchgedrücktem Auslöser und in Verbindung mit der Individualfunktion C.Fn.IV 1:AE-Speicherung/AF! Dieser Wert bleibt dann etwa 15 sec gespeichert, man hat also genügend Zeit für die Bildkomposition. Mit erneutem Antippen lässt er sich ändern und/oder wieder festhalten, also easy going wie gewohnt. Ganz ehrlich, etwas langsamer, so wie es mit live Funktionen eben ist, die dSLR ist schon schneller, wobei der Blick durch das Objektiv nicht das finale Bildergebnis zeigt, auch nicht bei Arbeitsblende.

Die übrigen präferierten Funktionen (Bildgröße – ISO  u.v.a.m.) sind sowohl per INFO- oder MENUE(taste) und scrollen oder [Q] Symbol auf dem Touchscreen schnell einstellbar, für mich hat der Live-Bildschirm somit an Bedeutung gewonnen, weil ich sowieso darauf schaue, und bei der dSLR habe ich das Auge für die volle Konzentration am Sucher!

Die Einstellungsmöglichkeiten sind mehr als vielfältig und weil ich die Bildbearbeitung am Rechner mit großem kalibriertem Bildschirm vorziehe, lasse ich die vielen eingepackten >kreativen< Möglichkeiten außer Betracht. Wichtiger für die postproduktive Nachbearbeitung ist das Farbbild mit allen wichtigen Informationen und möglichst als RAW-Datei, so dass maximale Bearbeitungsmöglichkeiten gesichert sind. Movies in der Kamera trimmen als Bildschnitt ist hingegen okay, um Platz auf der Karte einzusparen.

Mehr zu Ausstattung, Einstellungen und Handling:

Geliefert wird die EOS M mit dem 235g leichten EF-M 18-55mm 1:3.5-5.6 IS STM, also mit M Bajonett. Das für den Kauf den Ausschlag gebende Objekt meiner Begierde war aber das 115g leichte EF-M 22mm 1:2 STM als lichtstarkes immer drauf. Beide Objektive glänzen mit einer wertigen Ausführung, die in nichts mehr an die Kit Zoome EF 35-80 oder EF-S 18-55 erinnert. Hier schon mal Mehrwert, die Canon Design Abteilung hat klasse Arbeit geleistet, der Zoomring am Kit-Zoom ist ein Beispiel für präzisen Gang, gleiches gilt für die manuelle Entfernungseinstellung. Ansonsten finden sich keine (gewohnten) Schalterchen mehr…

Der 300g leichte EOS M Body hat den Stativanschluss wie auch den Blitzschuh in der Objektivachse, wo beide hingehören. Oben imponiert der trotz kleiner Größe mit dem Daumen zu bedienende ON/OFF Schalter, dessen OFF Funktion auch über das Menue gestaltbar ist, zum Stromsparen auch per Bildschirm aus und stand by Betrieb. Der Auslöser hat einen langen Weg bis halb gedrückt und löst danach präzise aus. Am Stellring wählt man [auto]  – Foto – Film, basta!

Fünf  Tasten auf der Rückseite bieten von oben nach unten Video Start/Ende (rot) – MENUE – Bildwiedergabe (blau) – SET im Drehring mit Sternchen [*] bei 9 Uhr für den AF – Timer incl. Fernauslöser und Einzel/Serienbild bei 12 Uhr – [- +/-] für (Blitz-) Belichtungskorrekturen bei 3 Uhr und den blauen Papierkorn bei 6 Uhr – INFO ist ganz unten aufrufbar. Nach Eingewöhnung eine praktische Aufteilung, weil sinnvoll reduziert und  gut erreichbar. Der Vollständigkeit halber erwähnt sind die drei Buchsen auf der linken Seite unter einem Deckelchen: A/V-OUT digital – mini HDMI out – MIC in.

Last not least noch das Canon Speedlite 90EX mit 75g samt zwei nicht mitgelieferten AAA-SANYO eneloop Akkus, dazu ein goldisches hellgraues Beutelchen zum Transport. Ein zweites und größeres für den EOS M Body wäre als Mit-Gift wünschenswert, das fehlt allerdings genauso wie die Streulichtblenden für die beiden Objektive, deren Verpackung wie beim Body aus transportschützenden Luftpolstertüten besteht…

Zur Kamera selbst:

Der Sensor bietet eine vergleichbare Bildqualität, die mich an die EOS 7D erinnert. Rauschen ist ab ISO 800 sichtbar, Vollformat bietet hier mehr. Die Auflösung ist schon mit dem 18-55 enorm, 1:1 Betrachtungen zeigen dies augenfällig. Gespannt bin ich auf die Leistung der L Objektive, wenn der EF-EOS M Adapter zur Verfügung steht. Das gemütliche Handling ist für slowfotografische Ansprüche sehr gut, aber weniger für Action- oder Sportfotografie geeignet, trotz angeblich schnellerer Bildrate mit EF-Objektiven, was erst noch zu eruieren ist.

Zum berührungsempfindlichen Bildschirm: Bilder größer betrachten geht per Aufziehen mit zwei Fingern wie beim Smartphone, weiterblättern ebenso per Wischfinger. Antippen der Zeitanzeige in [Tv] führt zur Einstellung von 30sec bis zur 1/4.000sec, ebenfalls per Wischfinger zu wählen, gleiches gilt in [Av] für die zu ändernde Blendenvorwahl. Da der Blick auf dem live Bildschirm liegt, ist hier ein Vorteil gegenüber der dSLR, die in diesen Programmen eine Manipulation per Handrad und deren Kontrolle per Minibildschirm oben im Gehäuse erfordert. Ebenso einfach ist die [ISO] Einstellung vorzunehmen. Einzig die Änderung der Blenden-Zeitkombination in [P] bleibt per halb gedrückten Auslöser (AE-lock) per Handrad, das muss man üben oder besser gleich in die Modi [Av] oder [Tv] wechseln.

Besonderheiten:

Die Kreativ Automatik [CA] bietet neben Porträt, Landschaft, Nahaufnahme, Sport und Nachtporträt noch zwei interessante Einstellungen, in denen 4 resp. 3 schnell und automatisch hintereinander gemachte Aufnahmen verrechnet werden: Nachtaufnahme ohne Stativ und HDR Gegenlicht.

Der AF Bereich FlexiZone – Single lässt sich nach Bedarf per Wisch auf dem Bildschirm verschieben, was bei Stativnutzung ideal ist, zurück zur Bildmitte geht es, wenn der Papierkorb gedrückt wird, siehe dazu C.FN IV = Normal (zentr. AF-Feld).

Es stehen die bekannten Bildstile zur Verfügung, ich verwende zunächst Natürlich 0 1 1 0 für identische Farbwiedergabe, sowie 1/2 LW knappe Belichtungskorrektur zur Vermeidung von Spitzlichtern wie auch für sattere Farben. Ebenfall kann der Blitz zum Schatten aufhellen gesteuert reduziert werde. Alles in allem ein Komfort, der in diesen Punkten der dSLR nicht nachsteht und z.T. sogar einfacher per Touchsreen zu bedienen ist.

Ein weiterer Pluspunkt ist das beigelegte aber separate Mini-Speedlite 90EX, denn der Blitzschuh fasst alle anderen Systemblitz auch, wie z.B. den kompakten Leistungsriesen 270EXII mit seiner nach oben variabel verstellbaren Röhre.

Wer bei 700g Gepäck (M Body, 22er, 18-55er, Miniblitz einschließlich RD-6 Fernbedienung) mit ausgefeilten Automatiken, sehr guter Bildleistung, individuellen Programmierungen und einem viele Möglichkeiten bietendem Touchscreen ähnlich dem Smartphone zurechtkommt, bekommt mit der neuen EOS M eine bemerkenswerte Kamera mit ebensolchen kleinen Abmessungen, die dennoch gut in der Hand schmeichelt.

(c) www.slowfoto.de

4 Gedanken zu „Canon EOS M – what`s new?

    1. Andreas, das sind meine ersten und positiven Eindrücke, ja ich habe eine eigene EOS M, ja ich habe schon viele Aufnahmen damit erstellt, es gibt dazu Infos in der gewohnten Reihenfolge…

  1. SORRY PP
    bin einfach ungeduldig und wusste nun nicht ob es Deine EOS M ist … bin gespannt auf die Bilder und Deine Kommentare besonders zur „Schnelligkeit“ Auslösung und AF im Langzeittest …
    Danke schon einmal hier
    Grüße
    Andreas

    1. Lieber Andreas, ein SORRY ist doch überflüssig. Für die EOS M benötige ich Zeit wie für jedes Teil bei einem Test. Man liest derzeit viel und auch viel Mist. Man kann auch nicht mehr aus einer Bluse oder Hose herauspacken, als der liebe Gott und die Eltern hineingepackt haben. 300 Gramm sind keine 900…

      Meine Slowfotografie hat weniger mit Action und Sport zu tun, dennoch liebe ich den schnellen AF und die verzögerungsfreie Auslösung.

      Nach vielen Jahren mit Kompakten und deren gemächlicherem Liveview stelle ich nicht die gleichen Ansprüche an die Spiegel- und Sucherlose wie an die dSLR, außer bei der Bildqualität. Der AF bei Liveview an der 5D² ist auch anders als der im SLR Betrieb.

      Ich habe gestern in einer Ausstellungshalle bei künstlichem und eher reduziertem Licht Aufnahmen erstellt, bewußt ohne Blitz, wegen der Bild- und Farbqualitäten, die nicht nur mich überrascht haben, Frauenaugen ist die Kamera ziemlich egal. Ungewohnt ist die Winzigkeit der EOS M mit dem 2.0 22mm Pancake.

      Bisher habe ich den frühen und für mich damit eher untypischen Kauf noch nicht bereut, im Gegenteil, mit dem EF-EOS M Adapter geht doch der Test erst richtig los. Warte nur ein Weilchen… G pp

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