Crop- vs Vollformat Sensor

Welche Objektive bieten welche Vorteile?

Das digitale SLR-Zeitalter begann mit den beiden CANON D30 und D60, die EOS 10D hatte >nur< das für EF Objektive geeignete Bajonett, ihr folgte alsbald der Gipfelstürmer im Verkauf, die EOS 300D mit dem neuen EF und EF-S Bajonett, viele zwei- drei- und vierstellige Gehäuse kamen hinzu, die aktuelle 18 Millionen Pixel Crop Kamera ist die EOS M mit dem neuen M-Bajonett und je nach Bedarf einem EF/EF-S Adapter für alle aktuellen CANON Gläsern. Die folgenden Empfehlungen hinsichtlich Objektiven sind nach eigener Erfahrung und Nutzung auf diese neue Kamerageneration bezogen, der ich eine weite Verbreitung voraussage, sie beschränken sich ganz bewusst auf das preisgünstige Segment an lichtstarken Festbrennweiten und Zoomobjektiven.

EOS M

Dem gegenüber stehen die EOS 5D als erste Vollformatsensor Kamera und deren Nachfolger 5D². Die Gründe für deren Anschaffungen sind schnell aufgezählt: Das große Sucherbild und die Rauscharmut des Sensors sowie einige bereits vorhandene EF-Objektive. Wenn es um die Geschwindigkeit (Autofokus, Bildfolge) geht, haben die Hersteller noch andere dSLR im Regal als die hier genannten. Wenn aber die Bildqualität zählt…

EOS 5D IMG_1520_Snapseed.top

Der EOS 7D hat CANON einen respektabel großen Sucher spendiert, es ist überhaupt die erste Crop Sensor dSLR, die mir wirklich zusagt, zumal sie auch vom Autofokus mehr bietet als bisher, Nikon war da viel früher am Ball.

Als eine der späten Systemkameras (ohne optischen Sucher, mit Bajonett zum Objektivwechsel) hat CANON die EOS M auf den Markt gebracht, mit dem kleineren M Bajonett, das zudem rund 25mm näher zum Sensor liegt als dasjenige für EF/EF-S! Dadurch konnte die Gehäusetiefe auf 33mm reduziert werden, einem Wert, der bisher nur bei den digitalen Kompakten zu finden war. Man erschrickt beim ersten Objektivwechsel, zu nahe erscheint der Sensor! Zudem bietet die EOS M zwei sogenannte Kreativ Programme, die maßgeblich dazu führen, dem früher als beim Vollformatsensor einsetzenden Rauschen bei hohen ISO Empfindlichkeiten wirksam zu begegnen, es handelt sich um [Nachtaufnahme ohne Stativ] und [HDR-Gegenlicht], wobei 4 resp. 3 schnell hintereinander folgende Aufnahmen zu einer .JPG zusammengerechnet werden, mit einem kleinen Verlust an Brennweite, um minimale Bewegungen während der Aufnahmereihe auszugleichen. Gerade diese beiden Features bieten aktuell einen enormen Vorteil, wenn man auf ein Stativ und aufwändige Nacharbeit am Rechner verzichten muss oder will.

Jeder fotografisch Ambitionierte sollte sorgfältig entscheiden, welche Kameraart er vorzieht, weil so einfach zu vergleichen sind sie nicht. Ein optischer Sucher ist nunmal anders als ein Bildschirm, das Auge bleibt am Okular, es sei denn die dSLR wird im LiveView angewendet: Diese Betriebsart ist für die sogenannte Systemkamera obligat und je nach Lichteinfall oder Sonneneinstrahlung nicht immer nur vorteilhaft.

Wesentlich für die Investitionen ist aber nicht nur der Kamerabody, dessen Prozessor spätestens nach der nächsten Generation zum alten und lahmen Eisen gehört: Es sind vor allem die Objektive, die zudem ins Geld gehen. Dafür haben sie länger Bestand im Sinne des Wortes, selbst mein ältestes EF 3.5-4.5 20-35mm wird noch von DxO nachentwickelt, also korrigiert. In der Anwendung hat der Crop Sensor (15x22mm) abmessungsbedingte Vor- und Nachteile, auf Grund der kleineren Fläche bildet er weniger als Kleinbild (Vollformat 24x36mm), d.h. der genutzte Bildwinkel ist geringer, die effektive (=genutzte) Brennweite verlängert sich um den Faktor 1,6. Dazu eine kleine Tabelle, die zudem auch einen empfehlenswerten Konverter berücksichtigt:

Canon Crop Tabelle 1.6 und Kenko 1.4 und 1.6 + 1.4

1.6 1.6 1.6 1.4 1.4 1.6 + 1.4
           
10 – 16 35 – 56 100 – 160 35 – 49 100 – 140 35 – 78
16 – 26 50 – 80 105 – 168 50 – 70 105 – 147 50 – 112
17 – 27 55 – 88 135 – 216 55 – 77 135 – 189 85 – 190
18 – 29          
           
20 – 32 70 – 112 200 – 320 70 – 98 200 – 280 200 – 448
22 – 35 85 – 136 300 – 480 85 – 119 300 – 420 300 – 672
24 – 38          

Wie alle Crop dSLR von CANON, so ist auch die EOS M mit einem 18-55mm Zoom als Kitobjektiv mit dem M-Bajonett erhältlich. Dem Kleinbild äquivalent (KBÄ) deckt dieses den Brennweitenbereich von 29 bis 88mm ab, wenn man den Bildwinkel mit dem Vollformat vergleicht.

Darunter gibt es das EF-S 3.5-4.5 10-22mm und als Vollformat das lichtstarke EF 2.8 16-35mm, wenn man vom EF 2.8 14mm L absieht. Für die EOS M ist ein lichtstarkes EF-M 2.0 22mm erhältlich, auf das ich nicht verzichten möchte, am Vollformatsensor entspricht es dem EF 2.0 35mm.

Die EF-S Zoome beginnen ab 15-85mm, 17-85mm und 18-135mm. Als lichtstarke Festbrennweiten empfehlen sich noch die EF 1.4/1.8 50mm sowie das 1.8 85mm. Der Nutzwert hoher Lichtstärke ist zudem an der EOS-M für den Autofokus von Vorteil, es bereitet enorme Freude, mit diesen vier 22 35 50 85mm Festbrennweiten zu arbeiten!

Der KENKO 1.4 Konverter besticht durch hohe optische Leistung und geht mit den lichtstarken 50 und 85 Festbrennweiten gerade am Crop Sensor eine ideale Verbindung ein, mit dem 85er stehen immerhin satte 190mm KBÄ ab F2.5 zur Verfügung!

Wer mehr möchte, ergänzt um das Superweitwinkelzoom EF-S 10-22mm und im Telebereich um das preiswerte EF 4-5.6 70-300 IS oder kompakte EF 4.5-5.6 70-300 DO IS, auch das EF 3.5-5.6 28-135mm IS macro kann wegen seiner Naheinstellung von nur 50cm eine gute Alternative sein.

Das dem Kit beiliegende Speedlite 90EX  entspricht in Leistung und Reichweite dem sogenannten Popup Blitz der Crop dSLR Kameras, mein kleinster Favorit für unterwegs ist das Speedlite 270EXII mit dem verstellbaren Reflektor, der auch Bouncen (indirektes Blitzen) erlaubt und über eine deutlich höhere Lichtleistung und damit größere Reichweite verfügt.

Einige Strassenpreise (Quelle Amazon Stand 12 2012):

Anschluss Blende Brennweite Ausführung Preis in € ca.
         
EF 2.8 16 – 35 L II USM 1.250.-
EF 2.0 35   250.-
EF 1.8 50 II 100.-
EF 1.4 50 USM 330.-
EF 1.8 85 USM 350.-
         
EF 4 24-105 L IS USM 950.-
EF 3.5-5.6 28-135 IS USM 340.-
EF 4-5.6 70-300 IS USM 390.-
EF 4.5-5.6 70-300 DO IS USM 1.150.-
         
EF-S 3.5-4.5 10-22 USM 700.-
EF-S 3.5-5.6 15-85 IS 620.-
EF-S 2.8 17-55 IS USM 850.-
EF-S 3.5-5.6 18-55 IS II 90.-
EF-S 3.5-5.6 18-135 IS 340.-
EF-S 3.5-5.6 18-200 IS 450.-
EF-S 4.5-5.6 55-250 IS II  
EF-S 2.8 60 Makro USM  
         
EF-M 2.0 22 STM 200.-
EF-M 3.5-5.6 18-55 IS STM  
EF-M Adapter     zu EF/EF-S 120.-

Wenn man mit dem 18 Millionen Pixel Crop Sensor, einem 3´´ Touch Display und einem LiveView AF leben kann und dennoch eine komplette und relativ günstige Ausrüstung haben möchte, schlage ich beispielhaft vor:

1) Starten mit der EOS M und dem 18-55 STM, der kleine Blitz Speedlite 90 EX ist im Kit enthalten

2) Ergänzen um das EF-M 2.0 22mm, ggf. auch um das Speedlite 270 EX II (Reflektor verstellbar)

3) Ergänzen um den EOS-M Adapter für EF/EF-S Bajonett für lichtstarke EF Festbrennweiten 35/50/85mm

4) Ergänzen um den Kenko 1.4 Konverter in Verbindung mit dem lichtstarken 50 oder 85mm

Gewichte solo und in Kombination:

Art Gerät   Gewicht g Summe Body+
EOS-M Body   300 300
EF-M Objektiv 2.0 22mm 115 415
EF-M Zoom 18-55mm 235 535
EOS-M EF/S Adapter   120 420
EF Objektiv 2.0 35 230 650
EF Objektiv 1.8 50 150 570
EF Objektiv 1.8 85 470 890
KENKO Konverter 1.4-fach 110 1.000 + EF 85

Fazit bleibt, dass mit kleinem Gerät Gewicht und Kosten eingespart werden können, wenn die Anforderungen damit erfüllt werden. Tatsache ist, dass es bisher in dieser Gewichts- und Größenklasse keine vergleichbare Kombination gab. Die weise Beschränkung führt zu geringeren Belastungen beim Reisen oder Wandern, sofern auf das Vollformat und lichtstarke Gläser für seinen großen Sensor verzichtet werden können. Zudem wird der Geldbeutel geschont, zumindest solange die Systemkameras beim Crop-Sensorformat bleiben. Ich bin aber ganz sicher, dass…

(c) www.slowfoto.de

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