Nach ein paar Monaten mit der EOS M

klein schwarz stark

Heli beim Start
Helikopter beim Start – unbearbeitet ISO 100 F5.6 1/1.000sec f180mm
mit NIK Snapseed bearbeitet
mit NIK Snapseed bearbeitet

– Kamera: EOS M
– Objektive: EF-S 10-22 (!) und EF bzw. EF-S oder manuelle
– Brennweiten: bis ca. f150mm sowie 1kg noch gut im Handling
– Blende: [Av] Brennweiten abhängig lichtstarke Offenblende
– Belichtung: [Tv] 1/30 WW und 1/60 sec Tele sind gut zu halten
– Belichtungsmessart: Mehrfeld
– Belichtungskorrektur: -0,5LW cave Spitzlichter
– Empfindlichkeit: ISO [auto] max 1.600/3.200
– Entfernung zum Fokus: AF pre mit i.d.R. zentralem Messfeld
– Bildart: RAW oder JPG
– Bildstil: Natürlich 0110 oder Snapshot
– Bildbearbeitungen:  al gusto

Die neue EOS M hat die Lager der Anwender gespalten, verbreitet ist die Ablehnung wegen des angeblich zu lahmen Autofokus, das Gehäuse wird als Plastikkiste verspottet, die Kamera nach dem ersten Anfassen zurückgelegt. Meine nunmehr längeren Erfahrungen sind anderer Art, ich beginne mal mit der Kritik, was kann die EOS M nicht:

1) Eine (schnelle) dSLR ersetzen! Dazu ist anzumerken, dass auch bei den dSLR Unterschiede in der Bildfolge und der Geschwindigkeit im präzisen (nachgeführten) Autofokus bestehen, die den Einsatz limitieren. Action und Sport ist anderen Kameras vorbehalten, es sei denn im Videomodus.

2) Bildkontrolle vor und nach der Aufnahme bei Lichteinstrahlung auf den Kontrollbildschirm! Der gleiche Blindflug ist von jeder Kompakten her bekannt. Dafür ist der Lichteinfall durch den optischen Sucher ein Fremdwort.

3) Mit Canon Utility ferngesteuert werden! Entgegen der Bedienungsanleitung S.340 Zitat >Sie können Fernaufnahmen durchführen, wenn Sie die Kamera an Ihren Computer anschließen< ist nur der Anschluß per HDMI an einen externen (größeren) Bildschirm gegeben, um vor und nach der Aufnahme eine Kontrolle auf einem größeren als dem 3-Zoll  TFT der Gehäuserückseite durchzuführen. Mit der Fern-Bedienung RC-6 ist die Bild- und Filmclipauslösung hingegen möglich. Canon Utility erkennt die EOS M als Kamera nicht, lässt aber einige Einträge (Besitzer, Bildstile, Copyright) zu, hier sollte Canon unbedingt bis zu vollen Fernbedienbarkeit nacharbeiten!

Wichtiger aber ist, was die EOS M alles vermag:

1) Insbesondere mit dem flachen EF-M 2.0 22mm überall mithingenommen werden zu können! Mit diesem lichtstarken 35mm KBÄ verfügt man über eine in vielen Situationen gut und völlig ausreichende Ausrüstung für den >slowfotografischen< Einsatz.

2) Hervorragende Clips erstellen zu können, wenn man eine Festbrennweite mit manuellem Fokus oder ein STM Objektiv verwendet, zudem sind externe Mikrophone eine Erweiterung für das Frequenz- und Räumlichkeitsspektrum. Vor allem das EF-S 3.5-5.6 18-135 IS STM ist extrem leise, wenn der AF arbeitet.

3) Per Adapter mit fast allem, was sich Glas nennt, verbunden werden zu können! Zuerst wird man den Mount Adapter EF-EOS M anschaffen, der die Vollfunktion aller EF und EF-S Objektive und Zoome sicherstellt. Sein mitgelieferter Stativanschluss entlastet den Body bei langen oder schweren Brennweiten. Novoflex bietet neben vielen anderen auch einen manuellen Adapter für Minoltas Rokkore.

4) Intuitiv per Touchscreen gesteuert werden zu können! Hat man die Bedienung des Smartphone verinnerlicht, möchte man sie auch an den anderen Kameras nicht mehr vermissen, nicht zuletzt deshalb wirkt die Rückseite der EOS M so aufgeräumt oder besser, mit nur wenigen und wichtigen fünf Knöpfen (Filmstart – Menue – Betrachten=weiter – Set – Info) plus einem Hauptwahlrad ausgestattet. Ideal ist die Bildauslösung per weichem Fingertipp auf den Bildschirm.

5) Gute [auto] Programme sichern die Anwendung, wenn z.B. ohne direkten Blick auf den Kontrollbildschirm, also aus der hoch-oder tief gehaltenen Hand >geschossen< wird. Hier sei erwähnt, dass die Anwendung der beiden neuen Kreativ Programme [Nachtaufnahme ohne Stativ] und [HDR] zu geringerem Rauschen führt, allerdings auch zu einer kleinen Einbuße beim Bildwinkel, weil 4 respektive 3 aufeinander folgende Aufnahmen miteinander verrechnet werden, was zudem einen Augenblick dauert. Zudem hat sich gezeigt, dass im Gegensatz zu meinen VF SLR-Gewohnheiten der Vorwahl in [Av],  [Tv] und [M] das weiterentwickelte Programm [A*]utomatische Motiverkennung durchaus Reize hat, wenn es denn mal schnell gehen und die volle Konzentration der Aufnahme gewidmet werden muss!

Fazit: Als eingefleischter Fan weiter Winkel nutze ich das EF-S 3.5-4.5 10-22mm gerne, wenn es nicht mehr möglich ist, den Standpunkt nach hinten zu verlagern oder eben besonders große und nahe Objekte eingefangen werden sollen, dieses Zoom ist mit 450g zudem gut zu händeln. Ab f15mm gibt es einige Alternativen, jedoch als STM Ausführung bisher nur als EF-M 18-55 sowie EF-S 18-135, beide mit IS. Es scheint, dass die EOS M mit lichtstarken Festbrennweiten (EF-M 2.0 22 SIGMA 1.4 30 EF 2.0 35 EF 1.8 50 EF 1.8 85) bezüglich AF ähnlich wie mit den STM Objektiven gut harmoniert, wenn man bei den EF vom lauteren AF Geräusch absieht. EF und EF-S Zoome mit längerem Faktor resp. Brennweiten über f150mm sind für mich nicht die erste Wahl, zum einen wird die Kombination recht lastig für die linke Hand und zum anderen der AF Betrieb hörbar lauter. Möglich bleibt die stationäre Verwendung mit Auflage oder Stativ, die frühe Entscheidung ist hier richtig!

Nach meiner bisherigen Nutzung halte ich (auch manuell fokussierbare) lichtstarke Festbrennweiten oder STM Objektive für die eigentliche Domäne der EOS M. Mit diesen Objektiven, wie auch dem neuen und für die Lichtstärke unerwartet kleinem EF-M 2.0 22 STM, ist der (zentrale) AF für liveview gut zu beherrschen, eine Ausnahme bildet das ebenfalls kleine, wertige Kitzoom EF-M 18-55mm 1:3.5-5.6 IS STM, dessen Bildqualität wie auch beim EF-M 2/22 und dem EF 2.8/40 STM bereits ab Offenblende überzeugt! Wer viel filmt, sollte sich das EF-S 18-135 IS STM näher anschauen, dessen AF auch nachgeführt sehr leise und dennoch ausreichend schnell korrigiert (Dank an den slowfoto Leser Ecce für die Leihstellung). Lange manuelle Brennweiten erweisen sich aufgelegt oder mit dem Stativ als easy, wenn man mit der Lupe den Fokus einstellt und per Touch Auslöser arbeitet. Am anderen Ende der Brennweiten findet man bei SIGMA ein sehr führiges EX 1:1.4 30mm, das seine Qualitäten am Crop-Sensor auch bei sehr wenig Licht mit voller AF Funktion als Normbrennweite ausspielt, allerdings einer hochpräzisen Fokusierung bei Offenblende bedarf!

Abschließend ein Wort zum Blitz: Das mitgelieferte LZ12 Speedlite 90EX schont mit eigener Stromversorgung (zwei AAAs) den Kameraakku, noch besser ist das LZ 27 Speedlite 270EXII (zwei AAs) mit verstellbarem Reflektor.

Last not least, eine Handschlaufe sichert gegen Fallenlassen, es wäre für die kleine aber ungewöhnlich universell mit vielen (Fremd-) Objektiven kombinierbare Kamera einfach nur zu schade😦 !!!

Hier noch ein paar Gewichte:

M+EF Adapter 400g  + EF-S 18-135 IS STM   900g

EF 16-35 L 730g

SIGMA 30 DC 380g

EF 28-135 IS 622g

EF 70-300 DO IS 700g

EF-S 10-22 450g

EF-S 17-85 IS 530g

EF-S 18-135 IS STM 500g

EF-M 22 STM 135g

EF-M 18-55 IS STM 245g

(c) www.slowfoto.de

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s