Canon EOS 100D – Einstellungen

Tipps zur individuellen Einstellung der EOS 100D

die Kleine unter den Großen
Sie ist die Kleine unter den Großen

Allgemeines

Die EOS 100D ist eine nicht allzu kleine, dennoch gut zu fassende und vor allem sehr leichte digitale Spiegelreflexkamera mit einem Body Gewicht von knapp 420g plus 220g für das neue EF-S 3.5-5.6 18-55mm IS STM Kitzoom, sie stellt mit unter 640g eine der leichtgewichtigsten Kombinationen im dSLR Bereich dar.

Der drei Zoll TFT nimmt bauartlich bedingt einen großen Teil der Rückfläche ein, diese beherbergt 10 Tasten incl. einem Vierweg-Wahlrad, weiterhin sind an der Vorderfront drei und für den rechten Daumen und Zeigefinger weitere sechs Bedienelemente oben versammelt. Ähnlich wie bei der EOS M sind einige Menuepunkte auf dem empfindlichen Touchscreen einzustellen, leider wurde dies weit weniger konsequent verfolgt als bei der EOS M, deren Aufteilung in wenige Bedientasten und mehr auf dem Touchscreen Auswählen resp. Wischen wie beim Smartphone mir letztlich besser gefällt.

Das Sucherbild scheint eine Idee heller als bei den Vorgängern der XXX Serie, hat allerdings weder die Brillianz noch die Güte wie 7D oder Vollformat. Canon schlägt mit dieser Konsumerkamera einen neuen Weg ein, der im völligen Gegensatz zu den großen, robusten und damit schweren Bodies der ein- und zweistelligen Reihen steht, dem z.B. wandernden Amateur damit entgegenkommt oder als Zweitkamera auch dem engagierten Nutzer viele interessante Features bietet: Auffallen wird man mit ihr eher nicht!

Meine Präferenzen

Die EOS 100D bietet den mittlerweile sehr guten [A]utomatik-Modus, der volle Konzentration für die Aufnahmen erlaubt, die INFO Taste zeigt hier (bis zu 2x drücken) allgemeine Kamerainfos und spezifische zum gewählen Modus. Gibt man die EOS 100D so aus der Hand, kann jeder Anwender damit unschwer präzise [auto] Aufnahmen mit hohem Qualitätsanspruch erstellen. Sind Bildergebnisse nach eigenen Vorgaben weniger erfreulich, kann man ebenfalls auf [auto] zurückgreifen und vor allem bei mageren Lichtsituationen gute Ergebnisse auch aus der Hand erzielen, der leichte Spiegel ist dezent im Auslösevorgang, ein Vorteil des Crop Sensors. Das kleine 270EXII Speedlite ermöglicht höhere Reichweiten als der eingebaute Pop-Up Blitz sowie Bouncen gegen helle Decken, weil der Reflektor auch nach oben zu schwenken ist.

Meine bevorzugte Arbeitsweise mit der dSLR ist seit Zeiten des AFpre in der ausschließlichen Verwendung des zentralen Autofokusfeld (schneller Kreuzsensor) bestimmt, für die 100D gilt das genauso: Grob den Ausschnitt festlegen, den Schärfepunkt aufsuchen und per AFpre einstellen, die Bildkomposition optimieren und mit halbgedrücktem Auslöser die Belichtung speichern, ggf. den Ausschnitt oder den AF nochmals anpassen und aufnehmen. Dieses Vorgehen erlaubt auch die Verwendung langer 300mm Brennweiten mit blitzschneller AF Vorwahl über die Sternchentaste wie z.B. mit dem EF 4.5-5.6 70-300 DO IS.

Mit ISO [auto] lassen sich auf einfache Weise gute Ergebnisse erzielen, auch bei kritischen Lichtsituationen. Zur Vermeidung von ausgefransten Überbelichtungen verwende ich i.d.R. 1/2 Blende Unterbelichtung und für getreue Farbwiedergabe entweder den Bildstil Natürlich 0 1 1 0 oder Snapshot, s.u. dazu auch die Individualfunktionen.

Kreativ-Programme und Programm-Automatiken per Drehrad

[M] [Av] [Tv] [P] [auto] [auto ohne Blitz] [CA] [Portrait] [Landschaft] [Nahaufnahme] [Sport] [SCN] – Nacht- oder HDR Programme sucht man vergebens. [CA] bietet eine symbolisierte Möglichkeit, über die Blende den Hintergrund von unscharf (links) nach scharf (rechts) am Balken einzustellen, [SCN] bietet verschiedene Modi auch für z.B. Kinderaufnahmen.

Meine bevorzugten Modi sind [Av] [Tv] und [M] mit Einzelbild und getrennter AF (Sternchentaste) und AE Speicherung (halbgedrückter Auslöser) und Auslösung nach Bildkomposition. Das gilt auch für den Liveview, mit der Ergänzung, dass die Messfeld Vorwahltaste auch gleichzeitig Lupenfunktion für den AF beinhaltet. Auf diese Weise sehe ich als erstes scharf, als zweites komponiere ich den auszubelichteten Bildausschnitt oder auch umgekehrt, denn der Blick auf den 3 Zoll Bildschirm ist eben anders als bei Offenblende durch das Objektiv der SLR, zudem zeigt der Bildschirm die volle Aufnahme, der optische Sucher schneidet ab. Bei wichtigen Details an den Bildrändern bietet die Liveview Aufnahme bereits vor der Auslösung den >vollen< Überblick. Mit per Messwert geänderter integraler Belichtungsmessung entstehen schon in beiden genannten Bildstilen Natürlich resp. Snapshot weitgehend farbtreue Aufnahmen!

Zur Belichtungsmessung ist zu sagen, dass die mittenbetonte – Mehrfeld – Selektiv oder Spot Messung situationsabhängig zu wählen und das Ergebnis der Messung zudem auf dem Livebildschirm zu beurteilen ist, mit der Ausnahme der Helligkeitsverstärkung bei extrem wenig vorhandenem Licht!

Nachentwicklung in der Kamera: Canon bietet wirkungsvolle Korrekturen hinsichtlich Farbfehlern und Vignettierung zu eigenen Objektiven.

Autofunktionen

[A] Das grüne Automatikprogramm erstellt m.E. oft etwas zu helle Bilddateien
[/] Blitz aus eignet sich für alle Aufnahmen wie im Automatikprogramm, wenn der Popup Blitz nicht aufklappen soll
[CA] eignet sich für einige einmalig einstellbare Parameter g.g.ü. [A]
Die Programmautomatiken Porträt – Landschaft – Tulpe – Sport – Kinder sind dem [A]utomatikprogramm untergeordnet
[P] eignet sich für alle einfachen Aufnahmesituationen mit variabler Blende/Zeit Kombination
[Tv] eignet sich für bewegte Motive oder unruhige Situationen (Zeitvorwahl = TimeValue mit z.B. 250sec und kürzer)
[Av] eignet sich für alle statischen Motive in ruhigen Situationen (Blendenvorwahl = ApertureValue mit z.B. F8)
[M] eignet sich für alle manuellen Einstellungen z.B. Nahaufnahmen mit Blitzlicht 1/125sec F19 ISO 100

RAW eignet sich für alle kritische Kontrastsituationen, JPG auch für die AE-Bracketing -2 -0,5 +1 Aufnahmenreihe

C.Fn Individualeinstellungen 

bitte zuerst einstellen, meine präferierten 12345678 -> 10030101

C.FnI  Belichtung 1 -> 1/2 Stufe
C.FnI ISO Erweiterung O ->Aus
C.FnII  Tonwert 0 -> Nicht möglich
C.FnIII AF-Hilfslicht Aussendung 3 -> nur IR-AF- Hilfslicht
C.FnIII AF-Transport Spiegelverigelung 0 -> ausgeschaltet
C.FnIV Operation Auslöser 1 -> AE-Speicherung / AF
C.FnIV Operation Settaste zuordnen 0 -> Schnelleinstellung Bildschirm
C.FnIV Operation Objektiv LCD Display bei Film 1 -> vorheriger Display-Status

Menue für die Kreativprogramme

bitte erst nach den Individualfunktionen einstellen, das Menue ist in den Programmautomatiken reduziert:

Kartei 1
Bildqualität -> L oder RAW
Piep-Ton -> Deaktivieren
Betr/Selbstauslöser -> Einzelbild
Auslöser ohne Karte -> off
Rückschauzeit 2-8sec
Objektiv/Aberrationskorrektur für Originalobjektive anwenden, wenn z.B. DxO nicht zur Verfügung steht
Rote Augen Ein/Aus -> deaktivieren

Kartei 2
Beli.korr/AEB -> 1/2 LW
Blitzsteuerung bietet Steuerungen für den Popup- oder externen Blitz -> al gusto
ISO Auto-Limit -> Max.: 1600
Automat. Belichtungsoptimierung -> off
Weißabgleich -> AWB
Custom WB -> im jeweiligen Bild verändern
WB-Korr.einst. -> 0,0/+-0

Kartei 3
Farbraum -> sRGB
Bildstil -> als Anwenderdefinition Natürlich 0110 oder Snapshot
AF-Betrieb -> ONE SHOT AF
Messmethode -> Mehrfeld oder der Situation anpassen
Staublöschungsdaten laut Handbuch
High ISO Rauschreduzierung -> an oder -> aus, wenn z.B. DxO zur Verfügung steht

Kartei 4
Livebild-Aufnahme -> Aktiv
AF-Methode -> FlexiZoneAF[]
Kontinuierl.AF -> Aktivieren
Touch-Auslöser -> Aktiviert
Gitteranzeige -> Gitter 2
Seitenverhältnis -> 3:2
Messtimer -> 16sec

Kartei 5
betrifft Bildbearbeitung in der Kamera -> al gusto
Rotieren schalte ich aus und rotiere die Kamera

Kartei 6
betrifft die Bildbetrachtung u.a.m. -> al gusto
Histogramm -> RGB
Strg über HDMI -> Aktivieren

Kartei 7
Ordner wählen -> für jedes Shooting einen neuen Ordner
Datei-Nummer -> Reihenaufnahme
Autom. Drehen -> aus s.o.
Karte formatieren -> jede neue SD Karte erst einmal in der verwendeten Kamera formatieren!

Kartei 8
Auto.Abschalten aus -> 30 Sek.
LCD-Helligkeit -> mindestens auf Mitte oder heller
LCD auto aus -> Aktiv
Datum/Zeit/Zone -> präzise einstellen
Sprache -> ebenso
Videosystem -> PAL

Kartei 9
Bildsch.farbe -> 1
Erläuterungen -> Deaktivieren
Touch-Steuerung -> Standard
Schalter []/*Taste -> Deaktiviert
Sensorreinigung -> Auto aktiv und jetzt bzw. manuell nach Bedarf
GPS -> nur mit Zusatzgerät

Kartei 10
Anzeige Zertifizierungs-Logo -> auswählen
Individualfunktionen -> 12345678 -> 10030101
Copyright-Informationen -> eintragen

My Menue Einstellungen

wird später für den Filmmodus fortgesetzt…

Fazit 

Die kleine, leichte und neue EOS 100D bietet als sogenanntes Einstiegsmodell auch dem verwöhnten Engagierten für viele Aufnahmesituationen das, was man so benötigt und einiges mehr. Für reine Actionfotografie, bei der die AF-Schnelligkeit samt rasanter Bildfolge im absoluten Vordergrund steht, gibt es andere Lösungen, ebenso für den dauerhaft harten Alttagseisatz. Für den Slowfotografen ist sie allemal eine angenehme Erscheinung, zudem ist sie mit Utility per Rechner fernbedienbar.

Kritik

Die Umsetzung Touchscreen Bedienung ist m.E. bei der EOS M viel konsequenter gelöst. Mit jeder anderen oder neuen EOS stellt sich für mich die Frage, warum die Menues jedesmal neu und vielfältig anders definiert werden, ohne dass hier eine logische Folge zu erkennen ist. Für den Anwender mehrerer Bodies erschwert dies die Änderung einzelner Parameter ungemein.

bei richtiger Einstellung ein TOP Werkzeug
und bei richtiger Einstellung ein TOP Werkzeug

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