Fotografieren in der zahnärztlichen Praxis

Fotografieren in der zahnärztlichen Praxis – eine Standortbestimmung

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Stellt man die Frage, warum heutzutage Fotografie in der zahnärztlichen Praxis überhaupt und für welche Situationen möglich und sinnvoll oder unabdingbar ist, so wird man von Denjenigen, die nicht fotografieren, vermutlich die folgende Antwort bekommen: Weil ich es noch nie gebraucht habe und auch in Zukunft nicht brauchen werde. Stellt man die Frage nach Röntgen oder dreidimensionalen bildgebenden Verfahren, dann fällt die Antwort differenzierter aus: Röntgen ja, 3D in der Chirurgie bestenfalls. Fragt man den Kieferorthopäden oder Zahntechniker, erfährt man, dass digitale Aufnahmen in der aktuellen Kommunikation einfach zu den Basics gehören: Es gibt praktisch kaum eine Situation, die nicht mit einem Bild einfacher und/oder schneller zu (er)klären wäre, eine gute und vollständige Dokumentation oder ein Gutachten kommen ohne Bilder einfach nicht mehr aus!

Meine Fotografie

Ich fotografiere privat seit 1960, in der Praxis seit 1975, dort zu Beginn mit Diafilm, teilweise auch mit Negativfilm für 10 cm x 15 cm Postkartenformate und seit 1980 auch mit 7,7 cm x 7,7 cm Polaroid Sofortbild Material. Seit 2002 verwende ich jeweils aktuelle digitale Fotoapparate (Nikon 950 / 990 / 4500 – Canon EOS 300D / 350D / 400D / 5D / Powershot D10 – Sanyo Xacti E6 – Canon EOS M) mit verschiedenen Brennweiten und Lichtquellen. Zudem habe ich mich mit einem 3CCD Camcorder beschäftigt, heute kann das jede fullHD fähige SLR/SLM vergleichbar, wenn nicht besser.

Unterschiede

Dentale und allgemeine Fotografie unterscheiden sich wesentlich. Das bedeutet nicht, dass zahnärztliche Fotografie schwieriger ist, im Gegenteil, die Abläufe wiederholen sich hier sogar eher. Während die allgemeine oder auch Freizeitfotografie jeweils bestimmte Anforderungen an den Fotografen und sein Equipment stellt, bedarf es für die indoor und vor allem die intraorale Fotografie besonderer Voraussetzungen. Wer im Urlaub halbwegs gutes Licht respektive Wetter und ein geeignetes Handy hat, kann sogar mit dessen Kamera respektable Aufnahmen erstellen, auch Panoramen sind möglich, weil das aktuelle Smartphone Bilddateien leicht be- und verarbeiten kann. Eine gelungene Abbildung eines Einzelzahnes ist hingegen mit der Handykamera auch auf Grund der eingebauten Optik mit f4 mm Brennweite noch nicht wirklich möglich.

094 Auge_Snapseed PS opt

Kompakte Digitalkameras nehmen i.d.R. im gelben Tulpenprogramm auf, dem Symbol für Nahaufnahmen, ebenfalls gerne bei sehr kurzen weitwinkligen Brennweiten von 6 mm mit den dazu gehörigen Verzeichnungen, der meist seitlich der Objektivachse gelegene Blitz überstrahlt dann in der Nähe und wirft hässliche Schlagschatten, was bei den oft entstandenen Bildern über den Tisch und dann noch mitten in das Gesicht des Gegenübers negativ auffällt. Für zahnmedizinische Aufnahmen sind diese Kameras nur bedingt brauchbar.

Equipment, Sensorgröße und Optik: Was geht gut

In der (zahn)ärztlichen Praxis oder im Labor bedarf es sorgfältig geplanten künstlichen Lichts, sei es als Blitz- oder Dauerlicht. Weiterhin unterscheiden sich die notwendigen Objekte gegenüber denen aus der Freizeitfotografie in ihrer kürzeren Entfernung und geringeren Größe, unendlich kommt sicherlich selten vor und der Horizont bleibt ebenfalls draußen…

Aus der Zeit analogen Filmmaterials (Kleinbild 24 mm x 36 mm) ist das Makroobjektiv mit einer Brennweite von f100 mm Anwendern noch als Goldstandard bekannt. Das trifft bei den heutigen digitalen Spiegelreflexkameras für das gleich große und jetzt sogenannte Vollformat immer noch zu, weil der Sensor die Größe eines Kleinbild – Diapositivs hat. Diese digitalen SLR haben in der Regel größere und schwerere Gehäuse.

Mittlerweile hat sich eine neue mittlere Sensorgröße etabliert, die allgemein nur Crop (to crop = abschneiden) genannt wird. Je nach Hersteller sind die Sensoren etwa 15 mm x 23 mm groß, die Gehäuse sind ebenfalls kleiner und leichter bis etwa hinunter auf 400 g (Canon EOS 100D). Das f 100 mm Makro bildet allerdings auf der kleineren Sensorfläche einen Ausschnitt derart ab, als ob es ein 150/160 mm (Nikon- / Canon-) Objektiv wäre. Um eine kleinbildäquivalente (KBÄ) Brennweite von f 100mm zu erhalten, verwendet man deshalb bei den Crop Kameras ein f 60-70 mm Makroobjektiv, das einem Bildwinkel von rund 100 mm KBÄ entspricht. Letztlich ist noch die gewünschte oder notwendige Entfernung zum Objekt, bei gewünschter gleicher Abbildungsgröße, für die Wahl der Brennweite ausschlaggebend: Der assistierende und stehende Fotograf benötigt beim Blick über die Schulter des Operateurs gerne ein paar Millimeter mehr an Brennweite als der sitzende und selbst fotografierende Behandler…

Für den extremen Weitwinkelbereich sind neue Crop-Objektive bis f8 mm Brennweite erhältlich und damit einem f12/13 mm Objektiv am Vollformat vergleichbar. Diese neuen Gläser sind deutlich kleiner und leichter als diejenigen für das Vollformat, was im Handling eine Erleichterung bedeuten kann. Allerdings muss die durch den weiteren Winkel veränderte Perspektive berücksichtigt werden!

gut ausgeleuchtet

Lichtquellen

Ausreichendes Licht ist wichtig für jede Art der Fotografie, leitet sich doch der Begriff „Fotografie“ aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper“. Der Licht gebende Klassiker für Makro- oder Nahaufnahmen ist auch heute noch ein Ringblitz mit entsprechendem Gewicht für sein Handling, in moderner Ausführung allerdings als Systemblitz mit hochpräziser Steuerung durch die Kameraelektronik, und das auch in abgestufter Kombination mit mehreren Systemblitzen per infrarotem Datenaustausch oder auch per Funk. All diese kameraeigenen Automatiken bleiben bei den gleichbleibend kurzen Abständen für (zahn-) medizinische Aufnahmen ausgeschaltet. Ich arbeite mit meinem Canon-Equipment durchgehend mit manuellen Einstellungen im [M] Programm, ISO 100 oder 200, 1/125sec als Belichtung für Blitzsynchronisation und Blendenwerte von F11 bis F19 je nach objektbedingter Absorption oder Reflektion, mit dem Ringblitz mit mehr Licht von der oberen Röhre, um den Eindruck natürlichen Lichts zu imitieren. Bei den kurzen Objektabständen von 30 bis 40 cm ist der Ringblitz in Abhängigkeit von der Länge des verwendeten Makroobjektivs nicht zwingend nötig, bei einem nur kurzen Glas ist nicht mit Abschattungen zu rechnen, wenn der eingebaute Popup- oder ein Aufsteckblitz verwendet wird.

LED-Ringe von Fremdanbietern bieten Blitz- und Dauerlicht, ohne bisher die präzise Farbe und Intensität der Blitzröhre zu erreichen und zudem unter Verzicht auf Steuerung durch die Kameraelektronik. Aus der Anwendung heraus genügt hingegen oft auch der in vielen Kameras verbaute Ausklappblitz, der sogenannte aufklappende Popup-Blitz mit zentraler Ausleuchtung zur optischen Achse und relativ geringem Abstand zum Kameragehäuse.

Für Kamerabodies ohne diesen Popup Blitz gibt es zudem kleine aufsteckbare Blitzgeräte, die sich unschwer für Nahaufnahmen einsetzen lassen. Für sogenannte Tabletop-Aufnahmen eignen sich kleine Studioblitze mit Halogen Einstelllicht oder entfesselte Systemblitze oder auch Halogenlampen, wenn bei den Letzteren die Lichtfarbe per individuellem Weißabgleich in der Kamera festgehalten ist. Ein Vorteil der konstanten Ausleuchtung ist,  >what you see is what you get<.

Blick- und Lichtführung, Spiegeltechniken

Im Labor oder in der Praxis rangieren die Objektgrößen von der Ganzkörperaufnahme bis zum Einzelzahn, wenn man von der Aufnahme aller oder einzelner Räumlichkeiten für z.B. die Verwendung auf der Homepage oder im Versicherungsfall absieht.  Je kleiner das Objekt,desto schwieriger die Ausleuchtung, vor allem innerhalb der Mundhöhle, weil dort die Lippen und Wangen dem Lichteinfall entgegenstehen.
Lippen- und Wangenhalter gibt es in Unzahl, die Dehnungsfähigkeit entspricht der Problematik bei der Abformung bezüglich Zahnbogen- und Abformlöffelgröße.
Man kann zur Blick- und Lichtführung Spiegel verwenden, wobei man auf Beschlagfreiheit und Hochwertigkeit der sogenannten Vorderglas-Verspiegelung achten sollte, um Doppelbildern vorzubeugen. Allgemein gilt:  je schneller die Bildfolge aufgenommen ist, desto weniger wird der Patient belastet, bei entsprechender Kooperation lässt sich ein Spiegel auch vom Patienten gut halten. Spiegeltechniken, vor allem für die Aufnahmen von Zahnstaten,  bedürfen einer gewissen Technik, man muss dies vorher üben, üben, üben…

Farbmanagement – Bildschirme kalibrieren

Visuell ließ sich ein klassischer Röhrenbildschirm mit Testbildern oder im Vergleich zu einem bereits kalibrierten Bildschirm halbwegs einstellen, Adobe gamma war damals ein kleines Tool, das ab Photoshop 5 mitgeliefert wurde, aber der aktuellen Kolorimetrie weit unterlegen ist und bei TFTs versagt.

Aktuell werden verschiedene Sets mit Messsonde angeboten, sie beinhalten ein Kolorimeter (z.B. Spyder) und eine Software zum Ausmessen und Erstellen von Profilen (z.B. Colorvision): Ergebnis ist ein individuelles Profil passend zum Ausgabegerät Bildschirm, Beamer oder sogar am großen TV Bildschirm.

Zunächst macht man sich zunächst Gedanken über die definitive Aufstellung des Bildschirmes, geeignet sind dunklere Ecken ohne starke und störend spiegelnde Lichtquellen in der Nähe, vor allem wenn sie im Rücken des Betrachters agieren. Nach der Installation der Software beginnt die Kalibrierung Menü geführt, die Messung der Grundfarben Rot – Grün – Blau plus Weiß und Schwarz erfolgt mit dem Kolorimeter auf dem Bildschirm (oder der Leinwand) bis zur Erstellung eines speziell für diese Rechner-Bildschirm (oder -Beamer) Kombination betreffenden Profils, das sinnvollerweise mit Datum und Gerät benannt wird, um nachträgliche Verwechslungen auszuschließen. Dieser erste Zeitaufwand beträgt rund 20 Minuten. Nach- oder Neukalibrierungen für hinzugekommene Ausgabegeräte dauern deutlich kürzer.

Muss es mit einem Kolorimeter sein?

Definitv ja! Jedem neuen Notebook, auch dem MacBookPro und jedem neuen XX Zoll großen TFT habe ich damit zur (nahezu) idealen Farbwiedergabe verholfen. Das Datacolor Spyder4 Elite System ist recht einfach im Handling und sehr präzise, bedenkt man den Anschaffungspreis in der Region eines guten TFT, so lohnt sich der universelle Einsatz eigentlich sofort.

Fazit Farbechtheit

Mit dem SpyderPRO können Notis, TFT-Bildschirme und sogar Beamer schnell und präzise kalibriert werden. Die vergleichbare Bildwiedergabe ist nicht nur für die Betrachtung von Bilddateien wichtig, sondern für jede Form von sinnvoller Bildbearbeitung zwingend notwendig, für den Bildaustausch mit wem auch immer sogar ein Segen. Eine optische und schnelle Kontrolle der Wiedergabequalität kann auch mit Hilfe der Farbtafel PO oder nach Eingewöhnung, mit einer sehr gut bekannten Bilddatei (auch mit Hautfarben) erfolgen. Ich mag kalibrierte Farben bei Wiedergabegeräten nicht mehr missen, wie auch die von mir bevorzugte Einstellung in den Menues der dSLR-Kameras mit Hilfe des >picture style< P-Snapshot – siehe dazu auch:

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/17/picture-style-bildstil-oder-die-unendliche-suche-nach-der-richtigen-farbwiedergabe/

Panorama in Okklusion
Okklusion als Panorama

Ausrüstungen für meine Praxis

Ich bevorzuge eher leichteres und kleineres Fotoequipment, das in einer Hand gehalten werden kann, zudem versuche ich im Sitzen zu fotografieren, wenn es denn möglich ist. Handelt es sich um die einfache und praxisinterne Dokumentation, verwende ich auch gerne und oft eine modifizierte kompakte Kamera mit Live-Bildschirm, trotz aller perspektivischen Verzeichnungen durch die ultrakurzen Brennweiten.

Für eine Aufnahmereihe in mehreren Sitzungen oder eine Publikation nutze ich eine meiner dSLR plus Festbrennweite mit präzise wiederauffindbaren  Einstellungen hinsichtlich der Abbildungsgröße resp. Entfernung als für diese Zwecke besser geeignete Kameraausrüstung. Eine weitere Ergänzung bilden die neuen spiegellosen Systemkameras mit live view Monitor, die sogenannten dSLM (M für mirrorless) mit der Möglichkeit, Wechseloptiken und Systemblitzgeräte wie bei einer Spiegelreflexkamera zu verwenden.

Tipps zur Kaufentscheidung

Wer aktuell in ein Kamerasystem für die Praxis investieren möchte, sollte berücksichtigen,  dass für die Abbildung von Objektgrößen ab etwa 40 mm x 60 mm eine preisgünstige dSLR mit i.d.R. mitgeliefertem Kitzoom-Objektiv samt Popup-Blitz genügt, erhältlich ab wenigen hundert Euro, wenn man nicht gerade das neueste Modell auswählt, bei nach oben nahezu offener Preisskala. Ein ausbaufähiges kleines Set kann aus einer spiegellosen 18 Megapixel (MPI) Systemkamera (ca. 300g) oder einer kleinen dSLR (ca. 400g) plus einem Objektiv mit makrofähiger Brennweite (230g) und einem geeigneten kleinen Systemblitzgerät (ca. 200g) bestehen. Bei einem Gesamtgewicht von ca. 750/850 g wird sich der Investitionaufwand deutlich unter € 1.000.- bewegen, die professionellere Variante beinhaltet einen Kamerabody mit einem Sensor mit weit über 20MPI Auflösung, auch mit Batteriegriff, ein (bei Canon) bildstabilisiertes 100mm Makroobjektiv und einen Ringsystemblitz für zusammen rund € 5.000.- bei dann auch über zwei Kilo Arbeitsgewicht. Man sollte immer vor einem Kauf überlegen und ggf. austesten, was man wirklich braucht und definitiv nicht benötigt.

Das Labor im PC – die exakte Bildwiedergabe – Daten sammeln

Zur Peripherie oder was man sonst noch so neben Kamera, Objektiv und Blitzgerät begehrt, bleibt zu sagen, dass für die Bearbeitung von auch mit den Kameras erstellbaren Videoclips ein leistungsfähiger Rechner vorhanden sein muss, für die allgemeine Foto-Bildbearbeitung genügt ein halbwegs aktueller sogenannter Office PC oder Mac mit dann aber farbkalibriertem Monitor, eine für jede Bildbearbeitung (wie beim digitalen Röntgenbild) notwendige Investition: Wie im vergangenen Kapitel dargestellt, wird mit Hilfe einer speziellen Fotozelle als Messgerät samt spezifischen farbigen Bildbeispielen wird eine neue Steuerungsdatei für die Grafikkarte im PC, Mac oder Notebook erzeugt, die die Farben weitgehend naturgetreu auf dem Bildschirm wiedergibt. Wichtig ist zudem, dass der Zahntechniker einen gleichermaßen kalibrierten Monitor verwendet. So lassen sich Gespräche nicht nur über Zahnformen, sondern auch -farben ungemein leichter führen…

Zur Speicherung der Bilddateien gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, mit ebensolchem differierenden Kosten- und Zeitaufwand. Die Speicherkarte sollte nicht langsamer als die durch die Kamera vorgegebene Bildfolge sein, fullHD Clips erfordern z.B. sehr schnelle Karten. Legt man Wert auf die sofortige Übertragung der Bilddatei auf den Rechner, ist die Eye-Fi Karte gefragt.

Archiv: In der Praxis verwende ich den Window Explorer und lege Jahr für Jahr neue Verzeichnisse für jeden Patienten mit seinem Namen an, als Beispiel:

>DUCK Donald< im Ordner >2013 Praxis Aufnahmen<, weil man sich an das Jahr einer bestimmten Behandlung relativ schnell erinnern kann. In Unterordnern der namentlichen Verzeichnisse werden nach Bedarf weitere Unterscheidungen getroffen und zudem alle Schriftstücke nach Datum, als Beispiel wie folgt >2013-04-25-xxxxx.doc< abgelegt! Die Window Suchfunktion hilft dann weiter, wenn mal die Erinnerung trügt. Zudem gibt es thematische Ordner für andere Verwendungen wie Publikationen aller Art.

Für den Versand rechne ich mit entsprechend geeigneter Software die Größen der Bilddateien herunter auf eine Dateigröße von max. 250KB und eine Auflösung von 1.500 mal 1.000 Pixel. Dazu bewährt hat sich bei mir seit Jahren die kostenlose Freeware Traumflieger-Online-Picture TOP (siehe Links) mit der zusätzlichen Möglichkeit einer entsprechenden Signatur; schneller geht es kaum. Für eine in der Praxis notwendige Bildbearbeitung wie crop & straighten, Röntgen Bilder optimieren u.v.a.m. verwende ich NIK Snapseed (€ 10.-). Auch hierfür gibt es Freeware-Alternativen wie Irfanview oder Picasa, um nur zwei anzuführen. Wer den Willen zu mehr und die Zeit dafür aufwenden mag, kann auch mit Adobes Lightroom oder Photoshop Suiten & Co arbeiten.

EOS M mit 60er Makro rechts, Kit-Zomm mit 4 Dioptrien links
EOS M mit 60er Makro rechts 760g, mit Kit-Zomm mit 4 Dioptrien links 550g, plus 200g mit dem EX270EXII Blitz

Meine Ausrüstung für die Praxis mit Stand 8/2013:

Für alles, was nur dokumentarisch wichtig ist und wenn es sehr schnell gehen muss:

SANYO Xacti E6 mit abgeklebtem Blitz. Diese kompakte Digitalkamera ist leider (!) nicht mehr im Handel erhältlich und ein äquivalentes Nachfolgemodell – auch von einem anderen Hersteller – bisher von keinem mir bekannten Anwender identifiziert worden!

Für alles, was wichtig ist und auch veröffentlicht werden kann oder soll und auch in mehreren Sitzungen identische Abbildungsgrößen liefert:
CANON EOS 100D (oder andere Crop Sensor Modelle) mit EF-S 60mm macro und Popup-Blitz oder CANON EOS M mit EF-M Adapter und mit EF-S 60mm macro und dem Speedlite 270EXII (auch für die 100D statt dem Popup-Blitz im Einsatz), die EOS M mit LED Leuchte oder OP Licht auch für fullHD-Videoclips unter Verwendung von den zwei bisher von mir erworbenen STM Objektiven (2/22 oder 18-55) für die EOS M.

Canon EOS 100 mit EF-S 60 macro sowie EF-S 18-55 IS STM
EOS 100 mit EF-S 60 macro rechts 765g, mit Kit-Zoom EF-S 18-55 IS STM links 650g

Für alles Wichtige, was mit dem Vollformatsensor zu erstellen ist:
CANON EOS 5D (oder jeden andere Kamera mit Vollformatsensor) mit EF 2.5 50 macro oder EF 2.8 100mm macro und dem CANON Macro Ring Lite MR-14EX oder dem kleinen Speedlite 270EXII oder auch einer kleinen Studioblitzanlage, die ich mir vor zwei Jahren als „nice to have“ für die Erweiterung meiner fotografischen Aufgaben in der Praxis gekauft habe.

Für meine Entscheidung für Canon als Kamera-Objektiv-System war maßgeblich, dass ich mich schon 1987 mit Canons Einführung des damals neuen EF (electronic focus) Bajonetts für diese Produkte entschieden habe und dabei geblieben bin, siehe dazu auch:

http://www.ef-objektive.de/

Jede Entscheidung für Kameras und Objektive aller anderen Mitbewerber ist aber selbstverständlich genauso richtig!

Betonen möchte ich in diesem Zusammenhang noch zwei aus meiner Sicht wesentliche Aspekte bei aller Technikverliebtheit, zu der wir Zahnmediziner doch einen gewissen Drang haben:

  1. Wenn man mit den Ausgaben haushalten will, lohnt sich eher eine Investition in hochwertige und langlebige Objektive, der dazugehörige Kamerabody kann ruhig ein paar Modellstufen älter (und damit langsamer) sein, was für Blitzaufnahmen eine untergeordnete Bedeutung hat.
  2. Ein „gutes Bild“ entsteht letztlich immer durch den „Kopf“ hinter dem Fotoapparat, das gilt gleichermaßen für künstlerisch als auch technisch wertige Bilder.

 Fazit:

Spiegellose Systemkamera Canon EOS M mit dem EF-M 18-55mm 1:3.5-5.6 IS STM bei Brennweite f55mm plus Nahlinse +4 Dioptrien für Nahaufnahmen (für Objektivdurchmesser 43mm) bis Abbildungsgröße 60x40mm (ohne Nahlinse bis Abbildungsgröße 93x62mm) plus Canon Systemblitzgerät Speedlite 270EXII plus Halteschlaufe am linken Knopf der EOS M für die linke Hand bei 740g Gesamtgewicht, mit folgenden Kamera Einstellungen:

[M]-Programm – ISO 100 – Verschlusszeit 1/125sec – Blende F 11 – zentrales Autofokusfeld aktiv – bedienbar über Sternchentaste und gedrückt halten bis grüner Autofokus-Kasten sichtbar, dann auslösen: Vorteile dieser Kombination sind ein relativ geringes Gewicht, das Beibehalten einer für uns Zahnmediziner gewohnten Nähe zum Patienten in Verbindung mit einer deutlich imponierenden Tiefenschärfe.

Eine Alternative ist die Canon EOS M mit dem EF-S 60mm 1:2.8 macro USM plus Adapter EF-EOS M, geeignet für Nahaufnahmen bis Abbildungsgröße 21x14mm plus Canon Speedlite 270EXII plus Halteschlaufe am linken Knopf der EOS M für die linke Hand bei 960g Gesamtgewicht, mit Einstellungen wie vor.

Wer die Mehrkosten nicht scheut, sollte zum 60er Makro greifen in Verbindung mit beispielsweise der neuen, nur 400g schweren und sehr kleinen digitalen Spiegelreflexkamera EOS 100D; eingespart wird bei der Kombination der nur für die EOS M notwendige 100g schwere Adapter EF-EOS M. Die EOS 100D bietet vergleichbare liveview Eigenschaften wie die EOS M plus die weiteren Vorteile einer dSLR.

In meinem Blog zu „slowfoto.de“ findet sich unter anderem eine ständig aktualisierte Sammlung von Links zu für mich interessanten Internetseiten wie auch Begriffen rund um die Fotografie:

Linksammlung: https://slowfoto.wordpress.com/2013/08/19/faqs-fotografische-links/

Glossar: https://slowfoto.wordpress.com/2013/08/19/faqs-fotografisches-glossar/

Bildbeispiele

Abbisstellung
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Front geschlossen
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OK Aufsicht mit Spiegel
OK Aufsicht im Spiegel von cranial
UK Aufsicht mit Spiegel
UK Aufsicht im Spiegel von cranial
OK ohne Spiegel
OK Aufsicht ohne Spiegel
UK ohne Spiegel
UK Aufsicht ohne Spiegel
Seitenzähne rechts
Seitenzähne rechts für Panorama
Frontzähne pano
Frontzähne für Panorama
Seitenzähne links pano
Seitenzähne links für Panorama

Dr. Peter Paul ZEHNER, Alsfeld

 (c) www.slowfoto.de

Download des Originalartikels aus dem Niedersächsischen Zahnärzteblatt 10/2013  hier:

Fotografieren-Zehner-NZB_10_2013

qrcode NZB

 

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