FAQs: Fischaugen Panoramen leicht gemacht

Frage: Ich möchte mit einem Fischaugenobjektiv zu guten Panoramen kommen, wie geht das?

Im ersten Teil wurde über die Erstellung von Panoramen mit >normalen< Objektiven berichtet. Dieser Folgebeitrag befasst sich mit Panoramen unter Verwendung eines 8mm Fisheye (Samyang/walimex 3.5 8mm FISH EYE CS EOS) am Crop Sensor. Für die Verrechnung dient wiederum das freie Autostitch Programm  Hugin mit der Ausnahme, dass Bilddateien der Canon EOS M mit dem genannten Fischauge nur händisch gestitcht werden können, bei geforderten 15 Kontrollpunkten je zwei benachbarter Aufnahmen eine längere Beschäftigung als mit dem Assistenten Auto CPFind. Also habe ich mal die gute alte EOS 300D montiert und fleißig geklickt, es geht hier ja nicht um Actionaufnahmen, sondern um an ein Stativ gebundene Slowfotografie im Sinne des Wortes🙂

EOS M mit walimex 3.5 8mm Fischauge
EOS M mit walimex 3.5 8mm Fischauge

Die EOS M wird mit dem stabilisierten EF-M 11-22 im Sinne des leichten Gepäcks per modifizierten Senkblei am Objektiv i.V.m. der Libelle im Blitzschuh ohne Stativ verwendet. Das erfordert etwas Umdenken, entspricht aber genau der Stativverwendung, um das man als Anwender ja ebenfalls herumlaufen  muss! Zum Stitchen diese horizontalen Panoramen genügt Canons eigenes Photostitch.

EOS M mit EF-M 11-22 IS STM und Senkblei Bändel
EOS M mit EF-M 11-22 IS STM und Senkblei Bändel am Nodalpunkt

A&O der Vorbereitung korrekter Aufnahmen ist die Justage der Kamera-Objektiv Kombination auf dem Panorama Teller. Bei dessen Anschaffung sollte die Verschiebemöglichkeit auf beiden Schienen (horizontal wie vertikal) ebenso beachtet werden wie das Gewicht und die Größe der zu verwendenten Kamera, leichtere und kleinere Kameras sind ebenso geeignet wie kleinere aber stabilere Montagen. Wie gewohnt, habe ich erstmal mit vorhandenem Gerät und der Bauanleitung von Stefan Gross den Traumflieger Selbstbau Panoramakopf geschraubt und justiert, wobei unbedingt die präzise Positionierung des Objektivs immer wieder kontrolliert werden muss.  Diesen Panoramakopf zum Selbstbau und viele weitere nützliche Tipps zur Panoramafotografie findet man wie viele andere nützliche Praxistipps beim Traumflieger! Ein Vorteil z.B des manuellen Samyang Fischaugenobjektivs  ist, der goldene Ring um die Frontlinse ist exakt die Ebene, die mit der Stativ (=Dreh-) achse in Einklang gebracht werden muss, korrekt als No Parallaxe Point anstelle Nodalpunkt bezeichnet.

EOS 300D auf Selbstbau Panoramateller
EOS 300D mit Blitz und Fischauge auf dem Selbstbau Panoramateller
Set demontiert
Set demontiert

Es funzt und es funzt sehr gut,  wenngleich auch der Profi in der täglichen Verwendung stabiler investieren wird! Mir geht es erstmal um den Weg, mit dem Ziel ordentlicher Panoramen. Als relativ günstiges Objektiv steht das koreanische und manuelle 8mm Fischauge mit unterschiedlichen Anschlüssen zur Verfügung, es sei denn man bevorzugt originale Optiken. Rechnet man die aufgezeigte Kombination zusammen, so kann man mit unter € 500.- starten, ein wenig handwerkliches Geschick vorausgesetzt.

Panorama Set indoor
Panorama Set indoor
Panoramaset outdoor
Panorama Set outdoor

Eigene Tipps zum Vorgehen

1) Draussen beginnen: Grundsätzlich sollte man soviel wie möglich Abstand zu den nähesten Objekten im Bildaufbau halten, je näher die Distanz, desto kritischer wirken sich Fehler in der Parallaxe oder bezüglich des nicht ganz präzise gewählten Nodalpunkt aus. Wiese vorn und kleine Büsche in der Mitte und der Wald im Hintergrund sind deshalb zum Start ein idealerer Bildaufbau als (m)ein kleines Büro :-)

2) Zur berührungsfreien Auslösung verwende ich Canons RC6 Infrarot Fernbedienung oder auch nur die hochempfindliche EOS M Touchscreen Auslösung.

3) Kamera: Im [M]anuellen Programm ist zuvor der ISO Wert situationsbedingt auf vorhandenes Licht einzustellen, ebenso der [WB] Abgleich vor allem indoor und bei Kunstlicht oder gleich [flash] bei der unterstützenden Verwendung eines Speedlites. Die Belichtung sollte eher knapp als zu großzügig ausfallen, JPG Aufnahmen sind bei niedriger ISO Empfindlichkeit durchaus in den Schattenbereichen aufzuhellen, überbelichtete Partien ermöglichen das nur i.V. mit RAW-Dateien. In Räumen verwende ich längere Verschlusszeiten (z.B. 1/10sec), um das vorhandene Licht wirken zu lassen, auch in Verbindung mit einem zusätzlichen Blitzlicht, im Freien entsprechend kürzere je nach vorhandenem Licht.

4) Objektiv: Blende manuell auf F8 und die Entfernung blendenbezogen auf kurz vor unendlich (= hyperfokale Distanz für möglichst große Schärfentiefenbereiche ab ca. 1m bis unendlich), diese Einstellungen kann man fixieren oder regelmäßig überprüfen.

5) Diese Bilddateien lassen sich nun mit der Freeware Hugin  (Einstellung Fischauge kreisförmig Brennweite 8mm) bis hin zu sogenannten Kugelpanoramen verrechnen, mehr dazu im dritten Beitrag!

6)  Als Tipp für Anfänger gilt, nicht gleich mit kritischen Lichtverhältnissen und im kleinen Innenraum mit vielen nahen und entfernten Flächen sowie Gegenständen und mit Vollkreispanoramen zu laborieren, sondern zunächst 2 oder 3 Hochformataufnahmen in der mittel- und hintergründigen Natur zu stitchen und je nach Erfolg sich danach erst weiteren Winkelgraden zu widmen. Gleiches gilt für komplette Kugelpanoramen mit 6 horizontalen, 6 weiteren 45 Grad nach oben Aufnahmen und einer finalen in die Senkrechte! Langsame Schritte bringen weniger Frust😦

7) Der andere Weg ist der gewählte: Man plant Zeit, ist mit den Bordmitteln zugange, montiert recht präzise, denkt über Blitzlicht nach und betrachtet dann das eigene Arbeitszimmer durch das Fischauge:

i bin der Foddograf und da bin i dahaam
i bin der Slowfoddograaf un da bin i dahaam

Bilddaten:

– Kamera: EOS 300D auf Selbstbau mit
– Cullmann Nanomax 200T indoor mit Lisa Kugelkopf oder
– togopod Lisa outdoor ohne Schnellmontageplatte
– Novoflex Panoramateller, darauf
– Traumflieger Makro Flash Kit Montagewinkel daran
– einen noname Montageschlitten plus
– Cullmann Minikugelkopf CB2 für den
– Blitz: matt abgeklebtes Speedlite 420EX
– Objektiv: walimex pro FISH EYE CS EOS 3.5 8mm
– Programm: [M] min. 6 Aufnahmen in Folge für 360 Grad
– Blende: F8-11 variiert nach vorhandenem Licht
– Belichtungszeit: 1/10sec für viel Restlicht
– ausgelöst mit Canon RC6 Remote
– Empfindlichkeit: [ISO 100]
– WB: [flash]
– Brennweite: 8mm entspricht 13mm KBÄ
– Entfernung: hyperfokal 3m-unendlich manuell
– Belichtungsmessart: Mehrfeld vorher gemittelte Testaufnahmen
– Bildstil: Natürlich
– Bilderbearbeitung:  ooc – Hugin auto – final TOP

oder ganz einfach:

:-)
🙂

© slowfoto.de

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