FAQs: Vollformat ade?

für ein Bild reichen auch Farbe, Leinwand und Pinsel und Genialität
für so ein Bild reichen auch Farbe, Leinwand, Pinsel und Genialität

Frage: Kann man nach dem Rückgang der Verkaufszahlen der dSLR und deren Steigerung bei den Spiegellosen mit Crop Sensor von einem Paradigmenwechsel sprechen?

slowfoto: Ich sehe es pragmatisch, ist der Markt mit dSLR gesättigt und bringen die Kamerahersteller ein mittlerweile nicht mehr ganz neues System wie die Spiegellosen heraus, ändern die Anwender ihr Kaufverhalten. Und die dazugehörigen Rezensionen sind wie Meinungen, oft nach der Devise, was man nicht kennt das braucht man auch nicht.

Tests wie aus der heise Redaktion sind zwar vergleichbar, aber die alltägliche und vom Benutzer definierte Anwendung ist doch etwas anderes, zudem traue ich mir eigene Beurteilungen zu. Als ein Beispiel dazu sehe den aktuellen heise Test des EF-M 55-200 IS STM, trotz eher negativer Bewertung durch die Redaktion kann ich dieser unauffälligen Plastikröhre auch im direkten Vergleich zum EF 4 70-200 L IS viel abgewinnen, nur der Preis ärgert mich langsam, vor allem, wenn man ihr diese Plastizität schon äußerlich ansieht! Und letztlich lese ich viel lieber Langzeitbeurteilungen von intensiven Anwendern, deren eigene und fundierte Positionierung mir bekannt ist.

Was ich von einer Kamera erwarte, so weit es überhaupt möglich ist:

1) gute Aufnahmen auch in schwierigen Lichtsituationen – wenn man sich mit Aufnahmen bei genügend Licht beschränkt, reicht m.E. heute ein Händy ab zB dem iPhone 4S! Sogenannte Kompakte interessieren mich seit der wasserdichten PowerShot D10 mit dem Blitz oberhalb der Objektivachse nicht mehr,

2) gute Betrachtung der Aufnahmesituation – die langsame EOS 300D mit den Folgemodellen 400D mit Sensorreinigung resp. 450D mit live view bis hin zur winzigen 1000D haben mich auf Grund der Miniatursucher nicht mehr interessiert, als ich zum erstenmal durch den Sucher einer EOS 5D geschaut habe, ein großes TTL- Sucherbild wie aus Zeiten der KB Diafotografie gewohnt!

3) gute Anwendbarkeit der gebotenen Technik – AF Vorfokussierung und Sensorreinigung, HDR und Nachtaufnahme ohne Stativ, auch in Verbindung mit live view sind bildgestalterische Features, die ich nicht mehr vermissen möchte, auch WLAN basierte Händybetrachtung und -fernbedienung bieten noch mehr Freiheiten, ebenso wie Steuereinheiten für externes Blitzen u.v.a.m.

4) Aussehen, Gewicht und Preis im guten Verhältnis – immer dabei ist aktuell die kleine EOS M mit meinen Einstellungen, dies gilt auch für Clips, die sich am besten mit den neuen STM Linsen aufnehmen lassen. Und auf besondere Anwendungen warten sowohl die alte, langsame 300D, für Kugelpanoramen montiert wie auch die 5D,  für SW optimiert, die 40D, wenn es denn mal flott gehen muss und die 5D² für alle Anwendungen mit möglichst hoher Bildqualität.

Was kommt noch? Ich lassen mich gerne überraschen! Man wird sehen, ob die derzeitige Photokina wirkliche Neuerungen zeigt oder nur die jährlichen Updates ibs. in der Programmaustattung und Prozessorleistung. Ordentliche Aufnahmen kann man jedoch sowohl mit vielen alten Objektiven, aber auch auch mit technisch veralteten Kameras erstellen. Wenn die neuen Bodies dann noch mehr Rauscharmut bieten würden🙂 Nach den positiven Erfahrungen mit der EOS M liebäugele ich mit einer Spiegellosen im Vollformat.

Was mich betrifft, so möchte ich dem Betrachter noch ansprechendere und interessantere Bilder bieten, aber ganz ehrlich, ich fotografiere ja auch für mich selbst, denn was ich einmal festgehalten habe, daran kann ich mich i.d.R. und hoffentlich noch lange erinnern…

© slowfoto.de

2 Gedanken zu „FAQs: Vollformat ade?

  1. Interessanter Artikel und wirklich ein aktuelles Thema und Problem. Wir stellen die 5D gerade auch öfters in Frage. Der typische Vollformatlook hat schon was und wir sind immer wieder erstaunt wie viel besser die 5D bei 100% Zoom aussieht als eine APS-C-Kamera. Aber schaut man sich die Bilder immer auf 100% an? In der Regel nicht. Braucht man also immer die Schärfe und Auflösung? Für die meisten Sachen (in der Regel viele Sachen fürs Web) reicht dann doch eine 550d oder sogar eine Micro4/3. Kollegen von uns hat kürzlich eine Phase-One im Studio, dagegen sieht dann eine 5D auch alt aus.

    Wir verwenden die 5DMK3 meistens zum Filmen und dann auch nur als B-Kamera, die Videoqualität ist 2014 leider nicht mehr State of the Art. Zusätzlich haben wir aber noch eine Olympus OM-D E10 und eine spiegellose Kamera ist oft ein Segen. Man ist einfach deutlich unauffälliger und die OMD macht sehr gute Filmaufnahmen.

    Die Sony A7S vereint ja beide Welten (Vollformat und Spiegellos) und wird von vielen sehr gelobt. Sind noch am überlegen, ob wir Canon den Rücken kehren sollen und auf Sony umzusteigen. Leider haben wir bereits sehr viel Geld in Objektive und Zubehör investiert.

    Sind auf jeden Fall gespannt, wie sich hier der Markt weiterentwickelt.

  2. Danke Josef für diese sachlichen Infos, wo Eure Anwendung im Vordergrund steht: Mit dem 300km/h Porsche im Stau ist eben auch nur im Stau🙂
    Ich bin seit zwei Jahren angetaner Anhänger meiner spiegellosen EOS-M und deren leichter kleiner Gläser: Platzsparend und unauffällig, zudem ordentliche Resultate, was brauche ich mehr unterwegs?

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