2000 bis 2015: Aufnahmeformate

Aufnahmeformate im Wandel der Zeit

In der Malerei hat schon immer das Ausgabemedium (Leinwand – Kirchenkuppel) die Bildgröße bestimmt, losgelöst von der damit untergeordneten Objektgröße.

In der Fotografie besteht durch die Verwendung von Objektiven und lichtempfindlichen planen Aufnahmeträgern eine Normierung, in der Gründerzeit durch die Größe der verwendeten Platten (um 1850 Daguerreotypie sog. Mammutformat 24x34cm) und zu Zeiten der Rollfilme (um 1900 sog. Mittelformat 6×9 resp. 6x6cm) mehrfach gößer als nach Einführung des doppelseitig perforierten Kinofilmes (1913 sog. Leica Format 24x36mm). Ein Grund für die erstaunliche Dauerhaftigkeit des Kleinbildformats über rund 80 Jahre liegt möglicherweise in einer Erkenntnis, die schon Oskar Barnack aus Berechnungen zum Auflösungsvermögen des menschlichen Auges gewonnen hatte: Die optimale Bildgröße für fotografischen Film liegt demnach bei 22 mm × 33 mm. (Zitat Wikipedia s.o.)

Mit der Einführung (2000) von lichtempfindlichen Sensoren in die sog. kompakte Digitalfotografie wurden 3 zu 4 Formate angewendet und folgten damit der weitverbreiteten Monitor Bildwiedergabe, die auch dem angebotenen Fernsehformat entsprach. Die ersten digitalen Spiegelreflexkameras hatten hingegen (Crop-) Sensoren im 2 zu 3 Format, 24x36mm als digitale Sensorgröße wird nunmehr Vollformat genannt. 2015 erscheint der erste VF-Sensor mit über 50 Millionen Pixel auf dem Markt, die halb so großen Crop-Sensoren bieten nun rund 25 MPI.

Meine erste digitale Fuji 10d hatte 2000 einen  <1 MPI 3:4 Sensor mit 1024×768 Bildpunkten. 2001 folgte die Nikon 990 mit >3MPI und 2048×1536 Bildpunkten: Sie war die erste digitale Kamera die mich out of box und lange zufrieden stellte, bis 2005 die Cropformat dSLR EOS 300D mit über 6MPI die Vorgänger D30/60 und 10D ablöste.

Mit der vollformatigen 2:3 Sensorgröße von fast 13 MPI wuchs 2006 nicht nur die Größe, sondern auch das Gewicht der Kamera (800g EOS 5D plus 700g Kit Zoom 24-105). Begeistert hat mich bis heute das große und helle Sucherbild wie bei den alten analogen SLR.

Für das klassische und mit 95% aller georderten Prints meist verbreitete Papierbild (sog. Postkarte 10x15cm) genügen etwa 2MPI! Mit rund 60 Grad (KBÄ) horizontalem Bildwinkel und 2448×3264 Bildpunkten >liefert< der winzige Sensor in aktuellen Smartphones eine Auflösung von knapp 8MPI mit nach oben offener Skala bis 20MPI. Mit der integrierten und einem horizontalen Video ähnlichen Panoramafunktion lässt sich das Format auf 2352×10800 Bildpunkte, also einem maximalen horizontalen Bildwinkel von rund 200 Grad >aufweiten<: Auf diese Weise lassen sich heute im Hochformat viele Objekte deutlich einfacher fotografisch einfangen, man kann auch die Bildbreite beliebig kürzen:

xxx
2000 60 Grad Blick auf den Rosengarten von Montan (I) aus – Fuji 10d
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2015 200 Grad Blick auf das Allgäu von Scheidegg (D) aus – iPhone 4s

Wer draussen viel fotografiert, erkennt immer wieder bestimmte Blickwinkel gerne…

© slowfoto.de

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