ECO oder VIP?

Fahr- und Nutzungsbericht LAIKA Ecovip 309 auf FIAT Ducato Basis

 

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gemeinsam unter Campern

Im vergangenen Jahr haben wir ein Wohnmobil gekauft, nach fünf Jahren Suche und mehreren Anmietungen samt Aufenthalten auf Campingplätzen, einmal auch im sog. Mobilhome und einmal im Bungalow. Mittlerweile sind wir fast 8tKm und zwei halbe Saisons weiter, die Anschaffung aus dem damals verfügbaren Angebot des http://www.ernst-caravan.de und Freizeitzentrum in Ettenheim haben wir (noch) nicht bereut: Wir wollten ein Modell mit speziellem Wandaufbau wie bei HYMER oder der zum gleichnamigen Konzern gehörenden italienischen Marke LAIKA, mit Längsbetten im Fond und großer Garage für Fahrräder, Tisch und Stühlen. Eine Hilfe dazu war auch der Bericht in promobil http://www.promobil.de/test/supercheck-laika-ecovip-309-urlaub-auf-Italienisch-6491764.html .

Trotz unserer vorherrschenden Vorliebe für >darf es etwas weniger sein< blieben wir also bei 6,99m Länge und 3.850 Kg Maximalgewicht dank luftgefederter Goldschmitt Unterstützung für die Hinterachse hängen, um den 150PS Vortrieb des 2,3 Liter 4-Zylinder Dieselmotors mit 360Nm bei 1.600U/min sicherer auf der Piste zu halten. Zudem ist eine Anfahrts- und eine zusätzliche Traktionshilfe per Taste zuschaltbar. Meine vorherige Zurückhaltung bezüglich des Frontantriebs reduzierte sich nach einer Probefahrt mit Stern und Heckantrieb sowohl hinsichtlich Motorlauf als auch der Getriebeautomatik, und nach den bisher gefahrenen Langstrecken kann ich diese Entscheidung nur unterstreichen: Unser Ducato benötigt 9,7l Diesel pro 100km über die gesamte Distanz, kaum Öl und fährt sich bei 80/100kmh GPS (Straße/Autobahn) entspannt und vor allem sehr leise. Die Automatik schaltet, geruhsame Fahrweise vorausgesetzt, ab 2.000U/min hoch und bergab unter Last selbstständig recht früh zurück, so dass ein sehr gleichförmiges Pilotieren ganz ohne spürbare Schaltfunktionen erfolgt, ein zuschaltender oder konstanter Vierradantrieb ist zumindest auf asphaltierten Strassen und festen Wegen nicht zwingend erforderlich. Man sollte allerdings bei der Beladung gut aufpassen und keinesfalls mit vollem Tank, Frischwasser- und Abwasserbehälter steile Pässe (Lechtal, Timmelsjoch & Co) insbesondere hinabfahren wollen, was aber grundsätzlich für alle schweren Kfz gilt!

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einsam im Hochland

Positiv: Weil nur teilintegriert, sind unfallbedingte Austauschteile an der großen Fahrkabine relativ günstige Originalware, wie ein Frontscheibenschaden wegen Steinschlag zeigte, es waren €750.- zu zahlen. Für uns ist die Fiat Kabine groß genug, der enorme Stauraum aufgeräumt, die Vordersitze sind vorzüglich und bequem ausgeformt und bieten auf langen Strecken viel Komfort samt Verstellbarkeit und am Abend zwei gemütliche Sitzplätze, der Tisch dazu ist per Knopfdruck in alle Richtungen zu verschieben. Die Zusatzheizung unter dem Fahrersitz ist effektiv, die manuelle Kühlung per Ventilator oder Zuwärme gut zu regeln, die Seitenfenster sind leise und zugfrei zu öffnen bzw. (teil)offen zu fahren. Der Laika bietet kein Luxusinterieur einer Nobelkarosse, sondern ist ein ab Werk gut und intelligent ausgestatteter Reisebus.

Wir nutzen die Dusche als Kleiderschrank mit einer zusätzlichen Teleskopstange oben, die Duschwanne unten als große Ablage, die Kochplatten lieber draußen im Freien (GAZ 3Liter Kartusche mit direkt aufgeschraubtem Brenner plus sehr gut beschichteter Allesi Pfanne mit beidseitigen Griffen s.a. http://www.amazon.de/Campingaz-31483-Campingkocher-Super-Carena/dp/B0002DF17W/ref=pd_sim_200_4?ie=UTF8&refRID=0KH8NZ7JW8TZQK1A8NK5 – den Regler braucht es nicht!) und dafür innen eine Krups Nespresso für den kleinen oder langen Schwarzen, ein preiswerter Luxus im Vergleich zur innländisch gebotenen Kaffeeszene, wenn man vom unvergleichlichen Angebot südlicher Länder mit 1€ = 1 Espresso absieht. Der bemängelt nur 100l kleine Kühlschrank reicht uns für den regelmäßigen frischen Einkauf völlig aus, wir bevorzugen sowieso regionale Produkte und benötigen außer Mineralwasser wenig Vorräte…

Der beidseitige Zugang zur Garage ist sehr groß und praktisch, die Kunststoff Boden(bade)wanne einfach ausspülbar, 220kg trägt der Hilfsrahmen und das Heck bleibt damit Fahrradträger frei, basta, elastische Körbe helfen bei der Ordnung. Eine 220 Volt plus eine 12 Volt Dauerstrom führende Steckdose wünsche ich mir noch.

der Weg ist das Ziel
der Weg ist das Ziel

Über die Truma Heizung lässt sich nur positiv berichten, zumal sie mit Ventilator in Maximalstellung ohne Heizung zusätzlich eine enorme Durchlüftung ermöglicht.

Kritik: Die Längsbetten sind nicht die häusliche Königsklasse mit 90x200er Matratzen, in Fahrtrichtung links sollte die beste aller Beifahrerinnen nicht länger als 175cm sein resp. rechts der Fahrer nicht mehr als 185cm aufweisen, ansonsten schläft es sich wirklich gut, aber etwas weit entfernt um Gute Nacht zu sagen. Man kann das Mittelteil noch zu einem dritten Schlafplatz ergänzen, oder den Tisch zu einem vierten, was wir zu zweit ja nicht benötigen.

An sich wollten wir die dunkle Holzimitat Austattung, wie sie die hervorragend ausgeleuchtete Präsentation der Laika Webseite und das Prospekt zeigen, in der eher düsteren Wirklichkeit beeinflusst die hellere Farbe die Stimmung vorteilhafter, schade drum, aber es ist so! Die aufgehängten (Über-) Gardinen sind Relikte aus der Gelsenkirchner Barockzeit und wurden flugs abgenommen und nur teilweise ersetzt, hier differiert unser Geschmack deutlich, die hellen Bezugsstoffe hingegen sind stofflich wertig und ebenso verarbeitet. Ganz daneben ist der aus gleichem Material bestehende aber in der Funktion eher schlichte Vorhang im Fahrhaus, einmal verkürzt er den Blick und zweitens sind präzise ansteckbare Formteile zur Front- und Seitenscheiben Abdeckung idealer, sie können zudem auf dem Hubbett unschwer aufbewahrt werden: Über den Geschmack lässt sich vortrefflich streiten, über die Funktion hingegen nicht – Tipp http://www.schlanser.ch/catalog/product_info.php?info=p63701_thermomatte-fiat-ducato.html&amp;XTCsid=ij1srubaolrkbr94n1658s4v92

Zusammenfassung: Der Ecovip ist weder wirklich eco noch vip, sondern ein in sich funktionell gelungen gestylter Camper (europäisch für Wohnmobil), dessen optische Ausmaße eher einen höheren Treibstoffverbrauch vermuten lassen – innen lebt es sich für zwei Personen sehr gut, mit kleinen Kindern und dem Hubbett sicher ebenso, getestet haben wir das aus Altersgründen nicht. Die 150PS Automatik Motorisierung ist für beschauliches und ökonomisches Reisen ausgelegt, wenn Beschleunigen oder Überholen angesagt ist, wirkt der kraftvolle Vierzylinder ab 1.500 U/min auch im 6.Gang unangestrengt, hohe Drehzahlen >3.000/min erreicht man ja nur beim Bergabfahren im notwendigerweise kleinen Gang – was will man mehr? Reisen statt Rasen sagte der freundliche und geduldige und immer top informierte und informierende Berater und Geschäftsführer Alexander Ernst!

yyy
allein unter Gleichen

© slowfoto.de

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