Canon EOS M3 – erste Eindrücke

Ein erster Vergleich:

Nach bald drei erfreulichen Jahren mit der EOS M, i.V.m. den drei bildstabilisierten M Zoomen 11-22 18-55 55-200 und dem lichtstarken M 2.0 22 STM und vielen anderen EF sowie EF-S sowie Samyang, Sigma und schließlich Minolta Rokkoren mit dem jeweiligen Mount Adapter, habe ich die mittlerweile nicht mehr ganz taufrische EOS M3 zu einem ausführlichen Test erhalten.

von oben
von oben

An sich ein Grund zur Freude, denn wirklich neuen Ideen oder Produkten stehe ich neugierig im Sinne des Wortes gegenüber, weshalb der Test zunächst ein ganz persönlicher Vergleich alt (EOS M) gegen neu (EOS M3) ist.

von vorn
von vorn

Pro EOS M:

Sie ist in meinen Augen eine ausgesprochen elegante und haptisch kleine Kamera ohne Ecken oder Kanten, die der Hand schmeichelt. Die Bedienung ist entweder (auto) mit Motiverkennung und damit hinreichend auch für nur >Knipser< ausgelegt, aber auch der ambitionierte Anwender findet in den gelungenen und bei Canon zum ersten Mal konsequent Bildschirm geführten Menüs, wenn man ein Smartphone kennt und mag, jede Menge an Einstellungen und Wahlmöglichkeiten für manuelle Eingriffe. Oder anders ausgedrückt, das Handling ist, einmal mit dieser neuen Strukturen vertraut, recht einfach und schnell zu bewerkstelligen. Entgegen vielen Veröffentlichungen ist der AF, und das von Anfang an, schneller als der im Live View einer EOS 5D II, also ausreichend und vor allem präzise für slowfotografische Motive. Vom Design her wie in der mechanischen Ausstattung ist die EOS M eher schnörkelos konzipiert, sie verzichtet auf einen integrierten Blitz, an dessen Stelle das sehr ordentliche Stereo Mikrofon plaziert ist.

Contra EOS M:

Bauartlich bedingt fehlt der optische Sucher, bei vollem Licht von hinten wird es manchmal etwas kritisch, ebenfalls bei über Kopf oder Bodenaufnahmen, weil der Kontrollbildschirm fest eingebaut ist. Etwas Abhilfe schafft hier die Erhöhung der Helligkeit der Anzeige respektive die kleine RC6 Fernauslösung. Zudem lassen sich über Kopf Aufnahmen, wie bei der dSLR auch, durchaus ohne direkte Sicht erstellen, Weitwinkel Objektive vorausgesetzt. Der AF ist für präzise Nachführung oder Sport definitiv nicht geeignet, dafür gibt es schnelleres Gerät auch mit höherer Bildrate als 4F/s! Fernaufnahmen mit Utility funktionieren trotz anders lautendem Bericht in der Bedienungsanleitung nicht.

Pro EOS M3:

Sie ist etwas größer als die EOS M und liegt mit dem kleinen Wulst für Mittel- und Ringfinger deutlich sicherer in der rechten Hand, auch die rückwärtige Daumenauflage trägt dazu bei. Canon hat die Menüführung durch drei Drehräder auf der Kamera geteilt, horizontal die Programmwahl (11) und Belichtungskorrektur (-3 bis +3 in Drittelschritten) für den Daumen und um den Auslöser ein endlos Rädchen für den Zeigefinger, um Blenden- oder Zeitwerte auf dem Display einzustellen oder in der Bildbetrachtung zu springen. Die rückwärtige Wippe ist links oben um ein 4. Knöpfchen mit Stern zum manuellen AF Set ergänzt, rechts oben kann der Bildschirm mit der 5/10-fach Lupe zur Kontrolle bedient werden. Die EOS M3 richtet sich eher an den aktiven Fotografen, der gerne eigene Einstellungen händisch vornimmt, so kann die M-Fn Taste z.B. mit der Fokus Nachführung belegt werden, igs. lassen sich drei Tasten programmieren. Zudem ist der elektronische Aufstecksucher EVF-DC1 eine hervorragende Ergänzung zum Bildschirm resp. die WIFI Option zur Kamera Fernbedienung mit dem Android Smartphone, Fernaufnahmen mit dem iPhone funktionieren leider nicht!

Contra EOS M3:

Die eher kantige Gehäuseform wirkt an manchen Stellen aufgesetzt wie z.B.  an der Daumenauflage. Der nach unten im Winkel verstellbare und nach oben klappbare Bildschirm wirkt nicht wie für die Ewigkeit gebaut, das gleiche gilt für den weit heraus springenden eingebauten Blitz. Der AF erscheint mir nicht wirklich schneller als bei der EOS M mit meinen Einstellungen, die Präzision ist vergleichbar hoch.

von hinten
von hinten

Erstes und kurzes Fazit:

Der Design Enthusiast freut sich über den aufgeräumten und elegant geformten 299g Body der EOS M und findet die einstellbaren technischen Werte mit dem Tipp- und Wischfinger in den Bildschirm Menüs. Der optisch kleinere 3Zoll Bildschirm bietet eine 4,4 x 6,4cm Anzeige. Die mit dem Sternchensymbol am rückseitigen Rad vorfokussierten Aufnahmen eher ruhiger Motive sind in den Programmen P Tv Av M untadelig bis hin zu genialen Nachtaufnahmen ohne Stativ. Das Auslesegeräusch ist leiser, die Akkulaufzeit länger.

Der versierte Fotograf freut sich über die dSLR ähnliche Bedienung des 365g Bodies der EOS M3 mit der 4,3 x 6,3cm Anzeige auf dem etwas größeren und weithin verstellbaren 3Zoll Bildschirm. Der schnelle Zugriff in die Einstellungen und Menüs erfolgt über eindeutig definierte Drehrädchen und bezeichnete Köpfchen. Die vielen Optionen bei der Aufnahme, auch mit elektronischem Sucher oder über WLAN Steuerung, kommen einer vergleichbaren dSLR Nutzung sehr nahe. Das Auslösegeräusch ist lauter, die Akkulaufzeit kürzer.

von unten
von unten

©slowfoto.de

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