Canon EOS M3 – der elektronische Sucher EVF-DC1

Electronic Viewfinder EVF-DC1

der neue eFinder und der alte Optische
der neue elektronische und der alte optische Angle Finder

Der erste von Canon angebotene elektronische Sucher passt auf die EOS M3 und ergänzt den rückwärtigen 3„Kontrollbildschirm der Kamera, er ist auch an den Canon G1X II resp. G3x verwendbar. Beim Aufschieben ist dieser zierliche eSucher über eine Kontaktleiste im vorderen Teil des Blitzschuhs mit der Kamera per fixierendem Klick verbunden und verfügt über einen UNLOCK Knopf zum Abnehmen. Ein Schalter links ermöglicht den Wechselbetrieb eFinder oder Kameradisplay und ein Dioptrien Rädchen die Nutzung ohne Brille. Links neben der Einblicklupe ist der Sensor zur automatischen Umschaltung, wenn sich das Auge oder z.B. der Finger nähert, beim Stativbetrieb kann so die Wiedergabe per aufgelegtem Deckelchen unterbrochen werden. Mit etwa 40g trägt der eFinder nicht zur Kopflastigkeit der Kamera bei. War schon das dicke Telezoom EF 70-300 DO IS an der EOS M mit zwei haltenden Händen kein wirkliches Kinderspiel ohne weitere Auflage, so stabil gestaltet sich mit dem eSucher dessen Nutzung, weil wie bei der dSLR eine dritte knöcherne Abstützung im Gesicht hinzukommt, sei es über der Augenhöhle bei horizontalem und unterhalb derselben bei vertikalem Einblick!

der Kleine - 40g leicht
der Kleine – 40g leicht

Was gefällt:

Der leichte und im nutzbaren Winkel bis zum senkrechten Einblick bietende eSucher gibt das Aufnahmeformat 2:3 ganz wieder mit kleinen mittelgrauen Streifen am oberen und unteren Bildrand, im Format 4:3 wird die Wiedergabefläche vollständig genutzt. Der wechselnde Blick vom INFO-Bildschirm zum live Sucher ist zudem möglich. Das Dioptrienrädchen hat eine präzis rastende Mittenstellung, die es dem Brillenträger erlaubt, den Blick von Sucherbildschirm zur Sucherlupe auch mit der Brille zu verändern. Für durchgängiges und brillenloses Arbeiten mit dem Viewfinder kann die passende Dioptrien Einstellung genutzt werden.

Was gefällt nicht: 

Es bestehen gewisse Farbdifferenzen und ein kleiner Verlust an Details in der Wiedergabe, so dass die diesbezügliche Beurteilung vor oder nach der Aufnahme auf dem großen rückwärtigen Display deutlich präziser ist. Trotz einer Pixeldichte von 2,4 Mio. ist die Betrachtung zunächst gewöhnungsbedürftig, was vor allem auf die sehr kurze Entfernung Auge zum Mäusekino zurückzuführen ist. Auch der Unterschied zum optischen Canon Angle Finder C ist eklatant, ebenso bei dessem Gewicht von 122g!

Fazit:

Wer gerne mit langen Brennweiten oder auf dem Stativ arbeitet, bekommt mit der Anschaffung des EVF-DC1 eine veritable Hilfe zu bequemeren Aufnahmen. Zudem bietet dieser unauffällig kleine eSucher bei allen Brennweiten Vorteile hinsichtlich störendem Lichteinfall auf dem Kameramonitor. Für die Nutzung der EOS M3 als einziger Kamera ist er m.E. unverzichtbar.

im Vergleich
oben EOS M3 eFinder 70-200 L IS und unten EOS M 70-300 DO IS

©slowfoto.de

Ergänzende Antworten auf die beiden unten gestellten Fragen von Dr. Lutz Riefenstahl:

Zur Frage 1:

Den E-Sucher war ich schon aus Zeiten der Panasonic CCCD Videocam gewöhnt, parallel zum Klappdisplay. Mittlerweile sind die Auflösungen um ein Vielfaches gestiegen und damit die Darstellungen gut bis sehr gut geworden. Dennoch mag ich beide Sucher (elektronisch und optisch) nicht miteinander vergleichen, sie ergänzen sich hingegen vorteilhaft. Eine Mattscheibe mit Schnittbild zur Entfernungseinstellung war für mich immer ideal, heute ist es der zentrale AF-Sensor. Live View: Geradezu ideal finde ich das fullHD Display des iPhone 6+ als fotografischem Sucher, bisher das Beste das ich kenne. EOS M und M3 bieten (wie sicher viele andere Spiegellose) ein brillantes 3“`Display, mit den bekannten Problemen bei Licht von hinten. Nicht nur das ist der Zeitpunkt für den eSucher, der für die EOS M3 besonders zierlich und leicht ausfällt, bei anderen Kameras oft schon eingebaut ist und damit nicht extra erworben werden muss.

Zur Frage 2:

Die Darstellung im eSucher ist das volle Sucherbild des TFT – bei 3:2 mit den erwähnten kleinen grauen Streifen oben und unten, bei 4:3 ohne. Die Schärfentiefe lässt sich abschätzen, was m.E. auf dem TFT einfacher ist und für Offenblende an der dSLR sowieso. Die Restlichtverstärkung ist enorm wie auf dem TFT auch, mit dem -3 bis +3 Rädchen auf der rechten Kameraoberseite lassen sich gezielte Belichtungen einstellen, was ich an der EOS M auch per ISO Verschiebung realisiere.

Der eSucher zeigt parallel zum TFT alle Infos, mit Ausnahme des Auswahlbildschirms samt direktem Zugriff per touch:

Infotaste 1x gedrückt zeigt in Beiden nur das AF Feld, 2x gedrückt den Auswahlbildschirm auf dem TFT und im eSucher wie 1x, 3x gedrückt in Beiden alle erdenklichen Infos (von rechts oben gegen den Uhrzeigersinn) wie Restaufnahmezeit und Filmqualität, Bildanzahl frei und -qualität, Akkuladung und Programm, Blitzstatus und Belichtungsmessart, AWB und Bildstil, Touch on/off und Belichtungskorrektur, ISO und Lupe und nach erfolgtem AF pre nur noch die Bildanzahl frei und die Belichtungsmessart, die Zeit und Blende sowie die Belichtungskorrektur und den ISO Wert, 4x gedrückt kommt noch die Wasserwaage (farbig mit rot grün Anzeige) und das Histogramm (sw oder RGB). Nach Drücken der Lupentaste (x5 oder x10) zeigt sich in entsprechender Vergrößerung in gewähltem rot – gelb – blau per MF Peaking der scharf gestellte Bereich.

Fazit:

Alle Parameter sind anzeigbar und glücklicherweise auch zur gezielten Bildgestaltung zu reduzieren, sowohl auf dem TFT als auch im eSucher. Sind die Lichtverhältnisse halbwegs gleich, kann ich zunächst gut austesten und dann fotografieren, bei unterschiedlichem und wechselnden Lichtern mag ich die Automatiken.  War der Aufstecksucher bei meiner ersten Contax SLR noch Pflicht, um überhaupt etwas sehen zu können, so ist er für die EOS M3 eine veritable Erweiterung.

©slowfoto.de

3 Gedanken zu „Canon EOS M3 – der elektronische Sucher EVF-DC1

  1. Vielen Dank für diesen Überblick aus Sicht eines Anwenders, der bisher optische Sucher oder nur das Display gewohnt war!

    Zwei Fragen:
    Wo siehst Du den Vorteil dieses E-Suchers gegenüber einem optischen Sucher?
    Bietet dieser E-Sucher an der M3 auch die Bandbreite der Möglichkeiten eines elektronischen Suchers wie z.B. Restlichtverstärkung, Darstellung des Sucherbildes mit den eingestellten Belichtungsparametern (Schärfentiefe bzw. Tiefenschärfe; gezielte Über-/Unterbelichtung; Bildaufbau bei Langzeitbelichtung u.a.m.)?

  2. Herzlichen Dank über die umfangreichen und ergänzenden Informationen zum eSucher, der allein damit aus meiner Sicht die EOS M3 gegenüber der EOS M deutlich aufwertet

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s