FAQs: wieviele Pixel und welche Sensorgrößen sind richtig?

Frage zur DigiCam: Sensorgröße und Megapixel, was ist sinnvoll?

Bayer Matrix RGB

Antwort: Das hängt von der Anwendung ab und selbst da gibt es mehrere Möglichkeiten, grob gesagt, je kürzer die Distanz, desto kleiner kann der Sensor (und die Brennweite) sein, je größer der Sensor (für die Luftaufklärung) desto länger die mögliche Distanz und die Brennweite, hinzu kommt noch die Pixelanzahl und deren jeweilige Größe und die verwendete Prozessortechnik mit der Software. Alles klar? Wichtig ist wie immer, der Anwender muss genau wissen was er benötigt und mehr braucht er nicht! Mein folgender Versuch einer Antwort ist sehr persönlich geprägt und beruht auf digital fotografischen Erfahrungen seit 2000 und anstelle von erklärenden Aufnahmen habe ich wegen der Trockenheit des Textes ein paar Jokes platziert 🙂  

Rauchen find` ich gut (war mal in der Tabakwerbung)

2014 hatten in Deutschland mehr als ¾ aller Haushalte zwei Digitalkameras, 2015 wurden rund 3,4 Millionen Geräte verkauft zum durchschnittlichen Stückpreis von knapp über €300. Grob gesagt kann man 3 Geräteklassen unterscheiden:

Smartphone Kameras (ca. 12MPI)
Kompakte Kameras (ca. 12-25 MPI)
System Kameras mit Wechselobjektiven mit Spiegel (Crop bis ca. 25 MPI)
System Kameras mit Wechselobjektiven ohne Spiegel (Crop + 3zu4 bis ca. 25 MPI)
System Kameras mit Wechselobjektiven mit Spiegel (VF ca. 20 bis 50 MPI)
System Kameras mit Wechselobjektiven ohne Spiegel (VF ca. 20 bis 30 MPI)

Für mich stehen 3 Systeme im Vordergrund:
das immer dabei Handy mit vorzugsweise mehr als einer Festbrennweite,
die Crop Kamera mit (dSLR) oder ohne Spiegel (SLM) und
die vollformatige dSLR mit oder ohne Spiegel (SLM)

Zum Smartphone: die (auch noch einigermaßen) aktuelle Generation der Handys bietet mit 12MPI und einer lichtstarken Brennweite (1.8/4mm => 28mm KBÄ) für viele Situationen sehr gut ausreichende Bilddateien bis zu DIN A4 Druck. Klasse ist der möglichst große >what you see is what you get< Live View Monitor, weitere Vorteile sind die unzähligen [APP]s, Nachteile finden sich im (nur digitalen) Telebereich und bei wenig Licht. Wer sich intensiver mit der Entwicklung des iPhone 11 in Richtung Deep Fusion, Night Mode und Smart HRD als Novum beschäftigen will, findet hier ausführliche Bildbeispiele samt Infos: Die Bild-Analyse und Rechenarbeit beginnt bereits VOR der Aufnahme, und nicht wie bei den Motiv-Programmen wie [HDR] oder [Nachtaufnahme ohne Stativ] der Canon EOS M ff. erst nach dem Klick, will heißen, die iPhones sind den >echten< Kameras um Meilen voraus!

Vorsicht Wildwechsel

Zu den kompakten Kameras: sie stellen für mich, von einer wasserdichten Action resp. Body, Dash oder Drohnen Cam mal abgesehen, keine bemerkenswerten Alternativen für das Fotografieren aus der Hand mehr dar. Zudem sind mir viele x-fachen Zoomobjektive optisch zu sehr fehlerbehaftet und fest montierte halt nicht wechselbar, hier gilt vor dem Kauf sehr kritisch zu prüfen, ob die Werbung nicht mehr verspricht als die Kamera liefert! Anders ist es beim Video: eine aktuelle Produktion ohne weitwinklige Drohnen Perspektive ist fast undenkbar, sie hat ja auch einen besonderen Reiz vor allem bei Landschaften!

Zu den Kameras mit Wechseloptiken: Systemkameras werden seit vielen Jahren als dSLR (mit Klappspiegel) und als zierlicheres Four-Thirds System spiegellos, dafür mit interner Stabilisierung per Sensor angeboten. Das sog. Crop-Format hat wohl die weiteste Verbreitung gefunden, wobei die guten Crop Optiken leider nicht wirklich kleiner, leichter oder etwa kostengünstiger geworden sind, zudem sind sie bauartlich nicht für VF-Bajonette geeignet, da sie weiter nach hinten in die Kamera bauen und den Spiegelschlag behindern würden. Eine Ausnahme bieten z.B. die spiegellosen VF Canon R und RP, die wegen des von 42 auf 20mm verkürzten Auflagemaßes für R- Objektive am EF-EOS R Adapter alles mit EF oder EFS Bajonett akzeptiert, was aber schon für die Crop EOS M mit jeweiligen Adaptern für viele Fremdoptiken galt!

Zur Pixelanzahl gilt: 8MPI reichen für Ausdrucke bis zu 20x30cm (DIN A4 mit 300dpi), 4MPI für 13x18cm (DIN A5) und 2MPI immer noch für 10x15cm (Postkarte). Viele Pixel (>20MPI) rauschen früher aber weil feinkörniger auch dezenter sichtbar, Abhilfe schafft bereits ein kleineres Bildformat als L(arge) bereits in der Kamera, mit ca. 16MPI ist man ausreichend versorgt, ab 20MPI sollte der Fokus so gut wie möglich sitzen und die Hand so ruhig wie ein Stativ sein, vorausgesetzt die verwendete Optik löst mit min. 20MPI (max. 30) auf. Der gute alte analoge FUJI Velvia 50 KB-Diafilm konnte 80 Linien pro mm darstellen, ein gleich großer VF Sensor benötigt dafür knapp 90 MPI, darauf können wir noch einige Zeit warten! Canon hat für die 50MPI Sensoren der EOS 5DS eine klare Vorgabe an sinnvollen Optiken herausgegeben, an die man sich tunlichst halten sollte. Im Zweifelsfall hilft auch hier ein kleineres Speicherformat als L bereits in der Kamera. Für die spiegellose VF R-Serie gilt grundsätzlich das kurze Auflagemaß mit 20mm anstelle der 42mm bei der dSLR, was einen weiteren Vorteil für das auf den Sensor fallende Licht hinsichtlich kleinerem Streukreis bedeutet: eine lichtstarke Festbrennweite (1.8 35mm IS) liegt dann aber auch schon bei ca. €500.-

Zum Kauf: Wichtig ist erstmal die Entscheidung, was brauche ich nicht! Wer mit 2 oder 3 Festbrennweiten (SWW – WW – kurzes Tele) zurecht kommt, ist mit einem Smartphone gut versorgt und genießt den wohl besten Live View Sucher überhaupt. Wer Wechseloptiken will, sollte sich überlegen, ob der Stabilisator schon in der Kamera (und dort immer) arbeitet oder für jedes Objektiv erneut (mit)gekauft werden muss, bewegte Motive werden damit auch nicht schärfer abgebildet, zudem sind die Four-Third Gläser kleiner und leichter, die neuen Canon R-Objektive hingegen nicht und zudem teuer, wie auch die Versionen II resp. III der bisherigen EF L Brennweiten. Jede Markenbindung hat Vor+Nachteile und gute Aufnahmen entstehen zunächst im Kopf und erst dann in der Kamera, will sagen, man kann mit allen guten Gerätschaften aussageträchtige Fotos machen… meine letzte Erwerbung ist die sehr lange erwartete und spiegellose Vollformatkamera EOS RP mit elektronischem Sucher und höchst universellem Bajonett, d.h. die Spielwiese ist also wieder offen 🙂 zumal für die hauseigenen Objektive optische Korrekturen bereits in der Kamera angewendet werden können und der Sensor je nach Anspruch zur Bildgröße mit 26MPI (L) oder 12 MPI (M) oder 10MPI (EF-S) auslesbar ist! Schon schön aber keinesfalls zwingend notwendig 🙂 Fazit: ältere Kameras und einfachere, aber gute oder gebrauchte Objektive helfen Geld zu sparen und machen genauso viel Freude beim Fotografieren. Dem Bild ist es völlig egal, womit es aufgenommen wurde. Stabilisierte Objektive bieten ruhige Sucherbilder, kosten mehr Geld und sind schwerer, zudem verbrauchen sie Strom, Smartfones auch und haben Stabis mindestens für Videos. Ab dem iPhone 11 gibt es bahnbrechende Neuerungen: das finale Bild entsteht schon vor der Aufnahme 🙂

my10cents

(c) slowfoto.de

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