Toskana – endlich wieder reisen!

14 Tage in Tonda – wiedergefunden

Tonda ist unser Domizil, wir waren wie vor über 10 Jahren hier in einer modern ausgestatteten Wohnung mit kleinen Fenstern, denn der alte Bauernort mit damals 350 Einwohnern und deren Vieh im Erdgeschoß wurde vor 50 Jahren von Hapimag historisch korrekt wieder aufgebaut. Heute urlauben hier bei Vollbelegung 180 Partner, mit Außenschwimmbecken, Tennisplatz, großem gemeinsamen Garten und neuem Restaurant, dessen moderner Baustil vor 10 Jahren in neuen ca. 40qm de luxe Einraumwohnungen mit Balkon oder Terrasse fortgesetzt wurde: Die Anlage ist hochkarätig, liegt abseits wie die nahen Dörfer auch und damit sehr ruhig, bietet idealen Ausgang für Ausflüge und Wanderwege oder Einkauf vor Ort und in der näheren Umgebung. Wir haben u.a. die folgenden alphabetisch angeführten Orte aufgesucht, dazu eine Galerie von knapp 60 vorab ausgesuchten Fotografien, deren gemeinsame Auswahl dem Verlauf unserer Reise angepasst ist und wie der begleitende Text ausschließlich unsere persönlichen Eindrücke wiedergibt: 

Castelfalfi ist als Golfdorf fest in indischer Hand, 2 riesige Hotels, viele Appartements oder Reihenhäuslein, auch leerstehend, im Ort gibt es ein Restaurant und eine Bar mit gemeinsamem und schönen Garten samt Baumbestand, wir genießen einen Rundgang mit Blick auf den riesigen Golfplatz

Castelfiorentino ist Verkehrsmittelpunkt als Bahnhof und riesigem Wochenmarkt mit wohlfeilen Angeboten aller Art, aber auch mit einer wuseligen Kolonie von Bibern, Enten und Ratten unter der Brücke  

Certaldo hat den für uns schönsten COOP FI unten in der Stadt und oben (C-Alto) eine vollständig erhaltene Altstadt als Art Straßendorf, mit der Kirche am östlichen und einem Restaurant mit tollem Garten am westlichen Ende, wir haben die Vorbereitungen für ein Straßenfest miterlebt 

Colle di Val d`Elsa enttäuscht, hier ist die Zeit stehen geblieben, vieles ist renovierungsbedürftig oder steht zum Verkauf, der Glanz aus der Arnolfo Zeit war einmal, das Lokal ist weg, dafür Parken ohne Gebühr, weil die Einwohner auch nur außerhalb der Altstadt parken können

Empoli mit Wochenmarkt auf dem zentralen Parkplatz, ein großer Rundgang durch die Altstadt mit tollen Geschäften

Gambassi Terme hat den herrschaftlichen Park sozialisiert, die Therme ist außerhalb des Ortes, der Ort hat Reiz ibs. auch wegen der Hanglage und dem üblichen Wochenmarkt wie anderswo auch

Greve hat sich gut gehalten, mit vielen Besuchern ist das Zentrum stark touristisch, Montagliaris Restaurant und die Enotek Vignamaggio waren geschlossen, Castello di Uzzano gehört jetzt Adidas, die Weinboutique Verrazano war geöffnet

Montaione bietet einen fast quadratischen Wochenmarkt auf dem zentralen Parkplatz und eine eher kleine und winkelige Altstadt, einen guten COOP und die externe Tankstelle mit feinem Restaurant und PKW Waschanlage

Rosignano und Cecina haben wir per traumhafter Rundstrecke von Sughera aus Richtung Meer aufgesucht, teils mit Schotter, durchweg mit kurvigen Motorradstraßen und weiten Aussichten in die Landschaften mit unendlichen Feldern: Ein Eis im mondänen Hafen von Rosignano, einen Café an der klassischen Hafenbar von Cecina

San Gimignano ist schon schön und prall voll mit Touris, aber wir sind ja auch welche, wir waren sowohl solo dort und auch geführt mit herrlicher Wanderung: die mittelalterliche Geschichte ist grausam, ganz Italien scheint damals zerstritten, man hat sich gewaltig bekriegt und in der Stadt untereinander ebenfalls, es ist nur gut dass es heute anders ist! Schön sind die kleinen Geschäfte, in denen auch die Einheimischen einkaufen, der Abstecher zum Weingut San Donato ist es wert, auch wegen der tollen Ausblicke und nicht nur, weil wir die Weine mögen

San Miniato hat einen kleinen übersichtlichen Wochenmarkt, es sind ja immer wieder die gleichen Händler mit den Lieferwägen samt riesigen ausfahrbaren Dachkonstruktionen, die vielfältige Ware sehr günstig anbieten, oft auch wertige regionale Kleidung, toll der Blick vom Torre über Stadt und Land

Siena haben wir mit dem Zug von Castelfiorentina aus erreicht, per zig Rolltreppen sind wir hoch durch den modernen Einkaufsmarkt zum nördlichen Einstieg in die Hauptmeile Via Camollina und langsam bis zum Campo gelaufen, danach weiter um viele historische Ecken, leben wollte wir hier nicht wirklich, gezielt einkaufen eher, man muss ja auch was mit nachhause bringen 🙂

Sughera bietet Aussteigern und Einheimischen wie Gästen viel Landschaft und eine hervorragende Ziegenmilch Käserei, die es uns angetan hat

Vinci lohnt nicht nur zu Fuß, die längliche Altstadt bietet Aussichten und viele schöne Winkel innerhalb der Stadtmauer und einen dem Meister gewidmeten Kreisverkehr

Volterra ist eine Empfehlung für sich, klasse Geschäfte und Restaurants, wir freuen uns auf einen weiteren Besuch mit mehr Zeit

FAZIT: bemerkenswert ist die Disziplin der Italiener, die z.T. auch im Freien Masken tragen und sorgfältig beachten bzw. warten, wenn der Zugang zum kleinen Geschäft auf 1 Person beschränkt ist, und das ist sehr oft der Fall. Viele Bars oder Geschäfte sind platt, man findet >se vendi< in der Menge. Grundsätzlich ist die Freundlichkeit resp. Hilfsbereitschaft groß, ein alter Herr hat uns, weil wir zweimal nach Navi falsch gefahren und wegen der innerorts gesperrten Straße ein Schild >tutte directione< übersehen haben, einfach angehalten und gesten- wie wortreich den richtigen Weg erklärt, und die Ausführung sogar überwacht, am ersten Tag hatte uns der Besitzer der automatischen Tanke beim >voll tanken< geholfen! In der Anlage grüßen die Gärtner, Hausdamen und -meister, Beschäftigte im Service sind emotional und speditiv dabei. Schön bei Hapimag ist das gehobene Niveau der Einrichtungen, klasse Betten und ibs. hier wieder die Sauberkeit in der Wohnung und die Pflege der Anlage! Das Umweltbewusstsein außer Haus ist hingegen nicht wirklich ideal ist, die Berufsjäger hinterlassen ihre Patronenhülsen wo der Schuss gefallen ist, und die Jagd des Vorausfahrenden auf der Straße ist wie in meiner ersten Südtirol Erinnerung von 1970, es muss einfach überholt werden 😦 Nebeneffekt der in der Schweiz und Italien geltenden Tempolimits: unser Verbrauch liegt auf dem bisher niedrigsten Niveau aller Fahrten, der kontinuierliche Verkehrsfluss ist geradezu ideal dafür, der Verkehrsdichte angepasst finde ich variable Limits auf Autobahnen richtig, ebenso 100km/h auf breiten Bundesstrassen, auf kleinen Landstrassen reichen 80km/h und in Ortschaften außer Durchgangstrassen genügen 30km/h ibs. im Kreisverkehr und vor allem zur Vermeidung schwerer Personenschäden.

Was auffällt, sind geografische Weiten, riesige Weinberge, oft mit neuer Gestaltung der Wirtschaftswege, so dass der Vollernter die Trauben ansaugen und anschließend dem Laster weitergeben kann, der sofort ins Weingut fährt, das Lesegut ist ja verletzt, es gibt noch viele Weingüter, die >Lese von Hand< auf dem Etikett notieren. Ebenso groß erscheinen Äcker, die gigantische Höhenunterschiede aufweisen und damit sicherlich nicht einfach in der Bodenbearbeitung sind. Die Mischwälder, meist privat gekennzeichnet und für die Jagd genutzt, sind allen Anschein nach top gesund, auch wenn es monatelang nicht regnet, am Morgen ist die Natur feucht, Baumsterben wie in den Nadel Monokulturen vom Harz oder Schwarzwald haben wir nicht beobachtet.  

Viele Landschaften und kleine Strassen sind abwechslungsreich, die Tage mit Sonne warm, nach Sonnenuntergang wird es spürbar kalt und in den Nächten auch sehr frisch, die Ruhe hier ist toll, selbst die Tauben turteln ohne üblichen Krach wie zuhause am Bodensee, man kann weit wandern außer Privato und in Jagdarealen, es wird dort viel geschossen, vor allen zum Wochenende, die Speisekarten zeugen vom Wild 🙂 Parken in Ortschaften ist frei oder kostengünstig, die COOP-FI Märkte sind oft klasse, man muss sowieso zum Einkauf fahren! Zum Verkehr: Jeder fährt und überholt, wann wie wo er will, teils bedenklich, das nichts passiert, ist nur der oft geringen Verkehrsdichte zuzuschreiben, innerorts ist man geduldiger, vielleicht wegen der Zuschauer? Im Winter werden manche Strassen laut Aussage weder geräumt noch gestreut, dann soll es oft auch recht problematisch sein. Mit wenig Geld in der Tasche kann man die Wochenmärkte gut nutzen, das andere Preisniveau ist wie zuhause. Es wird viel, auch am Samstag gearbeitet, oft wohl auch schwarz und das ist bei 22% MwSt. (k)ein Problem. Die Proteste gegen den Green Pass sind zwar heftig, Dragi will aber hart bleiben, Portugal hat mittlerweile in €uropa die höchste Impfquote mit einem Ex General als Leitung, es geht wohl auch anders als mit knapp unter 70% bisher Geimpften in D: wie kann man diesem Virus dauerhaft anders als mit Impfung begegnen? Für seine Verbreitung sorgt der Sorglose oder Ungeimpfte von alleine… wir stehen vor 3xG geimpft, mit dem mRNA Impfstoff, der aktuell seine Wirksamkeit gegenüber den weitest verbreiteten Tot-Impfstoffen klar bewiesen hat! Mit der Impfung hat Reisen wieder (s)eine wichtige Bedeutung für Alle, Gastgeber und Gäste 🙂

Alle Aufnahmen mit dem iPhone11 Pro Max und der EOS M5 mit EF-M 55-200mm 4.5-6.3 IS STM – meist wenig oder unbearbeitet – Fortsetzung ist vielleicht geplant

(c)slowfoto.wordpress.com

2 Gedanken zu „Toskana – endlich wieder reisen!

  1. Wieder mal ein wunderbarer Reisebericht, der beinah schon uralte Erinnerungen aufweckt. Lustigerweise ist uns der COOP in Certaldo auch äußerst positiv aufgefallen – das war 1998 oder 1999 (müsste ich in die Reisetagebücher schauen). Meine Frau und mir ist der COOP in bester Erinnerung geblieben, weil dort schon damals das Obst oder Tomaten nur mit Plastikhandschuhen angefasst wurde, um es die Einkaufstüten zu tun. Als „unkundige“ Deutsche war uns das bis dato völlig unbekannt und eine sehr freundliche Signora zeigte uns, obwohl sie kein Wort Deutsch oder Englisch konnte, auf sehr charmante Weise, wie man „richtig“ italienisch Einkauft.

    Liebe Grüße aus Hamburg, ich freue mich schon auf den nächsten Reisebericht
    Thomas S.

    1. Danke für die Blumen, glücklicherweise ist die charmante italienische Begegnung viel weiter verbreitet als in diesem Laden, der uns wegen des exzellenten Angebotes wie andere große Märkte in Frankreich, Spanien und Portugal (ohne jetzt alle Namen aufzuzählen) gefallen hat, man begegnet sich einfach so, dass wir uns wohler fühlen können ob des höflichen Umgangs 🙂 es hat gut geschmeckt (d: es hat nicht schlecht geschmeckt) wieviel Uhr ist es? (d: wie spät ist es?) hG vom Bodensee ppz

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