FAQs: Eine Kamera kaufen

Start at the beginning – am Anfang steht das Bild!

absolut wasserfeste und ökologisch unbedenkliche dSLR mit 100fach Zoom

Frage: Welche Kamera ist die richtige für mich?

Fotografieren kann heute Jeder: Händys bieten mit aktuell >8MPI genügend Potential für DIN A4 Ausdrucke, denen man die Herkunft kaum ansieht. Richtig eingesetzt, sind bei brauchbarem Licht und entsprechenden Blickwinkeln Händy Aufnahmen von denen aus >richtigen< Kameras nicht oder nur schwer zu unterscheiden. Und genau darum geht es:

Womit soll ich fotografieren?

vor dem Kauf oder nach dem Fehlkauf

In meinem dritten (ab Herbst 2015) mittlerweile nur 212g leichten und im mumbi case geschützten iPhone 6+ steckt ein kleiner 1/2,9-Zoll-Sensor (4,9×3,7mm) im 4:3-Format mit einer Auflösung von acht Megapixeln (3264 × 2448), die eingebaute f4,15mm Optik hat eine kleinbildäquivalente Brennweite von 29 Millimetern, das entspricht einem Cropfaktor von 6,99 und zudem eine unveränderliche, weil offene Blende mit der Lichtstärke von F2.2. Wirklich sinnvolle Ergänzungen sehe ich in einem kleinen Stativ für längere Belichtungen (bei Nacht etc.), Vorsatzlinsen wie Fischaugen oder Weitwinkel halte ich für optische minderwertige Spielereien, Televorsätze entbehren der Qualität. Für weitere Bildwinkel steht die hervorragende on board Panorama Funktion zur häufigen Verfügung, sie ist vor allem horizontal blitzschnell und unschwer einzusetzen. Meine präferierten Apps sind [Camera+] für einstellbare Parameter und [CameraNoir] für Schwarz-Weiss, vor allem wegen SW-Live Betrachtung, exakte Bildbearbeitung erfolgt am 13„ MacBook oder 27„ iMac. Wer gerne filmt, hat andere Ansprüche hinsichtlich Stereo Mikrofon und Halterung, dazu kann ich wenig sagen, meine Clips sind kurz und meist auf wenige akustische Situationen bezogen, die auch monaural wirken. Der interne Stabilisator des 6+ arbeitet sowohl bei Film- wie Fotoaufnahmen und das sehr effektiv. Das 6,8×12,3cm oder diagonal 5,5„Retina Display (1.920×1.080 HDTV) löst hervorragend detailliert und farbtreu auf (<400ppi) und war neben der bildstabilisierten Kamera einer der wesentlichen Anschaffungsgründe, wenn man vom dicken Akku absieht. Nach bald 10.000 Aufnahmen möchte ich mich ungern vom 6+ trennen und eine Kompakte mit kleinem Sensor, ausgenommen unter Wasser oder mobil, kommt nicht mehr in Frage, zu sehr spielen mobile Dienste mittlerweile eine liebgewonnene Rolle. Ich habe das 6+ wegen der Fotografie gekauft, zum Telefonieren würde das kleinere 6er völlig reichen. 

Der nächste Sensor der Begierde ist für mich der sogenannte >Crop< mit etwa hälftigen Voll-Format (ca. 12x18mm) und mittlerweile >18MPI, angeboten in zahllosen Systemkameras ohne Spiegel oder auch zierlichen dSLR mit ebensolchem Sucherbild bis hin zu großen und schwereren Gehäusen wie denjenigen mit Vollformat Sensoren. Nach vielen 3-stelligen EOS habe ich lange und gerne mit der 410g leichten und winzigen Canon EOS M mit dem EF-M 2.0 22mm (=35mm KBÄ) verbracht, einer System Kamera mit neuen M-Objektiven (11-22mm IS!) oder auch diversen Adaptern für viele Gläser dieser Welt einschließlich aller Canon EF und EF-S Objektive. Bemerkenswert der per Fingerwisch über den ganzen Bildschirm verschiebbare punktuelle und schnelle AF (auch mit Hilfslicht) oder auch seine Nachführung, wenn einmal auf ein Gesicht oder Objekt platziert! Die Leistung heutiger Crop Sensoren samt schnellen Prozessoren und guter Firmware ist untadelig, die super kleinen Pixel fangen bauartbedingt allerdings früher an zu rauschen als die größeren der Vollformate (VF).

Mein dritter und auch nicht mehr taufrischer VF Favorit aus 2012 ist die mit dem lichtstarken F1.8 f28mm Weitwinkel und 1.163g noch relativ leichte Canon EOS 6D, die ich gerne als Nachteule bezeichne, weil Aufnahmen bis ISO 12.800 unschwer möglich sind, sie ist der Vorläufer der EOS 5D III. Mit den neuen recht preiswerten (EF und EF-S) STM Objektiven ist man für beide Sensorformate gut bedient, es müssen nicht nur die L Versionen und die in zweiter Generation sein, obwohl gerade diese Gläser sowohl alters- als auch wertbeständig bleiben, aber auch richtig Geld kosten. Die mittlerweile möglichen kamerainternen Korrekturen auch alter EF Gläser erbringen fototechnische Leistungen, die man früher nur mit aufwändiger Nachbearbeitung (DxO) erzielen konnte, auch mein EF 20-35 von 1993 ist dabei! Soviel zu meinen persönlichen Tipps zur Anschaffung und jeweils durch jahrelange positive Anwendung gesichert. Sicher gibt es viele Alternativen, man muss sich im Leben auf bestimmte Bedürfnisse konzentrieren und das ist gut so.

Fehler, die tunlichst zu vermeiden sind:

man kauft nie nur eine Kamera sondern ein vielfältiges System

Eine Kamera wegen eines Testberichts kaufen, die man nicht einigermaßen kennt. Oder zu glauben, dass eine neue teurere Kamera in der Aussage bessere Aufnahmen macht! Ist ein Händy vorhanden, lernt man einfach und zunächst, damit wertere Bilder zu erstellen! Die Touchscreen Bedienung i.V.m. >wysiwyg< (what you see is what you get) ist eine hervorragende Übung für die Komposition von Aufnahmen, die so einfach mit einer >richtigen< Kamera und optischem Sucher nicht möglich ist. Die Panorama Funktion erweitert den Aufnahmewinkel nach Belieben. Echte Teleaufnahmen sind nur mit mehr als einer eingebauten Festbrennweite möglich, auch diese Entwicklung hat begonnen.

Wird der Wunsch größer nach schnelleren Bodies (bis 20 Aufnahmen pro Sekunde, viel wichtiger ist aber die Präzision des nachführenden AF) und anderen Brennweiten (um den Mond formatfüllend aufzunehmen, benötigt man >f600mm), sollte man zunächst geeignete Fotokurse besuchen und/oder mit Ausrüstungen von Freunden ein paar Bilder machen. In ein Fotogeschäft und mit der 30-fach Zoom Kompakten wieder nachhause gehen kostet Geld, das völlig falsch investiert wurde, auch wenn der Rabatt noch so verlockend erscheint. Nichts spricht gegen eine neue Kamera zum sog. Straßenpreis, die schon ein paar Jahre auf dem Markt ist, im Gegenteil. Auch gebrauchte Objektive kann man im guten Fachhandel kaufen, hilfreich ist dabei ein zeitlich befristetes Rückgaberecht. Oder man kauft von zuverlässigen Quellen.

1-Knopf Bedienung, falls bei Automatik überhaupt nötig

Wichtig ist, dass die Kamera den Nutzer nicht überfordert: Wer das Automatik-Programm oder die Motiv-Automatiken liebt, kann sich in Ruhe der Komposition widmen, der Tüftler reizt die angebotenen Möglichkeiten so weit aus, dass er auch für kritische Situationen schnell geeignete Voreinstellungen parat hat, weil er damit vertraut ist! Beide Anwender können tolle Aufnahmen schießen, die sich sicher unterscheiden.

Wer zuhause mit Windows arbeitet, hat die Qual der Wahl für das Händy :-), der Mac Anwender wird aus guten Gründen ein iPhone vorziehen, weil viele Möglichkeiten sehr gut auf das Betriebssystem iOS abgestimmt sind.

Wer mit sehr guten fototechnischen Ergebnissen und schnellen Kameras liebäugelt, ist auf dem Markt der sog. Spiegellosen unterwegs, wegen der ungeheuren Vielfalt gibt es keine verlässliche Kaufempfehlung, der Unterschied zur Spiegelreflex (SLR) ist der elektronische gegenüber dem optischen Sucher, wenn man von der meist langsameren LiveView Aufnahme einer dSLR absieht. Es lohnt dabei exakt zu wissen, was man nicht benötigt, neue Bodies und vor allem neue Gläser sind im oberen Ausgabenbereich angesiedelt. Aber auch wertige Vollformat Objektive kosten oft mehr als die für Crop Sensoren, beide Sensorgrößen sind bei den Spiegellosen aber vertreten. Vor der Entscheidung lohnt es, einmal alle möglichen Wünsche hinsichtlich Body und Objektiv-en samt weiterem Zubehör hochzurechnen! Man muss sich immer vergegenwärtigen, dass nicht die teurere Kamera die eigenen Aufnahmen verbessert, der gewiefte Fotograf aber auch mit billigem Gerät bei gutem Licht ausdrucksstarke Bilder erhält! Das Foto entsteht im Kopf zwischen den Ohren, die Kamera ist nur der Kopierer, den man auch falsch bedienen kann 🙂

was raus muss wird ordentlich entsorgt 🙂

Fragen vor der Anschaffung:

  • reicht eine feste Brennweite oder will ich mehrere (Händy <-> Systemkamera mit Wechseloptiken)
  • brauche ich GPS, leichtes Gewicht, mobile Daten, Zeitlupe –raffer, Gesichtserkennung, LiveView, Video, Pano (-> Händy)
  • will ich den optischen Sucher, punktgenauen Autofokus, Nachführ-Autofokus, hohe ISO Bereiche, das größere Gehäuse, auch für externen Blitz (-> dSLR)
  • will ich Objektiv Fehler bereits bei der Aufnahme korrigieren (-> dSLR)
  • wie viel Gewicht will ich maximal mit mir herumtragen
  • muss es eine schnelle Kamera für Sport mit >5 Bildern/sec sein
  • muss es eine Vollformat Kamera sein (dSLR <-> Spiegellos)
  • kann ich mit dem elektronischen Sucher leben (-> Spiegellos)
  • muss es zwingend ein aktuelles Modell zum empfohlenen VK sein
  • Neukauf: wie gut ist der Garantie Service (???)
  • gebraucht resp. nach der Garantiezeit: Wer repariert zuverlässig 🙂

Fazit: Schnell gekauft ist nur dann richtig, wenn man genau weiß was! 

Kauf: kein X für ein U vormachen lassen

my10Cents:

Hinsitzen, nachdenken und vergleichen

Bei gutem Licht hat mein iPhone 6+ eine ebenso gute Farbwiedergabe wie die der EOS 6D, zudem eine fast perfekte Belichtung samt automatischem Weißabgleich und das alles ist zuvor sehr gut sichtbar. Alles in allem eine fantastische Kamera, aber es gibt immer Situationen, für die ich eine dSLR brauche: Meine 6D ist viel schneller und funktioniert viel besser im Dunkeln! Bei schwachem Licht reduziert das 6+ in der [Kamera] App die Farbsättigung, um das Rauschen zu verringern. Langzeit Belichtungen mit dem iPhone bei wenig Licht und niedrigen ISO Wert kann man auf dem Stativ mit der [Camera+] App erstellen, hier ist die 6D bei ISO 12.800 aus der Hand wegen Pixel- und Sensorgröße weit überlegen, zudem bietet sie relativ kurze Belichtungszeiten. 

Meine 6+ bietet >nur< ein KBÄ 29mm Objektiv, welches schlicht zum Turnschuh erzieht, dabei ist der Lerneffekt riesig. Sie verfügt sowohl im Standbild- als auch im Videomodus über eine effektive Stabilisierung. Fischauge, (Super-) Weitwinkel,Tele- oder Zoomobjektiv bedürfen der dSLR-Kamera, die mannigfach Vorsatzlinsen für das 6+ sind so billig wie trist! Die extrem kurze Brennweite von nur f4,15mm bringt trotz Offenblende F2,2 eine enorme Schärfentiefe, alles Ferne ist ebenso wie die geringe Tiefenschärfe der 6D vorbehalten. Das iPhone ist als Gehäuse eine Bauhaus Schlichtheit, die man mit ungeeignetem Case verunstalten kann.

Mein iPhone ist immer dabei, auch wenn ich die 6D benutze: Für die schnelle Nahaufnahme, das Panorama, den Blick aus der Bodennähe oder aus einem begehrten Winkel oder wenn das Foto auch mit den GPS Daten versendet werden soll. Das 6+ ist zudem als Fernsteuerung für die 6D einsetzbar. Beide können sich ergänzen aber nicht ersetzen.

Nach dem Ausflug in die Welt der Fotografie mit dem iPhone 6+, der ersten spiegellosen und fast komplett über den Touch Screen bedienbaren EOS M und der ISO starken Vollformat EOS 6D noch ein paar Gedanken in die Zukunft:

perfekt eingekauft und zusammengestellt, ready to

Was wird sich ändern?

* Die dSLR wird über kurz oder lang vom Markt der Spiegellosen überholt, weil ohne Spiegel zwar ohne optischen Sucher, aber auch weniger limitierende Mechanik und erweiternden LiveView bedeutet,
* dabei wird der elektronische Sucher immer besser ausgestattet
* und der Autofokus funktioniert über den gesamten Sensor, nicht nur mit wenigen Sensoren oder deren Bündelung in Gruppen bzw. sogar über einen zweiten Sensor,
* die nachgeführte Gesichts- oder Motiverkennung wird zur unabdingbaren Notwendigkeit,
* um in Verbindung mit dem hochpräzisen Autofokus auch Bewegtes sicher abzubilden
* und der elektronische, besser lautlose Verschluss wird wichtiger als der mechanische,
* wodurch sich die Bildfolge sich auf bis zu 20f/sec auch im Vollformat erhöht
* und die ISO Werte dank großem Sensor und schnellerem Prozessor samt adäquater Firmware neue Höhen erreichen.

und zum Schluß einen guten Café

Zukunft? Nein, SONY verkauft die A9 bereits für knapp unter 5k€ 😦  aber vielleicht wird es nur ein weiteres iPhone mit zwei KBÄ Festbrennweiten f27/54mm F1.8/2.4 🙂

(c) slowfoto.de 

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FAQs: SW auf dem iPhone – ein Must?

Frage: Was bringt Schwarz-weiß auf dem iPhone?

Von Vorteil ist der große Bildschirm z.B. beim 6+ im Live-View, der Veränderungen recht subtil anzeigt, vor der Aufnahme mit Presets oder auch nachher bei der Bildbearbeitung, jedenfalls vor dem beabsichtigten Versand. So schnell ist keine Crop- oder VF-dSLR, wenn die erstellten Aufnahmen erst per Rechner modifiziert werden müssen. Bisher habe ich diese Form der Bildbearbeitung vorgezogen, auch für Aufnahmen aus dem iPhone. Mit der APP [KameraNoir] gibt es für knapp über €1 ein Tool (im Store mit K, als Button mit C), das sehr viel bietet bei der Aufnahme mit einer der beiden Kameras:

auto / manueller Fokus – auto /  manuelle Belichtung – auto / manuelle ISO – Gitterlinien an / aus – Blitz an / auto / aus – Frontkamera / Selfy 

oder auch für die Bearbeitung vorhandener Aufnahmen:

Belichtung – Brightness – Kontrast – Klarheit – Verblassen – Glanzlichter – Schatten – Schärfe – Mischung (Farben) – Säulendiagramm – Vignette (HL Priority – Paint Overlay – Center Pop) – Zuschneiden – Körnigkeit (ISO 8000 1600 3200) – Intensivity

Die Bedienung erfolgt mit dem Wischfinger auf dem angezeigten Bogen samt Kontrolle per LiveView. Wer lieber in Farbe fotografiert, bearbeitet wie gewohnt die Aufnahmen aus dem Speicher, wer lieber sofort die Wirkung sehen möchte, nimmt in SW auch modifiziert auf oder kombiniert beide Schritte für bemerkenswerte Aussage Wirkungen:

20yearslater – nicht zur Freude meiner Liebsten 😦

Verjüngen geht normalerweise sehr gut mit [PortraitProStudio], hilft aber hier nicht wirklich weiter 🙂
Gespeichert wird wahlweise mit voller Auflösung oder 2-stufig Daten reduziert, also kleiner, Selfies wie hier eh nur in ooc Größe.

Fazit: CameraNoir ist billigst, empfehlenswert und zudem lehrreich! 

(c) slowfoto.de

 

FAQs: iPhone in der Nacht

Frage zum iPhone: Kann ich Bühnenaufnahmen mit der Hand erstellen? Was geht noch gut und wann ist Schluß?

Keine Panik: Udo Lindenberg schwebt ein

Fotografieren kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Wo kaum (kein) Licht…

nach Frankfurt in die Messehalle 2016

Die bordeigene App [Kamera] bietet zwar einen Selbstauslöser (3 und 10sec), aber ansonsten keine Einstellungen außer Autofokus und Digitalzoom und darüber hinaus keine Kontrolle Bild relevanter Parameter. Ist es dunkel, erhöht sich der ISO Wert und es rauscht schnell. Zugegeben, mit aktuellen iPhones sind bei Dämmerung gute Aufnahmen auch aus der Hand zu erstellen, wenn die Zeit um 1/4sec und der ISO Wert nicht über 200 liegen. Nach dieser Grenze hat jeder Eifonist schlechte Karten: für tatsächliche Nachtaufnahmen sind hoch ISO taugliche Sensoren bis ISO 12.800 (wie z.B. mit einer EOS 6D) geeigneter, wenn ein lichtstarkes Glas verwendet wird – oder 4Aufnahmen in Folge mit kamerainterner Verrechnung (sog. [Nachtaufnahme ohne Stativ] z.B. mit der EOS M ff). Fazit aus der Hand: Abend ja, Nacht nie. Und wenn es denn unbedingt mit dem iPhone sein muss?

nicht nur mit Onkel Pö, sondern dem Panik Orchester und vielen Gästen

Abhilfe schaffen ein Stativ (oder eine stabile Auflage) und die App [Camera+] mit manuell eingestellten ISO 100 und darunter mit entsprechender Langzeitbelichtung, die offene Blende von F2.2 gilt ja immer! Camera+ lässt manuelle Belichtungszeiten bis 30sec zu, wahlweise zu paaren mit (!) ISO 0,1 bis 2.000, was viele Spielereien ermöglicht: allerdings lassen sich die Physik oder das vorhandene Licht nicht überlisten, siehe ganz oben. Zudem kann der Weißabgleich von 1.000K bis 8.000K (auch gräßlich) geändert werden, alles immer unter Live View Kontrolle. Und wie in der originären App kann das AF-Feld (Fokus) per Fingerwisch und zusätzlich das AE-Feld (Exposure) für die Belichtung verschoben werden. Somit sind gute Voraussetzungen für ruhende Motive z.B. in der blauen Stunde oder bei vernünftiger Innenbeleuchtung vorhanden.

und lässt die Bude richtig rocken

Noch ein unschätzbarer Vorteil: der iPhone Auslöser funktioniert nicht etwa, wie von der >richtigen< Kamera gewohnt, per durchgedrückten Auslöser, sondern mit dem Wegnehmen des Fingers vom Auslösepunkt! Ein Fernauslöser ist also bei gefühlvollem Bedienen nicht notwendig.

Noch ein paar grundsätzliche Tipps:

1) für das iPhone, egal welches, sind Bühnenaufnahmen eher schwierig, weil die feste Brennweite mit f4mm einfach zu weitwinklig und viel näher ran ist oft nicht möglich ist.

Theater im Keller Berlin 2016

2) Die iPhone sind ab dem 5s im low light Bereich viel besser geworden, aber nicht die erste Wahl für die Bühne&Co, hier sind Crop oder Vollformat Sensoren i.V.m. längeren Brennweiten einfach besser.

die Jungs sind alle gut drauf

3) Bühnenlicht ist extrem kontrastreich, kaum ein Sensor schafft diese Unterschiede zwischen hell beleuchtet und dunkel verschattet abzubilden: entweder belichtet man selektiv auf die Gesichter und behält dort die Durchzeichnung oder integral mit dem Ergebnis, das helle Partien wie Haut immer überbelichtet sind.

und travestieren, was die Klamotten halten 

4) Es gilt für jede Bildkomposition: So nah ran wie möglich, damit nichts abzuschneiden ist, und nur notfalls mal das DigiZoom als längere Brennweiten nutzen!

das war es: Applaus Applaus!!! 

5) Bei zu großen Entfernungen hilft Ausschneiden oder ENTF 😦

NB: [Camera+] in der Pad Version bietet einen anderen Aufbau leider nicht mit der schlüssigen Bedienung wie fürs Phone, also m.E. weniger gut geeignet und damit zu teuer (€5,99)!

Frankfurt (oben): iPhone 5s   Berlin (unten): iPhone 6+                                                                            alle Aufnahmen mit der App [Kamera] aus der Hand bei vorhandenem Licht ca. ISO 100-200 bei 1/8-1/17sec und out of cam (ooc), also unbearbeitet außer Datenreduktion

(c) slowfoto.de

Bildqualitäten, Dynamik und ISO Empfindlichkeiten im Vergleich – Canon

FAQs: Welche Canon Kamera ist die mit der besten Bildqualität, Dynamik und der höchsten Rauscharmut?

Für die Anschaffung oder Bewertung einer digitalen Kamera gibt es viele Informationsquellen, die wie oft auch widersprüchlich sind, je nach Affinität des Schreibers. Ich verwende digitale Canon Produkte seit weit über 10 Jahren, angefangen von der EOS 300D bis hin zur EOS 5Ds. Bei den 3- bzw. 4 stelligen Modellen mag ich den kleinen Sucher weniger, bei den 2- und 1-stelligen dSLR finde ich das größere Sucherbild okay, bei Live-View darf es gerne mehr als ein 3 Zoll TFT sein. Die inneren Werte einer Kamera (Firmware – Prozessor – Sensor) bestimmen sich im Angebot, und das muss Jeder selbst beurteilen, wie auch die Folgekosten und das Handling. Deshalb gibt es weder einen Testsieger noch eine eindeutige Kaufempfehlung! 

28% Rauschen ist garantiert – danke für den Tipp (c)IZ
Kamera/Body Sensor MPI ISO rauscharm Preis ca. Bildqualität
         
EOS M mit App 4 Nachtaufn. o. Stativ 18 aus 25.600

wird 3.200

<300.- Nachtaufn.

rauscharm

         
EOS M3 24,2 1.600 400.- 83,1
EOS M5 24,2 1.600 1.100.- 83,1
EOS M10 18 1.600 250.- 84,2
EOS 800D 24,2 1.600 850.- 86,2
         
EOS 7D II 20,2 1.600 1.255.- 86,8
EOS 80D 24 3.200 1.000.- 87,3
         
Powershot G3XII 12,8 800 610.- 88,5
EOS 1300D 18 3.200 340.- 88,6
         
EOS 5D II        
EOS 5D III 22,3 6.400 2.300.- 88,8
EOS 5D IV 30,1 3.200 4.050.- 88,9
         
EOS 6D 20,2 12.800 1.400.- 90,4
EOS 1DX II 20,2 6.400 6.300.- 92,8
EOS 5DS/R 50,6 1.600 3.600.- 93,6/93,9
         

Die obere Tabelle ist der Canon Bibel von falkemedia entnommen und zeigt die für mich wesentlichen Wertigkeiten wie Bildqualität und den nutzbaren ISO Bereich, die EOS 6D ist hier mein Favorit bei den Vollformaten, die EOS 1300D preislich der Crop Favorit.

damals mein Favorit mit dem Kodachrome 25

Die untere Tabelle ist der Traumflieger Seite entnommen und zeigt vergleichbare Bewertungen, die EOS 6D ist auch hier mein bezahlbarer Favorit bei den dSLR. Die EOS M zeigt sich m.E. ähnlich gut wie die 7D, beide mit sichtbarem Abstand zur 5D II. Die 5D IV ist der Dynamik Gewinner zwei, die 1DX II die Nummer 1.

Kamera/Body Sensor MPI ISO rauscharm Dynamik Bildqualität
EOS 5D IV 30 6.400 75 104
EOS 5DsR 50 3.200 40 100
EOS 1DX II 20 bis 6.400 besser als die 6D 85 101
EOS 6D 20 ab 12.800 besser als 1DXII 45 87
EOS 5D III 22 3.200 30 87
EOS 5D II 21 3.200 30 83
EOS M5 24 1.600 75 76
EOS M3 24 1.600 45 70
EOS 7D II 20 1.600 45 70
EOS 5D 12,8 800 30 69
EOS M 18 1.600 25 63
EOS 7D 18 1.600 30 60

Fazit: Dieser Vergleich zeigt gewisse Parallelen in der Reihenfolge, aber keinesfalls alle Parameter, die für einen Kamerakauf entscheidend sein können. Canon bietet sehr gute und günstige Kameras als Spiegellose, Crop- oder Vollformate und exzellente Profikameras zu entsprechenden Preisen. Man muss wissen was man nicht benötigt!

Ich lege als >Slowfotograf< keinen allzu großen Wert auf schnelle Bildfolge (3/sec reichen mir) und/oder schnelle AF Nachführung, aber auf präzise Pre-Fokusierung per mittlerem Kreuzsensor, möglichst gute JPG Bildqualität sowie hohe und rauscharme Empfindlichkeit für die Aufnahmen mit vorhandenem Licht. Blitz und Stativ sind weniger mein Ding, gleiches gilt für Kompaktkameras seit der Bildqualität ab der superkompakten EOS M oder des iPhone5s, für Live View Aufnahmen mag ich das iPhone6+ wegen der überragenden Bildschirm Qualität lieber.

alle verwendbar, wie die Bodies oben auch

(c) slowfoto.de

FAQs: Einfach bessere Fotos – wie man sie erhält

  

„Einfach bessere Fotos“ – my way:

Fotografieren ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht. Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert.

Die Kraft eines Porträts liegt in dem Bruchteil der Sekunde, in dem man etwas vom Leben der fotografierten Person versteht. Die Augen erzählen viel, der Gesichtsausdruck… Ein Porträt nimmt man nicht alleine auf, der Andere schenkt es einem.

EOS 5DII – kleine Tomate auf dem Holztisch draussen – unbearbeitet 2010

Die folgenden Gedanken sind für mich die wichtigsten, was meine Fotografie betrifft. Ich möchte in einer Zusammenfassung aus rund 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Thematik versuchen, die für mich wesentlichen Fundamente einer guten Fotografie zu erklären: Heutzutage ist es für Jeden recht einfach, Fotoaufnahmen zu machen, man wählt [auto] und knipst einfach drauf los. Will man ein Handwerk ausüben, ist zuvor eine entsprechende Ausbildung notwendig, um die einzelnen Strukturen der Tätigkeiten zu erlernen. Knipsen kann hingegen Jeder.

Meine frühe fotografische Ausbildung bestand im Wesentlichen aus der Anwendung fototechnischer Parameter, weil die 35mm Kamera erst einmal >bedient< werden musste, heute nimmt der moderne Apparat dem Nutzer alle notwendigen Einstellungen ab.

Über die wertige Bildkomposition habe ich erst später gelesen (Andreas Feininger), und die ist heute wie früher immer noch Sache des Anwenders, denn die Kamera beherrscht sie nicht: Hinstehen, Zoomen und Abdrücken führt i.d.R. zu langweiligen Aufnahmen, weil Strukturen in der Aufnahme fehlen. Wenn gezeigte Aufnahmen Aufmersamkeit erregen, wenn vor allem Frauenaugen sie bemerkenswert (like it!) finden, dann sind diese sensiblen Strukturen in den Bildern zu finden. Alles andere wird einfach übersehen oder schnell vergessen.

EOS M3 Zeppelin NT 2015

Wenn man gewisse Strukturen beherzigt, weil man sie verstanden hat, werden die Aufnahmen besser und lassen sich sogar >verkaufen<. Wer eine >bessere< Kamera kauft, teuer und dafür mit billigem (zigfach Zoom-)Objektiv, bleibt bei >seinen< Bildern. Wer aber einen Kurs besucht und/oder sich gezielt weiterbildet, wird fast egal mit welcher Ausrüstung Aufnahmen mit Aussagen erstellen.

Mittlerweile reicht mir ein gutes Händy für viele shots: Das Bild entsteht schon in der Entfernung bereits im Kopf, und weil ich mit beiden Augen etwa 180 Grad Blickwinkel habe, muss ich zunächst differenzieren, was ich für wichtig halte, und beurteilen können, ob das auch fotografisch machbar ist. Die Struktur ist dabei das Wichtigste, (zu) viele Details verderben die Aussage, ein >eyecatcher< muss vorhanden sein, die Aufnahme soll ja aus dem Üblichen herausfallen! Man kann dies auch Botschaft, Geschichte oder Thema nennen: Was will ich mit diesem Foto aussagen? Nichts ist langweiliger als eine Fotoshow von 300 Aufnahmen, die meist ohne präzise Aussage und dabei oft technisch schlecht sind, sich in vielen Standpunkten wiederholen und einer langwierigen Erläuterung bedürfen! 30 Gute Aufnahmen mit knappem Kommentar fesseln die Zuschauer weit mehr.

iPhone 4 – wilder grüner >Löwenzahn< – unbearbeitet 2011

Jedes Foto benötigt >eine< Aussage als Basis, die über den vorhandenen Details steht. Diese Struktur lebt von Kontrasten, Farben und Schatten von hell bis dunkel und ist wichtiger als alle anderen Details. In meinem ersten Bild ist die (wichtige) rote Tomate der Mittelpunkt, das ergraute Holz der Tischplatte die (unwichtige) Umgebung. Rot fällt stark auf, Grau hält sich dezent zurück. Weitere Akzente setzt man bewußt mit der Brennweite (geringe Schärfentiefe => Freistellen) und/oder mit der Arbeitsblende (offen => sichtbare Vignettierung), weshalb ich heute auch auf die nachträgliche Korrektur (DxO) vorhandener sog. Schwächen mancher Objektive verzichte, ich nutze sie lieber für die individuelle Bildgestaltung. So werden die Aufnahmen einfach interessanter, was eine für die Bildbetrachtung positive Bereitschaft beim Betrachter voraussetzt, denn wer nicht richtig hinschaut, bekommt auch nichts mit.

Nikon Coolpix E 4500 WW so nah wie möglich, das Rechteck wird zum Kissen 2009

Ausnahmen sind die gräßlichen Verzeichnungen, die uns Zoomobjektive frühester digitale Kompaktkameras geboten haben.

Akzente setzen

Weitere Akzente setzt man mit passenden Brennweiten (resp. Panoramen beim iPhone) oder man geht so nahe wie möglich ran (wenn Du etwas abschneiden musst, dann warst Du zu weit weg). Weitwinkel haben einen speziellen optischen Charakter in der Tiefe, Teleobjektive zeigen den Ausschnitt. Das WW ist anspruchsvoll in der Bildgestaltung, weil nah bis fern sehr lang ist. Das Tele ist gnadenlos, wenn der uninteressante Hintergrund scharf mit abgebildet wird. Zoome, vor allem billige mit großem Bereich, verbiegen noch mehr auch in der Bildebene, nicht nur im Sinne von Kissen und Tonnen. In der Natur spielt das eine geringere Rolle, in der Kultur hingegen sind diese Verzeichnungen sichtbar. Bei beiden Gläsern sind offene Blendenwerte eine gute Möglichkeit, das wesentliche Subjekt auf der Schärfenebene abzubilden und so gegen den unscharfen Hinter- resp. Vordergrund freizustellen. 

Ebenso bedeutend ist die Farbe in der Bildaussage. Mit Schwarz Weiss kann man keine Farbakzente wiedergeben, mit Farben keinen SW Effekt erreichen. Ich fotografiere immer in Farbe, denn SW kann ich weitestgehend am Rechner und in Ruhe erarbeiten. Geliebte Ausnahmen sind fast monochromatische Aufnahmen bei Dunst oder Nebel.

EOS 5Ds vernebelter Sonnenaufgang am südlichen Bodensee – unbearbeitet, feinste Details 2016

Man sollte beim Fotografieren nicht nur ein Detail erspähen, sondern den Kontext desselben in seiner Umgebung, die Komposition muss stimmig sein, sonst wirkt die Aufnahme uninteressant.

Selbst mit ausgefuchster EBV lassen sich Strukturen nur weiter herausarbeiten, aber fehlende nicht ersetzen. Was fehlt fehlt, basta, wobei ich burn&dodge, also das Aufhellen oder Abwedeln bestimmter Partien in der Aufnahme, für bildverbessernd einsetze, wie früher beim Fotopapier in der Dunkelkammer. Eine sehr gute Aufnahme kann dadurch gewinnen. 

Welches Subjekt oder Motiv ist das wichtige?

Mal flott gesprochen, auch eine Toilette kann was hergeben 🙂

iPhone6+ – herzlich willkommen (das Foto ist stark bearbeitet) 2016

Im Grunde ist es fast egal, was als Subjekt dargestellt wird, Hauptsache die Aufnahme spricht an. Okay, hier ist es krass dargestellt, diese Toilette entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen, zumal die sinnlichen Eindrücke per Bild nicht dargestellt werden können, müssen auch nicht. Immerhin bewundere ich die letzten Nutzer dieses stillen Örtchens… Warum also diese Aufnahme: Ich fotografiere (hemmungslos) was mir auffällt, nicht was Andere vielleicht sehen wollen. Hauptsache es gibt Farben, Linien und Strukturen und das Subjekt ist unschwer erkennbar.

Komposition

Bei der Bildkomposition kann und sollte man Details zunächst vernachlässigen, den Überblick aber im Auge behalten. Bei der SLR bedeutet das ein Blick durch das Objektiv, einmal Kamera runter, beim LiveView beides gleichzeitig mit beiden Augen. Die Vorzüge des LiveViews habe ich mit dem Mäusekino der ersten Nikon Coolpix lieben gelernt. Ein Pad ist für LiveView besonders geeignet, verfügt meist über schwache fotografische Leistungen. Moderne dSLR lassen sich mit dem Pad oder Händy koppeln, was Stativ Verwendung voraussetzt mit allen Nachteilen mobiler Fotografie, ich möchte mich lieber solange bewegen, bis der Bildausschnitt passt und keine oder nur wenig Nachbearbeitung nötig ist. Mittlerweile liebe ich Aufnahmen mit dem Handy… what I see is exactly what I get!

iPhone4s alles im grünen Bereich – unbearbeitet 2015

Wohin schaut das Auge zuerst

Nein, nicht Frauen- oder Männeraugen sind gemeint, sondern die beim Betrachten der Aufnahme oder zuvor der Umgebung! Helligkeit, Kontrast und Sättigung bestimmen den Eyecatcher. Erst danach wandert der Blick weiter, allerdings zählt der erste Eindruck stärker (wie im richtigen Leben eben). Deshalb gehören bildbestimmende wichtige Detail eher zentral angeordnet und nicht in die Ecken versteckt: GROSSBUCHSTABEN sind der Titel, der Text führt dann weiter. Panoramen mit dem iPhone müssen zwingend zuvor abgefahren werden – auch ohne Speicherung, um die Wirkung beurteilen zu können, (Super-) weinwinklige Aufnahmen sorgfältig kontrolliert sein. Hinspüren, hinschauen, dann erst klicken.  

EOS 6+ Angebot hinter der Scheibe – unbearbeitet 2015

Die Ecken dürfen dunkler (Vignette) und dennoch durchgezeichnet sein, so dass der Blick auf die bildwichtige Mitte gelenkt wird. Das widerspricht zwar der Wirklichkeit, ist aber ein guter Trick, die Aufmerksamkeit zu führen. HDR und DxO verwendet man, wenn man von Ecke zu Ecke völlig durchgezeichnete Aufnahmen haben will. 

Geschriebenes lesen wir von links nach rechts und von oben nach unten, das schafft Gewohnheiten. Was gegen Gewohnheiten verstößt, wird nicht immer als okay bewertet. Einzig das Logo der Deutschen Bank besteht außer dem quadratischen Rahmen aus einem dynamischen Balken von links unten nach rechts oben, als Synonym für die ausschließlich positiv aufsteigende Entwicklung durchaus auch untauglich 😦

Aufhellen und Abdunkeln

Dodge and burn gab es schon in der SW-Dunkelkammel, das Fotopapier wurde selektiv länger nachbelichtet oder kürzer abgewedelt, um dunkle Partien aufzuhellen oder helle abzudunkeln. Am Rechner ist es einfach, man werkelt so lange, bis alle Augen zufrieden sind…

EOS 5D Dokumenta 2007

Wesentliches – Ablenkung und Knalleffekt

Alles was ablenkt = stört, sollte aus der Aufnahme entfernt werden, sei es vor dem Klick oder danach am Rechner, man kann am Rande oft Zuschneiden (crop) oder in der Aufnahme Stempeln (überschreiben). In der Dunkelkammer war für jeden falschen Schritt ein neuer Abzug nötig, am Rechner wird der letzte falsche Schritt verworfen. Wichtig ist, dass die Veränderungen (fast) unsichtbar bleiben sollen, oder man bezeichnet Übertreibungen als Kunst (resp. kunscht vergesse).

EOS 100D 2013 bearbeitet

Gesten

Gestik ist die Sprache ohne Worte, der Gesichtsausdruck oder die Haltung der Hände sagt etwas! Kinder oder sehr alte Menschen haben oft vielsagende Gesichter. Bei Porträts hilft es oft, dem Betroffenen anzusprechen oder ihm etwas in die Hand zu geben.

Contax 2.8 50mm 35mm SW ca. 1953

Farb (-lehre)

Auch hier hat mich Andreas Feininger mit seinem Standartwerk beeinflusst. Je nach gewünschtem Bildausdruck sollen warme Farben (Rot – Orange – Gelb – Weiss) mehr den Vordergrund, kalte ( Grün – Blau – Violett – Schwarz) mehr den Hintergrund betonen. Komplementärfarben wie Orange (vorn) und Blau (hinten) schaffen Spannung. Ein kalibrierter Bildschirm respektive LifeView zeigen präzise what you see ist what you get, der optische SLR Sucher nicht. Farben in Harmonie sind vom eigenen (erworbenem und vorhandenem) Farbempfinden abhängig, mein linkes Auge sieht z.B. etwas wärmer als das rechte! Warme Farben stimmen friedlich, kalte regen an. Frauenaugen können m.E. Farben besser einschätzen, was sich leider nicht immer im eigenen Äußeren niederschlägt. Wenn die in der Aufnahme vorhandenen Farben nicht wirklich zufrieden stellen, versuche ich es in Schwarz-Weiss umzugestalten oder reduziere die Sättigung auf 10-20%.

PowerShot D10 Appetizer – unbearbeitet 2011

Licht

Fotografieren ist Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Ohne Licht gibt es kein Foto, Licht ist Farbe, Dunkelheit und Helligkeit, Kontrast und Schatten(fall) plus Struktur. Natürliches Licht ist für mich eine sich wandelnde Stimmung, die ich im Studio so nie erhalte.

EOS 350D 10mm Mahnmal Berlin 2005

Still Picture – Momentaufnahme

Das (gerahmte) Foto ist 2-dimensional, das Leben nicht, es ist laut und riecht und es lässt sich in keinen Rahmen packen. Potentielle Aufnahmen lassen sich mit einem geschlossenen Auge besser beurteilen: Wieviel Verlust verträgt ein Foto? Oder wieviel Input gewinnt es durch die Reduktion? Die verlustige 3. Dimension lässt sich oft durch die Bildtiefe ausgleichen, man muss auf den Verlauf Vorder- zu Mittel- und Hintergrund achten (Landschaften und Licht).

iPhone 6+ Blick vom Nebelhorn nach Süden 2016

Der alte Trick: Erst laufen, dann stehenbleiben, mit beiden Händen vor den Augen den imaginären Rahmen bilden (Bildwinkel = Brennweite) und die Komposition beurteilen, und dann vom optimalen Standpunkt aus fotografieren. Scheißwetter gehört im Leben dazu, Wasser ist ein wertvoller Spiegel, ich liebe Glas, Meere und Seen. Mit der Erfahrung und Zeit >erblickt< man diese Kristallisationspunkte oder Schlüssel für das Foto, weil man sieht, was man kennt.

Kopie oder Vorbild?

iPhone 4s Vertrauen ohne weitere Worte – unbearbeitet 2015

Der Versuch, einen Meister zu kopieren, ist zum Scheitern verurteilt, vom Meister hingegen zu lernen, ist erlaubt: Je mehr Ausstellungen man besucht, desto größer wird der Wunsch nach einem eigenen Stil, und den gilt es zu entwickeln resp. zu fördern. Mein Wunsch hinsichtlich Fotografie ist es, bei möglichst allen vorhandenen Lichtsituationen Aufnahmen erstellen zu können, die sich von denen der Mitschaffenden unterscheiden, ein Beipiel: Das illuminierte Berlin lockt jährlich tausende von Stativträgern in die nächtlichen Strassen, ich habe nur eine spiegellose Cropsensor Kamera mit einem stabilisierten Weitwinkelzoom (zusammen unter 550g) und einer App, die 4 Bilder (in einer Sekunde aufgenommen) rauscharm zusammenrechnet. Basta. Schneller geht nicht. Es sei denn, die Technik baut eine Kamera, die mit ISO 25.600 und nur einer Aufnahme gleiche Resultate liefert (1,5kg)… Man sollte seinen eigenen Neigungen folgen und aufnehmen, was einen selbst fasziniert, das ergibt schließlich gute Bilder. Und ab und zu nach links und rechts schauen, denn andere Fotografen sind auch gut oder noch besser!

Nikon E 990 2002 Salvador Dali ist m.E. der allererste Begründer digitaler Denkweisen, beim Betrachten schnell blinzeln, dann erscheint der amerikanische Präsident (l.u.) ganz groß im Umriss

Faktor Technik

EOS M3 Interbike Friedrichshafen – unbearbeitet 2015

Früher hatte ich eine Briefträgertasche voll Gerät und meine Freundin schleppte das Stativ (ich hätte das vermutlich nicht gemacht!). Heute sagt mir meine Frau, mach mal eine Aufnahme davon und davon oder sie nimmt ihr Händy (einschließlich Exif, GPS und Zeitdaten ca. 200g).

Faktor Zeit

In zwei Stunden oder zwei Wochen Urlaub kann Keiner bessere Fotos machen, als schon im Web vorhanden sind. Aber andere… So wie man die Uhr nicht zurückdrehen kann, ist die (richtige) Situation verpasst, wenn alles stimmt, sollte man abdrücken! Das bedeutet, wertige Situationen aufmerksam zu beobachten und dabei den Fotoapparat schußbereit zu führen.

EOS 5DII LiveView aus der Hüfte 2012

Das vorhandene Licht ist, im Gegensatz zum Studioblitz, nicht konstant, die aktuell vorgefundene Situation nicht für die Ewigkeit identisch, es gilt, das Foto jetzt aufzunehmen, also Augen auf und schnell reagieren. Mit der Erfahrung von zig-tausenden Fotos geht das ganz gut, die ersten 10 bis 50 Tausend Aufnahmen sind sowieso nicht die besseren 🙂 – also kritisch üben und kritisch verwerten und löschen! Die schnelle Bildrate ist nur in der Meisterhand interessant, ansonsten eher ein Greuel für den Betrachter.

Fazit

Hat man gelernt hat, maßgebliche Strukturen in der Komposition eines Bildes zu erkennen, wird man wesentliche interessante Aufnahmen erzielen als die meisten Knipser. Die bleiben einfach stehen, als den besten Standort für den richtigen Blickwinkel und den günstigsten Lichtverlauf aufzusuchen und dann erst abzudrücken. Mit Hoffnung wird keine Aufnahme besser, egal welches (teure) Äquipment zur Verfügung steht, das führt nur zu inhaltslosen Schnappschüssen. Es gilt, vor dem Klick zu sehen, zu erkennen, zu bewerten und dann erst umzusetzen. Die Kamera beherrscht keine Komposition, sondern gibt >nur< mehr oder minder genau wieder, was auch im Sucher zu erkennen ist.

Nikon E 990 – unbearbeitet 2001
Nikon E 990 – unbearbeitet 2001

Absolut wichtig ist der eigene Standort und zudem die Positionierung der Kamera. Oft genügen geringe Korrekturen und die Aufnahme bekommt Profil, ein Beispiel: Kleine-re Kinder stellen sich auf Augenhöhe einfach besser dar! Im Nachhinein ist der View Point nur geringfügig zu verändern (DxO VP). Werden Tricks angewendet (HDR, Langzeitbelichtung vom Stativ, Panoramen, Stacking u.v.a.m.), sollten sie ausreichend beherrscht werden.

Wer diese Basics beherrscht, erzielt mit fast egal welcher Kamera interessante Aufnahmen (hmmm – oooh!)

SANYO E6 – zwei engagierte Feuerwanzen 2009

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FAQs: Google Snapseed

Bildbearbeitung auf dem Handy, ist das sinnvoll?

Manche Aufnahmen, vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen, gelingen nicht so, dass ich wirklich zufrieden bin: Löschen oder behalten? Für spätere Bildbearbeitung in der gewohnten Umgebung und mit ebensolchen Schritten ist keine Gelegenheit, zudem wird ein schneller Versand erwogen, also habe ich versucht, die Aufnahme auf dem iPhone 6+ zu bearbeiten: Siehe da, Google hat Snapseed intensiv umgebaut, es ist übersichtlich, welche Tools in der App angeboten werden, die Bearbeitung erfolgt per horizontalem Schieberegler über der Aufnahme, alles lässt sich recht präzise einstellen und der Bildschirm vom 6+ lässt höchstens noch den Wunsch nach dem größerem vom iPad zu 🙂 Um es klar zu sagen, für mich bleibt meine bevorzugte Art der Bildbearbeitung immer noch die am Schreibtisch mit 27„und geregelten Lichtverhältnissen, also leicht abgedunkelt. In ein paar Jahren gibt es vielleicht noch den Schritt hin zu einem Retina Display (you can`t always get what you want)…

vorher -> ENTF?
nachher 🙂

iPhone6+ ooc und mit Snapseed bearbeitet

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FAQS: (NIK) Snapseed – wo bekomme ich es noch?

Das fragt mich aktuell ein fotografischer und seit Urzeiten persönlicher Freund, der auch keine Stunden vor dem PC sitzen, aber die eine oder andere Unzulänglichkeit einer Bilddatei verbessern möchte!

mit NIK Snapseed Korrektur in ca. 30sec, Workflow siehe unten
JPG out of cam datenreduziert: Immenstadt Stadtschloss von 1550, Historant, Marktplatz

Seit NIK den Vertrieb der Suite eingestellt hat, gibt es bei Softonic noch einen kostenlosen Snapseed Download für win und IOS, mit der Einschränkung gegenüber der Urversion, RAW Dateien werden nicht mehr akzeptiert. Der alte Funktionsumfang scheint aber gesichert, hier nur kurz skizziert: Das Wesentliche bei NIK war die U-Point Technologie, die rudimentär in Snapseed enthalten ist, für eminent wichtig unter den Features halte ich Ambience (Lichtverschiebung) – Shadows (Schatten aufhellen) – Structure (Strukturen betonen) – Warmth (Bildwärme + -)  und natürlich Crop & Straighten für alles was schebb oder überflüssig ist. Aus meiner Anleitung 3 vom VHS Kurs hier der entsprechende Tipp für alles, was meine schnelle Arbeit am Rechner betrifft. Von meinem Vater (Fotojournalist) habe ich noch die Dunkelkammer kennen gelernt, heute ist das mit der Datei viel einfacher:

Frage: Wieviel Bildbearbeitung nutzt Du und wie archivierst Du Deine fotografischen Aufnahmen? 

Will ich fotografieren oder vor dem Bildschirm sitzen? Ich will beides im vernünftigen Verhältnis. Von Ausnahmen abgesehen nutze ich die JPG Engine der Kamera mit speziellen Bildstil und freue mich, wenn es keiner oder nur weniger Nachbearbeitung bedarf. Allerdings sind auch meine Aufnahmen oft nicht perfekt, was an der Kamera, dem Licht oder Motiv, den Umständen oder mir lag 🙂

Zum notwendigen Equipment ist vieles schon gesagt, ebenso zum Kopfkino vor der Aufnahme. Hier mein Weg, nachdem die Aufnahmen auf dem Rechner gelandet sind. 

5 Punkte nach dem Klick:

  • Geometrische Korrekturen bezüglich waagrecht resp. senkrecht und danach
  • Objektiv- und Standortfehler eliminieren oder umgekehrte Reihenfolge
  • Abschneiden oder/und Format (1:1 3:2 4:3 16:9 frei) ändern
  • Helligkeiten verfolgen und ggf. ändern (Ambience), Schatten aufhellen (Shadows)
  • Bildfehler (Dreck) entfernen, Strukturen verbessern (Structure + Sharpening) und speichern

Wenn ich keine für mich befriedigende Korrekturen erstellen kann, lösche ich auf die Aufnahme lieber gleich, als über Gebühr Zeit für die Bildbearbeitung zu verbringen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher möglichst geringen Nacharbeit oder Umsetzung die vorhandene Aufnahme noch interessanter wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zu viel Ausschuss.

Geometrische Patzer gehören zu den häufigen Fehlern beim Fotografieren, viele Kameras erlauben, ein Gitternetz einzublenden oder die entsprechende Mattscheibe in der SLR auszutauschen. Notfalls hilft der Bildrand oben und seitlich zum horizontalen und vertikalen Ausgleich. Eigene Standorte mit Einbußen können auf dem Rechner korrigiert werden, zu stark auseinander oder zusammen fallende Linien ebenfalls (DxO View Point). Zuvor eignet sich die präzise Nachentwicklung (JPG oder RAW) ebenfalls auf dem Rechner.

Bildfehler, die vom verwendeten Objektiv verursacht werden, können ebenfalls oft direkt in der Kamera oder besser, weil auch für viele Fremdgläser möglich, auf den Rechner nachentwickelt werden. Dafür muss man dann Geduld aufbringen, erhält danach ein sehr gut aufbereitetes Bild. DxO 11 ist ein probates Tool, das mittlerweile auch Elemente von DxO View Point enthält und als Testversion erhältlich ist.

Aufnahmen erstelle ich immer im größten Format 2:3 der Kamera oder 3:4 vom Händy, denn abschneiden ist immer noch möglich. Zudem ist die höchste Bildgröße mit geringster Kompression sinnvoll, denn diese kann man auch mit geeigneten Programmen (TOP für windows – Fast Resize für IOS) blitzschnell für das Versenden (z.B. 250KB bei 1.000×1.500) wandeln.

Nicht immer gibt es top vorhandenes Licht (=> AL), auch der Sensor macht nicht jeden Kompromiss mit. Zudem hat sich in dieser Richtung nicht wirklich viel getan, was die Entwicklung betrifft. Wenn möglich, hilft eine präzise Bildkomposition, den möglichen Kontrastumfang einzuhalten, ansonsten belichte ich zur Rettung der Spitzlichter lieber etwas knapper (-1/2LW) und arbeite die Schatten nach, was dort allerdings das Rauschen verstärken kann. Der Ambience Regler (NIK Snapseed) ist bei der Verschiebung der harten Kontrastverhältnisse oft ein Segen, die Aufhellung mit dem um -2LW reduzierten Blitz manchmal auch, vor allem, wenn dieser nicht auf der Kamera platziert ist. Dabei darf die Belichtungszeit nicht vom Blitz synchronisiert werden, sondern dem AL entsprechen!

Sensoren verschmutzen beim Objektivwechsel, weshalb das offene Bajonett immer nach unten zeigen sollte. Was die automatische Sensorreinigung nicht schafft, kann der vorsichtige Anwender selbst oder vom Fachmann entfernen lassen. Auch die Bildbearbeitung stempelt die Sensorflecken weg. Strukturen lassen sich durch zarte Anhebung verbessern (Snapseed), Nachschärfen ist für den Druck (Print) sinnvoll. Ebenso schwierig sind Farbtemperaturen zu beeinflussen, ganz schnell wird es dabei kitschig! Immer gilt, weniger ist hier oft mehr und deshalb vergleicht man mit dem Original ob die Änderungen noch im Rahmen liegen. Zum Glück gibt es noch die ENTF Taste 🙂

Die o.a. iPhone6+ Panorama Aufnahme erzeugt eine bis ca. 10MB Datei, die selbst bei suboptimalem Licht noch ein wenig Futter in den dunklen Bildpartien hat. Selbstverständlich leisten sehr gute Crop oder VF Sensoren mehr…

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FAQs: Dias, Rollfilme resp. Negative (u.v.a.m.) digitalisieren, wie geht das?

Frage: Wie kann ich alte Schätze digitalisieren?

Glasplatte

Dr. Wilfried Forschner, fleißiger Leser des slowfoto blogs und begnadeter Fotograf und Tüftler, verrät hier wie er alte Schätze aufbereitet, danke lieber WIF für diesen interessanten Beitrag:

Dias waren bei mir nicht das Problem, sondern Negativrollen, die seit ca. 75 Jahren aufgerollt in ihren Dosen schlummerten. Die lassen sich nicht einfach so abfotografieren, weil sie sich immer wieder zusammenrollen. Auch Schneiden hilft nichts, weil man dann nur kleinere „Rollen“ bekommt.

image002

Also wie abgebildet für Negative oder Dias: liegender Reprostand von Novoflex, Bildbühnen für verschiedene Format von meinem alten Kaiser-Vergrösserer mit zwei Bauklemmen fixiert und dann mit einem Canon 580 EX II Blitz durch eine Mattscheibe frontal mit TTL Messung in ein Tamron Makroobjektiv fotografiert. Negativrolle in der Bildbühne fixiert und Bild für Bild „durchgezogen“ und geblitzt. Bilder sofort via USB Kabel auf einen Laptop in Lightroom übertragen und die Negative gleich intern in Positive „umgekehrt“. Da sieht man, was man hat. Die „Umkehrung“ braucht´s natürlich bei Dias nicht. Gleichzeitig eine 2. Kopie auf einen USB Stick, der dann auf meinen anderen PC übertragen wird. Letzteres wäre nicht notwendig, ist aber der Topgraphie meines Arbeitszimmers geschuldet. (c) Dr. Wilfried Forschner wif@wif.de

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FAQS – Fotografie – Was ist wichtig?

Was ist/war mir bei der Fotografie wichtig?

...es gibt immer noch etwas zu optimieren!
…es gibt immer noch etwas zu optimieren!

Begonnen hat es für mich nach der Minolta SRT 303 (1973) resp. der XE-1 aus 1974: Die der teilweise baugleichen Leica R3 entsprechende XE-5 und einige lichtstarke Rokkore sind heute noch im Besitz. Etwas später und richtig ernsthaft fotografiert habe ich mit zwei XD7 aus 1977, für Diapositiv- resp. Negativfilm, weil erstmals ein Korridor für Blenden und Zeiten eingegeben werden konnte, was so nicht in der Bedienungsanleitung stand, und der ISO Wert war durch den verwendeten Film vorgegeben. Mit Einführung des Canon EF (Electro-Focus) Bajonetts 1987 begann allerdings mein kompletter Umschwung…

ISO [auto]
[auto] ISO 250 1/40sec F2.8 – zentraler AF auf oberen Kronenkork Position 6 Uhr
Gesucht habe ich schon immer eine ISO Automatik, die im [Auto] Programm meiner ersten EOS 300D aus 2003 nur von ISO 100-400, d.h. arg eingeschränkt geboten wurde. Erst die EOS 6D aus 2012 bietet ISO 50-25.600 und 100-25.600 im Auto ISO-Bereich, und der funktioniert auch uneingeschränkt im [M] Programm, so dass mit variabler Blende oder Belichtungszeit die Empfindlichkeit dem vorhandenen Licht >nachgeführt< wird.

ISO 50
ISO 50 1/10sec F 2.5
ISO 100
ISO 100 1/20sec F2.5

Das muss nicht Jedem gefallen, aber für mich ist es von Bedeutung: Erstens können auch lichtschwächere Zoom-Objektive mit kurzen Verschlusszeiten sicher angewendet werden und zweitens ermöglichen auch manuell eingestellte höhere ISO Werte deutlich geschlossenere Blenden, was der Bildqualität zugute kommt, das sehr soft ansteigende Rauschen fällt oft nur in der 1:1 Betrachtung und in der Regel nur in dunkleren Bildpartien wirklich auf.

ISO 12.800
ISO 12.800 1/250sec F7.1
ISO 25.600
ISO 25.600 1/400sec F9

Über die Empfindlichkeit, Präzision und Schnelligkeit des zentralen Kreuzsensors gibt es von meiner Seite aus ein dickes Lob. Einige sog. Motiv-Automatiken [SCN] habe ich schon an Kompakten resp. Spiegellosen als nützlich empfunden, wenn es denn mal blitzschnell gehen muss, die 6D bietet hier die gesamte Palette zusätzlich zu den üblichen Automatikprogrammen: Ich bin mir bewußt, dass der professionelle Fotograf diese nie benutzt, aber Canon berichtet von ca. 80% zur Reparatur o.ä. eingesendeten EOS dSLR, deren Wahlrad auf dem grünen [A] geparkt war 🙂

Die Entscheidung digitaler oder optischer Sucher fällt für mich ganz einfach so aus, dass ich auf beide nicht verzichten mag. Wie das Live View Bild einfach Vorteile hat (what you see is what you get) und das je größer desto besser (Pad oder Notebook), erreicht es nie die optische TTL Präzision und diese zeigt auch nicht das Resultat, sondern die Situation bei offener Blende, basta! Als wertig finde ich, die 6D per WLAN mit dem Händy fernsteuern resp. die eben erstellten Aufnahmen auf dem größeren als dem Kameradisplay betrachten zu können, optische Vorsätze resp. optoelektronische Erweiterungen für das Händy halte ich deshalb für entbehrlich. Auch das ist meine persönliche Ansicht.

Jede Festbrennweite verzeichnet, auch ein Makroobjektiv, Zoome zudem oft hemmungslos: Wenn man die Originaldatei aus der Kamera mit der spezifisch auf diese Sensor-Objektivkombination mit DxO oder LR korrigierten Bilddatei vergleicht, wird man regelmäßig und sogar heftig erschrecken, weswegen diese z.T. horrenden Unterschiede unbedingt einmal gesehen und verstanden werden sollten. Neuere Bodies haben interne Aberrations-Korrekturdaten für hauseigene Objektive an Bord, die diese Aufgabe bereits bei der Speicherung übernehmen. M.E. läßt sich die hochgepriesene Bildqualität aktueller spiegelloser Systemkameras samt neu gerechneten Objektiven durchaus mit dieser Korrektur Technik erklären. Sie kommt z.B. im Bau aktiver Lautsprecher ebenfalls zur Anwendung, um die angewendete bewegliche Technik positiv zu unterstützen.

Und wenn ich jetzt noch an den geliebten Kodachrome 25 Diafilm in der Zeiss Icon Icarex 35 mit Aufsichtsucher und M42er Tessar 2.8 50mm denke – gebraucht gekauft im Jahr 1970, dann sehe ich heute schon einen gewaltigen Fortschritt 🙂 

Ebenso positiv ist der Preisverfall, für unter 2k€ gibt es die EOS 6D plus 3 abbildungs- und lichtstarken 1.8 28/50/85 mm Festbrennweiten aus gleichem Haus, für KB-Vollformat ein veritables Angebot für sicher noch sehr viele Jahre Freude an der Fotografie.

Für die Aussagetiefe einer fotografischen Aufnahme hat das alles nur eine technische und damit untergeordnete Bedeutung, wenn sich das so gesehene Bild weitestgehend getreu in eine verpixelte Datei umsetzen lässt. Frauenaugen sind hier bezüglich der Beurteilung m.E. im Vorteil.

Testaufbau
Testaufbau Übersicht

2:3 Aufnahmen EOS 6D mit EF 2.5 50mm macro, die 4:3 Übersicht mit dem iPhone 5s – alle ooc außer Datenreduktion – EOS Remote per WLAN und iPhone6+ – stabiler Stand aus schwerer Glasplatte mit Saugfuß und diversen Montagen – echt gut zu händeln.

Stiegl ist seit 1492 eine traditionsreiche Brauerei in Salzburg, die auch Weissbier anbietet. Die Biere sind so gut, es heißt sogar: Salzburger Trinken Immer Einen Ganzen Liter 🙂

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FAQS: WLAN für die Kamera – sinnvoll oder was?

Frage: Ist WLAN für die digitale Kamera sinnvoll und welche Vorteile sind damit verbunden?

slowfoto: Seit einigen Jahren bieten Kameras WLAN, aktuelle Modelle auch BlueTooth (BT) zur Verbindung mit anderen Geräten. Uneingeschränkt kann diese Kommunikation mit sinnvoll beurteilt werden, weil bisher ein Kabel zur Fernbedienung der Kamera nötig war. Unterstützt werden viele kompakte Powershot und folgende Kameras: EOS 6D, EOS 70D, EOS 750D, EOS 760D und EOS M3.

Am Beispiel der Canon EOS 6D i.V.m. dem iPhone 6+ sieht das folgendermaßen aus:

Blick aus dem Fenster
Blick mit dem iPhone5+ aus dem Fenster
dto. mit der 6D
dto. mit der 6D
dto. Liveview 6D
dto. Liveview 6D

EOS Utility3 verbindet die 6D mit dem Noti oder Rechner auf herkömmliche, weil kabelgebundene Weise und relativ unproblematischem Aufwand, wenn man von Ausnahmen wie der ersten Utility unfähigen EOS M absieht. Die 6D hat mobiles WLAN, oft auch WIFI benannt, an Bord, das Händy sowieso. Es ist sinnvoll, ein Händy mit größtmöglichem Bildschirm oder gleich ein Pad zu wählen, dessen Ausmaße sich denen kleiner Notebooks nähern: Vorteile sind die großflächige Darstellung wie auch vollständige Touchscreen Bedienung! Und je nach Panel Qualität zeigt die mit zwei Fingern aufgestrichene Vergrößerung Einzelheiten der Aufnahme besser und bequemer als die Zoom Tastatur auf den rückseitigen 3-Zoll TFT der Kamera ermöglicht, vor allem für weitere Betrachter zur erklärenden Demonstration.

F
Kamerabildanzeige vor dem Runterladen

EOS Remote (1.3.1.0) bietet fast identische Bedienung wie Utility, die >Fernaufnahmen<, >Kamerabildanzeige< und >Kameraverbindung< betreffend. Dabei wird die Bildgröße von 5.472×3.648 mit 4-9MB auf 1.920×1.280 mit ca. 700KB auch für den Versand per Händy reduziert, was immer noch eine fullHD Darstellung ermöglicht. In der Thumbnail Darstellung lassen sich bereits Aufnahmen auf der SD Karte löschen, was m.E. äußerst zeitsparend ist. Mittlerweile finde ich die erste Betrachtung der soeben gemachten Aufnahmeserien schon auf dem 6„Display des iPhone 6+ eklatant deutlich. Wer will, kann zusätzlich Ortsdaten mit speichern, sofern GPS in der Kamera aktiviert ist, An- und Ausschalten ist hier so sinnvoll wie beim WLAN auch, um den Kamera eigenen Akku zu schonen.

CAVE: Das Herunterladen von dSLR Aufnahmen auf das iPhone bringt die heilige iFotos Zählweise insofern durcheinander, als die Aufnahmen plötzlich >UNADJUSTEDNONRAWthumb369a< benannt sind, es kann auch sein ein paar aus dem iPhone gleich mit, was zur erheblichen Mehrarbeit im finalen Speicher führt. Gleiches gilt auch für Aufnahmen mit Apps wie >Hydra< und scheint ein noch nicht optimal gelöstes Problem der Speicherung im iPhone darzustellen. Abhilfe: nur für speditiven Versand herunterladen und danach sofort wieder auf dem iPhone löschen, basta!

Fernaufnahme
Fernaufnahme

Einstellungen WLAN-Funktion (Canon EOS 6D – Kartei gelb 3.Reiter):

  1. Grundeinstell. -> Verbindungsmodus – Mit Smartphone verbinden -> MAC-Adresse … -> Einstellungsnahme – SmartphoneXY
  2. TCP/IP Einst. IP-Adr. – Autom.zuordnen XXX -> Subnetzmaske YYY – Gateway ZZZ
  3. Wireless LAN – Verbindungsmeth. Kamerazugangspunkt-Modus -> SSID – Six_Dee -> Kanal – 11
  4. Wireless LAN -> Verschlüsselung – Keine
  5. Mit Smartphone verbinden – iPhone XX

Die Einrichtung mit Hilfe der Canon Anleitung gerät zum Geduldspiel, viel einfacher geht es wie hier Tobias Heyl in  seinem Clip vom 06.10.2013 zeigt, danke! Mein zusätzlicher Tipp: Auch ohne Verschlüsselung für das Wireless LAN bei privater Nutzung und Kanal 11 für manuelle Verbindung. Einmal eingerichtet, startet man die 6D (wie das Händy auch) auf Auto.Abschalt aus und aktiviert WLAN, sucht beim Händy das >Six-Dee< Netzwerk und nutzt EOS Remote jederzeit und allerorts und immer wieder ohne weiteren Aufwand.

Es versteht sich von alleine, dass Fernaufnahmen mit einer dSLR nur im Live-Modus durchgeführt werden können: Verschiedene AF Modi stehen dafür zur Verfügung, die nicht im geringsten mit der TTL Schnelligkeit des mittleren Kreuzsensors konkurrieren können. Der Reiz liegt in der bequem weil unverrenkt zu betrachtenden Live-Darstellung, der präzisen wenn auch langsamen Einstellung aller Parameter für alle slowfotografischen Motive und der berührungslosen Auslösung in Kombination. Händy und Kamera gehen hier eine vortreffliche Verbindung ein. Was das Smartphone alleine und noch mehr und das schon seit 10 Jahren bietet. Fazit:

  1. Wer schon gerne mit dem Händy fotografiert und Aufnahmen öfters versendet,
  2. wer auf die technischen Möglichkeiten einer dSLR nicht verzichten möchte und
  3. wer die Betrachtung und Fernbedienung per Händy für die dSLR nutzen mag,
  4. für den ist das mobile fotografische WLAN ausgesprochen sinnvoll!

Sinnvoll? Uneingeschränkt JA, wenn man es nutzt.

stabiler iPhon Stand
stabiler iPhone Stand

alle Aufnahmen iPhone5+

© slowfoto.de