Bildqualitäten, Dynamik und ISO Empfindlichkeiten im Vergleich – Canon

FAQs: Welche Canon Kamera ist die mit der besten Bildqualität, Dynamik und der höchsten Rauscharmut?

Für die Anschaffung oder Bewertung einer digitalen Kamera gibt es viele Informationsquellen, die wie oft auch widersprüchlich sind, je nach Affinität des Schreibers. Ich verwende digitale Canon Produkte seit weit über 10 Jahren, angefangen von der EOS 300D bis hin zur EOS 5Ds. Bei den 3- bzw. 4 stelligen Modellen mag ich den kleinen Sucher weniger, bei den 2- und 1-stelligen dSLR finde ich das größere Sucherbild okay, bei Live-View darf es gerne mehr als ein 3 Zoll TFT sein. Die inneren Werte einer Kamera (Firmware – Prozessor – Sensor) bestimmen sich im Angebot, und das muss Jeder selbst beurteilen, wie auch die Folgekosten und das Handling. Deshalb gibt es weder einen Testsieger noch eine eindeutige Kaufempfehlung! 

28% Rauschen ist garantiert – danke für den Tipp (c)IZ
Kamera/Body Sensor MPI ISO rauscharm Preis ca. Bildqualität
         
EOS M mit App 4 Nachtaufn. o. Stativ 18 aus 25.600

wird 3.200

<300.- Nachtaufn.

rauscharm

         
EOS M3 24,2 1.600 400.- 83,1
EOS M5 24,2 1.600 1.100.- 83,1
EOS M10 18 1.600 250.- 84,2
EOS 800D 24,2 1.600 850.- 86,2
         
EOS 7D II 20,2 1.600 1.255.- 86,8
EOS 80D 24 3.200 1.000.- 87,3
         
Powershot G3XII 12,8 800 610.- 88,5
EOS 1300D 18 3.200 340.- 88,6
         
EOS 5D II        
EOS 5D III 22,3 6.400 2.300.- 88,8
EOS 5D IV 30,1 3.200 4.050.- 88,9
         
EOS 6D 20,2 12.800 1.400.- 90,4
EOS 1DX II 20,2 6.400 6.300.- 92,8
EOS 5DS/R 50,6 1.600 3.600.- 93,6/93,9
         

Die obere Tabelle ist der Canon Bibel von falkemedia entnommen und zeigt die für mich wesentlichen Wertigkeiten wie Bildqualität und den nutzbaren ISO Bereich, die EOS 6D ist hier mein Favorit bei den Vollformaten, die EOS 1300D preislich der Crop Favorit.

damals mein Favorit mit dem Kodachrome 25

Die untere Tabelle ist der Traumflieger Seite entnommen und zeigt vergleichbare Bewertungen, die EOS 6D ist auch hier mein bezahlbarer Favorit bei den dSLR. Die EOS M zeigt sich m.E. ähnlich gut wie die 7D, beide mit sichtbarem Abstand zur 5D II. Die 5D IV ist der Dynamik Gewinner zwei, die 1DX II die Nummer 1.

Kamera/Body Sensor MPI ISO rauscharm Dynamik Bildqualität
EOS 5D IV 30 6.400 75 104
EOS 5DsR 50 3.200 40 100
EOS 1DX II 20 bis 6.400 besser als die 6D 85 101
EOS 6D 20 ab 12.800 besser als 1DXII 45 87
EOS 5D III 22 3.200 30 87
EOS 5D II 21 3.200 30 83
EOS M5 24 1.600 75 76
EOS M3 24 1.600 45 70
EOS 7D II 20 1.600 45 70
EOS 5D 12,8 800 30 69
EOS M 18 1.600 25 63
EOS 7D 18 1.600 30 60

Fazit: Dieser Vergleich zeigt gewisse Parallelen in der Reihenfolge, aber keinesfalls alle Parameter, die für einen Kamerakauf entscheidend sein können. Canon bietet sehr gute und günstige Kameras als Spiegellose, Crop- oder Vollformate und exzellente Profikameras zu entsprechenden Preisen. Man muss wissen was man nicht benötigt!

Ich lege als >Slowfotograf< keinen allzu großen Wert auf schnelle Bildfolge (3/sec reichen mir) und/oder schnelle AF Nachführung, aber auf präzise Pre-Fokusierung per mittlerem Kreuzsensor, möglichst gute JPG Bildqualität sowie hohe und rauscharme Empfindlichkeit für die Aufnahmen mit vorhandenem Licht. Blitz und Stativ sind weniger mein Ding, gleiches gilt für Kompaktkameras seit der Bildqualität ab der superkompakten EOS M oder des iPhone5s, für Live View Aufnahmen mag ich das iPhone6+ wegen der überragenden Bildschirm Qualität lieber.

alle verwendbar, wie die Bodies oben auch

(c) slowfoto.de

Advertisements

FAQs: Einfach bessere Fotos – wie man sie erhält

  

„Einfach bessere Fotos“ – my way

EOS 5DII – kleine Tomate auf dem Holztisch draussen – unbearbeitet 2010

Die folgenden Gedanken sind für mich die wichtigsten, was meine Fotografie betrifft. Ich möchte in einer Zusammenfassung aus rund 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Thematik versuchen, die für mich wesentlichen Fundamente einer guten Fotografie zu erklären: Heutzutage ist es für Jeden recht einfach, Fotoaufnahmen zu machen, man wählt [auto] und knipst einfach drauf los. Will man ein Handwerk ausüben, ist zuvor eine entsprechende Ausbildung notwendig, um die einzelnen Strukturen der Tätigkeiten zu erlernen. Knipsen kann hingegen Jeder.

Meine frühe fotografische Ausbildung bestand im Wesentlichen aus der Anwendung fototechnischer Parameter, weil die 35mm Kamera erst einmal >bedient< werden musste, heute nimmt der moderne Apparat dem Nutzer alle notwendigen Einstellungen ab.

Über die wertige Bildkomposition habe ich erst später gelesen (Andreas Feininger), und die ist heute wie früher immer noch Sache des Anwenders, denn die Kamera beherrscht sie nicht: Hinstehen, Zoomen und Abdrücken führt i.d.R. zu langweiligen Aufnahmen, weil Strukturen in der Aufnahme fehlen. Wenn gezeigte Aufnahmen Aufmersamkeit erregen, wenn vor allem Frauenaugen sie bemerkenswert (like it!) finden, dann sind diese sensiblen Strukturen in den Bildern zu finden. Alles andere wird einfach übersehen oder schnell vergessen.

EOS M3 Zeppelin NT 2015

Wenn man gewisse Strukturen beherzigt, weil man sie verstanden hat, werden die Aufnahmen besser und lassen sich sogar >verkaufen<. Wer eine >bessere< Kamera kauft, teuer und dafür mit billigem (zigfach Zoom-)Objektiv, bleibt bei >seinen< Bildern. Wer aber einen Kurs besucht und/oder sich gezielt weiterbildet, wird fast egal mit welcher Ausrüstung Aufnahmen mit Aussagen erstellen.

Mittlerweile reicht mir ein gutes Händy für viele shots: Das Bild entsteht schon in der Entfernung bereits im Kopf, und weil ich mit beiden Augen etwa 180 Grad Blickwinkel habe, muss ich zunächst differenzieren, was ich für wichtig halte, und beurteilen können, ob das auch fotografisch machbar ist. Die Struktur ist dabei das Wichtigste, (zu) viele Details verderben die Aussage, ein >eyecatcher< muss vorhanden sein, die Aufnahme soll ja aus dem Üblichen herausfallen! Man kann dies auch Botschaft, Geschichte oder Thema nennen: Was will ich mit diesem Foto aussagen? Nichts ist langweiliger als eine Fotoshow von 300 Aufnahmen, die meist ohne präzise Aussage und dabei oft technisch schlecht sind, sich in vielen Standpunkten wiederholen und einer langwierigen Erläuterung bedürfen! 30 Gute Aufnahmen mit knappem Kommentar fesseln die Zuschauer weit mehr.

iPhone 4 – wilder grüner >Löwenzahn< – unbearbeitet 2011

Jedes Foto benötigt >eine< Aussage als Basis, die über den vorhandenen Details steht. Diese Struktur lebt von Kontrasten, Farben und Schatten von hell bis dunkel und ist wichtiger als alle anderen Details. In meinem ersten Bild ist die (wichtige) rote Tomate der Mittelpunkt, das ergraute Holz der Tischplatte die (unwichtige) Umgebung. Rot fällt stark auf, Grau hält sich dezent zurück. Weitere Akzente setzt man bewußt mit der Brennweite (geringe Schärfentiefe => Freistellen) und/oder mit der Arbeitsblende (offen => sichtbare Vignettierung), weshalb ich heute auch auf die nachträgliche Korrektur (DxO) vorhandener sog. Schwächen mancher Objektive verzichte, ich nutze sie lieber für die individuelle Bildgestaltung. So werden die Aufnahmen einfach interessanter, was eine für die Bildbetrachtung positive Bereitschaft beim Betrachter voraussetzt, denn wer nicht richtig hinschaut, bekommt auch nichts mit.

Nikon Coolpix E 4500 WW so nah wie möglich, das Rechteck wird zum Kissen 2009

Ausnahmen sind die gräßlichen Verzeichnungen, die uns Zoomobjektive frühester digitale Kompaktkameras geboten haben.

Akzente setzen

Weitere Akzente setzt man mit passenden Brennweiten (resp. Panoramen beim iPhone) oder man geht so nahe wie möglich ran (wenn Du etwas abschneiden musst, dann warst Du zu weit weg). Weitwinkel haben einen speziellen optischen Charakter in der Tiefe, Teleobjektive zeigen den Ausschnitt. Das WW ist anspruchsvoll in der Bildgestaltung, weil nah bis fern sehr lang ist. Das Tele ist gnadenlos, wenn der uninteressante Hintergrund scharf mit abgebildet wird. Zoome, vor allem billige mit großem Bereich, verbiegen noch mehr auch in der Bildebene, nicht nur im Sinne von Kissen und Tonnen. In der Natur spielt das eine geringere Rolle, in der Kultur hingegen sind diese Verzeichnungen sichtbar. Bei beiden Gläsern sind offene Blendenwerte eine gute Möglichkeit, das wesentliche Subjekt auf der Schärfenebene abzubilden und so gegen den unscharfen Hinter- resp. Vordergrund freizustellen. 

Ebenso bedeutend ist die Farbe in der Bildaussage. Mit Schwarz Weiss kann man keine Farbakzente wiedergeben, mit Farben keinen SW Effekt erreichen. Ich fotografiere immer in Farbe, denn SW kann ich weitestgehend am Rechner und in Ruhe erarbeiten. Geliebte Ausnahmen sind fast monochromatische Aufnahmen bei Dunst oder Nebel.

EOS 5Ds vernebelter Sonnenaufgang am südlichen Bodensee – unbearbeitet, feinste Details 2016

Man sollte beim Fotografieren nicht nur ein Detail erspähen, sondern den Kontext desselben in seiner Umgebung, die Komposition muss stimmig sein, sonst wirkt die Aufnahme uninteressant.

Selbst mit ausgefuchster EBV lassen sich Strukturen nur weiter herausarbeiten, aber fehlende nicht ersetzen. Was fehlt fehlt, basta, wobei ich burn&dodge, also das Aufhellen oder Abwedeln bestimmter Partien in der Aufnahme, für bildverbessernd einsetze, wie früher beim Fotopapier in der Dunkelkammer. Eine sehr gute Aufnahme kann dadurch gewinnen. 

Welches Subjekt oder Motiv ist das wichtige?

Mal flott gesprochen, auch eine Toilette kann was hergeben 🙂

iPhone6+ – herzlich willkommen (das Foto ist stark bearbeitet) 2016

Im Grunde ist es fast egal, was als Subjekt dargestellt wird, Hauptsache die Aufnahme spricht an. Okay, hier ist es krass dargestellt, diese Toilette entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen, zumal die sinnlichen Eindrücke per Bild nicht dargestellt werden können, müssen auch nicht. Immerhin bewundere ich die letzten Nutzer dieses stillen Örtchens… Warum also diese Aufnahme: Ich fotografiere (hemmungslos) was mir auffällt, nicht was Andere vielleicht sehen wollen. Hauptsache es gibt Farben, Linien und Strukturen und das Subjekt ist unschwer erkennbar.

Komposition

Bei der Bildkomposition kann und sollte man Details zunächst vernachlässigen, den Überblick aber im Auge behalten. Bei der SLR bedeutet das ein Blick durch das Objektiv, einmal Kamera runter, beim LiveView beides gleichzeitig mit beiden Augen. Die Vorzüge des LiveViews habe ich mit dem Mäusekino der ersten Nikon Coolpix lieben gelernt. Ein Pad ist für LiveView besonders geeignet, verfügt meist über schwache fotografische Leistungen. Moderne dSLR lassen sich mit dem Pad oder Händy koppeln, was Stativ Verwendung voraussetzt mit allen Nachteilen mobiler Fotografie, ich möchte mich lieber solange bewegen, bis der Bildausschnitt passt und keine oder nur wenig Nachbearbeitung nötig ist. Mittlerweile liebe ich Aufnahmen mit dem Handy… what I see is exactly what I get!

iPhone4s alles im grünen Bereich – unbearbeitet 2015

Wohin schaut das Auge zuerst

Nein, nicht Frauen- oder Männeraugen sind gemeint, sondern die beim Betrachten der Aufnahme oder zuvor der Umgebung! Helligkeit, Kontrast und Sättigung bestimmen den Eyecatcher. Erst danach wandert der Blick weiter, allerdings zählt der erste Eindruck stärker (wie im richtigen Leben eben). Deshalb gehören bildbestimmende wichtige Detail eher zentral angeordnet und nicht in die Ecken versteckt: GROSSBUCHSTABEN sind der Titel, der Text führt dann weiter. Panoramen mit dem iPhone müssen zwingend zuvor abgefahren werden – auch ohne Speicherung, um die Wirkung beurteilen zu können, (Super-) weinwinklige Aufnahmen sorgfältig kontrolliert sein. Hinspüren, hinschauen, dann erst klicken.  

EOS 6+ Angebot hinter der Scheibe – unbearbeitet 2015

Die Ecken dürfen dunkler (Vignette) und dennoch durchgezeichnet sein, so dass der Blick auf die bildwichtige Mitte gelenkt wird. Das widerspricht zwar der Wirklichkeit, ist aber ein guter Trick, die Aufmerksamkeit zu führen. HDR und DxO verwendet man, wenn man von Ecke zu Ecke völlig durchgezeichnete Aufnahmen haben will. 

Geschriebenes lesen wir von links nach rechts und von oben nach unten, das schafft Gewohnheiten. Was gegen Gewohnheiten verstößt, wird nicht immer als okay bewertet. Einzig das Logo der Deutschen Bank besteht außer dem quadratischen Rahmen aus einem dynamischen Balken von links unten nach rechts oben, als Synonym für die ausschließlich positiv aufsteigende Entwicklung durchaus auch untauglich 😦

Aufhellen und Abdunkeln

Dodge and burn gab es schon in der SW-Dunkelkammel, das Fotopapier wurde selektiv länger nachbelichtet oder kürzer abgewedelt, um dunkle Partien aufzuhellen oder helle abzudunkeln. Am Rechner ist es einfach, man werkelt so lange, bis alle Augen zufrieden sind…

EOS 5D Dokumenta 2007

Wesentliches – Ablenkung und Knalleffekt

Alles was ablenkt = stört, sollte aus der Aufnahme entfernt werden, sei es vor dem Klick oder danach am Rechner, man kann am Rande oft Zuschneiden (crop) oder in der Aufnahme Stempeln (überschreiben). In der Dunkelkammer war für jeden falschen Schritt ein neuer Abzug nötig, am Rechner wird der letzte falsche Schritt verworfen. Wichtig ist, dass die Veränderungen (fast) unsichtbar bleiben sollen, oder man bezeichnet Übertreibungen als Kunst (resp. kunscht vergesse).

EOS 100D 2013 bearbeitet

Gesten

Gestik ist die Sprache ohne Worte, der Gesichtsausdruck oder die Haltung der Hände sagt etwas! Kinder oder sehr alte Menschen haben oft vielsagende Gesichter. Bei Porträts hilft es oft, dem Betroffenen anzusprechen oder ihm etwas in die Hand zu geben.

Contax 2.8 50mm 35mm SW ca. 1953

Farb (-lehre)

Auch hier hat mich Andreas Feininger mit seinem Standartwerk beeinflusst. Je nach gewünschtem Bildausdruck sollen warme Farben (Rot – Orange – Gelb – Weiss) mehr den Vordergrund, kalte ( Grün – Blau – Violett – Schwarz) mehr den Hintergrund betonen. Komplementärfarben wie Orange (vorn) und Blau (hinten) schaffen Spannung. Ein kalibrierter Bildschirm respektive LifeView zeigen präzise what you see ist what you get, der optische SLR Sucher nicht. Farben in Harmonie sind vom eigenen (erworbenem und vorhandenem) Farbempfinden abhängig, mein linkes Auge sieht z.B. etwas wärmer als das rechte! Warme Farben stimmen friedlich, kalte regen an. Frauenaugen können m.E. Farben besser einschätzen, was sich leider nicht immer im eigenen Äußeren niederschlägt. Wenn die in der Aufnahme vorhandenen Farben nicht wirklich zufrieden stellen, versuche ich es in Schwarz-Weiss umzugestalten oder reduziere die Sättigung auf 10-20%.

PowerShot D10 Appetizer – unbearbeitet 2011

Licht

Fotografieren ist Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Ohne Licht gibt es kein Foto, Licht ist Farbe, Dunkelheit und Helligkeit, Kontrast und Schatten(fall) plus Struktur. Natürliches Licht ist für mich eine sich wandelnde Stimmung, die ich im Studio so nie erhalte.

EOS 350D 10mm Mahnmal Berlin 2005

Still Picture – Momentaufnahme

Das (gerahmte) Foto ist 2-dimensional, das Leben nicht, es ist laut und riecht und es lässt sich in keinen Rahmen packen. Potentielle Aufnahmen lassen sich mit einem geschlossenen Auge besser beurteilen: Wieviel Verlust verträgt ein Foto? Oder wieviel Input gewinnt es durch die Reduktion? Die verlustige 3. Dimension lässt sich oft durch die Bildtiefe ausgleichen, man muss auf den Verlauf Vorder- zu Mittel- und Hintergrund achten (Landschaften und Licht).

iPhone 6+ Blick vom Nebelhorn nach Süden 2016

Der alte Trick: Erst laufen, dann stehenbleiben, mit beiden Händen vor den Augen den imaginären Rahmen bilden (Bildwinkel = Brennweite) und die Komposition beurteilen, und dann vom optimalen Standpunkt aus fotografieren. Scheißwetter gehört im Leben dazu, Wasser ist ein wertvoller Spiegel, ich liebe Glas, Meere und Seen. Mit der Erfahrung und Zeit >erblickt< man diese Kristallisationspunkte oder Schlüssel für das Foto, weil man sieht, was man kennt.

Kopie oder Vorbild?

iPhone 4s Vertrauen ohne weitere Worte – unbearbeitet 2015

Der Versuch, einen Meister zu kopieren, ist zum Scheitern verurteilt, vom Meister hingegen zu lernen, ist erlaubt: Je mehr Ausstellungen man besucht, desto größer wird der Wunsch nach einem eigenen Stil, und den gilt es zu entwickeln resp. zu fördern. Mein Wunsch hinsichtlich Fotografie ist es, bei möglichst allen vorhandenen Lichtsituationen Aufnahmen erstellen zu können, die sich von denen der Mitschaffenden unterscheiden, ein Beipiel: Das illuminierte Berlin lockt jährlich tausende von Stativträgern in die nächtlichen Strassen, ich habe nur eine spiegellose Cropsensor Kamera mit einem stabilisierten Weitwinkelzoom (zusammen unter 550g) und einer App, die 4 Bilder (in einer Sekunde aufgenommen) rauscharm zusammenrechnet. Basta. Schneller geht nicht. Es sei denn, die Technik baut eine Kamera, die mit ISO 25.600 und nur einer Aufnahme gleiche Resultate liefert (1,5kg)… Man sollte seinen eigenen Neigungen folgen und aufnehmen, was einen selbst fasziniert, das ergibt schließlich gute Bilder. Und ab und zu nach links und rechts schauen, denn andere Fotografen sind auch gut oder noch besser!

Nikon E 990 2002 Salvador Dali ist m.E. der allererste Begründer digitaler Denkweisen, beim Betrachten schnell blinzeln, dann erscheint der amerikanische Präsident (l.u.) ganz groß im Umriss

Faktor Technik

EOS M3 Interbike Friedrichshafen – unbearbeitet 2015

Früher hatte ich eine Briefträgertasche voll Gerät und meine Freundin schleppte das Stativ (ich hätte das vermutlich nicht gemacht!). Heute sagt mir meine Frau, mach mal eine Aufnahme davon und davon oder sie nimmt ihr Händy (einschließlich Exif, GPS und Zeitdaten ca. 200g).

Faktor Zeit

In zwei Stunden oder zwei Wochen Urlaub kann Keiner bessere Fotos machen, also schon im Web vorhanden sind. Aber andere… So wie man die Uhr nicht zurückdrehen kann, ist die (richtige) Situation verpasst, wenn alles stimmt, sollte man abdrücken! Das bedeutet, wertige Situationen aufmerksam zu beobachten und dabei den Fotoapparat schußbereit zu führen.

EOS 5DII LiveView aus der Hüfte 2012

Das vorhandene Licht ist, im Gegensatz zum Studioblitz, nicht konstant, die aktuell vorgefundene Situation nicht für die Ewigkeit identisch, es gilt, das Foto jetzt aufzunehmen, also Augen auf und schnell reagieren. Mit der Erfahrung von zig-tausenden Fotos geht das ganz gut, die ersten 10 bis 50 Tausend Aufnahmen sind sowieso nicht die besseren 🙂 – also kritisch üben und kritisch verwerten und löschen! Die schnelle Bildrate ist nur in der Meisterhand interessant, ansonsten eher ein Greuel für den Betrachter.

Fazit

Hat man gelernt hat, maßgebliche Strukturen in der Komposition eines Bildes zu erkennen, wird man wesentliche interessante Aufnahmen erzielen als die meisten Knipser. Die bleiben einfach stehen, als den besten Standort für den richtigen Blickwinkel und den günstigsten Lichtverlauf aufzusuchen und dann erst abzudrücken. Mit Hoffnung wird keine Aufnahme besser, egal welches (teure) Äquipment zur Verfügung steht, das führt nur zu inhaltslosen Schnappschüssen. Es gilt, vor dem Klick zu sehen, zu erkennen, zu bewerten und dann erst umzusetzen. Die Kamera beherrscht keine Komposition, sondern gibt >nur< mehr oder minder genau wieder, was auch im Sucher zu erkennen ist.

Nikon E 990 – unbearbeitet 2001
Nikon E 990 – unbearbeitet 2001

Absolut wichtig ist der eigene Standort und zudem die Positionierung der Kamera. Oft genügen geringe Korrekturen und die Aufnahme bekommt Profil, ein Beispiel: Kleine-re Kinder stellen sich auf Augenhöhe einfach besser dar! Im Nachhinein ist der View Point nur geringfügig zu verändern (DxO VP). Werden Tricks angewendet (HDR, Langzeitbelichtung vom Stativ, Panoramen, Stacking u.v.a.m.), sollten sie ausreichend beherrscht werden.

Wer diese Basics beherrscht, erzielt mit fast egal welcher Kamera interessante Aufnahmen (hmmm – oooh!)

SANYO E6 – zwei engagierte Feuerwanzen 2009

© slowfoto.de

FAQs: Google Snapseed

Bildbearbeitung auf dem Handy, ist das sinnvoll?

Manche Aufnahmen, vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen, gelingen nicht so, dass ich wirklich zufrieden bin: Löschen oder behalten? Für spätere Bildbearbeitung in der gewohnten Umgebung und mit ebensolchen Schritten ist keine Gelegenheit, zudem wird ein schneller Versand erwogen, also habe ich versucht, die Aufnahme auf dem iPhone 6+ zu bearbeiten: Siehe da, Google hat Snapseed intensiv umgebaut, es ist übersichtlich, welche Tools in der App angeboten werden, die Bearbeitung erfolgt per horizontalem Schieberegler über der Aufnahme, alles lässt sich recht präzise einstellen und der Bildschirm vom 6+ lässt höchstens noch den Wunsch nach dem größerem vom iPad zu 🙂 Um es klar zu sagen, für mich bleibt meine bevorzugte Art der Bildbearbeitung immer noch die am Schreibtisch mit 27„und geregelten Lichtverhältnissen, also leicht abgedunkelt. In ein paar Jahren gibt es vielleicht noch den Schritt hin zu einem Retina Display (you can`t always get what you want)…

vorher -> ENTF?
nachher 🙂

iPhone6+ ooc und mit Snapseed bearbeitet

© slowfoto.de

FAQS: (NIK) Snapseed – wo bekomme ich es noch?

Das fragt mich aktuell ein fotografischer und seit Urzeiten persönlicher Freund, der auch keine Stunden vor dem PC sitzen, aber die eine oder andere Unzulänglichkeit einer Bilddatei verbessern möchte!

mit NIK Snapseed Korrektur in ca. 30sec, Workflow siehe unten
JPG out of cam datenreduziert: Immenstadt Stadtschloss von 1550, Historant, Marktplatz

Seit NIK den Vertrieb der Suite eingestellt hat, gibt es bei Softonic noch einen kostenlosen Snapseed Download für win und IOS, mit der Einschränkung gegenüber der Urversion, RAW Dateien werden nicht mehr akzeptiert. Der alte Funktionsumfang scheint aber gesichert, hier nur kurz skizziert: Das Wesentliche bei NIK war die U-Point Technologie, die rudimentär in Snapseed enthalten ist, für eminent wichtig unter den Features halte ich Ambience (Lichtverschiebung) – Shadows (Schatten aufhellen) – Structure (Strukturen betonen) – Warmth (Bildwärme + -)  und natürlich Crop & Straighten für alles was schebb oder überflüssig ist. Aus meiner Anleitung 3 vom VHS Kurs hier der entsprechende Tipp für alles, was meine schnelle Arbeit am Rechner betrifft. Von meinem Vater (Fotojournalist) habe ich noch die Dunkelkammer kennen gelernt, heute ist das mit der Datei viel einfacher:

Frage: Wieviel Bildbearbeitung nutzt Du und wie archivierst Du Deine fotografischen Aufnahmen? 

Will ich fotografieren oder vor dem Bildschirm sitzen? Ich will beides im vernünftigen Verhältnis. Von Ausnahmen abgesehen nutze ich die JPG Engine der Kamera mit speziellen Bildstil und freue mich, wenn es keiner oder nur weniger Nachbearbeitung bedarf. Allerdings sind auch meine Aufnahmen oft nicht perfekt, was an der Kamera, dem Licht oder Motiv, den Umständen oder mir lag 🙂

Zum notwendigen Equipment ist vieles schon gesagt, ebenso zum Kopfkino vor der Aufnahme. Hier mein Weg, nachdem die Aufnahmen auf dem Rechner gelandet sind. 

5 Punkte nach dem Klick:

  • Geometrische Korrekturen bezüglich waagrecht resp. senkrecht und danach
  • Objektiv- und Standortfehler eliminieren oder umgekehrte Reihenfolge
  • Abschneiden oder/und Format (1:1 3:2 4:3 16:9 frei) ändern
  • Helligkeiten verfolgen und ggf. ändern (Ambience), Schatten aufhellen (Shadows)
  • Bildfehler (Dreck) entfernen, Strukturen verbessern (Structure + Sharpening) und speichern

Wenn ich keine für mich befriedigende Korrekturen erstellen kann, lösche ich auf die Aufnahme lieber gleich, als über Gebühr Zeit für die Bildbearbeitung zu verbringen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher möglichst geringen Nacharbeit oder Umsetzung die vorhandene Aufnahme noch interessanter wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zu viel Ausschuss.

Geometrische Patzer gehören zu den häufigen Fehlern beim Fotografieren, viele Kameras erlauben, ein Gitternetz einzublenden oder die entsprechende Mattscheibe in der SLR auszutauschen. Notfalls hilft der Bildrand oben und seitlich zum horizontalen und vertikalen Ausgleich. Eigene Standorte mit Einbußen können auf dem Rechner korrigiert werden, zu stark auseinander oder zusammen fallende Linien ebenfalls (DxO View Point). Zuvor eignet sich die präzise Nachentwicklung (JPG oder RAW) ebenfalls auf dem Rechner.

Bildfehler, die vom verwendeten Objektiv verursacht werden, können ebenfalls oft direkt in der Kamera oder besser, weil auch für viele Fremdgläser möglich, auf den Rechner nachentwickelt werden. Dafür muss man dann Geduld aufbringen, erhält danach ein sehr gut aufbereitetes Bild. DxO 11 ist ein probates Tool, das mittlerweile auch Elemente von DxO View Point enthält und als Testversion erhältlich ist.

Aufnahmen erstelle ich immer im größten Format 2:3 der Kamera oder 3:4 vom Händy, denn abschneiden ist immer noch möglich. Zudem ist die höchste Bildgröße mit geringster Kompression sinnvoll, denn diese kann man auch mit geeigneten Programmen (TOP für windows – Fast Resize für IOS) blitzschnell für das Versenden (z.B. 250KB bei 1.000×1.500) wandeln.

Nicht immer gibt es top vorhandenes Licht (=> AL), auch der Sensor macht nicht jeden Kompromiss mit. Zudem hat sich in dieser Richtung nicht wirklich viel getan, was die Entwicklung betrifft. Wenn möglich, hilft eine präzise Bildkomposition, den möglichen Kontrastumfang einzuhalten, ansonsten belichte ich zur Rettung der Spitzlichter lieber etwas knapper (-1/2LW) und arbeite die Schatten nach, was dort allerdings das Rauschen verstärken kann. Der Ambience Regler (NIK Snapseed) ist bei der Verschiebung der harten Kontrastverhältnisse oft ein Segen, die Aufhellung mit dem um -2LW reduzierten Blitz manchmal auch, vor allem, wenn dieser nicht auf der Kamera platziert ist. Dabei darf die Belichtungszeit nicht vom Blitz synchronisiert werden, sondern dem AL entsprechen!

Sensoren verschmutzen beim Objektivwechsel, weshalb das offene Bajonett immer nach unten zeigen sollte. Was die automatische Sensorreinigung nicht schafft, kann der vorsichtige Anwender selbst oder vom Fachmann entfernen lassen. Auch die Bildbearbeitung stempelt die Sensorflecken weg. Strukturen lassen sich durch zarte Anhebung verbessern (Snapseed), Nachschärfen ist für den Druck (Print) sinnvoll. Ebenso schwierig sind Farbtemperaturen zu beeinflussen, ganz schnell wird es dabei kitschig! Immer gilt, weniger ist hier oft mehr und deshalb vergleicht man mit dem Original ob die Änderungen noch im Rahmen liegen. Zum Glück gibt es noch die ENTF Taste 🙂

Die o.a. iPhone6+ Panorama Aufnahme erzeugt eine bis ca. 10MB Datei, die selbst bei suboptimalem Licht noch ein wenig Futter in den dunklen Bildpartien hat. Selbstverständlich leisten sehr gute Crop oder VF Sensoren mehr…

© slowfoto.de

FAQs: Dias, Rollfilme resp. Negative (u.v.a.m.) digitalisieren, wie geht das?

Frage: Wie kann ich alte Schätze digitalisieren?

Glasplatte

Dr. Wilfried Forschner, fleißiger Leser des slowfoto blogs und begnadeter Fotograf und Tüftler, verrät hier wie er alte Schätze aufbereitet, danke lieber WIF für diesen interessanten Beitrag:

Dias waren bei mir nicht das Problem, sondern Negativrollen, die seit ca. 75 Jahren aufgerollt in ihren Dosen schlummerten. Die lassen sich nicht einfach so abfotografieren, weil sie sich immer wieder zusammenrollen. Auch Schneiden hilft nichts, weil man dann nur kleinere „Rollen“ bekommt.

image002

Also wie abgebildet für Negative oder Dias: liegender Reprostand von Novoflex, Bildbühnen für verschiedene Format von meinem alten Kaiser-Vergrösserer mit zwei Bauklemmen fixiert und dann mit einem Canon 580 EX II Blitz durch eine Mattscheibe frontal mit TTL Messung in ein Tamron Makroobjektiv fotografiert. Negativrolle in der Bildbühne fixiert und Bild für Bild „durchgezogen“ und geblitzt. Bilder sofort via USB Kabel auf einen Laptop in Lightroom übertragen und die Negative gleich intern in Positive „umgekehrt“. Da sieht man, was man hat. Die „Umkehrung“ braucht´s natürlich bei Dias nicht. Gleichzeitig eine 2. Kopie auf einen USB Stick, der dann auf meinen anderen PC übertragen wird. Letzteres wäre nicht notwendig, ist aber der Topgraphie meines Arbeitszimmers geschuldet. (c) Dr. Wilfried Forschner wif@wif.de

© slowfoto.de

FAQS – Fotografie – Was ist wichtig?

Was ist/war mir bei der Fotografie wichtig?

...es gibt immer noch etwas zu optimieren!
…es gibt immer noch etwas zu optimieren!

Begonnen hat es für mich nach der Minolta SRT 303 (1973) resp. der XE-1 aus 1974: Die der teilweise baugleichen Leica R3 entsprechende XE-5 und einige lichtstarke Rokkore sind heute noch im Besitz. Etwas später und richtig ernsthaft fotografiert habe ich mit zwei XD7 aus 1977, für Diapositiv- resp. Negativfilm, weil erstmals ein Korridor für Blenden und Zeiten eingegeben werden konnte, was so nicht in der Bedienungsanleitung stand, und der ISO Wert war durch den verwendeten Film vorgegeben. Mit Einführung des Canon EF (Electro-Focus) Bajonetts 1987 begann allerdings mein kompletter Umschwung…

ISO [auto]
[auto] ISO 250 1/40sec F2.8 – zentraler AF auf oberen Kronenkork Position 6 Uhr
Gesucht habe ich schon immer eine ISO Automatik, die im [Auto] Programm meiner ersten EOS 300D aus 2003 nur von ISO 100-400, d.h. arg eingeschränkt geboten wurde. Erst die EOS 6D aus 2012 bietet ISO 50-25.600 und 100-25.600 im Auto ISO-Bereich, und der funktioniert auch uneingeschränkt im [M] Programm, so dass mit variabler Blende oder Belichtungszeit die Empfindlichkeit dem vorhandenen Licht >nachgeführt< wird.

ISO 50
ISO 50 1/10sec F 2.5
ISO 100
ISO 100 1/20sec F2.5

Das muss nicht Jedem gefallen, aber für mich ist es von Bedeutung: Erstens können auch lichtschwächere Zoom-Objektive mit kurzen Verschlusszeiten sicher angewendet werden und zweitens ermöglichen auch manuell eingestellte höhere ISO Werte deutlich geschlossenere Blenden, was der Bildqualität zugute kommt, das sehr soft ansteigende Rauschen fällt oft nur in der 1:1 Betrachtung und in der Regel nur in dunkleren Bildpartien wirklich auf.

ISO 12.800
ISO 12.800 1/250sec F7.1
ISO 25.600
ISO 25.600 1/400sec F9

Über die Empfindlichkeit, Präzision und Schnelligkeit des zentralen Kreuzsensors gibt es von meiner Seite aus ein dickes Lob. Einige sog. Motiv-Automatiken [SCN] habe ich schon an Kompakten resp. Spiegellosen als nützlich empfunden, wenn es denn mal blitzschnell gehen muss, die 6D bietet hier die gesamte Palette zusätzlich zu den üblichen Automatikprogrammen: Ich bin mir bewußt, dass der professionelle Fotograf diese nie benutzt, aber Canon berichtet von ca. 80% zur Reparatur o.ä. eingesendeten EOS dSLR, deren Wahlrad auf dem grünen [A] geparkt war 🙂

Die Entscheidung digitaler oder optischer Sucher fällt für mich ganz einfach so aus, dass ich auf beide nicht verzichten mag. Wie das Live View Bild einfach Vorteile hat (what you see is what you get) und das je größer desto besser (Pad oder Notebook), erreicht es nie die optische TTL Präzision und diese zeigt auch nicht das Resultat, sondern die Situation bei offener Blende, basta! Als wertig finde ich, die 6D per WLAN mit dem Händy fernsteuern resp. die eben erstellten Aufnahmen auf dem größeren als dem Kameradisplay betrachten zu können, optische Vorsätze resp. optoelektronische Erweiterungen für das Händy halte ich deshalb für entbehrlich. Auch das ist meine persönliche Ansicht.

Jede Festbrennweite verzeichnet, auch ein Makroobjektiv, Zoome zudem oft hemmungslos: Wenn man die Originaldatei aus der Kamera mit der spezifisch auf diese Sensor-Objektivkombination mit DxO oder LR korrigierten Bilddatei vergleicht, wird man regelmäßig und sogar heftig erschrecken, weswegen diese z.T. horrenden Unterschiede unbedingt einmal gesehen und verstanden werden sollten. Neuere Bodies haben interne Aberrations-Korrekturdaten für hauseigene Objektive an Bord, die diese Aufgabe bereits bei der Speicherung übernehmen. M.E. läßt sich die hochgepriesene Bildqualität aktueller spiegelloser Systemkameras samt neu gerechneten Objektiven durchaus mit dieser Korrektur Technik erklären. Sie kommt z.B. im Bau aktiver Lautsprecher ebenfalls zur Anwendung, um die angewendete bewegliche Technik positiv zu unterstützen.

Und wenn ich jetzt noch an den geliebten Kodachrome 25 Diafilm in der Zeiss Icon Icarex 35 mit Aufsichtsucher und M42er Tessar 2.8 50mm denke – gebraucht gekauft im Jahr 1970, dann sehe ich heute schon einen gewaltigen Fortschritt 🙂 

Ebenso positiv ist der Preisverfall, für unter 2k€ gibt es die EOS 6D plus 3 abbildungs- und lichtstarken 1.8 28/50/85 mm Festbrennweiten aus gleichem Haus, für KB-Vollformat ein veritables Angebot für sicher noch sehr viele Jahre Freude an der Fotografie.

Für die Aussagetiefe einer fotografischen Aufnahme hat das alles nur eine technische und damit untergeordnete Bedeutung, wenn sich das so gesehene Bild weitestgehend getreu in eine verpixelte Datei umsetzen lässt. Frauenaugen sind hier bezüglich der Beurteilung m.E. im Vorteil.

Testaufbau
Testaufbau Übersicht

2:3 Aufnahmen EOS 6D mit EF 2.5 50mm macro, die 4:3 Übersicht mit dem iPhone 5s – alle ooc außer Datenreduktion – EOS Remote per WLAN und iPhone6+ – stabiler Stand aus schwerer Glasplatte mit Saugfuß und diversen Montagen – echt gut zu händeln.

Stiegl ist seit 1492 eine traditionsreiche Brauerei in Salzburg, die auch Weissbier anbietet. Die Biere sind so gut, es heißt sogar: Salzburger Trinken Immer Einen Ganzen Liter 🙂

© slowfoto.de

FAQS: WLAN für die Kamera – sinnvoll oder was?

Frage: Ist WLAN für die digitale Kamera sinnvoll und welche Vorteile sind damit verbunden?

slowfoto: Seit einigen Jahren bieten Kameras WLAN, aktuelle Modelle auch BlueTooth (BT) zur Verbindung mit anderen Geräten. Uneingeschränkt kann diese Kommunikation mit sinnvoll beurteilt werden, weil bisher ein Kabel zur Fernbedienung der Kamera nötig war. Unterstützt werden viele kompakte Powershot und folgende Kameras: EOS 6D, EOS 70D, EOS 750D, EOS 760D und EOS M3.

Am Beispiel der Canon EOS 6D i.V.m. dem iPhone 6+ sieht das folgendermaßen aus:

Blick aus dem Fenster
Blick mit dem iPhone5+ aus dem Fenster
dto. mit der 6D
dto. mit der 6D
dto. Liveview 6D
dto. Liveview 6D

EOS Utility3 verbindet die 6D mit dem Noti oder Rechner auf herkömmliche, weil kabelgebundene Weise und relativ unproblematischem Aufwand, wenn man von Ausnahmen wie der ersten Utility unfähigen EOS M absieht. Die 6D hat mobiles WLAN, oft auch WIFI benannt, an Bord, das Händy sowieso. Es ist sinnvoll, ein Händy mit größtmöglichem Bildschirm oder gleich ein Pad zu wählen, dessen Ausmaße sich denen kleiner Notebooks nähern: Vorteile sind die großflächige Darstellung wie auch vollständige Touchscreen Bedienung! Und je nach Panel Qualität zeigt die mit zwei Fingern aufgestrichene Vergrößerung Einzelheiten der Aufnahme besser und bequemer als die Zoom Tastatur auf den rückseitigen 3-Zoll TFT der Kamera ermöglicht, vor allem für weitere Betrachter zur erklärenden Demonstration.

F
Kamerabildanzeige vor dem Runterladen

EOS Remote (1.3.1.0) bietet fast identische Bedienung wie Utility, die >Fernaufnahmen<, >Kamerabildanzeige< und >Kameraverbindung< betreffend. Dabei wird die Bildgröße von 5.472×3.648 mit 4-9MB auf 1.920×1.280 mit ca. 700KB auch für den Versand per Händy reduziert, was immer noch eine fullHD Darstellung ermöglicht. In der Thumbnail Darstellung lassen sich bereits Aufnahmen auf der SD Karte löschen, was m.E. äußerst zeitsparend ist. Mittlerweile finde ich die erste Betrachtung der soeben gemachten Aufnahmeserien schon auf dem 6„Display des iPhone 6+ eklatant deutlich. Wer will, kann zusätzlich Ortsdaten mit speichern, sofern GPS in der Kamera aktiviert ist, An- und Ausschalten ist hier so sinnvoll wie beim WLAN auch, um den Kamera eigenen Akku zu schonen.

CAVE: Das Herunterladen von dSLR Aufnahmen auf das iPhone bringt die heilige iFotos Zählweise insofern durcheinander, als die Aufnahmen plötzlich >UNADJUSTEDNONRAWthumb369a< benannt sind, es kann auch sein ein paar aus dem iPhone gleich mit, was zur erheblichen Mehrarbeit im finalen Speicher führt. Gleiches gilt auch für Aufnahmen mit Apps wie >Hydra< und scheint ein noch nicht optimal gelöstes Problem der Speicherung im iPhone darzustellen. Abhilfe: nur für speditiven Versand herunterladen und danach sofort wieder auf dem iPhone löschen, basta!

Fernaufnahme
Fernaufnahme

Einstellungen WLAN-Funktion (Canon EOS 6D – Kartei gelb 3.Reiter):

  1. Grundeinstell. -> Verbindungsmodus – Mit Smartphone verbinden -> MAC-Adresse … -> Einstellungsnahme – SmartphoneXY
  2. TCP/IP Einst. IP-Adr. – Autom.zuordnen XXX -> Subnetzmaske YYY – Gateway ZZZ
  3. Wireless LAN – Verbindungsmeth. Kamerazugangspunkt-Modus -> SSID – Six_Dee -> Kanal – 11
  4. Wireless LAN -> Verschlüsselung – Keine
  5. Mit Smartphone verbinden – iPhone XX

Die Einrichtung mit Hilfe der Canon Anleitung gerät zum Geduldspiel, viel einfacher geht es wie hier Tobias Heyl in  seinem Clip vom 06.10.2013 zeigt, danke! Mein zusätzlicher Tipp: Auch ohne Verschlüsselung für das Wireless LAN bei privater Nutzung und Kanal 11 für manuelle Verbindung. Einmal eingerichtet, startet man die 6D (wie das Händy auch) auf Auto.Abschalt aus und aktiviert WLAN, sucht beim Händy das >Six-Dee< Netzwerk und nutzt EOS Remote jederzeit und allerorts und immer wieder ohne weiteren Aufwand.

Es versteht sich von alleine, dass Fernaufnahmen mit einer dSLR nur im Live-Modus durchgeführt werden können: Verschiedene AF Modi stehen dafür zur Verfügung, die nicht im geringsten mit der TTL Schnelligkeit des mittleren Kreuzsensors konkurrieren können. Der Reiz liegt in der bequem weil unverrenkt zu betrachtenden Live-Darstellung, der präzisen wenn auch langsamen Einstellung aller Parameter für alle slowfotografischen Motive und der berührungslosen Auslösung in Kombination. Händy und Kamera gehen hier eine vortreffliche Verbindung ein. Was das Smartphone alleine und noch mehr und das schon seit 10 Jahren bietet. Fazit:

  1. Wer schon gerne mit dem Händy fotografiert und Aufnahmen öfters versendet,
  2. wer auf die technischen Möglichkeiten einer dSLR nicht verzichten möchte und
  3. wer die Betrachtung und Fernbedienung per Händy für die dSLR nutzen mag,
  4. für den ist das mobile fotografische WLAN ausgesprochen sinnvoll!

Sinnvoll? Uneingeschränkt JA, wenn man es nutzt.

stabiler iPhon Stand
stabiler iPhone Stand

alle Aufnahmen iPhone5+

© slowfoto.de

FAQs: Welche Rolle spielt meine Kamerawahl?

Ken Rockwell: Your Camera Doesn’t Matter

slowfotos Antwort: Eine Kamera ist ein käufliches Produkt wie jedes andere industriell gefertigte Gerät. Damit ist die Wahl bei der Anschaffung reiflich zu überlegen, auch wenn man Fehlkäufe im Web relativ einfach in einer Frist zurückgeben kann. Letztlich bleibt die falsche Entscheidung mit fahlem Geschmack. Allerdings ist heute ein neu gekaufter Artikel, vor allem bei elektronischen Apparaten, bereits vom Nachfolgemodell als alt bedroht.

Wo entsteht ein Bild?
Zwei magische Laternen: Wo entsteht das Bild? 

Ken Rockwell hat 2009 dazu geschrieben (Zitate immer kursiv)t:

Deine Kamera spielt keine Rolle – Die einzige Aufgabe einer Kamera ist es, beim Fotografieren nicht hinderlich zu sein.

und damit einen heftigen Sturm ausgelöst. Ich will es mal anders formulieren:

Die einzige Aufgabe meiner Kamera ist es, beim Fotografieren förderlich zu sein.

Andreas Feininger`s Publikationen zur Fotolehre waren zu meinen Studienzeiten begehrter als manches Fachbuch – die Kamera dazu eine gebrauchte Zeiss Ikon Contarex mit Aufsicht Sucher und dem legendären M42 Tessar 2.8 50mm (1970). Als Filmmaterial gab es für mich nur Kodakchrome 25 mit Entwicklung plus Papprähmchen, weil damit ein originales Diapositiv vorhanden war und davon aus Kostengründen selten Papierbilder geprinted wurden. Lunasix von Gossen war der Belichtungsmesser schlechthin. Wenn ich allein diese alte Kamera mit einer aktuellen Digitalen vergleiche… und dennoch waren damit eindrucksvolle Aufnahmen zu erstellen, mit dem Prickeln vorher nicht zu wissen was nachher rauskommt 🙂 Jedenfalls hatte auch diese langsame Aufnahmetechnik Reize, ebensolche hat heute das Smartphone mit der mobilen Anbindung an die halbe Welt zum Versand. Und eine große Industrie lebt von dieser Kommunikation.

Wer heute einen Fotoapparat kaufen will, verliert schnell den Überblick, zu vielfältig ist das Angebot. Mein regionaler Fotohändler lebt aktuell vom Neukauf der Crop Spiegellosen, vor allem vom Ersatzkauf neuer Objektive, die Nachfrage an dSLR und insbesondere von Vollformaten geht kontinuierlich zurück weil zu groß und zu schwer. Mein Eindruck dazu ist, dass die Aufnahmen dennoch nicht besser werden. Hilfreich für den Überblick sind Rockwell`s zahlreiche und m.E. sehr fundierte Tipps für einzelne Bereiche Recommended Cameras  resp. zu entsprechenden Objektiven, seine Einteilungen sind so individuell wie sie nützlich sind. 

Meine Empfehlungen sind schlichter: iPhone 6+ für fast alles, Canon EOS M für leichtes Gepäck und die EOS 6D für jedes vorhandene Licht, vor allem mit leichten Festbrennweiten. Aber darüber kann man vortrefflich streiten, Alternativen gibt es die Menge.

Im Folgenden noch ein paar provokante Merksätze aus dem o.a. Artikel, die zum Nachdenken anregen können:

  • Es ist immer besser, Zeit und Geld in künstlerische und fotografische Weiterbildung zu investieren statt in weitere Kameras.
  • Großartige Fotos entstehen durch eigene Einfälle, nicht durch Nachahmung.
  • Fotos werden nicht von Kameras gemacht, sondern von Fotografen. Kameras sind nur ein künstlerisches Werkzeug.
  • Sogar Ansel sagte: „Der wichtigste Teil der Kamera sind die 30 Zentimer dahinter.“
  • Eine Kamera fängt Deine Phantasie ein. Keine Phantasie, kein Bild – nur Müll.
  •  Die Qualität eines Objektivs oder einer Kamera hat kaum etwas zu tun mit der Qualität der Bilder, die damit aufgenommen werden können.
  • Je weniger Zeit man mit Überlegungen zum Equipment vergeudet, umso mehr Zeit und Mühe kann man ins Erschaffen toller Bilder investieren. Das richtige Equipment macht es nur leichter, schneller oder bequemer, die gewünschten Ergebnisse zu bekommen.
  • Neues Zeug zu kaufen verbessert NICHT Deine Fotografie. 
  • Andreas Feininger (Franzose, 1905-1999), meinte: „Fotografen-Deppen, von denen es allzu viele gibt, sagen: ‚Wenn ich doch nur eine Nikon oder Leica hätte, dann könnte ich tolle Fotos machen.‘ Das ist das Blödeste, was ich je gehört habe. Es geht ausschließlich um das Sehen, das Denken und das Interesse. Das ist es, was eine gute Fotografie ausmacht. Und dann muss man alles meiden, was schlecht für das Bild wäre: das falsche Licht, den falschen Hintergrund, die falsche Zeit usw. Sonst sollte man das Bild erst gar nicht machen, egal wie schön das Motiv ist.“
  • Jeder weiß, dass Autos nicht von selber fahren, Schreibmaschinen nicht von selber Romane schreiben und Rembrandts Pinsel nicht von selber gemalt haben. Warum glauben dann intelligente Menschen, Kameras bildeten eine Ausnahme und machten Fotos ganz von allein?
  • Endlich versteht man, dass das ganze Zeug, das man mit so viel Zeitaufwand angesammelt hat, es lediglich leichter macht, den Klang oder den Bildeindruck oder die Bewegungen hinzukriegen. Aber man könnte dasselbe Ergebnis, vielleicht mit etwas mehr Aufwand, auch mit dem windigen Stück Equipment hinkriegen, mit dem man einst angefangen hat. Man kapiert, dass der Hauptzweck der Ausrüstung darin besteht, nicht hinderlich zu sein. Außerdem kapiert man, dass man wesentlich schneller zum Ziel gekommen wäre, wenn man seine Zeit nicht mit Gedanken an die Ausrüstung sondern mit dem Üben des Instruments, dem Fotografieren oder dem Wellenreiten verbracht hätte.
  • Genauso wird niemand, der Eure Bilder anschaut, erkennen oder sich überhaupt dafür interessieren, welche Kamera benutzt wurde. Es spielt einfach keine Rolle. Zu wissen, wie man etwas macht, bedeutet nicht, es auch tatsächlich machen zu können, oder gar, es gut machen zu können.
  • Glaubt bloß nicht, das teuerste Zeug sei das beste. Zu viel Foto-Equipment zu besitzen ist der sicherste Weg zu schlechten Fotos. Die teureren Kameras und Objektive bringen für ihren saftigen Mehrpreis keinen nennenswerten Mehrnutzen!

Alles Gute zum Neukauf – © slowfoto.de

FAQs Bildbearbeitung und Archiv – geeignete Anwendungen

Frage: Wieviel Bildbearbeitung nutzt Du und wie archivierst Du Deine fotografischen Aufnahmen?

Hegestrand
Malerwinkel mit Blick auf die Wasserburger Halbinsel

Will ich fotografieren oder vor dem Bildschirm sitzen? Ich will beides im vernünftigen Verhältnis. Von Ausnahmen abgesehen nutze ich die JPG Engine der Kamera mit speziellen Bildstil und freue mich, wenn es keiner oder nur weniger Nachbearbeitung bedarf. Allerdings sind auch meine Aufnahmen oft nicht perfekt, was an der Kamera, dem Licht oder Motiv, den Umständen oder mir lag 🙂

Zum notwendigen Equipment ist vieles schon gesagt, ebenso zum Kopfkino vor der Aufnahme. Hier mein Weg, nachdem die Aufnahmen auf dem Rechner gelandet sind.

5 Punkte nach dem Klick:

  1. Geometrische Korrekturen bezüglich waagrecht resp. senkrecht und danach
  2. Objektiv- und Standortfehler eliminieren oder umgekehrte Reihenfolge
  3. Abschneiden oder/und Format (1:1 3:2 4:3 16:9 frei) ändern
  4. Helligkeiten verfolgen und ggf. ändern (Ambience), Schatten aufhellen (Shadows)
  5. Bildfehler (Dreck) entfernen, Strukturen verbessern (Structure Sharpening) und speichern

Wenn ich keine für mich befriedigende Korrekturen erstellen kann, lösche ich auf die Aufnahme lieber gleich, als über Gebühr Zeit für die Bildbearbeitung zu verbringen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher mögliche geringen Nacharbeit oder Umsetzung die vorhandene Aufnahme interessanter wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zuviel Ausschuss.

Geometrische Patzer gehören zu den häufigen Fehlern beim Fotografieren, viele Kameras erlauben, ein Gitternetz einzublenden oder die entsprechende Mattscheibe in der SLR auszutauschen. Notfalls hilft der Bildrand oben und seitlich zum horizontalen und vertikalen Ausgleich. Eigene Standorte mit Einbußen können auf dem Rechner korrigiert werden, zu stark auseinander oder zusammen fallende Linien ebenfalls (DxO View Point). Zuvor eignet sich die präzise Nachentwicklung (JPG oder RAW) ebenfalls auf dem Rechner.

Bildfehler, die vom verwendeten Objektiv verursacht werden, können ebenfalls oft direkt in der Kamera oder besser, weil auch für viele Fremdgläser möglich, auf den Rechner nachentwickelt werden. Dafür muss man dann Geduld aufbringen, erhält danach ein sehr gut aufbereitetes Bild. DxO 11 ist ein probates Tool, das mittlerweile auch Elemente von DxO View Point enthält und als Testversion erhältlich ist.

Aufnahmen erstelle ich immer im größten Format 2:3 der Kamera oder 3:4 vom Händy, denn abschneiden ist immer noch möglich. Zudem ist die höchste Bildgröße mit geringster Kompression sinnvoll, denn diese kann man auch mit geeigneten Programmen (TOP für windows – Fast Resize für IOS) blitzschnell für das Versenden (z.B. 250KB bei 1.000×1.500) wandeln.

Nicht immer gibt es top vorhandenes Licht (=> AL), auch der Sensor macht nicht jeden Kompromiss mit. Zudem hat sich in dieser Richtung nicht wirklich viel getan, was die Entwicklung betrifft. Wenn möglich, hilft eine präzise Bildkomposition, den möglichen Kontrastumfang einzuhalten, ansonsten belichte ich zur Rettung der Spitzlichter lieber etwas knapper (-1/2LW) und arbeite die Schatten nach, was dort allerdings das Rauschen verstärken kann. Der Ambience Regler (NIK Snapseed) ist bei der Verschiebung der harten Kontrastverhältnisse oft ein Segen, die Aufhellung mit dem um -2LW reduzierten Blitz manchmal auch, vor allem, wenn dieser nicht auf der Kamera platziert ist. Dabei darf die Belichtungszeit nicht vom Blitz synchronisiert werden, sondern dem AL entsprechen!

Sensoren verschmutzen beim Objektivwechsel, weshalb das offene Bajonett immer nach unten zeigen sollte. Was die automatische Sensorreinigung nicht schafft, kann der vorsichtige Anwender selbst oder vom Fachmann entfernen lassen. Auch die Bildbearbeitung stempelt die Sensorflecken weg. Strukturen lassen sich durch zarte Anhebung verbessern (Snapseed), Nachschärfen ist für den Druck (Print) sinnvoll. Ebenso schwierig sind Farbtemperaturen zu beeinflussen, ganz schnell wird es dabei kitschig! Immer gilt, weniger ist hier oft mehr und deshalb vergleicht man mit dem Original ob die Änderungen noch im Rahmen liegen.

Archiv:

Für die Archivierung gibt es mehrere Möglichkeiten, ich verzichte bewußt auf die Verschlagwortung, weil das viel Arbeit zu Beginn erfordert, allerdings die Suche erleichtert. Wenn man an ein Bild zurückdenkt, erinnert man sich i.d.R. an das Jahr der Aufnahme, den Ort oder die Person. Und so speichere ich in Verzeichnissen auch ab: 2016-Monat-Tag Ort Namen. Mittlerweile bieten Kameras schon die täglich neuerstellten Ordner auf der Speicherkarte an, Apples >Fotos< speichert sogar die Ortsnamen mit. Im Grunde ist mein System nichts anderes als aus alten >windows< Zeiten, unter Nutzung der Explorer Strukturen mit Verzeichnissen und Unterordnern. In diesen sind dann die speziell >bearbeiteten< oder >selektierten< Bilddateien zu finden. Das funktioniert immerhin seit 2002 sowohl für die berufliche als auch private Fotografie: So sinnvoll wenig Aufwand wie nötig! Aufpassen muss man bezüglich des sicheren Datenbestandes: Immer eine doppelte Sicherung, Cloud und externe Festplatte-n anwenden!

© www. s l o w f o t o .de

FAQs Expose to the right?

Frage: Ist die Belichtung bis zum rechten Rand des Histogramm (ETTR) richtig?

slowfoto: Es kommt immer darauf an, welchen Bildausdruck man anstrebt, ob z.B. highkey oder lowkey Aufnahmen bereits in der Kamera entstehen sollen. Ausgewogenheit in einer digitalen Bilddatei ist dabei etwas anders zustande gekommen als beim Diafilm: Dort hatte die ETTR Regel sicher Sinn, auch wenn damals ein Histogramm zumindest mir unbekannt war. Minolta arbeitete in der Lichtmessung mit einer Kontrast Licht Kompensation (CLC), die im Querformat die unteren, dunkleren Partien stärker wegen der besseren Durchzeichnung bewertete und somit gegenüber dem externen (Gossen Lunasix3) Belichtungsmesser ungefähr 1/2LW längere Belichtungszeiten vorschlug. Das würde heute regelmäßig zu ausgefransten Lichtern führen. Nach meiner Erfahrung ist selbst in einer RAW Datei dieser Verlust nicht einfach und vollständig zu kompensieren. Dunkle Partien, die mit gezielter Unterbelichtung einhergehen, lassen sich heute hingegen durchaus aufhellen, ohne dass das dadurch entstehende Bildrauschen entstellt. Wichtig ist, die Kamera bis zum grenzwertigen ISO Wert getestet zu haben, um den nutzbaren Empfindlichkeitsbereich des Sensors zu kennen.

Grasanbau ist jetzt erlaubt :-)
Grasanbau ist jetzt erlaubt 🙂
Hier noch einige gegensätzliche Meinungen zum Thema ETTR:
DJB: Bin ehrgeiziger Amateur. 2 Jahre Fujifilm (Bridge), 2 Jahre Olympus (Four-Thirds DSLR) und seit einem Jahr Nikon D700. Die Lichtempfindlichkeit ist traumhaft; ich kann alles fotografieren, was ich will, ohne Stativ und ohne Blitz. Der Grund liegt ganz einfach in der Physik: Je weniger Pixel, desto größer das einzelne Pixel und desto besser der Signal-Rausch-Abstand. Beim Studium von Testberichten, welche die Lichtempfindlichkeit bzw. das Rauschverhalten elektronisch exakt gemessen haben, fand ich damals, dass diese Kamera tatsächlich diejenige mit dem geringsten Rauschen ist, weil sie die einzige mit Vollformat-Sensor und „nur“ 12 Megapixeln ist. Der Signal-Rausch-Abstand der D700 mit 12 MP war damals genau doppelt so gut bei der besten Canon mit 24 MP, über alle ISO-Zahlen hinweg. Die einstellbare ISO-Zahl ist kein Kriterium, denn sie sagt gar nichts über das Rauschen aus. Mit einem lichtstarken Objektiv (1.8) kann ich mit der D700 auch bei Kerzenlicht noch Bilder aus der Hand machen. Auch bei Dunkelheit, wo das menschliche Auge schon keine Farben mehr wahrnehmen kann, „sieht“ die Kamera die Farben immer noch ganz normal (die Bildschärfe ist dann Freihand aber doch grenzwertig). Die D700 ist so gut, dass ich nur in RAW fotografiere und sämtliche Bild-Optimierungs-Funktionen in der Kamera ausgeschaltet habe. Fast immer sind die Bilder so schon optimal. Wenn überhaupt, dann sind nur minimalste Einstellungen bei der RAW-Entwicklung nötig. Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen (Sonne und Schatten) kommt die hohe Lichtempfindlichkeit zu Gute. Ich belichte dann um ca. 0.7-1.3 EV unter, sodass die Areale im Sonnenlicht normal erscheinen. Die dunklen Schatten-Partien werden dann bei der RAW Entwicklung gezielt aufgehellt, praktisch ohne Rauschen, sodass erstaunliche Details dabei zu Tage treten. Der Grund dafür liegt in den 14 Bits pro Farbkanal der D700; fast alle Computer-Displays haben aber nur 8 Bit. Die RAW-Entwicklung holt quasi die Bildinformation aus den niederwertigen Bits „nach oben“, bei Erhalt der natürlichen Farben (anders als bei HDR, wo die Natürlichkeit der Farben doch sehr leidet). 12 Megapixel bei Vollformat bietet mittlerweile auch die spiegellose Sony Alpha 7S, aber die kostet auch locker das Doppelte …
FJH: Bei der M9 belichtete ich von Anfang an 2/3 bis 4/3 unter. Ausgefressene Lichter sind weg für immer, aus den Schatten geht immer noch was. Und ein Himmel ohne Wolken ist langweilig.
LR: RAW-Aufnahmeformat ist für diese harten „Sensorausreizungen“ conditio sine qua non. Ob nun im Histogramm mehr nach rechts oder nach links belichtet… Der „Traumflieger“ Stefan Gros hat schon vor einigen Jahren „fleißig“ empfohlen, eher etwas über- als unterzubelichten. Den Begriff des „ETTR“ nutzte er damals (noch) nicht… “Expose To The Right” (ETTR) kennt hier sicherlich jeder. Unter diesem Link findet man dafür eine m.E. gut verständliche Erläuterung, warum man so belichten sollte (wenn denn die eigene Kamera die Voraussetzungen dafür bietet).
ML: Das sehe ich auch so. Wichtiger ist m. E., daß die Kamera durch Sensor und Software möglichst gut mit großem Dynamikumfang umgehen kann. Und dann vor Ort schwierige Motive per Belichtungsreihe fotografieren.

ppz: Wer vorwiegend mit JPG fotografiert, sollte nicht voll bis zum rechten Rand belichten, zu groß ist die Gefahr ausgebrannter heller Flecken. Der >Traumflieger< ist RAW Fan (und hat damit für seine Testberichte völlig Recht), und sieht die Wiederherstellung von Lichtern anders als bei JPG. Jedoch ist nach meiner Erfahrung in den Programmautomatiken sogar die Reduktion der automatischen Belichtung nach Mehrfeldmessung um 1/3 bis besser 1/2 LW angezeigt, je nach Werkseinstellung: Tiefen sind einfacher und mit akzeptablem Rauschen aufzuhellen als kaputte Lichter zu reparieren. Ausnahmen sind Nachtaufnahmen, bei denen ich gerne im [auto] Modus oder besser gleich im [4Nachtaufnahme ohne Stativ] werkele, also ohne LW Korrektur in Richtung knapperer Belichtung. Diese soll wiederum der Werkseinstellung professioneller Bodies entsprechen soll, was ich weder für die 5D noch 5D2 bestätigen kann. Sicher ist die sog. richtige Belichtung vom Motiv, Kontrast und Umgebungslicht abhängig, wobei Liveview mit Pre AF und Pre AE vor der Auslösung viele Probleme löst, auch das eingeblendete Histogramm kann hier weiter helfen. RAW Aufnahmen bieten zudem einen Vorteil, weil sich aus einer einzigen Bilddatei unschwer unter- oder überbelichtete Kopien extrahieren lassen, um diese anschließend wieder mit der Originaldatei zu einer JPG verrechnen, was oft zu dynamischeren Auflösungen führt. Vielleicht sollte man diesen Trick mit JPG auch mal ausprobieren 🙂

WIF: Durch Zufall bin ich neulich über diesen Traumflieger Artikel zur 6D gestolpert, der sich auch mit der Belichtung „nach rechts“ befasst. Siehe „Histogramm anschlagen lassen“.

original
originale Bilddatei
Resultat nach Bearbeitung
Resultat nach Bearbeitung

Fazit: Letztlich sagt das Histogramm nichts oder nur wenig über die optische Wirkung einer Aufnahme aus 😦 d.h. wir exposieren nach rechts oder links, wie wir es für augenfällig halten 🙂 please expose wright!

© slowfoto.de