Apple iPhone 6+ Apps, Einstellungen und Zubehör

Apps, Einstellungen und Zubehör

Pano Iriswiese bei Eriskirchen

Man kann ein Smartfon zwar für fast alles nutzen, mir ist zum Schreiben mindestens eine Notebook Tastatur lieber und zur Bildbearbeitung der 27 Zoll Bildschirm ein Segen – hingegen ist mein Händy für (panoramische) Fotografien oder Videoclips zur Dokumentation oder Erinnerung mittlerweile ein an einfacher Anwendung nicht mehr zu unterbietendes Tool geworden. Da >out of the box< heute fast nichts so funktioniert wie ich es mag, sind diverse Einstellungen zu tätigen, die ich mir aufschreibe, was gegen das Vergessen hilft. Hier deshalb meine Präferenzen, allerdings nutze ich das iPhone ab Version 4 gleichermaßen zur Fotografie wie zur Kommunikation oder als Merkhilfe:

Folgende Apps verwende ich gerne beim Fotografieren

iPhone immer dabei
  • Kamera & Fotos (sind beim Kauf installiert, für [Auto] Aufnahmen und Wiedergabe)
  • Camera+ & Dual Level (kostenfrei, für [Manuelle] Aufnahmen resp. Stativanwendung)
  • EOS Remote & Camera Connect (kostenfrei, zur Fernsteuerung der Canon EOS 6D)
  • Snapseed (kaufen, für einfache Bildbearbeitung falls zwingend notwendig)

Aufnahmen aus der Hand bis hin zu horizontalen und vertikalen Panoramen resp. Videoclips oder für präzise Anwendungen auf dem Stativ mit individuellen Einstellungen, für Bildbearbeitungen ziehe ich das Notebook resp. den großen Monitor vor. Zum Fotografieren ist zur weitgehenden Vermeidung schiefer Horizonte ein Gitternetz nötig, denn die meisten Händyaufnahmen sind nicht im Horizont (Einstellungen -> Fotos & Kamera -> Raster), ibs. wenn das Handy fernab gehalten wird oder nur über einen kleineren Bildschirm verfügt. Die App [Fotos] bietet bei der Betrachtung neben anderen Bearbeitungen eine recht tüchtige auto Nivellierung, mit der auch manuell zu korrigieren ist. Bei HDR sichere ich auch das normal belichtete Foto (-> Foto behalten), den richtigen Überblick gewährt die (-> Fotoübersicht)! Ich mag zwar interne große Speicherkapazität gerne, lösche dennoch zunächst nach Durchsicht alle mäßigen Aufnahmen, bevor ich sie auf dem Rechner sichere. Mit 1-5MB pro aufgenommener Fotografie (1668×2968) muss man im Speicher rechnen, das empfangene Bild (962×1280) nimmt etwa 200-300KB ein.

Folgende Apps verwende ich zur Info oder Kommunikation (in alphabetischer Reihe)

Naturschutz Gebiet und Ried Landschaft

kommod (Navi) – Rechner – Shazam (Musikerkennung) – Sprachmemos – Uhr – Wetter – WhatsApp – Wikipedia

Wichtig ist mir die Navi-Funktion, die allerdings eine komfortable mobile Internet Verbindung voraussetzt, hier freuen wir uns €uropa weit über die sehr gute Abdeckung durch Vodafone. Ebenfalls empfehlenswert ist die App Karten. Ein Taschen-Rechner oder die Uhr erklären sich von selbst, Shazam klärt über die gerade gehörte Musik per Interpret samt Titel auf, aufgesprochene Memos lassen sich wieder abhören,  die drei W+W+W Apps dienen der Information resp. den notwendigen Infos für vertraute Personen, wobei ein deutsches Gericht auch elektronische Inhalte dem Briefgeheimnis gleichstellt, worüber ich bei jedem Anbieter glücklich wäre, mir aber im Klaren bin, dass dies ein frommer Wunsch bleiben wird: social = public und die Medien sind durchsichtig wie Fensterglas. 

Folgendes Foto-Zubehör möchte ich nicht mehr vermissen

Selfy Stab mit Kabelauslöser

für Aufnahmen, in denen ich das iPhone ohne es aus der Hand zu geben, fernab vom Körper platzieren so muss, und über den Bildschirm immer noch eine Kontrolle habe, liegt die no-name Stange dazu noch irgendwo auf, sind unverwackelte Aufnahmen einfacher.

Repro Stativ

mit kleinem Cullmann CB2 Saugnapf mit Kugelkopf plus stabiler Rollei Halterung mit Rändelschraube auch für größere Smartphones, für den senkrechten oder waagrechten Einsatz sowohl geradeaus als auch nach unten für näheste Abbildungen. 

Panorama Stativ

mit Novoflex 360 Grad Drehteller mit Wasserwaage, großem Cullmann CS33 Saugnapf und CB5 Kugelkopf, damit auch für schwereres Gerät geeignet, z.B. zur absolut präzisen Erstellung von Panoramen.

Fazit

Wenn ich an mein erstes heute noch funktionierendes smartes Nokia 6131 Klapp Händy mit Foto (s.u. ooc 1280×1024 478KB), Internet (nie genutzt) und beleuchteter Tastatur denke, sehe ich den Fortschritt vor Augen – aktuelle Foto- oder Film-Aufnahmen unterscheiden sich nur noch wenig von denen mit professionellem Gerät, wenn man mal von der Bildgröße absieht. Die mobile Internet Nutzung, auch als persönlicher Hotspot i.V.m. dem Notebook, erfreut je nach Verbindungsqualität auch anspruchsvollere Anwender, von der BlueTooth Verbindung zu peripherem Gerät mal ganz abgesehen… schon irre das Angebot!

Nokia mit allen Fehlfarben 😦

sechs Aufnahmen iPhone 6+, eine Nokia 6131, alle ooc außer Datenreduktion

© slowfoto.de

 

 

Canon EOS 6D – Fazit

Meine persönlichen Einschätzungen:

...passen wir zusammen?
…passen wir zusammen?

Im Lauf der Jahre habe ich viele (analoge KB) EOS sowie d-SLR teils aus dem Demo-Pool von Canon (DANKE!), eigenem Bestand oder ausgeliehen genutzt. Schon kurz nach dem Erscheinen der EOS 5D hat mich das große Sucherbild fasziniert, vor allem mit der Gitternetz Mattscheibe EG-D, die eine präzisere horizontale oder vertikale Ausrichtung und eine vielleicht auch interessante Bildkomposition ermöglicht. Selbst wenn >nur< 97% des aufzunehmenden Bildes im 6D-Sucher wiedergegeben werden, sind diese optischen TTL Ausblicke der Vollformaten, mit Dioptrien korrigiert zur Verwendung ohne Brille, für mich besser als die der kleinen Gehäuse 🙂 und nur durch einen großen und hochauflösenden TFT zu ersetzen, aber Live View ist eben ein anderes Blatt. Canon nimmt für Profi Kameras der 1er Serie Sensoren mit um 20 MPI, die 6D hat einen solchen und wurde bezüglich Ausstattung und Gehäuse (und vor allem beim Preis) deutlich abgespeckt. In der (rechten) Hand wirkt sie dennoch sehr harmonisch und vor allem leicht, die Bedienung ist gegenüber den >alten< Anordnungen für mich sogar intuitiver, das interne 4-Wege Rad beispielsweise sagt mit mehr zu als der bisherige Stick, auch weil schneller zu bedienen.

v.l.n.r. LI
v.l.n.r. BV 90 REP LB GV 975 FN KR 236 als 3 gut lesbare Kennzeichen

Was finde ich an der 6D bemerkenswert?

Bisher war neben anderen Faktoren wie Dynamik das Rauschen für mich die limitierende Eigenschaft aller Sensoren, vor allem der ersten kleinen in den Kompakten: Das hat sich mit dem Umstieg auf das Vollformat deutlich gebessert, die 6D macht einen weiteren Schritt in dieser Richtung, vorhandenes Licht lässt sich somit noch intensiver nutzen. Vor allem der hochempfindliche zentrale AF Kreuzsensor trägt zur präzisen und blitzschnellen (->Präfokussieren per AF ON) Scharfstellung bei, ein Genuss auch mit älteren Objektiven. Oder mit dem leichten EF 4 70-200 L IS i.V.m. dem Extender EF 1.4, also mit durchgängiger Blende F 5.6 und Brennweite f 98-280mm, einer äußerst führigen Kombination mit erstklassigem Stabi! Der nachgeführte AF steht (noch) nicht so sehr auf meiner Prioritätenliste, dafür gibt es auch genügend andere EOS Alternativen mit höherer Treffsicherheit, gleiches gilt für die Anzahl der Serienaufnahmen pro Sekunde, ich bin halt ein Slowfotograf 🙂

Bei gutem vorhandenem Licht oder Blitz im Studio ist die 6D nicht zwingend erforderlich, für den rauen professionellen Sporteinsatz bei jedem Wetter ebenso wenig, da gibt es bessere Alternativen: Wer aber vor der oder für die Aufnahme sich ein wenig Zeit lässt, erfährt mit dem klaren Bedienungskonzept und der größeren Nutzung des vorhandenen Lichts eine lohnende Erweiterung seiner Möglichkeiten. Tipp zum Test: ISO Reihen bei korrekter Belichtung im [M] Programm erstellen, mit fester Blende und Brennweite bei fixierten Bildwinkel und dann mit anderen Kameras vergleichen, Erstaunen ist sicher, über die geräuscharme und weiche Auslösung vom großen Spiegel und Verschluss auch!

Sonnenuntergang über dem Paradies von Nonnenhorn
Sonnenuntergang über dem Paradies von Nonnenhorn
...ab nach Hause
…ab nach Hause
xxx
wer lange steht wird engewebt
der aktuelle Denker
der aktuelle Denker
Gebrauchsspuren
Gebrauchsspuren
gleiches Licht
gleiches Licht
auch auf der ehemals hochglänzenden Münze im Mund
auch auf der ehemals hochglänzenden Münze im Mund
unsere Kids haben mit dem Pilz auch Runden gedreht
unsere Kids haben früher mit dem Pilz auch behütete Runden gedreht
Fin
die Sonne geht schlafen, die Entenfamilie schwimmt in die falsche
falsche Richtung, da gehts raus zum See
Richtung, nach links geht es raus zum See, nach rechts zum Bio Reservat
letzter Blick
letzter Blick um 21:32

Alle Aufnahmen sind erstellt mit der EOS 6D [Tv] 125 sec plus EF Extender 1.4 plus EF 4 70-200 L IS, alle Aufnahmen ooc außer letztem Blick 🙂

© slowfoto.de

FAQs Bildbearbeitung und Archiv – geeignete Anwendungen

Frage: Wieviel Bildbearbeitung nutzt Du und wie archivierst Du Deine fotografischen Aufnahmen?

Hegestrand
Malerwinkel mit Blick auf die Wasserburger Halbinsel

Will ich fotografieren oder vor dem Bildschirm sitzen? Ich will beides im vernünftigen Verhältnis. Von Ausnahmen abgesehen nutze ich die JPG Engine der Kamera mit speziellen Bildstil und freue mich, wenn es keiner oder nur weniger Nachbearbeitung bedarf. Allerdings sind auch meine Aufnahmen oft nicht perfekt, was an der Kamera, dem Licht oder Motiv, den Umständen oder mir lag 🙂

Zum notwendigen Equipment ist vieles schon gesagt, ebenso zum Kopfkino vor der Aufnahme. Hier mein Weg, nachdem die Aufnahmen auf dem Rechner gelandet sind.

5 Punkte nach dem Klick:

  1. Geometrische Korrekturen bezüglich waagrecht resp. senkrecht und danach
  2. Objektiv- und Standortfehler eliminieren oder umgekehrte Reihenfolge
  3. Abschneiden oder/und Format (1:1 3:2 4:3 16:9 frei) ändern
  4. Helligkeiten verfolgen und ggf. ändern (Ambience), Schatten aufhellen (Shadows)
  5. Bildfehler (Dreck) entfernen, Strukturen verbessern (Structure Sharpening) und speichern

Wenn ich keine für mich befriedigende Korrekturen erstellen kann, lösche ich auf die Aufnahme lieber gleich, als über Gebühr Zeit für die Bildbearbeitung zu verbringen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher mögliche geringen Nacharbeit oder Umsetzung die vorhandene Aufnahme interessanter wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zuviel Ausschuss.

Geometrische Patzer gehören zu den häufigen Fehlern beim Fotografieren, viele Kameras erlauben, ein Gitternetz einzublenden oder die entsprechende Mattscheibe in der SLR auszutauschen. Notfalls hilft der Bildrand oben und seitlich zum horizontalen und vertikalen Ausgleich. Eigene Standorte mit Einbußen können auf dem Rechner korrigiert werden, zu stark auseinander oder zusammen fallende Linien ebenfalls (DxO View Point). Zuvor eignet sich die präzise Nachentwicklung (JPG oder RAW) ebenfalls auf dem Rechner.

Bildfehler, die vom verwendeten Objektiv verursacht werden, können ebenfalls oft direkt in der Kamera oder besser, weil auch für viele Fremdgläser möglich, auf den Rechner nachentwickelt werden. Dafür muss man dann Geduld aufbringen, erhält danach ein sehr gut aufbereitetes Bild. DxO 11 ist ein probates Tool, das mittlerweile auch Elemente von DxO View Point enthält und als Testversion erhältlich ist.

Aufnahmen erstelle ich immer im größten Format 2:3 der Kamera oder 3:4 vom Händy, denn abschneiden ist immer noch möglich. Zudem ist die höchste Bildgröße mit geringster Kompression sinnvoll, denn diese kann man auch mit geeigneten Programmen (TOP für windows – Fast Resize für IOS) blitzschnell für das Versenden (z.B. 250KB bei 1.000×1.500) wandeln.

Nicht immer gibt es top vorhandenes Licht (=> AL), auch der Sensor macht nicht jeden Kompromiss mit. Zudem hat sich in dieser Richtung nicht wirklich viel getan, was die Entwicklung betrifft. Wenn möglich, hilft eine präzise Bildkomposition, den möglichen Kontrastumfang einzuhalten, ansonsten belichte ich zur Rettung der Spitzlichter lieber etwas knapper (-1/2LW) und arbeite die Schatten nach, was dort allerdings das Rauschen verstärken kann. Der Ambience Regler (NIK Snapseed) ist bei der Verschiebung der harten Kontrastverhältnisse oft ein Segen, die Aufhellung mit dem um -2LW reduzierten Blitz manchmal auch, vor allem, wenn dieser nicht auf der Kamera platziert ist. Dabei darf die Belichtungszeit nicht vom Blitz synchronisiert werden, sondern dem AL entsprechen!

Sensoren verschmutzen beim Objektivwechsel, weshalb das offene Bajonett immer nach unten zeigen sollte. Was die automatische Sensorreinigung nicht schafft, kann der vorsichtige Anwender selbst oder vom Fachmann entfernen lassen. Auch die Bildbearbeitung stempelt die Sensorflecken weg. Strukturen lassen sich durch zarte Anhebung verbessern (Snapseed), Nachschärfen ist für den Druck (Print) sinnvoll. Ebenso schwierig sind Farbtemperaturen zu beeinflussen, ganz schnell wird es dabei kitschig! Immer gilt, weniger ist hier oft mehr und deshalb vergleicht man mit dem Original ob die Änderungen noch im Rahmen liegen.

Archiv:

Für die Archivierung gibt es mehrere Möglichkeiten, ich verzichte bewußt auf die Verschlagwortung, weil das viel Arbeit zu Beginn erfordert, allerdings die Suche erleichtert. Wenn man an ein Bild zurückdenkt, erinnert man sich i.d.R. an das Jahr der Aufnahme, den Ort oder die Person. Und so speichere ich in Verzeichnissen auch ab: 2016-Monat-Tag Ort Namen. Mittlerweile bieten Kameras schon die täglich neuerstellten Ordner auf der Speicherkarte an, Apples >Fotos< speichert sogar die Ortsnamen mit. Im Grunde ist mein System nichts anderes als aus alten >windows< Zeiten, unter Nutzung der Explorer Strukturen mit Verzeichnissen und Unterordnern. In diesen sind dann die speziell >bearbeiteten< oder >selektierten< Bilddateien zu finden. Das funktioniert immerhin seit 2002 sowohl für die berufliche als auch private Fotografie: So sinnvoll wenig Aufwand wie nötig! Aufpassen muss man bezüglich des sicheren Datenbestandes: Immer eine doppelte Sicherung, Cloud und externe Festplatte-n anwenden!

© www. s l o w f o t o .de

FAQs Der Weg zu besser zu gestalteten Aufnahmen

Frage: Was machst Du, um fotografische Aufnahmen besser zu gestalten?

ck vom Gebhardsberg auf Bregenz und den Bodensee
Blick vom Gebhardsberg auf Bregenz und den Bodensee

Nachdenken, was ich letztendlich zeigen will: Nicht einfach drauflos fotografieren, was sich so alles vor der Linse bietet! Fotografieren im Freien gestaltet sich immer wieder nach dem gleichen Ablauf, ein Foto muss im Kopf >entstehen<, bevor es aufgenommen wird. Das Kopfkino kann man trainieren und was man nicht sieht, bleibt definitiv verborgen.

5 Punkte bis zum Klick:

  1. Ein mögliches Motiv bereits aus der Distanz erkennen und
  2. sich unbedingt so weit nähern, bis das gewünschte Format gefüllt ist,
  3. dabei den Blickwinkel (Hintergrund, Lichteinfall, Schattenwirkung) beachten und somit
  4. das Bild wertig komponieren (bewegte und statische Elemente, Oberflächen) und
  5. mit den für diese Situation unbedingt richtigen Voreinstellungen auslösen!

Dabei ist es relativ egal, welche Kamera zur Anwendung kommt, wenn sie denn für die Anwendung nur schnell genug ist und vom Anwender ausreichend beherrscht wird! Hier geht es zum notwendigen Equipment.

Es gibt viele Regeln für Komposition, ich möchte beispielhaft nur den >Goldenen Schnitt< erwähnen. Grundsätzlich muss man sich mit diesen Grundlagen beschäftigt haben, um sie motivbedingt verlassen zu können: Auch ein mittig platziertes Motiv kann, mit Beachtung von Bildformat oder Hintergrund, als Ausnahme interessant wirken.

Für oft fehlerbehaftet erscheinen mir Weitwinkel Aufnahmen mit zu großen und leeren Himmelsarealen, man kann den Horizont auch gegen den oberen Bildrand verschieben!

Auch Tele Aufnahmen leben vom Hintergrund, ibs. wenn dieser noch einigermaßen erkennbar ist! Die Konzentration allein auf das Motiv reicht meist nicht aus, ein wirklich interessantes Bild zu gestalten.

Komposition kann man lernen: Ein leerer 2:3 oder 3:4 Bilderrahmen, mit beiden Händen vor dem Körper gehalten, gibt den Bildwinkel recht genau vor. Ein Handy oder ein noch größeres Tablett mit exzellenter Bildwiedergabequalität ist heute die Alternative, weil sie mit dem Live View >wysiwyg< (what you see is what you get) ermöglicht, für mich eine der schnellsten Möglichkeiten, die Einschränkungen durch die Kamera gegenüber den eigenen Augen zu erkennen.

Wenn ich keine für mich befriedigende Komposition erstellen kann, verzichte ich auf die Aufnahme, gleiches gilt für ungeeignetes Equipment, das nur technisch mangelhafte Aufnahmen ermöglichen würde. A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher Umsetzung die bevorstehende Aufnahme interessant wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zuviel Ausschuss.

© www. s l o w f o t o .de

Bildstile, die Suche geht weiter :-)

Picture Styles

sind winzige .pf2 Dateien mit 1-10KB, die im Workflow des Prozessors in der Kamera aus einer RAW Datei ein entsprechendes JPG >entwickeln<, oder auch alternativ am Rechner für jede RAW Datei al gusto in Anwendung gebracht werden können. Canon bietet im Menü Bildstil 7 Vorgaben (Auto – Standard – Porträt – Landschaft – Neutral – Natürlich – Monochrom, jeweils in Schärfe 7-fach und 8-fach in Kontrast, Farbsättigung und Farbton verstellbar) plus 3 Anwender Definitionen, die mit dem Rechner per EOS Utility mit zusätzlichen Picture Styles belegt werden können. Jeder Hersteller hat dazu seine hauseigenen Einstellungen, um den breiten Geschmack zu treffen. Nikons Hautfarben aus der Kamera (ooc) fand ich begehrlich, die Suche nach diesen Einstellungen begann:

P-SNAPSHOT wie 2010
P-SNAPSHOT vom 17. September 2010

Im Beitrag von 2010 fand sich P-SNAPSHOT als veritabler Picture Style für Haufarben, damals aus dem knappen Canon hauseigenem Angebot und als Ersatz für den modifizierten Stil NATÜRLICH 0110 für die EOS 300D, um für berufsbedingte Aufnahmen weitestgehend farblich präzise JPGs zu erstellen. Eine aktuelle und kurze Recherche erbrachte weitere 154 Stile und 26 z.T. sich wiederholende weitere.

CPF Graded
CPF Graded
Kodachrome 25
Kodachrome 25
RDP III
RDP III
RGB CRC
RGB CRC

 

Viele davon sind in meinen Augen exotisch, schließlich haben sich 4 gefunden (Bildbeispiele siehe oben), die ich gut resp. 3, die ich sehr gut finde: KODAK portra 160NC für Porträts, EXTENDER für Landschaften oder Städte und FUJI reala für Alles vor den Linsen!

Kodak Portra 160NC
Kodak Portra 160NC
EXTENDER
EXTENDER
FUJI reala
FUJI reala

Bleibt zu sagen, das der Monitor unbedingt kalibriert sein muss, um die Farben so gut wie möglich wiederzugeben. Der professionelle Anwender nimmt selbstverständlich den Weg von der RAW Aufnahme out of cam über alle individuellen Einstellungen bei der Entwicklung zum JPG, aber das Leben ist auch mit weniger Zeit vor dem Rechner sehr schön 🙂 Zudem lassen sich auch JPGs mit DxO Film Pack auf viele analoge Filmemulsionen >umrechnen<.

EOS 7D EF-S 18-135 F5.6 f85mm ISO400 1/60sec RAW – Dank an MH für den Tipp mit dem Fuji Bildstil!

© slowfoto.de

 

 

 

 

FAQs: Welche Kamera ist die richtige für mich?

Frage: Digitale Kameras gibt es wie Sand am Meer, welche soll ich nehmen?

hier geht es zu einer guten Kamera
…hier geht es zu einer guten Kamera

Ohne Wissen versinkt man im Angebot, Männer sammeln (nicht nur) Kameras, auch Frauen benutzen oft untaugliches Gerät. Ein paar eigene Gedanken dazu:

Anschaffungen: Welche Kamera ist die beste für mich?

  1. Wieviel Gewicht will ich herumtragen?
  2. Welche maximale Bildgröße (MPI) benötige ich überhaupt?
  3. Welche Bildfolge (Schnelligkeit fps) samt Autofokus ist für mich wichtig?
  4. Wieviele Objektive möchte ich kaufen?
  5. Wie resp. wo kann ich testen, wem kann ich vertrauen?

Anhand meines aktuell genutzten Equipments möchte ich auf die für mich wesentlichen Ausstattungen einiger Kameras, deren Bildgrößen und Preise (Body, http://www.asgoodasnew.de) hinweisen, jede der Kameras wurde mehrfach hier im slowfoto Blog vorgestellt und besprochen:

Das iPhone6+ ist meine leichteste immer dabei Kamera, hat einen 8MPI Sensor mit einer Bildgröße von 3.264×2.448, eine f4.5mm Festbrennweite (ca. 28mm Kleinbild äquivalent) mit fixer Offenblende F2.2 und kostet mit 128GB ca. € 700

Die alte 6,5fps schnelle dSLR Canon EOS 40D hat einen 10.1MPI Drop Sensor mit einer Bildgröße von 3.888×2.552, den großen dSLR Body mit ordentlichem Sucherbild und kostet neuwertig nur noch ca. € 210

Die alte 3fps langsame Canon EOS 5D hat einen 12.8MPI Vollformatsensor mit einer Bildgröße von 4.368×2.912, kommt mit nahezu allem an Objektiven zurecht und kostet neuwertig nur ca. € 390

Die erste kleine und leichte, 4fps schnelle spiegellose Canon EOS M hat wie die aktuelle EOS M10 einen 18MPI Crop Sensor mit einer Bildgröße von 4.608×3.456, die M10 kostet aktuell ohne Objektiv nur ca. €250

Der ebenfalls 4fps schnelle Klassiker an Bildqualität Canon EOS 5DII hat einen 21.1MPI VF-Sensor mit einer Bildgröße von 5.616×3.744, sollte mit gutem Glas gepaart werden und kostet neuwertig nur noch ca. €700

Die aktuelle und 5fps schnelle Canon EOS 5Ds hat einen 50,6MPI VF-Sensor mit einer Bildgröße von 8.688×5.792, ist ab €2.040 als Body zu erstehen und erstellt Aufnahmen von ungeahnter Auflösung, wenn bestimmte wertige Objektive zum Einsatz kommen, deren Anschaffung dann schnell im 5-stelligen Bereich liegt

Wer mit Vergrößerungen im Postkartenformat 10x15cm (Selphy Drucker) leben kann, ist bereits mit 5MPI auf der sicheren Seite, mit dem i- oder Smart Phone also bestens gerüstet. Ab 10MPI sind Vergrößerungen bis DIN A3, ab ca. 20MPI bis DIN A2 und mehr problemlos möglich. Letztlich muss man noch die Bildfolge pro Sekunde (fps) und die nachführende Qualität (Trefferquote) des Autofokus berücksichtigen, wenn man dynamische und scharfe Bildserien erstellen möchte. Im Tempo liegt das iPhone6+ mit 10fps sogar ganz weit vorn. Mit den ehemals Kompakten habe ich abgeschlossen, weil die Handy Kameras auf hohem Niveau sind und die Spiegellosen bereits die Top Crop Qualität erreicht haben.

Testberichte lese ich nur wenige, weil erstens die meisten keine Tests, sondern abgeschriebene Texte vom Hersteller sind, und zweitens viele Redaktionen zu wenig Zeit zur ausgiebigen Nutzung haben. Besser sind ehrliche Erfahrungen aus Langzeitanwendungen.

Man hat also die Lust der Wahl, für den eigenen Einsatz die richtige(n) Kamera(s) anzuschaffen. Grundsätzlich gilt, dass eine neue und teure Kamera keine besseren Bilder >macht< als die alte(n Augen sehen)!

© slowfoto.de

Canon EOS M10 – erste Eindrücke

Was ist neu an der EOS M10?

Meine Affinität zur kleinen EOS M (Mark 1 – 302g) als bisher handlichster Canon Crop Format Kamera ist unbestritten wie am ersten Tag, mittlerweile um einige Tausend Klicks und Erfahrungen reicher, wozu sie nicht geeignet ist. Nach einem Ausflug zur EOS M3 ist nun die EOS M10 (303g) seit Herbst letzten Jahres auf dem Markt und wird dort, ersten Rezensionen und dem bereits eingetretenen Preisverfall nach, wiederum keinen wirklichen Erfolg erzielen, zu sehr hängt die Kritik am lahmen Autofokus fest in der Erinnerung der jeweiligen Redakteure, ich sehe das ganz anders! Hier meine eigenen Eindrücke zu den beiden 18 MPI Cropformat Spiegellosen:

Sofort fällt der fehlende Blitzschuh auf, statt dessen gibt es links über der Objektivachse einen per Kran ausklappbaren Miniblitz mit positionsbedingter Schlagschatten Bildung, für Aufhellungen dennoch okay. Der rückseitige TFT Bildschirm ist nach oben etwas über 180 Grad klappbar, also Selfie fähig bzw. sogar rückwärts über Kopf anwendbar, wenn damit auch die 180 Grad Drehung der Bilder erforderlich werden. Erleichtert ist jedenfalls die Nahaufnahme Technik in Bodennähe! Verfügen die M1 wie die M10 über 7 Knöpfe, hat sich die Belegung jedoch geändert, zudem scheint mir das Bedienungsmenü ibs. auf dem Bildschirm weniger plausibel als bei der ersten EOS M. Hauptsache der Hersteller ist von dem Sinn der Änderungen überzeugt…

Ein Blick auf das deutlich kleinere und leichtere Kit Zoom (156g) zeigt einen Brennweitenbereich 15 bis 45 anstelle 18 bis 55mm (241g), also 3mm mehr Weitwinkel, bei identischer Lichtstärke 3.5-6.3 und Nahdistanz 25cm, aber gleichem Handling wie beim 11 bis 22mm Superweitwinkel (274g), man muss diese beiden Zoome vor der Nutzung aus der geschlossenen Position entriegeln. Mit 49mm ist nunmehr die vierte Größe an Filtergewinde dazugekommen (2/22 43mm – 15-45 49mm – 18-55 und 55-200 52mm – 11-22 55mm), der Zubehörmarkt freut sich. Dennoch finde ich das neue 15-45 praxisgerechter, denn am Cropsensor entspricht es einem Vollformat Brennweiten Bereich von 24 bis 72mm!

Zum Handling: Über die Gehäusegröße ist viel Contra geschrieben worden, man muss (!) dieses Kriterium für sich entscheiden, ob der Body passt oder nicht: Ich montiere grundsätzlich links eine Handschlaufe und halte den Apparat mit der linken Hand und es geht gut, sei es die SLR oder Spiegellose! Trotz fehlendem Spiegelschlag und effektivem Bildstabilisator sollte man bei dieser Art von Live View Fotografie bedenken, dass nur beide Arme die Kamera körperfern halten ohne die dritte Abstützung wie bei der klassischen SLR-Kamera oder dem elektronischen Sucher auf dem Jochbein! Jedenfalls gibt es bisher, außer bei anderen Anbietern, keine alternative Kamera mit diesen schlanken Abmessungen i.V.m. dem Cropsensor.

Nach einigen bisher gewohnten und für gut empfundenen Einstellungen – Einzelheiten dazu später im eigenen Bericht, nach eingehender Lektüre der 196 Seiten Bedienungsanleitung 😦 –  geht es an die ersten Aufnahmen, wegen der AF Präzision zunächst mit langen Brennweiten (EF-M 4.5-6.3 55-200 297g):

f 55mm
f 55mm [A] 1/800 F 5.6 ISO 200
f 200mm
f 200mm [A] 1/2500 F6.3 ISO 200 gegen 8 Uhr

  1. Die EOS M10 ist gefühlt weder langsamer noch schneller als die VorgängerInnen. Der AF zeigt, in der mir vertrauten Nutzung als Einzel-AF, die bei länger werdenden Brennweiten oder weniger vorhandenem Licht bekannten Unsicherheiten bis hin zu fehlender Präzision. Ich nutze generell lieber den einen zentralen AF Sensor möglichst mit Pre-Fokussierung per Sternchen* Taste, anschließender Bildkomposition und Aufnahme. Der im grünen [A]utomatikprogramm gebotene AF mit 49 Hybrid AF-Feldern über die gesamte Bildfläche zeigt bei halb gedrückter Auslösetaste zwar recht flott an, was denn alles in der von der Kamera ermittelten Schärfenebene liegt, aber genau die bestimme ich räumlich lieber selbst, basta!
  2. Die Bildfolge ist gefühlt, bedingt trotz neueren Prozessor, nicht flotter im Auslesen und in der Speicherung. Zudem bieten sich unzählige Möglichkeiten der Bildbearbeitung, die ich grundsätzlich auf den Arbeitsplatz mit großem Bildschirm verlege. Die Auslesegeräusche unterscheiden sich, was wohl auch mit den unterschiedlichen Gehäusen zu tun haben mag, von dem der EOS 5Ds kann man nur träumen, und das mit einem Vollformal Spiegel!
  3. Das präzise Handling erfordert, im Gegensatz zu der im Handbuch (Zitat S. 48 s.u.) genannten Unbekümmertheit, profunde Kenntnisse für die Nutzung manuell gewählter Programm-Automatiken, ansonsten ist die Einstellung >Sport< sicher eine recht unproblematische für unverwackelte Aufnahmen 🙂 – allerdings gekoppelt mit AF Nachführung.
  4. Positiv ist das Fotografieren in der grünen [A]utomatik Funktion, wenn man das so möchte und sich nur mit dem Motiv beschäftigen will: Mittlerweile (und das seit der Canon Powershot D10) halte ich diese Einstellung für den unbeschwerten Umgang mit dem allgemeinen Fotografieren ibs. mit kurzen Brennweiten für recht erfolgreich, vor allem bei wenig Licht, ansonsten sind mir die Aufnahmen i.d.R. zu hell und Spitzlichter eher ausgeblichen.
  5. >HDR< und >4 Nachtaufnahmen ohne Stativ< gehören glücklicherweise wieder zum Angebot im Menü, ein unschätzbarer Vorteil gerade für Aufnahmen mit den weniger lichtstarken Zoomobjektiven.

Zitat Canon S.48 Andere Aufnahmemodi: Machen Sie Aufnahmen nach Ihren Vorstellungen, ohne Fachkenntnisse der Fotografie zu benötigen. Sorry, da muss ich lächeln, das ist Marketing, wie ich es unfair finde, weil das so einfach nicht funktionieren wird. Wissen lässt sich durch Nichtwissen bekanntlich nicht ersetzen und Physik bleibt Physik, egal welche vermeintliche Errungenschaften der Hersteller in die Kameras packt: Autofokus in Verbindung mit Gesichtserkennung ist keine feine Sache, wenn die Kompanie marschiert 🙂 🙂 🙂 Okay, 80% der zum Canon Service eingesendeten dSLR sollen auf [A] stehen… Beispielhaft gesagt, je präziser ich die Schärfenebene legen will, desto offener muss die Blende und desto kleiner der Fokusbereich sein, bei F6.3 im Zoom Endbereich bleibt das allerdings ein Wunschdenken!

Fazit: Unterwegs und bei vorhandenem Licht (AL) ist die EOS M oder M10 nach meinen Erfahrungen eine veritable Kamera, die es ermöglicht, sehr präzise Aufnahmen mit sehr guten Ergebnissen zu liefern, bei unschlagbarem Gewicht und moderater Größe, vor allem mit dem Pancake EF-M 22mm 1:2 STM, einer meiner Lieblingsoptiken und ganz entsprechend der Empfehlung vom Street Fotografen Thomas Leuthard. Als lichtstarkes 80mm KBÄ Tele nehme ich ein altes, leichtes EF 1.8 50mm mit dem Canon Adapter (s.u., M10 plus Adapter plus 1.8 50 550g). Der 18MPI Sensor ist sehr gut und für meine Ansprüche ideal: Ob man nun die alte M(1) oder die neuere M10 auf Grund der unterschiedlichen Ausstattungen vorzieht (Blitzschuh vs. Klappspiegel), die Bildqualität stimmt bei beiden. Für dezente Fotografie aus der Hüfte kann der Klappspiegel ein Segen sein!

Ich ziehe, außer bei sehr wenig Licht, die Programmautomatiken mit einer Belichtungsreduktion um -0,5LW vor, um sattere Farben zu erhalten. Leider hat Canon die Individualprogramme ohne die Wahl 1/2 LW ausgestattet, womit nur in 1/3 LW Stufen die Belichtung geändert werden kann.

Für Liebhaber lichtstarker Festbrennweiten ist bei vollem Funktionsumfang ein Canon Mount Adapter EF-EOS M (186g) nötig, was den Gewichts- und Größenvorteil reduziert, oder von anderen Anbietern auch für viele Fremdgläser geeignet mit manueller Fokussierung, wie das bei Spiegellosen wegen des kurzen Auflagemass oft möglich ist.

Alle Aufnahmen mit dem EF-M 2.0 22mm und alle ooc außer Datenreduktion, die helleren Aufnahmen mit [A], die dunkleren mit [Tv] sowie Offenblende F2 und LW -2/3:

xxx
[A] Gunther Stilling La Mano Aluguss
xxx
[A] wie vor
xxx
[A] wie vor
aaa
[Tv] alte Badeanstalt
qqq
[Tv] wie vor, bei niedrigem Wasserstand im Bodensee
qqq
[A] sehr geringe Verzeichnung der 22mm Festbrennweite
qqq
[A] Aluguss wie oben
qqq
[Tv] Bücherflohmarkt für wohltätigen Zweck
qqq
[Tv] am See mit durchgezeichnetem Himmel -2/3LW
qqq
[Tv] wie vor
qqq
[Tv] 1/125 f22 F22 -2/3LW ISO 100 Natürlich 0110 AWB 4MB 19 Uhr
qqq
[A] Detail Windrose – im Original bei 1:1 ganz leicht matt ISO 400
qqq
[Tv] die 18MPI ergeben eine tolle hochauflösende Darstellung

wie vor Detail
wie vor Detail

qqq
[Tv] AF auf 6 Uhr 1/125 F2 -1/3LW ISO 1.000 AWB Natürlich 0110
© www. s l o w f o t o .de

FAQS: Der Weg zum besseren Foto – Hardware

Frage: Was machst Du, um bessere Aufnahmen zu erhalten?

Nachdenken, was ich an Gerät wirklich brauche, und das ist nicht viel. Im Laufe meines fotografischen Lebens haben sich die Bedürfnisse für berufliche und dokumentierende Fotografie geändert, das Kernstück meiner aktuellen Beschäftigung betrifft das Festhalten und Wiedergeben von Eindrücken, die für die Erinnerung wertig sind.

Begonnen habe ich mit der Messsucher Kamera des Vaters, mit eingebautem Entfernungsmesser und einem 3.5 50mm Objektiv, dazu dem Handbelichtungsmesser und extrem sparsamer Nutzung von Schwarz-Weißfilm und kleinformatigen Abzügen aus Kostengründen.

Heute ist es bevorzugt die 22MPI Vollformat dSLR mit dem 2.0 35mm (1.200g) oder als kleine Variante die 18MPI Cropformat Spiegellose mit dem 2.0 22mm (430g) oder das Fotohandy mit dem winzigen 8MPI Sensor und der 2.0 4mm stabilisierten Linse (210g), im Grunde das Ende der Miniaturisierung aber dafür dem größten Sucherbild (5,5 Zoll mit 401 ppi) plus einigen Features, die beide anderen Kameras so noch nicht bieten. Allen drei Kameras gemein ist der äquivalente Bildwinkel von f35mm KB. Ein Mehr an (vorhandener) Ausrüstung bietet ein Mehr an Möglichkeiten, auf die ich i.d.R. bewußt verzichte.

Das Fotografieren im Freien gestaltet sich immer wieder nach dem gleichen Ablauf.

Wasserfeen
7 Wasserhüterinnen bei Eriskirch von Theresia K. Moosherr

5 Punkte bis zum Klick:

  1. Das Motiv erkennen und
  2. den Bildwinkel resp. eigenen Standpunkt festlegen,
  3. mit dem richtigen AF Punkt scharfstellen und
  4. das Bild interessant komponieren und
  5. mit den richtigen Voreinstellungen auslösen!

Je nach dem welche Kamera zur Anwendung kommt, gibt es unterschiedliche oder vergleichbare Ergebnisse:

Die Präzision des optischen Suchers einer Spiegelreflexkamera ist unerreicht, die Live View Darstellung auf dem großen Retina Display des Handys ebenfalls, der rückwärtige 3 Zoll Kontrollbildschirm der Cropkamera liegt dazwischen. Am Handy Fotoapparat lässt sich wenig einstellen, es bietet dafür Zeitraffer Slo-Mo Video Foto Quadrat und Pano, wobei ich für fotografische Zwecke nur Foto oder Pano nutze. Die Spiegellose bietet, wie die dSLR auch, neben allen Grundprogrammen eine wachsende Anzahl von Automatiken, die auch dem unbedarften Anwender fotografische Meisterleistungen ermöglichen sollen 🙂

Richtig angewendet, können Automatiken die Anwendung durchaus erleichtern: Allen voran die Belichtung und der Weißabgleich, die ISO Empfindlichkeit und die Gesichtserkennung des Autofokus, die Mehrfachbelichtung oder der Sportmodus. Man sollte nur wissen, wie sich Änderungen auswirken.

Wichtig bei der Motivbeurteilung ist dessen eigene Bewegung, Architektur oder Landschaft lässt sich mit längeren Belichtungszeiten (1/60sec und länger) samt Bildstabilisatoren gut festhalten, Personen oder Fahrzeuge benötigen kurze Zeiten ( 1/125sec und schneller), es sei denn, man will Bewegungsunschärfen erzeugen (1/20sec und länger). Für Bewegungsschärfe gibt es auch die Sport Automatik.

Früher haben wir weniger aber sicher nicht schlechter fotografiert. Die Festbrennweite sorgte für eigene Bewegung und wird auch Turnschuhzoom genannt! Heute wird mit dem Handy bis zum Anschlag gezoomt und damit die Bildqualität versaut, anstatt ein paar Schritte zu laufen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher Umsetzung die bevorstehende Aufnahme interessant wird. Auch im Zeitalter der 50 Millionen Pixel Sensoren ist der Belichtungsspielraum ähnlich wie früher: Entweder Schatten oder Sonne, aber nicht beide und das mittags um 12 Uhr! Auch ein Blick auf Himmel oder Wasseroberflächen bei tief stehender Sonne zeigt die Grenzen des Auges, irgendwann ist mit der Erkennung von Kontrasten Schluß weil viel zu viel an Licht!

 

zu hoher Kontrastumfang
zu hoher Kontrastumfang

Bildbearbeitung war früher im Labor, heute wird jedes grausame Handybild per Filter aufpoliert und versendet. Die hinterleuchtete Bildwiedergabe hat Tücken aber auch Vorteile gegenüber dem Print.

Ziel meiner Bemühungen ist es, möglichst gute JPG Aufnahmen aus der Kamera (out of cam = ooc) zu bekommen, die keine oder nur sehr wenig Nachbearbeitung benötigen. Das ist nicht immer möglich. Durchgängig RAW mit anschließend individueller Entwicklung sehe ich kritisch und beschränke das auf nur wenige und gezielte Aufnahmen.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die wertige Bildkomposition nimmt, produziert viel Ausschuss oder ist ein einsamer Meister, der es mit einem einzigen Augenblick kann. Beim Betrachten, am besten mit anderen Augen, darf die Löschtaste eine wichtige Rolle spielen. Zudem hilft es mir, Bilder von anderen Fotografen anzuschauen, am liebsten großformatige in Ausstellungen.

Peter Lichtie
(c) Peter Liechti – Dedication St. Gallen

© www. s l o w f o t o .de

Reisefotografie leicht-er gemacht

Mit weniger Fotoausrüstung leichter reisen

der Weg ist das Ziel
der Weg ist das Ziel

Vom September 2010 datiert ein fotografischer und ein die Ausrüstung betreffender Bericht zur Reisefotografie, jetzt ist ein Update fällig: Ich bin älter geworden und suche mehr das für mich Wesentliche. Auch die Sammlung an Gehäusen und Objektiven samt Zubehör führt nicht zwangsläufig zu besseren Bildern. Zudem ist nahezu alles an Motiven irgendwo schon mehrfach aufgenommen und im Zeitalter des Webs auch dargestellt worden, wozu fotografiere ich überhaupt noch?

wegen der Aussichten :-)
wegen der Aussichten 🙂

Es geht um meine ganz persönliche Darstellung, die zur ebensolchen Erinnerung führt, zu eindeutigen Blickwinkeln oder Erlebnissen, zu bleibenden Eindrücken und schließlich positiver Resonanz bei den Betrachtenden. Deren Beurteilung gliedert sich m.E. in zwei Welten, er fragt nach technischen, sie nach romantischen Belangen. Nicht erst mittlerweile neige ich dazu, Frauenaugen den Vorzug zu geben, schon wegen der Konzentration auf das Wesentliche in der Bildaussage.

Äpfel Wein Wasser Kultur Berge
Äpfel Berge Kultur Licht Wasser Wein

Kurz und bündig zur Hardware: Mobil unterwegs ist und bleibt die Reduktion von Gewicht wichtig, die Schlepperei von zu vielen Kilo gehört der Vergangenheit an. Denn für Bildausgabe Formate bis DIN A2 reichen 20 Mio. Pixel allemal, für Postkarten letztlich 2 Mio., für web Wiedergabe sogar 250MB.

Ein Vollformat Body (EOS 5D) wiegt ohne Batteriegriff ca. 950 Gramm, das Standardzoom 4.0 24-105 L IS USM mit Geli nochmals ca. 730 Gramm, das ergibt 1.680 Gramm. Mit dem 4.0 24-70 L IS USM sind es nur 130 Gramm weniger.

Ein spiegelloser Cropformat Body (EOS M) wiegt ca. 300 Gramm, das Standardzoom 3.5-5.6 18-55 IS STM ca. 240 Gramm, zusammen also 540 Gramm.

Die VF-Kombi 5D (950) plus 4.0 16-35 L IS USM (670) plus 4 24-105 L IS USM (730) plus 4 70-200 L IS USM (980) plus Kenko 1.4x (110) bedeuten 3.44 Kilogramm.

Die spiegellose Crop-Kombi EOS M (300) plus 4-5.6 11-22 IS STM (270) plus 3.5-5.6 18-55 IS STM (240) plus 4.5-6.3 55-200 IS STM (300) belastet den Rucksack mit >nur< 1.110 Gramm.

1.150 wiegt die 5D mit dem alten EF 4-5.6 22-55 USM.

Für beide Kombinationen wiegen die lichtstarken Festbrennweiten EF 2.0 35mm 230 Gramm und das EF-M 2.0 22mm für den Crop Sensor sogar nur 110 Gramm.

Vor- und Nachteile bewertet jeder Anwender selbst: wer wie ich gerne mit dem iPhone (6+ wegen Stabi, Formaterweiterung über Panorama) fotografiert, wird mit dem Liveview Bildschirm der Spiegellosen zufrieden sein, wer vor allem im Telebereich den Fokuspunkt absolut präzise und schnell setzen will, benötigt zwingend den TTL Sucher.

Natürlich hinkt dieser Vergleich David Cropformat gegen Goliath Vollformat, weswegen ich von einer wie auch immer ausfallenden >Bewertung< absehe. Für jede fotografische Situation gibt es zwingend notwendige Kombinationen aus Sensor, Prozessor und Glas. Geht man von der Häufigkeit der Anforderungen aus, kann eine sinnvolle Bescheidenheit zu äußerst spürbaren Entlastungen des Reisegepäcks führen, ohne dass allzu große Einschränkungen dadurch eintreten. Manchmal ist weniger mehr.

Für Wanderungen auch mit Höhenmetern bedarf es weiterer Technik, wie Fußgänger Navigation (140), Händy (210), LED Taschenlampe (110), Kompass (170), Taschenmesser (150) und Wanderstöcken (500), bis hier sind das ca. 2,2kg. Dazu addieren sich noch 1,5 Liter Wasser, etwas Proviant und diverse Karten, Kleidung, Medikamente, Notfalldecke und etwas Verbandzeug und der Rucksack, wobei letztlich jedes Gramm mehr nicht nur bergauf zählt. Jeder Tag zählt (das Original von STS ist noch schöner) kommt der Planung noch viel näher…

jeder Abend auch
jeder Abend auch 🙂

© www. s l o w f o t o .de

 

 

 

 

 

 

 

Sensoren und Werte

Sensoren sind mit den gekoppelten Prozessoren die elektronischen Herzstücke der digitalen Kameras. Mit dieser sehr persönlichen Zusammenstellung einiger Messwerte aus dem Kameravergleich vom Traumflieger Stefan Gross möchte ich den Fortschritt zunächst ohne weitere Wertung darstellen:

Kamera ISO 100-3200 Auflösung Dynamik Gesamt
EOS 5D 70 81 30 69
EOS 5D MKII 87 98 30 83
EOS 5D MKIII 96 97 30 87
EOS 5D s 60 152 40 98
EOS 5D sR 60 156 40 100
EOS 6D 99 90 45 87
EOS 7D 52 78 30 60
EOS 7D MKII 65 83 45 70
EOS M 58 81 25 63
EOS M3 53 93 45 70
SONY A7 70 97 85 85
SONY A7 MKII 70 97 85 84
SONY A7 R 62 120 82 91
SONY A7 R II 71 131 87 100
SONY A7 S 109 70 87 88

Die Auflösung, vor kurzer Zeit noch fälschlicherweise Bildqualität anstelle Bildgröße genannt, scheint zunächst die größte Veränderung darzustellen, sie hat sich von den 12 MPI der ersten Canon Vollformat dSLR EOS 5 hin zu 50 MPI verändert, die erste Canon Crop Format EOS 300D hatte 6 MPI, die aktuelle EOS 7D II verfügt über 20 MPI, die EOS M3 sogar über 24 MPI wie die vollformatige Sony A7 auch. Interessanterweise bewertet TF Sonys 42 MPI Sensor der A7 MKII mit 97% in der Auflösung wie die 21 resp. 22 MPI Sensoren der Canon EOS 5D MKII und III auch. Ich interpretiere das mal so, dass ein Vollformat Anwender damit zufrieden sein kann, es sei denn es bestehen besondere Anforderungen an die Bildgröße.

Anders die Dynamik, hier liegen alle fünf Sony Vollformate im Bereich 82 bis 87, also weit über den EOS 5D außer Ds und DsR mit 40 und 6D sowie M3 mit 45, damit allerdings deutlich unterhalb resp. bei der Hälfte des Sony Wertes.

Beim geringen Bildrauschen hat die Sony A7 S mit 109 die Nase weit vorn, gefolgt von der Canon 6D mit 99 sowie der Canon 5D III mit 96 und 7DII mit 65 und den neuen 5Ds DsR mit nur 60!

Soviel zu den technischen Vergleichsdaten aus dem ergiebigen Kameravergleich auf der Traumflieger Seite.

Betrachtet man dazu geeignete Aufnahmen out of cam am kalibrierten Bildschirm, so sind die Unterschiede der Aufnahmen aus den unterschiedlichen Bodys augenfällig, aber oft geringer als erwartet. Hatte der 27er Mac aus 2013 noch das 2,5k (2.560 x 1.440) Display, ist es aktuell das Retina 5k (5.120 x 2.880) und beim 21,5er immerhin das Retina 4k (4.096 x 2.304), man sieht diese Entwicklung augenfälliger und Gewinn bringend wie auch beim iPhone 6+ mit einer Auflösung von immerhin fullHD und 401 ppi auf 5,5 Zoll, was schon bei der Aufnahme eine hervorragende Kontrolle gewährleistet, und nicht erst bei der Betrachtung. Die Investition in gutes Ausgabegerät lohnt, auch aktuelle TV Paneele beinhalten 4k!

Bayer Matrix - ein Ausbaumodell?
Bayer Matrix – ein Auslaufmodell?

Wer Robert M. Pirsing kennt (Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten ISBN 3-596-50156-3), weiß um die Unterschiede zwischen technischer (Fertigung) und romantischer Qualität (Güte), hier also gemessener und empfundener Qualität einer fotografischen Aufnahme. Um es ganz salopp auszudrücken, es geht um die glückliche Kombination aus geeignetem Apparat (geringes Rauschen, gute Kontraste und ausreichende Auflösung – in dieser Reihenfolge) und Handling (guter Sucher, präziser AF, leise und weiche Auslösung, relative Schnelligkeit – ebenfalls in dieser Reihenfolge), bei spezieller Nutzung mit den entsprechenden Anforderungen (Sport -> Schnelligkeit) usw.

Wer fotografiert, möchte irgendwann Anerkennung für seine Aufnahmen bekommen. Die ist, egal welcher der angeführten (wenigen) Bodies verwendet worden ist, bei einem guten Bild sicher. Eine schludrig komponierte Aufnahme wird mit einer teureren Kamera nicht besser, was die Aussage betrifft: start at the beginning!

© www. s l o w f o t o .de