Bücher die sich lohnen – Langzeitbelichtung und Nachtfotografie

Ronny RITSCHEL – Langzeitbelichtung und Nachtfotografie

Verlag http://www.mitp.de ISBN 978-3-8266-9210-9 €34,95

68 Seiten Basics aus der Erfahrung des Hamburger Fotografen werden verständlich erklärt, es folgt die mehrstufige und sehr persönliche Sichtweise vom Aufnahmeprozess – sowohl ohne als auch mit dem Graufilter! >Das Buch sprüht gerade vor Subjektivität< meint der Autor und genau das ist gut so, keine überall zu findenden Allgemeinplätze, sondern knallharte Statements zu den Abbildungen, man kann da auch mal anderer Meinung sein, aber Ritschel`s Linie ist so konstant wie ein LED Strahl:

Gerade mal eine halbe Seite Text widmet RR sich selbst, schon geht es zum Gestaltungsmittel Langzeitbelichtung, Bewegungsunschärfe und Dynamik, jeweils mit entsprechenden Abbildungen hinreichend erklärt.

Die Ausrüstung findet sich auf 15 Seiten, mit eindeutigen Empfehlungen, was man nicht kaufen soll, lieber wenig und das sehr gut! Beim Objektiv geht der Vorzug eindeutig in Richtung weiter Winkel, wegen der tieferen Schärfenbereiche bereits ab geringen Blendenwerten und der besonderen Eignung für auch mehrere Filter übereinander. Lichtstark kann, muss es aber nicht zwingend sein, Pixel im Randbereich werden auch nicht gezählt 🙂

Die nächsten 10 Seiten widmet RR der Kamera, wobei die schnelle Bildfolge unwichtiger als deren Bulb Modus ist. Selten habe ich eine so knappe aber vollverständliche Erklärung des Histogramm gefunden, weitere 7 Seiten beschreiben den Bildausschnitt und die Fokussierung ohne jegliches Filter, dann den Aufnahmemodus samt passendem ISO Wert.

Kapitel 5 bezeichnet die 1/20 sec schon als Langzeit-Belichtung, sicher oft ein Equipment abhängiger Grenzwert für den Stativeinsatz, der bei 80sec unstrittig notwendig ist, wenn ND-Filter zum Einsatz kommen. Kapitel 6 zeigt die unterschiedlichen Einstellungen für Motive von Landschaft, Urban und Architektur auf, jeweils und wie immer von klar definierten Abbildungen begleitet.

In Kapitel 7 geht es dann um die Nacht, von der blauen Stunde bis hin zur kompletten Dunkelheit mit 12 Minuten Belichtungszeit. Kapitel 8 ist wieder ein technisches, die bevorzugte Ausrüstung und deren Anwendung betreffend, mit umfangreichen Erläuterungen, die man zum besseren Verständnis sogar zu Beginn des Buches lesen sollte. Kapitel 9 zeigt die geeigneten Motive in beeindruckenden Aufnahmen!

In Kapitel 10 stellt der Autor die Frage nach Farbe oder Schwarz Weiß und präsentiert in augenfälligen Beispielen beide Ergebnisse, mit jeweiligen Vorzügen, hier wird der persönliche Geschmack zum tragenden Element. Ich sehe die vom Motiv und der Stimmung abhängige Aussage als Hinweis, welche nachträgliche Bearbeitung die bessere werden kann: die Darstellung einer nebeligen Landschaftsaufnahme verträgt m.E. eine poppige Betonung der Farben weniger, die Nachtaufnahme muss nicht immer nur in SW sein. 

Kapitel 11 beinhaltet die Bildbearbeitung auf über 75 Seiten, mit einem Vergleich von Lightroom zu Photoshop mit sehr ähnlichen Resultaten. Kapitel 12 zeigt eine Abbildung: Alles hat ein Ende…

16mm ISO50 202sec Stativ

Alexander Dacos spricht von >geschwätzigen Farben als Gestaltungselement< und bevorzugt Schwarz-Weiß, Ronny Rietschel von >störenden, unwichtigen Details, die den Blick des Betrachters ablenken< (S.23) und meint Langzeitbelichtungen, der englische Schriftsteller Leigh Hunt meint >Farben sind das Lächeln der Natur< – jeder hat auf seine Weise Recht für die jeweiligen interessanten Vorgehensweisen! 

iPhone 7+  Fast Resize

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FAQs: Warum benötigt das iPhone eine Uhr?

Frage: Apple Watch zum iPhone?

Apple Watch 1 – 42mm Edelstahlgehäuse

Mittlerweile gibt es die Apple Watch zum stolzen Preis bis €15.000, muss das sein? Meine Zeit der Quartz Uhren gehört in die Vergangenheit, solange ich das Tick-Tack des mechanischen Uhrwerks noch höre, sammle ich lieber mechanische mit Sekundenzeiger, die der Unruhe folgen als im Sekundentakt zu springen 🙂 

Die intensive Beschäftigung mit dem iPhone7+ beschied das Kapitel Fernauslösung für die Verwendung auf dem Stativ(le), Werner Harrer`s online Kurs brachte mir die Apple Watch näher, ein Mini-Rechner mit BT Anbindung an das iPhone zur Steuerung verschiedener Funktionen wie Fotografieren und Musikwiedergabe, da musste ich schonmal genauer hinschauen. In der ersten Ausgabe hatte die Apple Watch ein edel aussehendes Stahl Gehäuse samt abnehmbarem Milanaise Band samt Magnetstopp, wobei die zunächst hochglänzende Oberfläche eine intrinsischen Mattglanz durch das Tragen erwirbt, wie immer bei Edelstahl! Spätere Modelle haben ein Alugehäuse und auch bunte Wechselbänder, wer es denn mag… Kurz und gut, asgoodasnew hatte noch eine Gebrauchte, die sich aber als Neue herausstellte, für akzeptable €235. An dieser Stelle noch der Hinweis, dass es nicht immer im Leben aktuell und neu sein muss, ein oder zwei Jahre alte Neuware tut es oft auch zum halben Preis 🙂

Kurz und bündig: Neben netten Funktionen wie Pulsmessung u.v.a.m. bietet die Apple Watch 1 eine veritable Fernsteuerung der App [Kamera] samt Live-View und Zoomfunktion sowie der [Musik] App mit Lautstärken Regelung samt Titelsprung, allein dafür lohnt sich der Kauf, wenn das iPhone außer Handreichweite ist. Nett auch die Nachrichten, die in Titelform angezeigt werden, wenn man das will, oder die Temperaturanzeige von festgelegten Ortschaften zur näheren Bestimmung des Outfits 🙂  

mit abnehmbarem Mailanaise Armband und Ladestation samt Steckernetzteil

iPhone 7+  ooc Fast Resize

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FAQs: Halterungen und Mini-Stative – Tipps für das iPhone

Frage: Welches Stativ nutzt Du für das iPhone? 

das Leichteste, ein Dreifuß findet im Griff Platz

slowfoto: Mit meinem ersten iPhone4 hatte 2011 ich eine tiefgreifende Begegnung in Martin Joppen`s Fotostudio in Frankfurt, der begnadete Nikon Fotograf erstellte damals bereits Kugelpanoramen mit dem Phone. Dieser Tag war auch mein erster zu Fuß mit dem neuen Fotoapparat, mit einer Bildstrecke an die ich mich heute noch gerne erinnere. Bis heute habe ich fast kein Stativ o.ä. genutzt, sondern das iPhone stets in der linken Hand gehalten auch mal abgestützt, seit dem 6+ ist zudem die Optik stabilisiert, beim 4er immerhin schon die Videofunktion, weswegen ich die Stabi-Funktion beim Sensor und nicht in der Linse vermute.

Mein aktuelles 7+ hat in [Camera+] 1/3sec als längste Belichtungszeit der Einzelaufnahme, längere Zeiten werden aus mehreren Aufnahmen zusammengerechnet, der App-Tipp des Linzer Fotografen Werner Harrer [Slow Shutter] bietet zusammengerechnete Langzeitbelichtungen bis 60sec plus Bulb, dafür ist dann ein stabiler Stand absolut nötig!

Harrer`s online Kurs zur iPhone X Fotografie hat mich damit eines besseren belehrt, wobei ich auf dem Weg zum Stativ zunächst bei noch halbwegs mobilen Teilen angekommen bin 🙂 Aus vorhandenem Zubehör habe ich mehrere Halterungen zusammen gebaut und möchte die im Einzelnen vorstellen, bei 220g Eigengewicht des 7+ mit Case:

BILORA 1012 mit 3-Fuß montiert am Griff, 122g leicht und klein mit der China Klemme

NONAME China Selfie Stab mit Kabelauslöser, 133g leicht aber auch 5-fach länger verstellbar, funzt dank Audio Adapter auch am Lightning Anschluss

TSCHIBO 157g Selfie Stab, stabil per 2-fach Auszug, mit angecliptem BT Fernauslöser (der hat alsbald den Akku Geist aufgegeben), kann aber per BT Remote Shutter für IOS und android betrieben werden

CULLMANN 276g komplett CB2 Kugelköpfchen an der 11,5cm Stativsäule vom Nanomax, handlich per anatomischem links oder rechts Lenkergriff vom Fahrrad,

mit absolut fixer ROLLEI Schraubklemme, dafür gibt es schon ab €10 viele Alternativen

CULLMANN 267g solo CB5 Kugelkopf an der 11,5cm Stativsäule wie vor, hier allerdings auch für die dSLR vorgesehen, funzt auch mit der ROLLEI Schraubklemme (s.u.) und das CULLMANN Nanomax 200T 400g 3-fach ausziehbares Tischstativ für die 11,5cm Stativsäule, sehr stabil und deshalb auch für die dSLR mit schwerem Glas geeignet, ibs. wenn man den Tripod Mount Ring nutzt

CULLMANN CC30 124g stabile Klemme mit 2 Gewindeschrauben oder

CC60 249g extrem stabile Gewindeklemme mit ebenfalls 2 Gewindeschrauben und 3 Aufnahmebuchsen jeweils für Stativ oder Kameraboden

NOVOFLEX PANORAMA 167g Drehteller mit Libelle, entweder auf dem Stativ oder wie hier auf dem großen CS33 Saugnapf von CULLMANN auf jeder glatten Fläche oder Glasplatte resp. an jeder Scheibe fest zu bekommen, Mini Libelle vom Baumarkt

mein Favorit für viele Situationen – auch als Stand

Für unterwegs zählt jedes Gramm Gewicht, weshalb das 220g iPhone+ für mich schon die zeitlich meist genutzte Kamera darstellt, und zwar ohne jegliches Zubehör. Geht es aber um Langzeitbelichtungen oder Präzision oder schwierige Bildwinkel und Blickrichtungen, ist sinnvolles Zubehör oft ein Segen, für die indoor Nutzung oder im Studio hingegen kann es nicht stabil genug sein.

iPhone 7+  ooc  Fast Resize

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Was bietet Apple`s zweilinsiges Kamerasystem?

FAQs: iPhone 6+ vs 7+ (+ ein wenig iPhone 4) – welches ist fotografisch besser?

iPhone 4 2011 – schon damals war ich recht angetan 🙂 hier mit etwas NIK Snapseed gewürzt

 

iPhone 6+   ca. 205g 7+   ca. 205g
29mm KBÄ 8MPI 28/57mm KBÄ 12MPI
WW 1/ 2.9´´ f 2.2 4,15mm WW 1/ 2.9´´ f 1.8 3,99mm
größer als 1 / 2.3´´ 20MPI 1,5ym Pixelgröße Tele 1/ 3.6´´ f 2.8 6,6mm
Faktor 6,9 Faktor 7 WW 8,6 Tele
ISO 32 (!)-2.000 WW ISO 25 (!) -1.600
Tele ISO 25 (!) -1.250
ISO 32-200 max beide ISO 25-200 max
DIN A4 max. DIN A4 max.
78x158x7mm 78x158x7mm

 

Das 6+ war das erste iPhone mit stabilisierter Optik auch für Einzelaufnahmen, beim 7+ sind beide Optiken der DUAL Kamera stabilisiert. Das 5,5´´Retina Display bietet bei beiden eine hervorragende Auflösung über 400ppi, womit eine gezoomte Bildvergrößerung zur Darstellung von Details unschwer möglich ist, von der Beurteilung per Live View bei der Aufnahme ganz zu schweigen, keine dSLR bietet diese Möglichkeit on board bei knapp über 200g Eigengewicht auch mit fettem mumbi case!

iPhone 6+ 2018 BMW R 1200 GS mit Allem – in schwieriger Position

Die 6+ Kamera bietet: ZEITRAFFER SLOW-MO  VIDEO FOTO QUADRAT PANO, die 7+ bietet: ZEITRAFFER  SLOW-MO  VIDEO FOTO PORTRÄT QUADRAT PANO und dies alles mit 1x bis 2x fester Brennweite und auch per Wischfinger durchgängig optischem Zoom plus anschließend digitalem Zoom, welches ich in der Regel nicht verwende. HDR ist bei beiden iPhones manchmal wirkungsvoll und easy aus der Hand, der PORTRÄT Modus der 7+ gewinnt erst durch die f57mm KBÄ an Wirkung hinsichtlich des weicheren Hintergrundes, vor allem aber ohne die weitwinkelige Perspektive, im PANO Modus wird dann die Ferne entsprechend näher abgebildet, mit all dem Dreck in der Luft und mit leichten Einbußen beim maximal erreichbaren Bildwinkel, der hingegen bei Verwendung der f28mm KBÄ mit dem 7+ noch etwas weiter als mit dem 6+ erscheint!

Das 7+ hat für Selfies die maximale Auflösung der 6+ (8MPI), beide Kameras bieten Blitz (ausgeschaltet), HDR (selten), Selftimer und 10 Filter als Vorschläge, wenn es denn gefällt, bei Kunstlicht ist somit eine realistischere Farbkorrektur annähernd möglich, die Korrektur kann aber auch später bei der Betrachtung erfolgen.

iPhone 7+ 2018 wer liest das linke Etikett? WW – eine gute Vorlage für SW

Das 7+ bietet weiterhin eine sog. LIVE Funktion mit einem ca. 1sec Clip samt Ton, wobei sich das beste Schlüsselfoto auch per Vorschlag nachträglich auswählen und festlegen lässt! Beide Kameras nehmen bei gedrückt gehaltener Auslösetaste (ab 6+ im sog. Burstmodus mit 240fps! = frames per second ohne Ton) solange auf, um das zeitlich perfekte Foto zu erwischen.

Die zweite F2.8 Tele-Optik vom 7+ eröffnet Möglichkeiten, die m.E. von extremen Nutzen sind. War beim 6+ per Panorama eine sowohl horizontale als auch vertikale „Erweiterung“ des Bildwinkels unschwer möglich, bietet das 7+ nunmehr echte optisch reduzierte Bildwinkel ohne die qualitativen Verschlechterungen von Vorsatzlinsen.

iPhone 7+ 2018 Landschaft Tele – hier ist eine weitere Nachbearbeitung sinnvoll wg. Blütenstaub
iPhone 7+ 2018 Tele nah ohne Staub

Die Musikwiedergabe beider Geräte ist untadelig, ein Adapter Lightning zu Klinke ermöglicht die Verwendung hochwertiger In-Ohr-Stöpsel auch am 7+, welches ohne Audio Klinke ausgeliefert wird, es gibt zudem eine Unzahl an Adapter von Drittherstellern, die Hören und Laden gleichzeitig ermöglichen. Hier finden sich schlappe 498 Seiten einer umfassenden Bedienungsanleitung.

iPhone 6+ 2018 Kabel schaffen Verbindungen von Lightning zu analog Audio oder Laden und Hören

Wer auf Fotografie weniger Wert legt, ist mit dem 6+ (für aktuell ca. €400 128GB) gut bedient, andernfalls bietet das 7+ dem fotografisch Ambitionierten mit der DUAL Kamera eine bisher nicht gekannte Bildqualität und jede Menge neuer Anwendungen mit Sinn, für den Audio-Liebhaber hat sich der Klang mit dem zweiten Lautsprecher ebenfalls deutlich verbessert, und das mit 256GB Speicher für ca. €650 >wie neu< bei asgoodasnew! Und wer die Gehäusegröße und nicht sparen mag, nimmt das aktuelle iPhone X mit OLED Screen und ebenfalls 256GB für rund €1.100 🙂 Das 7+ speichert auch RAW Dateien mit der empfehlenswerten App [Camera+] für alle möglichen manuellen Einstellungen, das 6+ hingegen nicht! Und noch ein finaler Tipp für stark verkürzte Ladezeiten: Ideal ist der Apple Power Adapter 12V 2,4A vom iPad für ca. €25! Das iPhone 4 ist heute museumsreif resp. ab €69 zu erwerben…

Alle 6+/7+ Aufnahmen ooc außer Fast Resize Datenreduktion

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FAQs: Eine Kamera kaufen

Start at the beginning – am Anfang steht das Bild!

absolut wasserfeste und ökologisch unbedenkliche dSLR mit 100fach Zoom

Frage: Welche Kamera ist die richtige für mich?

Fotografieren kann heute Jeder: Händys bieten mit aktuell >8MPI genügend Potential für DIN A4 Ausdrucke, denen man die Herkunft kaum ansieht. Richtig eingesetzt, sind bei brauchbarem Licht und entsprechenden Blickwinkeln Händy Aufnahmen von denen aus >richtigen< Kameras nicht oder nur schwer zu unterscheiden. Und genau darum geht es:

Womit soll ich fotografieren?

vor dem Kauf oder nach dem Fehlkauf

In meinem dritten (ab Herbst 2015) mittlerweile nur 212g leichten und im mumbi case geschützten iPhone 6+ steckt ein kleiner 1/2,9-Zoll-Sensor (4,9×3,7mm) im 4:3-Format mit einer Auflösung von acht Megapixeln (3264 × 2448), die eingebaute f4,15mm Optik hat eine kleinbildäquivalente Brennweite von 29 Millimetern, das entspricht einem Cropfaktor von 6,99 und zudem eine unveränderliche, weil offene Blende mit der Lichtstärke von F2.2. Wirklich sinnvolle Ergänzungen sehe ich in einem kleinen Stativ für längere Belichtungen (bei Nacht etc.), Vorsatzlinsen wie Fischaugen oder Weitwinkel halte ich für optische minderwertige Spielereien, Televorsätze entbehren der Qualität. Für weitere Bildwinkel steht die hervorragende on board Panorama Funktion zur häufigen Verfügung, sie ist vor allem horizontal blitzschnell und unschwer einzusetzen. Meine präferierten Apps sind [Camera+] für einstellbare Parameter und [CameraNoir] für Schwarz-Weiss, vor allem wegen SW-Live Betrachtung, exakte Bildbearbeitung erfolgt am 13„ MacBook oder 27„ iMac. Wer gerne filmt, hat andere Ansprüche hinsichtlich Stereo Mikrofon und Halterung, dazu kann ich wenig sagen, meine Clips sind kurz und meist auf wenige akustische Situationen bezogen, die auch monaural wirken. Der interne Stabilisator des 6+ arbeitet sowohl bei Film- wie Fotoaufnahmen und das sehr effektiv. Das 6,8×12,3cm oder diagonal 5,5„Retina Display (1.920×1.080 HDTV) löst hervorragend detailliert und farbtreu auf (<400ppi) und war neben der bildstabilisierten Kamera einer der wesentlichen Anschaffungsgründe, wenn man vom dicken Akku absieht. Nach bald 10.000 Aufnahmen möchte ich mich ungern vom 6+ trennen und eine Kompakte mit kleinem Sensor, ausgenommen unter Wasser oder mobil, kommt nicht mehr in Frage, zu sehr spielen mobile Dienste mittlerweile eine liebgewonnene Rolle. Ich habe das 6+ wegen der Fotografie gekauft, zum Telefonieren würde das kleinere 6er völlig reichen. 

Der nächste Sensor der Begierde ist für mich der sogenannte >Crop< mit etwa hälftigen Voll-Format (ca. 12x18mm) und mittlerweile >18MPI, angeboten in zahllosen Systemkameras ohne Spiegel oder auch zierlichen dSLR mit ebensolchem Sucherbild bis hin zu großen und schwereren Gehäusen wie denjenigen mit Vollformat Sensoren. Nach vielen 3-stelligen EOS habe ich lange und gerne mit der 410g leichten und winzigen Canon EOS M mit dem EF-M 2.0 22mm (=35mm KBÄ) verbracht, einer System Kamera mit neuen M-Objektiven (11-22mm IS!) oder auch diversen Adaptern für viele Gläser dieser Welt einschließlich aller Canon EF und EF-S Objektive. Bemerkenswert der per Fingerwisch über den ganzen Bildschirm verschiebbare punktuelle und schnelle AF (auch mit Hilfslicht) oder auch seine Nachführung, wenn einmal auf ein Gesicht oder Objekt platziert! Die Leistung heutiger Crop Sensoren samt schnellen Prozessoren und guter Firmware ist untadelig, die super kleinen Pixel fangen bauartbedingt allerdings früher an zu rauschen als die größeren der Vollformate (VF).

Mein dritter und auch nicht mehr taufrischer VF Favorit aus 2012 ist die mit dem lichtstarken F1.8 f28mm Weitwinkel und 1.163g noch relativ leichte Canon EOS 6D, die ich gerne als Nachteule bezeichne, weil Aufnahmen bis ISO 12.800 unschwer möglich sind, sie ist der Vorläufer der EOS 5D III. Mit den neuen recht preiswerten (EF und EF-S) STM Objektiven ist man für beide Sensorformate gut bedient, es müssen nicht nur die L Versionen und die in zweiter Generation sein, obwohl gerade diese Gläser sowohl alters- als auch wertbeständig bleiben, aber auch richtig Geld kosten. Die mittlerweile möglichen kamerainternen Korrekturen auch alter EF Gläser erbringen fototechnische Leistungen, die man früher nur mit aufwändiger Nachbearbeitung (DxO) erzielen konnte, auch mein EF 20-35 von 1993 ist dabei! Soviel zu meinen persönlichen Tipps zur Anschaffung und jeweils durch jahrelange positive Anwendung gesichert. Sicher gibt es viele Alternativen, man muss sich im Leben auf bestimmte Bedürfnisse konzentrieren und das ist gut so.

Fehler, die tunlichst zu vermeiden sind:

man kauft nie nur eine Kamera sondern ein vielfältiges System

Eine Kamera wegen eines Testberichts kaufen, die man nicht einigermaßen kennt. Oder zu glauben, dass eine neue teurere Kamera in der Aussage bessere Aufnahmen macht! Ist ein Händy vorhanden, lernt man einfach und zunächst, damit wertere Bilder zu erstellen! Die Touchscreen Bedienung i.V.m. >wysiwyg< (what you see is what you get) ist eine hervorragende Übung für die Komposition von Aufnahmen, die so einfach mit einer >richtigen< Kamera und optischem Sucher nicht möglich ist. Die Panorama Funktion erweitert den Aufnahmewinkel nach Belieben. Echte Teleaufnahmen sind nur mit mehr als einer eingebauten Festbrennweite möglich, auch diese Entwicklung hat begonnen.

Wird der Wunsch größer nach schnelleren Bodies (bis 20 Aufnahmen pro Sekunde, viel wichtiger ist aber die Präzision des nachführenden AF) und anderen Brennweiten (um den Mond formatfüllend aufzunehmen, benötigt man >f600mm), sollte man zunächst geeignete Fotokurse besuchen und/oder mit Ausrüstungen von Freunden ein paar Bilder machen. In ein Fotogeschäft und mit der 30-fach Zoom Kompakten wieder nachhause gehen kostet Geld, das völlig falsch investiert wurde, auch wenn der Rabatt noch so verlockend erscheint. Nichts spricht gegen eine neue Kamera zum sog. Straßenpreis, die schon ein paar Jahre auf dem Markt ist, im Gegenteil. Auch gebrauchte Objektive kann man im guten Fachhandel kaufen, hilfreich ist dabei ein zeitlich befristetes Rückgaberecht. Oder man kauft von zuverlässigen Quellen.

1-Knopf Bedienung, falls bei Automatik überhaupt nötig

Wichtig ist, dass die Kamera den Nutzer nicht überfordert: Wer das Automatik-Programm oder die Motiv-Automatiken liebt, kann sich in Ruhe der Komposition widmen, der Tüftler reizt die angebotenen Möglichkeiten so weit aus, dass er auch für kritische Situationen schnell geeignete Voreinstellungen parat hat, weil er damit vertraut ist! Beide Anwender können tolle Aufnahmen schießen, die sich sicher unterscheiden.

Wer zuhause mit Windows arbeitet, hat die Qual der Wahl für das Händy :-), der Mac Anwender wird aus guten Gründen ein iPhone vorziehen, weil viele Möglichkeiten sehr gut auf das Betriebssystem iOS abgestimmt sind.

Wer mit sehr guten fototechnischen Ergebnissen und schnellen Kameras liebäugelt, ist auf dem Markt der sog. Spiegellosen unterwegs, wegen der ungeheuren Vielfalt gibt es keine verlässliche Kaufempfehlung, der Unterschied zur Spiegelreflex (SLR) ist der elektronische gegenüber dem optischen Sucher, wenn man von der meist langsameren LiveView Aufnahme einer dSLR absieht. Es lohnt dabei exakt zu wissen, was man nicht benötigt, neue Bodies und vor allem neue Gläser sind im oberen Ausgabenbereich angesiedelt. Aber auch wertige Vollformat Objektive kosten oft mehr als die für Crop Sensoren, beide Sensorgrößen sind bei den Spiegellosen aber vertreten. Vor der Entscheidung lohnt es, einmal alle möglichen Wünsche hinsichtlich Body und Objektiv-en samt weiterem Zubehör hochzurechnen! Man muss sich immer vergegenwärtigen, dass nicht die teurere Kamera die eigenen Aufnahmen verbessert, der gewiefte Fotograf aber auch mit billigem Gerät bei gutem Licht ausdrucksstarke Bilder erhält! Das Foto entsteht im Kopf zwischen den Ohren, die Kamera ist nur der Kopierer, den man auch falsch bedienen kann 🙂

was raus muss wird ordentlich entsorgt 🙂

Fragen vor der Anschaffung:

  • reicht eine feste Brennweite oder will ich mehrere (Händy <-> Systemkamera mit Wechseloptiken)
  • brauche ich GPS, leichtes Gewicht, mobile Daten, Zeitlupe –raffer, Gesichtserkennung, LiveView, Video, Pano (-> Händy)
  • will ich den optischen Sucher, punktgenauen Autofokus, Nachführ-Autofokus, hohe ISO Bereiche, das größere Gehäuse, auch für externen Blitz (-> dSLR)
  • will ich Objektiv Fehler bereits bei der Aufnahme korrigieren (-> dSLR)
  • wie viel Gewicht will ich maximal mit mir herumtragen
  • muss es eine schnelle Kamera für Sport mit >5 Bildern/sec sein
  • muss es eine Vollformat Kamera sein (dSLR <-> Spiegellos)
  • kann ich mit dem elektronischen Sucher leben (-> Spiegellos)
  • muss es zwingend ein aktuelles Modell zum empfohlenen VK sein
  • Neukauf: wie gut ist der Garantie Service (???)
  • gebraucht resp. nach der Garantiezeit: Wer repariert zuverlässig 🙂

Fazit: Schnell gekauft ist nur dann richtig, wenn man genau weiß was! 

Kauf: kein X für ein U vormachen lassen

my10Cents:

Hinsitzen, nachdenken und vergleichen

Bei gutem Licht hat mein iPhone 6+ eine ebenso gute Farbwiedergabe wie die der EOS 6D, zudem eine fast perfekte Belichtung samt automatischem Weißabgleich und das alles ist zuvor sehr gut sichtbar. Alles in allem eine fantastische Kamera, aber es gibt immer Situationen, für die ich eine dSLR brauche: Meine 6D ist viel schneller und funktioniert viel besser im Dunkeln! Bei schwachem Licht reduziert das 6+ in der [Kamera] App die Farbsättigung, um das Rauschen zu verringern. Langzeit Belichtungen mit dem iPhone bei wenig Licht und niedrigen ISO Wert kann man auf dem Stativ mit der [Camera+] App erstellen, hier ist die 6D bei ISO 12.800 aus der Hand wegen Pixel- und Sensorgröße weit überlegen, zudem bietet sie relativ kurze Belichtungszeiten. 

Meine 6+ bietet >nur< ein KBÄ 29mm Objektiv, welches schlicht zum Turnschuh erzieht, dabei ist der Lerneffekt riesig. Sie verfügt sowohl im Standbild- als auch im Videomodus über eine effektive Stabilisierung. Fischauge, (Super-) Weitwinkel,Tele- oder Zoomobjektiv bedürfen der dSLR-Kamera, die mannigfach Vorsatzlinsen für das 6+ sind so billig wie trist! Die extrem kurze Brennweite von nur f4,15mm bringt trotz Offenblende F2,2 eine enorme Schärfentiefe, alles Ferne ist ebenso wie die geringe Tiefenschärfe der 6D vorbehalten. Das iPhone ist als Gehäuse eine Bauhaus Schlichtheit, die man mit ungeeignetem Case verunstalten kann.

Mein iPhone ist immer dabei, auch wenn ich die 6D benutze: Für die schnelle Nahaufnahme, das Panorama, den Blick aus der Bodennähe oder aus einem begehrten Winkel oder wenn das Foto auch mit den GPS Daten versendet werden soll. Das 6+ ist zudem als Fernsteuerung für die 6D einsetzbar. Beide können sich ergänzen aber nicht ersetzen.

Nach dem Ausflug in die Welt der Fotografie mit dem iPhone 6+, der ersten spiegellosen und fast komplett über den Touch Screen bedienbaren EOS M und der ISO starken Vollformat EOS 6D noch ein paar Gedanken in die Zukunft:

perfekt eingekauft und zusammengestellt, ready to

Was wird sich ändern?

* Die dSLR wird über kurz oder lang vom Markt der Spiegellosen überholt, weil ohne Spiegel zwar ohne optischen Sucher, aber auch weniger limitierende Mechanik und erweiternden LiveView bedeutet,
* dabei wird der elektronische Sucher immer besser ausgestattet
* und der Autofokus funktioniert über den gesamten Sensor, nicht nur mit wenigen Sensoren oder deren Bündelung in Gruppen bzw. sogar über einen zweiten Sensor,
* die nachgeführte Gesichts- oder Motiverkennung wird zur unabdingbaren Notwendigkeit,
* um in Verbindung mit dem hochpräzisen Autofokus auch Bewegtes sicher abzubilden
* und der elektronische, besser lautlose Verschluss wird wichtiger als der mechanische,
* wodurch sich die Bildfolge sich auf bis zu 20f/sec auch im Vollformat erhöht
* und die ISO Werte dank großem Sensor und schnellerem Prozessor samt adäquater Firmware neue Höhen erreichen.

und zum Schluß einen guten Café

Zukunft? Nein, SONY verkauft die A9 bereits für knapp unter 5k€ 😦  aber vielleicht wird es nur ein weiteres iPhone mit zwei KBÄ Festbrennweiten f27/54mm F1.8/2.4 🙂

(c) slowfoto.de 

FAQs: SW auf dem iPhone – ein Must?

Frage: Was bringt Schwarz-weiß auf dem iPhone?

Von Vorteil ist der große Bildschirm z.B. beim 6+ im Live-View, der Veränderungen recht subtil anzeigt, vor der Aufnahme mit Presets oder auch nachher bei der Bildbearbeitung, jedenfalls vor dem beabsichtigten Versand. So schnell ist keine Crop- oder VF-dSLR, wenn die erstellten Aufnahmen erst per Rechner modifiziert werden müssen. Bisher habe ich diese Form der Bildbearbeitung vorgezogen, auch für Aufnahmen aus dem iPhone. Mit der APP [KameraNoir] gibt es für knapp über €1 ein Tool (im Store mit K, als Button mit C), das sehr viel bietet bei der Aufnahme mit einer der beiden Kameras:

auto / manueller Fokus – auto /  manuelle Belichtung – auto / manuelle ISO – Gitterlinien an / aus – Blitz an / auto / aus – Frontkamera / Selfy 

oder auch für die Bearbeitung vorhandener Aufnahmen:

Belichtung – Brightness – Kontrast – Klarheit – Verblassen – Glanzlichter – Schatten – Schärfe – Mischung (Farben) – Säulendiagramm – Vignette (HL Priority – Paint Overlay – Center Pop) – Zuschneiden – Körnigkeit (ISO 8000 1600 3200) – Intensivity

Die Bedienung erfolgt mit dem Wischfinger auf dem angezeigten Bogen samt Kontrolle per LiveView. Wer lieber in Farbe fotografiert, bearbeitet wie gewohnt die Aufnahmen aus dem Speicher, wer lieber sofort die Wirkung sehen möchte, nimmt in SW auch modifiziert auf oder kombiniert beide Schritte für bemerkenswerte Aussage Wirkungen:

20yearslater – nicht zur Freude meiner Liebsten 😦

Verjüngen geht normalerweise sehr gut mit [PortraitProStudio], hilft aber hier nicht wirklich weiter 🙂
Gespeichert wird wahlweise mit voller Auflösung oder 2-stufig Daten reduziert, also kleiner, Selfies wie hier eh nur in ooc Größe.

Fazit: CameraNoir ist billigst, empfehlenswert und zudem lehrreich! 

(c) slowfoto.de

 

Slowfoto für die KW 47 2017

Der € und das iPhone

immer gerne gesehen

Wie klein kann iPhone aufnehmen – dazu folgender Versuchsaufbau:

Stand kleine Glasplatte – Saugnapf und Minikugelkopf CB2 von Cullmann – Händyklemme aus Selfiestick – Händy mit Licht oben Objektiv unten einklemmen!

Tischstativ, iPhone in der Klemme: Licht oben und Objektiv unten (Frontseite 6+)

App Camera+ Einstellungen von links nach rechts:

Fokusquadrat manuell auf dem TFT verschieben -> auto

Zeit/ISO 1/50sec Iso40 auto

WB auto 

Lampe an (Taschenlampensymbol) wichtig weil Dauerlicht!

Blume an (Nahaufnahme)

3:4 (Bildgröße)

am unteren Bildrand Zoom 1x-3x (x1 ist max. Objektivleistung, ->3 cave Digizoom!)

Zoom +3 (DigiZoom) bei nähendem Abstand
Zoom +1 Objektgröße ca. 4x6cm HxB bei näherten Abstand

Ergebnis mit Zoomfaktor +3 siehe [€] Aufnahme oben

Fazit: Ich verwende Glasplatten als Basis oft, sie sind sicher und gut auch für Nahaufnahmen zu nutzen und auf einer glatten Schreibtisch Oberfläche ideal im Handling. Für akzeptable Aufnahmen würde ich immer nur Zoom +1 (also aus) wählen, hier war mal die maximale Objektgröße das Ziel. Zur weiteren mobilen Ausleuchtung eignen sich auch Stirnlampen (Mammut wg. DoppelLED) mit 3AAA Speisung, die mit der Hand gehalten auf das Objekt ausgerichtet werden.  

iPhone 5s und 6+ ooc

(c) slowfoto.de

Diana lernt Fotografieren – ein Leitfaden von Diana und Gunther Wegner

(c) 2017 Gunther Wegner ISBN Buch 978-3-9819023-1-0 E-Book 978-3-9819023-0-3

Ich habe alle 479 Seiten mit Genuss und dem Notizblock nebenan gelesen und gratuliere zum Werk! Die Form als Zwiegespräch ist didaktisch wertig und erleichtert das Verständnis, weil die fotografischen Abfolgen und Rezepte als Dialog aufbereitet weiter gegeben werden, und es ist toll, dass Diana Wegner ihre Starter Position so vehement vertritt. In meinen VHS-Kursen habe ich regelmäßig das Gefühl, dass Frauen viel schneller ein Bild als gut oder nicht so gut einschätzen können und in der Partnerschaft profitiere ich davon seit über 40 Jahren. Allerdings ist bei uns ein Gespräch über den technischen Hintergrund nicht immer so geschätzt >mach Du das mal< höre ich dann regelmäßig – und zu Recht 🙂

Für mich ist die Kombination iPhone6+ als >immer dabei< eine unverzichtbare Hilfe ibs. hinsichtlich horizontaler und vertikaler Panos geworden, wenn man mit den Brennweiten bedingten Verzeichnungen leben mag, Vollformat Aufnahmen erstelle ich mittlerweile am liebsten mit der Nachteule Canon EOS 6D. In den 80er Jahren habe ich mit Canon begonnen und einen Schrank an Gläsern, würde aber heute auch zu Nikon (VF und Crop) neigen, weil schon die JPG out of cam einfach bessere Hautfarben ergeben. Bei der Bildbearbeitung mag ich schnelle Lösungen und versuche zuvor, das Maximum aus der Kamera zu holen.

Nochmal zum Buch: Klasse Konzept, richtungsweisende Aufteilung, sehr verständliche Anleitungen, bestes Bildmaterial und trotz 479 Seiten Umfang gut lesbar, sehr viele gut erklärte Tipps zu Einstellungen, ich habe ein paar notiert und werde sie testen, igs. ein beeindruckender Leitfaden für Diejenigen, die abseits der eingetretenen Automatik Programm Pfade den Weg über [A -> AV -> TV -> M] aufnahmeseitig und der sinnvollen (Nach-) Entwicklung am Rechner suchen bzw. gehen wollen. Schön finde ich, dass Alternativen immer wieder erwähnt sind und letztlich die eigene Entwicklung offen bleibt.

(c) slowfoto.de

Bildqualitäten, Dynamik und ISO Empfindlichkeiten im Vergleich – Canon

FAQs: Welche Canon Kamera ist die mit der besten Bildqualität, Dynamik und der höchsten Rauscharmut?

Für die Anschaffung oder Bewertung einer digitalen Kamera gibt es viele Informationsquellen, die wie oft auch widersprüchlich sind, je nach Affinität des Schreibers. Ich verwende digitale Canon Produkte seit weit über 10 Jahren, angefangen von der EOS 300D bis hin zur EOS 5Ds. Bei den 3- bzw. 4 stelligen Modellen mag ich den kleinen Sucher weniger, bei den 2- und 1-stelligen dSLR finde ich das größere Sucherbild okay, bei Live-View darf es gerne mehr als ein 3 Zoll TFT sein. Die inneren Werte einer Kamera (Firmware – Prozessor – Sensor) bestimmen sich im Angebot, und das muss Jeder selbst beurteilen, wie auch die Folgekosten und das Handling. Deshalb gibt es weder einen Testsieger noch eine eindeutige Kaufempfehlung! 

28% Rauschen ist garantiert – danke für den Tipp (c)IZ
Kamera/Body Sensor MPI ISO rauscharm Preis ca. Bildqualität
         
EOS M mit App 4 Nachtaufn. o. Stativ 18 aus 25.600

wird 3.200

<300.- Nachtaufn.

rauscharm

         
EOS M3 24,2 1.600 400.- 83,1
EOS M5 24,2 1.600 1.100.- 83,1
EOS M10 18 1.600 250.- 84,2
EOS 800D 24,2 1.600 850.- 86,2
         
EOS 7D II 20,2 1.600 1.255.- 86,8
EOS 80D 24 3.200 1.000.- 87,3
         
Powershot G3XII 12,8 800 610.- 88,5
EOS 1300D 18 3.200 340.- 88,6
         
EOS 5D II        
EOS 5D III 22,3 6.400 2.300.- 88,8
EOS 5D IV 30,1 3.200 4.050.- 88,9
         
EOS 6D 20,2 12.800 1.400.- 90,4
EOS 1DX II 20,2 6.400 6.300.- 92,8
EOS 5DS/R 50,6 1.600 3.600.- 93,6/93,9
         

Die obere Tabelle ist der Canon Bibel von falkemedia entnommen und zeigt die für mich wesentlichen Wertigkeiten wie Bildqualität und den nutzbaren ISO Bereich, die EOS 6D ist hier mein Favorit bei den Vollformaten, die EOS 1300D preislich der Crop Favorit.

damals mein Favorit mit dem Kodachrome 25

Die untere Tabelle ist der Traumflieger Seite entnommen und zeigt vergleichbare Bewertungen, die EOS 6D ist auch hier mein bezahlbarer Favorit bei den dSLR. Die EOS M zeigt sich m.E. ähnlich gut wie die 7D, beide mit sichtbarem Abstand zur 5D II. Die 5D IV ist der Dynamik Gewinner zwei, die 1DX II die Nummer 1.

Kamera/Body Sensor MPI ISO rauscharm Dynamik Bildqualität
EOS 5D IV 30 6.400 75 104
EOS 5DsR 50 3.200 40 100
EOS 1DX II 20 bis 6.400 besser als die 6D 85 101
EOS 6D 20 ab 12.800 besser als 1DXII 45 87
EOS 5D III 22 3.200 30 87
EOS 5D II 21 3.200 30 83
EOS M5 24 1.600 75 76
EOS M3 24 1.600 45 70
EOS 7D II 20 1.600 45 70
EOS 5D 12,8 800 30 69
EOS M 18 1.600 25 63
EOS 7D 18 1.600 30 60

Fazit: Dieser Vergleich zeigt gewisse Parallelen in der Reihenfolge, aber keinesfalls alle Parameter, die für einen Kamerakauf entscheidend sein können. Canon bietet sehr gute und günstige Kameras als Spiegellose, Crop- oder Vollformate und exzellente Profikameras zu entsprechenden Preisen. Man muss wissen was man nicht benötigt!

Ich lege als >Slowfotograf< keinen allzu großen Wert auf schnelle Bildfolge (3/sec reichen mir) und/oder schnelle AF Nachführung, aber auf präzise Pre-Fokusierung per mittlerem Kreuzsensor, möglichst gute JPG Bildqualität sowie hohe und rauscharme Empfindlichkeit für die Aufnahmen mit vorhandenem Licht. Blitz und Stativ sind weniger mein Ding, gleiches gilt für Kompaktkameras seit der Bildqualität ab der superkompakten EOS M oder des iPhone5s, für Live View Aufnahmen mag ich das iPhone6+ wegen der überragenden Bildschirm Qualität lieber.

alle verwendbar, wie die Bodies oben auch

(c) slowfoto.de

FAQs: Einfach bessere Fotos – wie man sie erhält

  

„Einfach bessere Fotos“ – my way:

Fotografieren ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht. Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert.

Die Kraft eines Porträts liegt in dem Bruchteil der Sekunde, in dem man etwas vom Leben der fotografierten Person versteht. Die Augen erzählen viel, der Gesichtsausdruck… Ein Porträt nimmt man nicht alleine auf, der Andere schenkt es einem.

EOS 5DII – kleine Tomate auf dem Holztisch draussen – unbearbeitet 2010

Die folgenden Gedanken sind für mich die wichtigsten, was meine Fotografie betrifft. Ich möchte in einer Zusammenfassung aus rund 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Thematik versuchen, die für mich wesentlichen Fundamente einer guten Fotografie zu erklären: Heutzutage ist es für Jeden recht einfach, Fotoaufnahmen zu machen, man wählt [auto] und knipst einfach drauf los. Will man ein Handwerk ausüben, ist zuvor eine entsprechende Ausbildung notwendig, um die einzelnen Strukturen der Tätigkeiten zu erlernen. Knipsen kann hingegen Jeder.

Meine frühe fotografische Ausbildung bestand im Wesentlichen aus der Anwendung fototechnischer Parameter, weil die 35mm Kamera erst einmal >bedient< werden musste, heute nimmt der moderne Apparat dem Nutzer alle notwendigen Einstellungen ab.

Über die wertige Bildkomposition habe ich erst später gelesen (Andreas Feininger), und die ist heute wie früher immer noch Sache des Anwenders, denn die Kamera beherrscht sie nicht: Hinstehen, Zoomen und Abdrücken führt i.d.R. zu langweiligen Aufnahmen, weil Strukturen in der Aufnahme fehlen. Wenn gezeigte Aufnahmen Aufmersamkeit erregen, wenn vor allem Frauenaugen sie bemerkenswert (like it!) finden, dann sind diese sensiblen Strukturen in den Bildern zu finden. Alles andere wird einfach übersehen oder schnell vergessen.

EOS M3 Zeppelin NT 2015

Wenn man gewisse Strukturen beherzigt, weil man sie verstanden hat, werden die Aufnahmen besser und lassen sich sogar >verkaufen<. Wer eine >bessere< Kamera kauft, teuer und dafür mit billigem (zigfach Zoom-)Objektiv, bleibt bei >seinen< Bildern. Wer aber einen Kurs besucht und/oder sich gezielt weiterbildet, wird fast egal mit welcher Ausrüstung Aufnahmen mit Aussagen erstellen.

Mittlerweile reicht mir ein gutes Händy für viele shots: Das Bild entsteht schon in der Entfernung bereits im Kopf, und weil ich mit beiden Augen etwa 180 Grad Blickwinkel habe, muss ich zunächst differenzieren, was ich für wichtig halte, und beurteilen können, ob das auch fotografisch machbar ist. Die Struktur ist dabei das Wichtigste, (zu) viele Details verderben die Aussage, ein >eyecatcher< muss vorhanden sein, die Aufnahme soll ja aus dem Üblichen herausfallen! Man kann dies auch Botschaft, Geschichte oder Thema nennen: Was will ich mit diesem Foto aussagen? Nichts ist langweiliger als eine Fotoshow von 300 Aufnahmen, die meist ohne präzise Aussage und dabei oft technisch schlecht sind, sich in vielen Standpunkten wiederholen und einer langwierigen Erläuterung bedürfen! 30 Gute Aufnahmen mit knappem Kommentar fesseln die Zuschauer weit mehr.

iPhone 4 – wilder grüner >Löwenzahn< – unbearbeitet 2011

Jedes Foto benötigt >eine< Aussage als Basis, die über den vorhandenen Details steht. Diese Struktur lebt von Kontrasten, Farben und Schatten von hell bis dunkel und ist wichtiger als alle anderen Details. In meinem ersten Bild ist die (wichtige) rote Tomate der Mittelpunkt, das ergraute Holz der Tischplatte die (unwichtige) Umgebung. Rot fällt stark auf, Grau hält sich dezent zurück. Weitere Akzente setzt man bewußt mit der Brennweite (geringe Schärfentiefe => Freistellen) und/oder mit der Arbeitsblende (offen => sichtbare Vignettierung), weshalb ich heute auch auf die nachträgliche Korrektur (DxO) vorhandener sog. Schwächen mancher Objektive verzichte, ich nutze sie lieber für die individuelle Bildgestaltung. So werden die Aufnahmen einfach interessanter, was eine für die Bildbetrachtung positive Bereitschaft beim Betrachter voraussetzt, denn wer nicht richtig hinschaut, bekommt auch nichts mit.

Nikon Coolpix E 4500 WW so nah wie möglich, das Rechteck wird zum Kissen 2009

Ausnahmen sind die gräßlichen Verzeichnungen, die uns Zoomobjektive frühester digitale Kompaktkameras geboten haben.

Akzente setzen

Weitere Akzente setzt man mit passenden Brennweiten (resp. Panoramen beim iPhone) oder man geht so nahe wie möglich ran (wenn Du etwas abschneiden musst, dann warst Du zu weit weg). Weitwinkel haben einen speziellen optischen Charakter in der Tiefe, Teleobjektive zeigen den Ausschnitt. Das WW ist anspruchsvoll in der Bildgestaltung, weil nah bis fern sehr lang ist. Das Tele ist gnadenlos, wenn der uninteressante Hintergrund scharf mit abgebildet wird. Zoome, vor allem billige mit großem Bereich, verbiegen noch mehr auch in der Bildebene, nicht nur im Sinne von Kissen und Tonnen. In der Natur spielt das eine geringere Rolle, in der Kultur hingegen sind diese Verzeichnungen sichtbar. Bei beiden Gläsern sind offene Blendenwerte eine gute Möglichkeit, das wesentliche Subjekt auf der Schärfenebene abzubilden und so gegen den unscharfen Hinter- resp. Vordergrund freizustellen. 

Ebenso bedeutend ist die Farbe in der Bildaussage. Mit Schwarz Weiss kann man keine Farbakzente wiedergeben, mit Farben keinen SW Effekt erreichen. Ich fotografiere immer in Farbe, denn SW kann ich weitestgehend am Rechner und in Ruhe erarbeiten. Geliebte Ausnahmen sind fast monochromatische Aufnahmen bei Dunst oder Nebel.

EOS 5Ds vernebelter Sonnenaufgang am südlichen Bodensee – unbearbeitet, feinste Details 2016

Man sollte beim Fotografieren nicht nur ein Detail erspähen, sondern den Kontext desselben in seiner Umgebung, die Komposition muss stimmig sein, sonst wirkt die Aufnahme uninteressant.

Selbst mit ausgefuchster EBV lassen sich Strukturen nur weiter herausarbeiten, aber fehlende nicht ersetzen. Was fehlt fehlt, basta, wobei ich burn&dodge, also das Aufhellen oder Abwedeln bestimmter Partien in der Aufnahme, für bildverbessernd einsetze, wie früher beim Fotopapier in der Dunkelkammer. Eine sehr gute Aufnahme kann dadurch gewinnen. 

Welches Subjekt oder Motiv ist das wichtige?

Mal flott gesprochen, auch eine Toilette kann was hergeben 🙂

iPhone6+ – herzlich willkommen (das Foto ist stark bearbeitet) 2016

Im Grunde ist es fast egal, was als Subjekt dargestellt wird, Hauptsache die Aufnahme spricht an. Okay, hier ist es krass dargestellt, diese Toilette entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen, zumal die sinnlichen Eindrücke per Bild nicht dargestellt werden können, müssen auch nicht. Immerhin bewundere ich die letzten Nutzer dieses stillen Örtchens… Warum also diese Aufnahme: Ich fotografiere (hemmungslos) was mir auffällt, nicht was Andere vielleicht sehen wollen. Hauptsache es gibt Farben, Linien und Strukturen und das Subjekt ist unschwer erkennbar.

Komposition

Bei der Bildkomposition kann und sollte man Details zunächst vernachlässigen, den Überblick aber im Auge behalten. Bei der SLR bedeutet das ein Blick durch das Objektiv, einmal Kamera runter, beim LiveView beides gleichzeitig mit beiden Augen. Die Vorzüge des LiveViews habe ich mit dem Mäusekino der ersten Nikon Coolpix lieben gelernt. Ein Pad ist für LiveView besonders geeignet, verfügt meist über schwache fotografische Leistungen. Moderne dSLR lassen sich mit dem Pad oder Händy koppeln, was Stativ Verwendung voraussetzt mit allen Nachteilen mobiler Fotografie, ich möchte mich lieber solange bewegen, bis der Bildausschnitt passt und keine oder nur wenig Nachbearbeitung nötig ist. Mittlerweile liebe ich Aufnahmen mit dem Handy… what I see is exactly what I get!

iPhone4s alles im grünen Bereich – unbearbeitet 2015

Wohin schaut das Auge zuerst

Nein, nicht Frauen- oder Männeraugen sind gemeint, sondern die beim Betrachten der Aufnahme oder zuvor der Umgebung! Helligkeit, Kontrast und Sättigung bestimmen den Eyecatcher. Erst danach wandert der Blick weiter, allerdings zählt der erste Eindruck stärker (wie im richtigen Leben eben). Deshalb gehören bildbestimmende wichtige Detail eher zentral angeordnet und nicht in die Ecken versteckt: GROSSBUCHSTABEN sind der Titel, der Text führt dann weiter. Panoramen mit dem iPhone müssen zwingend zuvor abgefahren werden – auch ohne Speicherung, um die Wirkung beurteilen zu können, (Super-) weinwinklige Aufnahmen sorgfältig kontrolliert sein. Hinspüren, hinschauen, dann erst klicken.  

EOS 6+ Angebot hinter der Scheibe – unbearbeitet 2015

Die Ecken dürfen dunkler (Vignette) und dennoch durchgezeichnet sein, so dass der Blick auf die bildwichtige Mitte gelenkt wird. Das widerspricht zwar der Wirklichkeit, ist aber ein guter Trick, die Aufmerksamkeit zu führen. HDR und DxO verwendet man, wenn man von Ecke zu Ecke völlig durchgezeichnete Aufnahmen haben will. 

Geschriebenes lesen wir von links nach rechts und von oben nach unten, das schafft Gewohnheiten. Was gegen Gewohnheiten verstößt, wird nicht immer als okay bewertet. Einzig das Logo der Deutschen Bank besteht außer dem quadratischen Rahmen aus einem dynamischen Balken von links unten nach rechts oben, als Synonym für die ausschließlich positiv aufsteigende Entwicklung durchaus auch untauglich 😦

Aufhellen und Abdunkeln

Dodge and burn gab es schon in der SW-Dunkelkammel, das Fotopapier wurde selektiv länger nachbelichtet oder kürzer abgewedelt, um dunkle Partien aufzuhellen oder helle abzudunkeln. Am Rechner ist es einfach, man werkelt so lange, bis alle Augen zufrieden sind…

EOS 5D Dokumenta 2007

Wesentliches – Ablenkung und Knalleffekt

Alles was ablenkt = stört, sollte aus der Aufnahme entfernt werden, sei es vor dem Klick oder danach am Rechner, man kann am Rande oft Zuschneiden (crop) oder in der Aufnahme Stempeln (überschreiben). In der Dunkelkammer war für jeden falschen Schritt ein neuer Abzug nötig, am Rechner wird der letzte falsche Schritt verworfen. Wichtig ist, dass die Veränderungen (fast) unsichtbar bleiben sollen, oder man bezeichnet Übertreibungen als Kunst (resp. kunscht vergesse).

EOS 100D 2013 bearbeitet

Gesten

Gestik ist die Sprache ohne Worte, der Gesichtsausdruck oder die Haltung der Hände sagt etwas! Kinder oder sehr alte Menschen haben oft vielsagende Gesichter. Bei Porträts hilft es oft, dem Betroffenen anzusprechen oder ihm etwas in die Hand zu geben.

Contax 2.8 50mm 35mm SW ca. 1953

Farb (-lehre)

Auch hier hat mich Andreas Feininger mit seinem Standartwerk beeinflusst. Je nach gewünschtem Bildausdruck sollen warme Farben (Rot – Orange – Gelb – Weiss) mehr den Vordergrund, kalte ( Grün – Blau – Violett – Schwarz) mehr den Hintergrund betonen. Komplementärfarben wie Orange (vorn) und Blau (hinten) schaffen Spannung. Ein kalibrierter Bildschirm respektive LifeView zeigen präzise what you see ist what you get, der optische SLR Sucher nicht. Farben in Harmonie sind vom eigenen (erworbenem und vorhandenem) Farbempfinden abhängig, mein linkes Auge sieht z.B. etwas wärmer als das rechte! Warme Farben stimmen friedlich, kalte regen an. Frauenaugen können m.E. Farben besser einschätzen, was sich leider nicht immer im eigenen Äußeren niederschlägt. Wenn die in der Aufnahme vorhandenen Farben nicht wirklich zufrieden stellen, versuche ich es in Schwarz-Weiss umzugestalten oder reduziere die Sättigung auf 10-20%.

PowerShot D10 Appetizer – unbearbeitet 2011

Licht

Fotografieren ist Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Ohne Licht gibt es kein Foto, Licht ist Farbe, Dunkelheit und Helligkeit, Kontrast und Schatten(fall) plus Struktur. Natürliches Licht ist für mich eine sich wandelnde Stimmung, die ich im Studio so nie erhalte.

EOS 350D 10mm Mahnmal Berlin 2005

Still Picture – Momentaufnahme

Das (gerahmte) Foto ist 2-dimensional, das Leben nicht, es ist laut und riecht und es lässt sich in keinen Rahmen packen. Potentielle Aufnahmen lassen sich mit einem geschlossenen Auge besser beurteilen: Wieviel Verlust verträgt ein Foto? Oder wieviel Input gewinnt es durch die Reduktion? Die verlustige 3. Dimension lässt sich oft durch die Bildtiefe ausgleichen, man muss auf den Verlauf Vorder- zu Mittel- und Hintergrund achten (Landschaften und Licht).

iPhone 6+ Blick vom Nebelhorn nach Süden 2016

Der alte Trick: Erst laufen, dann stehenbleiben, mit beiden Händen vor den Augen den imaginären Rahmen bilden (Bildwinkel = Brennweite) und die Komposition beurteilen, und dann vom optimalen Standpunkt aus fotografieren. Scheißwetter gehört im Leben dazu, Wasser ist ein wertvoller Spiegel, ich liebe Glas, Meere und Seen. Mit der Erfahrung und Zeit >erblickt< man diese Kristallisationspunkte oder Schlüssel für das Foto, weil man sieht, was man kennt.

Kopie oder Vorbild?

iPhone 4s Vertrauen ohne weitere Worte – unbearbeitet 2015

Der Versuch, einen Meister zu kopieren, ist zum Scheitern verurteilt, vom Meister hingegen zu lernen, ist erlaubt: Je mehr Ausstellungen man besucht, desto größer wird der Wunsch nach einem eigenen Stil, und den gilt es zu entwickeln resp. zu fördern. Mein Wunsch hinsichtlich Fotografie ist es, bei möglichst allen vorhandenen Lichtsituationen Aufnahmen erstellen zu können, die sich von denen der Mitschaffenden unterscheiden, ein Beipiel: Das illuminierte Berlin lockt jährlich tausende von Stativträgern in die nächtlichen Strassen, ich habe nur eine spiegellose Cropsensor Kamera mit einem stabilisierten Weitwinkelzoom (zusammen unter 550g) und einer App, die 4 Bilder (in einer Sekunde aufgenommen) rauscharm zusammenrechnet. Basta. Schneller geht nicht. Es sei denn, die Technik baut eine Kamera, die mit ISO 25.600 und nur einer Aufnahme gleiche Resultate liefert (1,5kg)… Man sollte seinen eigenen Neigungen folgen und aufnehmen, was einen selbst fasziniert, das ergibt schließlich gute Bilder. Und ab und zu nach links und rechts schauen, denn andere Fotografen sind auch gut oder noch besser!

Nikon E 990 2002 Salvador Dali ist m.E. der allererste Begründer digitaler Denkweisen, beim Betrachten schnell blinzeln, dann erscheint der amerikanische Präsident (l.u.) ganz groß im Umriss

Faktor Technik

EOS M3 Interbike Friedrichshafen – unbearbeitet 2015

Früher hatte ich eine Briefträgertasche voll Gerät und meine Freundin schleppte das Stativ (ich hätte das vermutlich nicht gemacht!). Heute sagt mir meine Frau, mach mal eine Aufnahme davon und davon oder sie nimmt ihr Händy (einschließlich Exif, GPS und Zeitdaten ca. 200g).

Faktor Zeit

In zwei Stunden oder zwei Wochen Urlaub kann Keiner bessere Fotos machen, als schon im Web vorhanden sind. Aber andere… So wie man die Uhr nicht zurückdrehen kann, ist die (richtige) Situation verpasst, wenn alles stimmt, sollte man abdrücken! Das bedeutet, wertige Situationen aufmerksam zu beobachten und dabei den Fotoapparat schußbereit zu führen.

EOS 5DII LiveView aus der Hüfte 2012

Das vorhandene Licht ist, im Gegensatz zum Studioblitz, nicht konstant, die aktuell vorgefundene Situation nicht für die Ewigkeit identisch, es gilt, das Foto jetzt aufzunehmen, also Augen auf und schnell reagieren. Mit der Erfahrung von zig-tausenden Fotos geht das ganz gut, die ersten 10 bis 50 Tausend Aufnahmen sind sowieso nicht die besseren 🙂 – also kritisch üben und kritisch verwerten und löschen! Die schnelle Bildrate ist nur in der Meisterhand interessant, ansonsten eher ein Greuel für den Betrachter.

Fazit

Hat man gelernt hat, maßgebliche Strukturen in der Komposition eines Bildes zu erkennen, wird man wesentliche interessante Aufnahmen erzielen als die meisten Knipser. Die bleiben einfach stehen, als den besten Standort für den richtigen Blickwinkel und den günstigsten Lichtverlauf aufzusuchen und dann erst abzudrücken. Mit Hoffnung wird keine Aufnahme besser, egal welches (teure) Äquipment zur Verfügung steht, das führt nur zu inhaltslosen Schnappschüssen. Es gilt, vor dem Klick zu sehen, zu erkennen, zu bewerten und dann erst umzusetzen. Die Kamera beherrscht keine Komposition, sondern gibt >nur< mehr oder minder genau wieder, was auch im Sucher zu erkennen ist.

Nikon E 990 – unbearbeitet 2001
Nikon E 990 – unbearbeitet 2001

Absolut wichtig ist der eigene Standort und zudem die Positionierung der Kamera. Oft genügen geringe Korrekturen und die Aufnahme bekommt Profil, ein Beispiel: Kleine-re Kinder stellen sich auf Augenhöhe einfach besser dar! Im Nachhinein ist der View Point nur geringfügig zu verändern (DxO VP). Werden Tricks angewendet (HDR, Langzeitbelichtung vom Stativ, Panoramen, Stacking u.v.a.m.), sollten sie ausreichend beherrscht werden.

Wer diese Basics beherrscht, erzielt mit fast egal welcher Kamera interessante Aufnahmen (hmmm – oooh!)

SANYO E6 – zwei engagierte Feuerwanzen 2009

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