Erste Schritte mit der Canon EOS RP

Ein paar launische Bemerkungen zur neuen Canon EOS RP

Vorweg: Wer sich nicht mit vielfältigen Voreinstellungen und technischen Parametern auseinander setzen mag, ist mit einem iPhone+ (6+ ff) letztlich einfacher bedient und zudem schneller, ich ziehe mein nicht mehr ganz aktuelles 12MPI iPhone 7+ in vielen [App] induzierten Situationen vor, ibs. mit den beiden f28/56mm KBÄ Objektiven!

7+  20:39 2,3MB  f4mm (28mm KBÄ)  F1.8  1/4s 

Canons neue zweite spiegellose Vollformat Systemkamera EOS RP ist ebenso wie das iPhone keine optische Kamera mehr, lässt außer den neuen R-Objektiven mit dem Mount Adapter EF-EOS R alles aber an EF und EF-S Objektiven (mit nunmehr 11MPI Aufnahmen) zu, sogar für mein ältestes EF 20-35mm 1:3.5-4.5 ist eine Verzeichnungs- und Vignettierungskorrektur vorhanden, für das etwas jüngere EF 22-55 allerdings nicht, für das EF-S 2.5 60mm macro sogar eine digitale Objektivoptimierung wie für das EF 4 70-200mm L IS auch. Von den neuen R Objektiven interessiert mich das 24-240er Zoom als ohne Adapter immer drauf, es steht aktuell noch nicht zur Verfügung und einem Kauf würde zudem ein ausführlicher Test hinsichtlich Abbildungsleistung und Handling vorausgehen.

RP  20:40  6,2MB  f28mm  F1.8  1/60s ISO 3200

Die RP verfolgt konsequent die Linie der EOS M mit Touch Bedienung, bietet dazu den dreh- und klappbaren Bildschirm und einen fest eingebauten elektronischen Sucher, beide mit vielfältigen Informationsmöglichkeiten. Zudem ist das große Programmwahlrad mit der neuen Einstellung [Fv] ausgestattet, die Parameter Belichtungszeit, Blende, Belichtungskorrektur und ISO können hier einzeln und in Abhängigkeit der jeweiligen Priorität zueinander geändert werden, im Grund eine erweiterte und variable [P]rogrammautomatik. Die [SCN] Programme sind aus der EOS 6D bekannt und werden deshalb nicht weiter besprochen wie auch [A/P/Tv/Av/B/C1-C3/Film], ebenso 4K Video mit allen Nachteilen wie Erwärmung und Speicherplatz. Für Clips ziehe ich das iPhone auf dem DJ OSMO Gimbal oder die EOS M mit dem stabilisierten EF-M 11-22 IS samt Stereoton vor.

Was spricht für die vollformatige EOS RP? Die Baugröße unterbietet jede VF dSLR, aber nicht die EOS M 😦  in die Handtasche passt sie ibs. mit dem langen 24-105 oder einem EF resp. EF-S dank >20mm Mount Adapter dennoch nicht, die Auswahl an Objektiven ist dafür nahezu unüberschaubar, was den männlichen Nutzer sicherlich sehr freut 🙂 🙂 🙂  Die Geschwindigkeit mit 4/5fps ist wenig sportlich, die Bildqualität nach dem Hangeln durch die vielen Menü Einstellungen untadelig. In Händen von Smartphone Nutzern oder bei low-light Umgebung (Abend) ist das [A]utomatik Programm ein Segen, genau wie bei der EOS 6D, nur jetzt bis hin zu ISO 40.000 und das ist schon eine Ansage für den availible light Fan! Weshalb ich über Blitzverwendung wenig sagen mag und das schon seit langer Zeit…

Beim Autofokus habe ich, wie bei der EOS 6D auch, nur Einzel-AF (d.h. ein etwas größeres grünes Kästchen, nicht den Spot weil deutlich langsamer) und Gesichtsnachverfolgung (blaues Kästchen) ausgewählt und beide zum Wechsel in den weißen Programmen auf die M-Fn Taste gelegt. In den Automatik-Programmen kommen, im Gegensatz zur dSLR, alle auf dem Sensor liegenden AF-Messpunkte zum Einsatz, bei Gesichtserkennung auch nachgeführt und werden in der/den jeweiligen Ebene/n grün markiert angezeigt, so dass der Schärfenbereich zu erahnen ist, grau wäre unscharf, das kannte ich bisher noch nicht. Der AF ist schnell und präzise, die EOS 1D Boliden mit bis 10fps sind noch präziser und schneller, wie das kleine zentrale AF-Feld (Kreuzsensor) der 5DII oder 6D auch. M.E. verführt die RP nicht zu schnellen Serien, ibs. wenn die Rückschauzeit auf >2sec< oder >4-6-8sec< resp. >Halten< zur Kontrolle der Aufnahme eingestellt ist, im Grunde geht es in Richtung slowfoto-grafie 🙂 Wer es wie ich mag, stellt die Rückschau auf >Aus< und nutzt nur bei Bedarf die Wiedergabetaste, man kann alternativ aber auch per halbgedrücktem Auslöser jederzeit die Rückschau umgehend abbrechen! Die Frame Rate für den Sucher habe ich auf flüssig gestellt, um das Ruckeln bei der Motiv Komposition zu unterbinden, was etwas mehr Strom verbraucht, ein 2. Akku ist immer dabei. Mit einem USB auf USB 3.0 Type-C Kabel (z.B. ANSMANN) kann man nicht nur den Akku LP E-17 in der Kamera (nach) laden, was am fähigen AC-DC Koppler oder Tank funktioniert, sondern auch die Aufnahmen von der Karte auf den Rechner kopieren. Leider funktioniert bei mir (wie mit der EOS M auch) EOS Utility als kabelgebundene Fernsteuerung noch nicht, ich bleibe da am Suchen 😦

Zum Fotografieren selbst bleibt zu sagen, ich habe sowohl die für die Umgebung nervige AF-Licht Unterstützung als auch die Rückschau ausgeschaltet und wähle sie, falls sofort nötig per [->] Taste, dann eben gerne auch 10-fach vergrößert per [5Punkt] Taste (die liegt unter der [*] Taste für die AE Speicherung) plus dem senkrechten vorderen Wahlrad für Verkleinerung; die Infotaste ermöglicht zudem den Blick in das Histogramm und die Parameter, was immer eine eingehende Unterbrechung beim Fotografieren bedeutet. Für lautlose Aufnahmen dient der [SCN] Modus mit ausgeschalteten Tönen. Mir genügt zudem ein 3er Gitterraster anstelle der mittig farbig und fett platzierten Waage, dazu die kleine Anzeige von Programm Zeit Blende -3/+3 ISO Bildanzahl und Akku Ladung im eSucher unten.

Unbeschwert loslegen funktioniert sehr gut mit dem grünen [A]utomatik Programm, für alle anderen sollten die Zusammenhänge zwischen Autofokus, Belichtungszeit, Blende, ISO Empfindlichkeit und deren Korrekturen als Voreinstellung geläufig sein, dazu eine kleine Tabelle, v bedeutet senkrechtes Stellrad vorn, h waagrechtes hinten neben der Lock-Taste, beide zur manuellen Korrektur wählbar:

[A] Belichtungszeit T Blende F -3-0-+3 ISO ++ halt auto
[Fv] Tv per h <-> Av per h <->      / per h <-> ++ wählbar
[P] T per v <-> F per h <-> auto bewährt
[Tv] T per v <-> F per h <-> auto mobil
[Av] T per v <-> F per h <-> auto offen-zu
[M] T per v F per h <-> auto ++ Mond
[B] Bulb on off F per h <->      / 400

 

* Bei wenig Licht (Abend) nehme ich gerne das [A]utoprogramm und konzentriere mich auf das, was der situationsbedingt variierende AF so alles vorschlägt.

* Für Tagesaufnahmen oder speziell korrigierende Bedürfnisse ist das neue [Fv] ideal, da es per veränderbarer ISO Werte sofort ersichtliche Belichtungsänderungen aufzeigt. Man kann für dichtere Farben die EV auf -1/3 stellen.

* Das [M]eister Programm lässt noch mehr Änderungen zu und per LiveView sind diese prima zu beurteilen, ggf. gleich vom Stativ aus (z.B. Mond).

Hat der eSucher gegenüber der SLR Optik deutlich sichtbare optische Nachteile (>Mäusekino<), so spielt er seine informativen Vorteile aus, weil jegliche Änderung eines Parameters live angezeigt und damit zu kontrollieren ist, die dSLR kann das zwar über live-view auch, die Spiegellose hingegen – auch am Auge – viel besser!

Fazit: Wer nur Wert darauf legt, zu sehen was er bekommt (wysiwyg), ist m.E. mit einem Händy ab dem iPhone 6+ (8MPI) resp. 7+ (12MPI) letztlich einfacher, leichter und schneller bedient, mit allen [APP] Vorteilen und den Einschränkungen bezüglich der Brennweite, dafür ist der große Händy Kontrollbildschirm einfach nur besser geeignet und sicherer zu bedienen! Wer gerne optisch zoomen mag oder Objektive wechseln will, kann mit der RP ebenfalls im [A]utoprogramm flott und unbelastet fotografieren. Wer gerne Parameter einstellt und Menues versteht, findet in den Programmautomatiken ein umfangreiches Angebot. Die zudem ständig wachsende ISO Fähigkeit (hier bis ca. 40.000) ist bei low-light ein willkommener Faktor. Alles hat eben 2 oder noch viel mehr Seiten – my10cents

Vergleich: In Waldshut Tiengen, Autokennzeichen WT, findet alljährlich im August die Chilbi statt, wir waren zur Theater Aufführung dieser Kerb auf der Kaiserstrasse in der schönen Altstadt, die Aufnahmen sind ab 21:03 innerhalb von 11 min. entstanden, erst mit der RP und dem EF 2.0 35mm im Aufnahmemodus [A] im 2:3 Format, dann unverzüglich mit dem 7+ im Aufnahmemodus [Kamera] im 3:4 Format, so dass ein direkter Vergleich der Leistung beider Kameras möglich ist.

Mein aktueller Bildstil [Natürlich 0 2 2 1 1 0] kann noch Änderungen erfahren 🙂

wird fortgesetzt 🙂

WT Chilbi 1 RP 21:03

WT Chilbi 2 RP 21:05
WT Chilbi 3 RP 21:07
WT Chilbi 4 RP 21:13
WT Chilbi 5 RP 21:14
WT Chilbi 1 7+ 21:03
WT Chilbi 2 7+ 21:05
WT Chilbi 3 7+ 21:07
WT Chilbi 4 7+ 21:13
WT Chilbi 5 7+ 21:14

EOS RP – iPhone 7+ – keine Filter – Image Converter (Datenreduktion)

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Bücher die sich lohnen: TABU

TABUFerdinand von Schirach Roman PIPER ISBN 978-3-482-30520-4 €9,99

Boulevard du Temple by Daguerre 1838

An einem hellen Frühlingstag des jähre 1838 wurde in Paris auf dem Boulevard du Temple eine neue Wirklichkeit erschaffen. Sie veränderte das Sehen, das Wissen und die Erinnerung der Menschen. Und schließlich veränderte sie die Wahrheit.

Daguerre war ein französischer Theatermaler. Er wollte Kulissen herstellen, die aussahen wie die Wirklichkeit selbst. Durch ein Loch in einem Holzkasten ließ er Licht auf jodierte Silberplatten fallen. Quecksilberdämpfe machten sichtbar, was sich vor dem Kasten befand. Aber es dauerte lange, bis die Silbersalze reagierte: Pferde und Spaziergänger waren zu schnell, Bewegungen noch unsichtbar, das Licht gravierte nur Häuser, Bäume und Straßen auf die Platten. Daguerre hatte die Fotografie erfunden. 

Auf seinem Foto von 1838 ist in dem diffusen Schatten der Kutschen und Menschen merkwürdig deutlich ein Mann zu erkennen. Während alles um ihn rast, steht er still, die Hände auf dem Rücken verschränkt. Der Mann wußte nichts von Daguerre und seiner Erfindung, er war ein Passant, der sich die Schuhe putzen ließ. Der Apparat konnte ihn und den Schuhputzer sehen – es waren die ersten beiden Menschen auf einem Foto. Zitate immer kursiv – S. 7/8

Sebastian von Eschburg hatte oft an den bewegungslosen Mann und seinen zerfließenden Kopf gedacht. Aber erst jetzt, nachdem alles geschehen war und niemand die Dinge mehr rückgängig machen konnte, verstand er es: Dieser Mann war er selbst.   S. 8

Sebastian von Eschburg`s Leben wird vom in Berlin lebenden Autor auf 256 Seiten erzählt: Als Kind verliert er durch den Selbstmord des Vaters den Halt. Er versucht sich durch die Kunst zu retten. Er zeigt mit seinen Fotografien und Videoinstallationen, dass Wirklichkeit und Wahrheit verschiedene Dinge sind. Es geht um Schönheit, Sex und Einsamkeit… Schirach schreibt über ein aktuelles gesellschaftliches Thema, das den Leser zwingt, grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. S. 2

Was ist Schuld?… Ich weiß es nicht… S. 122 Wahrheit und Wirklichkeit seien ganz verschiedene Dinge, so wie Recht und Moral sich unterscheiden würden. Haben Sie das nur gesagt, weil es gut klingt?… >Das Gericht ist die letzte wichtige Institution, die sich mit Wahrheit beschäftigt< – genau deshalb will ich, dass Sie mich verteidigen. S.175/176

Bei Gericht stellt man keine Fragen, deren Antwort man nicht kennt. S. 211

Was ist Schuld?… Schuld – das ist der Mensch. S. 249

Dieser (Kriminal-) Roman hat mich gefesselt, zudem war er recht schnell zu lesen. Die Streifzüge in die Fotowelt zeigen hohe Sachkenntnis.

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Bücher die sich lohnen: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Qualität – Zen oder die Kunst ein Motorrad zu warten – Robert M. Pirsig                 ISBN 3-596-50156-3 Limitierte Sonderausgabe April 1999 DM 10.00

Meine Buchbesprechung von 1999 und die Ergänzung von 2019 als Versuch einer Antwort auf die Frage: S. 221 Was ist Qualität? (Zitate immer kursiv)

S. 217 Qualität ist ein Merkmal von Gedanke und Ausdruck, das durch einen dem Denken entzogenen Prozeß erkannt wird. Da Definitionen ein Ergebnis streng formaler Denkakte sind, kann man Qualität nicht definieren.

Besprechung von 1999

Es ist schon 20 Jahre her, daß ich Robert M. Pirsings Buch gelesen und besprochen habe, aufgehoben habe ich es und losgelassen hat es mich nie: 5 Jahre nach meinem Eintritt in den vermeintlichen Ruhestand, exakt 2 Monate nach Ende meiner letzten beruflichen Vertretung, mit nunmehr 70 Lebensjahren, habe ich es erneut in die Hand genommen und gerne wieder gelesen, hier deshalb noch einige Gedanken zur Ergänzung:

S.7 Was aber gut ist, Phaidros, und was nicht – müssen wir danach erst andere fragen?

Wir leben in einer aufwändig folierten Welt mit Kontroll-Siegeln für Testsieger: Keine Verkaufsverpackung ohne zig Hinweise auf die eingetütete Qualität, der Verbraucher muss schließlich informiert sein! Im Rückschluss kauft der Kunde nichts mehr, wenn er keinen entsprechende Notiz über die zu erwerbende besondere Qualität möglichst in Verbindung mit einem hohen Rabatt findet. Ist der Kunde unmündig (geworden)? Wer garantiert z.B. den unverfälschten Geschmack? Ich probiere selbst aus, am liebsten ohne vorherige Beeinflußung und treffe dann erst die Entscheidung: Qualität ist für mich die Beschreibung und Einhaltung eines technischen Herstellungsprozesses, Güte hingegen gehört zum sinnlichen Erlebnis. Und es ist gut, dass es sowas noch gibt, basta…

Ein kleiner Ausflug in die Welt der Fotografie, was ist Qualität? Fälschlicherweise wird in der Werbung die sog. Bildqualität gerne in vielen Pixel angegeben, dabei ist dies nur die Bildgröße, die für die spätere Verwendung z.B. als Printgröße Bedeutung haben kann. 

Frauenaugen beurteilen ein Bild nach dessen Aussage, und das treffenderweise innerhalb von Sekunden (Bruchteilen). Natürlich gibt es dabei Unterschiede, was man nicht kennt, erkennt man nicht. Dennoch gebe ich dem weiblichen Urteil über ein Bild den Vorzug, wir Männer bleiben viel zu gerne oder zu oft bei einem technischen Detail hängen, und wenn es nur die Frage nach der Kamera oder dem Objektiv ist, anstelle den Ausdruck einer Aufnahme zu würdigen. Wobei das technische Equipment für mich immer weniger eine Rolle spielt, wichtig ist, das die Aufnahmen dem Auge meiner Kritikerin standhalten können, und wenn sie diese liked ist es okay! Ein gutes Foto verdankt m.E. den Erfolg in der Beachtung auch vermeintlich kleinster Details, um auch nach einiger Zeit betrachtet nichts an Aussagekraft zu verlieren. Ein technisch perfektes Foto mag bis hin zu wenig Aussage haben, ein faszinierendes muss nicht zwingend technisch brilliant sein. Oder?

TABU Michael Mann (c) Ferdinand von Schirach

S. 310 Seelenfrieden ist keineswegs eine oberflächliche Erscheinung bei der technischen Arbeit. Von ihm hängt alles ab. Was ihn hervorbringt, ist gute Arbeit, und was ihn zerstört, schlechte. Die technischen Daten, die Messinstrumente, die Qualitätskontrolle, die letzte Überprüfung, das alles und Mittel zu dem Zweck, den Seelenfrieden derer zu sichern, die für die Arbeit verantwortlich sind. Was am Ende wirklich zählt, ist ihr Seelenfrieden und sonst nichts. Der Grund dafür ist, daß dieser Seelenfrieden eine Vorbedingung für die Wahrnehmung einer Qualität ist, die jenseits von romantischer Qualität und klassischer Qualität liegt, einer Qualität, die den Arbeitsvorgang ständig begleiten muß. Um zu erkennen, was gut aussieht und warum es gut aussieht, und um bei der Arbeit eins zu sein mit dieser Güte, muß man eine innere Ruhe, einen Seelenfrieden entwickeln, damit die Güte durchscheinen kann.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

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Schleyerhalle Bad Cannstatt 2019

Udo Lindenberg (73) rockt in der Martin Schleyer Halle

unverkennbar
unverkennbar 2016 in Frankfurt
aktuell

Udo Gerhard Lindenberg aus dem westfälischen Gronau rockt zu Beginn der diesjährigen Tournee zwei Tage vor rund 20.000 Fans in der Schleyerhalle in Bad Cannstatt, im Mai ist er 73 Jahre alt geworden, sein Bassist Steffi Stephan ist ein halbes Jahr jünger und immer noch dabei wie aktuell Bauer (Gitarre), Engel (Drums), Kravetz (sen. Tastaturen, jun. voc. und mehr), Sander (Gitarre) und Schaper (Tastaturen)! Seit rund 60 Jahren ist Musik sein Ding. Der König von Scheißegalien (Lou Reed – walk on the wild side) fetzt knapp 3 Stunden und rund 30 Songs lang über die Vorbühne, oft von jungen Damen umgeben (sie hat nur das Radio an), krönt per Küsschen nicht nur Carola (vorher Thomas) Kretschmer (70J)  für ein schräges Gitarren Solo, sondern alles von der Bühne, was nach vorn kommt, wie den Eisbären und viele andere auch illustre Gäste aus der herrlich ausgestalteten Bühnenshow, die schon lange (wir kennen sie seit 1978) sein Markenzeichen war und den offenen Umgang mit dem musikalischen Nachwuchs darstellt, wie auch die hinreisenden Stimmen des Background Chors. >Berauscht Texte schreiben und die danach mit klarem Kopf korrigieren< ist sein Credo, was ja für viele Künstler gilt, man steht dazu.

vor dem Konzert
die Ankunft aus dem Weltall (zig Udos)
wozu sind denn Kriege da (hat Pascal Kravetz als 10jähriger schon mitgesungen)
irre Kostüme
 Feuer frei
klasse Bläser
Konfettiregen vom Wägelchen
 Udo und Steffi, beide haben miteinander angefangen (mit 17)
danke und tschüß

Die breite und bunte Bühne ist sein Leben, die rockende Musik die Ader und die Texte vermitteln die Denke, danke an alle 300 Beteiligten…

Alle Aufnahmen mit dem iPhone7+ – ohne Filter – Fast Resize 

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Bücher die sich lohnen: Capturing The Moment

Michael Freeman:  Die Essenz der Fotografie  CAPTURING THE MOMENT                             ISBN 978-3-8266-9741-8   http://www.mitp.de  €29,99   Edition Profifoto

mein (langsamer) Moment

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist es ein ebenso bedeutendes Fotobuch wie CAPTURING LIGHT vom selben Autor. Nur geht es nicht um Licht und Schatten, sondern um die Zeit oder besser den richtigen Zeitpunkt für die Auslösung, nach der Planung des richtigen Standpunktes, des perfekten Bildausschnitts und >die Abwägung, welches Motiv und welche Elemente einer Szene das Besondere eines Augenblicks und damit eines Fotos ausmachen.< Zitate sind immer kursiv!

Frontseite

Freemann beginnt seine 208 Seiten mit der Geschichte des Moments: >Ich habe entschieden, dass es sich lohnt festzuhalten, dass ich das gesehen habe.< Dringlichkeit, Geschwindigkeit und Präzision sind dabei die 3 bedeutenden Parameter. 

Rückseite

Vergleicht man die analoge Fotografie, wie ich sie ab 1960 kennen gelernt habe, mit der aktuellen Situation, so sind die Möglichkeiten heute schon grundlegend anders, die Ergebnisse aber immer noch die gleichen guten oder schlechten. Wenn früher das Equipment aus der Messsucher Kamera mit Schnittbild, festeingebautem Objektiv plus 36 Aufnahmen Kleinbildfilm und externem Belichtungsmesser bestand, ist heute schon ein Smartphone im Burstmodus mit 240 Aufnahmen pro Minute und das unlimitiert bis zum Ende der Kapazität von Akku und Speicher als Wunder zu bewerten, aber genauso limitiert durch den Anwender selbst, soll heißen, gute Fotos gab es auch früher, heute sind es zwar unendlich viel mehr (vermutlich bis zu einer Billion pro Jahr), aber besser sind sie deswegen auch nicht und schon gar nicht alle veröffentlichten 😦

Serie und Einzelbild

Es gibt Momente, in denen ich ungern auf den Burstmodus (meines iPhones) verzichte, allerdings versuche ich zeitnah nur die Aufnahmen zu behalten, die dem Auge meiner Kritikerin standhalten können, wenn sie die liked ist es okay! Ein gutes Foto verdankt m.E. den Erfolg in der Beachtung auch vermeintlich kleinster Details. Zunehmend gefällt mir die Fotografie per 7x12cm großen live Sucher, weil ich in Ruhe sehe, was ich nachher erhalte (wysiwyg). Die hohe Präzision durch den hellen dSLR Sucher (Offenblende) ibs. bei langen Brennweiten ist eine andere Betrachtung, beide habe ihre jeweilige Bedeutung, für den digitalen Sucher habe ich mich noch nicht entscheiden können. Letztlich genügt für ein gutes Foto, nur einmal im richtigen (langsamen oder schnellen) Augenblick zu klicken, SONY hat dafür gerne den Ausdruck >stillpicture< verwendet.

Der richtige Moment

Im Grunde fotografiert Jeder sein Leben lang dasselbe – es sei denn er lernt dazu, denn mit dem Neukauf einer vermeintlich besseren Kamera ändert sich zunächst nur die Geldbörse. Auch die Anschaffung eines Fotobuchs sollte nur in Hinblick auf die sorgfältige Lektüre erfolgen, und die lohnt beim >Festhalten des Moments< zweifellos!

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Bücher die sich lohnen: Kino!

Florian Henkel von Donnersmarck: Kino!
ISBN 978-3-518-46513-4 €12,40 http://www.suhrkamp.de

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist Filmen eher ein Buch mit Siegeln, Standfotos sind die Hauptbeschäftigung. Okay, ab und zu mal einen Clip, seit es das iPhone in meine Tasche geschafft hat, aktuell sogar mit dem auch mobil stabilisierenden OSMO Gimbal 2 als (Hand-) Stativ. Noch besser in der Qualität und mit ex- wie internem Stereoton war die EOS M mit dem 11-22 IS SWW, klein und handlich trotz Crop Sensor, aber nicht so schnell z.B. im Posten 😦 – und Nacharbeiten wie Schneiden & mehr kann ich nicht.

Filme hingegen haben mich schon immer fasziniert, zu rund 500 DVDs kommen weitere 500 Kinofilme als Konserve. Irre das Erlebnis vor der großen Kino Leinwand vor allem auch wegen der Akustik! Und nun der Fachmann mit vielen Tipps, welche Filme man gesehen haben sollte und vor allem warum. Auf nur 127 Seiten erläutert FHvD seinen Standpunkt und wer >Das Leben der Anderen< gesehen und verstanden hat, weiß was ich meine. 

Besonders hervorheben möchte ich die Seiten 104 bis 111 (Ende), weil sich im Lieblingswort von FHvD >Verdichten< viele Parallelen zur Wirkung auch eines Bildes als Fotografie zeigen.

iPhone 7+  NIK  FastResize

(c) slowfoto.de

SKULPTURA 15 4.5.-03.11.2019 Wasserburg am Bodensee

Der Kunstverein Wasserburg am Bodensee e.V.

Folder

in Person des Kurators Bernd Steinlein lud zehn KünstlerInnen ein (Beate Debus – Egon Digon – Rolf Hamleh – Ulrich Hochmann – Egidius Knopf – Gerry Mayer – Marc Reist – Hans Rucker – Rüdiger Seidt – Frank Teufel), zum Thema >Skulptur eher abstrakt< 46 Objekte auszustellen, sowohl in den Räumen des Kunstbahnhofes (Fr, Sa und So 15-18Uhr bis zum 30.Juni), als auch in den bekannten Außenanlagen auf der Halbinsel und im Bereich der Uferstrasse und am Hegestrand bzw. im Hafen (7 Objekte als Dauerausstellung) sowie im Hotel Lipprandt bis zum 03.November 2019 mit Skulpturenführungen von Juni bis September Fr. 15-17Uhr. Wir waren bei der ersten zugegen, unsere Guide Monika Lokau hat sich bestens vorbereitet unserer Fragen angenommen und über die Künstler und deren ausgestellte Werke berichtet, vielen Dank an dieser Stelle für diesen hoch interessanten Rundgang!

die Führung beginnt

Der vorzügliche Katalog zur Ausstellung ist im Hafenkiosk und im Kunstbahnhof für nur €10 erhältlich.

Lageplan

Die nun folgenden Aufnahmen ergeben nur den optischen Eindruck ohne Kommentare, sie sind weitgehend während der Führung entstanden, ohne Hinblick auf Vollständigkeit und wie immer, ganz aus meiner persönlichen Perspektive und in der Reihenfolge des Rundgangs 1 (Styx) bis 44 (Das Rad – im Bodensee), allerdings ohne Dauerausstellung vom Hegestrand (49-53) bzw. und Alraune (30) bei Lipprandt, dazu noch ein paar nicht ganz ernst gemeinte Impressionen am Rande des Weges:-)

alle Aufnahmen mit dem iPhone 7+ keine Filter außer Datenreduktion

Ausstellungen aus 2014 (Hochformat, Schwarz-Weiß, Querformat) siehe

KUBA 2014 1 HF

KUBA 2014 2 SW

KUBA 2014 3 QF

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Bücher die sich lohnen: Capturing Light

Michael Freeman: Das Herz der Fotografie CAPTURING LIGHT                             
ISBN 9783826697272   http://www.mitp.de  €29,99   Edition Profifoto

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist es das bedeutendste Fotobuch, weil ich Fotografie mit vorhandenem Licht in den Mittelpunkt stelle: Warten – Jagen – Nachhelfen! Freeman beginnt seine 256 Seiten mit der Einteilung in Aufhelllicht – Blendenflecke – Flutlicht – Gegenlicht – Goldene Stunde – Lichter der Stadt – Licht mit unvollständigem Spektrum – Reflektiertes Licht – Schlagschatten-Licht – Seitenlicht – Spot – Umhüllendes Licht – Weiches Licht – Zeitraffer-Licht u.v.m., er erklärt seine Aufnahmen mit Grafiken zur Lichtverteilung und lässt dabei viel Spielraum für denjenigen, der die normale, übliche und zu oft gesehene Fotografie verlässt. Es gibt viel zu tun 🙂 und zu lernen!  

NB: Freeman benutzt ein iPhone. Nicht zum Fotografieren, sondern um mit der für Kameraleute entwickelten App [HELIOS] per 3D Ansichten den Sonnenverlauf, die Neigungsanzeige und die Möglichkeit zur Berechnung, wo und wann die Sonne hinter einem Berg oder Gebäude auftaucht, verfolgen zu können. Zitate sind immer kursiv!

Anstelle von Aufnahmen aus dem Buch zeige ich hier nur (m)eine aktuelle und soft bearbeitete Aufnahme vom

Praio do Castelo, das Original findet sich hier

und lasse jede Kritik zu. Nebenbei, Freeman verliert als Profi auch aus der analogen Zeit, aus der viele seiner Aufnahmen stammen, keinerlei Tipps zu Fotoapparaten, nur sieben Hinweise zum Weitwinkel Objektiv sind im Index aufgeführt. Für mich ganz wesentlich ist die S.205 mit dem Kapitel 3 Nachhelfen, Freeman beschreibt hier sein eigenes Vorgehen sehr präzise mit dem Versuch, die Aufnahme bereits in der Kamera so gut wie überhaupt möglich zu gestalten, also >start at the beginning< und >am Anfang steht immer das Licht<. Bleibt zu sagen, dass Betrachten von fremden und möglichst guten Aufnahmen im Vergleich mit den eigenen viel bringt.

MF zitiert auf S.90: …weiße und helle Modernismen mögen vielleicht die Welt der aktuellen Innenarchitektur übernommen haben, in der Fotografie leisten verborgene Dinge, nur teilweise im Bild zu sehen, einen wichtigen Beitrag zu einem interessanten Bild. Jun´ichiro Tanizaki, japanischer Schriftsteller. S.135: Alles zu zeigen sorgt nicht unbedingt für ein besseres Foto…Besser also ein Bild über Licht und Schatten

Siehe auch vom selben Autor: CAPTURING  THE MOMENT

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Rügen mit der Camera obscura

Bücher, die sich lohnen: Alles ist Licht

Volkmar Herre bietet eine Naturschau mit der Camera obscura (Goethe hatte um 1800 auch eine mobile), eine Wanderung am Meer entlang des Kreidegebirges der Insel Rügen im Nationalpark Jasmund, in der Zwiesprache mit der Natur, die sich mit meditativer Musik auf besondere Weise betrachten lässt: Camera obscura bedeutet für mich das Wunder, wenn Licht in dunklem Raum durch ein winziges Loch fällt und die äußeren Dinge in magischer Weise erscheinen lässt… Bewegung wird zur Stille (Zitat).
Die poetischen Gedichte im überlieferten japanischem dreizeiligen 5-7-5 Rhythmus dazu stammen aus der Feder von Carine Thieme. Es gibt nur 100 Exemplare ISBN 3-932014-19-7

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Abenteuer in Hitze und Eis

Michael Martin und die Wüsten des Planeten

Michael Martin in Lindau

Wieder hat der Alpenverein Lindau zu einem der begehrten DAV DiaKultur Vorträge eingeladen: In der ein Jahr später als geplant fertiggestellten Inselhalle referierte Michael Thomas Martin über seine Reisen zum Nordpol, in die Wüsten vieler Kontinente und schließlich zum Südpol. Martin haben wir schon vor rund 30 Jahren in Oberhessen erlebt, mit Leica-Vision und 8 Projektoren hatte er unzählige Dias lebhaft kommentiert auf einer riesigen Leinwand gezeigt und unterlegt mit originärer Musik, eine einzigartige Augenweide – ein fast gleichzeitiges Konzert der mittelalterlichen Rockband Ougenweide erbrachte eine Gemeinsamkeit: unter 3 Stunden geht garnichts! Heute imponiert ein riesiger Projektor mitsamt einem Rechner plus dem sehr guten Sound im Saal Bayern der Inselhalle. 

der Büchertisch vor der Veranstaltung
und auf Wunsch signieren
in der Pause

Geblieben ist dem Fernreisenden die geliebte BMW GS, das Motorrad, mit dem er egal auf welchem Untergrund unterwegs ist, fast überall ist sie mit dabei. Geändert hat sich das Equipment von der analogen Leica mit Fuji Diafilm zur digitalen Nikon Spiegelreflex Kamera. Und wenn schon Aufnahmen aus der Luft, dann bitte gleich mit dem Helikopter oder Flugzeug. Reise- und Vortragszeit halten sich so ungefähr die Waage im Jahr. 

Wir haben viele Reise Vorträge gehört und gesehen, man darf aber auch nicht alles miteinander vergleichen: So viele erstklassige Foto-Aufnahmen, in der Überblendung fast immer etwas zu kurz gezeigt (sorry, wir brauchen viel Zeit zum Betrachten) und soviel frei vorgetragenen und exzellent erklärenden Text haben wir bisher nur bei Michael Martin erlebt. Hingehen lohnt!

das Ende der langen Reise am Südpol
bis zum nächsten Mal

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