Schleyerhalle Bad Cannstatt 2019

Udo Lindenberg (73) rockt in der Martin Schleyer Halle

unverkennbar
unverkennbar 2016 in Frankfurt
aktuell

Udo Gerhard Lindenberg aus dem westfälischen Gronau rockt zu Beginn der diesjährigen Tournee zwei Tage vor rund 20.000 Fans in der Schleyerhalle in Bad Cannstatt, im Mai ist er 73 Jahre alt geworden, sein Bassist Steffi Stephan ist ein halbes Jahr jünger und immer noch dabei wie aktuell Bauer (Gitarre), Engel (Drums), Kravetz (sen. Tastaturen, jun. voc. und mehr), Sander (Gitarre) und Schaper (Tastaturen)! Seit rund 60 Jahren ist Musik sein Ding. Der König von Scheißegalien (Lou Reed – walk on the wild side) fetzt knapp 3 Stunden und rund 30 Songs lang über die Vorbühne, oft von jungen Damen umgeben (sie hat nur das Radio an), krönt per Küsschen nicht nur Carola (vorher Thomas) Kretschmer (70J)  für ein schräges Gitarren Solo, sondern alles von der Bühne, was nach vorn kommt, wie den Eisbären und viele andere auch illustre Gäste aus der herrlich ausgestalteten Bühnenshow, die schon lange (wir kennen sie seit 1978) sein Markenzeichen war und den offenen Umgang mit dem musikalischen Nachwuchs darstellt, wie auch die hinreisenden Stimmen des Background Chors. >Berauscht Texte schreiben und die danach mit klarem Kopf korrigieren< ist sein Credo, was ja für viele Künstler gilt, man steht dazu.

vor dem Konzert
die Ankunft aus dem Weltall (zig Udos)
wozu sind denn Kriege da (hat Pascal Kravetz als 10jähriger schon mitgesungen)
irre Kostüme
 Feuer frei
klasse Bläser
Konfettiregen vom Wägelchen
 Udo und Steffi, beide haben miteinander angefangen (mit 17)
danke und tschüß

Die breite und bunte Bühne ist sein Leben, die rockende Musik die Ader und die Texte vermitteln die Denke, danke an alle 300 Beteiligten…

Alle Aufnahmen mit dem iPhone7+ – ohne Filter – Fast Resize 

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Bücher die sich lohnen: Capturing The Moment

Michael Freeman:  Die Essenz der Fotografie  CAPTURING THE MOMENT                             ISBN 978-3-8266-9741-8   http://www.mitp.de  €29,99   Edition Profifoto

mein (langsamer) Moment

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist es ein ebenso bedeutendes Fotobuch wie CAPTURING LIGHT vom selben Autor. Nur geht es nicht um Licht und Schatten, sondern um die Zeit oder besser den richtigen Zeitpunkt für die Auslösung, nach der Planung des richtigen Standpunktes, des perfekten Bildausschnitts und >die Abwägung, welches Motiv und welche Elemente einer Szene das Besondere eines Augenblicks und damit eines Fotos ausmachen.< Zitate sind immer kursiv!

Frontseite

Freemann beginnt seine 208 Seiten mit der Geschichte des Moments: >Ich habe entschieden, dass es sich lohnt festzuhalten, dass ich das gesehen habe.< Dringlichkeit, Geschwindigkeit und Präzision sind dabei die 3 bedeutenden Parameter. 

Rückseite

Vergleicht man die analoge Fotografie, wie ich sie ab 1960 kennen gelernt habe, mit der aktuellen Situation, so sind die Möglichkeiten heute schon grundlegend anders, die Ergebnisse aber immer noch die gleichen guten oder schlechten. Wenn früher das Equipment aus der Messsucher Kamera mit Schnittbild, festeingebautem Objektiv plus 36 Aufnahmen Kleinbildfilm und externem Belichtungsmesser bestand, ist heute schon ein Smartphone im Burstmodus mit 240 Aufnahmen pro Minute und das unlimitiert bis zum Ende der Kapazität von Akku und Speicher als Wunder zu bewerten, aber genauso limitiert durch den Anwender selbst, soll heißen, gute Fotos gab es auch früher, heute sind es zwar unendlich viel mehr (vermutlich bis zu einer Billion pro Jahr), aber besser sind sie deswegen auch nicht und schon gar nicht alle veröffentlichten 😦

Serie und Einzelbild

Es gibt Momente, in denen ich ungern auf den Burstmodus (meines iPhones) verzichte, allerdings versuche ich zeitnah nur die Aufnahmen zu behalten, die dem Auge meiner Kritikerin standhalten können, wenn sie die liked ist es okay! Ein gutes Foto verdankt m.E. den Erfolg in der Beachtung auch vermeintlich kleinster Details. Zunehmend gefällt mir die Fotografie per 7x12cm großen live Sucher, weil ich in Ruhe sehe, was ich nachher erhalte (wysiwyg). Die hohe Präzision durch den hellen dSLR Sucher (Offenblende) ibs. bei langen Brennweiten ist eine andere Betrachtung, beide habe ihre jeweilige Bedeutung, für den digitalen Sucher habe ich mich noch nicht entscheiden können. Letztlich genügt für ein gutes Foto, nur einmal im richtigen (langsamen oder schnellen) Augenblick zu klicken, SONY hat dafür gerne den Ausdruck >stillpicture< verwendet.

Der richtige Moment

Im Grunde fotografiert Jeder sein Leben lang dasselbe – es sei denn er lernt dazu, denn mit dem Neukauf einer vermeintlich besseren Kamera ändert sich zunächst nur die Geldbörse. Auch die Anschaffung eines Fotobuchs sollte nur in Hinblick auf die sorgfältige Lektüre erfolgen, und die lohnt beim >Festhalten des Moments< zweifellos!

iPhone 7+  FastResize

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Bücher die sich lohnen: Kino!

Florian Henkel von Donnersmarck: Kino!
ISBN 978-3-518-46513-4 €12,40 http://www.suhrkamp.de

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist Filmen eher ein Buch mit Siegeln, Standfotos sind die Hauptbeschäftigung. Okay, ab und zu mal einen Clip, seit es das iPhone in meine Tasche geschafft hat, aktuell sogar mit dem auch mobil stabilisierenden OSMO Gimbal 2 als (Hand-) Stativ. Noch besser in der Qualität und mit ex- wie internem Stereoton war die EOS M mit dem 11-22 IS SWW, klein und handlich trotz Crop Sensor, aber nicht so schnell z.B. im Posten 😦 – und Nacharbeiten wie Schneiden & mehr kann ich nicht.

Filme hingegen haben mich schon immer fasziniert, zu rund 500 DVDs kommen weitere 500 Kinofilme als Konserve. Irre das Erlebnis vor der großen Kino Leinwand vor allem auch wegen der Akustik! Und nun der Fachmann mit vielen Tipps, welche Filme man gesehen haben sollte und vor allem warum. Auf nur 127 Seiten erläutert FHvD seinen Standpunkt und wer >Das Leben der Anderen< gesehen und verstanden hat, weiß was ich meine. 

Besonders hervorheben möchte ich die Seiten 104 bis 111 (Ende), weil sich im Lieblingswort von FHvD >Verdichten< viele Parallelen zur Wirkung auch eines Bildes als Fotografie zeigen.

iPhone 7+  NIK  FastResize

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SKULPTURA 15 4.5.-03.11.2019 Wasserburg am Bodensee

Der Kunstverein Wasserburg am Bodensee e.V.

Folder

in Person des Kurators Bernd Steinlein lud zehn KünstlerInnen ein (Beate Debus – Egon Digon – Rolf Hamleh – Ulrich Hochmann – Egidius Knopf – Gerry Mayer – Marc Reist – Hans Rucker – Rüdiger Seidt – Frank Teufel), zum Thema >Skulptur eher abstrakt< 46 Objekte auszustellen, sowohl in den Räumen des Kunstbahnhofes (Fr, Sa und So 15-18Uhr bis zum 30.Juni), als auch in den bekannten Außenanlagen auf der Halbinsel und im Bereich der Uferstrasse und am Hegestrand bzw. im Hafen (7 Objekte als Dauerausstellung) sowie im Hotel Lipprandt bis zum 03.November 2019 mit Skulpturenführungen von Juni bis September Fr. 15-17Uhr. Wir waren bei der ersten zugegen, unsere Guide Monika Lokau hat sich bestens vorbereitet unserer Fragen angenommen und über die Künstler und deren ausgestellte Werke berichtet, vielen Dank an dieser Stelle für diesen hoch interessanten Rundgang!

die Führung beginnt

Der vorzügliche Katalog zur Ausstellung ist im Hafenkiosk und im Kunstbahnhof für nur €10 erhältlich.

Lageplan

Die nun folgenden Aufnahmen ergeben nur den optischen Eindruck ohne Kommentare, sie sind weitgehend während der Führung entstanden, ohne Hinblick auf Vollständigkeit und wie immer, ganz aus meiner persönlichen Perspektive und in der Reihenfolge des Rundgangs 1 (Styx) bis 44 (Das Rad – im Bodensee), allerdings ohne Dauerausstellung vom Hegestrand (49-53) bzw. und Alraune (30) bei Lipprandt, dazu noch ein paar nicht ganz ernst gemeinte Impressionen am Rande des Weges:-)

alle Aufnahmen mit dem iPhone 7+ keine Filter außer Datenreduktion

Ausstellungen aus 2014 (Hochformat, Schwarz-Weiß, Querformat) siehe

KUBA 2014 1 HF

KUBA 2014 2 SW

KUBA 2014 3 QF

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Bücher die sich lohnen: Capturing Light

Michael Freeman: Das Herz der Fotografie CAPTURING LIGHT                             
ISBN 9783826697272   http://www.mitp.de  €29,99   Edition Profifoto

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist es das bedeutendste Fotobuch, weil ich Fotografie mit vorhandenem Licht in den Mittelpunkt stelle: Warten – Jagen – Nachhelfen! Freeman beginnt seine 256 Seiten mit der Einteilung in Aufhelllicht – Blendenflecke – Flutlicht – Gegenlicht – Goldene Stunde – Lichter der Stadt – Licht mit unvollständigem Spektrum – Reflektiertes Licht – Schlagschatten-Licht – Seitenlicht – Spot – Umhüllendes Licht – Weiches Licht – Zeitraffer-Licht u.v.m., er erklärt seine Aufnahmen mit Grafiken zur Lichtverteilung und lässt dabei viel Spielraum für denjenigen, der die normale, übliche und zu oft gesehene Fotografie verlässt. Es gibt viel zu tun 🙂 und zu lernen!  

NB: Freeman benutzt ein iPhone. Nicht zum Fotografieren, sondern um mit der für Kameraleute entwickelten App [HELIOS] per 3D Ansichten den Sonnenverlauf, die Neigungsanzeige und die Möglichkeit zur Berechnung, wo und wann die Sonne hinter einem Berg oder Gebäude auftaucht, verfolgen zu können. Zitate sind immer kursiv!

Anstelle von Aufnahmen aus dem Buch zeige ich hier nur (m)eine aktuelle und soft bearbeitete Aufnahme vom

Praio do Castelo, das Original findet sich hier

und lasse jede Kritik zu. Nebenbei, Freeman verliert als Profi auch aus der analogen Zeit, aus der viele seiner Aufnahmen stammen, keinerlei Tipps zu Fotoapparaten, nur sieben Hinweise zum Weitwinkel Objektiv sind im Index aufgeführt. Für mich ganz wesentlich ist die S.205 mit dem Kapitel 3 Nachhelfen, Freeman beschreibt hier sein eigenes Vorgehen sehr präzise mit dem Versuch, die Aufnahme bereits in der Kamera so gut wie überhaupt möglich zu gestalten, also >start at the beginning< und >am Anfang steht immer das Licht<. Bleibt zu sagen, dass Betrachten von fremden und möglichst guten Aufnahmen im Vergleich mit den eigenen viel bringt.

MF zitiert auf S.90: …weiße und helle Modernismen mögen vielleicht die Welt der aktuellen Innenarchitektur übernommen haben, in der Fotografie leisten verborgene Dinge, nur teilweise im Bild zu sehen, einen wichtigen Beitrag zu einem interessanten Bild. Jun´ichiro Tanizaki, japanischer Schriftsteller. S.135: Alles zu zeigen sorgt nicht unbedingt für ein besseres Foto…Besser also ein Bild über Licht und Schatten

Siehe auch vom selben Autor: CAPTURING  THE MOMENT

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Rügen mit der Camera obscura

Bücher, die sich lohnen: Alles ist Licht

Volkmar Herre bietet eine Naturschau mit der Camera obscura (Goethe hatte um 1800 auch eine mobile), eine Wanderung am Meer entlang des Kreidegebirges der Insel Rügen im Nationalpark Jasmund, in der Zwiesprache mit der Natur, die sich mit meditativer Musik auf besondere Weise betrachten lässt: Camera obscura bedeutet für mich das Wunder, wenn Licht in dunklem Raum durch ein winziges Loch fällt und die äußeren Dinge in magischer Weise erscheinen lässt… Bewegung wird zur Stille (Zitat).
Die poetischen Gedichte im überlieferten japanischem dreizeiligen 5-7-5 Rhythmus dazu stammen aus der Feder von Carine Thieme. Es gibt nur 100 Exemplare ISBN 3-932014-19-7

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Abenteuer in Hitze und Eis

Michael Martin und die Wüsten des Planeten

Michael Martin in Lindau

Wieder hat der Alpenverein Lindau zu einem der begehrten DAV DiaKultur Vorträge eingeladen: In der ein Jahr später als geplant fertiggestellten Inselhalle referierte Michael Thomas Martin über seine Reisen zum Nordpol, in die Wüsten vieler Kontinente und schließlich zum Südpol. Martin haben wir schon vor rund 30 Jahren in Oberhessen erlebt, mit Leica-Vision und 8 Projektoren hatte er unzählige Dias lebhaft kommentiert auf einer riesigen Leinwand gezeigt und unterlegt mit originärer Musik, eine einzigartige Augenweide – ein fast gleichzeitiges Konzert der mittelalterlichen Rockband Ougenweide erbrachte eine Gemeinsamkeit: unter 3 Stunden geht garnichts! Heute imponiert ein riesiger Projektor mitsamt einem Rechner plus dem sehr guten Sound im Saal Bayern der Inselhalle. 

der Büchertisch vor der Veranstaltung
und auf Wunsch signieren
in der Pause

Geblieben ist dem Fernreisenden die geliebte BMW GS, das Motorrad, mit dem er egal auf welchem Untergrund unterwegs ist, fast überall ist sie mit dabei. Geändert hat sich das Equipment von der analogen Leica mit Fuji Diafilm zur digitalen Nikon Spiegelreflex Kamera. Und wenn schon Aufnahmen aus der Luft, dann bitte gleich mit dem Helikopter oder Flugzeug. Reise- und Vortragszeit halten sich so ungefähr die Waage im Jahr. 

Wir haben viele Reise Vorträge gehört und gesehen, man darf aber auch nicht alles miteinander vergleichen: So viele erstklassige Foto-Aufnahmen, in der Überblendung fast immer etwas zu kurz gezeigt (sorry, wir brauchen viel Zeit zum Betrachten) und soviel frei vorgetragenen und exzellent erklärenden Text haben wir bisher nur bei Michael Martin erlebt. Hingehen lohnt!

das Ende der langen Reise am Südpol
bis zum nächsten Mal

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Einfach bessere Fotos – ist das 2019 wirklich einfach?

Fotografieren aktuell mit dem Handy (12MPI), der Spiegellosen Crop (18MPI) und Vollformat Spiegelreflex (20MPI) Kamera bei wenig Licht

Handy Panorama 2010 in Berlin – Wuhlheide – Bonnie Tyler – Carat – Puhdys – wir 

Einladung zum Blog „einfach bessere Fotos“  (2010)

Fotografie mit der allgegenwärtigen digitalen Kompakten oder dem Handy samt allen smarten oder anderen Phone-Abkömmlingen ist heute üblich, auch dort im Konzert, wo Film- und Fotoaufnahmen ausdrücklich verboten sind. Doch irgendwann war oder ist man nicht mehr mit der Qualität dieser Aufnahmen zufrieden:

  • Was kann ich tun, wenn mir die Aufnahmen von Anderen besser gefallen als meine eigenen?
  • Wie komme ich zu ausdrucksstarken Fotos, muss dazu eine neue Kamera her?
  • Muss ich die Kamera komplett selbst einstellen oder kann ich mich einfach auf die angebotenen Automatiken verlassen?
  • Kann ich mit einer einzigen kleinen Kamera all meinen wachsenden Ansprüchen genügen?
  • Was benötige ich an Ausrüstung, um als Beispiel aus dem Bergwander- oder Stadturlaub ansprechende Fotos mitzubringen?
  • Was ist beim Fotografieren von Personen wichtig?
  • Wie kann ich Blitzlicht fast unsichtbar einsetzen?
  • Was ist alles vor der Aufnahme zu beachten?

Diese acht Fragen stellte ich damals den Freunden und Lesern meines jungen Blogs einfach bessere Fotos. Es ging nicht etwa nur darum, Anregungen zum Neukauf zu vermitteln, sondern präzise Anleitungen für fotografische Situationen aufzuzeigen, also Kochrezepte, um auf den Geschmack nach mehr zu kommen. Die meisten Klicks im Blog gehen zu den >Einstellungen< oder anderen fototechnischen Artikeln. Für mich sind und waren diese summarischen Berichte nur als handwerkliche Basics gedacht, die Fotostrecken hingegen finde ich viel wichtiger, ibs. die Reiseberichte >zu Fuß<, weil solche Erinnerungen auch farbig sind 🙂 wie ab+zu die >Beichten< aus anderen schönen Situationen im Leben…

Wesentlich bei allen Anschaffungen ist auch heute zu wissen, was man >nicht< benötigt, denn Fehlkäufe sind teuer: slowfoto ist deshalb weder an Hersteller noch Vertriebe gebunden! Es versteht sich von selbst, dass wertige Produkte aufgeführt sind, von deren Qualität ich aus langer Anwendung überzeugt bin. Ein Blick in den slowfoto Blog (->Kategorien) zeigt die Richtungen (->Suchfunktion) auf…

a EOS 6D EF 1.8 28mm 17:57 1/30sec F3.5 ISO 25.600
b EOS 6D EF 1.8 85mm 20:30 1/30sec F 1.8 ISO 12.800

Fazit 2019 

Die Recherche in ehrlichen Vergleichen langjährig verfolgter Portale zeigt die vielen Veränderungen: War früher die DSLR, als schnelle Variante im Cropformat, als 50MPI Pixelbombe heute auch im Vollformat, das Ende der Fahnenstange, so sind dies mittlerweile die Spiegellosen geworden, mit einem Crop Sensor zum Einstieg und aktuell mit rund 30 MPI vollformatigem Sensor und, man lese und staune, fast ohne Unterschiede in den JPG oder RAW Qualitäten! Und weil die Sensoren samt Softwares auch nicht zaubern können, ziehen die sehr guten Spiegellosen mit den sehr guten DSLR gleich, sie sind mit neu gerechneten und deutlich teureren Objektiven hingegen in der Abbildungsqualität sogar überlegen. In der ISO Empfindlichkeit können heute Aufnahmen bis 12.800 oder 25.600 durchaus überzeugen, wovon der analoge Film Fotofan nicht mal geträumt hat.

c EOS M 18:08 EF-M 2.0 22mm 1/30sec F4 ISO 12.800
d EOS M 18:01 EF 1.8 28mm 1/40sec F2.8 ISO 12.800 

Handy: Ähnlich ist der Fortschritt, 12MPI gehören zum Standard, ein kurzes Tele zusätzlich zum Weitwinkel mittlerweile auch. Die Bildqualität ist enorm gesteigert auf das Niveau preiswerter Crop-DSLR, die Ausstattung hingegen völlig anders: unzählige Apps verhelfen dem Anwender bis hin zur virtuellen Blendensteuerung, auch in der Verwendung beider Objektive samt Verrechnung der Aufnahmen. Auch Fotos bei wenig Licht sind per Mehrfachaufnahmen und deren Verrechnung rauschärmer geworden. Allerdings sind diese Apps mittlerweile auch in einige DSLR eingebunden, aber nicht zwingend nötig, für die EOS 6D überzeugt auch der single-shot.

Unangefochten ist immer noch der große Live-View Bildschirm mit der zeitgleichen Wiedergabe jeder Veränderung an Parametern. Solche großen Bildschirme bieten die Spiegellosen nicht, dafür einen digitalen Live-View Sucher, den wiederum die DSLR nicht aufweist. Zudem ist das Erstellen von Panoramen oder Clips samt Versand per Händy echt easy und oft unverzichtbar.

Für mich aktuell ideal ist deshalb ein iPhone7+, eine spiegellose Crop wie schon die erste EOS M und für alle anderen Fälle noch eine EOS 6D als Nachteule mit lichtstarken Festbrennweiten und langen Zoomen. 

e iPhone7+ 16:59 f4mm 1/4sec F1.8 ISO 100
f iPhone7+ 16:59 f6mm 1/4sec F2.8 ISO 125
g iPhone7+ 21:28 f4mm 1/4sec F1.8 ISO 1.600
h iPhone7+ 21:28 f6mm 1/4sec F2.8 ISO 400

Je besser man die eigene Kamera beherrscht und kennt, desto besser werden die Aufnahmen. Eine neue Kamera macht i.d.R. nicht zwingend bessere Aufnahmen, deshalb lieber neue Motive suchen als nach vermeintlich besserer Ausrüstung jagen. Wenn eine Aufnahme gefällt, ohne dass die verwendete Kamera auffällt, ist (m)ein Ziel erreicht.

Fotografieren ist das Malen oder Schreiben mit dem Licht der Himmelskörper,

Fotografieren bedeutet Zeichnen mit reflektiertem Licht: Photographie altgriechisch φως,φωτoς Helligkeit, Lichtder Himmelskörper, und γραφειν, malen, schreiben.

Fotografieren ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht.

Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert.

https://slowfoto.wordpress.com/2018/03/11/faqs-eine-kamera-kaufen/

Die Kraft eines Porträts liegt in dem Bruchteil der Sekunde, in dem man etwas vom Leben der fotografierten Person versteht. Die Augen erzählen viel, der Gesichtsausdruck… Ein Porträt nimmt man nicht alleine auf, der Andere schenkt es einem.

https://slowfoto.wordpress.com/2017/07/31/faqs-einfach-bessere-fotos-wie-man-sie-erhaelt/

Gute Fotografie beginnt dort, wo man schlechte Fotos nicht mehr aufnimmt. Auch eine bessere oder teurere Kamera macht keine aussageträchtigeren oder besseren Aufnahmen! Wenn eine Aufnahme gefällt, ohne dass die verwendete Kamera auffällt, ist (m)ein Ziel erreicht.

Farben sind das Lächeln der Natur  Leigh Hunt – englischer Schriftsteller

Jedes Foto hält die Zeit an  Cees Nooteboom – holländischer Schriftsteller

alle Aufnahmen aus der Hand und ooc außer FastResize

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Bücher, die sich lohnen: GEHEN. WEITER GEHEN.

Erling Kagge: Gehen. Weiter Gehen. Eine Anleitung.

Insel ISBN 978-3-458-17768-5 €16.-

Wir sind geborene Entdecker: Einen Fuß vor den anderen zu setzen. Grenzen zu erforschen und zu überschreiten liegt in unserer Natur (Rückseite).

Die Füße sind Deine besten Freunde. Sie erzählen wer Du bist.

Sie stehen in einem Dialog mit den Augen, den Ohren, der Nase, den Armen, dem Oberkörper und den Gefühlen. Ein Dialog, der sich häufig schneller vollzieht, als der Kopf folgen kann. Die Füße bringen und präzise weiter. Sie spüren den Untergrund. Was sich unter den Fußsohlen befindet. Sie registrieren jede Unsicherheit, um dann den nächsten Schritt nach vorn oder zur Seite zu machen.

Füße haben eine starke und komplexe Struktur. Mit ihren sechsundzwanzig Knochen, dreiundreißig Gelenken und mehr als einhundert Sehnen, Muskeln und Gelenkbändern halten die Füße den Körper aufrecht und im Gleichgewicht (S. 57).

Auf 158 Seiten beschreibt Kagge die Beziehung und Erkenntnisse über seine Füße, Reisen und Wanderungen. Es geht, trotz aller überstandenen Strapazen, nicht um Sport, sondern eine weitere Entdeckung der Langsamkeit in der Meditation. Wenn man das Buch in der vorgenannten Lesezeit von unter 2 Stunden >schafft<, hat man den Autor nicht begriffen und liest es am besten nochmals und ganz langsam. Wer nicht mehr oder zu schnell läuft, entdeckt und sieht nichts mehr. 

Direkt nach der Lektüre habe ich meine Schuhe angezogen und bin los nach Lindau:

auf dem Weg vor Lindau: 2 Schwäne, 2 Kinder und 2 Erwachsene
in der Eilguthalle am Hafen
die beiden Wahrzeichen
so sieht es von draußen aus

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Bücher die sich lohnen: Die Nacht ist Leben!

Nicht nur Türsteher…

Umschlag ISBN 978-3-86493-025-6 €14,99

Die Autobiografie von Sven Marquardt >Die Nacht ist Leben< ist eine Chronik über das Punk Leben in der DDR und danach, mit tiefen Einblicken in das Denken, Handeln und Fühlen eines Regimekritikers, Fotografen und Schwulen. 1982 in Ostberlin geboren, hat Marquard auch als Fotograf Berühmtheit erlangt, nachdem ihm schon als Jugendlichem die Kamera >als etwas Bleibendes< geschenkt worden ist, O-Ton: Streifzüge durch die Stadt – Mich als Inszenierer, dessen Fokus allein auf dem Menschen und seiner möglichen Verwandlung liegt (S.108 bis S.114 über seine Fotografie, bis S.122 über seine Aufträge) Extratipp als SW-Fotograf: sakrale Dramatik – Kunstblut haben wir nicht, und Travidin (gängiger Multivitaminsaft) kommt gut in Schwarzweiß. Bekannt wurde er insbesondere als Einlasser im Berliner Club Berghain.

220 Seiten, die ich gerne und speditiv gelesen habe. Vor allem S.129: Wenn ich heute daran denke, was andere 1988 und ´89 riskierten, um dem Staat seine Ödnis und Repressivität vorzuhalten, dann frage ich mich schon: Waren wir total unpolitisch? Oder war man schon politisch, wenn man Fotos machte oder ein Leben führte, das die vorgesetzte Normen durchbrach? Wo fängt Politik an, mit welchen Handlungen? In jedem Falle gingen von Kirchen und Bürgerforen die tieferen Impulse in Richtung Politik aus – keine Frage. Dort waren Menschen unterwegs, die das größere Wagnis auf sich nahmen. Wenn es sie nicht gegeben hätte, würden wir mit unseren Modeschauen wohl immer noch auf den Hinterhöfen Berlins im Hamsterrad kreisen.

schade um die mindere Printqualität der eindrucksvollen Aufnahmen (Buchmitte)

Am 19.11.2018 waren wir wieder einmal in der Leipziger Nikolai Kirche, für uns einer der Zeugungsorte der Wiedervereinigung.

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