SKULPTURA: Slowfotos vom Oktober 2022

4. Teil >ecce homo< ein Ausstellungsprojekt von Stephan Gruber in der St. Johanneskirche in Wasserburg / Mensch & Moderne 16. SKULPTURA vom 7.Mai bis 27.November 2022

Stephan Gruber aus Hessen (Bad Nauheim und Nidda) überrascht mit lebensgroßen zeitgenössischen Holzskulpturen, die uns in der Evangelischen Kirche beeindruckt haben:

An einem Ort der Stille habe ich Grubers Menschen als Realität empfunden, verbunden mit Aufgabe, jedes Individuum, unabhängig von Herkunft oder Geschlecht, als einzigartig zu sehen.

(c) slowfoto.de Aufnahmen und Text

15 Tage mit dem Wohnmobil: Ober-, Nordhessen und Franken

am Wegesrand

Diese Reise im Sommer 2022 führte uns zu sechs Camping- und Stellplätzen, zur documenta in Kassel und der Kinderzeche in Dinkelsbühl, mit rund 170km zu Fuß und 700km mit unserem 8J alten Camper:

Marburg Korbach Kassel Naumburg Neukirchen Dinkelsbühl und Limbach waren unsere Anlaufpunkte, wie oft gerne in Deutschland, egal ob Ost oder West, Nord- oder Ostsee, Ost- oder Westallgäu 🙂 auch Polen und Ungarn waren geplant, unser südlichstes WoMo Ziel war bisher Montenegro und im Osten Serbien, Polen wie Rumänien auch früher mit dem PKW. Die explodierten Treibstoffpreise zwingen aktuell nicht nur zu Verbräuchen unter 10l/100km per eigenem Tempolimit, sondern auch zu eher kürzeren Distanzen und das ist gut so, aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen spielen dabei eine zu vernachlässigende Rolle, reisen statt rasen ist angesagt!

Tag1 >500km Piste nach Marburg zum CP lahnaue.de, wir beziehen einen ebenem Platz 51 direkt ggü. dem neuem Sanitärhaus, der Müllplatz ist neu, die Chefin in der Rezeption immer noch eine Vorgesetzte 🙂 wir gehen in die Stadt, hoch zum Marktplatz und weiter bis zur Elisabeth Kirche und über den alten Botanischen Garten zurück zum Hörsaalgebäude, an der Mensa am Lahnufer entlang zu aldis-biergarten.de direkt am städtischen Schwimmbad, Chef Aldi kocht und hat eine Suzuki LS 650 Savage zum gelungenen Chopper umgebaut, wir essen wie auf dem Hinweg gesehen je ein halbes frisches leckeres Hühnchen mit Bretzel und Salat, trinken Weizen vom Fass und sind babbsatt…

Marburg war 1970 mein erstes außer Haus Ziel, hin zu der von Phillipp dem Großmütigen 1517 gegründeten gleichnamigen Universität, mit Zimmer im ev. Pfarrhaus, später in der nebenan gelegenen ev. Studentengemeinde bis zum Ende der fünf vorklinischen Semester und das nicht weit zur Zahnklinik. Heute sind rund 24.000 Studenten, damit etwa ein Drittel der einheimischen Bevölkerung, in der ältesten protestantischen Uni der Welt eingeschrieben. In der Altstadt ist aktuell viel touristisch ausgerichtet, wenige gute Läden, viele nur vermeintlich billige Angebote auch in der schnellen Gastronomie, wir finden nichts was uns wirklich zusagt und sehen die vielen Veränderungen, ein weiterer Besuch ist nicht wirklich notwendig 😦 

 

Tag2 die Tagesnachrichten sind alarmierend wie immer, es ist gut dass wir gestern die Glotze ausgelassen haben 🙂 Sanitär ist hier gut weil neu, die Fluktuation hoch, es sind aber auch Geschäftsleute da. Wir gehen die erste Brücke von die Unterstadt mit vielen alten neuen Geschäften und zum alteingesessenen Kaufhaus Ahrens im neuen Gewandt! Ich besuche den alten Botanischen Uni Garten, einen Schallplatten Laden, wir hatten früh im Gasthaus Zur Sonne reserviert, das ich aus Studienzeiten kenne und treffen dort auch unserem Fliesenleger aus Bodolz: Carpaccio von der Roten Beete und Thunfisch, Klassik Burger aus Rindfleisch und Büble Weizen, laufen zurück und sind 19:30 auf dem Platz. Jutta hört vom WoMo Veredler in Neukirchen Klaus huenerkopf.com, ihm gehört der Stellplatz für 50 Camper, wir möchten 2-3 Tage dorthin, würden mit den eBikes nach Alsfeld fahren und alte Freunde besuchen.

Fazit CP Lahnaue

Wir sind schon seit Jahren vom Bodensee auf diesen Platz gefahren, früher war er anders, heute hat sich vieles zum Besseren gewendet, die Anmeldung per Mail klappt, die Rezeption ist ganztägig da, der an sich ruhige Platz liegt am Ende vom städtischen Bad und Sportzentrum mit Kneipe direkt am Lahnufer mit neuem Sanitär Gebäude und Müllplatz, die Parzellen sind groß, gegenüber ist die Strasse, Parken für LKW und die Bahn, was man hören kann, wir zahlten €55 für 2Nächte mit Camper zu zweit. Fußläufig erreicht man die Unterstadt mit tollen Geschäften über die erste Fußgänger Brücke, die zweite führt wie der Uferweg auch in die alte Oberstadt mit viel Tourismus. Ich war ab SS 1970 hier fünf Semester eingeschrieben, vieles hat sich seitdem verändert, den alten botanischen Garten finde ich sehr gut, Langeweile kommt in Marburg und Umgebung eh keine auf 🙂

Tag3 es hatte geregnet, zudem war die Nacht sehr laut, irre viel Verkehr auf der Schiene und Strasse, mit heute 70 gemütlichen km gehören wir auch bald dazu: um 11Uhr sind wir Korbacher GoldCamper (=> Wlan Passwort) geworden, der 15 Parzellen Platz ist klasse aber auf gut hessisch e bissi schebb 🙂 Wir laufen zum Bahnhof, kaufen 9€ Juli Karten für morgen nach Kassel zur documenta, um 15 Uhr sind in der neuen oralchirurgie-freiling.de Praxis und abends bei unseren verwandten Freunden: Farfale mit Gemüse Haschee, dazu Grana und Rauke Salat, zurück dann Glotze drinnen, es ist arg kalt geworden!

Tag4 7Uhr wir gehen zum Hauptbahnhof und fahren 10min später mit der dieselnden DB Kurhessen Bahn eine landschaftliche Traumstrecke nach Kassel, vom Bahnhof Wilhelmshöhe mit der eTram zum Rathaus, kaufen 54€ documenta Karten und starten den eindrucksvollen 15km Rundgang im Fridericianum wie gewohnt, essen auf der Meile gegenüber Linsenburger, weiter geht es über die Karlsaue/ – wiese zur Documenta Halle, dann die Treppenstrasse hoch zum Hauptbahnhof, dort gibt es allerdings nur eine Cartoon Ausstellung, trinken noch einen Capuccino am Friedrichsplatz, fahren zur Wilhelmshöhe und mit dem Kurhessen Zug wieder über die herrliche Strecke 75min langsam zurück!

Fazit documenta15 Juni bis September – ruangrupa – lumbung

Seit Schulzeiten ist Jutta zur documenta gegangen, ich war während des Studiums in Marburg und Giessen dort, gemeinsam kennen wir Kassel seit 1976 gut und habe die documenta regelmäßig genossen, wenn auch immer wieder mal stark überrascht, ob das Gezeigte wirklich noch Kunst ist, aber was ist Kunst denn überhaupt? Dies Jahr konnte man viel Kritik über die fifteen lesen, ich hatte deshalb fast Bauchschmerzen, es kam ganz anders: Angesichts der massiven Bedrohungen existenzieller Lebensqualitäten durch exzessive Nutzung natürlicher Quellen, der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen in der ganzen Welt, aktuell dem brutalen Angriff auf ein Nachbarland, lassen ein Weiterleben wie bisher nicht zu, mir fehlt aber der Glaube an wirkliche Änderungen. Die aktuelle documenta zeigt zumindest einen Weg, den andere Völker schon vorleben resp. angegangen sind, das regt zum Nachdenken an. Ich bin Freund und Nutzer vom Fortschritt, aber eben nicht von jedem, je älter ich werde, um so mehr gibt es, was ich nicht brauche oder will, Konsum sollte verantwortbar bleiben. Die documenta geht hier in die richtige Richtung, unbedingt hingehen und nachdenken, was brauche ich wirklich und wem schade ich damit bzw. auf Kosten von wem lebe ich so gut?

Tag5 Gemüse Einkauf auf dem kleinen Korbacher Wochenmarkt: drei Stände, günstige Preise und eine alte Waage mit Gewichten! Wir bereiten das Abendessen bei unseren Freunden zu: Backkartoffeln und Gemüse vom Blech, dazu noch Kräuter Dipp und gem Salat 🙂

Tag6 es rieselt wenig, die Heizung läuft, der Platz hat sich geleert, unser Obstteller von alleine, wir laufen zur Praxis Führung, beide Oralchirurgen sind da, wir sehen alles und bekommen alle Fragen beantwortet! Danach zum Waffeln und Sauerkirchen essen, ich habe noch eine Serie Fotos von der jungen Familie gemacht. Der Nachmittag vergeht, wir spielen mit beiden Söhnen, der Kontakt steht.

Fazit SP Korbach 

Der 2022 neu eröffnete sehr geräumige Stellplatz bietet für 18 auch für große Camper, z.T. geteerte und im Winter geräumte Areale, die anderen mit viel Schotter und Grün, er liegt direkt am kommunalen Freibad, mit Zugang per Scheckkarte zu Strom (Konto aufladen einfach), Sanitär, Müll (leider ohne gekennzeichnete Trennung) und Wasser, damit u.E. Goldstandard für Stellplätze! Die Lage ist am westlichen Stadtrand, zur City sind es nur 10min. und zum Bahnhof 20min. Korbach ist ländlich und regional bedeutend, Kellerwald und Upland bieten viele schöne Ziele, Kassel mit der Kurhessen Bahn ist schon eine landschaftliche Traumreise, vor allem mit dem 9€ Ticket 🙂 – für uns ergibt sich die neue Möglichkeit, solche eher Stadt nah gelegenen SP mit Sanitär in Zukunft öfter zu nutzen, weil wir weder Animation noch Mehrkosten brauchen, unser Wunsch sind wechselnde Ziele und dort 1-4 Tage verbleiben, auch unterwegs einkaufen, Gegenden kennenlernen und Ortschaften erkunden: reisen! 4 Nächte mit Strom €66

Tag7 7Uhr 13Grad Wolkendecke mit Regen, also ideales Urlaubswetter im Juli, hier stehen nur noch 5 Camper, wir leeren und tanken frisches Upland Wasser, fahren nur 30km weiter zum camping-in-naumburg.de – netter Empfang, praktisch ohne Info, die Platzwahl im Rondell war frei, schließlich wurde alles gut gelöst, die Infrastruktur ist beim ersten Mal halt ungewohnt! Nach dem frischen und leckeren Obstteller laufen wir ins Dorf, kaufen bei Edeka lecker ein: frische Champignons aus der Pfanne, mit Ripeye Rumpsteak aus Argentinien, die Pilze, der Rote plus Weichkäse waren erste Sahne, das Fleisch eher fett und zudem falsch geschnitten, ital. Metzger sind da um Längen besser, mal sehen was moin wird, ich habe Ideen, denn das platzeigene Blockhaus bietet Döner&Co…

Tag8 es wird wärmer, weil nur teilbewölkt. Betten raus, Müll wegbringen, wir wandern ca. 20km zur Weingarten Kapelle, hinauf zur wunderschön restaurierten Weidelsburg mit tollem Blick über die Landschaft und viel Info über deren Schicksal, dann zur gut von Einheimischen besuchten Terrasse vom Cafe Hasenacker: Apfel-, Käsekuchen und zurück, Jutta zahlt €22 pd bei der mittlerweile wieder freundlichen Chefin, ich kaufe bei Edeka super Lende und schneide selbst!

Fazit CP in Naumburg**** 

Rezeption: leider ist das Internet hier in der Gegend nicht so gut, daher auch unser WLAN nicht 😦 und jetzt zum Guten: 230 Plätze, sehr interessante weitläufige Architektur mit Terrassen förmig angelegten Rondellen für je 6 Camper, Campingklause im Holzblockhaus (gezapft 0,4 Flasche 0,5 je €3,50), zwei Sanitärhäuser, wir waren beim zweithoch gelegenem Rotkäppchen (8) Rondell mit schönem Blick auf viel Grün, nahe am mittigen Sanitär B. Von der beschriebenen Freundlichkeit wohl ein Ausrutscher: das Passwort fürs Wlan steht hier vorn – war die Auskunft am Telefon, okay 🙂 – ganz anders klingt es, wenn mal Ruhe herrscht, dann ist man gesprächig, der Platz ist Familien geführt und aktuell ohne Hausmeister, leidet arg unter miesen Campern, die sich daneben benehmen, ist dafür günstig: 2 Tage 2 Personen €44 plus €2 als Ortstaxe, die Weidelsburg ist zu Fuß eine herrliche Wanderung, der nahe und große Edeka eine Einkauf Oase. Wir würden wiederkommen!

Tag9 heute geht es nach Neukirchen: 8Uhr Strom weg, Dusche aus, die Elektriker haben eben mal abgeschaltet und nichts zuvor gesagt, meine Frage wie lange es dauern wird: das Loch ist nicht richtig ausgehoben worden, die Chefin ist hoch nervös, berichtet Jutta von anderen Schweinereien mancher Camper in den Toiletten, leider gibt  es so viele schmutzige Armleuchter. Nach 30min soll es noch mal eine Stunde dauern, ich nehme eine petite douche aus der Dose, wir kaufen bei Edeka Wasser und LBM, fahren los nach Homberg, parken am alten verlassenen REWE Getränke Markt und besuchen beide Gräber mit Grabsteinwäsche, die Innenstadt mit kleiner Marktplatz Runde und fahren nach Neukirchen über kleine Knüll Strassen, die ich aus der Motorradzeit auswendig kenne, wenn ich von Alsfeld nach Homberg zu beiden Eltern resp. Großeltern gefahren bin. Wir kommen gegen 12:30 im reisemobilpark-urbachtal.de an, da die Rezeption erst um 17Uhr öffnet, gehen wir ins Städtchen zum Schwälmer Brotladen, essen leckeren Rhabarber-, Mohnkuchen und ein Käse Schinken Baguette samt Kaffee für irre 11€, laufen zu Klaus huenerkopf.com aber ohne Chance zur Premierung unserer Laika 🙂 ich bekomme weder Tipps noch Prospekte: Werksführung machen wir nicht, alles Nähere findet sich später an der SP Rezeption, wir laufen durch den Stadtpark zurück, reservieren bei combecher.de draußen für 18Uhr, rufen die Alsfelder Freunde an, sie sind in Fulda Schlosshof zum Musical und übernachten dort, dann fahren wir mit den eBikes nach Treysa. 17Uhr Einchecken auf Platz 36 mit viel Grün dahinter zum Urbach, also Schatten wenn die Sonne brennt. Um 18Uhr bei Combecher im Garten an der Stadtmauer, wir genießen ein farbenfrohes Gedicht von der Lachsforelle, einen Beilagensalat, besten schwarzen Heilbutt auf Bärlauch Graupen und unter Kalbszunge, dazu Grevensteiner und Kaffee, irre gute Küche, erfreuliche Preise, das Hotel bedarf vieler Renovierungen, der nette Service einer effektiven Schulung, ein Küchengruß wäre wegen der Wartezeiten sinnvoll. Am Platz noch kleine Regentropfen und herrlich warm wie drinnen auch.  

Tag10 Jutta wollte Wäsche waschen, lässt es lieber, saugt das WoMo und bucht weitere zwei Tage auf dem CP dinkelsbuehl-camping.de Seecamp. Wir lassen den Tag ruhig angehen, fegen die Garage, nachdem die Bikes draußen sind. Duschen und Obstteller, davor ein erster Schwatz mit den netten Nachbarn aus Laupheim bei Bad Biberach. Wir radeln vor 13Uhr nach Ziegenhain, Treysa und zurück über die gedenkstaette-trutzhain.de – dem Stammlager für Kriegsgefangene STALAG IX A Ziegenhain 1939-45, danach 2 Jahre Civil Internet Camp 95, 1946/47 (displaced persons – Ausreisende) DP-LAGER 95-443 Ziegenhain, 1948-51 Lager für Flüchtlinge und Vertriebene und ab 1951 Gemeinde Truthahn: das Lager war für 4.000 Kriegsgefangene geplant, ab 1943 aber mit 43.000 plus 10.000 anderen Insassen belegt und damit das größte in Hessen, bundesweit gab es 83 Stammlager, wir kennen viele Lager in D und im Ausland: der Grundriss ist immer ähnlich und einem KZ vergleichbar einschließlich Kommandantur, Friedhöfen und mehr. Ich finde keinerlei Zahlen über Todesfälle außer einer hohen Sterblichkeit serbischer und sowjetischer Kriegsgefangenen, die im separaten Lagerbereich unter unmenschlichen Bedingungen litten. Wir sind kurz nach halb 4 zurück, Jutta holt Backwaren für die morgige Wanderung, kurz vor 18 Uhr gehen wir ins SP Lokal, essen Currywurst und Spareribs, wegen Kälte sind wir im WoMo, sehen in der TV-Mediathek Aartal ein Jahr nach der verheerenden Überschwemmung und den aktuellen Auswirkungen bezüglich Katastrophenschutz, nämlich recht wenig!

Tag11 8Uhr auf, 13Grad Sonne, heute wollen wir den Neukircher Rundwandernweg Nuff&Noop laufen! Lange Hosen, warme Jacken, viele Aprikosen, 4 belegte Brote, mini Tomaten, Mineral und gute Laune: wir starten den 19km herrlichen Neukircher Rundweg mit vielen Aussichten und Einblicken auf 370 Höhenmetern und sammeln Brombeeren, Himbeeren und Wildkirchen fruchtig süß zum Verzehr unterwegs, essen abends vor dem WoMo, quatschen mit einer Nachbarin aus Alsfeld samt Ehemann, und unseren Nachbarn aus Biberach, gehen rein weil es kalt ist, schauen TV und schlafen ein (ich)… 

Tag12 duschen, in die Stadt zum Bäcker, einpacken, Tschüß sagen und auf die Piste, knapp 300km plus einer Stunde Stau wegen Unfall in der zig km langen Dauerbaustelle Autobahn Erneuerung, weiter über die schöne Bundesstrasse zum CP see-camp.de – der Platz erscheint älter als wir beide zusammen, dafür sind viele Dauercamper jünger, Wlan funzt nicht Flächen deckend, das steht auch an der Rezeption: tut so als hätten wir 1995, das eine von beiden Sanitär Häusern ist komplett als Baustelle wohl schon länger geschlossen, Ersatz findet in 2 Containern je 2 WC und 2 Duschen, die Rückstand in Pflege wie auch der Renovierung ist bedenklich, Jutta meint es ist gut dass wir nur 2 Tage bleiben, ich mache alles Schöne mit weil Dinkelsbühl ruft, vorher gibt es Kaffee und Mohnkuchen. Wir laufen 2km bis zum Marktplatz, treffen Roß, Reiter und viele mittelalterliche Kostüme vom Heimatfest kinderzeche.de mit Bezug auf die Rettung der Stadt vor den Schweden 1632 durch die Kinder, der Umzug ist schon vorbei, wir finden meisers.com Altstadt Brasserie, da haben wir schon mal auf dem Weg von Berlin nachhause eine Nacht verbracht, genießen sous vide Roulade mit Servietten Knödel, dazu Weizen, laufen durch die ganze Altstadt und um 19Uhr zurück…

Tag13 1995 gilt auch für dieses Sanitärhaus, in meiner Dusche mit Vorhang war der Ablauf fast dicht, kein Haken für Handtuch resp. Kleidung, in der zweiten ein Waschbecken mit Spiegel und Hocker, immerhin, dafür stehen die Camper hier oben Backe an Backe! 21Grad ohne Wolken, es ist ein schöner Sommertag und morgen fahren wir 70km nach Günzburg CP am See stubenweiher.de, heute verbringen den Mittag mit Wandern über den Platz, dem Obstteller unter der Markise, um 16Uhr geht es wieder in die belebte Altstadt zum weibsbrauhaus.de das hat Jutta gestern gesehen, mit vielen Bitten bekamen wir einen Tisch unter einem riesigen Kastanienbaum im Hinterhof, essen Salat, Bratwerscht mit Sauerkraut, Sauerbraten mit Spätzle und genießen Biere, alles fränkisch, zurück sitzen wir noch lange vor der Laika…

Fazit CP SeeCamp Dinkelsbühl 

So sehr Dinkelsbühl einen Besuch wert ist und das nicht nur zum Heimatfest kinderzeche.de sondern auch in der Gaststätte weibsbrauhaus.de, so wenig hat uns der Campingplatz see-camp.de gefallen: Tut so also hätten wir 1995 ist ein Volltreffer Tipp der Rezeption, der an sich sehr schön gelegene Platz ist razzevoll und ungepflegt, also lieber die Renovierung abwarten und bis 2050 woanders campen, sorry €65,80 für 2 Tage und dabei noch €12,80 Stadt- und Umweltabgabe sind zu viel!

Tag14 wir lassen die mittlerweile total verschmutzte Laika in Crailsheim per LKW Strasse waschen, Einkauf bei Lidl, ab auf die AB nach Günzburg und weiter zum Traumplatz stubenweiher.de, der Chef wirkt genervt weil eine Gastfamilie einen Tag früher als reserviert kam, MO DI ist Ruhetag, die hoch gelobte Speisekarte übersichtlich, Jutta zahlt einen Tag, Edge überall, wir installieren auf Platz 8, bauen das Hochbett ab zur jährlichen Reinigung, putzen auch alle Scheiben, neben uns ruht eine holländische Familie nach zwei Tagen Anfahrt zum Legoland, sie bleiben fünf Tage hier, wir packen für die Heimfahrt morgen! Später ein Rundgang durch den anderen Teil vom CP, schon schön hier, weil die Gaststätte ruht, kommt der Gasbrenner raus, wir rösten Brot in der Pfanne, dazu frische Champignons und Rührei und gehen früh schlafen…

Tag15 7Uhr 17/16 Grad im Kammeltal bei Burgau, wir duschen früh und nutzen die morgendliche Kühle und bereiten alles für die Heimfahrt vor, der CP unten hinter dem Gebäude liegt bereits in der Sonne, hat z.T. dafür Abends früh Schatten, wie wir hier oben auch, ideal für Sommertage, der Platz ist wunderschön grün, auch wenn hier am Wochenende die Wutz los ist und der Wirt sich freut. Ideal scheint der Platz für eine Gruppe, das nächste Mal würden wir Platz 3,4,5 am Waldrand bevorzugen, da ist die Aussicht am schönsten. 9:30 Abfahrt 140km 9l/100km weil Landstrasse 70 Bundesstrasse 80 Autobahn 90km/h 🙂

Fazit CP stubenweiher.de bei Limbach 

Kleiner See mit großen Fischen, Strände, bekanntes Gasthaus mit toller Terrasse und gutem Sanitär im UG, zwei Camping Areale: groß und flach im Tal nach Osten, klein und ansteigend in der Lichtung nach Norden, wir finden dort Platz 3-4-5 direkt am Waldrand sehr schön. Es ist sinnvoll, zuvor auch an die Selbstversorgung zu denken, denn MO und DI ist Ruhetag, ruhig ist auch die Gegend, ein Eldorado für den Natur- und Wanderfreund. Günzburg ist weiter und Legoland näher entfernt und sorgt überall für volle Belegungen.

(c) www.slowfoto.de Texte und Fotos – auch dieser Bericht folgt der launischen Tour auf unser eigen Art, das Leben im Gras ist was wir gerne in der warmen Jahreszeit aufsuchen und aufzeichnen.

SKULPTURA: Slowfotos vom Juni 2022

3. Teil im Kunstbahnhof und mehr – Mensch & Moderne 16. SKULPTURA vom 7.Mai bis 27.November 2022 – 40 Exponate im KUBA und in anderen Räumen

Endlich wieder zeitgenössische Kunst am Bodenseeufer: an vielen Plätzen in unserem Dorf, in zugänglichen Innenräumen, zudem bis zum 19. Juni auch in den Räumen des KUBA (Kunstbahnhof) von Wasserburg, stellen 13 Kunstschaffende aus Deutschland, Italien, Österreich, Tschechien und der Schweiz ihre Unikate zu den Themen „Mensch und Moderne“ vor, als Kunst für Menschen ohne Berührungsängste, mit insgesamt 90 Skulpturen im Freien und 40 Werken im Raum, als eine der größten Ausstellungen im deutschsprachigen Raum. Der 100 seitige Katalog lohnt mit Informationen zu den Beteiligten und deren Werke und ist in der Tourist – Info am Lindenplatz zu erwerben, der Lageplan und die Werkliste sind öffentlich. Als Wasserbürger habe ich schon während des gewaltigen Aufbaus die Chance genutzt, einen Teil der bereits zugänglichen Unikate mit der Kamera festzuhalten, meine Aufnahmen sind wieder so launisch wie beim Rundgang zur 15. SKULPTURA 2019  und sollen einfach Appetit auf diese Expo machen!

  1. Teil dieses Rundganges s.a. Slowfotos vom April 2022
  2. Teil dieses Rundganges s.a. Slowfotos vom Mai 2022

(c) slowfoto.de – Aufnahmen und Text

SKULPTURA: Slowfotos vom Mai 2022

2. Teil des RundgangsMensch & Moderne 16. SKULPTURA vom 7.Mai bis 27.November 2022

Endlich wieder zeitgenössische Kunst am Bodenseeufer: an vielen Plätzen in unserem Dorf, in zugänglichen Innenräumen, zudem bis zum 19. Juni auch in den Räumen des KUBA (Kunstbahnhof) von Wasserburg, stellen 13 Kunstschaffende aus Deutschland, Italien, Österreich, Tschechien und der Schweiz ihre Unikate zu den Themen „Mensch und Moderne“ vor, als Kunst für Menschen ohne Berührungsängste, mit insgesamt 90 Skulpturen im Freien und 40 Werken im Raum, als eine der größten Ausstellungen im deutschsprachigen Raum. Der 100 seitige Katalog lohnt mit Informationen zu den Beteiligten und deren Werke und ist in der Tourist – Info am Lindenplatz zu erwerben, der Lageplan und die Werkliste sind öffentlich. Als Wasserbürger habe ich schon während des gewaltigen Aufbaus die Chance genutzt, einen Teil der bereits zugänglichen Unikate mit der Kamera festzuhalten, meine Aufnahmen sind wieder so launisch wie beim Rundgang zur 15. SKULPTURA 2019 🙂 und sollen einfach Appetit auf diese Expo machen.

1. Teil dieses Rundganges s.a. Slowfotos vom April 2022

3. Teil dieses Rundganges im KUBA s.a. Slowfotos vom Juni 2022

(c) slowfoto.de – Aufnahmen und Text

bombing for freedom?

…zum 3. Jahr der Corona Pandemie beginnt ein großes europäisches Land entgegen vorherigen Beteuerungen eine für viele Menschen todbringende und nicht nur deren Kultur Vernichtende und Zerstörende Auseinandersetzung, mit Auswirkungen auf andere nahe und ferne Nationen: so wenig wie >bombing for peace< von meinem Facebook Titelbild wird jemals ein Krieg die gewünschten Lösungen bringen, weder in der Vergangenheit noch in der bevorstehenden Zeit, er verstärkt nur das Leid aller, die dazu gezwungen wurden, auch dieser Regenbogen trägt deshalb schwarze Trauer, sorry…

(c) slowfoto.de

SKULPTURA: Slowfotos vom April 2022

Mensch & Moderne 16. SKULPTURA vom 7.Mai bis 27.November 2022

Endlich wieder zeitgenössische Kunst am Bodenseeufer: an vielen Plätzen in unserem Dorf, in zugänglichen Innenräumen, zudem bis zum 19. Juni auch in den Räumen des KUBA (Kunstbahnhof) von Wasserburg, stellen 13 Kunstschaffende aus Deutschland, Italien, Österreich, Tschechien und der Schweiz ihre Unikate zu den Themen „Mensch und Moderne“ vor, als Kunst für Menschen ohne Berührungsängste, mit insgesamt 90 Skulpturen im Freien und 40 Werken im Raum, als eine der größten Ausstellungen im deutschsprachigen Raum. Der 100 seitige Katalog lohnt mit Informationen zu den Beteiligten und deren Werke und ist in der Tourist – Info am Lindenplatz zu erwerben, der Lageplan und die Werkliste sind öffentlich. Als Wasserbürger habe ich schon während des gewaltigen Aufbaus die Chance genutzt, einen Teil der bereits zugänglichen Unikate mit der Kamera festzuhalten, meine Aufnahmen sind wieder so launisch wie beim Rundgang zur 15. SKULPTURA 2019 🙂 und sollen einfach Appetit auf diese Expo machen!

2. Teil dieses Rundganges siehe auch Slowfotos vom Mai 2022

3. Teil dieses Rundganges im Kunstbahnhof siehe auch Slowfotos vom Juni 2022

(c) slowfoto.de – Aufnahmen und Text

Wozu sind Kriege da?

Der Titel stammt von Udo Lindenberg, gesungen von Pascal Kravitz 1981: https://www.youtube.com/watch?v=tHHWV0FtFuI

Gestern, am zehnten Tag des Angriffskrieges auf die Ukraine, habe ich eine allgemein zugängliche Spotify Playlist mit Friedensliedern zusammengestellt, das wohl älteste ist von Marlene Dietrich gesungen, mein Vater hatte >Sag mir wo die Blumen sind< als 45RPM Single. Wir sind erschüttert von diesem Krieg in Europa und haben für die humanitären Zwecke gespendet. >Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst< sehe ich mittlerweile so, dass der Krieg bei manchen Staatsmännern schon ein Leben lang gilt. Bleibt zu sagen, dass für mich seit 1949 Demokratie die einzig ehrliche und humane Lebensform bedeutet.

(c) slowfoto.de

Der Fotograf Helmut Newton

Helmut Neustädter = Helmut Newton * 31. Oktober 1020 in Berlin † 23. Januar 2004 in Los Angeles

Liebeserklärung an seine Muse

Der deutsch australische Fotograf Helmut Newton wurde 1920 als Sohn der wohlhabenden jüdischen  Knopffabrikantenfamilie Neustädter geboren. 1936 brach er das Gymnasium ab, er war zu dieser Zeit schon mehr dem Fotografieren, den Mädchen und dem Schwimmen zugetan und begann eine fotografische Lehre bei Else Neuländer-Simon, der damals bekannten Berliner Fotografin IVA, sie musste mit Berufsverbot 1938 ihr Atelier schließen und wurde später im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Am 5. Dezember 1938 flüchtete Newton vor den Nazis nach Singapur, war dort als Bildreporter bei der The Straits Times und wurde nach zwei Wochen wegen Unfähigkeit entlassen! Ab 1940 arbeitete Newton als LKW Fahrer der australischen Armee und bei der Eisenbahn, 1945 eröffnete er ein Fotostudio in Melbourne, ein Jahr später nahm er die australische Staatsangehörigkeit an. 1948 heiratete er June Brown (*1923  † 2021) mit dem Schauspielerpseudonym June Brunell, eine Schauspielerin mit dem Namen June Browne gab es schon, die Ehe blieb kinderlos. June Newton fotografierte zudem seit den 1970er Jahren unter dem Pseudonym Alice Springs.

Ab 1956 war die australische Ausgabe der Vogue Newtons Hauptarbeitgeber, es folgten die französische, italienische, amerikanische und die deutsche Ausgabe und andere Modezeitschriften. Seit den 70er Jahren war er ein ebenso begehrter wie teurer Akt-, Mode- und Werbefotograf, er porträtierte u.a. Catherine Deneuve, Charlotte Rampling, Romy Schneider, Hanna Schygulla, Liz Taylor, Margaret Thatcher und Helmut Kohl. Sein erster Bildband White Women wurde 1976 kurz nach der Veröffentlichung mit dem Kodak-Fotobuchpreis ausgezeichnet, im April 2000 erzielte das Exemplar Nummer 1 seines SUMO-Bildband auf einer Charity-Auktion 620.000 DM als teuerstes Buch des 20. Jahrhunderts, weil handsigniert von den über 100 der im Buch abgebildeten Persönlichkeiten.  

Helmut und June Newton lebten ab 1981 in Monaco und im Winter in Los Angeles, wo er im Alter von 83 Jahren in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2004 nach einem Herzinfarkt am Steuer seines Cadillac starb, seinem Wunsch entsprechend wollte er in seiner Geburtsstadt Berlin beerdigt werden, am 2. Juni 2004 wurde seine Urne auf dem Friedhof Schöneberg in Berlin-Friedenau beigesetzt. Unter den Trauergästen waren unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und der britische Schauspieler Roger Moore.

An die Kontroverse im November 1993 mit Alice Schwarzer in der Zeitschrift Emma erinnere ich mich gut: Newtons Fotos seien nicht nur sexistisch und rassistisch, sondern auch faschistisch, als Beleg druckte Emma 19 Bilder ohne Genehmigung in einer Ausgabe ab, was wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung zu einer erfolgreichen Schadensersatzklage führte wegen Überschreitung des nötigen Maßes.

Am 3. Juni 2004 eröffnete June Newton mit der Ausstellung der als Schenkung an die Staatlichen Museen Berlin übertragenen Bildsammlung ihres Mannes das Museum für Fotografie, in dem auch die Helmut-Newton-Stiftung ihren Sitz hat. Am 8. April 2005 wurde am Haus Innsbrucker Straße 24, der Stelle seines Geburtshauses, eine Gedenktafel für Newton enthüllt. In Berlin am Gendarmenmarkt findet sich die Helmut Newton Bar (11 bis 04Uhr) mit einem Werk von ihm in Wandgröße: die berühmten Frauenakte.

Newton selbst hat zu Lebzeiten im November 2003 die Helmut Newton Stiftung gegründet und zahlreiche Fotopositive übertragen, mit Sitz in Zürich gemäß Schweizer Recht und dem Zweck, die fotografischen Werke von Helmut und June Newton alias Alice Springs zu präsentieren, zu schützen und zu wahren. Ein Vertrag mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sichert der Helmut Newton Stiftung dauerhaft zu, über zwei Etagen des ehemaligen Landwehrkasinos in Berlin-Charlottenburg zu verfügen, um dort Ausstellungen zu organisieren und durchzuführen. Seit der Eröffnung im Juni 2004 gibt es wechselnde Ausstellungen von und über Helmut Newton, aktuell ergänzt durch Fotografien seiner Frau June und der Theaterfotografin Ruth Waltz, der Partnerin von Bruno Ganz bis zu dessen Lebensende. Wir waren im Februar 2022 dort, die ohne Blitzlicht erlaubten Aufnahmen mit dem iPhone 13 sind bewusst ohne weitere Kommentare parallel zu unserem ausgedehnten Rundgang. 

Dass die Stiftung im ehemaligen Landwehrkasino in der Jebensstrasse, also direkt am Bahnhof Zoo gelegen, dauerhaft Platz fand, erfreute Newton, weil dieses Gebäude eines der letzten gewesen war, das er bei seiner Flucht aus Berlin 1938 vom Zug aus gesehen habe.

Alle Fotos sind unbearbeitet außer Daten Reduktion

(c) slowfoto.de

TIPP: zu jeder Aufnahme, Frage oder Thematik biete ich auch 2022 ein LIVE COACHING per Videotelefonat an: für 30min 30€ und 60min 50€ – mobil 0172 7021587 oder kontakt@slowfoto.de 

Die Enkelin – Buchbesprechung

Die Enkelin – Bernard Schlink – Diogenes ISBN 978-3-257-07181-8 €25

Der Buch Tipp kam vom ZDF Chefredakteur Peter Frey (64), empfohlen zum besseren Verständnis, was >Othering< (Anderssein) auch aktuell im Osten ausmacht; wir kennen die DDR seit 1978 und waren seit der Wende regelmäßig in allen fünf neuen Bundesländern, ein Familienmitglied arbeitet und lebt seit vielen Jahren in Berlin-Ost, ich war schon vor meiner Einschulung 1954 Wochen dort, dann 1968 in Ostberlin und mittlerweile bestehen Kontakte zum Cousin mit Familie, uns ist der Osten wohl vertraut:

besuchte Orte nur anhand von iPhone Aufnahmen

Schlink (77) lesen wir gerne und viel, zum Roman: Kaspar Wettner (2.Juli 1944) lernt am 16.Mai 1964 als Westberliner Student im Osten die Ökonomie Studentin Birgit kennen und lieben, seinen Vorschlag, in die DDR auszuwandern, verwarf sie sofort, ihre Flucht über Prag nach Wien kostete 5.000 DM, am 16. Januar 1965 landet Birgit in Tempelhof, 1969 heiraten sie, Kaspar gibt sein Studium auf und wird Buchhändler, die Ehe bleibt kinderlos. Birgit war auch in Indien, hat sich dann auf Goldschmieden, Kochen und schließlich Schreiben verlegt. Später ertrinkt sie in der Jugendstil Badewanne, Alkohol und Valium hatten ihre Depression beendet. Kaspar fotografiert nicht, trägt aber ein Passbild von Birgit in seinem Geldbeutel, das er nach dem Tod seiner Frau vergrößern lässt. Birgits Computer kann er nicht öffnen, er kennt das Passwort nicht, er liest ihren schriftlichen Nachlass als Romandichterin. Er liest, dass sie von Leo, einem zunächst noch verheirateten in exponierter Stellung, ein Kind erwartete, dass dieser dann zuletzt für seine Frau Irma weil kinderlos haben wollte, eine Scheidung käme nicht in Frage. Im Mai 1964 sah man Birgit die Schwangerschaft noch nicht an, in den Semesterferien ist sie zu Paula, der loyalen Freundin aus dem Kindergarten, an die Ostsee gefahren und erst im Oktober zurückgekommen, als alles vorbei war, Paula hat das neugeborene Mädchen beim Pfarrer anonym und sicher >abgelegt<. Birgit hat Kaspar nichts gesagt, sie wusste nicht, was Verschweigen langfristig anrichtet, zumal sie nie aufgehört hat, an ihre Tochter zu denken und sie zu suchen: sie erkennt im Fernsehen ihre Tochter auf einem Bild einer Bushaltestelle mit jungen Männern in Springerstiefeln und mit Tätowierungen. Auch Svenja Renger, mit dem völkischen Siedler Björn verheiratet, hat eine Tochter: Sigrun, Kaspars Enkelin, bis Seite 367 erzählt Bernhard Schlink deren Geschichte… ich habe den Roman in drei Tagen gelesen 🙂

Zitate

S.77 Was ist denn wichtig? Das man es immer wieder machen mag. Eine Straße immer wieder lang gehen. Ein Buch immer wieder lesen. Eine Musik immer wieder hören.

S.80 Ich hatte mit der DDR nichts mehr zu schaffen. Ich wollte mich hier nicht mehr anstrengen und bewähren. Ich wollte nicht Ökonomie studieren, wollte meine Zeit nicht mit der FDJ und Studentenbrigaden und Ernteeinsätzen vertun, wollte nicht aufpassen, wem ich was sage und was ich denke. Ich wollte auf keine neue Zeit und kein neues Land und keinen neuen Menschen warten, ich wollte leben. Ich wollte nicht das bisschen Land zwischen Erzgebirge und Ostsee. Ich wollte die Welt… Und ich will auch hier nichts mehr aufbauen… Also gut, dann hole ich dich hier raus. S.232 Keine Sekunde habe ich gedacht, du seist doof. Du verstehst alles, was ich sage, du schlägst mich im Schach, du kriegst den Klavierunterricht, den wenige kriegen. Du bist stark und ausdauernd, beim Lernen wie beim Laufen. Er machte eine Pause. Sollte er noch sagen, dass er stolz auf sie war? Aber er sah das Gespräch voraus, in dem sie sagen würde, sie sei stolz, eine Deutsche zu sein, und er erwidern würde, man könne stolz nicht auf das sein, was man sei, nur auf das, was man geleistet habe, und Sigrun war gewiss nicht sein Verdienst. Er entschied sich auch dagegen, ihr zu sagen, er freue sich, dass sie seine Enkelin sei; entweder er zeigte ihr seine Freude und sie merkte sie in vielen Situationen, dann musste er sie nicht aussprechen, oder das Aussprechen würde nicht helfen, wo Zeigen und Merken scheiterten. Er wünschte sich keine andere Enkelin, er hatte diese gefunden und wollte sie behalten… Alles falsch sehen – musst du schon alles richtig oder falsch sehen? Musst du das meiste nicht erst einmal sehen? S.233 Du bist vierzehn, niemand hat mit vierzehn schon alles gesehen und weiß bei allem, was richtig und was falsch ist.

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TIPP: zu jeder Aufnahme, Frage oder Thematik biete ich auch 2022 ein LIVE COACHING per Videotelefonat an: für 30min 30€ und 60min 50€ – mobil 0172 7021587 oder kontakt@slowfoto.de 

Vorsorge

für ganz später: wir haben einen Familienbaum gekauft

Aktuell leben rund 4,2Mio Menschen in der Bodenseeregion, fast  240.000 mehr als im Jahr 2000, bis 2035 erwartet man eine Steigerung um weitere 400.000, konzentriert auf Konstanz, Friedrichshafen und Dornbirn, im ländlichen Bereich deutlich geringer. Wir haben 1984 hier eine ETW gekauft, dauerhaft (wechselnd ätz) vermietet und seit 2014 in eigener Nutzung. Unser erster Kontakt zu einem Friedwald erfolgte mit dessen Besichtigung in Heiligenberg, das ich aus meiner Jugendzeit noch gut kenne.

Den Bodanrücken hatte auch schon Hermann Hesse mit dem Bau eines bemerkenswertem Landhauses vorgezogen, allerdings nur für eine recht kurze Schaffensphase: für maximal 99 Jahre Erbpacht konnten wir nach eingehender Besichtigung und vollständigem Rundgang einen sogenannten Familienbaum mit bis zu 12 Urnengräbern in der Waldruh St. Katharinen des Freiherrn Johannes von Bodman erwerben, eine etwa 40-50 jährige Buche, ganz in der Nähe vom Golfplatz… Es gibt sehr begehrte Bäume mit Seeblick, den wir jedoch lieber uferweit zu Fuß und noch zeitlebens genießen. Und genauso ist es für uns gut zu wissen, dass wir auch final gut vorgesorgt haben!

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