Slowfotos für die KW 12 2019

Das älteste Foto der Welt 1826 – Joseph Nicéphore Niépce

1826 Original La cour du domaine du Gras von Niépce
1952 Retusche von Helmut Gernsheim

Die Geschichte um die älteste Fotografie ist verwirrend, die Schweizer Photobiliothek erklärt mit Bildbeispielen, warum das obenstehende Bild >la Cour du Domaine du Gras / Pont de vue du Gras< als erste Photographie und mit der Retouche von Gernsheim im September 1952 auf der Internationalen Photoausstellung in Luzern gezeigt wurde. Niépce hat es mit einer Camera obscura als Heliografie (Asphalt auf Zinn) mit 8 Std. Belichtungszeit aufgenommen, während sein untenstehendes Bild >Boy leading his Horse< von 1825 keine Heliografie ist, sondern einen Papierabzug von einer fotografisch erzeugten Druckplatte darstellt.

1825 Boy leading his horse von Niépce

1838, also erst einige Jahre später entsteht die Aufnahme >Boulevard du Temple von Louis Jacques Mandé Daguerre, als ca. 10min Langzeitbelichtung einer belebten Strasse. Diese Aufnahme gilt als älteste Fotografie, auf der Personen abgebildet sind.

1838 Boulevard du Temple von Louis Jacques Mandé Daguerre

Vor allem der links unten im Bild erfasste Schuhputzer mit seinem unbewegtem Kunden hat viele Kritiken um diese Aufnahme ergeben, die aus dem Verständnis nicht erst heutiger Langzeitbelichtungen einfach zu erklären sind: Ob beide Herren zufällig oder gewollt aufgenommen worden sind, spielt m.E. nur eine untergeordnete Rolle, Tatsache ist, sie sind zu erkennen!

Interessant sind die vielen Techniken zum Fotografieren oder Kopieren vorhandener Objekte allemal, wie auch deren mannigfache Entwicklungen bis hin zum Zeitalter der Digitalisierung.

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Slowfoto für die KW 10 2019

Karl Otto Lagerfeld 1933-2019 in memoriam

PARIS: A tribute to the designer Karl Lagerfeld in the window of his boutique near the Champs Elysees on February 20, 2019 in Paris, France. Celebrated fashion designer Karl Lagerfeld died in Paris yesterday, aged 85 (Photo by Kiran Ridley/Getty Images)

Zitate

Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land.

Wenn das weitergeht, gebe ich die deutsche Nationalität auf. Ich will nicht Teil dieses Neonazi-Klubs sein.

Wenn Du nicht willst, dass an deiner Hose herumgezogen wird, werde kein Modell. Tritt einem Kloster bei. Es wird immer einen Platz für dich im Kloster geben. Sie rekrutieren sogar!

Ich war nie ein Feminist, ich bin dafür nicht hässlich genug.

Runde Frauen will niemand sehen.

Ich bin umgeben von jungen und schönen Menschen. Der Anblick von Hässlichkeit ist mir ein Graus.

Das Problem mit Pelz… Solange Menschen Fleisch essen und Leder tragen, verstehe ich es nicht.

Telefone sind etwas fürs Personal.

Lieblingsspeise kann für mich nur etwas sein, wovon man nicht dick wird.

Die Sonnenbrille ist mein mobiler Liedschatten. Durch sie sieht alles ein bisschen jünger und schöner aus.

Am Fließband stehen ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.

Selfies sind elektronische Masturbation.

Stress kenne ich nicht. Ich kenne nur Strass!

Ich fordere den 48-Stunden-Tag, mit nur 24 Stunden komme ich nicht aus.

Das Geld muss aus dem Fenster, damit es zur Tür wieder reinkommt.

Kinder reden doch immer Stuss, deshalb hasste ich als Kind andere Kinder.

Das wirkliche Drama der Reichen ist, dass es immer noch reichere gibt.

Eine Frau ohne Stil hat auch in einem Kleid mit Stil keinen Stil.

Ich will nicht mit ihnen schlafen, weil Sex nicht von Dauer ist, aber Zuneigung kann von Dauer sein.

Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand.

Alles was ich sage ist ein Witz. Ich bin selbst ein Witz.

KL auf einem seiner letzten öffentlichen Auftritte (Quelle Mega Agency)

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Südtirols Eisacktal mit dem Bus und zu Fuß

…im Eisacktal

300 Sonnentage im Jahr (Feldthurns)
52km Kastanienweg (Keschtn)
mit lebensgroßen Holzfiguren
und FigurInnen
ein herrlicher Wanderweg
mächtige Höfe
gewaltige Glockentürme
Andacht und Erinnerung
Einkehr und Stille
Klausen Altstadt
ein junger Mensch ist gestorben, den viele kannten
Nationalgetränk
der schiefe Turm der St. Laurentius Kirche (Feldthurns)
ein Gipfelstürmer (Brixen)
Stadtgespräche auf den Balkonen
und in den Gassen sowieso
Bauhaus Design modern, wie oft auch in Vorarlberg zu finden (Feldthurns)
das Dorf vom Panoramaweg aus, in der Mitte unser Hotel Taubers Unterwirt, in der Nähe der Archeoparc

siedelten die ersten Ureinwohner etwa 3.500 v.Chr., viele der gefundenen Areale sind zu öffentlich zugänglichen Archeoparcs geworden. Für die >Kurzbesiedlung< heute zeichnen die vielen Touristen verantwortlich 🙂 meine erste Begegnung mit der Seiser Alm datiert aus den 70ern des vergangenen Jahrhunderts, als Student. Seitdem hat uns die autonome Provinz Alto Adige immer wieder fasziniert, zumal sie zu einer beispielhaften Schnittstelle vieler Nationen geworden ist. 

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Slowfoto für die KW 09 2019

…vor 3.500 Jahren

Der ca. 1m große Figuren Menhir von Felddthurns zeigt als Kopie Waffen: eine Kupferaxt mit Knieholzschäftung, einen Dolch in der Scheide sowie Pfeil und Bogen aus der späten Kupferzeit 2.500-2.250 v. Chr.

siedelten die ersten Ureinwohner hier im Eisacktal bei Feldthurns, mit Sonne (Südhang), Wasser aus den Bergen, Wiese und Ackerland für Viehzucht und Anbau, Wald mit jagbarem Wild und Rückzugmöglichkeit, in runden Steinhäusern samt Grabstätten. Dankenswerterweise sind viele dieser gefundenen Areale heute zu Archeoparcs geworden, die der Öffentlichkeit gut zugänglich sind.

Am Vänersee (Schweden) saßen wir vor 3.000 Jahren alten kleinen Felszeichungen, die mit roter Farbe nachgezogen gut erkennbar, auf den meist naturbelassenen Feld- und Waldwegen per Hinweistafeln gut zu finden waren. 

Auf Sardinien haben wir z.T. sehr gut erhaltene Steinsiedlungen der Nuragen Ureinwohner aus der Zeit 1.600 bis 400 v. Chr. besichtigt.

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Slowfoto für die KW 08 2019

Werbung,

wie sie heute so wohl nicht mehr möglich wäre…

Der 1884 eröffnete Meterspur-Betrieb war einer der ersten Deutschlands mit elektrischen Straßenbahnen und wurde anfangs von der Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft (FOTG) betrieben. Die elektrifizierte Linie 16 Hauptbahnhof Frankfurt <-> Friedhof Offenbach ist mir als Trambahn aus meiner Kindheit nach dem 2. Weltkrieg wohl vertraut weil oft genutzt.

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Abenteuer in Hitze und Eis

Michael Martin und die Wüsten des Planeten

Michael Martin in Lindau

Wieder hat der Alpenverein Lindau zu einem der begehrten DAV DiaKultur Vorträge eingeladen: In der ein Jahr später als geplant fertiggestellten Inselhalle referierte Michael Thomas Martin über seine Reisen zum Nordpol, in die Wüsten vieler Kontinente und schließlich zum Südpol. Martin haben wir schon vor rund 30 Jahren in Oberhessen erlebt, mit Leica-Vision und 8 Projektoren hatte er unzählige Dias lebhaft kommentiert auf einer riesigen Leinwand gezeigt und unterlegt mit originärer Musik, eine einzigartige Augenweide – ein fast gleichzeitiges Konzert der mittelalterlichen Rockband Ougenweide erbrachte eine Gemeinsamkeit: unter 3 Stunden geht garnichts! Heute imponiert ein riesiger Projektor mitsamt einem Rechner plus dem sehr guten Sound im Saal Bayern der Inselhalle. 

der Büchertisch vor der Veranstaltung
und auf Wunsch signieren
in der Pause

Geblieben ist dem Fernreisenden die geliebte BMW GS, das Motorrad, mit dem er egal auf welchem Untergrund unterwegs ist, fast überall ist sie mit dabei. Geändert hat sich das Equipment von der analogen Leica mit Fuji Diafilm zur digitalen Nikon Spiegelreflex Kamera. Und wenn schon Aufnahmen aus der Luft, dann bitte gleich mit dem Helikopter oder Flugzeug. Reise- und Vortragszeit halten sich so ungefähr die Waage im Jahr. 

Wir haben viele Reise Vorträge gehört und gesehen, man darf aber auch nicht alles miteinander vergleichen: So viele erstklassige Foto-Aufnahmen, in der Überblendung fast immer etwas zu kurz gezeigt (sorry, wir brauchen viel Zeit zum Betrachten) und soviel frei vorgetragenen und exzellent erklärenden Text haben wir bisher nur bei Michael Martin erlebt. Hingehen lohnt!

das Ende der langen Reise am Südpol
bis zum nächsten Mal

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Slowfoto für die KW 52 2018

Konzil Konstanz 2018

1414-1418 -> 2018

Viele der Damen und Herren hätten auch beim originalen Konzil dabei sein können, heute ist es eine Montage bekannter Gesichter. Das Konzil benötigte 4 Jahre, die geschätzte Anzahl der damaligen Prostituierten liegt bei 3.000. Das aktuell beschlossene Einwanderungsgesetz für unser Land wurde zehn Jahre lang beraten. 

Allen treuen Kommentatoren und slowfoto-Lesern wünsche ich ein beschaulich frohes Fest möglichst im Kreise der Lieben!

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Slowfoto für die KW 51 2018

Nein, ich bin ihm nicht persönlich begegnet, nur überall.

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A oids Buidl vo München is mehra wert ois a Brillant.

Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.

Heute ist die gute, alte Zeit von morgen.

Mögen hätte ich schon wollen,

aber dürfen hab ich mich nicht getraut.

Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird’s wieder ruhiger.

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.

Wenn ich Tränen dabei gehabt hätte, ich hätte sie geweint.

© slowfoto.de

Bücher die sich lohnen: Die Nacht ist Leben!

Nicht nur Türsteher…

Umschlag ISBN 978-3-86493-025-6 €14,99

Die Autobiografie von Sven Marquardt >Die Nacht ist Leben< ist eine Chronik über das Punk Leben in der DDR und danach, mit tiefen Einblicken in das Denken, Handeln und Fühlen eines Regimekritikers, Fotografen und Schwulen. 1982 in Ostberlin geboren, hat Marquard auch als Fotograf Berühmtheit erlangt, nachdem ihm schon als Jugendlichem die Kamera >als etwas Bleibendes< geschenkt worden ist, O-Ton: Streifzüge durch die Stadt – Mich als Inszenierer, dessen Fokus allein auf dem Menschen und seiner möglichen Verwandlung liegt (S.108 bis S.114 über seine Fotografie, bis S.122 über seine Aufträge) Extratipp als SW-Fotograf: sakrale Dramatik – Kunstblut haben wir nicht, und Travidin (gängiger Multivitaminsaft) kommt gut in Schwarzweiß. Bekannt wurde er insbesondere als Einlasser im Berliner Club Berghain.

220 Seiten, die ich gerne und speditiv gelesen habe. Vor allem S.129: Wenn ich heute daran denke, was andere 1988 und ´89 riskierten, um dem Staat seine Ödnis und Repressivität vorzuhalten, dann frage ich mich schon: Waren wir total unpolitisch? Oder war man schon politisch, wenn man Fotos machte oder ein Leben führte, das die vorgesetzte Normen durchbrach? Wo fängt Politik an, mit welchen Handlungen? In jedem Falle gingen von Kirchen und Bürgerforen die tieferen Impulse in Richtung Politik aus – keine Frage. Dort waren Menschen unterwegs, die das größere Wagnis auf sich nahmen. Wenn es sie nicht gegeben hätte, würden wir mit unseren Modeschauen wohl immer noch auf den Hinterhöfen Berlins im Hamsterrad kreisen.

schade um die mindere Printqualität der eindrucksvollen Aufnahmen (Buchmitte)

Am 19.11.2018 waren wir wieder einmal in der Leipziger Nikolai Kirche, für uns einer der Zeugungsorte der Wiedervereinigung.

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Slowfotos für die KW 48 2018

…morgens um 7 Uhr

ist die Welt noch in Ordnung – die Glocken der Klosterkirche verkünden den Tag

Obermarchtal: bis 1803 Kloster, heute Bildungshaus der Diözese Rottenburg Stuttgart, ein kirchlicher Eigenbetrieb für Tagungsgäste, Geschäfts+Reisende und Kurzurlauber.

Pforte zum Kloster, mit Storchennest
Kreuzgang mit den großen Holztüren zu den Zimmern

Nicht nur wegen der Geschichte lohnt sich ein Besuch, Klosterkirche und der Allgemeinheit zugänglichen Räumlichkeiten der einzig komplett erhaltenen barocken Klosteranlage Oberschwabens, jahrzehntelang Sommersitz des Hauses Thurn und Taxis,  bieten historisches Ambiente und beeindruckenden Charme 🙂

Schwester Theklas Credo

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