FAQs – Neukauf Canon EOS 7D oder 5DMkII?

…ein eher reiseuntaugliches Makro-Set über 3 Kg

Frage: Ich möchte eine neue digitale SLR, soll ich die 7D oder die 5DII anschaffen?

slowfoto: Zunächst must Du überlegen, welche Objektive Du bereits hast und/oder welche Investition in weitere Objektive geplant ist. An der Crop Format Sensor 7D lassen sich alle EF-S und EF Objektive weiterverwenden, an der Vollformat 5DII nur die EF Objektive. Mit einem Objektivsatz aus dem Kit Objektiv EF-S 18-55 IS plus einem EF-S 55-250 IS (ca. € 200) ist der Einstieg kostengünstigst vollzogen. Weitere leckere EF-S Gläser haben allerdings auch ihren Preis, vom mittlerweile sehr günstigen EF-S 17-85 IS abgesehen (ca. € 285). Die 7D ist auch im Kit mit dem EF-S 18-135 IS erhältlich (ca. € 1.500), ein m.E. recht reisetaugliches Set, mit dem ich gerne gearbeitet habe.

Grundsätzlich sind die Objektive die wertigeren Investitionsgüter und sollten umfassender geplant werden als die Anschaffung eines Kamerabodies, der schon nach 1-2 Jahren vom Nachfolger überholt wird.

Mit der 7D hat Canon 2010 einen Renner auf den Markt gebracht, der immer noch relativ preisstabil gehandelt wird (ab ca. € 1.260). Diese Kamera ist aus meiner Sicht nicht nur auf Grund des großen Sucherbildes eindeutig als das Crop-Sensor Modell von Canon zu empfehlen. Wer für die 7D mehr an weiten Winkeln will, muss zum EF-S 10-22 gereifen (ca. € 690), alternativ wäre dies das noch günstige EF 17-40 (ca. € 640) für die ebenso preisstabile und vollformatige 5DII (ca. € 1.850). Man muss sich vorher für den Objektivsatz entscheiden und genaues rechnen. Jedes EF Objektiv hat am Crop-Sensor einen 1,6 fach kleineren Bildwinkel, aus dem preiswerten EF 1.8 50mm wird somit ein lichtstarkes kurzes 80mm Tele an der 7D.

Alle Preise siehe auch www.idealo.de und andere Web-Preisvergleiche, also ohne Gewähr!

Viel Erfolg bei der sicher nicht einfachen Entscheidung, weitere Hilfen können die bisherigen Berichte sein:

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/07/ein-paar-bemerkungen-zu-canon-objektiven/

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/06/tipps-zur-ausrustung-fur-die-reisefotografie/

(c)www.slowfoto.de

Einfach bessere Fotos – Teil 6

Tipps für digitale Kompakte und Spiegelreflexkameras

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von digitalen Bridge-, kompakten, spiegellosen und Spiegelreflex-System-kameras

 

Versuch einer persönlichen Wertung nach Zusammenfassung

Besondere Eigenschaften verschiedener Kameratypen wurden in den vorausgegangenen Artikeln bereits erwähnt. In der folgenden, nach den oben genannten Kameratypen geordnete Liste werden die wichtigen Merkmale der aktuellen Kameras summarisch benannt und aus der eigenen Erfahrung bewertet.

 

Kompaktkameras, auch mit Superzoom

kompakte, transportfreundliche Gehäuse, auch mit großem Brennweitenbereich

oft sehr gute Makro-Fähigkeiten im Weitwinkelbereich

starkes Bildrauschen meist bereits ab ISO 400, danach unbrauchbar

große Schärfentiefe auch bei maximaler Blendenöffnung

weniger Einstelloptionen als Bridge- und Systemkameras

Kontrast-AF, damit langsamer als Phasen-AF

manuelle Fokussierung oft nicht möglich oder unpraktisch über Menue (Balken)

Motorzoom (langsamer und unpräziser als manuelles Drehzoom), verbraucht zudem Strom

kein Okularsucher, der aber wegen der Parallaxe im Nahbereich bauartbedingt ungenau ist

Verwendung von Studioblitzen nur über Lichtauslösung möglich

fallende Preise je nach Markteinführung

 

Bridgekameras

relativ kompaktes Gehäuse, mit den dSLR Einstiegsmodellen vergleichbar

Telelastiger Brennweitenbereich, änderbar nur über Vorsatzlinsen

wenig Zubehör

oft sehr gute Makro-Fähigkeiten im Weitwinkelbereich bei kleinen Sensoren

umfangreichere Einstellungen als bei Kompakten

manuelle Fokussierung oft unpraktisch

Verwendung von Studioblitzen nur über Lichtauslösung möglich

Bildrauschen, ISO-Werte, Schärfentiefe, Blendöffnung, Kontrast-AF und Motorzoom mit meist gleichen Nachteilen wie Kompaktkameras, vor allem in Abhängigkeit von der Sensorgröße

 

Systemkameras dSLR

hohe Bildqualität auch bei hohen ISO-Werten, vor allem beim Vollformatsensor

geringe Schärfentiefe bei großer Blendenöffnung (auch für Video)

mittlerweile oft zu umfangreiche Einstelloptionen

Abblenden je nach Objektiv bis mindestens bis f/16 oder sogar f/32 möglich

meist höhere Serienbildgeschwindigkeit als Bridge- und Kompaktkameras

sehr gute Eignung für die Verwendung von Studioblitzen, auch kabellose E-TTL Steuerung der Blitzleistung mehrerer Blitze

als (semi) professionelle Gehäuse groß und schwer, das gilt auch für viele Zoome mit integrierten Bildsabilisator

echte Makrofähigkeiten meist nur mit entsprechenden Objektiven oder speziellem Zubehör

auch hoher Kaufpreis, wenn ein aktuelles Modell mit Objektiv Grundausstattung gewünscht ist

umfassendes Angebot an System- und Fremdobjektiven und Blitzen, unüberschaubares  Zubehörangebot

Besonderheiten neuer spiegelloser Systemkameras

etwas kompaktere Bauweise als Spiegelreflexkameras

Okularsucher elektronisch, nicht optisch, besser ist ein großer Kontrollbildschirm wie bei der VideoCam

Kontrast-AF, damit langsamer als Phasen-AF

derzeit noch geringes Objektivangebot und geringes Zubehörangebot

Adapter für verwandte Systemobjektive meist ohne Übertragung von AF und Blendenautomatik

Besonderheiten aller Spiegelreflexsystemkameras

meist exzellente und schnelle Nachführ-AF-Leistungen und rasante Bildfolgen

optischer Okularsucher durch das Objektiv (TTL), bei Vollformat und semiprofessionellen Gehäusen groß

größer und schwerer als spiegellose Systemkameras (Magnesiumgehäuse)

Videoaufnahmen meist mit deutlich schwächeren AF-Leistungen als spiegellose Systemkameras oder guten VideoCams, dafür exzellente Freistellungen ab C-Sensor unter Zuhilfenahme offener Blenden aller passenden Systemobjektive oder -zoome

Adapter für verwandte Systemobjektive meist ohne Übertragung von AF und Blendenautomatik

wird fortgesetzt…

© www. s l o w f o t o .de