FAQs: Sichere Anwendung vom Autofokus

Frage: Warum sind viele meiner Aufnahmen mit der Canon EOS M unscharf?

alles Schaf oder was
alles Schaf oder was

slowfoto: M.E. hat Canon die Hausaufgaben bei den Werkseinstellungen des Autofokus der EOS M nicht ganz glücklich gelöst! Entsprechende Kritik wie >lahmer Autofokus< fand sich in den Medien mit einem für diese Kamera wenig verkaufsförderndem Charakter. Es gibt aber eine ganz einfache Vorgehensweise, diese Probleme zu lösen: Seit der EOS 350D besteht die Möglichkeit, den Autofokus in den [P]rogrammautomatiken vom Auslöser zu trennen und mit der Sternchentaste zu bedienen. Das hat viele Vorteile:

* ich sehe das Bild schon VOR und nicht erst bei der Aufnahme scharf,

* zur Aufnahme wird nur noch ausgelöst, die ibs. bei längeren Brennweiten nervende Wartezeit für das Fokusieren entfällt,

* bei bewegten Objekten kann ich mit weiteren Klicks nachführen u.v.a.m.!

Zurück zur EOS M, Canon hat drei Flexi-Zone Varianten, AF mit Gesichtserkennung plus Nachführung, FlexiZone-Multi und schließlich FlexiZone-Single. Für meine Anwendungen hat sich vor allem die letztere AF Variante bewährt, einmal gewählt, bietet sie ein kleineres und mittig liegendes AF-Feld, das sich bei Bedarf mit dem Wischfinger auf dem Bildschirm überall hin verschieben und mit der Papierkorb Taste wieder zentrieren lässt.

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In der Voll[A]utomatik wird mit halb gedrückten Auslöser mit dem AF Feld vorfokusiert und gehalten,  wenn es grün den Treffer signalisiert!

In den [P]rogrammautomatiken geschieht das Vorfokusieren mit der Sternchentaste bis zum Farbwechsel auf Grün.

Nebeneffekt dieses Vorgehens ist, dass der Autofokus auch nach der Firmware Aktualisierung auf 2.0.2 nicht schneller geworden ist, sondern von Anfang an viel schneller war als bei der EOS 5D² im live view Modus. Für echte Action Fotografie gehört anderes Äquipment her, aber für den Einsatz in der [Nachtaufnahme ohne Stativ] mit 4 Bildern (=1sec) in Folge ist sie immer noch schnell genug, jedenfalls für mich.

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Weitere Einstelltipps zur EOS M finden sich hier

(c) www.slowfoto.de

 

FAQs Autofokus und Lichtwerte

Frage: Welche Lichtwerte (LW) sind das sinnvolle Minimum für die Autofokus-Funktion?

slowfoto: 

Lichtwert ist hier am Beispiel des GOSSEN Digipro 2 gemessenes, vorhandenes Dauerlicht mit einem Meßumfang von LW –2,5 bis +18 (bei ISO 100/21°):

http://www.gossen-photo.de/foto_p_digipro.php

Canon gibt den Arbeitsbereich des Autofokus der 5D Mk III von LW -2 bis 18 und bei der neuen EOS M von LW 1 bis 18 an, für beide bei 23 °C und ISO 100. Im Vergleich dazu den der EOS 7D und 5D Mk II sowie 1D X: LW -0,5 bis 18, hier bei 20 °C und ISO 100. Bei der neuen Reisekamera EOS 6D beginnt er schon bei LW -3, einem Wert, der dem Mondschein entspricht und noch empfindlicher erscheint als bei dem Profimessgerät von Gossen.

Herstellerangaben sind nicht erst seit den Verbrauchsangaben von Automobilen mit Vorsicht zu bewerten, wichtiger ist der Praxistest: Natürlich gilt, je geringer der Lichtwert, desto mehr wird an AF-Genauigkeit bei lichtschwachen Gläsern oder Tele-Einsätzen zu holen sein können, was den statischen Autofokus betrifft, den dynamischen und nachgeführten AF lassen wir mal außen vor 🙂

Aus eigenen Erfahrungen ist vor allem die Präzision des Autofokus noch abhängig von anderen Faktoren, von der Lichtstärke des Objektivs, der Stellpräzision des AF im Objektiv und schließlich vom Kontrastumfang des gewählten AF Punktes. Vor allem bei der Auswahl der letzteren  Komponente kann der Fotograf entscheidend einwirken, indem das Objektiv von Hand auf die Entfernung vorjustiert und ein kontrastreicher Bereich für die AF-Messung vorgewählt wird: Ein Beispiel hierfür ist die grenzwertige Verwendung des Reisezooms EF 4.5-5.6 70-300 DO IS vor allem mit beiden Konvertern (2-fach BOWER plus 1.5-fach KENKO) zu Zeiten schwachen Lichts und geringer Kontraste gegen 19 Uhr 30 Sommerzeit, aus knapp 150m Distanz aus der Hand aufgenommen mit der EOS 5D² bei ISO 160 F5.6 1/350sec  f300mm = 900mm KBÄ, nur DxO nachentwickelt und mit beginnend sichtbarer Vignettierung:

Fazit: Natürlich ist ein erweiterter Messwertumfang von Vorteil, wenn man den Autofokus nutzen will. Ein ungeeignetes Kontrastverhältnis mit zu seichtem Helligkeitsunterschied oder ein lichtschwaches Objektiv mit langsamer Fokuseinstellung oder ruckelndem Stabilisator sollten vermieden werden. Ein gutes Zoom mit effektiver Stabilisierung ist getrickst durchaus auch dann verwendbar, wenn man nur noch wenig durch den Sucher sieht. Zugegeben, es ist nicht für die dynamische AF-Nachführung geeignet, aber für ein slowfoto allemal tauglich.

Autofokus, Lichtwert, Konverter, manuelles Vorfokusieren

(c) www.slowfoto.de

FAQs zur Fokuskontrolle

Frage: Wie kann ich einfach und schnell den Autofokus auf Präzision kontrollieren?

Zum vergrößerten Betrachten anklicken: EF 1.8 85 auf dem Prüfstand, die extrem schnelle Festbrennweite, die ein Sportfotograf auch für Tischtennis Turniere einsetzt!

slowfoto: Zunächst verweise ich auf den ausführlichen Bericht von Dr. Lutz Riefenstahl  zum SpyderLenscale – hier auf slowfoto

www.slowfoto.wordpress.com/2011/06/26/autofokus-feinabstimmung-mit-spyderlenscal/

Ganz einfach und relativ schnell geht es mit einem Trick, einem Tischstativ (CULLMANN Nanomax 200T) plus Wasserwaage und Einstellschlitten, einem Notebook, der TF-Fokusdetektor Karte, einer dSLR möglichst mit live-view, mit den zu kontrollierenden Objektiven sowie Lust und Zeit. Gemessen wird mit dem zentralen AF Feld, allem voran steht also der Dioptrienausgleich mit dem Einstellrädchen am Sucher bei Fehlsichtigkeiten!

1) Die PDF-Datei für den Fokus Detektor von der Traumflieger-Homepage herunterladen und auf dem Notebook öffnen, dazu das Notebook Display wie gewohnt etwas nach hinten neigen.

2) Auf dem gleichen Tisch das tabletop fähige Stativ mit der Wasserwaage ausrichten, die dSLR montieren und in objektivabhängige Nahdistanz zum Notebookdisplay bringen. Objektiv manuell zunächst grob auf kurze Entfernung einstellen und durch den Sucher präzise und scharf auf den mittleren Vogel des Fokus Detektor ausrichten und diese Position abschließend mit dem Einstellschlitten fixieren.

3) Zur Kontrolle das Objektiv auf AF stellen und per AF-ON den Autofokus aktivieren und kontrollieren, ob die zuvor manuell getroffenen mit den per Autofokus ermittelden Einstellungen übereinstimmen und auch das grüne Licht als zusätzliche optische Hilfe für den exakt ermittelden Fokuspunkt im Sucher erscheint.

4) Life View einschalten und den Autofukusvorgang per AF-ON Taste über den TFT Monitor auch bei 5- oder 10-facher Vergrößerung wiederholen und kontrollieren, für die Vergrößerung die Lupentaste 1x oder 2x drücken.

5) Fertig: Bei Abweichungen Aufnahmen erstellen und ggf. mit diesen als Beweis für die Fokusdiskrepanzen reklamieren oder Objektiv (auch mit dem Gehäuse) zum Kundendienst einschicken. Ich hatte bisher auf diese Weise nur Festbrennweiten geprüft und wohl auch deshalb keine für mich erkennbaren Fokusabweichungen. Mit dem Erfolg, dass die präzise Einstellung through the lens (Dioptrienrädchen vorher kontrollieren, s.o.) sowie die manuelle Fokusierung mit Live View und 5- bzw.10-facher Vergrößerung übereinstimmen und die Autofokusierung ebenfalls, sofern dieser genügend Helligkeitskontraste am Objekt findet, ohne die er nicht zuverlässig funktionieren kann.

6) Vor der Einsendung des Objektivs bzw. der Objektiv-Kamera Kombination möchte ich hier noch auf die Möglichkeit der Autofokuskorrektur hinweisen, die mittlerweile viele Canon Kameras über die Individualisierungsmöglichkeiten bieten (->AF Feinabstimmung pro Objektiv).

Viel Spaß beim Fuzzeln.

http://www.traumflieger.de/desktop/fokusdetektor/fokusdetektor.php

http://www.cullmann.de/detail/id/flexx-touring-set.html

http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Dphoto&field-keywords=einstellschlitten

(c) www.slowfoto.de

Autofokus-Feinabstimmung mit SpyderLenscal

Dieser Bericht wurde slowfoto von Dr. Lutz RIEFENSTAHL zur Verfügung gestellt: Ich bedanke mich sowohl für das Thema und die mühevolle Ausarbeitung, die doch die Frage nach der Genauigkeit der vielen elektronischen Hilfen aufwirft, ein kritischer Bericht über die >Belichtungsmessung und kein Ende< folgt demnächst.

In Testberichten (www.traumflieger.de) über die Autofokusleistungen im Nachführ-Modus wird durchaus von bis zu 50% unscharfen Aufnahmen berichtet, was m.E. einen immer noch guten Wert darstellt, wenn sich Kamera und Objekt in Bewegung befinden. Als Slowfotograf hingegen nutze ich i.d.R. die AF Taste konsequent nur mit dem mittleren Kreuzsensor und der AI-Einstellung auf ein kontrastreiches Ziel, mit gedrückter AF Taste führe ich auch nach. Oft kommt der Daumen (auf der AF Taste) kurz vor der Auslösung nachmals zur Nachkorrektur zum Einsatz. Das alles geht eingeübt so schnell, dass die Begrenzung in der Fokuseinstellung des Objektivs liegt, bei längeren Brennweiten oder langsameren älteren Gläsern sollte man sinnvollerweise vorfokusieren, um überhaupt etwas scharf zu sehen und das durchaus auch manuell! Jedenfalls hat mich LR´s Bericht wieder einmal davon überzeugt, dass nicht alles so funktioniert, wei es im Prospekt beschrieben ist und die Einführung der Feinkalibrierung in das Kameramenue spricht doch Bände… Ich bitte um eine rege Diskussion!

Autofokus-Feinabstimmung mit Hilfe des SpyderLenscal

Immer wieder kommt es in einschlägigen internetbasierten Fotografieforen und –mailinglisten unter den Teilnehmern zu Diskussionen über bestehende bzw. fragliche Front-/Backfokusprobleme (s. z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Frontfokus) bei Kamera-Objektiv-Kombinationen. Zur Ermittlung, ob ein Autofokus exakt „sitzt“ oder aber der Fokus etwas vor (Frontfokus) oder hinter (Backfokus) der
gewünschten Ebene liegt, gibt es verschiedene Versuchsaufbauten mit verschiedenen Hilfsmitteln. Vor einigen Monaten hat die bisher im Zusammenhang mit Farbmanagement bekannte Firma Datacolor (www.datacolor.eu) zu diesem Problemkreis ein Hilfsmittel, das „SpyderLenscal“, auf den Markt gebracht. Mit diesem Hilfsmittel habe ich die Lage des Autofokus meiner vier digitalen Spiegelreflexkameras (dSLR) und meiner „alten“ analogen Spiegelreflexkamera überprüft. Bei zwei der Kameras konnte ich deren eingebaute Möglichkeiten zur Autofokus-Feinabstimmung und Kalibrierung nutzen, um die ermittelten nötigen Korrekturen objektivbezogen abzuspeichern.

Getestet habe ich mit den folgenden Canon EOS Kameras:

5D Mark II, 7D, 550D, 30D sowie der analogen 3.

Als Optiken kamen ein Fremdzoomobjektiv (Sigma) und mehrere Canon Optiken (Festbrennweiten, Zoomobjektive, L- und „normale“ Ausführungen) in EF und EF-S Ausführungen zum Test.

Links zum SpyderLenscal:

http://www.datacolor.eu/de/products/photo-color-tools/spyderlenscal/index.html

Video des Herstellers/Distributors zur Anwendung:

http://www.datacolor.eu/?id=398

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Das „Lenscal“ ist ein sinnvolles Hilfsmittel zur o.a. Kalibrierung. Die Anschaffung muss aber durchaus bei einem Preis von knapp EUR 50,00 überdacht werden. Alternative Versuchsaufbauten mit z.B. einer aufgeschlagenen Zeitungsseite und markierten Visierpunkten, im ca. 45-Grad-Winkel fotografiert, können preiswerter realisiert werden, sind aber sicherlich nicht unbedingt reproduzierbar (wenn das aus welchem Grund auch immer gewünscht wird).

In einem Webinar (http://de.wikipedia.org/wiki/Webinar) von NIK-Software (http://www.niksoftware.com) in Zusammenarbeit mit Datacolor hatte ich vor gut einem Monat die Information
bekommen, dass der optimale Objekt-Sensor-Abstand bei der Kalibrierung mit Lenscal und Canon-Optiken der 50-fache Wert der genutzten Brennweite sein sollte. Das stellte sich allerdings bei meinen „Übungen“ sehr schnell als unvorteilhaft heraus. So ein Abstand ist viel zu groß, um mit dem Lenscal verlässlich die Messskala bei Offenblenden von >1,4 zur Auswertung ablesen zu können.

Hier nun meine Einstellhilfen, wenn jemand das Ganze selbst nachvollziehen möchte:

1. Belichtung auf entweder Av (Zeitautomatik) mit max. Offenblende und ISO
100, oder im manuellen Modus mit Offenblende bei ISO 100 und entsprechend
passender Verschlusszeit; RAW-Format.

2. OneShot für den Autofokusmodus, Fixierung auf den mittleren Fokussensors
zum Fokussieren.

3. Selbstauslöser mit 2 Sek. Vorlaufzeit und Kamera auf Stativ (ohne
ausgezogene Mittelsäule)

4. Als Objekt-Sensor-Abstand habe ich einen Abstand gewählt, der immer einen
gewissen Fokusweg bis zur ausgewiesenen Naheinstellgrenze ermöglichte.

Zum Beispiel: Für das EF 24-105mm f/4 L IS USM beträgt die Naheinstellgrenze 0,45 m. Mein gewählter Abstand betrug dann dabei (willkürlich festgelegt) 1,5m bei maximal möglich eingestellter Brennweite (=105mm, um für die Kalibrierung die gegenüber dem Weitwinkelbereich eingeschränktere Schärfentiefe/Tiefenschärfe besser nutzen zu können).

5. Bei Zoomobjektiven immer die maximal mögliche Brennweite eingestellt (Grund dafür s. unter 4.).

6. Lenscal auf Stativ montiert.

7. Lenscal und Kamera mit Wasserwage nivelliert

8. Nach Augenmaß versucht, den „Zentralstrahl“ des Objektivs senkrecht auf die Fokussierhilfe des Lenscals (s. anliegendes Bild „Fokussierhilfe“) auftreffen zu lassen.

9. Vor Verschlussauslösung habe ich dann den Fokus manuell in Richtung größerer Entfernung frei verstellt und den Autofokus zweimal betätigt (den Autofokus habe ich i.d.R. separat auf die „*-Taste“
gelegt und damit gelöst vom Auslöser).

10. Verschlussauslösung (Selbstauslöser s.o.).

11. Bild in Lightroom eingelesen, verschlagwortet, zur Bearbeitung nach Adobes Photoshop (Version CS5 extendet) kopiert und dort mit zunehmender Vergrößerung die Lage des Fokus in Bezug zum „Nullwert“ bewertet

12. ggfl. Korrektur des Front- oder Backfokus über Individualfaktor CFn III 5 und Wiederholung ab „9.“ bis ich subjektiv die Lage des Fokus für „ok“ befunden habe.

Anbei ein Beispiel einer Kalibrierung an der EOS 7D mit dem Canon EF 50mm f/2.5 Compact Macro. Anfangs alg, wie zu sehen, ein Frontfokus vor.

Abschließend bleibt festzuhalten:

Bei keiner meiner digitalen Spiegelreflexkamera-Optikenkombinationen hat der Autofokus ohne Kalibrierung perfekt gesessen. Es war auch so, dass z.B. der Frontfokus an der 7D des 50er Makroobjektivs an der 5D MKII kein Frontfokus war.

Wären bei allen Optiken die gleichen Fokusprobleme an unterschiedlichen Kameras gewesen, hätte ich u.U. schlussfolgern können, dass der Fehler wohl bei den Optiken zu suchen sei. Da das aber eben nicht überall qualitativ gleich war, muss die Ursache des Fokusfehlers entweder bei der Justage Sensor zu Objektivbajonett und/oder in Kombination mit einem Justagefehler des Objektivs vermutet werden. Oder es liegt noch ein genereller Systemfehler im Testaufbau vor.

Meine alte, zur Infrarotkamera umgebaute EOS 30D habe ich auch mit drei regelmäßig genutzten Optiken getestet. Auch hier stimmte kein Fokus perfekt, aber ich merke mir die jeweilige Fehllage für den Fall, dass ich ggfl. einmal die hyperfokale Distanz bewusst nutzen muss.

Außerdem habe ich auch meine analoge EOS 3 hervorgesucht und einen Film belichtet (was ich schon seit Längerem ´mal wieder tun wollte). Ein paar Bilder habe ich auch mit dem Lenscal geschossen, um ´mal zu sehen, wie denn dabei die Toleranzen einzuordnen sind. Groß war mein Erstaunen, als ich nach 5 Arbeitstagen dann die Bilder in den Händen hielt: Der Autofokus saß bei allen Aufnahmen genau dort, wo er hingehörte (s. Beispielsbild von der EOS 3 mit EF 50mm f/2.5 Compact Macro, wiederum bei Offenblende; Filmmaterial war Fujicolor C200; Scan vom Bilderabzug 10 cm X 15 cm).

Die Testserie müsste noch etwas erweitert werden. Zum einen, indem bei den Zoomobjektiven überprüft wird, ob es auch „Verwerfungen“ bei fixem Objekt-Sensorabstand und variabler Brennweite gibt. Und zum anderen, ob sich eine Kalibrierung als stabil erweist, oder ggfl. nach einem gewissen Zeitraum wiederholt werden muss. Und dann könnte zudem überprüft werden, ob die Fokussierung allein über den mittleren Autofokussensor am genauesten und reproduzierbarsten erfolgt, oder andere Kombinationen genauere Ergebnisse bringen.

Die Lösung von Fokusproblemen, die ich persönlich übrigens aus den analogen Zeiten überhaupt nicht kannte (was nicht heißt, dass es sie „damals“ nicht auch schon gab), kann m.E. nur über solche Kalibrierungen erfolgen. Diese könnten u.U. noch durch Elektronikunterstützung verifizier-, ggfl. reproduzierbar und nachhaltiger werden.

Eine kritische Anmerkung habe ich noch zur generellen Wahl des mittleren (Kreuzsensors) für den Autofokus (auch in Kombination mit der Verlegung des Autofokus weg von der Auslösertaste auf die AF-Taste oder auch *-Taste): Je näher der Objekt-Sensor-Abstand sich der Naheinstellgrenze nähert und je größer die Brennweite und die Arbeitsblende eines Objektivs werden, umso geringer wird
die Schärfentiefe bzw. Tiefenschärfe.

Ein Beispiel dazu mit der beliebten „Portraitlinse“ EF 85 f/1.8: Die Naheinstellgrenze beträgt 85cm (lässt sich gut merken). Bei einem per Autofokus mit mittlerem Kreuzsensor auf *-Tastendruck eingestelltem Fokus von z.B. 2m (Auge des Modells) beträgt die sog. „DoF“ (Depth of Field; Schärentiefe bzw. Tiefenschärfe) am Vollformatsensor einer EOS 5D (MkII) ganze 6cm. Wenn jetzt der Fokus perfekt eingetrimmt ist bzw. per se stimmt, wird also alles für unser Auge als scharf wahrnehmbar sein, was sich im Abstand von 3cm vor und hinter dem anfokussiertem Auge befindet. Wenn der Fotograf nun zur Bildkomposition seine Kamera verschwenkt, weil er z.B. das anfokussierte Auge aus dem (oft) langweiligen Bildzentrum irgendwo zum Randbereich  des gewünschten Bildes verlagert, kann das Auge sehr leicht aus dem Zentrum des Fokus an den ehemals vorderen oder auch hinteren Bereich des „DoF“ wandern oder gar schlechtestenfalls ganz aus dem Fokus. Daran ist dann kein sogenannter Front- oder Backfokus bzw. eine mangelhafte (Fein)justierung des Fokus schuld. Das ist schlichtweg Physik.

Vermeiden kann man diesen physikbedingten „Fehlfokus“ nur, indem man

  • nach dem Fokussieren die Kamera nicht mehr oder nur minimal verschwenkt,
  • die Arbeitsblende kleiner wählt und damit die Schärentiefe/Tiefenschärfe vergrößert,
  • den Objekt-Sensor-Abstand vergrößert und damit die Schärentiefe/Tiefenschärfe vergrößert,
  • nicht automatisch, sondern nach Bildkomposition manuell fokussiert, also über die Mattscheibe, was früher bei den Schnittbildindikatoren m.E. leichter war und
  • den Fokussensor nach Bildkomposition so auswählt, dass er auf dem Teil des Bildes zu liegen kommt, der in der Mitte des „DoF“ platziert sein soll und dann automatisch fokussiert.

(c) Dr. Lutz Riefenstahl für www.slowfoto.de

CANON Powershot D10 – Einstellungen

Tipps zur Einstellung der CANON Powershot D10

Meine präferierten Einstellungen für die Powershot D10

Als Einstellungen für dokumentarische (Nah-)Aufnahmen verwende ich – hier alphabetisch:

• AF Feld Größe normal
• AF Feld Lupe ausgestellt
• AF Hilfslicht angestellt
• AF Rahmen in der Mitte
• AF Servo ausgestellt
• Bildgröße volle 12 MPI (je nach Bedarf) in feiner Kompression
• Bildstil Dia oder Natürlich
• Blitz zur alleinigen Lichtquelle
• Datum- und Uhrzeiteinblendung auf dem Bild (s.a. EXIF-Datei)
• Digitalzoom ausgestellt
• Einzelbild
• LCD-Helligkeit 2 von 5 Stufen
• Mehrfeldmessung für die Belichtung
• Stummschaltung an
• Tulpensymbol für Nahaufnahmen
• Weißabgleich [auto]

Die ISO-Automatik ist feinfühlig und ermöglicht z.B. bei wenig Licht auch Aufnahmen aus der Hand (niedrigste Stufe ISO 80 ohne Autoblitz).

Die Image-Stabilisierung ist nahezu unsichtbar auf dem TFT aber vorhanden, je nach Übung sind Aufnahmen auch im Telebereich mit 1/15 sec und weniger möglich, aus der freien Hand!

Allgemeine fotografische Aufnahmen oder Videoclips lassen sich mit der D10, im Gegensatz zu meinen sonstigen Gepflogenheiten, sehr gut in den [A]utomatikprogrammen erstellen, es muss ja nicht immer das
[M]eisterprogramm sein.

wird für andere EOS fortgesetzt…

© www. s l o w f o t o .de

Einfach bessere Fotos – Teil 3

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras

Allgemeine fotografische Grundlagen

Vorab Scharfstellen

Kompakte digitale Kameras nerven besonders im Telemodus mit recht langsamem und oft unpräzisem Autofokus, lange Einschaltzeit und langsamer AF ärgern aber den Nutzer älterer dSLR genauso. Grundsätzliche Abhilfe, auch bei schnellen dSLR, erbringt

  • die Verwendung der Kamera im Stand-by, ein halb gedrückter Auslöser versetzt sie in Bereitschaft,
  • ebenso kann die Sternchentaste, die für die (Blitz-) Belichtungsspeicherung vorgesehen ist,
  • oder deren individuelle Belegung als AF-Speichertaste oder die
  • mittlerweile oft vorhandene AF-Speichertaste Voreinstellungen verkürzen,

so dass mehr Zeit für die eigentliche Bildkomposition bleibt. Man kann zwar fast alles im Nachhinein mit der weiteren Bildbearbeitung am PC lösen, aber eben auch vieles zuvor, wie es bei der Diafotografie ein Must ist.

Korrekte Beleuchtung

Profis haben Assistenten für das gesamte Equipment und tragbare Licht reflektierende Wände oder ein bestausgeleuchtetes Studio, schlichte und fotografierende Fußgänger müssen ohne diese Hilfsmittel auskommen. Die allgemeine Beleuchtung beschränkt sich auf das vorhandene Tageslicht mit all seinen Licht- und Schattenseiten

  • in der Frühe oder am späteren Tag modelliert Seitenlicht die Plastizität der Umgebung,
  • in der Mittagszeit führen hohe Sonnenstände zu starken Schatten und überfordern damit die Fähigkeit des Sensors, Kontraste vollständig abzubilden,
  • am späten Abend nach Sonnenuntergang und ohne künstliche Lichtquellen wird Fotografieren ohne Stativ oft zum Glücksspiel.

Ganz auf den Blitz zu verzichten ist nicht immer sinnvoll, weil Blitzlicht zur Aufhellung dunklerer Partien oft Bild belebend und damit positiv wirkt, wenn das verfügbare Licht (availible light = AL) die Hauptlichtquelle bleibt. Hier helfen einige Versuche und Kontrollen, um die richtige Mischung zu erzielen, etwa 1 bis 2 Blenden soll das aufhellende Blitzlicht in der Intensität reduziert sein. Ebenso kann der Blitz zum Einfrieren einer ansonsten verwackelten langen Aufnahmenzeit verwendet werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, daß Tageszeiten zu beachten, Mittagszeiten zum Fotografieren hingegen eher zu meiden sind, ungewöhnlich dargestellte Sonnenauf- und Untergänge durchaus interessant sein können und die blaue Stunde, die kurze Zeit direkt nach dem Sonnenuntergang, mit besonderen Licht viel Reiz bietet.

Fotografieren mit Programmen

Programm-Automatiken sind auch im Abschnitt korrekte Belichtung beschrieben, sie werden gerne als Kreativ-Programme bezeicnet. Kreativ ist hier die Vorwahl eines Wertes für Blende, Empfindlichkeit und Verschlusszeit je nach Anforderung durch das Motiv und die herrschende Lichtbedingungen.

25 oder mehr Motivprogramme haben den Nachteil, dass das Motiv schon wieder weit weg ist, bevor das vermeintlich richtige umständlich im Menü gewählt ist. Zudem wird die Abbildung durch weitere Parameter beeinflusst, was in Hinblick auf eine möglichst naturgetreue Bildwiedergabe abträglich ist. Ich verwende deshalb Motivprogramme nicht, an vielen dSLR sucht man diese Automatiken am Programmwahlrad vergebens. Alternativ hingegen lassen sich die individuell zu programmierende Custom Programme (C1 C2 C3) gerne für dezidierte Aufnahmesituationen nutzen.

Natürliche Farben

Es gibt mindestens zwei Arten, (akustische und) fotografische Aufnahmen wiederzugeben, eher mit natürlichen Farben (oder nahezu unverändertem Klang) oder als effektvolle Kalenderbilder (bzw. mit mehreren deutlich getrennten Tonkanälen und nachbearbeiteten Toneffekten). Für die möglichst naturgetreuen Farben sorgt das Parameter [Natürlich] im Bildstil Menü, ich verwende dabei noch die minimale Einstellung für Schärfe, +1 hingegen für Kontrast und Farbintensität und 0 für den Farbton. Diese Einstellungen sind das Ergebnis aufwändiger Testreihen mit der Canon EOD 5D und haben sich bisher mit guten Ergebnissen auf alle meine anderen Canon dSLR übertragen lassen, besonderen Wert lege ich auf gute Wiedergabe von Hautfarben auf sorgfältig kalibrierten Monitoren (Color Vision Spyder). Farben verändernde Filter vor dem Objektiv verwende ich aus diesem Grund nicht, spezifische Farbfolien vor dem Blitzgerät allerdings gerne.

Polarisierenden Filter wird eine sattere Farbwiedergabe zugeschrieben, zudem werden Reflexe vermindert bis ausgelöscht. Sattere Farben erreicht man auch durch etwas knappere Belichtung (minus ½ Blende), Lichtspiegelungen oder Reflexe hingegen stellen für mich in der Regel einen besonderen Reiz dar, auf den ich keinesfalls verzichten möchte.

wird fortgesetzt…

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