deep fusion – was bewirkt dies?

deep fusion – die Erweiterung vom Belichtungsspielraum

2000: Meine erste Digitale war die PANASONIC Videokamera NV-DX 110 EG, sie hatte 3 CCD für präzise RGB Farben und jeder Sensor war für eine Grundfarbe zuständig, Filme und Fotos wurden sicher auf Magnetband eingefangen. Das interne Zoom Objektiv bot die überragende Lichtstärke von F1.6 über den gesamten Bereich, der etwa f38 bis f450 mm Kleinbild äquivalenter Brennweite entsprach. 2008: SIGMA bot als einziger Hersteller den FOVEON X3 Sensor mit 3 Schichten für diese Grundfarben, eingebaut in seine digitalen Crop Format Fotokameras mit hauseigenem Bajonett. Ich hatte mich zunächst für die kompakten NIKON Coolpix mit dem zentralen Drehgelenk entschieden, später dann für CANON dSLR und das ist bis heute wegen meiner vielen EF Objektive so geblieben, dabei aber immer mit einem tränenden Auge auf den Belichtungsspielraum und die Farbtreue der Nikon Crop- oder Vollformate out of the box geschaut.

APPLE bietet seit dem iPhone 11 >deep fusion< kameraintern an, und soweit ich es verstanden habe, wird für die Fotoaufnahme nicht nur die ausgesuchte Objektiv-Sensor Kombination genutzt. Das 11 Pro Max hat 3 Objektive (13-26-52mm KBÄ bei F2.4-1.8-2.0), das noch aktuelle 13 Pro Max bietet ebenfalls 3 (13-26-77mm KBÄ bei F1.8-1.5-2.8), WW und Tele sind jeweils stabilisiert, das SWW vom 13er sogar auch. Da ich gerne Panoramen plus Fotos erstelle, ist mir ein Unterschied aufgefallen, >deep fusion< scheint nur bei den Einzelaufnahmen zur Anwendung zu kommen, dafür mit deutlich sichtbarem Unterschied in der Belichtung vor allem bei hartem Gegenlicht:

Panorama mit deutlich ausgeblichener Sonne

Die SLM oder dSLR von CANON bieten [HDR] oder [4Nachtaufnahme ohne Stativ] zur kamerainternen Verrechnung mehrerer Aufnahmen bei kritischen Lichtsituationen: HDR verändert m.E. Farben arg, die Nachtaufnahme reduziert etwas den Bildwinkel, aber gleichzeitig das Bildrauschen enorm, keine der beiden Apps vermag hingegen der >deep fusion< Funktion auch nur annähernd nahe zu kommen. Ein Grau- oder Polfilter reduziert zwar den Belichtungsumfang, ist für längere lichtschwächere Brennweiten aber kein Segen. APPLE bietet für Nachtaufnahmen bis zu 5sec. Belichtung aus der Hand, auch bei krassem Gegenlicht mit bisher so nicht bekannt guten Ergebnissen, wer gerne mit Lichtreflexen spielt und Linsenflecken toleriert wird hier auch ohne oder mit wenig Nacharbeit fündig: m.W. bietet das keine andere digitale Kamera.

Detail als singleshot mit deep fusion, wenige Sekunden später aufgenommen

Beide Fotos mit dem iPhone13 Pro Max unbearbeitet außer Datenreduktion

(c) slowfoto.de

TIPP: zu jeder Aufnahme, Frage oder Thematik biete ich auch 2022 ein LIVE COACHING per Videotelefonat an: für 30min 30€ und 60min 50€ – mobil 0172 7021587 oder kontakt@slowfoto.de 

Einfach bessere Fotos – Teil 1

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras

Nicéphore NIÈPCE musste 1826 noch acht Stunden seine Heliografien in der grellen Sonne belichten, bevor er ein Bild erkennen konnte, dafür benötigte Steven SASSON 1975 mit der Kodak 0,01 MPI Schwarz-Weiss-Kamera nur noch 23 Sekunden pro Aufnahme!
Heute ist eine neue Kamera schnell gekauft, und ohne weiter zu überlegen, kann man mit dem grünen [auto] Programm nach Herzenslust viele Fotos knipsen: kritische Augen vorausgesetzt, wird die Ausschussquote dabei relativ hoch.

Diese Anleitung hilft dem Begeisterten, etwas tiefer in die Bedienung der digitalen Spiegelreflexkamera einzusteigen, die interessanten Programme mit Blenden- oder Zeitvorwahl entsprechend der zu fotografierenden Objekte ganz einfach zu nutzen oder ansprechende Nahaufnahmen zu machen, in gleichbleibender Qualität und ohne große Löscharbeiten!

Wert gelegt habe ich dabei auf praxisnahe Tipps mit jeweils verständlichem Bildmaterial, ohne belastende technische Details, mit eindeutigem Bezug zur sofortigen Anwendung oder Umsetzung.

Photographie ist ein altgriechisches Wort (φως,φωτoς γραφειν) und bedeutet: mit dem Licht und der Helligkeit der Himmelskörper malen oder schreiben. Ohne Licht können wir weder sehen noch fotografieren. Die für uns sichtbaren Farben entstehen aus den absorbierten und reflektierten sichtbaren Anteilen elektromagnetischer Strahlung, unser Gehirn ordnet dieser Information den Sinneseindruck Farbe aus dem Gedächtnis zu: wenn wir wissen, dieses Stück Papier ist weiß, dann empfinden wir es auch unter einem roten Sonnenschirm als weiß (obwohl es rosa Licht reflektiert), die Kamera hingegen nicht, sie zeichnet präzise die rosa Farbe auf, die den Sensor oder Film erreicht.

So gibt es doch einige physikalische Begebenheiten, die der gute Fotograf einmal erfahren und dann regelmäßig beherzigen sollte: zu starke Kontraste können den Belichtungsspielraum des Sensors überfordern (oder auch unsere Augen während der Nachtfahrt, wenn der entgegenkommende Fahrer nicht rechtzeitig abblendet). Dann lieber gleich zwei richtig belichtete Aufnahmen planen und aufnehmen: eine im mehr Sonnen beschienenen Bereich und eine weitere in die Schattenpartien und dafür keine, bei der die Kontraste zu unterschiedlich sind und die hellen Partien ausfransen und dunkle absaufen, somit Aufnahmen, die sich auch nachher nicht retten lassen!

Es ist nicht nötig, diesen Guide Seite für Seite zu lesen, man kann einfach die aktuell interessierenden Kapitel lesen und später die anderen.

Jedenfalls wünsche ich jedem Leser gutes Licht und immer eine funktionierende Ausrüstung, der geschulte Blick ist dabei eine verlässliche Basis für gelungene Aufnahmen, die heutzutage so bequem, einfach und schnell wie noch nie zu erstellen sind!

Der erste Teil bespricht alphabetisch Themen um die Ausrüstung und Möglichkeiten mit der Kamera, mit eindeutigen Empfehlungen aus jahrzehntelanger analoger und digitaler Erfahrung.

Als zweites gibt es beispielhafte Aufnahmen aus dem digitalen Zeitalter mit Erklärungen zur jeweiligen Situation zum leichten Nacharbeiten. Wichtig ist eine Portion Geduld, denn der Erfolg wächst mit dem Können und kommt nie von alleine. Wird eine Aufnahme mal nicht so, wie man sie sich wünscht, dann kann man sie einfach löschen, am besten, wenn man genau über deren Fehler Bescheid weiß – auch ich verwende die [ENTF] – Taste regelmäßig.

Die folgenden vier schwarz-weißen Aufnahmen entstanden für € 2.- in einem alten Sofortbildautomaten in Berlin, die Aufnahmen vor dem Automaten direkt danach:

wird fortgesetzt…

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