Fotografieren ändert sich: DEEP FUSION – LIVE MODE – NIGHT MODE – SMART HDR

JUST CLICK? OH YEAH! CUBA Live

mit dem iPhone 11 Pro Max in der Inselhalle Lindau

0,5 (13mm KBÄ SWW) alle Aufnahmen aus der letzten Reihe, unbearbeitet außer FastResize 
ab hier alle 2 (52mm KBÄ TELE) Kuba in Farbenpracht
live Gesang zum Filmclip
wie vor
volle 3 Stunden Aufnahmen, Clips, Gesang, Moderation, eine Augenweide samt Ohrenschmaus für die Gäste! Und das IP11 Pro Max hat die Theatertaufe bestanden 🙂

Im November 2012 habe ich meine erste spiegellose Crop EOS M bekommen. Fasziniert war ich von der Möglichkeit, gezielt voreingestellte Programme für bestimmte Situationen wählen zu können, unter anderem [Nachtaufnahme ohne Stativ], für mich als Blitz- und Stativmuffel eine begehrte Spielwiese: In einer Sekunde werden 4 Aufnahmen in Serie erstellt, miteinander verrechnet und so ein rauscharmes Foto aufgebaut, das erst durch diese spezielle Einstellung möglich war: das illuminierte Berlin zu Fuß zeigt einige dieser eher für statische Motive geeignete Aufnahmen. Immer öfters fanden diese von Berufsfotografen eher belächelten  >Motivprogramme< Einzug in semiprofessionelle Vollformat Kameras wie die EOS 6D oder die aktuelle spiegellose EOS RP, allerdings ohne eine weiter fortgeführte Entwicklung.

Der iPhone Nutzer kennt sie von Anfang an: ohne [App] nix los! Nur ist die App aus 2012 längst nicht mehr das was sie heute bietet, selbst hauseigene wie [Kamera] hat seit dem iPhone 11 nur noch wenig mit dem Funktionsumfang z.B. des iPhone 4 gemeinsam 🙂

Warum wir mit dem intelligenten Apparat bessere Aufnahmen machen können – weshalb das finale Foto eine Zusammenfassung höchst verschiedener Aufnahmen aus unterschiedlichen Brennweiten ist – und ein iPhone Foto plötzlich auch 24 MPI aufweisen kann!

DEEP FUSION

DEEP FUSION liegt aktuell noch in einer beta Version vor, vermutlich wird es nie eine finale Version geben, es nutzt vor allem bei low-light oder Innenaufnahmen. Der Prozess ist smarter als smart, 4 Standard Aufnahmen folgen 4 mit kurzer Zeit und einer länger belichteten zum Zeitpunkt der Auslösung. Die beste der kurz belichteten, die näheste zum Auslösezeitpunkt und die schärfste Aufnahme werden weiterverarbeitet und pixelgenau analysiert, um die ideale Kombination im Detail, Farbton, Textur und geringem Rauschen zu erzielen. Gesichter und Haut wird ebenso erkannt wie Bäume und Himmel, Gewebe und Strukturen. Das Resultat ist ein tief wirkendes Foto mit Akkuratesse in den Details, Farben und der Schärfe. Wie auch im Porträt Modus will DEEP FUSION ein Foto >bauen<, wie es sonst nur mit großem Sensor und bestem Glas davor möglich ist, nunmehr aber mit geballter Rechenpower schon vor oder bei der Aufnahme. 

LIVE MODE

LIVE MODE hat nichts mehr mit den bekannten 3 Aufnahmen hintereinander zu tun. Es werden verschiedene Brennweiten verwendet, um schließlich zu einem Foto zu kommen, den Werdegang einer solchen Prozedur kann man erahnen, wenn man die auf den Mac heruntergeladenen Aufnahmen in [Fotos] aufruft und das LIVE Symbol anklickt.

NIGHT MODE

NIGHT MODE beginnt unter 10 Lux auf dem SWW, um möglichst viel an Fix-Fokus Pixel mit dem aufgefangenen Licht verwenden zu können. Weiter werden Aufnahmen vor der Auslösung verwendet, bewegte mit kurzer und ruhige mit längerer Belichtung bis 30sec! Somit werden Verzerrungen vermieden und Details herausgebildet. Zudem erkennt dieser Modus wie die anderen auch unterschiedliche Motive. Bisher waren Aufnahmen im Dunklen mit Glatteisfahrten zu vergleichen, man wußte nie so genau wann das das Foto nur zum ENTF taugt. Das IP11 Pro Max hingegen zeigt augenfällig live, welche Aufnahmesituationen wie umgesetzt werden, eine der großartigen Erweiterungen hinsichtlich Einsatzspektrum, sie oben die Aufnahmen im Großen Saal der Lindauer Inselhalle: Dayami Grasso Toledano & Lutz Jäkel – CUBA wie es ist. Ganz privat.

Smart HDR

Smart HDR ist mit Effekten ähnlich denen aus dem Porträt-Modus vergesellschaftet, aber für alle Aufnahmen mit dem SWW, knackig helle mit dem WW oder hoch brisante mit dem Tele zur Mittagszeit mit enormer Dynamik und ebensolchen Kontrasten, es sorgt für Details trotz knallenden Highlights oder tiefen Schatten. In der vorliegenden 2. Generation ist Smart HDR lernfähig für Personenerkennung und achtet auf Lichter, Schatten und beste Hautfarben.

Fazit BISHER

Anhand von 3 Bildbeispielen zur morgendlichen Dämmerung zeigen die leicht zu erkennenden Unterschiede der [Auto] Aufnahmen mit 3 verschiedenen Kameras (Vollformat Canon EOS RP – IP7+ – IP11 Pro Max), je weniger Licht und je höher die Kontraste, desto mehr verlangt die spiegellose Vollformat Kamera (wie ihre Schwestern mit Klappspiegel auch) nach manuellen Eingriffen vor der Aufnahme, Belichtung und Fokus betreffend, das Ergebnis bleibt ohne Live View unsichtbar, der große Kontroll-Bildschirm der iPhone hingegen zeigt Veränderungen sehr präzise, AE und AF Lock sind per Fingertipp zu platzieren. Wenn auch die Vollformat Bilddatei ganz sicher noch mehr >Futter< für die manuelle Nachentwicklung bietet, so kann beim IP11 weitestgehend darauf verzichtet werden, allerdings bietet das bordeigene >Bearbeiten< schon mit [auto] respektable Verbesserungen, wenn sie denn gewünscht sind, hier habe ich wegen der Nachvollziehbarkeit die automatische NIK Snapseed Korrektur angewendet. Wer also ganz im Sinne meiner >slowfoto – einfach bessere Bilder< Philosophie fotografieren will, sollte für die vielen bisher eher kritischen weil lichtarmen Situationen jetzt durchaus ein Handy als Werkzeug in Betracht ziehen:

EOS RP 28mm [auto]
RP mit NIK Snapseed [auto] korrigiert
IP7+ [auto]
IP7+ mit NIK Snapseed [auto] korrigiert
IP11 [auto]
IP11 mit NIK Snapseed [auto] korrigiert
+ Mit den intelligenten DEEP FUSION – HDR – PORTRAIT und LIVE/NIGHT MODE werden die besten Bereiche unterschiedlich belichteter Aufnahmen zu einem einzigen Foto zusammengefasst. Damit landet für mich das IP 11 Pro Max ganz weit vorn auf meiner Prioritäten Skala in der Nutzung von Brennweiten ab 13 bis 52mm KBÄ.

– Echte optische Tele Aufnahmen oberhalb 52mm KBÄ sind m.E. (noch) nicht möglich, weitere Versuche bezüglich nachträglicher Bildverbesserung digital gezoomter Ausschnitte stehen noch bevor, mehr dazu später.

– dSLR, SLM: mit herkömmlicher [HDR] werden 3/5/7 Aufnahmen in Reihe mit unterschiedlichen Belichtungen zu einem Foto mit größerem Belichtungsspielraum zusammen gerechnet.

– dSLR, SLM: mit [Nachtaufnahme ohne Stativ] werden 4 Aufnahmen ibs. zur Minderung des ISO Wertes resp. zur Reduktion des Bildrauschens zusammengerechnet.

Klick Klack

1966 zum Schüleraustausch galt der Spruch: C`qui fait clique-claque, c`est KODAK. 2019 meint APPLE just click! Ohne Eingriff durch den Nutzer beginnt die Kamera die beste Aufnahme- resp. Entwicklungsmethodik an Hand vorausgehender Probeaufnahmen zu ermitteln. Ein direkter Vergleich mit identischen [auto] Aufnahmen mit der EOS RP und dem IP 7+ zeigen zum Teil gravierende Unterschiede, vor allem in low light Situationen. Ich vermute mal, das die Kamera auch bei single shots Zugriffe auf videografische Quellen hat. Wer gerne den Hintergrund nachträglich bearbeiten möchte, ist im Porträt Modus gut aufgehoben. Wer gerne videografiert, dem reicht eine gutes Handstativ, die kamerainterne Stabilisierung ist fenomenal, schon der intern aufgenommene Stereoton bleibt ein Erlebnis ggü. monauralem Klngklang.

lohnt ein upgrade

Mit dem IP 4 habe ich begonnen, auch im zu harten Vergleich zur vollformatigen EOS 5D, das 4er dient mir heute als Uhr auf dem Schreibtisch. Beim IP6+ begeisterte mich der große Kontrollbildschirm, beim IP7+ die 12MPI und das recht ordentliche sogenannte Tele. Das IP11 Pro Max ist eine andere Welt. Wer nur gerne und mit gutem Licht knipst, ist mit den 8/12MPI Vormodellen schon gut versorgt. Wer Ansprüche auch im 260g leichten und mit einem großen und wertigem Kontrollbildschirm verwirklichen will, findet m.E. eine gelungene Alternative bis hin zu (semi) professionellem Gerät, die Fotografie betreffend, ich habe für mich beschlossen, bald auch den Video Sektor zu würdigen 🙂 Apple sei Dank!

Die Lösung für die Insel für jeden Tag und immer dabei wiegt 260g.

6x iPhone 11 Pro Max   –   je 1x iPhone 7+  und  EOS RP  –  ohne Filter resp. mit NIK Snapseed  –  FastResize

(c) slowfoto.de