Belichtungsmessung aktuell – Licht und Messung Teil 1

Belichtungsmessung am Beispiel der Canon EOS 5D Mark II

EOS 5D II EF 28-135 IS f53mm ISO 100 F32 1/1350sec -1/2LW Integral Distanz 95m Snapshot DxO  D Treysa Bahnhof 17:21 – weitere 52 Bildbeispiele für ausgeglichene und bewußt stark oder knapp belichtete Aufnahmen finden sich in der Kategorie >slowfotos der Woche<:

https://slowfoto.wordpress.com/category/s-l-o-w-f-o-t-o-der-woche/

Meine erste Kleinbildkamera aus 1960 hatte am 50mm Objektiv einen Ring, um die Entfernung von 50cm bis unendlich einzustellen, einen zweiten für den Blendewert 2.8 bis 16 und ein Drehrädchen am Gehäuse für die Belichtungszeiten von 1/500 Sekunde bis zur Langzeitbelichtung B, die den Verschluss solange aufhielt wie auf den Auslöser gedrückt wurde. Belichtung und Entfernung wurden mit einem zusätzlichen Belichtungs-bzw. Schnittbildentfernungsmesser bestimmt oder in der Regel meist geschätzt (´ne Hundertstel bei Blende 8, wenn die Sonne lacht…) und der damals verwendete Schwarzweißfilm verzieh vieles, den Rest ergänzte die Dunkelkammer mit der korrigierenden Ausbelichtung des Fotopapiers und einer speziellen Entwicklung, auch unter direkter Sicht im rotem Licht der Dunkelkammerlampe.

Heute bietet die digitale Spiegelreflex (dSLR) die Qual der Wahl zwischen vier Lichtmesscharakteristiken, hier am Beispiel der Canon EOS 5D MKII:

  • Mehrfeldmessung
  • mittenbetonte Integralmessung
  • selektive Messung
  • Spotmessung

Bei der Mehrfeldmessung wird der gesamte Bildausschnitt des sichtbaren Bildes ausgemessen und bewertet: Damit steht für nicht übermäßig kontrastreiche Lichtsituationen ein Ergebnis der Lichtmessung zur Verfügung, das einen Mittelwert aus allen absorbierenden und reflektierenden Lichtwerten der im Sucher angezeigten Aufnahme bildet.

Die mittenbetonte Integralmessung legt den Messschwerpunkt in einen größeren zentralen Bereich und bewertet den Rest des Bildfeldes integral.

Die Selektivmessung eignet sich vor allem, wenn das wichtige Motiv deutlich heller oder dunkler ist als die Umgebung oder der Hintergrund, es werden nur rund 8% des zentralen Sucherbildes für die Messung bewertet.

Die Spotmessung geht noch einen Schritt weiter und beschränkt die Messung auf rund 4% des zentralen Sucherfeldes.

Der allgemeine Landschafts- und Objektfotograf stellt sich nach meiner Erfahrung mit der Mehrfeld- oder mittenbetonten Integralmessung am besten, allerdings ist das wesentliche Bildobjekt nicht immer in der langweiligen Bildmitte, weshalb ich entweder die Mehrfeldmessung oder die mittenbetonte Integralmessung mit Messwertspeicherung nutze. Je nach Motiv gibt es erkennbare bis keine Unterschiede in der Messung.

Je kleiner der Messbereich gewählt ist, desto stärker kann der Messwert variieren. Werden kleinere Bildwinkel (Telebrennweiten) und bewegte Objekte auch in Bildserien aufgenommen, sind selektive oder Spotmessungen im Vorteil, weil diese bildwichtige Motivanteile besser berücksichtigen. Solche Voreinstellungen lassen sich sinnvollerweise in den Customprogrammen vorabspeichern.

Will ich ein spezielles Objekt richtig ausbelichtet haben, verwende ich einen kleinen Trick: Entweder zoome ich diesen Bereich für die Lichtmessung nahe heran und speichere diesen Belichtungswert (gedrückte Sternchentaste oder halbgedrückter Auslöser) oder ich gehe näher ans Objekt und dort in gleicher Weise vor, das ist die sog. Objektmessung auf das Motiv oder auch in Richtung zur Kamera.

Dies kann am Ort der Begierde auch professionell mit einem Handbelichtungsmesser wie dem Klassiker Lunasix des Nürnberger Herstellers Gossen aus den siebziger Jahren erfolgen, die heutigen Modelle sind (ein Vergleich von Digipro F und Digiflash folgen):

  • Starlite 2 als Spitzenmodell (um € 570.-) misst alles an Blitz-, Dauer – und Umgebungslicht bis zu einer Stunde in der Astrofotografie,
  • Digipro F (um € 280.-) misst wie vor als handliches Gerät mit vielfacher Anzeige, nur nicht ganz so lange,
  • Digiflash (um € 190.-), kaum größer und schwerer als eine Streichholzschachtel, überzeugt durch Handlichkeit, misst Blitz- und Dauerlicht und zeigt noch viel mehr an,
  • Digisix (um € 155.-) misst Dauerlicht wie vormals der Lunasix 3.

Wesentlich ist die richtige Belichtung, die keine bildwichtigen Details verliert, zu hell überstrahlte und damit ausgefressene Bereiche ohne Zeichnung gehören ebenso dazu wie zu dunkle, abgesoffene und somit undurchdringliche Schattenpartien: Der amerikanische Landschaftsfotograf Ansel ADAMS lehnt sich mit seinem neunstufigen >Zonen-System< stark an den für Menschen ohne Adaptation erfassbaren Lichtkontrastumfang an.

Was wird denn letztlich genau gemessen? Für unser Auge sichtbares Licht besteht aus absorbierten und reflektierten Anteilen des Sonnenlichtes, nachdem es auf Flächen aufgetroffen ist. Der Kontrastumfang in der Natur wird in zwanzig sogenannten Lichtwerten (LW, international E für Exposure Value) gemessen. Das menschliche Auge kann ohne weitere Adaptation und gleichzeitig einen Kontrastumfang von etwa zehn Lichtwerten bewältigen, der aktuelle digitale Kamerasensor ist hierbei wie der Diafilm unterlegen, der Farbnegativfilm kann dies etwas besser. Für gut durchgezeichnete Aufnahmen ist also eine präzise und auf die bildwichtigen Partien abgestimmte Belichtungsmessung unbedingt nötig.

Der gemessene Lichtwert gibt einen Hinweis auf die vorhandene Helligkeit in Abhängigkeit zur Bezugsgröße Empfindlichkeit. Deren Wert wird in ISO ausgedrückt, wobei ISO 200 doppelt so empfindlich ist wie ISO 100. Moderne dSLR arbeiten mit ISO 50 bis etwa ISO 6.400, wobei die höheren Empfindlichkeiten nicht durch Adaptation wie beim menschlichen Auge, sondern durch schlichte elektrische Verstärkung erreicht werden: Nachteil hierbei ist ein sichtbar zunehmendes Bildrauschen, das bei kompakten Digitalen mit kleinem Sensor schon ab etwa ISO 400 die Aufnahmen verunziert. Der größere Sensor der dSLR ist hier im Vorteil, weil lichtarme Situationen durchaus und zufriedenstellend auch mit ISO 3200 aufgenommen werden können.

Der LW 1 entspricht dabei einer Lichtmenge für eine korrekte Aufnahme mit dem Blendenwert 1 und einer Sekunde Belichtungszeit, in folgendem Beispiel gewählt in Bezug auf ISO 100:

  • LW 6 bei ISO 100 ( 1/8 sec bei Blende 2.8) entspricht LW 7 bei ISO 200 (1/15 sec bei Blende 2.8 oder 1/8 sec bei Blende 4),
  • die gleiche Belichtung wird durch Halbierung oder Verdopplung der Verschlusszeit in Verbindung mit Öffnen oder Schließen der Blende um jeweils eine Stufe erreicht.

Einstellungen

Welchen Einfluss hat die Messung vorhandenen Lichtes auf die Aufnahmetechnik mit einer modernen digitalen Spiegelreflex wie der EOS 5D MKII? Wie gehe ich möglichst komfortabel und zeitsparend vor? Dazu einige Einstellungen, die nur als persönliche Anhaltspunkte zu bewerten sind und keinesfalls Allgemeingültigkeit haben, jeder Fotograf muss seine Parameter für die Aufnahmesituationen verstehen oder im Zweifelsfall auf die angebotenen Automatiken zurückgreifen und damit auf wertvolle Einflussmöglichkeiten verzichten.

1.  Vor jeder Aufnahmesituation muss der zweckmäßige Brennweitenbereich gewählt werden, ich verwende regelmäßig ein 2.8 16-35mm oder mit Anfangsblende 4 als IS-Zoom 24-105mm, 28-135mm oder 70-200mm Zoom. Dieser Blendenwert 4 ist weder berauschend noch mit denen von lichtstarken Festbrennweiten zu vergleichen, dafür sind diese Zoome noch im mittleren Preissegment.
2.  Als nächster Schritt erfolgt die erste Probebelichtungsmessung, um die sinnvolle Empfindlichkeitseinstellung abzuschätzen. Auf Grund der rauscharmen Vollformat-Sensoren kann ich im Regelfall auf Werte unter ISO 200 verzichten und bedenkenlos bis ISO 800 nutzen. Bietet die Kamera (wie hier die 5DMKII) auch eine ISO Automatik, kann diese mit kontrollierter Anzeige im Sucher gewinnbringend genutzt werden, um noch schneller und ohne Umstellung am Kamerabody die Aufnahme auf die Speicherkarte zu bringen. Diese Kamera wählt bei gutem Tageslicht ISO 100 und in kleinen Schritten eine höhere Empfindlichkeit bis hin zu ISO 3200, wenn die blaue Stunde in die Nacht übergeht.
3.  Viele Aufnahmen erfolgen in den Programmen [Tv = Time Value) mit einer voreingestellten Belichtungszeit von 1/250 sec und kürzer, um auch bei bewegten Objekten etwas Sicherheit zu haben oder Bildwichtiges vor dem Hintergrund besser freizustellen. Längere vorgewählte Belichtungszeiten von 1/60 sec und darunter lassen Bewegungsunschärfen zu, wenn man z.B. einen Gitarristen oder Schlagzeuger >in action< darstellen will.
4.  Für Fotografie mit Augenmerk auf ruhige Areale wähle ich [Av = Aperture Value] mit einer voreingestellten Blende von 8 und mehr, um entsprechende Schärfentiefen zu erreichen. Will ich hingegen den Vorder- und Hintergrund maximal freistellen, also möglichst unscharf wiedergeben, verwende ich dafür offene Blendenwerte wie 4.
5.  Das [M = Meisterprogramm] mit ausschließlich manuell eingestellten Werten ist z.B. ideal für Nahfotografie mit Blitzlicht: ISO 200 und 1/200sec als kürzeste Blitzsynchronzeit zur Vermeidung von Fremdlicht – Blende 19 bis 22 für maximal genutzte Schärfentiefe. Zudem verwende ich dieses Programm auch für Blitzanlagen.
6.  Least and last ein Wort zur Bildgröße, fälschlicherweise und immer wieder auch Qualität genannt: Mann muss nicht immer mit 21 Millionen Pixel 5 MB große Bilddateien bauen, wenn man sehr sorgfältig per Sucherscheibe mit Gitternetz arbeitet und die Bildkomposition mit Gedanken an die Dia-Fotografie aufbaut, also nach der Aufnahme nichts mehr von den Bildrändern abschneiden muss. In der Sportfotografie oder bei bewegten Motiven mit Bildserien ist das anders…
7.  Der Weißabgleich (WB) ist abhängig von der Werkseinstellung für die Farbwiedergabe, nach langen Testreihen und in Anlehnung an die kompetente Beratung professioneller Fotografen wähle ich das Parameter >Natürlich< mit jeweils Plus 1 für Farbintensität und Sättigung oder auch >Snapshot< aus den zusätzlichen neuen Canon Bildstilen. Für kontinuierliche Blitzaufnahmen bzw. Aufnahmen, die ausschließlich vom Blitzlicht ausgeleuchtet werden, kann die Einstellung >Flash< oder ein entsprechendes Filter vor der Blitzröhre (z.B. Lee-Folien im Diffusor) das harte und etwas kalte Blitzlicht wärmer und weicher gestalten. Wird das Blitzlicht hingegen >nur< zur partiellen Aufhellung verwendet, regelt WB >auto< die Farbwiedergabe besser.
8.  Die Aufnahmen speichere ich regelmäßig im Format JPG, bei im Kontrastumfang sichtbar kritischen Situationen auch als zusätzliche RAW Datei. Um überbelichtete Bildpartien zu vermeiden und gleichzeitig noch etwas sattere Farben zu erhalten, stelle ich die Belichtung auf minus ½ Blendenstufe. In der selektiven Nachbearbeitung von JPG Aufnahmen am PC sind dunklere Partien einfacher aufzuhellen als zu helle abzudunkeln, das RAW Format bietet hier viel mehr Möglichkeiten, auch die der Mehrfachentwicklung mit unterschiedlichen Belichtungen (-2 0 +2 Blendenstufen) und anschließender Verrechnung im Sinne einer gepuschten HDR (High Dynamic Range) Aufnahme.

Fazit

Für meine Ansprüche an die mobile availible light Fotografie sind die Lichtmessungen der modernen dSLR Kamera i.d.R. ideal, wobei ich grundsätzlich integral messe oder per bildmäßiger Voreinstellung ausgewählte mittenbetonte Messwerte speichere, die 5D II bietet zudem einen von kompakten Digitalen bekannten und gerne genutzten Live-View-Modus an, der z.B. mit angekoppeltem Notebook (samt farbkalibriertem Bildschirm) eine hervorragende Möglichkeit der präzisen Vorbeurteilung zu erstellender Aufnahmen. Für spezielle Motive mit hohen Kontrasten ist allerdings eine Objektmessung fernab vom Kamerastandpunkt nötig, dazu später mehr.

Alles in allem bieten moderne digitale Spiegelreflexkameras eine Fülle an nützlichen Hilfen, die nach vorgenommener Einstellung und Eingewöhnung den Arbeitsablauf auf ein Minimum verkürzen und die Ausschussquote drastisch reduzieren. Automatisierte Motivprogramme beinhalten unter anderem auch die Farben verändernde Parameter und sind deshalb für mich deshalb ohne Bedeutung, auch wenn sie in guten Lichtsituationen sogenannte schöne Kalenderbilder erzeugen mögen.

…wird mit einem Bericht über externe Handbelichtungsmesser fortgesetzt!

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Einfach bessere Fotos – Teil 5

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras

Allgemeine fotografische Grundlagen

Panoramen

Kompakte digitale Kameras bilden meist im Format 3:4, dSLR mit der Ausnahme Olympus im vom Kleinbild bekannten Format 2:3 ab. In der Landschaft oder Natur finden sich viele Strukturen, die damit ungenügend abzubilden sind. Abhilfe schaffen panoramische Aufnahmetechniken, also mehrere Aufnahmen vom gleichen Standort (mit identischem Parametern) horizontal oder vertikal gestaffelt und später am PC mit einer geeigneten Software zusammengerechnet (CANON Photo Stitch).

Details kommen bei diesen pixelgewaltigen Aufnahmen besonders zur Geltung. Zudem sind Größenvergleiche, gerade in landschaftlichen Strukturen, besonders gut zu beurteilen. Natürlich ist eine sorgfältige Planung der Brennweite oder besser des vertikal verwendeten Bildwinkels nötig, um interessante Aufnahmen zu erhalten, auch hier gilt je näher desto kürzer, je weiter entfernt, desto länger kann die Brennweite sein. Wer zunächst mit zwei oder drei Aufnahmen arbeitet, die durchaus auch im Hochformat erstellt sind, wird staunen, welche Möglichkeiten auch ohne superweitwinklige Objektive bestehen.

Landschaften und Natur

Der die Umwelt bewusst respektierende Fotograf betrachtet die Natur als Geschenk und sich selbst darin als Gast, er hinterlässt keinen Müll und muss auch nichts alles anfassen, wobei ein in die Bildkomposition gebogener Zweig sich unproblematisch von selbst reponiert. Geschütze Pflanzen nimmt man als Bilddatei mit nach Hause und scheue oder wilde Tiere sind draußen besser aufgehoben.

Unproblematisch lassen sich Nachbars Katze und andere Kleintiere im eigenen Garten aufnehmen, der Zoo oder das Gehege im Wald oder die geführte Safari bieten noch viel mehr.

Personen

Fremde Personen sollen zuvor mit der Fotografie einverstanden sein, Vertrauen kann man durch Erfragen erwerben, um negative Emotionen und gekränkte Gefühle zu vermeiden. Entsprechende Verwendungsverträge sichern die Rechte an den eigenen Fotografien. Ab sieben Personen im Bild erübrigen sich diese Fragen, es sei denn, es handelt sich um Veranstaltungen (Bühne).

Porträts, Hintergrund und Umgebung

Für ungewöhnliche Fotos gilt, entweder sehr junge oder sehr alte Personen aufzunehmen, denn alles andere gibt es zuhauf. Sind diese Porträtierten bildwichtig, muss auf den Hintergrund geachtet werden, weiße Haare kommen vor hellem Hintergrund weniger gut zur Wirkung! Auch eine unpassende Umgebung lässt falsche Rückschlüsse zu und muss vermieden werden. Grundsätzlich sind offene Blenden mit geringerer Schärfentiefe, die nur die betroffene Person scharf zeichnet, geeigneter als die knackscharfen und vielleicht noch geblitzten Aufnahmen aus der kompakten Kamera mit überlichteten Hautarealen im Gesicht auf Grund des zu geringen Abstandes.

Städte und Gebäude

Immer wieder bieten Innenstädte eine bemerkenswerte Abwechslung zwischen Architektur und Leben: Ein besonderer Standpunkt ist die Voraussetzung für eine wirkende Aufnahmen, bei nur sehr nahen Abstände kann die kürzere Brennweiten auch nach oben gerichtet interessant sein. So interessant Märkte auch sein mögen, zu viele Menschen verdecken Motive, oft ist hier weniger mehr.

Kirchen und Innenräume sollten ohne erschlagenden Blitz aufgenommen werden, stabile Unterlagen bieten das Gestühl, der Funk-, Kabel- oder Selbstauslöser hilft noch weiter vor Verwackeln.

Öffentliche Gebäude zu fotografieren bedürfen oft der schriftlichen Genehmigung, dann allerdings darf man nach Herzenslust arbeiten.

Fotografieren verboten

Dies lässt sich nur verdeckt mit der Kompakten aus der Jacke heraus umgehen. Auch hierbei ist darauf zu achten, dass Personen nicht in für sie kompromittierende Situationen dargestellt werden. Verbote gelten immer für Personen wie Schauspieler mit einem Bekanntheitsgrad, vor allem bei Veranstaltungen ist das Aufzeichnungsverbot die Regel. Gleiches gilt für viele Kulturkreise, in denen Frauen nicht wirklich gleichberechtigt sind. Wer sich über das Fotografierverbot, auch bei militärischen Anlagen oder vor und in bestimmten öffentlichen Gebäuden, einfach und gedankenlos hinwegsetzt, riskiert die eigene Ausrüstung durch Beschlagnahme und die Fortsetzung des Urlaubs im Polizeihotel.

Zusammenfassung

Einmal scherzhaft ausgedrückt, entsteht das Bild schon vor der Aufnahme – zwischen den Ohren, dazu gilt:

1) Mit dem Auge (der Kamera) sehen

a) Was will ich mit dem Bild aussagen
b) Was will ich überhaupt zeigen
c) Was will ich nicht aussagen
d) Was will ich keinesfalls zeigen

2) Kamera: Ausstattung und Einstellung

a) Wo ist der bildwichtige Mittelpunkt
b) Welcher Ausschnitt ist richtig
c) Welche Lichtführung ist richtig
d) Kontrast – Hintergrund – Schatten

3) Ein Bild ist erst dann gut, wenn man nichts mehr daran ändern sollte.

wird fortgesetzt…

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Einfach bessere Fotos – Teil 3

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras

Allgemeine fotografische Grundlagen

Vorab Scharfstellen

Kompakte digitale Kameras nerven besonders im Telemodus mit recht langsamem und oft unpräzisem Autofokus, lange Einschaltzeit und langsamer AF ärgern aber den Nutzer älterer dSLR genauso. Grundsätzliche Abhilfe, auch bei schnellen dSLR, erbringt

  • die Verwendung der Kamera im Stand-by, ein halb gedrückter Auslöser versetzt sie in Bereitschaft,
  • ebenso kann die Sternchentaste, die für die (Blitz-) Belichtungsspeicherung vorgesehen ist,
  • oder deren individuelle Belegung als AF-Speichertaste oder die
  • mittlerweile oft vorhandene AF-Speichertaste Voreinstellungen verkürzen,

so dass mehr Zeit für die eigentliche Bildkomposition bleibt. Man kann zwar fast alles im Nachhinein mit der weiteren Bildbearbeitung am PC lösen, aber eben auch vieles zuvor, wie es bei der Diafotografie ein Must ist.

Korrekte Beleuchtung

Profis haben Assistenten für das gesamte Equipment und tragbare Licht reflektierende Wände oder ein bestausgeleuchtetes Studio, schlichte und fotografierende Fußgänger müssen ohne diese Hilfsmittel auskommen. Die allgemeine Beleuchtung beschränkt sich auf das vorhandene Tageslicht mit all seinen Licht- und Schattenseiten

  • in der Frühe oder am späteren Tag modelliert Seitenlicht die Plastizität der Umgebung,
  • in der Mittagszeit führen hohe Sonnenstände zu starken Schatten und überfordern damit die Fähigkeit des Sensors, Kontraste vollständig abzubilden,
  • am späten Abend nach Sonnenuntergang und ohne künstliche Lichtquellen wird Fotografieren ohne Stativ oft zum Glücksspiel.

Ganz auf den Blitz zu verzichten ist nicht immer sinnvoll, weil Blitzlicht zur Aufhellung dunklerer Partien oft Bild belebend und damit positiv wirkt, wenn das verfügbare Licht (availible light = AL) die Hauptlichtquelle bleibt. Hier helfen einige Versuche und Kontrollen, um die richtige Mischung zu erzielen, etwa 1 bis 2 Blenden soll das aufhellende Blitzlicht in der Intensität reduziert sein. Ebenso kann der Blitz zum Einfrieren einer ansonsten verwackelten langen Aufnahmenzeit verwendet werden.

Zusammenfassend ist festzuhalten, daß Tageszeiten zu beachten, Mittagszeiten zum Fotografieren hingegen eher zu meiden sind, ungewöhnlich dargestellte Sonnenauf- und Untergänge durchaus interessant sein können und die blaue Stunde, die kurze Zeit direkt nach dem Sonnenuntergang, mit besonderen Licht viel Reiz bietet.

Fotografieren mit Programmen

Programm-Automatiken sind auch im Abschnitt korrekte Belichtung beschrieben, sie werden gerne als Kreativ-Programme bezeicnet. Kreativ ist hier die Vorwahl eines Wertes für Blende, Empfindlichkeit und Verschlusszeit je nach Anforderung durch das Motiv und die herrschende Lichtbedingungen.

25 oder mehr Motivprogramme haben den Nachteil, dass das Motiv schon wieder weit weg ist, bevor das vermeintlich richtige umständlich im Menü gewählt ist. Zudem wird die Abbildung durch weitere Parameter beeinflusst, was in Hinblick auf eine möglichst naturgetreue Bildwiedergabe abträglich ist. Ich verwende deshalb Motivprogramme nicht, an vielen dSLR sucht man diese Automatiken am Programmwahlrad vergebens. Alternativ hingegen lassen sich die individuell zu programmierende Custom Programme (C1 C2 C3) gerne für dezidierte Aufnahmesituationen nutzen.

Natürliche Farben

Es gibt mindestens zwei Arten, (akustische und) fotografische Aufnahmen wiederzugeben, eher mit natürlichen Farben (oder nahezu unverändertem Klang) oder als effektvolle Kalenderbilder (bzw. mit mehreren deutlich getrennten Tonkanälen und nachbearbeiteten Toneffekten). Für die möglichst naturgetreuen Farben sorgt das Parameter [Natürlich] im Bildstil Menü, ich verwende dabei noch die minimale Einstellung für Schärfe, +1 hingegen für Kontrast und Farbintensität und 0 für den Farbton. Diese Einstellungen sind das Ergebnis aufwändiger Testreihen mit der Canon EOD 5D und haben sich bisher mit guten Ergebnissen auf alle meine anderen Canon dSLR übertragen lassen, besonderen Wert lege ich auf gute Wiedergabe von Hautfarben auf sorgfältig kalibrierten Monitoren (Color Vision Spyder). Farben verändernde Filter vor dem Objektiv verwende ich aus diesem Grund nicht, spezifische Farbfolien vor dem Blitzgerät allerdings gerne.

Polarisierenden Filter wird eine sattere Farbwiedergabe zugeschrieben, zudem werden Reflexe vermindert bis ausgelöscht. Sattere Farben erreicht man auch durch etwas knappere Belichtung (minus ½ Blende), Lichtspiegelungen oder Reflexe hingegen stellen für mich in der Regel einen besonderen Reiz dar, auf den ich keinesfalls verzichten möchte.

wird fortgesetzt…

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Einfach bessere Fotos – Teil 2

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras


Ausrüstung und Vorbereitung

Akkupflege Ladegeräte

Originalen Akkus geht zwar die Sicherheit des großen Unternehmens voran, dennoch sind gleich gute Angebote von Fremdanbietern (An-Mann) eine Alternative für den Ersatz oder die Reserve, zumal sie meist nur einen Bruchteil des Originals kosten. Akkus haben eine beschränkte Wiederladefähigkeit und sollten bei nachlassender Spannung entsorgt werden, man liest herstellerseitig von bis zu 1.000 Zyklen.

Am Vorabend einer wichtigen Fotosession wird der Akku geladen und vor dem Einsatz mit dem Spannungsmesser geprüft. Wer mit dem Doppel-Akku bestückten Batteriegriff am Kamerabody arbeitet, ist hinsichtlich Strom auf der sicheren Seite, ein guter und frisch geladener Ersatzakku tut es aber auch und erspart Gewicht und Kosten. Wichtig ist, den neuen Akku aufzuladen, völlig zu entleeren und erneut wieder gut aufzuladen.

Fotoausrüstung im Rucksack oder Handgepäck

Auffällige Trageriemen sind ebenso zu vermeiden wie Fototaschen mit Firmenaufdruck, das zieht begehrlich Blicke magnetisch an. Viele Fotobegeisterte führen die Kamera – Objektivkombination im stand-by Modus oben im unauffälligen Rucksack mit. Besser im Zugriff ist eine Umhängetasche (Bree), die auch auf dem Rücken getragen werden kann. Immer von Vorteil sind Handschlaufen zum sicheren Griff und Halt der Kamera (Hama), somit ist ein sicherer Halt auch beim >action< Einsatz oder Bergwandern vorhanden.

Im Flieger ist der Transport von Wertgegenständen aus Sicherheitsgründen im Handgepäck obligat, auch wenn die Kontrolle gerne mal Sprengstoff im Akku oder Schuhabsatz vermutet. Aus eigener Erfahrung: ein defektes Kofferschloß nach der Landung war das Ergebnis einer wohl etwas zu eiligen Untersuchung, gefehlt hat nichts!

Gute Verpackung

Sicheres Einpacken ist nur für den Transport nötig, dann aber bitte ganz sicher: weiche aber dennoch stabile Beutel eignen sich für Blitzgerät und Objektive, Minitaschen für die Kameragehäuse. Spezielle Tücher unterschiedlicher Größen sind ebenso gut geeignet wie luftige Folien, um wertvolle Ausrüstungen schützend zu umwicklen.

Ideal sind Fotorucksäcke oder –taschen mit variablen Einteilungen (Lidl), so dass die Ausrüstung einfach passend hineingelegt voneinander getrennt und gepuffert ist.

Speicherkarten und Zubehör

Alle Karten haben eine beschränkte Lebensdauer, es ist deswegen sinnvoll, Ersatz mitzuführen. Die KompaktFlashKarte (CFC) wird zunehmend von der SD-Karte mit hoher Kapazität SDHC verdrängt, die bis 16GB schon unter € 20.- erhältlich ist. Wer noch Kameragehäuse mit einem CFC-Slot hat, kann mit Adapter (Delock ca. € 20.-) SDHC in der Kamera verwenden, die auch ohne weitere Hilfsmittel im SD-Slot von Web- oder Notebooks zur täglichen Sicherung ausgelesen werden können.

Schäden vermeiden

Besondere Vorsicht ist geboten am Strand (Gischt und Sand), bei Regen und anderen Widrigkeiten wie Nebel oder Staub in der Luft: schnelle Abhilfe schafft eine Duschhaube (Einmalartikel im Hotelzimmer), die nur die Streulichtblende oder das UV-Filter freilässt, ein Handschlaufe und gutes festes Schuhwerk mit profilierten Sohlen.

Datenverlusten kann man mit täglichem Kopieren der Bilddateien auf ein Netbook (Akoya 1212 oder Asus EeePC 1000H oder Samsung NC 10 um € 200.-) vorbeugen, von der abendlichen Kontrolle der Aufnahmen mal abgesehen, ganz sicher ist dann noch ein weiterer externer Speicher.

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Einfach bessere Fotos – Teil 1

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras

Nicéphore NIÈPCE musste 1826 noch acht Stunden seine Heliografien in der grellen Sonne belichten, bevor er ein Bild erkennen konnte, dafür benötigte Steven SASSON 1975 mit der Kodak 0,01 MPI Schwarz-Weiss-Kamera nur noch 23 Sekunden pro Aufnahme!
Heute ist eine neue Kamera schnell gekauft, und ohne weiter zu überlegen, kann man mit dem grünen [auto] Programm nach Herzenslust viele Fotos knipsen: kritische Augen vorausgesetzt, wird die Ausschussquote dabei relativ hoch.

Diese Anleitung hilft dem Begeisterten, etwas tiefer in die Bedienung der digitalen Spiegelreflexkamera einzusteigen, die interessanten Programme mit Blenden- oder Zeitvorwahl entsprechend der zu fotografierenden Objekte ganz einfach zu nutzen oder ansprechende Nahaufnahmen zu machen, in gleichbleibender Qualität und ohne große Löscharbeiten!

Wert gelegt habe ich dabei auf praxisnahe Tipps mit jeweils verständlichem Bildmaterial, ohne belastende technische Details, mit eindeutigem Bezug zur sofortigen Anwendung oder Umsetzung.

Photographie ist ein altgriechisches Wort (φως,φωτoς γραφειν) und bedeutet: mit dem Licht und der Helligkeit der Himmelskörper malen oder schreiben. Ohne Licht können wir weder sehen noch fotografieren. Die für uns sichtbaren Farben entstehen aus den absorbierten und reflektierten sichtbaren Anteilen elektromagnetischer Strahlung, unser Gehirn ordnet dieser Information den Sinneseindruck Farbe aus dem Gedächtnis zu: wenn wir wissen, dieses Stück Papier ist weiß, dann empfinden wir es auch unter einem roten Sonnenschirm als weiß (obwohl es rosa Licht reflektiert), die Kamera hingegen nicht, sie zeichnet präzise die rosa Farbe auf, die den Sensor oder Film erreicht.

So gibt es doch einige physikalische Begebenheiten, die der gute Fotograf einmal erfahren und dann regelmäßig beherzigen sollte: zu starke Kontraste können den Belichtungsspielraum des Sensors überfordern (oder auch unsere Augen während der Nachtfahrt, wenn der entgegenkommende Fahrer nicht rechtzeitig abblendet). Dann lieber gleich zwei richtig belichtete Aufnahmen planen und aufnehmen: eine im mehr Sonnen beschienenen Bereich und eine weitere in die Schattenpartien und dafür keine, bei der die Kontraste zu unterschiedlich sind und die hellen Partien ausfransen und dunkle absaufen, somit Aufnahmen, die sich auch nachher nicht retten lassen!

Es ist nicht nötig, diesen Guide Seite für Seite zu lesen, man kann einfach die aktuell interessierenden Kapitel lesen und später die anderen.

Jedenfalls wünsche ich jedem Leser gutes Licht und immer eine funktionierende Ausrüstung, der geschulte Blick ist dabei eine verlässliche Basis für gelungene Aufnahmen, die heutzutage so bequem, einfach und schnell wie noch nie zu erstellen sind!

Der erste Teil bespricht alphabetisch Themen um die Ausrüstung und Möglichkeiten mit der Kamera, mit eindeutigen Empfehlungen aus jahrzehntelanger analoger und digitaler Erfahrung.

Als zweites gibt es beispielhafte Aufnahmen aus dem digitalen Zeitalter mit Erklärungen zur jeweiligen Situation zum leichten Nacharbeiten. Wichtig ist eine Portion Geduld, denn der Erfolg wächst mit dem Können und kommt nie von alleine. Wird eine Aufnahme mal nicht so, wie man sie sich wünscht, dann kann man sie einfach löschen, am besten, wenn man genau über deren Fehler Bescheid weiß – auch ich verwende die [ENTF] – Taste regelmäßig.

Die folgenden vier schwarz-weißen Aufnahmen entstanden für € 2.- in einem alten Sofortbildautomaten in Berlin, die Aufnahmen vor dem Automaten direkt danach:

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Einfach bessere Fotos – Intro

Tipps für digitale Spiegelreflexkameras

Mit der neuen NikCanon D050D kann man schwimmen gehen (1x), bei Nacht telefonanieren und bei Sonne auf dem TFT Eier braten. Musik spielt sie auch, wenn man drauf tritt. Alternativ lässt sich auf dem rückseitigen 3´´TFT world wide DVB-T betrachten, Lautsprecher in dolby sind zusätzlich ansteckbar. Die fotografischen Einstellungen und Leistungen werden von keinem normalen Anwender mehr beherrscht, deswegen wird das live-Bild online nach Japan gedödelt, dort analysiert und in Echtzeit die genauen Einstellungsdaten auf die Kamera übertragen, dieser neue Service nennt sich dann pictures without problems (or with and without style).

Bei google world hotspot Punkten kann man sich einloggen und die Kamera macht per viewfinder die Aufnahmen selbst, ein kleines elastisches go-rilla-pad-the-camera genügt, bis die Speicherkarte razzevoll ist. Die neuen Kameras sind kostenlos, wenn man zuhause vier konzerneigene d-SLR-Bodys hat und diese zurückgibt: Man zahlt dann nur für die gemachten Bilder (bis zu 100B/sec) einen Obulus je nach Urlaubslänge, Urlaubsort und gewählter flatrate. Kostenlos ist dieser Service von 23-3 Uhr täglich, sorry nächtlich zu nutzen, über T-NikCan-online für User, die noch über einen analogen Anschluss verfügen, Blitzaufnahmen ausgenommen, Fazit: Fotografieren wird einfacher, schneller und für Alle viel viel sicherer und schöner!!!!

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