FAQs: Architektur – wie weit soll ich eine Bilddatei optisch korrigieren?

Frage: Optische Korrekturen – was ist sinnvoll, welche Wirkung wird erzielt?

Originaldatei ooc
wenig parallelisiert
stärker parallelisiert
vollständig parallelisiert

Am Beispiel des herrlich restaurierten Schullandheimes für den Austausch mit französischen Schülern, direkt vor der Halbinsel Wasserburg am aktuell wasserarmen Bodensee gelegen (unter dem Zugangssteg im Vordergrund kann man aufrecht hindurchgehen), lässt sich unschwer aufzeigen, wie die für eine weinwinklige Aufnahme (28mm KBÄ) zusammen fallenden Linien korrigiert werden können. Im Laufe der Zeit hat allerdings eine geschmackliche Veränderung stattgefunden, die Jeder für sich festlegen sollte: War früher ein f35mm KB Bild das Ende der Fahnenstange, sind wir heute bei rund f12mm KBÄ angekommen! Will heißen, dass stürzende Linien eher toleriert werden… Deswegen mag ich auch nur meine subjektive Bewertung anführen, die vollständige Parallelisieren ist mir zu korrekt und ich schwanke vom Bild abhängig zwischen den beiden Korrekturen weniger und stärker, also al gusto!

Anders ist es beim Horizont, der gehört, von bewußten Ausnahmen abgesehen, immer korrigiert, und zwar als erste Maßnahme, beim iPhone bereits in der Kamera, bei der Systemkamera mit DxO & Co.

iPhone 7+  ooc  DxO  FastResize

(c) slowfoto.de

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FAQs Bildbearbeitung und Archiv – geeignete Anwendungen

Frage: Wieviel Bildbearbeitung nutzt Du und wie archivierst Du Deine fotografischen Aufnahmen?

Hegestrand
Malerwinkel mit Blick auf die Wasserburger Halbinsel

Will ich fotografieren oder vor dem Bildschirm sitzen? Ich will beides im vernünftigen Verhältnis. Von Ausnahmen abgesehen nutze ich die JPG Engine der Kamera mit speziellen Bildstil und freue mich, wenn es keiner oder nur weniger Nachbearbeitung bedarf. Allerdings sind auch meine Aufnahmen oft nicht perfekt, was an der Kamera, dem Licht oder Motiv, den Umständen oder mir lag 🙂

Zum notwendigen Equipment ist vieles schon gesagt, ebenso zum Kopfkino vor der Aufnahme. Hier mein Weg, nachdem die Aufnahmen auf dem Rechner gelandet sind.

5 Punkte nach dem Klick:

  1. Geometrische Korrekturen bezüglich waagrecht resp. senkrecht und danach
  2. Objektiv- und Standortfehler eliminieren oder umgekehrte Reihenfolge
  3. Abschneiden oder/und Format (1:1 3:2 4:3 16:9 frei) ändern
  4. Helligkeiten verfolgen und ggf. ändern (Ambience), Schatten aufhellen (Shadows)
  5. Bildfehler (Dreck) entfernen, Strukturen verbessern (Structure Sharpening) und speichern

Wenn ich keine für mich befriedigende Korrekturen erstellen kann, lösche ich auf die Aufnahme lieber gleich, als über Gebühr Zeit für die Bildbearbeitung zu verbringen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher mögliche geringen Nacharbeit oder Umsetzung die vorhandene Aufnahme interessanter wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zuviel Ausschuss.

Geometrische Patzer gehören zu den häufigen Fehlern beim Fotografieren, viele Kameras erlauben, ein Gitternetz einzublenden oder die entsprechende Mattscheibe in der SLR auszutauschen. Notfalls hilft der Bildrand oben und seitlich zum horizontalen und vertikalen Ausgleich. Eigene Standorte mit Einbußen können auf dem Rechner korrigiert werden, zu stark auseinander oder zusammen fallende Linien ebenfalls (DxO View Point). Zuvor eignet sich die präzise Nachentwicklung (JPG oder RAW) ebenfalls auf dem Rechner.

Bildfehler, die vom verwendeten Objektiv verursacht werden, können ebenfalls oft direkt in der Kamera oder besser, weil auch für viele Fremdgläser möglich, auf den Rechner nachentwickelt werden. Dafür muss man dann Geduld aufbringen, erhält danach ein sehr gut aufbereitetes Bild. DxO 11 ist ein probates Tool, das mittlerweile auch Elemente von DxO View Point enthält und als Testversion erhältlich ist.

Aufnahmen erstelle ich immer im größten Format 2:3 der Kamera oder 3:4 vom Händy, denn abschneiden ist immer noch möglich. Zudem ist die höchste Bildgröße mit geringster Kompression sinnvoll, denn diese kann man auch mit geeigneten Programmen (TOP für windows – Fast Resize für IOS) blitzschnell für das Versenden (z.B. 250KB bei 1.000×1.500) wandeln.

Nicht immer gibt es top vorhandenes Licht (=> AL), auch der Sensor macht nicht jeden Kompromiss mit. Zudem hat sich in dieser Richtung nicht wirklich viel getan, was die Entwicklung betrifft. Wenn möglich, hilft eine präzise Bildkomposition, den möglichen Kontrastumfang einzuhalten, ansonsten belichte ich zur Rettung der Spitzlichter lieber etwas knapper (-1/2LW) und arbeite die Schatten nach, was dort allerdings das Rauschen verstärken kann. Der Ambience Regler (NIK Snapseed) ist bei der Verschiebung der harten Kontrastverhältnisse oft ein Segen, die Aufhellung mit dem um -2LW reduzierten Blitz manchmal auch, vor allem, wenn dieser nicht auf der Kamera platziert ist. Dabei darf die Belichtungszeit nicht vom Blitz synchronisiert werden, sondern dem AL entsprechen!

Sensoren verschmutzen beim Objektivwechsel, weshalb das offene Bajonett immer nach unten zeigen sollte. Was die automatische Sensorreinigung nicht schafft, kann der vorsichtige Anwender selbst oder vom Fachmann entfernen lassen. Auch die Bildbearbeitung stempelt die Sensorflecken weg. Strukturen lassen sich durch zarte Anhebung verbessern (Snapseed), Nachschärfen ist für den Druck (Print) sinnvoll. Ebenso schwierig sind Farbtemperaturen zu beeinflussen, ganz schnell wird es dabei kitschig! Immer gilt, weniger ist hier oft mehr und deshalb vergleicht man mit dem Original ob die Änderungen noch im Rahmen liegen.

Archiv:

Für die Archivierung gibt es mehrere Möglichkeiten, ich verzichte bewußt auf die Verschlagwortung, weil das viel Arbeit zu Beginn erfordert, allerdings die Suche erleichtert. Wenn man an ein Bild zurückdenkt, erinnert man sich i.d.R. an das Jahr der Aufnahme, den Ort oder die Person. Und so speichere ich in Verzeichnissen auch ab: 2016-Monat-Tag Ort Namen. Mittlerweile bieten Kameras schon die täglich neuerstellten Ordner auf der Speicherkarte an, Apples >Fotos< speichert sogar die Ortsnamen mit. Im Grunde ist mein System nichts anderes als aus alten >windows< Zeiten, unter Nutzung der Explorer Strukturen mit Verzeichnissen und Unterordnern. In diesen sind dann die speziell >bearbeiteten< oder >selektierten< Bilddateien zu finden. Das funktioniert immerhin seit 2002 sowohl für die berufliche als auch private Fotografie: So sinnvoll wenig Aufwand wie nötig! Aufpassen muss man bezüglich des sicheren Datenbestandes: Immer eine doppelte Sicherung, Cloud und externe Festplatte-n anwenden!

© www. s l o w f o t o .de

slowfoto KW 18 1014

In Mainz besucht der Tourist die gotische St. Stefan Hallenkirche mit den Chagall Fenstern, wir waren auch im Kreuzgang:

out of cam
out of cam
mit DxO und ViewPoint
mit DxO und ViewPoint
mit Snapseed finalisiert
mit Snapseed finalisiert

Die kleine EOS M begleitet mich nunmehr seit knapp 4T Klicks, besonders gerne setze ich das stabilisierte 11-22mm ein. Diese Aufnahme aus dem Kreuzgang stellt gegen 14 Uhr Sommerzeit eine Herausforderung für den Sensor dar. In der Nacharbeit habe ich zunächst mit DxO Bildfehler herausgerechnet, dann mit ViewPoint weitere Linien parallelisiert und letztlich mit Snapseed al gusto gearbeitet. Kritik?

Bilddaten:

– Kamera: EOS M
– Objektiv: EF-M 11-22 IS STM
– Blende: F7.1
– Brennweite: f11mm
– Belichtungszeit: 1/100sec
– Empfindlichkeit: [ISO 100]
– Bildbearbeitung: DxO – DxO-ViewPoint – Snapseed – TOP

© slowfoto.de 

slowfoto KW 07 2014

VP
VP
f 12mm
f 12mm
VP
VP
f 12mm
f 12mm

Bilddaten:

– Kamera: Canon EOS 5D²
– Objektiv: SIGMA 12-24 mm F4,5-5,6 II DG HSM
– Blende: [Av] F8 oder
– Belichtungszeit:  1/350/750sec o/u
– Empfindlichkeit: ISO 100
– Belichtungskorrekturen: -1/2 LW
– Brennweiten KB: 12 mm
– Entfernungen: zentraler AF
– Belichtungsmessart: Integral
– Bildstil: Snapshot
– Bilderbearbeitung: DxO ViewPoint TOP

Beide sicher etwas extremen Aufnahmen habe ich mit 12mm Brennweite Vollformat erstellt und mit DxO pro 8 ELITE automatisch nachentwickelt (Preset Standard), die beiden VP sind danach mit DxO View Point >begradigt<. Es bleibt jedem Betrachter überlassen, welcher Bildeindruck besser gefällt. Als Fan weiter Winkel kann ich mit dem 12mm Eindruck gut leben, zumal ich bei der Komposition der Aufname exakt diesen Bildeindruck im dSLR Sucher hatte. Gerne lese ich dazu Kritiken…

(c) http://www.slowfoto.de/

slowfotonews KW 31 2013

JPG vs DxO vs DxOVP

Gracht JPG original occ
Gracht JPG original occ
Gracht DxO 8
Gracht DxO 8
Gracht DxO 8 plus VP
Gracht DxO 8 plus VP

Bilddaten:

– Kamera: EOS 5D²
– Objektiv: SIGMA 12-24 4.5-5.6 DG USM
– Blende: F 9
– Belichtungszeit: [Tv] 1/60sec
– Empfindlichkeit: ISO 100
– Belichtungskorrekturen: keine
– Brennweite: 24mm
– Entfernungen: AF zentral
– Belichtungsmessart: Integral
– Bildstil: Snapshot
– Bilderbearbeitung: ooc – DxO8 – DxO8 plus View Point – alle TOP

Weite Winkel bieten oft sehr differenzierte Lichtverhältnisse, die so noch kein Sensor für unser Auge bequem erkennbar wiedergeben kann. Hier wurden das Original JPG out of cam (ooc) dem mit DxO 8 nachentwickeltem und zuletzt dem noch weiter mit DxO View Point korrekter ausgerichtetem Bild mit sichtbarem Verlust am Rand gegenübergestellt.

(c) www.slowfoto.de

Shiften leicht gemacht

Shift, shiften

5184x3456 Original
5184×3456 Original 4.530KB

– Zum vergrößerten Betrachten anklicken
– Kamera: EOS M
– Objektiv: EF-M 3.5-5.6 18-55 IS USM
– Brennweite: f 18 mm
– Blende: [AV] F 3.5
– Belichtung: 1/1.500sec
– Belichtungsmessart: mittenbetont
– Belichtungskorrektur: -1/2 LW
– Empfindlichkeit: ISO 100
– Entfernung zum Fokus: AF mittig
– Bildart: JPG
– Bildstil: SNAPSHOT
– Bildbearbeitungen:  keine – DxO8 – DxO View Point resp. SHIFT`N – TOP

Als regelmäßiger Nutzer kurzer Brennweiten habe ich mich zunächst gefreut, dass DxO mit der Version 8 nunmehr die Aufnahmen der EOS M mit den bisher einzigen M Objektiven (2/22 und Kitzoom) vollständig korrigiert. Das erste Bild ganz oben ist aus der Kamera ohne weiter Bearbeitung als Datenreduktion TOP.

mit DxO - wie vor aber 2.668KB
mit DxO 8 nachentwickelt – Größe wie vor aber 2.668KB

DxO stellt mit View Point ein stand alone Bildberarbeitungsprogramm vor, dass Änderungen in Anamorphose, Perspektive, Horizont und Zuschneiden veranlasst. Nachdem ich die Bilddatei mit DxO Optics pro nachentwickelt habe (Preset DxO Standard), wende ich als erstes die Funktion Horizont an, was sich hier erübrigt. Der zweite Schritt betrifft die perspektivische Korrektur der Brennweiten bedingt stürzenden Linien. Der Versuch zur vollständigen Parallelisierung erbrachte keine aussageträchtige Bilddatei, so dass die Korrektur bei 50% vorgenommen wurde, um den Eindruck des weiten Winkels abgemindert zu erhalten:

View Point 50% Intensität
View Point Perspektive 50% Intensität
4.620 x 3.848 11,7 MB
Ergebnis View point mit 4.620 x 3.848 11,7 MB

Im Vergleich dazu die automatische und vollständige Korrektur mit dem Programm SHIFT`N von Marcus Hebel (freeware):

SHIFT`N 2.928 x 3.276 5,2 MB
Ergebnis SHIFT`N auto 2.928 x 3.276 5,2 MB

Gerechterweise bleibt zu sagen, dass SHIFT`N auch manuelle Eingriffe in die Korrekturen erlaubt bzw. das 100% Ergebnis aus View Point auch nicht besser aussieht. Im Handling ist View Point überlegen, insbesondere wegen der Möglichkeit, Horizonte als erstes zu korrigieren. Meiner Ansicht nach sollte aber die Nachentwicklung der Bilddatei, vor allem im RAW-Format, zunächst mit DxO erfolgen.

(c) www.slowfoto.de