Ausblick und Rückblick

Zum Jahreswechsel ein ganz persönlicher Aus&Rückblick

elf Sofortmaßnahmen für das Klima aus der Sonderedition >Hinterm Horizont<

Im Sommer 2018 fanden wir in der alten Heimat Oberhessen verdörrte Landschaft wo das Auge hinschaute, wandern waren wir hier ebenso gerne auch im immer weniger verschneiten Winter, Anzeichen des Klimawandels wie schon seit über 30 Jahren zuvor. Die Rückkehr an die grünen satten Obstwiesen und Weinberge am Bodensee hat nachdenklich gestimmt. Was hat sich seit unserem Umzug 2014 geändert? Unsere Familie wurde an einem >friday for future< nach dem persönlichen Beitrag zum Klimaschutz befragt, hier unsere 11 Antworten:

schon schön so ein Morgenrot

zu 1) Leider fahren wir immer noch mangels echten Alternativen außer Erdgas einen Verbrenner, aber kein SUV, sondern einen Diesel mit Add Blue, der m.E. immer noch Vorteile im Verbrauch gegenüber gleich großen Benzinern aufweist, ibs. wenn er vorausschauend gefahren und die Bremse geschont wird. Die von GREENPEACE gewählte Verkürzung auf NO-SUV finde ich nicht so glücklich gewählt, ist denn ein Touran (als stellvertretendes Beispiel) mit VR-Antrieb auch schon ein SUV? Im Volksmund wird er als >Pampers Bomber< veräppelt, in Wirklichkeit stellt er ein einen praktischen 5-Türer mit kleinem Außenmaß und geringem Verbrauch dar! Ein reines E-Mobil käme für uns aktuell nicht nur wegen der Akku-Herstellung und aus bisher vielen ungelösten infrastrukturellen Gründen auch bezüglich Ökostrom nicht in Frage.

Viel wichtiger wäre die an sich schon eingeführte Beschränkung der Anerkennung von Dienstwagen bis max. 120g/km CO2 resp. katalysierter Schadstoff Belastung und die mit einer Dienstwagen Pauschale von 30/35 Cent pro km identisch derjenigen für Lohnsteuerzahler resp. Pendler und in jedem Fall ab dem 1.km! Aber das würde die steuerliche Absetzbarkeit für imageträchtige Dienstwagen aller Größenordnung mächtig auseinander wirbeln und massive Proteste vor allem der Premiumhersteller hervorrufen, anstelle eines Umdenkens hinsichtlich 5m oder 2t und mehr ibs. bei Größe, Gewicht, Leistung und Verbrauch, ein ökonomischer 5l PKW wäre eine dankbare Lösung, zudem seit langem fällige 30 km/h in den Ortschaften außer Durchgangsstrassen, 80 km/h auf kleinen Landstraßen und 130 km/h auf vielen Autobahnen auch wegen der kürzeren Bremswege und damit verbunden reduzierter Unfallfolgen. Wer will, mag auf Rennstrecken üben wie der Fahranfänger auf ausgesuchten Straßen auch.

Der Verkehrsminister will, dass wir häufiger und sicherer mit dem Fahrrad fahren, okay! Ob die Erhöhung der Bußgelder für Falschparker dazu beiträgt?  

zu 2) Wir heizen hier seit Jahren mit Gas, das in Oberhessen nicht zur Verfügung stand.

zu 3) Wir beziehen seit unserem Einzug 2014 von den Lindauer Stadtwerken CO2 frei erzeugten Ökostrom einschließlich Förderungsbeitrag, unser Verbrauch hat sich wegen der nunmehr kleineren Wohnfläche auf der Hälfte eingependelt. Dazu helfen neuere Geräte anderer Effizienzklassen, aktuelle Lichttechniken und verbrauchsbewusste Nutzungen: Unsere Warmwasser Aufbereitung endet bei 40/42 Grad Sommer/Winter.

zu 4) Wir fliegen wenn nur Langstrecke (3-4tkm) und das noch nicht einmal jährlich. Schäuble ruft zum Verzicht auf, ich meine: Politiker aller Parteifarben sollten mit gutem Beispiel vorangehen, Bahnfahren und Linienflüge reichen völlig aus.  

zu 5) Kreuzfahrten sind für uns grundsätzlich tabu, es sei denn die Fähre mit Überfahrt von Meersburg nach Konstanz!

zu 6) Wir meiden Aktien und haben Anlagen ganz anders geregelt: es muss nicht immer eine Bank dabei sein… und zudem ist es vornehmliche Aufgabe der Finanzpolitik, alle Märkte effizienter zu kontrollieren und internationale Steuerverschiebungen zu bestrafen!

zu 7) Unsere Fußböden sind aus fränkischer Eiche, unser Schreiner bleibt beim Einkauf ebenfalls im Lande.

zu 8) Fair Trade steht ganz oben, auch bei Kaffee oder Klamotten. Zudem nutzen wir regionale Bäcker, Fischer, Gemüse- und Obsthändler oder Käsereien, seltener Metzger.

zu 9) Was denn sonst? Der gemeindliche Wertstoffhof ist unsere zweiwöchentliche Adresse für Altpapier und den gelben Sack, samt Tauschbörse für intakte Gerätschaften aller Art! Wo es geht wird Verpackungsmüll vermieden, vorhandener sauber getrennt und der Wiederverwertung zugeführt. Müll Exporte ins Ausland müssen gänzlich entfallen.

zu 10) Wir haben nur noch wenige Balkonpflanzen, Kaffeesatz genügt 🙂

zu 11) Es ist viel einfacher, nachhaltiger und schneller für sich selbst etwas zu ändern, deshalb leben wir auch gerne auf dem Land… und ab und zu für wenige Tage in großen Städten.

Abendrot mit Feinstaub

und weiter: Vor jedem Einkauf ist reiflich zu überlegen, ob das Produkt wirklich nötig ist oder nur dem eigenen Ego dient. Wenn etwas massiv beworben wird, ist es für uns schon verdächtig! Beispiel: Sylvester geht seit Jahrzehnten auch ohne Feinstaub und Schwarzpulver, und Weihnachten reicht ebenfalls ein Zweig, der eh ab musste. Die Kanzlerin (65) möchte 2020 mit ganzer Kraft das Klima retten. Es gibt noch so viel zu überdenken…

Klimawandel 1881 bis 2018

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Abende, die sich lohnen: Markus Mauthe – Hinterm Horizont…

…geht’s weiter. Wie wir alle die Welt besser machen können.                                  Eine Sonderedition der Umweltstiftung GREENPEACEDer deutsche Alpenverein Lindau (DAV) hat in die Inselhalle Lindau eingeladen: Markus Maute (50), Fotograf und GREENPEACE Umwelt Aktivist, referiert seit 16 Jahren über seine Reisen und präsentiert beeindruckende Fotografien. Früher standen die Aufnahmen im Vordergrund, seit 2002, dem Kontaktjahr zu Greenpeace, sind es die Hintergründe, vor allem von 13 Reisen in dreieinhalb Jahren, unterwegs zum bedrohten Leben indigener Völker, um >denen eine Stimme zu geben, die viel zu oft ungehört bleiben…Dieses atemberaubende Tempo, mit dem wir die Natur zerstören, macht mir Angst<. Mit seiner Frau Juliana betreibt er an der brasilianischen Ostküste die Facenda Armada, eine nachhaltige Kakaofarm, und mit der Naturschutzorganisation AMAP Aufforstungsprojekte, die Familie lebt abwechselnd dort und in seiner Heimatstadt Friedrichshafen am Bodensee. >Das Geld ist das Ende unserer Lebensweise< meint eine alte Frau vom brasilianischen Stamm der Mehinaku und trifft damit den Kern unserer Wohlstandsgesellschaften, die auf Ausbeutung beruhen, und das m.E. schon immer, ibs. verbunden mit der Unterdrückung von Aboriginen auf der ganzen Welt. Als nur ein stellvertretendes Beispiel aus der Vergangenheit: nicht nur einen Autoverleih benennt man nach dem betrogenen und bei der Deportation 1492 zu Tode gekommenen letzten Guanchen König der kanarischen Insel La Palma: Tanausú – in Grunde können sich Ureinwohner nur dauerhaft retten, wenn das Land weder Bodenschätze aufweist noch andere Erträge zulässt, denn wo der Profit winkt…

72 Seiten hat das Sonderheft, die lohnen, der Vortrag ebenso!

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