FAQs Makrofotografie – Welches Objektiv ist geeignet?

Frage: Welches dSLR Objektiv ist besonders gut für Makroaufnahmen geeignet?

Bilddaten: EOS 5DII EF 50mm F1.8 1/45s ISO 200 2-fach Konverter AL Snapseed TOP

slowfoto:

Das kommt neben anderen vor allem auf folgende Faktoren an (in alphabetischer Reihe):

availabel light

Blitzlicht oder Blitzanlage

Distanz oder Fluchtabstand

Objektgröße

Sensorgröße resp. Cropfaktor

Unterschiede in der Ausrüstung:

Wer grundsätzlich nur das vorhandene Licht nutzt, benötigt ein eher lichtstarkes Makroobjektiv. Das ist für knackige Nahaufnahmen nicht immer nötig, weil Blendenwerte ab F8 mehr Schärfe ins Bild bringen. In vielen Fällen kann dezent eingesetztes Blitzlicht unterstützen, in manchen Fällen sind Nahaufnahmen erst mit dem Blitz als Hauptlichtquelle möglich. Für die Nähe sind Blitzgeräte mit geringerer Leistung (z.B. bis LZ 27) oder der eingebaute PopUp Blitz ideal (z.B. LZ ab 10).

Die ideale Brennweite bestimmt sich ibs. durch den nähest wählbaren Abstand zum Objekt: Je kürzer diese Distanz, desto einfacher ist das Handling, je geringer die Brennweite, desto günstiger ist wegen der Verbreitung auch der Kaufpreis des Makroobjektivs. Diese Objektive bilden nicht besser als sehr gute Festbrennweiten ab, manche sind in der Abbildungsleistung bei Offenblende sogar unterlegen: Mit Makroobjektiven kann man bauartlich bedingt sehr nahe an das Objekt herangehen, um vergrößert aufzunehmen, that`s all…

Hilfsmittel zur Reduktion des Minimalabstandes eines Objektivs sind auch Zwischenringe (Extension Tubes), die es in verschiedenen Längen gibt (Beispiel Canon mit 12mm und 25mm). Man sollte darauf achten, dass alle Anschlüsse moderner Bajonette bedient werden, sonst funktioniert der Autofokus oder die Offenblende oder beides nicht mehr.

Der >Makro< Abbildungsmaßstab 1:2 bedeutet, dass bei nähestem Abstand das vollständig abgebildete Objekt mit der doppelten Sensorgröße übereinstimmt, beim Vollformatsensor entspricht das 48mm mal 72mm, sprich 2-faches Kleinbildformat. Landläufig wird heute fast jede Nahaufnahme als >Makro< bezeichnet. Im Sinne des Wortes beginnt Makro erst, wenn das abgebildete Objekt maximal 5-fache größer als die Sensorfläche ist. Ab 1:1 und kleineren aber bildfüllend abgelichteten Objekten spricht man deshalb auch von Mikrofotografie, diese ist mit speziellen Objektiven oder sog. Umkehrringen auch für Zoomobjektive zu erzielen. Man muss hier idR manuell arbeiten. Die Schärfentiefe nimmt mit der Vergrößerung ab. Abhilfe: Mit dem sog. >focus stacking< können ruhende Objekte mit kontinuierlicher Fokusveränderung fotografiert und danach digital verrechnet werden.

Nicht zuletzt sollen auch Nahlinsen erwähnt werden, eine relativ bequeme Lösung für gelegentliche Nahaufnahmen unter Beibehaltung aller Kamerafunktionen, als Lesebrille für das Objektiv für etwas >näher ran<. Achtung: +10 Dioptrien sind höchstens für kompakte Digitale geeignet, das dSLR Objektiv sollte mit nicht mehr als +4 oder besser +2 Diotrien bestückt werden.

Zu den Investitionen:

Nahlinsen kosten vergleichsweise wenig, müssen aber für jeden Filterdurchmesser passend erworben worden, gute mit 2 Linsen gehen schon eher ins Geld, vor allem wenn der Durchmesser steigt.

Zwischenringe mit der Übertragung aller Funktionen bieten viele Vertriebe an, die Anschaffung ist einmalig und nur beim Systemwechsel erneut fällig.

Makrofähige System- oder Fremdobjektive sind eine enorme Erleichterung für Denjenigen, der auch täglich Nahaufnahmen macht, wobei die Makro-Festbrennweite selbstverständlich und mit entsprechenden Resultaten bis unendlich, also ab Mindestdistanz in jeder Entfernung zum Objekt verwendet werden kann. In Abhängigkeit von der Sensorgröße und Verwendung sollte geprüft werden, ob das schwere und teure 100mm Makro für den Crop Sensor zwingend nötig ist, denn hier beträgt der Bildwinkel schon äquivalente 150/160mm (KBÄ Nikon/Canon)!

Mikroobjektive sind idR. manuelle Gläser als umgekehrte Festbrennweiten und bedürfen besonderer Beachtung nicht nur beim Kauf. Der Einsatz dieser sehr speziellen Linsen erfordert stabile Positionen von Kamera und Objektiv, die Distanz zum Objekt sollte auch über Einstellschlitten vorgenommen werden können. Schon aus der analogen Zeit sind sog. Balgengeräte mit Speziallinsen vergleichbar. Anstelle eines Mikroobjektives kann auch eine Kombination (Zoom-) Objektiv mit vollautomatischem Umkehrring, also unter Beibehaltung der Offenblendenfunktion eine Alternative sein.

Ein Wort zum den sog. Makrozoom: Viele Hersteller deklarieren Zoome als makrofähig, was im Sinne des Abbildungsmaßstabs bis 1:1 nicht zutrifft, es sind nur einfache Nahaufnahmen zu erreichen, die durchaus reivoll sein können, dazu zwei Beispiele von Canon: Das EF 28-135 hat eine Nahdistanz bei f135mm von 50cm, gut für Objektgrößen am Cropsensor von 60mm x 90mm, das Kitobjektiv EF-S 18-55 hat bei f55mm den Mindestabstand von 28cm für abzubildende Objekte von 40x60mm.

Kombiniert man mittlere Zoome mit geringerem (50cm) oder Telezoome mit größerem (100-150cm) Nahabstand jeweils mit kleinem (12mm) oder großem (25mm) Distanzring, reduziert sich der Nahbstand nochmals unter Verlust von Aufnahmen bei unendlicher Entfernung. Kombiniert man diese Zoome mit einem 1.4, 1.5 oder 2-fach Konverter, verändern sich die Nahabstände nicht, aber die Brennweiten verlängern sich, die abgebildeten Objektgrößen reduzieren sich durch die kleineren Bildwinkel ebenso wie die Lichtstärken der verwendeten Zoome oder Festbrennweiten. Wer auf Gewicht (und Anschaffungen) verzichten will, ist mit bewährten Konverter-Zoom Kombinationen (Kenko 1.4 plus EF 4 70-200 L IS) gut versorgt, für reine Nahaufnahmen genügt diesem Zoom auch ein 25mm Zwischenring, für gutes Licht sorgt ein kompaktes Blitzgerät (270EXII) z.B. mit 1-2 LW Reduktion, um vorhandenes Licht nicht zu überlagern.

Unterschiedliche Kosten finden sich bei den Blitzlichtsystemen, angefangen bei sog. >slave< fähigen kleinen Blitzen auf Minischuhen oder mobilen Schienen, die am Stativgewinde des Kameragehäuses fixiert und vom PopUp Blitz gezündet werden, die mobile Verwendung ist trotz [M] Programm relativ sicher bei gleichbleibenden und nahen Abständen (ISO 100 – 1/125sec – f ca. 50-60mm – F19 – volle Blitzleistung). Die nächste Stufe stellen die systemgesteuerten Ringblitze dar, mit zwei  Blitzröhren jeweils im Halbkreis, dieser Ring wird vorn am Objektiv eingeklickt, man sollte darauf achten, dass beide Röhren getrennt eingestellt werden können – oben etwas heller und unten etwas dunkler, um je nach Anforderung das natürliche Lichtaufkommen nachzubilden. Variabler aber noch frontlastiger sind sog. Scherenblitzysteme mit zwei oder mehreren kleinen Blitzgeräten, vergleichbar zum Ringblitz vorn am Objektiv befestigt, eignen sich hervorragend für Table-Top Fotografie, wenn Kamera und Lichtsystem auch auf einer stabilen Fläche stehen können.

Handlich sind vor allem kleine systemfähige Blitzgeräte (270EXII) , die per Kamera auch in der jeweiligen Intensität gesteuert werden können: Gezielte Platzierung und geringes Gewicht schaffen Vorteile, unterwegs genügen sie als Aufhellblitze oder in kleineren Räumen ähnlich dem PopUp, weil immer dabei! Nicht zu vergessen: Für alle Blitzgeräte gibt es auf- oder vorsteckbare Diffusoren, deren Wirkung harte Schlagschatten vermeiden kann, das muss man austesten, weil die Wirkung sehr unterschiedlich ist, oft nutzen auch schon transparente (Verpackungs-) Folien.

Zu dem ungefähren Kosten:

Nahlinsen ca. €20-50

Zwischenringe ca. €50-100

Makro-Microobjektive ca. €250-1.000

Manueller >slave< Blitz LZ 15 €35, Makro-Flash-Set aus 2 Blitzen mit Schienen zur Montage ca. €150

Systemblitz je nach Anbieter und LZ 27-40-55 ca. €150-250-350

Ringblitz je nach Anbieter ca. €150-500

Zangenblitz wie vor ca. €250-650

Konverter ca. € 150-250-500 je nach Faktor und Hersteller

Es gibt also vor jeder Anschaffung viel zu beachten…

Weiterführende links

http://de.wikipedia.org/wiki/Makrofotografie

http://de.wikipedia.org/wiki/Mikrofotografie

(c) www.slowfoto.de

FAQs zum Bokeh

Frage: Kann man ein Bokeh auch mit Software nachträglich erreichen?

www.wikipedia.org/wiki/Bokeh

slowfoto: Bokeh-Effekt in Fotos per Software – im Prinzip ja!

Nach der Devise >start at the beginning< hier zwei von mir bevorzugte Möglichkeiten zur Gestaltung des Hintergrundes respektive Rahmens bei der Aufnahme, auch wenn es das Bokeh betreffend strittig sein könnte: Softe Freistellung erreicht man relativ einfach per Nahaufnahme mit geringer Schärfentiefe wie im slowfoto der Woche 11 2012 – jetzt etwas wärmer als die originale farblich unbearbeitete Aufnahme:

www.slowfoto.wordpress.com/2012/03/08/slowfoto-der-woche-kw-11-2012/

Das Rezept ist eher einfach: EF 70-200 L IS, offene Blende 4 und Endbrennweite 200mm plus 2-fach Konverter bei Nahdistanz, auf den Hintergrund achten und fertig ist die Aufnahme! Man kritisiert Konverter, weil sie im Randbereich oft weicher zeichnen, nicht immer ist das gewünscht aber auch schon und vor allem auch bei Zoomobjektiven in der Endbrennweite zu sehen, wenn nicht abgeblendet wird. Nutzen kann ich diesen Effekt bei der dSLR sogar augenfällig, weil ich bei Offenblende sehe was ich dann im Bild festhalte. Hier in der Aufnahme ist es allerdings vieles schon von Natur aus out of focus, weil die Ästchen halt wachsen wie sie wollen.

Die zweite Möglichkeit ist, die ebenso oft gescholtene Vignettierung zu nutzen: Ein dunklerer Hintergrund vor allem als Rahmen am Rand des Bildes hat einen ähnlichen Effekt, der mit DxO, LR und kameraeigenen Menues zwar rausgerechnet werden kann aber nicht immer muss, hier die originale und bewußt unbearbeitete Aufnahme, immerhin handelt es sich um ein EF 2.8 100mm macro L IS bei Offenblende:

www.slowfoto.wordpress.com/2010/08/16/s-l-o-w-f-o-t-o-der-woche-kw33/

Man tut sich leichter, wenn man vorher weiß was man haben will bzw. was das Equipment leisten kann. Die digitale Spiegelreflex hat dabei Vorzüge, die bezüglich der Brennweite recht einfach zu nutzen sind, der Vollformatsensor hat weitere Vorteile.

Es wird immer neue Software zur Bildumrechnung geben, das ist auch gut so, aber nutzen kann man auch die vorhandene Physik: Okay, der Kompaktknipser hat geringere Einflußmöglichkeiten, auch nicht mit 21 Wahlprogrammen, aber das interessiert ihn auch weniger, Hauptsache das Bauwerk oder die Person ist scharf abgebildet und gut zu erkennen. Dennoch kann man auch bei dieser eher unbeschwerten Art der Fotografie auf eine zufriedenstellende Hintergrundkomposition im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten achten, zumal der live-Bildschirm mittlerweile recht gut zeigt, was man als Aufnahme schließlich erhält.

Tamron bietet zum Thema Brennweite und Schärfentiefe zwei anschauliche Tools zum runterladen:

http://www.tamron.eu/de/objektive/brennweitenvergleich.html

http://www.tamron.eu/de/objektive/schaerfentiefenvergleich.html

(c) www.slowfoto.de

slowfoto der Woche (KW 13 2012)



Monduntergang

– Kamera: EOS 5D MkII
– Objektiv: walimex 8.0 500 T2
– Blende: [Av] F8.0
– Belichtungszeit: 1/45 sec
– Empfindlichkeit: ISO 320
– Belichtungskorrektur: -2LW
– Brennweite: 500mm x2 x1.4 x1.5 => 2.100mm
– Entfernung zum Fokus: unendlich
– Belichtungsmessart: Spot
– Bildstil: Snapshot
– Bildart: JPG
– Bildbearbeitungen:  DxO7 – PS – TOP

Alsfeld 5:55

Um den Mond formatfüllend auf dem Sensor abzubilden, waren hier drei Konverter (walimex 2-fach + Kenko 1.4-fach + Kenko 1.5-fach) hinter dem walimex 500mm Objektiv montiert, sicherlich ist das keine generelle Empfehlung für alle Aufnahmen. Stativ und Fernbedienung mit 2sec Vorlauf sorgten für Ruhe, PS lieferte sattere Kontraste ohne weitere Freistellung.

Vollformatsensor, Tele+Konverter, available light

(c) www.slowfoto.de

Einige Anmerkungen zu CANON Objektiven

 

Meine bisher verwendete Ausrüstung zur Fotografie

Gehäuse oder neudeutsch Bodies haben eine Halbwertszeit, die in der Aktualität den elektronischen Bauteile der Rechner ähnelt. Betrachtet man die Unterschiede einer EOS 300D oder D30/60 zur neuen 550D oder 7D, dann sind die Aufnahmen zwar nicht zwingend besser geworden, aber die Ausstattung, Bedienung und die Verarbeitungszeiten haben sich gewaltig geändert.

Gewichtig in der Anschaffung und Langzeit stabil in der Nutzung hingegen sind die EF-Objektive, egal ob lichtstärkere Festbrennweiten oder Zoome, besonders die stabilisierten IS Versionen: Als ich zum ersten Mal ein neues 2.8 100mm L IS macro ins EF Bajonett drehte, war mir gleich klar, dass dieses Glas eine wichtige Rolle beim nächsten Bühneneinsatz spielen wird.

Im Folgenden möchte ich aus eigener Erfahrung einige Gläser vorstellen, die ich jeweils intensiv genutzt habe, nach Anforderung wie professionelles Arbeiten oder ausgedehnter Fototour. Die Aussagen dazu sind deshalb auch persönlich zu werten, so wie meine gesuchten Informationen – wenn immer möglich – aus dazu berufenem Mund stammen soll: Auf einen irgendwo veröffentlichen Testbericht kaufe ich kein weiteres Objekt-iv oder sogenannte Nutzer Kommentare aus dem web-Handel (ich habe bestellt, erhalten, ausgepackt und finde nach 40 Aufnahmen gut) geben mir nichts.

Meine Art der optischen Prüfung besteht darin, möglichst identische Aufnahmen zu wiederholen, um z.B. gleiche Farbwiedergaben zu erkennen, diese Forderung stammt noch aus der Diafotografie und war damals auf Grund von Differenzen durch Fremdobjektive entstanden. Mittlerweile hat sich im Laufe der Zeit eine relativ große Sammlung von digitalen Aufnahmen aufgebaut, die Vergleiche von ähnlichen Aufnahmen mit verschiedenen Objektive in Ruhe ermöglicht. Basis sind kalibrierte Monitore. Für die korrekte Technik verwende ich die auch dreidimensional nachentwickelnde DxO Software, um aus den Korrekturen Rückschlüsse zu ziehen. Natürlich helfen auch seriöse Berichte aus guten Publikationen weiter.

 

Objektive für die EOS 300 bis 550D, wenn es kostengünstig, aber dennoch gute Qualität sein soll:

EF-S 18-55 4.5-5.6 / IS

Das leider arg verschmähte Set Objektiv, unter 100 €uronen zu bekommen, wird oft durch ein Fremdobjektiv mit riesigen Zoomfaktor ersetzt. Nicht besonders lichtstark und in der Ausstattung eher karg, bietet es eine Kleinbild äquivalente Standardbrennweite (KBÄ) von 29-88mm, deckt also einen 3-fachen Zoombereich ab.  Für einen kleinen Aufpreis erhält der Set-Käufer eine volltaugliche Kamera-Objektiv Kombination, die sehr gut weiter ergänzt werden kann. Im Fall eines Neukaufs läßt sich das EF 18-55 sehr gut auch als Retro-Objektiv mit einem Umkehr Set verwenden. Richtig montiert, zeigt es ordentliche Bildleistungen bis zu Objektgrößen von 40x60cm bei 28cm Distanz.

EF-S 55-250 4-5.6 IS

Der Nachfolger des EF 55-200 für den Cropsensor überzeugt durch wenig Gewicht und hat leider wieder nur eine Nahdistanz von 150cm. Preislich ist es für den kostenbewußten Amateur ideal als Tele-Ergänzug zum Set Objektiv, zumal es am Crop-Sensor immerhin einen Bildwinkel von bis zu KBÄ 400mm bietet, genial für leichtes Gepäck beim Wandern!

EF 35 2.0

Mit KBÄ 56mm kann es  als günstiges und lichtstarkes Normalobjektiv verwendet werden, es ist auf Grund der Bauzeit eher kostengünstig. Mit AF Voreinstellung auch für Action geeignet, bietet es im slowfoto Bereich die eigentliche Verwendung. Am Vollformatsensor begeistert es durch überdurchschnittliche Abbildungsleistungen und fantastische Farbwiedergabe. Es ist trotz Vordergliedfokusierung fast winzig und kann ab 25cm eingesetzt werden.

EF 50 1.8

Mit KBÄ 80mm ist es als  kurzes und lichtstarkes Teleobjektiv vielseitig verwendbar und ein must in jedem Objektivpool, weil es unter € 100.- erhältlich ist. Es gehört zu den leichtesten EF.

EF 85 1.8

Ein eher noch günstiges Glas mit Hintergliedfokusierung, das zu den am schärfsten zeichnenden EF überhaupt gehört. Die Naheinstellgrenze beträgt schon 85cm. Es ist sehr führig und begeistert mich wie das EF 35 2.0.

 

Weitere Objektive für den Crop-Sensor der EOS 20D bis 60D oder 7D , wenn es denn etwas mehr sein darf:

EF-S 10-22 3.5-4.5

Mit KBÄ 16-35mm ein sehr gutes Glas, dass in die erfahrene Hand gehört, damit nicht die besondere Perspektive den Betrachter ständig erschlägt. Es zeigt sehr geringe Verzeichnungen und gehört zu den leichten Vertretern. Für mich an der 350D der lange ersehnte Durchbruch und heute an der 7D noch so aktuell wie damals.

EF-S 15-85 3.5-5.6 IS

Mit der 7D wurde dieses Glas auf den Markt gebracht, bietet es KBÄ 24-136mm und kann damit als immer drauf gelten. Es deckt einen weiten und weitwinklig wichtigen Bereich ab, liegt sehr satt in der Hand und bietet optisch sehr viel Nutzen. Man kann damit sehr gut leben, für mehr an Panoramen stitchen oder für kleinere Bildwinkel freistellen.

EF-S 17-85 4.5-5.6 IS

Mit KBÄ 27-136mm gab ich mich sehr gerne zufrieden, weil das 10-22 schon im Korb war. Dieses Glas bietet ein angenehmes Handling bei ebensolchen optischen Qualitäten. Für mich ist es der erste Ersatz zum Set-Objektiv. Achtung, alle längeren Zoome schatten bei Naheinstellung und kleinen Objekten um 40x60mm im unteren Bildbereich etwas ab.

EF-S 18-135 3.5-5.6 IS

Der Telefreund freut sich über KBÄ 29-216mm und ansprechende optische Leistungen bei hinreichend weitem Winkel. Es wird im Set mit der EOS 7D angeboten und kann auch als immer drauf gelten, wenn der weitwinklige Zoombereich ausreicht. Bemerkenswert die Naheinstellung von 50cm. Alle bisher genannten EF-S Zoome sind bewährt und gut im Einsatz, wenn man Brennweiten und Gewichte zuvor sorgfältig planen kann.

EF 70-300 4.5-5.6 IS

Dieses Vollformat Objektiv ist in seiner Preisklasse ein Hit, wenn man eines bekommt, denn manchmal ist es auf Grund seiner Beliebtheit nicht auf Lager. Dabei stört der etwas lautere AF/IS-Betrieb oder die Baulänge im Telebereich wenig, wobei die optischen Leistungen stimmen.

EF 24 oder 28 2.8

Beide sind am Crop-Sensor lichtstarke Normalobjektive mit 38 oder 45mm KBÄ, klein, relativ leicht und sehr schnell.

EF 50 1.4

Es gilt als das bezahlbare 50er, kostet mehr als das 50 1.8, ist dafür viel besser verarbeitet (Metall- anstelle Kunststoffbajonett, innenliegender Fokus) und somit für den rauhen Betrieb als sehr lichtstarkes kurzes Tele mit 80mm KBÄ besser geeignet, ideal für Porträts und Aktion.

EF-S 60 2.8 macro

Ein Ausnahmeglas für echte Makros bis 1:1, kompakt, super verarbeitet, klasse Abbildungen. Im Handling bequemer als das EF 50 2.5 macro für den Anwender, der bei Crop bleibt, ein must für alles was klein ist bis unendlich. Ideal als kurzes Tele mit KBÄ 96mm.

 

Weil es im Vollformat für die 5D und 5D Mk II sein muss:

EF 16-35 2.8 L oder EF 17-40 4 L oder EF 20-35 3.5-4.5

Lange habe ich das EF 20-35 3.5-4.5 als Standard-Zoom an den analogen KB-Gehäusen gerne und ausgiebig für Diafotografie genutzt. Es wird heute nicht mehr gebaut und ist gebraucht ab € 200.- erhältlich, ein klasse Glas mit Festbrennweiten ähnlichen Qualitäten, leicht und klein und ideal für immer drauf, wenn es auf die Stadtpirsch geht, zudem wird es von DxO korrigiert! Auf der Suche nach mehr fand der Vergleich zwischen den beiden L-Gläsern nunmehr zu Gunsten des lichtstarken 2.8 16-35 L statt, dessen Abbildungsleistung trotz einem Millimeter mehr an weitem Winkel schon bei offener Blende einfach überlegen ist, und das nicht nur gegenüber einem 17-35 Exemplar, für das wiederum der günstigere Preis spricht, denn zweimal abgeblendet sind die Aufnahmen tadellos.

EF 24-105 4 L IS oder EF 28-135 3.5-5.6 IS

Das neuere 24-105 L IS ist als Setobjektiv zur 5D angeboten worden. Es deckt die für mich wichtigen Brennweiten ab, wobei ich manchmal ein paar cm im Telebereich  beim Vollformat vermisse. In unzähligen Situationen hat es sich bewährt und tolle Aufnahmen geliefert, deren kleine Fehler (Anamorphie und Vignettierung) DxO souverän ausbügelt. Das ältere 28-135 IS ist einfacherer Bauart bei halbem Preis, es gefällt durch die Naheinstellung von 50cm bei f135mm für Objekte ab 58×87. DxO korrigiert hier etwas mehr, dennoch ist es für Sparfüchse eine sehr gute Alternative.

EF 70-300 IS oder EF 70-300 DO IS oder EF 70-300 L IS

Leicht ab 630, noch leicht mit 720 und danach über 1.000 Gramm, so läßt sich das Trio auch beschreiben. Ich habe mich damals gegen das 70-300 IS entschieden, weil das DO IS für etwas mehr an Gewicht ein enormes Telepotential unsichtbar weil auf kleinstem Raum bietet, zudem leiser arbeitet (Stabi) und besser verarbeitet ist. Natürlich gibt die topfartige Gegenlichtblende optisch nichts her, schützt dafür rückwärts montiert fast das ganze Zoom sicher und stabil im Koffer. Ab Blende 8 sind die Aufnahmen okay. Ingesamt ist das DO IS die Einmal-Anschaffung für unbemerkte Teleaufnahmen oder zum Mitnehmen auf die Insel. Das L IS bietet noch mehr an Abbildungsleistung ab offener Blende, wiegt knapp über 1kg und kostet deutlich über 1k€ !

EF 50 1.4 oder EF 50 1.8 oder EF 50 2.5 macro

Das 2.5 macro liegt preislich zwischen den beiden Normalos und bietet ab Offenblende und ohne Geli (eingebaut) 1:1 bis unendlich. Deswegen würde ich es auch mit auf die Insel nehmen. Dazu ist ein Konverter erhältlich, der die Lichtsärke reduziert. Die beiden anderen Gläser sind schon weiter oben angesprochen. Alle drei zu besitzen sind m.E. eines zuviel und darüber kann man trefflich streiten.

EF 85 1.8 oder EF 100 2.8 macro oder EF 100 2.8 L IS macro

Wer hohe Lichtstärke sucht, nimmt das 1.8er als sicher eines der weltbesten, wer nah ran muss, das 2.8 macro als gleich gut  einzustufendes Glas. Ich habe beide für unterschiedliche Anwendungen, würde heute aber zum L IS tendieren, weil es mir mit dem Stabi noch einen Tick anwendungsbreiter erscheint, allerdings nicht im Makrobereich, sondern bei längerer Entfernungen ab 50cm (AL, Bühne, Objekt).

EF 70-200 4.0 L IS

Dieses leichte und überaus führige Zoom begeistert durch scharfe Abbildung ab offener Blende. Der Preis sollte in Verbindung mit dem Kenko 1.4 Konverter gesehen werden und im Vergleich zu den anderen EF 70-300 Zoomen. Es sollte in keinem Zoompool fehlen.

EF 70-200 2.8 L IS II und EF 100-400 4-5.6 L IS und EF 28-300 3.5-5.6 L IS

Diese drei Zoome sind für mich Ausnahmeerscheinungen, ein 2.8er, wie ich es mir für 24-80-105-135mm KB wünschen würde, ein Schiebe-Telezoom mit ebenfalls grandioser Abbildungsleistung und ein sehr gutes Allroundzoom, das man nie mehr abnehmen braucht. Ich kenne die drei Gläser gut und besitze sie nicht, weil sie immer zuhause bleiben würden.  Noch habe ich mich (leider) für kein Graues entscheiden können, sie sind mir persönlich doch zu auffällig, was keinerlei Kritik an der Qualität, sondern eine gefühlte Einstellung darstellt.

EF 24-70-105-135-200 2.8 L IS

Diese Zoom ist ein Fake,  das CANON noch nicht anbietet, es sei denn ohne IS als 24-70 2.8 L und knapp ein Kilo schwer, dafür schlicht schwarz, ein tolles Glas leider ohne Stabi, also heute etwas unzeitgemäß. Wenn man mit dem EF 24-105 L IS zufrieden ist, kann eine Steigerung nur in der bildqualitativen Umsetzung als lichtstärkere Variante bestehen oder brennweitenmäßig mit dem EF 70-200 4.0 L IS, zumal es sich um den wohl wichtigsten allgemeinen Brennweitenbereich handelt, vielleicht liest ja mal Jemand mit…

 

Empfehlenswerte Ergänzungen:

Extension Tube ET 12 / 25 (mm) II

Zur Verkürzung des Nahabstands sind diese Zwischenringe ein must, wer über kein spezielles Makroobjektiv verfügen will, nimmt eine 12 oder 25mm  ET je nach gewünschter Verringerung des Abstandes. Bei Fremdanbietern sollte auf die sichere Übertragung aller EF Funktionen geachtet werden.

Konverter

Zu Konvertern habe ich einige Erfahrungen gesammelt: Der KENKO 1.5 ist gut und preiswert, hinter dem EF 70-200 4.0 L IS oder allen anderen lichtstarken (Tele-) Brennweite ist der bessere KENKO 1.4 Konverter als leichtes Zusatzgepäck anstelle eines weiteren Objektives vorstellbar.

Vor allem lichtstarke Zoome lassen sich, um Kosten und weiteres Gewicht zu ersparen, mit Konvertern in Brennweitenbereich >verlängern<. Dazu bietet Canon eine 1.4 oder 2-fache Version, kostengünstiger sind die von KENKO (s.a.www.traumflieger.de). Meine Erfahrungen mit dem KENKO 1.4 sind so gut, mit kleinem Gepäck (EF 28-135 ->202) oder auf Reisen möchte (EF 70-300 L DO ->450) möchte ich ihn nicht mehr missen. Tipp: Nur den mittleren Kreuzsensor für den AF verwenden!  

Kosten und mehr,  mein versuchtes Fazit:

Wer mit dem großen Sucherbild der EOS 7D glücklich ist, weil er damit gut sehen = fotografieren kann, hat mit den genannten EF-S Kombinationen von 10-250mm sehr viele Möglichkeiten zu durchaus kostengünstigen Konditionen.

Wer durchs große Sucherbild der EOS 5D oder 5D Mk II schaut, sollte ein Mehr an Investitionen einplanen, erhält dafür aber auch mehr an Gewicht.

Leckere EF-Gläser lassen sich natürlich auch an die EOS 7D, 10-60D oder 300-550D andocken. Im wirtschaftlichem Bezug sinnvoll wird dies bei Festbrennweiten (außer EF-S 60 2.8 macro)  oder längeren Brennweiten (wie dem EF 70-300 IS). Sicher ist das EF 16-35 L ein tolles Glas am Crop Sensor, aber nicht zwingend die einzige ideale Alternative.

Aus meiner Sicht sinnvolle Kombinationen:

Spartipp: EOS mit drei Stellen vor dem D, EF-S 18-55 IS + EF-S 55-250IS

Mittelklasse: EOS 7D, EF-S 10-22 + EF-S 18-135 IS oder alternativ EF-S 15-85 IS plus EF 70-300 IS

Vollformat: EOS 5D Mk II, EF 20-35 + EF 28-135 IS + EF 70-300 IS oder alternbativ EF 2.8 16-35 L + EF 4 24-105 L IS +EF 70-300 DO IS (oder L IS) oder EF 70-200 resp. 100-400 L IS

Vollformat lichtstark: EOS 5D MK II +  EF 2.8 16-35 L + EF 2.8 24-70 L + EF 2.8 70-200 L IS + KENKO 1.4 Konverter

Konverter: EF oder KENKO 1.4/1.5

Vor jeder Anschaffung muss berücksichtigt werden, was ich nicht benötige. Vielleicht kann dieser sehr persönliche Bericht dazu etwas beitragen können, noch mehr dazu siehe auch:

https://slowfoto.wordpress.com/2011/11/28/etwas-scharfes-braucht-der-fotografierende-mensch-ars-in-vitro/

Slowfoto: Gute Fotos entstehen im Kopf, und der sollte so nah wie möglich am Geschehen sein!

oder besser Robert CAPA: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht dicht genug dran

wird fortgesetzt…

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