Vorhandenes Licht, künstliches und natürliches – am Beispiel myZeil in Frankfurt

Kaufhäuser oder architektonisch interessante Geschäfte haben mich schon immer begeistert. Zwar wurde die Bitte, fotografieren zu dürfen, auch mal abschlägig beschieden… An vorderster Stelle möchte ich das historische Londoner Liberty nennen, mit der eher niedrigen Geschosshöhe würde es heute baulich keine Chance mehr haben und gerade darin liegt der Reiz, von der eher unaufdringlichen Präsentation der Waren ganz abgesehen, man glaubte sich eher in einer privaten Ausstellung! Berlins KDW, der neuere Bären Komplex in Budapest, die eher kleine aber reizvolle Königsgalerie in Kassel und das klassische und mehrgeschossige Pariser La Fayette sind nur stellvertretend für die vielen angenehmen Orte genannt, an denen Kaufen noch ein Erlebnis und nicht immer nur eine Wandlung von Geld in Ware darstellt.

In Frankfurt gibt es noch einige dieser >alten< Geschäfte, vor geraumer Zeit ist mit dem myZeil Komplex ein imponenter neuer Koloss hinzugekommen. Eigentlich wollten wir den geplanten Besuch für einen Einkaufsbummel nutzen, leider oder für mich glücklicherweise hatten alle Geschäfte schon geschlossen, dennoch war myZeil zur blauen Stunde noch geöffnet, mit sehr wenigen Besuchern bei feierlicher Beleuchtung, ein idealer Zeitpunkt für den Fotografen. Während man oft lange oder vergebens auf eine weitgehend Personen freie Situation wartet, habe ich alle vorstehenden inside Aufnahmen innerhalb von 20 Minuten erstellt, die Kombination rauscharmer Vollformatsensor, lichtstarke und superweite Optik war ja zufällig in der Tasche. Die Aufnahmen zeigen den Weg über die ellenlange Rolltreppe nach oben und danach gings bergab, anschließend noch einige Impressionen von der Zeil bis zum Goetheplatz.

http://de.wikipedia.org/wiki/MyZeil

Als bisheriger JPG und DxO6 Nutzer habe ich diesmal konsequent die Nachentwicklung von RAW-Datei mit DxO7 angewendet. Für erstklassige und m.E weitgehend naturähnliche Farbwiedergabe (verfremden kann man ja immer noch) finde ich >Snapshot< und RAW ideal, danach in DxO7 mit dem Preset >Standard – neutrale Farbe nur RAW< nachentwickelt wegen der sichtbar differenzierteren Rot Gelb Wiedergabe, mit gesteigerten Feinkontrasten und verbesserten Strukturen. Dieser workflow scheint (m)ein derzeitiges Optimum, die parallel in der EOD 5DII gespeicherten JPGs sind eindeutig unterlegen! Einziger Nachteil ist die Dateigrösse von 20-30MB pro RAW bei der Aufnahme, das bedeutet bei 250 Bilderchen ca.10 GB  auf der CFC. Man muss mehrere große Speicherkarten haben oder nach jedem Shooting die RAW Dateien entweder extern speichern oder gleich nachentwickeln resp. in JPG rendern, am besten immer das Noti mitschleppen und danach die RAWs auf der CF-Karte der Kamera löschen. Bisher war eine 16GB CFC für bis zu zwei Wochen JPG gut 🙂 jetzt bedarf es auch größerer primärer Speichervolumina.

Das genannte Preset ermöglicht stimmige Aufnahmen nicht nur bei vorhandenem Licht in Räumen. Zum vergrößerten Betrachten wie immer eines der 45 Bilder anklicken.

– Kamera: EOS 5D MkII
– Objektiv: EF 2.8 16-35 L
– Blende: [Av] F2.8
– Belichtungszeit: meist 1/90 sec
– Empfindlichkeit: ISO 800
– Belichtungskorrektur: -0,5LW
– Brennweite: 16mm
– Entfernung zum Fokus: AF pre nur mit zentralem Kreuzsensor
– Belichtungsmessart: Integral
– Bildstil: Snapshot
– Bildart: RAW
– Bildbearbeitung: DxO7 Preset Standard – neutrale Farbe nur RAW – TOP (Traumflieger Online Picture) zur Datenreduktion auf 250KB

Frankfurt am Main, (my)Zeil und Goetheplatz 17-18Uhr

(c) www.slowfoto.de

FAQs – Nahfotografie geeignete Kameras, Brennweiten und Lichtquellen

 

Bilddaten EOS 350D EF-S 18-55 mit Traumflieger Retroadapter und Makro Flash Kit

 

Frage: Hast Du Erfahrungen mit LED-Ringlichtern für SLR? Das Ringlicht für die Coolpix hatte seinerzeit (2002: Nikon 950/990/995/4500 d.V.) nicht genug Leistung und hat keine gescheiten Bilder ergeben – nun geht die Entwicklung ja weiter.

  

Slowfoto: Das damalige doctoreyes Ringlicht zur Coolpix 990 war zunächst einreihig und ohne Anternative, ich hatte auch nichts anders und damit schon zufriedenstellend gearbeitet, die mehrreihigen LED-Ringe folgten erst später und zu anderen Preisen. Bis heute kenne ich immer noch kein wirklich ausreichendes LED-Licht für dSLR, schon der Popup-Blitz ist Lichtmengen mäßig haushoch überlegen!

 

Frage: Welche Naheinstellung ist empfehlenswert? Das Olympus-Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von 14,6 cm – und die Brennweite entspricht ja 70 mm klassischem Kleinbild. Das 50er Objektiv entstammt der Profi-Linie und kostet um die 6-700 €. Da liegt die Grenze bei 24 cm.

Slowfoto: Das hängt vom Bildwinkel und der Objektgrösse ab, bei der Canon Crop Sensor Kamera beträgt sie minimal 28cm bei 40x60mm Objektgröße, 55mm Brennweite vorausgesetzt. Für 1:1 musst Du ein Makroobjektiv oder Zwischenringe verwenden und näher ran, wobei Abschattungen des PopUp-Blitz durch das Objektiv zu beachten sind, nur bei der planen Sanyo E6 wegen des innen liegenden Objektives nicht, bei vorstehendem Objektiv kann ein Ringblitz mehr und das egal in welchem Winkel aussleuchten. Das Canon Mikroobjektiv MP-E 65 bildet auch unter 1:1 bis 1:5 ab, am Crop-Sensor sind das 16×24 bis 3×4,5mm Objektgrößen, mit dem Objekt direkt vor der Frontlinse wie bei vielen Kompakten im Weitwinkelmodus, dann helfen nur noch seitliche Lichtquellen. Man muss auch die dSLR per Objektivblick von der Kompakten oder dSLR mit Live View unterscheiden, die Kompakte bildet mit Brennweiten von 4mm (I-Phone 4) oder 6mm (Nikon 4500 Sanyo E6 Canon D10) und deren spezifischer Darstellung in der absoluten Nähe ab, die dSLR mit vergleichweise gigantischen 35-50-100mm (Fest-) Brennweiten zeigt diese Perspektive und Verzeichnung nicht und das bei größerem Abstand von 30-100cm. Es ist immer die Frage nach dem Einsatz, eine Kompakte ist in mehreren Sessionen weniger gut einzusetzen, die dSLR kann mit präzisen Festeinstellungen immer wieder gleiche Abbildungsleistungen liefern.

Frage: Welche Brennweite Makro empfiehlst Du derzeit für Dentalaufnahmen?  Ich habe jetzt eine Olympus- SLR (Four Thirds) und könnte günstig ein 35 mm bekommen, entsprechend 70 mm. Das 50 mm (entsprechend 100 mm) kostet fast dreimal so viel. Ein 150 mm von Sigma kostet ähnlich viel wie das 50er von Olympus. Meine Befürchtung bei einer zu langen Brennweite wäre es, nicht nahe genug an das Objekt herangehen zu können, um genug Licht aus dem Blitz darauf zu bekommen.

  

Slowfoto: Wenn Du das 35mm OLY Glas kaufen willst, achte auf die kürzeste Distanz (Nahgrenze), sonst benötigst Du wieder Zwischenringe und die kosten nochmals. Wenn Du einen externen Blitz verwendest, spielt die (nähere) Entfernung keine besondere Rolle, auch ein EF 2.8 100 Makro lässt sich mit dem Popup Blitz noich sehr gut ausleuchten. 

 Nach meinen Erfahrungen geht fast alles in der Hand des Versierten, nur kann man es sich leichter oder schwerer machen, hier deshalb eine Zusammenfassung:

* LEDs als einzige dSLR Lichtquelle sind derzeit für F19 im Nahbereich noch nicht verfügbar, ich warte auf das neue LED Video Light pro von Quenox.

 
* Eine billige Crop Sensor dSLR mit popoup Blitz und f55mm ist geiegnet für kleinste Objekte bis 40x60mm. Letztlich reicht für die geblitzte und damit langsame Nahfotografie eine alte EOS 300D, ab 6 Millionen Pixel bist Du gut schon dran im Nah-Club! Oder eine Schwester von Nikon, da kenne ich die D70 als Oldie. Eine Canon 1000D ist heute knapp über € 300.- erhältlich, wobei ich unbedingt auf ein EF-S 18-55 IS achten würde (Image Stabilizer).

 
* Zur OLY kann ich nichts sagen, m.E. sind für den Crop-Sensor 60mm (x1,5Nikon oder 1,6Canon) ideal, auch wenn Andere 100mm (entspricht 160mm KBÄ) favorisieren, schließlich wird dazu auch noch einen Ringblitz verkauft, den man für Querformat nicht wirklich zwingend benötigt!

 
* Für Vollformat musst Du einen Blitz und ein Makro kaufen, das wird demgegenüber ein mehr an Ausgaben und Gewicht beim Handling.

 
* Mit Fremdobjektiven habe ich keine Erfahrungen und ehrlich keine Lust, weil ich fast nur noch mit Vollformaten arbeite.

 

* Ich verwende für einfache Dokus im Nahbereich die SANYO E6 und für druckfähige Dokus die EOS 400D plus EF-S 60 makro mit dem Popup-Blitz. Als Ersatz für die nicht mehr erhältliche E6/E60 kannst Du die Canon Powershot D10 mit einer 10 Dioptrien Linse verwenden, dazu mehr auf www.slowfoto.de Einstellungstipps zur D10 https://slowfoto.wordpress.com/2011/01/10/nahfotografie-ein-geeignetes-und-kleines-equipment/ oder allgemein https://slowfoto.wordpress.com/2010/11/16/nahfotografie-ganz-einfach/

 

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