Martina HOLMBERG`s kreative Tipps: 60 für iPhone-Fotografie und 40 zu Apps

http://www.martinaholmberg.com/

www.dpunkt.de   ISBN 978-3-86490-016-7   €16,95

http://www.amazon.de/Tipps-f%C3%BCr-kreative-iPhone-Fotografie-Bildbeitr%C3%A4gen/dp/3864900166/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1344833741&sr=1-1

144 knappe DIN A5 Seiten, 350g Paperback, meist mehr als ein Foto pro Seite, i.d.R. mehr Bild als Text, drei Gastautoren, lohnt der Preis?

Nach vollständiger Lektüre und weit über einem Jahr intensiver Erfahrungen mit dem iPhone4, möchte ich die einem Katalog ähnlich aufgebaute Anleitung zu kreativen iPhotografieren nicht missen, so umfangreich sind die Informationen, so verständlich die Anleitungen, so ansprechend die fotografischen Ergebnisse!

Die 59 Tipps verteilen sich auf 7 Kapitel und 2 Gastbeiträge: Erste Schritte – Die richtige Einstellung – Schulen Sie Ihr Auge – Alltagsbilder – Die Apps als Möglichkeit – Porträts – Filmen sowie beide Gästegalerien. Es wäre müßig und ginge über eine Rezension weit hinaus, die Tipps zu kommentieren, da hierin der eigentliche Wert der fotografischen Aussagen dieser Fotografin steckt und nur die aufmerksame Lektüre das Verständnis weckt! Tipp 60 stammt vom Lektor (s.a. slowfoto der KW 33)…

Zudem fällt auf, dass außer den erklärenden iPhone Abbildungen alle gezeigten Aufnahmen bearbeitet sind, also irgendwie deutlich vom nackten Original abweichen, es handelt sich ja schließlich um kreative iPhone-Fotografie: Wer darauf keinen Wert legt, benötigt das Buch eben nicht!

Die Bearbeitung hat Schwerpunkte in den Apps, hier mal nach aufgeführter Häufigkeit geordnet, z.T mit mehrfachen Anwendungen, die zudem beschriebenen 40 Apps gehen noch weiter über diese hier aufgeführten hinaus:

Favoriten: 18 Plastic Bullet – 11 Hipstamatic – 8 Pictureshow – 6 Lo-Mob sowie Swanolab

bis 2 Nennungen: Bad Camera – Bambuser (überträgt Clips) – Best Camera – Dramatic B&W (Porträt) – FaceCam – Ingreed Booth – Instagram – Noir – Old Booth – Picture Effect – Photogene² – Tilt Shift Gen (auch für Videos) – Touch up Studio – 8mm-Vintage-Camera (simuliert 8mm Film)

Die iPhone eigenen Apps Fotos und HDR

Autostitch für Panoramen

Fotos für Bildbearbeitung, auch Videotrimmen (besser iMovie), findet sich im App Kamera

HDR für Schattenaufhellungen bei low light

Auch für mich nicht bekannt, zumal ich diese Schritte bisher lieber am großern Bildschirm ausgeführt habe, hier an am Beispiel des Apps Fotos:

Fotos ist nicht nur der Betrachter, sondern bietet auch eine kleine Palette an Bildbearbeitung wie  Drehen – automatisch Verbessern – Rote Augen (entfernen) – Beschneiden resp. neun Formate wählen. Videoclips können ebenfalls getrimmt werden (Tipp 54).

Fazit: Der Anwender kann mit diesem Buch unschwer beginnen, sein iPhone fotografisch zu erkunden. Man sollte sich zunächst auf die wenigen Grundanwendungen beschränken und nicht etwa alle 40 Apps im Block installieren, sondern App für App bewerten (wie es >im Buch steht<) und dann erst runterladen, denn wie immer ist weniger mehr und das in der Folge schneller in der Anwendung. Viele der Apps überschneiden sich im Angebot Bildbearbeitung, dennoch möchte ich noch drei meiner Favoriten hinzufügen: Panoramatic – Pro HDR – Snapseed, zu jedem ist im slowfoto Blog eine Bewertung zu finden…

Sowohl die Lektüre als auch die kreative Anwendung der Bildbearbeitung bereiten Freude, unbeschwert die Welt mit anderen (iphotografischen) Augen zu betrachten: die Unvollkommenheit einer (digitalen) Sofort-Bild-Film-Kamera mit der grenzenlosen Nachentwicklung im handlichen und chemiefreien Labor samt Briefkasten zum Versand führen zu einer neuen und liebgewonnenen Dimension der Fotografie, die mir (auch als altem Polaroidfan) bisher verwehrt blieb, zumal die sogenannten Fotohandies nur magere Qualitäten auswiesen. Mehr an Brennweiten oder Pixel als beim iPhone4 sind für die web Wiedergabe oder als 10x15cm Print eigentlich nicht notwendig, aber more than enough is never too much oder wie meine Mutter (86) gerne und oft sagt: dann wollen wir mal sehen was noch wird…

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iPhone 4 -> Kamera -> Scanner Pro -> Snapseed -> TOP

iPhotografie, available light, Bildbearbeitungen

(c) www.slowfoto.de

slowfoto der Woche (KW 33 2012)

Die Katze auf dem noch warmen Blechdach (beobachtet den Fotografen und der sie auch)…

– Kamera: iPhone4
– Objektiv: 3,9 mm fest eingebaut
– Blende: 2.8 fest eingestellt
– Belichtungszeiten: [auto] 153 sec
– Empfindlichkeiten: [auto] ISO 80
– Brennweite: 4mm
– Entfernung zum Fokus: AF pre auf dem Display
– Belichtungsmessart: AE lock pre auf dem Display
– Bildstil: gibt es nicht
– Bildart: JPG
– Bildbearbeitungen:  NIK Snapseed – TOP

Aufnahmezeit 17:19

Das iPhone ist für mich eine neue Dimension in der Fotografie geworden. Ich habe (m)ein iPhone4 2011 nicht zum Telefonieren, sondern zum Fotografieren gekauft. Die große Tochter wollte was Handliches für einen Wanderurlaub, die strapazierfähige und wasserfeste Canon Powershot D10 also eingepackt und vor Ort aus Neugierde das töchterliche iPhone mit der väterlichen Vollformat-DSLR verglichen…

Bleibt zu sagen, dass die D10 damit weitgehend out of interest blieb. Schnell waren die technischen Unterschiede herausgearbeitet, das iPhone Ergebnis lautete bemerkenswert aber ungewohnt. Mittlerweile ist es Immerdabei, WhatsApp Generator und Merkbilderbuch sowie mehrere GB bevorratende Musikbox mit edlem Klang über ebensolche in-Ohrhörer. Ein iPad brauche ich (noch) nicht…

Allerdings hat sich die Art meiner iPhone Fotografie völlig geändert: Während die Arbeit mit der dSLR eher in Richtung Qualität möglichst identischer Wiedergabe ging und geht, steht bei der iPhotografie die pure und kreative Lust, der völlig losgelöste und unbeschwerte Umgang mit dem Motiv im Vordergrund. Einzustellen gibt es eigentlich nichts und mit Tricks einiges, als (m)ein Beispiel für schnellste und beeindruckende Fähigkeit sei stellvertretend das APP (Applikation) Panoramatic genannt, dessen Vorgabe Portrait als Hochformat hervorragend für Landschaften und Städte sowie Räume geeignet ist bis hin zum 360Grad Pano. In der Kamera erstellt und verrechnet, versteht sich, also versandfertig für Empfänger! Ich kenne bisher keine andere Kamera, die diese Möglichkeiten bietet.

https://slowfoto.wordpress.com/2012/03/29/slowfoto-der-woche-kw-14-2012/

Buchtipp für Enthusiasten:

59 Bild für Bild aufgezeigte kreative Tipps finden sich in der edition espresso des dpunkt-verlag von Martina Holmberg, einer schwedischen Fotografin, die erst nicht mochte und dann doch dem iPhone Tribut schuldete: Prallvolles Können und Wissen der Autorin, gepaart mit kurzen aber prägnanten Erklärungen, dazu beispielhafte Aufnahmen, lustvoll bearbeitet, also easy to see so wie es der aktuelle Zeitgenuss eben mag: coffee to go… für mich bitte ohne Milch und vor allem ohne Zucker, so als espresso dopio an der Bar, in Ruhe!

Der 1. Tipp im Vorwort kommt zwar vom Lektor Fotografie des Verlags, worüber er selbst erstaunt war, er erklärt ohne Bild die Arbeitsweise des Auslösers, dieser funktioniert erst beim Loslassen, was mir auch nicht aufgefallen war und nun die bisher vergebliche Suche nach einer Fernbedienung (zunächst) erspart…

Das Buch aus der Reihe edition espresso bietet dem Starter eine Fülle von 40 Reizen zur Verwendung einer Auswahl der unzähligen angebotenen Apps zum iPhone, hier aber nicht in deren Inhaltsbeschreibung, sondern strikt auf die Anwendungen beschränkt: Aufnahmen werden sowohl aus aktuell modernen Blickwinkeln oder eben retro umgestaltet, so dass sie besser wirken als die schnöde Bilddatei aus der Kamera, es ist wie mit der Kleidung, die aus dem Betreffendem einen weniger interessanten Typen macht oder einen eyecatcher, der ja nicht zwingend als bunter Hund herumlaufen muss, es kommt auf die Dosis an. Und die beherrscht Frau (!) Holmberg auf  beeindruckene Art…

http://www.martinaholmberg.com/

www.dpunkt.de   ISBN 978-3-86490-016-7   €16,95 die sich mehr als lohnen!

iPhone, available light, Bildbearbeitungen

(c) www.slowfoto.de