slowfoto – mein Weg

Mein bisheriger Weg zur Slowfotografie 

Für die Aufnahme eines gelungenen Fotos gehören der fotografische Blick wie auch die Kenntnis der Technik, mein 1:1 Live Fotocoaching schult beides. Der Umgang mit der richtigen digitalen Kamera, die Grundlagen der Bildgestaltung wie Perspektive, Format und Ausschnitt werden an Hand auch eigener Aufnahmen geklärt, weshalb ich vorab um 3-5 deiner ausgewählten Fotografien per Mail bitte. Hier ein paar Eindrücke aus dem Themenkreis:

 

Welche Kamera ist die beste für mich?

Digitale Kameras gibt es wie Sand am Meer, welche soll ich nehmen?

hier geht es zu einer guten Kamera
…hier geht es zu einer guten Kamera – Gunther Stilling

Ohne Wissen versinkt man im Angebot, Männer sammeln (nicht nur) Kameras, auch Frauen benutzen oft untaugliches Gerät. Ein paar eigene Gedanken dazu:

  1. Wieviel Gewicht will ich herumtragen?
  2. Welche maximale Bildgröße (MPI) benötige ich überhaupt?
  3. Welche Bildfolge (Schnelligkeit fps) pro Sekunde ist für mich wichtig?
  4. Wieviele Objektive möchte ich kaufen?
  5. Wie resp. wo kann ich testen?

Anhand meines aktuell genutzten Equipments möchte ich auf die für mich wesentlichen Ausstattungen einiger Kameras, deren Bildgrößen und Preise (asgoodasnew.de Kauf // mpb.de Ver+Kauf) hinweisen, jede der Kameras wurde mehrfach hier im slowfoto Blog vorgestellt und bezüglich meiner Einstellungen besprochen:

Das iPhone 11 Pro Max ist mit 265g die leichteste immer dabei Kamera, hat einen 12MPI Sensor mit einer Bildgröße von 4.032×3.024 und 3 Festbrennweiten als stufenloses Zoom (13-26-52mm Kleinbild äquivalent) mit fixer Offenblende um F2 und kostet mit 256GB ca. €800 und das ist sie wert: Night, Porträt, Pano & Video Modus!

Die nicht mehr taufrische, aber 8fps schnelle und 540g leichte dSLM Canon EOS M5 hat einen 24MPI Sensor mit einer Bildgröße von 6.000×4.000, den kleinen Body mit ordentlichem Sucher und super Kontrollbildschirm und kostet neuwertig nur noch ca. €420 ohne Adapter für EF, ich habe 3 IS M-Objektive und ein kleines Pancake.

Meine älteste 940g schwere dSLR Canon EOS 6D hat einen 22MPI MPI Vollformatsensor mit einer Bildgröße von 5.472×3.648, kommt mit allem an Objektiven zurecht und kostet neuwertig nur ca. € 500, ich habe mehr als ein Dutzend EF und L Festbrennweiten und Zoome, EF-S Objektive besitze ich keine mehr, EF-R Objektive habe ich bisher auch aus Kostengründen noch nicht begehrt:

Meine lang ersehnte 800g mittelschwere spiegellose Vollformat Canon EOS RP hat einen 26MPI Sensor mit einer Bildgröße von 6.240×4.160 und kostet aktuell mit EF Adapter ca. €1.000 

Wer mit Vergrößerungen im Postkartenformat 10x15cm (Selphy Drucker zuhause oder Kodak Prints bei Rossmann) leben kann, ist bereits mit 5MPI auf der sicheren Seite, mit dem i- oder Smart Phone also bestens gerüstet. Ab 10MPI sind Vergrößerungen bis DIN A3, ab ca. 20MPI bis DIN A2 und mehr problemlos möglich. Letztlich muss man noch die Bildfolge pro Sekunde (fps) und die nachführende Qualität (Trefferquote) des Autofokus berücksichtigen, wenn man dynamische und scharfe Bildserien erstellen möchte. Im Tempo liegt das iPhone11 mit 240fpm sogar ganz weit vorn. Mit den ehemals Kompakten habe ich abgeschlossen, weil die Handy Kameras auf hohem Niveau sind und die Crop Spiegellosen bereits die Top Qualität erreicht haben.

Testberichte lese ich nur wenige, weil erstens die meisten keine Tests, sondern abgeschriebene Texte vom Hersteller sind, und zweitens viele Redaktionen zu wenig Zeit zur ausgiebigen Nutzung haben. Besser sind ehrliche Erfahrungen aus Langzeitanwendungen und Aufnahmen von Seminarteilnehmern.

Man hat also die Lust der Wahl, für den eigenen Einsatz die richtige(n) Kamera(s) anzuschaffen. Grundsätzlich gilt, dass eine neue und teure Kamera keine besseren Bilder >macht< als die alte(n Augen sehen)!

Der Weg zum besseren Foto – Hardware

Was ist nötig, um bessere Aufnahmen zu erhalten?

Nachdenken, was ich an Gerät wirklich brauche, und das ist nicht viel. Im Laufe meines fotografischen Lebens haben sich die Bedürfnisse für berufliche und dokumentierende Fotografie geändert, das Kernstück meiner aktuellen Beschäftigung betrifft das Festhalten und Wiedergeben von Eindrücken, die für die Erinnerung wertig sind.

Begonnen habe ich mit der Messsucher Kamera des Vaters, mit eingebautem Entfernungsmesser und einem F3.5 f50mm Objektiv, dazu dem Handbelichtungsmesser und extrem sparsamer Nutzung von Schwarz-Weißfilm und 7x10cm kleinformatigen Abzügen aus Kostengründen.

Heute sind es diese 3 sog. semiprofessionellen EOS und vor allem das iPhone Fotohandy mit nutzbarer Brennweite von 13-52mm KBÄ bei lichtstarken Objektiven on board und mit dem besten live view Bildschirm, den ich kenne. Will ich wie früher optisch sehen, nutze ich die 6D (dSLR) mit allen möglichen Wechselobjektiven (16-300mm KB), die RP vorzugsweise mit dem e-Sucher und gleichen Optiken, die M5 gerne per Kontrollbildschirm mit den stabilisierten EF-M und ibs. mit langen Brennweiten am EF Adapter, aus 300mm werden dann wegen 1,6 Cropfaktor 480mm!

Das Fotografieren im Freien gestaltet sich immer wieder nach dem gleichen Ablauf.

Wasserfeen
7 Wasserhüterinnen bei Eriskirch von Theresia K. Moosherr

5 Punkte bis zum Klick:

  1. Das Motiv erkennen und
  2. den Bildwinkel resp. eigenen Standpunkt festlegen,
  3. mit dem richtigen AF Punkt scharfstellen und
  4. das Bild interessant komponieren und
  5. mit den richtigen Voreinstellungen auslösen!

Je nach dem welche Kamera zur Anwendung kommt, gibt es unterschiedliche oder vergleichbare Ergebnisse:

Die Präzision des optischen Suchers einer Spiegelreflexkamera ist unerreicht, die Live View Darstellung auf dem großen Retina Display des Handys ebenfalls, der rückwärtige 3 Zoll Kontrollbildschirm der SLM Kamera liegt dazwischen. Am Handy Fotoapparat lässt sich wenig einstellen, es bietet dafür Zeitraffer Slo-Mo Video Foto Quadrat und Pano, wobei ich für fotografische Zwecke nur Foto oder Pano nutze. Die Spiegellose bietet, wie die dSLR auch, neben allen Grundprogrammen eine wachsende Anzahl von Automatiken, die auch dem unbedarften Anwender fotografische Meisterleistungen ermöglichen sollen 🙂

Richtig angewendet, können Automatiken die Anwendung durchaus erleichtern: Allen voran die Belichtung und der Weißabgleich, die ISO Empfindlichkeit und die Gesichtserkennung des Autofokus, die Mehrfachbelichtung oder der Sportmodus. Man sollte nur wissen, wie sich Änderungen auswirken.

Wichtig bei der Motivbeurteilung ist dessen eigene Bewegung, Architektur oder Landschaft lässt sich mit längeren Belichtungszeiten (1/60sec und länger) samt Bildstabilisatoren gut festhalten, Personen oder Fahrzeuge benötigen kurze Zeiten (1/125sec und schneller), es sei denn, man will Bewegungsunschärfen erzeugen (1/20sec und länger). Für Bewegungsschärfe gibt es auch die Sport Automatik.

Früher haben wir viel weniger aber sicher nicht schlechter fotografiert. Die Festbrennweite sorgte für eigene Bewegung und wird auch Turnschuhzoom genannt! Heute wird mit dem Handy bis zum Anschlag gezoomt und damit die Bildqualität versaut, anstatt ein paar Schritte zu laufen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher Umsetzung die bevorstehende Aufnahme interessant wird. Auch im Zeitalter der 50 Millionen Pixel Sensoren ist der Spielraum für die Belichtung gegenüber dem menschlichen Auge ähnlich eng wie früher: Entweder Schatten oder Sonne, aber nicht beide und das mittags um 12 Uhr! Auch ein Blick auf Himmel oder Wasseroberflächen bei tief stehender Sonne zeigt die Grenzen des Auges, irgendwann ist mit der Erkennung von Kontrasten Schluß weil viel zu viel an Licht!

zu hoher Kontrastumfang
zu hoher Kontrastumfang – Bregenz

Bildbearbeitung war früher obligat im Labor, heute wird jedes grausame Handybild per Filter aufpoliert und versendet. Die hinterleuchtete Bildwiedergabe hat Tücken aber auch Vorteile gegenüber dem Print.

Ziel meiner Bemühungen ist es, möglichst gute JPG Aufnahmen aus der dafür top eingestellten Kamera (out of cam = ooc) zu bekommen, die keine oder nur sehr wenig Nachbearbeitung benötigen. Das ist nicht immer möglich. Durchgängig RAW mit anschließend individueller Entwicklung sehe ich wegen des enormen Zeitaufwands für mich schon kritisch und beschränke das auf nur wenige und gezielte Aufnahmen.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das konzentrierte Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die wertige Bildkomposition nimmt, produziert viel Ausschuss oder ist ein einsamer Meister, der es mit einem einzigen Augenblick kann. Beim Betrachten, am besten mit anderen Augen, darf die Löschtaste eine wichtige Rolle spielen. Zudem hilft es mir, Bilder von anderen Fotografen anzuschauen, am liebsten großformatige in Ausstellungen.

Peter Lichtie
(c) Dedication St. Gallen Peter Liechti

Der Weg zu besser gestalteten Aufnahmen

Was ist für die Bildgestaltung wichtig?

Nachdenken, was ich letztendlich zeigen will: Nicht einfach drauflos fotografieren, was sich so alles vor der Linse bietet! Fotografieren im Freien gestaltet sich immer wieder nach dem gleichen Ablauf, ein Foto muss im Kopf >entstehen<, bevor es aufgenommen wird. Das Kopfkino kann man trainieren und was man nicht sieht, bleibt definitiv verborgen.

5 Punkte vor dem Klick:

  1. Ein mögliches Motiv bereits aus der Distanz erkennen und
  2. sich unbedingt so weit nähern, bis das gewünschte Format gefüllt ist,
  3. dabei den Blickwinkel (Hintergrund, Lichteinfall, Schattenwirkung) beachten und somit
  4. das Bild wertig komponieren (bewegte und statische Elemente, Oberflächen) und
  5. mit den für diese Situation unbedingt richtigen Voreinstellungen auslösen!

Dabei ist es relativ egal, welche Kamera zur Anwendung kommt, wenn sie denn für die Anwendung nur schnell genug ist und vom Anwender ausreichend beherrscht wird! Mein notwendiges Equipment habe ich oben vorgestellt.

Es gibt viele Regeln für Komposition, ich möchte beispielhaft nur den >Goldenen Schnitt< erwähnen. Grundsätzlich muss man sich mit diesen Grundlagen beschäftigt haben, um sie motivbedingt verlassen zu können: Auch ein mittig platziertes Motiv kann, mit Beachtung von Bildformat oder Hintergrund, als Ausnahme interessant wirken.

Für oft fehlerbehaftet erscheinen mir Weitwinkel Aufnahmen mit zu großen und leeren weil wolkenlosen Himmelsarealen, man kann den Horizont auch gegen den oberen Bildrand verschieben!IMG_1133_1500x1125

Auch Tele Aufnahmen leben vom Hintergrund, ibs. wenn dieser noch einigermaßen erkennbar ist! Die Konzentration allein auf das Motiv reicht meist nicht aus, ein wirklich interessantes Bild zu gestalten.

Komposition kann man lernen: Ein leerer 2:3 oder 3:4 Bilderrahmen, mit beiden Händen vor dem Körper gehalten, gibt den Bildwinkel recht genau vor. Ein 6 Zoll Handy oder ein noch größeres Tablett mit exzellenter Bildwiedergabequalität ist heute die Alternative, weil sie mit dem Live View >wysiwyg< (what you see is what you get) ermöglicht, für mich eine der schnellsten Möglichkeiten, die Einschränkungen durch die Kamera gegenüber den eigenen Augen zu erkennen.

Wenn ich keine für mich befriedigende Komposition erstellen kann, verzichte ich auf die Aufnahme, gleiches gilt für ungeeignetes Equipment, das nur technisch mangelhafte Aufnahmen ermöglichen würde. A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher Umsetzung die bevorstehende Aufnahme interessant wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zuviel Ausschuss.

 

Bildbearbeitung und Archiv – geeignete Anwendungen

Aufnahme, Bildbearbeitung und Archiv

Will ich fotografieren oder vor dem Bildschirm sitzen? Ich will beides im vernünftigen Verhältnis. Von Ausnahmen abgesehen nutze ich die heute gute JPG Engine nach entsprechender Einstellung (Bildstil) der Kamera und freue mich, wenn es keiner oder nur weniger Nachbearbeitung bedarf. Allerdings sind auch meine Aufnahmen oft nicht perfekt, was an der Kamera, dem Licht oder Motiv, den Umständen oder mir lag 🙂IMG_0601_1500x1125

 

Zur sinnvollen Ausrüstungen ist vieles schon gesagt, ebenso zum Kopfkino vor der Aufnahme. Hier mein Weg, nachdem die Aufnahmen auf dem Rechner gelandet sind:

5 Punkte nach dem Klick

  1. Geometrische Korrekturen bezüglich waagrecht resp. senkrecht und danach
  2. Objektiv- und Standortfehler eliminieren oder umgekehrte Reihenfolge
  3. Abschneiden oder/und Format (1:1 3:2 4:3 16:9 frei) ändern
  4. Helligkeiten verfolgen und ggf. ändern (Ambience), Schatten aufhellen (Shadows)
  5. Bildfehler (Dreck) entfernen, Strukturen verbessern (Structure Sharpening) und speichern

Wenn ich keine für mich befriedigende Korrekturen erstellen kann, lösche ich auf die Aufnahme lieber gleich, als über Gebühr Zeit für die Bildbearbeitung zu verbringen.

A&O ist das Sehen von Motiven und mit welcher mögliche geringen Nacharbeit oder Umsetzung die vorhandene Aufnahme interessanter wird.

Wesentlich für mich ist der Faktor Zeit und das kritische Betrachten. Wer sich vor dem Auslösen keine Zeit für die interessante Bildkomposition nimmt, produziert letztlich zuviel Ausschuss.

Geometrische Patzer gehören zu den häufigen Fehlern beim Fotografieren, viele Kameras erlauben, ein Gitternetz einzublenden oder die entsprechende Mattscheibe in der SLM/R auszutauschen. Notfalls hilft der Bildrand oben und seitlich zum horizontalen und vertikalen Ausgleich. Eigene Standorte mit Einbußen können auf dem Rechner korrigiert werden, zu stark auseinander oder zusammen fallende Linien ebenfalls (DxO View Point). Zuvor eignet sich die präzise Nachentwicklung (JPG oder RAW) ebenfalls auf dem Rechner.

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Bildfehler, die vom verwendeten Objektiv verursacht werden, können ebenfalls oft direkt in der Kamera oder, weil auch für viele Fremdgläser möglich, auf den Rechner nachentwickelt werden. Dafür muss man dann Geduld aufbringen, erhält danach ein sehr gut aufbereitetes Bild (DxO).

Aufnahmen erstelle ich immer im größten Format 2:3 der Kamera oder 3:4 vom Händy, denn abschneiden ist immer noch möglich. Zudem ist die höchste Bildgröße mit geringster Kompression sinnvoll, denn diese kann man auch mit geeigneten Programmen (TOP – Fast Resize) blitzschnell für das Versenden (z.B. 250KB bei 1.000×1.500) wandeln.

Nicht immer gibt es top vorhandenes Licht (=> AL), auch der Sensor macht nicht jeden Kompromiss mit. Zudem hat sich in dieser Richtung nicht wirklich viel getan, was die Entwicklung betrifft. Eine präzise Bildkomposition hilft, den möglichen Kontrastumfang einzuhalten, ansonsten belichte ich zur Rettung der Spitzlichter lieber etwas knapper (-1/2LW) und arbeite die Schatten nach, was dort allerdings das Rauschen verstärken kann. Der Ambience Regler (NIK Snapseed) ist bei der Verschiebung der harten Kontrastverhältnisse oft ein Segen, die Aufhellung mit dem um -2LW reduzierten Blitz manchmal auch, vor allem, wenn dieser nicht auf der Kamera platziert ist. Dabei darf die Belichtungszeit nicht vom Blitz synchronisiert werden, der sollte zudem auf den 2. Vorhang zünden, sondern dem vorhandenen Licht (AL) entsprechen!

Sensoren verschmutzen beim Objektivwechsel, weshalb das offene Bajonett immer nach unten zeigen sollte. Was die automatische Sensorreinigung nicht schafft, kann der vorsichtige Anwender selbst oder vom Fachmann entfernen lassen. Auch die Bildbearbeitung stempelt die Sensorflecken weg. Strukturen lassen sich durch zarte Anhebung verbessern (Snapseed), Nachschärfen ist für den Druck (Print) sinnvoll. Ebenso schwierig sind Farbtemperaturen zu beeinflussen, ganz schnell wird es dabei kitschig! Immer gilt, weniger ist hier oft mehr und deshalb vergleicht man mit dem Original ob die Änderungen noch im Rahmen liegen.

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Archiv

Für die Archivierung gibt es mehrere Möglichkeiten, ich verzichte bewußt auf die Verschlagwortung, weil das viel Arbeit zu Beginn erfordert, allerdings die Suche erleichtert. Wenn ich an ein Bild zurückdenke, erinnere ich mich i.d.R. an das Jahr der Aufnahme, den Ort oder die Person. Und so speichere ich in Verzeichnissen auch ab: 2021-Monat-Tag Ort Namen. Mittlerweile bieten Kameras schon täglich neuerstellte Ordner auf der Speicherkarte an, Apple >Fotos< speichert automatisch sogar die Ortsnamen. Im Grunde ist mein System nichts anderes als aus alten Window Zeiten, unter Nutzung der Explorer Strukturen mit Verzeichnissen und Unterordnern. In diesen sind dann die speziell >bearbeiteten< oder >selektierten< Bilddateien zu finden. Das funktioniert immerhin seit 2002 sowohl für die berufliche als auch private Fotografie: So wenig Aufwand wie sinnvoll nötig! Aufpassen muss man bezüglich des sicheren Datenbestandes: Immer eine doppelte Sicherung, Cloud und externe Festplatte-n regelmäßig anwenden.

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© slowfoto.de

 

FAQs: Einfach bessere Fotos – wie man sie erhält

  

„Einfach bessere Fotos“ – my way:

Fotografieren ist nicht schwierig, solange man nichts davon versteht. Wenn man diese Kunst aber begriffen hat, dann wird man gefordert.

Die Kraft eines Porträts liegt in dem Bruchteil der Sekunde, in dem man etwas vom Leben der fotografierten Person versteht. Die Augen erzählen viel, der Gesichtsausdruck… Ein Porträt nimmt man nicht alleine auf, der Andere schenkt es einem.

EOS 5DII – kleine Tomate auf dem Holztisch draussen – unbearbeitet 2010

Die folgenden Gedanken sind für mich die wichtigsten, was meine Fotografie betrifft. Ich möchte in einer Zusammenfassung aus rund 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Thematik versuchen, die für mich wesentlichen Fundamente einer guten Fotografie zu erklären: Heutzutage ist es für Jeden recht einfach, Fotoaufnahmen zu machen, man wählt [auto] und knipst einfach drauf los. Will man ein Handwerk ausüben, ist zuvor eine entsprechende Ausbildung notwendig, um die einzelnen Strukturen der Tätigkeiten zu erlernen. Knipsen kann hingegen Jeder.

Meine frühe fotografische Ausbildung bestand im Wesentlichen aus der Anwendung fototechnischer Parameter, weil die 35mm Kamera erst einmal >bedient< werden musste, heute nimmt der moderne Apparat dem Nutzer alle notwendigen Einstellungen ab.

Über die wertige Bildkomposition habe ich erst später gelesen (Andreas Feininger), und die ist heute wie früher immer noch Sache des Anwenders, denn die Kamera beherrscht sie nicht: Hinstehen, Zoomen und Abdrücken führt i.d.R. zu langweiligen Aufnahmen, weil Strukturen in der Aufnahme fehlen. Wenn gezeigte Aufnahmen Aufmersamkeit erregen, wenn vor allem Frauenaugen sie bemerkenswert (like it!) finden, dann sind diese sensiblen Strukturen in den Bildern zu finden. Alles andere wird einfach übersehen oder schnell vergessen.

EOS M3 Zeppelin NT 2015

Wenn man gewisse Strukturen beherzigt, weil man sie verstanden hat, werden die Aufnahmen besser und lassen sich sogar >verkaufen<. Wer eine >bessere< Kamera kauft, teuer und dafür mit billigem (zigfach Zoom-)Objektiv, bleibt bei >seinen< Bildern. Wer aber einen Kurs besucht und/oder sich gezielt weiterbildet, wird fast egal mit welcher Ausrüstung Aufnahmen mit Aussagen erstellen.

Mittlerweile reicht mir ein gutes Händy für viele shots: Das Bild entsteht schon in der Entfernung bereits im Kopf, und weil ich mit beiden Augen etwa 180 Grad Blickwinkel habe, muss ich zunächst differenzieren, was ich für wichtig halte, und beurteilen können, ob das auch fotografisch machbar ist. Die Struktur ist dabei das Wichtigste, (zu) viele Details verderben die Aussage, ein >eyecatcher< muss vorhanden sein, die Aufnahme soll ja aus dem Üblichen herausfallen! Man kann dies auch Botschaft, Geschichte oder Thema nennen: Was will ich mit diesem Foto aussagen? Nichts ist langweiliger als eine Fotoshow von 300 Aufnahmen, die meist ohne präzise Aussage und dabei oft technisch schlecht sind, sich in vielen Standpunkten wiederholen und einer langwierigen Erläuterung bedürfen! 30 Gute Aufnahmen mit knappem Kommentar fesseln die Zuschauer weit mehr.

iPhone 4 – wilder grüner >Löwenzahn< – unbearbeitet 2011

Jedes Foto benötigt >eine< Aussage als Basis, die über den vorhandenen Details steht. Diese Struktur lebt von Kontrasten, Farben und Schatten von hell bis dunkel und ist wichtiger als alle anderen Details. In meinem ersten Bild ist die (wichtige) rote Tomate der Mittelpunkt, das ergraute Holz der Tischplatte die (unwichtige) Umgebung. Rot fällt stark auf, Grau hält sich dezent zurück. Weitere Akzente setzt man bewußt mit der Brennweite (geringe Schärfentiefe => Freistellen) und/oder mit der Arbeitsblende (offen => sichtbare Vignettierung), weshalb ich heute auch auf die nachträgliche Korrektur (DxO) vorhandener sog. Schwächen mancher Objektive verzichte, ich nutze sie lieber für die individuelle Bildgestaltung. So werden die Aufnahmen einfach interessanter, was eine für die Bildbetrachtung positive Bereitschaft beim Betrachter voraussetzt, denn wer nicht richtig hinschaut, bekommt auch nichts mit.

Nikon Coolpix E 4500 WW so nah wie möglich, das Rechteck wird zum Kissen 2009

Ausnahmen sind die gräßlichen Verzeichnungen, die uns Zoomobjektive frühester digitale Kompaktkameras geboten haben.

Akzente setzen

Weitere Akzente setzt man mit passenden Brennweiten (resp. Panoramen beim iPhone) oder man geht so nahe wie möglich ran (wenn Du etwas abschneiden musst, dann warst Du zu weit weg). Weitwinkel haben einen speziellen optischen Charakter in der Tiefe, Teleobjektive zeigen den Ausschnitt. Das WW ist anspruchsvoll in der Bildgestaltung, weil nah bis fern sehr lang ist. Das Tele ist gnadenlos, wenn der uninteressante Hintergrund scharf mit abgebildet wird. Zoome, vor allem billige mit großem Bereich, verbiegen noch mehr auch in der Bildebene, nicht nur im Sinne von Kissen und Tonnen. In der Natur spielt das eine geringere Rolle, in der Kultur hingegen sind diese Verzeichnungen sichtbar. Bei beiden Gläsern sind offene Blendenwerte eine gute Möglichkeit, das wesentliche Subjekt auf der Schärfenebene abzubilden und so gegen den unscharfen Hinter- resp. Vordergrund freizustellen. 

Ebenso bedeutend ist die Farbe in der Bildaussage. Mit Schwarz Weiss kann man keine Farbakzente wiedergeben, mit Farben keinen SW Effekt erreichen. Ich fotografiere immer in Farbe, denn SW kann ich weitestgehend am Rechner und in Ruhe erarbeiten. Geliebte Ausnahmen sind fast monochromatische Aufnahmen bei Dunst oder Nebel.

EOS 5Ds vernebelter Sonnenaufgang am südlichen Bodensee – unbearbeitet, feinste Details 2016

Man sollte beim Fotografieren nicht nur ein Detail erspähen, sondern den Kontext desselben in seiner Umgebung, die Komposition muss stimmig sein, sonst wirkt die Aufnahme uninteressant.

Selbst mit ausgefuchster EBV lassen sich Strukturen nur weiter herausarbeiten, aber fehlende nicht ersetzen. Was fehlt fehlt, basta, wobei ich burn&dodge, also das Aufhellen oder Abwedeln bestimmter Partien in der Aufnahme, für bildverbessernd einsetze, wie früher beim Fotopapier in der Dunkelkammer. Eine sehr gute Aufnahme kann dadurch gewinnen. 

Welches Subjekt oder Motiv ist das wichtige?

Mal flott gesprochen, auch eine Toilette kann was hergeben 🙂

iPhone6+ – herzlich willkommen (das Foto ist stark bearbeitet) 2016

Im Grunde ist es fast egal, was als Subjekt dargestellt wird, Hauptsache die Aufnahme spricht an. Okay, hier ist es krass dargestellt, diese Toilette entspricht überhaupt nicht meinen Vorstellungen, zumal die sinnlichen Eindrücke per Bild nicht dargestellt werden können, müssen auch nicht. Immerhin bewundere ich die letzten Nutzer dieses stillen Örtchens… Warum also diese Aufnahme: Ich fotografiere (hemmungslos) was mir auffällt, nicht was Andere vielleicht sehen wollen. Hauptsache es gibt Farben, Linien und Strukturen und das Subjekt ist unschwer erkennbar.

Komposition

Bei der Bildkomposition kann und sollte man Details zunächst vernachlässigen, den Überblick aber im Auge behalten. Bei der SLR bedeutet das ein Blick durch das Objektiv, einmal Kamera runter, beim LiveView beides gleichzeitig mit beiden Augen. Die Vorzüge des LiveViews habe ich mit dem Mäusekino der ersten Nikon Coolpix lieben gelernt. Ein Pad ist für LiveView besonders geeignet, verfügt meist über schwache fotografische Leistungen. Moderne dSLR lassen sich mit dem Pad oder Händy koppeln, was Stativ Verwendung voraussetzt mit allen Nachteilen mobiler Fotografie, ich möchte mich lieber solange bewegen, bis der Bildausschnitt passt und keine oder nur wenig Nachbearbeitung nötig ist. Mittlerweile liebe ich Aufnahmen mit dem Handy… what I see is exactly what I get!

iPhone4s alles im grünen Bereich – unbearbeitet 2015

Wohin schaut das Auge zuerst

Nein, nicht Frauen- oder Männeraugen sind gemeint, sondern die beim Betrachten der Aufnahme oder zuvor der Umgebung! Helligkeit, Kontrast und Sättigung bestimmen den Eyecatcher. Erst danach wandert der Blick weiter, allerdings zählt der erste Eindruck stärker (wie im richtigen Leben eben). Deshalb gehören bildbestimmende wichtige Detail eher zentral angeordnet und nicht in die Ecken versteckt: GROSSBUCHSTABEN sind der Titel, der Text führt dann weiter. Panoramen mit dem iPhone müssen zwingend zuvor abgefahren werden – auch ohne Speicherung, um die Wirkung beurteilen zu können, (Super-) weinwinklige Aufnahmen sorgfältig kontrolliert sein. Hinspüren, hinschauen, dann erst klicken.  

EOS 6+ Angebot hinter der Scheibe – unbearbeitet 2015

Die Ecken dürfen dunkler (Vignette) und dennoch durchgezeichnet sein, so dass der Blick auf die bildwichtige Mitte gelenkt wird. Das widerspricht zwar der Wirklichkeit, ist aber ein guter Trick, die Aufmerksamkeit zu führen. HDR und DxO verwendet man, wenn man von Ecke zu Ecke völlig durchgezeichnete Aufnahmen haben will. 

Geschriebenes lesen wir von links nach rechts und von oben nach unten, das schafft Gewohnheiten. Was gegen Gewohnheiten verstößt, wird nicht immer als okay bewertet. Einzig das Logo der Deutschen Bank besteht außer dem quadratischen Rahmen aus einem dynamischen Balken von links unten nach rechts oben, als Synonym für die ausschließlich positiv aufsteigende Entwicklung durchaus auch untauglich 😦

Aufhellen und Abdunkeln

Dodge and burn gab es schon in der SW-Dunkelkammel, das Fotopapier wurde selektiv länger nachbelichtet oder kürzer abgewedelt, um dunkle Partien aufzuhellen oder helle abzudunkeln. Am Rechner ist es einfach, man werkelt so lange, bis alle Augen zufrieden sind…

EOS 5D Dokumenta 2007

Wesentliches – Ablenkung und Knalleffekt

Alles was ablenkt = stört, sollte aus der Aufnahme entfernt werden, sei es vor dem Klick oder danach am Rechner, man kann am Rande oft Zuschneiden (crop) oder in der Aufnahme Stempeln (überschreiben). In der Dunkelkammer war für jeden falschen Schritt ein neuer Abzug nötig, am Rechner wird der letzte falsche Schritt verworfen. Wichtig ist, dass die Veränderungen (fast) unsichtbar bleiben sollen, oder man bezeichnet Übertreibungen als Kunst (resp. kunscht vergesse).

EOS 100D 2013 bearbeitet

Gesten

Gestik ist die Sprache ohne Worte, der Gesichtsausdruck oder die Haltung der Hände sagt etwas! Kinder oder sehr alte Menschen haben oft vielsagende Gesichter. Bei Porträts hilft es oft, dem Betroffenen anzusprechen oder ihm etwas in die Hand zu geben.

Contax 2.8 50mm 35mm SW ca. 1953

Farb (-lehre)

Auch hier hat mich Andreas Feininger mit seinem Standartwerk beeinflusst. Je nach gewünschtem Bildausdruck sollen warme Farben (Rot – Orange – Gelb – Weiss) mehr den Vordergrund, kalte ( Grün – Blau – Violett – Schwarz) mehr den Hintergrund betonen. Komplementärfarben wie Orange (vorn) und Blau (hinten) schaffen Spannung. Ein kalibrierter Bildschirm respektive LifeView zeigen präzise what you see ist what you get, der optische SLR Sucher nicht. Farben in Harmonie sind vom eigenen (erworbenem und vorhandenem) Farbempfinden abhängig, mein linkes Auge sieht z.B. etwas wärmer als das rechte! Warme Farben stimmen friedlich, kalte regen an. Frauenaugen können m.E. Farben besser einschätzen, was sich leider nicht immer im eigenen Äußeren niederschlägt. Wenn die in der Aufnahme vorhandenen Farben nicht wirklich zufrieden stellen, versuche ich es in Schwarz-Weiss umzugestalten oder reduziere die Sättigung auf 10-20%.

PowerShot D10 Appetizer – unbearbeitet 2011

Licht

Fotografieren ist Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Ohne Licht gibt es kein Foto, Licht ist Farbe, Dunkelheit und Helligkeit, Kontrast und Schatten(fall) plus Struktur. Natürliches Licht ist für mich eine sich wandelnde Stimmung, die ich im Studio so nie erhalte.

EOS 350D 10mm Mahnmal Berlin 2005

Still Picture – Momentaufnahme

Das (gerahmte) Foto ist 2-dimensional, das Leben nicht, es ist laut und riecht und es lässt sich in keinen Rahmen packen. Potentielle Aufnahmen lassen sich mit einem geschlossenen Auge besser beurteilen: Wieviel Verlust verträgt ein Foto? Oder wieviel Input gewinnt es durch die Reduktion? Die verlustige 3. Dimension lässt sich oft durch die Bildtiefe ausgleichen, man muss auf den Verlauf Vorder- zu Mittel- und Hintergrund achten (Landschaften und Licht).

iPhone 6+ Blick vom Nebelhorn nach Süden 2016

Der alte Trick: Erst laufen, dann stehenbleiben, mit beiden Händen vor den Augen den imaginären Rahmen bilden (Bildwinkel = Brennweite) und die Komposition beurteilen, und dann vom optimalen Standpunkt aus fotografieren. Scheißwetter gehört im Leben dazu, Wasser ist ein wertvoller Spiegel, ich liebe Glas, Meere und Seen. Mit der Erfahrung und Zeit >erblickt< man diese Kristallisationspunkte oder Schlüssel für das Foto, weil man sieht, was man kennt.

Kopie oder Vorbild?

iPhone 4s Vertrauen ohne weitere Worte – unbearbeitet 2015

Der Versuch, einen Meister zu kopieren, ist zum Scheitern verurteilt, vom Meister hingegen zu lernen, ist erlaubt: Je mehr Ausstellungen man besucht, desto größer wird der Wunsch nach einem eigenen Stil, und den gilt es zu entwickeln resp. zu fördern. Mein Wunsch hinsichtlich Fotografie ist es, bei möglichst allen vorhandenen Lichtsituationen Aufnahmen erstellen zu können, die sich von denen der Mitschaffenden unterscheiden, ein Beipiel: Das illuminierte Berlin lockt jährlich tausende von Stativträgern in die nächtlichen Strassen, ich habe nur eine spiegellose Cropsensor Kamera mit einem stabilisierten Weitwinkelzoom (zusammen unter 550g) und einer App, die 4 Bilder (in einer Sekunde aufgenommen) rauscharm zusammenrechnet. Basta. Schneller geht nicht. Es sei denn, die Technik baut eine Kamera, die mit ISO 25.600 und nur einer Aufnahme gleiche Resultate liefert (1,5kg)… Man sollte seinen eigenen Neigungen folgen und aufnehmen, was einen selbst fasziniert, das ergibt schließlich gute Bilder. Und ab und zu nach links und rechts schauen, denn andere Fotografen sind auch gut oder noch besser!

Nikon E 990 2002 Salvador Dali ist m.E. der allererste Begründer digitaler Denkweisen, beim Betrachten schnell blinzeln, dann erscheint der amerikanische Präsident (l.u.) ganz groß im Umriss

Faktor Technik

EOS M3 Interbike Friedrichshafen – unbearbeitet 2015

Früher hatte ich eine Briefträgertasche voll Gerät und meine Freundin schleppte das Stativ (ich hätte das vermutlich nicht gemacht!). Heute sagt mir meine Frau, mach mal eine Aufnahme davon und davon oder sie nimmt ihr Händy (einschließlich Exif, GPS und Zeitdaten ca. 200g).

Faktor Zeit

In zwei Stunden oder zwei Wochen Urlaub kann Keiner bessere Fotos machen, als schon im Web vorhanden sind. Aber andere… So wie man die Uhr nicht zurückdrehen kann, ist die (richtige) Situation verpasst, wenn alles stimmt, sollte man abdrücken! Das bedeutet, wertige Situationen aufmerksam zu beobachten und dabei den Fotoapparat schußbereit zu führen.

EOS 5DII LiveView aus der Hüfte 2012

Das vorhandene Licht ist, im Gegensatz zum Studioblitz, nicht konstant, die aktuell vorgefundene Situation nicht für die Ewigkeit identisch, es gilt, das Foto jetzt aufzunehmen, also Augen auf und schnell reagieren. Mit der Erfahrung von zig-tausenden Fotos geht das ganz gut, die ersten 10 bis 50 Tausend Aufnahmen sind sowieso nicht die besseren 🙂 – also kritisch üben und kritisch verwerten und löschen! Die schnelle Bildrate ist nur in der Meisterhand interessant, ansonsten eher ein Greuel für den Betrachter.

Fazit

Hat man gelernt hat, maßgebliche Strukturen in der Komposition eines Bildes zu erkennen, wird man wesentliche interessante Aufnahmen erzielen als die meisten Knipser. Die bleiben einfach stehen, als den besten Standort für den richtigen Blickwinkel und den günstigsten Lichtverlauf aufzusuchen und dann erst abzudrücken. Mit Hoffnung wird keine Aufnahme besser, egal welches (teure) Äquipment zur Verfügung steht, das führt nur zu inhaltslosen Schnappschüssen. Es gilt, vor dem Klick zu sehen, zu erkennen, zu bewerten und dann erst umzusetzen. Die Kamera beherrscht keine Komposition, sondern gibt >nur< mehr oder minder genau wieder, was auch im Sucher zu erkennen ist.

Nikon E 990 – unbearbeitet 2001

Nikon E 990 – unbearbeitet 2001

Absolut wichtig ist der eigene Standort und zudem die Positionierung der Kamera. Oft genügen geringe Korrekturen und die Aufnahme bekommt Profil, ein Beispiel: Kleine-re Kinder stellen sich auf Augenhöhe einfach besser dar! Im Nachhinein ist der View Point nur geringfügig zu verändern (DxO VP). Werden Tricks angewendet (HDR, Langzeitbelichtung vom Stativ, Panoramen, Stacking u.v.a.m.), sollten sie ausreichend beherrscht werden.

Wer diese Basics beherrscht, erzielt mit fast egal welcher Kamera interessante Aufnahmen (hmmm – oooh!)

SANYO E6 – zwei engagierte Feuerwanzen 2009

© slowfoto.de