FAQs – Nahfotografie geeignete Kameras, Brennweiten und Lichtquellen

 

Bilddaten EOS 350D EF-S 18-55 mit Traumflieger Retroadapter und Makro Flash Kit

 

Frage: Hast Du Erfahrungen mit LED-Ringlichtern für SLR? Das Ringlicht für die Coolpix hatte seinerzeit (2002: Nikon 950/990/995/4500 d.V.) nicht genug Leistung und hat keine gescheiten Bilder ergeben – nun geht die Entwicklung ja weiter.

  

Slowfoto: Das damalige doctoreyes Ringlicht zur Coolpix 990 war zunächst einreihig und ohne Anternative, ich hatte auch nichts anders und damit schon zufriedenstellend gearbeitet, die mehrreihigen LED-Ringe folgten erst später und zu anderen Preisen. Bis heute kenne ich immer noch kein wirklich ausreichendes LED-Licht für dSLR, schon der Popup-Blitz ist Lichtmengen mäßig haushoch überlegen!

 

Frage: Welche Naheinstellung ist empfehlenswert? Das Olympus-Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von 14,6 cm – und die Brennweite entspricht ja 70 mm klassischem Kleinbild. Das 50er Objektiv entstammt der Profi-Linie und kostet um die 6-700 €. Da liegt die Grenze bei 24 cm.

Slowfoto: Das hängt vom Bildwinkel und der Objektgrösse ab, bei der Canon Crop Sensor Kamera beträgt sie minimal 28cm bei 40x60mm Objektgröße, 55mm Brennweite vorausgesetzt. Für 1:1 musst Du ein Makroobjektiv oder Zwischenringe verwenden und näher ran, wobei Abschattungen des PopUp-Blitz durch das Objektiv zu beachten sind, nur bei der planen Sanyo E6 wegen des innen liegenden Objektives nicht, bei vorstehendem Objektiv kann ein Ringblitz mehr und das egal in welchem Winkel aussleuchten. Das Canon Mikroobjektiv MP-E 65 bildet auch unter 1:1 bis 1:5 ab, am Crop-Sensor sind das 16×24 bis 3×4,5mm Objektgrößen, mit dem Objekt direkt vor der Frontlinse wie bei vielen Kompakten im Weitwinkelmodus, dann helfen nur noch seitliche Lichtquellen. Man muss auch die dSLR per Objektivblick von der Kompakten oder dSLR mit Live View unterscheiden, die Kompakte bildet mit Brennweiten von 4mm (I-Phone 4) oder 6mm (Nikon 4500 Sanyo E6 Canon D10) und deren spezifischer Darstellung in der absoluten Nähe ab, die dSLR mit vergleichweise gigantischen 35-50-100mm (Fest-) Brennweiten zeigt diese Perspektive und Verzeichnung nicht und das bei größerem Abstand von 30-100cm. Es ist immer die Frage nach dem Einsatz, eine Kompakte ist in mehreren Sessionen weniger gut einzusetzen, die dSLR kann mit präzisen Festeinstellungen immer wieder gleiche Abbildungsleistungen liefern.

Frage: Welche Brennweite Makro empfiehlst Du derzeit für Dentalaufnahmen?  Ich habe jetzt eine Olympus- SLR (Four Thirds) und könnte günstig ein 35 mm bekommen, entsprechend 70 mm. Das 50 mm (entsprechend 100 mm) kostet fast dreimal so viel. Ein 150 mm von Sigma kostet ähnlich viel wie das 50er von Olympus. Meine Befürchtung bei einer zu langen Brennweite wäre es, nicht nahe genug an das Objekt herangehen zu können, um genug Licht aus dem Blitz darauf zu bekommen.

  

Slowfoto: Wenn Du das 35mm OLY Glas kaufen willst, achte auf die kürzeste Distanz (Nahgrenze), sonst benötigst Du wieder Zwischenringe und die kosten nochmals. Wenn Du einen externen Blitz verwendest, spielt die (nähere) Entfernung keine besondere Rolle, auch ein EF 2.8 100 Makro lässt sich mit dem Popup Blitz noich sehr gut ausleuchten. 

 Nach meinen Erfahrungen geht fast alles in der Hand des Versierten, nur kann man es sich leichter oder schwerer machen, hier deshalb eine Zusammenfassung:

* LEDs als einzige dSLR Lichtquelle sind derzeit für F19 im Nahbereich noch nicht verfügbar, ich warte auf das neue LED Video Light pro von Quenox.

 
* Eine billige Crop Sensor dSLR mit popoup Blitz und f55mm ist geiegnet für kleinste Objekte bis 40x60mm. Letztlich reicht für die geblitzte und damit langsame Nahfotografie eine alte EOS 300D, ab 6 Millionen Pixel bist Du gut schon dran im Nah-Club! Oder eine Schwester von Nikon, da kenne ich die D70 als Oldie. Eine Canon 1000D ist heute knapp über € 300.- erhältlich, wobei ich unbedingt auf ein EF-S 18-55 IS achten würde (Image Stabilizer).

 
* Zur OLY kann ich nichts sagen, m.E. sind für den Crop-Sensor 60mm (x1,5Nikon oder 1,6Canon) ideal, auch wenn Andere 100mm (entspricht 160mm KBÄ) favorisieren, schließlich wird dazu auch noch einen Ringblitz verkauft, den man für Querformat nicht wirklich zwingend benötigt!

 
* Für Vollformat musst Du einen Blitz und ein Makro kaufen, das wird demgegenüber ein mehr an Ausgaben und Gewicht beim Handling.

 
* Mit Fremdobjektiven habe ich keine Erfahrungen und ehrlich keine Lust, weil ich fast nur noch mit Vollformaten arbeite.

 

* Ich verwende für einfache Dokus im Nahbereich die SANYO E6 und für druckfähige Dokus die EOS 400D plus EF-S 60 makro mit dem Popup-Blitz. Als Ersatz für die nicht mehr erhältliche E6/E60 kannst Du die Canon Powershot D10 mit einer 10 Dioptrien Linse verwenden, dazu mehr auf www.slowfoto.de Einstellungstipps zur D10 https://slowfoto.wordpress.com/2011/01/10/nahfotografie-ein-geeignetes-und-kleines-equipment/ oder allgemein https://slowfoto.wordpress.com/2010/11/16/nahfotografie-ganz-einfach/

 

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Nahfotografie – ein geeignetes und kleines Equipment

Um es vorweg zu nehmen, es geht hier nicht um eine Vorgehensweise für absolut vergleich- und reproduzierbare Nah- oder Makroaufnahmen aus unterschiedlichen Aufnahmesessionen, sondern um eine einfache und sichere Wiedergabe von kleinen Objekten, die mit der dSLR >out of the box< so nicht aufgenommen werden können (anstelle Cropsensor plus Makroobjektiv plus Ringblitz): Mit dem Kit-Objektiv 18-55 bei f55mm und dem Popup-Blitz endet die Nahaufnahmefähigkeit bei 28cm Distanz mit kleinsten Objektgrößen von immerhin 40x60mm!

Ist das Objekt der Begierde kleiner und lässt nähere (Flucht-) Distanzen zu, kommen die Vorteile kompakter Kameras (NIKON CoolPix 950 bis 4500, SANYO Xacti E6 und E60) mit kleinerem Sensor (Crop Faktor >=5) zum Tragen, die aufgeführten Modelle werden allerdings seit geraumer Zeit nicht mehr hergestellt: Hervorgehoben hier nochmals das fantastisch einfache Handling der E6, ohne Zubehör und nur mit dem abgeklebten Blitz (eine Lage weißes Papier) sind bei mittlerer Brennweite eindrucksvolle Detailwiedergaben bis zu Briefmarken großen Objekten bei 4MPI möglich.

Aktuell bietet CANON die Powershot D10 als wasserdichte Kompakte mit innenliegendem 3-fach Zoom und obenliegendem Blitz zum Strassenpreis von ca. € 235.- an. Ich verwende diese Kamera seit über zwei Jahren für alle Situationen, in denen ich keine dSLR schleppen oder eine Nahaufnahme erstellen möchte (s.a. -> slowfotos der Woche und Einstellungstipps). Zudem habe ich mich, entgegen meinem sonstigen Vorgehen, bei dieser Kamera auch gerne auf den [Auto]matikmodus verlassen: Hier bietet die D10 interessanterweise eine kurze Distanz [Blume] bei f6,2mm mit halbwegs Restlicht allerdings ohne automatische Blitzaufhellung, im [P] Modus hingegen auch mit erzwungenem Blitz bei ISO 80, die Abbildungen dazu sind unten. Eine zusätzlich montierte 5-10 Dioptrien Vorsatzlinse erlaubt längere Abstände und damit Fluchtdistanzen durch längere Brennweiten bis f16,8mm (37mm auf hier 43mm Adapterring, 43mm 10Dio-Nahlinse).

D10 mit Diffusor und Nahlinse

Ein Problem entsteht bei der Ausleuchtung durch den eingebauten Blitz, der zwar in 12 Uhr Position richtig positionert ist und somit seitliche Schatten vermeidet, aber durch den massiven Objektivvorbau bei kürzesten Entfernungen in den unteren Bildbereichen abgeschattet wird. Abhilfe schafft, wie auch schon bei den Nikon Modellen mit dem seitlichen Blitz, den Verwendung eines selbstgebauten Diffusors (500g Yoghurtbecher, 37mm Lochschnitt im Boden), schön ist er nicht aber so billig wie gut: Einfach aufstecken und blitzen!

D10 mit Diffusor

D10 mit Diffusor von oben

Viel Spaß beim Basteln…

s.a. bisher

https://slowfoto.wordpress.com/2010/11/16/nahfotografie-ganz-einfach/

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/04/canon-powershot-d10-einstellungen/

Abbildungen unbearbeitet

F8 1/60sec ISO 80 f6mm ohne Blitz

alle weiteren F8 1/15sec ISO 80 f6mm, hier mit Blitz und Abschattung im unteren Bereich

hier mit Diffusor und gleichmäßiger Ausleuchtung

hier mit Blitz und zentraler Überbeleuchtung

hier mit Joghurtbecher-Diffusor und gleichmäßiger Ausleuchtung

(c) www.slowfoto.de