FAQs: Halterungen und Mini-Stative – Tipps für das iPhone

Frage: Welches Stativ nutzt Du für das iPhone? 

das Leichteste, ein Dreifuß findet im Griff Platz

slowfoto: Mit meinem ersten iPhone4 hatte 2011 ich eine tiefgreifende Begegnung in Martin Joppen`s Fotostudio in Frankfurt, der begnadete Nikon Fotograf erstellte damals bereits Kugelpanoramen mit dem Phone. Dieser Tag war auch mein erster zu Fuß mit dem neuen Fotoapparat, mit einer Bildstrecke an die ich mich heute noch gerne erinnere. Bis heute habe ich fast kein Stativ o.ä. genutzt, sondern das iPhone stets in der linken Hand gehalten auch mal abgestützt, seit dem 6+ ist zudem die Optik stabilisiert, beim 4er immerhin schon die Videofunktion, weswegen ich die Stabi-Funktion beim Sensor und nicht in der Linse vermute.

Mein aktuelles 7+ hat in [Camera+] 1/3sec als längste Belichtungszeit der Einzelaufnahme, längere Zeiten werden aus mehreren Aufnahmen zusammengerechnet, der App-Tipp des Linzer Fotografen Werner Harrer [Slow Shutter] bietet zusammengerechnete Langzeitbelichtungen bis 60sec plus Bulb, dafür ist dann ein stabiler Stand absolut nötig!

Harrer`s online Kurs zur iPhone X Fotografie hat mich damit eines besseren belehrt, wobei ich auf dem Weg zum Stativ zunächst bei noch halbwegs mobilen Teilen angekommen bin 🙂 Aus vorhandenem Zubehör habe ich mehrere Halterungen zusammen gebaut und möchte die im Einzelnen vorstellen, bei 220g Eigengewicht des 7+ mit Case:

BILORA 1012 mit 3-Fuß montiert am Griff, 122g leicht und klein mit der China Klemme

NONAME China Selfie Stab mit Kabelauslöser, 133g leicht aber auch 5-fach länger verstellbar, funzt dank Audio Adapter auch am Lightning Anschluss

TSCHIBO 157g Selfie Stab, stabil per 2-fach Auszug, mit angecliptem BT Fernauslöser (der hat alsbald den Akku Geist aufgegeben), kann aber per BT Remote Shutter für IOS und android betrieben werden

CULLMANN 276g komplett CB2 Kugelköpfchen an der 11,5cm Stativsäule vom Nanomax, handlich per anatomischem links oder rechts Lenkergriff vom Fahrrad,

mit absolut fixer ROLLEI Schraubklemme, dafür gibt es schon ab €10 viele Alternativen

CULLMANN 267g solo CB5 Kugelkopf an der 11,5cm Stativsäule wie vor, hier allerdings auch für die dSLR vorgesehen, funzt auch mit der ROLLEI Schraubklemme (s.u.) und das CULLMANN Nanomax 200T 400g 3-fach ausziehbares Tischstativ für die 11,5cm Stativsäule, sehr stabil und deshalb auch für die dSLR mit schwerem Glas geeignet, ibs. wenn man den Tripod Mount Ring nutzt

CULLMANN CC30 124g stabile Klemme mit 2 Gewindeschrauben oder

CC60 249g extrem stabile Gewindeklemme mit ebenfalls 2 Gewindeschrauben und 3 Aufnahmebuchsen jeweils für Stativ oder Kameraboden

NOVOFLEX PANORAMA 167g Drehteller mit Libelle, entweder auf dem Stativ oder wie hier auf dem großen CS33 Saugnapf von CULLMANN auf jeder glatten Fläche oder Glasplatte resp. an jeder Scheibe fest zu bekommen, Mini Libelle vom Baumarkt

mein Favorit für viele Situationen – auch als Stand

Für unterwegs zählt jedes Gramm Gewicht, weshalb das 220g iPhone+ für mich schon die zeitlich meist genutzte Kamera darstellt, und zwar ohne jegliches Zubehör. Geht es aber um Langzeitbelichtungen oder Präzision oder schwierige Bildwinkel und Blickrichtungen, ist sinnvolles Zubehör oft ein Segen, für die indoor Nutzung oder im Studio hingegen kann es nicht stabil genug sein.

iPhone 7+  ooc  Fast Resize

(c) slowfoto.de

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Panoramen – mit dem Nodalpunkt

Im vorgehenden Bericht wurden die Panoramen mit der 360 Grad Panoramaplatte ohne weitere Beachtung des Nodalpunktes erstellt, s.a.

https://slowfoto.wordpress.com/2011/04/07/panoramen-leicht-gemacht-mit-einer-360-grad-panoramaplatte/ 

wobei zu erwähnen bleibt, das dieses Vorgehen eher für Landschaften oder Naturaufnahmen geeignet ist, vor allem, wenn die geometrisch korrekte Abbildung nicht so im Vordergrund (auch dem in der Aufnahme) steht. Komplexe Strukturen mit geraden Kanten oder Ecken hingegen, wie sie in architektonischen Innenräumen oder Outdoor Bereichen vorkommt, bedürfen für die präzise Wiedergabe einer weiteren Technik: Die senkrechte optische Drehachse des Aufnahmesystems muss mit in die Bildkomposition einbezogen werden. Zum Stativ und der Drehplatte kommt noch ein Einstellschlitten unter die Kamera, wobei hier im Bild die exzentrische Fixierungsschraube am unteren Ende des Schlittens bereits richtig für 20mm Brennweite positioniert ist.

Der Begriff Nodalpunkt ist in Wikipedia sehr gut erklärt (Knotenpunkt, optische Achse)

 http://de.wikipedia.org/wiki/Knotenpunkt_(Fotografie)

und es bedarf danach nur noch Erläuterungen zu seiner gezielten Anwendung: Vorteile ergeben sich vor allem für die nachträgliche Bearbeitung, wenn der  Nodalpunkt für jede einzelne Brennweite sorgfältig beachtet wird, weil näher und weiter entfernte Objekte in gleicher Position auch bei Drehung der Kamera plus Optik stabil vor Ort bleiben. Dieser für die Drehbewegung wichtige geometrische Punkt ist dann noch nicht gefunden, wenn vordere Objekte sich bei Drehung im Uhrzeigersinn nach links verschieben, dann liegt er weiter hinten, also weg von der Stativmitte, verschieben sich nähere Objekte dabei gegenüber dem Horizont nach rechts, liegt er weiter vorn. Was man einfach einmal austesten muss, um es dauerhaft zu begreifen…

 

Hier die wie vor erklärte Positionierung der Kamera mit einem f20mm Objektiv für maximale Nutzung des Canon Photostitch Programms. Markierungen für geeignete Brennweiten auf der Schiene helfen den richtigen Punkt schnell wieder aufzufinden, in meiner fotografischen Arbeit sind das gerne f20mm, nun das Ergebnis, wobei die korrekte Stativ Aufstellung und die Belichtungsmessung letztlich länger gedauert hat als die zehn Aufnahmen, denn dazu muss der Panoramateller nur weiter gedreht werden…

So gerüstet wird die panoramische Arbeit wesentlich erleichtert, in Innenräumen ist man ohne Nodalpunkt einfach nur schlecht beraten. Ohne Stativ und Drehplatte unterwegs, sollten Motive mit nahen und fernen Objekten zugunsten der entfernten bevorzugt werden, was in der peripheren Natur durchaus zu finden ist, ein kritischer Blick durch den Sucher vor der Aufnahme schafft Klarheit. Panoramen haben einen besonderen Reiz in der Wiedergabe auf großen Ausgabemedien, ansonsten sind wenige Hochformataufnahmen gestitcht bis hin zum 1:1 Format von Vorteil, wie das Alsfelder Rathaus einmal möglichst unverzeichnet trotz geringer Entfernung und weitem Winkel.

https://slowfoto.wordpress.com/2011/04/20/s-l-o-w-f-o-t-o-der-woche-kw-17-2011/

(c) www.slowfoto.de

Panoramen leicht gemacht mit einer 360 Grad Panoramaplatte

etwas mehr als 360 Grad

NOVOFLEX Präzisionstechnik in Memmingen ist Fotografen als Lieferant von unterschiedlichstem Zubehör bekannt, das aus den Regalen der Feinmechanik stammt, für die viele Werkstätten aus dem süddeutschen Bereich bekannt und berühmt sind. Vom Adapter über das Balgengerät, die Einstellschlitten, Haltesysteme, Klemmen, Kugelköpfe und Kupplungen bietet Novoflex Lösungen in High-End-Ausführung, hier ist es die Universal-Panoramaplatte (€ 109.-), die auf das Stativ und unter den Kamerabody montiert exakte Zuordnungen von Winkelgraden bei waagrechter Ausrichtung ermöglicht:

http://www.novoflex.com/de/produkte/panoramafotografie 
/panoramaplatten/

Insbesondere 360 Grad Panoramen gelingen wesentlich einfacher, wenn bestimmte Parameter eingehalten werden:

1) Definierte Festbrennweite-n für geringste Objektivfehler, Zoome nur mit postproduktiver Nachentwicklung (z.B. DxO) hinsichtlich optischer Fehler und Vignettierung (s.a. link unten)

2) ISO 100, ausreichende Blende >5.6 und entsprechende Belichtungszeit, also gutes Licht für identische Aufnahmeparameter im [M]anuellen Programm auch für WB und Belichtung

3) Stativ mit Wasserwaage und Drehteller, wobei die Sensorebene idealerweise im Mittelpunkt liegen sollte

Lässt der Fotograf auch nur einen Punkt aus, dann ist viel Nacharbeit oder manchmal auch kein Erfolg angesagt, wie ich es als lausiger Nutzer eines Stativs selbst oft erlebt habe. Digitale Kompakte bieten oft ein Panorama-Programm im Menue, wobei durch 1/3 Überdeckung und fixierte Blende/Zeit/WB Werte das Vorgehen erleichtert wird. Sinnvollerweise ist als Messaufnahme die hellste Motivpartie im Panorama zu werten, auch wenn es sich dabei nicht um die erste Aufnahme von ganz links handelt!

Für die digitale SLR kann die Panoramaplatte eine wertvolle Hilfe bieten. Schon bei der ersten Verwendung fällt der satte Lauf der blauen Panoramaplatte mit der Gradeinteilung auf, wie sie für die Entfernungseinstellung alter >schwerer< Objektive üblich war, gleiches gilt für die blaue Schraube, mit der die Friktion bis zum Stillstand zu regeln ist, feinste Mechanik für die Ewigkeit halt…

Von Vorteil ist die Kenntnis der horizontalen oder waagrechten Winkelgrade der verwendeten Optik, wobei ein Abzug für etwas Überdeckung wie vor nötig ist. Als Faustregel gilt für folgende vollformatige Brennweiten und 360 Grad Panoramen zusätzlich zur ersten Messaufnahme für die manuellen Einstellungen für Vollformat (VF):

f15mm – Bildwinkel in Grad horizontal 74 vertikal 53 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 5-6 bei Querformat und  8 bei Hochformat nur für den Crop Sensor

f20mm – Bildwinkel in Grad horizontal 84 vertikal 62 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 5 bei Querformat und 10 bei Hochformat wie alle folgenden für VF

f35mm – Bildwinkel in Grad horizontal 54 vertikal 38 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 7-8 bei Querformat und  11 bei Hochformat

f50mm – Bildwinkel in Grad horizontal 40 vertikal 27 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 10 bei Querformat und 1 5 bei Hochformat

f85mm – Bildwinkel in Grad horizontal 24 vertikal 16 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 16 bei Querformat und  24 bei Hochformat

f135mm – Bildwinkel in Grad horizontal 15 vertikal 10 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 35 bei Querformat und  39 bei Hochformat

f300mm – Bildwinkel in Grad horizontal 6,5 vertikal 4,4 – benötigte Aufnahmen für 360 Grad Panorama ca. 58 bei Querformat und  88 bei Hochformat

Die Anzahl der benötigten Aufnahmen hängt von der jeweils gewünschten Deckung der Bildanteile ab.  Für Panoramen mit sehr nahen Objektanteilen lässt sich die geeignete Brennweite nicht immer aus der Tabelle ablesen, ein kleiner Raum mit viel Mobiliar in Nähe zum Drehpunkt verträgt sich in der Abbildung nicht mit sehr großen Bildwinkeln, für hohe Objekte hingegen sind Hochformataufnahmen trotz höherer Bildzahl eine interessante Alternative, gerade auch wegen der kleineren Bildwinkel. Für Vollformat gilt ein mäßig weiter Winkel im Handling als einfacher, wobei sich kürzere Brennweiten im Hochformat (z.B. f24mm für kürzere Abstände) und etwas längere (z.B. f35mm für weitere Distanzen) im Querformat anbieten, die Anzahl benötigter Aufnahmen beträgt damit jeweils um 10. Es soll noch erwähnt sein, dass kürzere Brennweiten nahe Objekte betonen und solche in größerer Entfernung kleiner darstellen, ein Blick durch den Sucher oder der aktuelle Live-View gibt die Situation wieder.

Die vorstehende Aufnahme als 360 Grad Panorama entstand im April 2011 um 14 Uhr Sommerzeit, erkennbar an der Sonneneinstrahlung, mithin eine meiner präferierten Aufnahmesituationen. Als Kamera kam die Canon EOS 5DII, als Objektiv das alte EF 3.5-4.5  20-35mm  zum Einsatz, die Bilddaten sind ISO 100, f20mm im Hochformat, F11 bei einer 1/250sec im [M] Programm, die Messaufnahme war auf das Rathaus im linken Bildbereich. Canon PhotoStitch verarbeitet im Vollformat mit minimalen Brennweiten bis 20mm, im Cropformat bis 15mm! 10 unbearbeitete Originale wurden zu einem 21MB Panorama mit 21.479×4942 Pixel gestitcht und für die Wiedergabe hier auf 6.500×1.500 und 500KB reduziert. Diese Panos stellen die erreichbare Grenze an weiten Winkeln dar und sind dem Anfänger nicht zu empfehlen.

Fazit: Wer an Panoramen Freude empfindet und damit arbeiten möchte, versucht zunächst sein Glück mit einer digitalen Kompakten und der entsprechenden Einstellung im Programm-Menue. Der dSLR Anwender verknüpft zunächst 2 oder 3 (Hochformat) Aufnahmen, bis das Stitchprogramm ohne große manuelle Eingriffe passable Ergebnisse liefert. Auch hier gilt, dass zunächst etwas mehr an Brennweite deutlich weniger an Problemen birgt, man muss ja nicht gleich mit 14mm im Vollformat arbeiten. Canons PhotoStitch ist für mich eine respektable Software, da sogar die Brennweite des verwendeten EF-Objektivs berücksichtigt wird. Die hohe Schule der 360 Grad Panoramen bedarf verschiedener obligater Grundeinstellungen an der Kamera und eines Stativs, vorzugsweise mit einer Panoramaplatte mit Libelle wie der hier besprochenen, auch unter bewußter Missachtung des präzisen Nodalpunktes. Nebenbei, die Panoramaplatte eignet sich vorzüglich auch für völlig ruckfreie horizontale Schwenks beim Filmen…

180 Grad mit nahem Objekt

Bisher zum Thema erschienen:

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/08/bildbearbeitung-nach-der-kamera/

https://slowfoto.wordpress.com/2010/10/16/panoramen-%e2%80%93-leicht-gemacht/

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/07/reisefotografie-richtig-auswahlen-fotografieren-und-prasentieren/

…wird fortgesetzt!

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