slowfoto der Woche (KW 01 2013)

Fortschritt, damit wir in Verbindung bleiben: Floraler Funktelefonmast mit echtem Vogel

Antennen Kopie_Snapseed.top

– Aufnahmezeit: nach 16 Uhr
– Kamera: EOS 400D
– Objektiv: EF-S 3.5-5.6 18-55
– Brennweite: f55mm
– Blende: F14
– Belichtung: 1/60sec
– Belichtungsmessart: Mehrfeld
– Belichtungskorrektur: 0
– Empfindlichkeit: ISO 100
– Bildart: JPG
– Bildbearbeitungen:  Snapseed – TOP

Danke an Dr. Angelika SENGER für diese Aufnahme aus Marokko: Die weitere Interpretation über das Wohlgefühl der Möve ist dem Betrachter überlassen…

(c) www.slowfoto.de

Iceland – Mark war dort!

Ein Freund berichtet von seinen fotografischen und anderen Erfahrungen aus einem aktuellen Aufenthalt auf Island: Lieber Mark, vielen Dank für die tollen Aufnahmen mit den vielen ehrlichen Tipps zur Entstehung, alle Rechte (Bilder und Text) verbleiben wie immer beim Verfasser. Nächstes Mal möchten wir aber auch die Aufnahmen Deiner Freundin sehen… lG pp

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Anbei ein kurzer Bericht über unseren Island Tripp unter dem Aspekt Fotografieren, wir hatten als Ausrüstung dabei:

D700 28-300VR, 50/1,8, 12-24, 150-500 Sigma, Cokin Filter Grauverlauf und Grau bis ND8, Manfrotto Stativ CLB55 mit 478 Kugelkopf, Kenko 1,5er Konverter etc.

D90 18-200VR, Cokin´s, leichtes Slik Stativ

Überflüssig waren 50/1,8 und ein zweites Cokin Set sowie ein zweites Stativ, ich würde nächstes Mal ein leichtes Reisestativ mitnehmen: Es war zwischendurch so extrem windig, dass es mir sogar mein Manfrotto mit Kamera umgeweht hat. Das große Sigma 150-500 ist wirklich nur dann sinnvoll, wenn man die Papageientaucher fotografieren will, sie sind allerdings nur bis August vor Ort.

Wir hatten vom Wetter her alles von plus 14 Grad mit herrlichen Sonnenschein bis minus 10 Grad bei Schneesturm. Ich würde immer einen 4WD Mietwagen empfehlen, selbst die Hauptverkehrsringstrasse ist nicht durchgehend asphaltiert. Mit einem „normalen“ Mietwagen kommt man teilweise nicht zu den 2-3km von der Ringstrasse entfernten Attraktionen wie Gletscherlagunen, die nicht „mainstream“ sind. Selbst mit dem kleinen Jymni mussten wir im Hochland aufgrund von Schneewehen auf dem Weg nach Askja umkehren, ansonsten hat der sich als extrem geländetauglich erwiesen 🙂 siehe das Bild im Fluß – ob er es denn geschafft hat?

Ich bin auch kein Stativfreund, wenn man ehrlich ist, benötigt man das nur für die Bilder von den Wasserfällen, eine bis ISO 1600 brauchbare DSLr setze ich mal voraus. Allein dafür lohnt es sich dann schon, ein Gorillapod (übrigens unter http://www.aliexpress.com ab unter €10.-) oder der „Bohnensack“ sind nicht ausreichend!

Ein Graufilter ND8 reicht ebenfalls nicht aus, man muss extrem abblenden, mit dem Cokin Filter Set (in Größe P, ansonsten meine Empfehlung für Filter) und „billigen“ China Filterscheiben erhält man einen extremen Lilastich in den Bildern, wenn man 2 ND8 hintereinander steckt, den man aufwendig entfernen muss. Das Wetter hat sich häufig so extrem schnell geändert, dass es oft gar nicht möglich war, den Grauverlaufsfilter schnell genug aufzusetzen.

Einen Polfilter hatten wir auf der D90, ob der sinnvoll war? Darüber kann man streiten, meine Polarisationssonnenbrille war es auf jeden Fall 🙂

Zu den Stativen: Gizo sind mir zu teuer und dann auch wieder zu sperrig. Für richtig stabil habe ich das Manfrotto. Eines zum Reisen wird folgen, allerdings mit kleinem Packmaß.

Sorry, den Blitz hatte ich vergessen zu erwähnen und ebenfalls vergessen in Island zu benutzen 🙂 Ich fotografiere zu 90% mit Blende 8 und dafür brauche ich kein 50/1,8er.

Zwischendurch auf unserer Fahrt nach Landmanalaugar, einem „Campingplatz“ mitten im Hochland mit wahnsinnig beeindruckenden Farben der umgebenden Berge und einer heißen Quelle zum Baden, die leider Bilharziose Erreger enthalten soll, haben wir einen Fotokurs von Markus A. Bissig getroffen: Zunächst einmal zwei Stunden lang keine Menschen gesehen, dann um einen Berg gebogen und auf einmal stehen 7-8 Stative in der Gegend rum und überall wird geknipst! M. Bissig bietet Fotoreisen an, sehr sehenswerte Bilder, googeln hilft weiter, die Gruppe kümmerte sich gerade um das Motiv der dunklen Felsen mit dem grün leuchtenden Gras.

Nachdem wir in Reykjavik/Keflavik ankamen – mit Zwischenlandung Stockholm bei bestem Wetter – waren wir erst einmal etwas enttäuscht: Eine dicke Wolkensuppe überall. Also Übernahme unseres Mietwagens und ab ins Hotel. Ein Suzuki Jymni reicht für 2 Leute, mehr wird beim Be- und Entladen definitiv stressig vor allem bei einer Rundreise mit fast täglich wechselnden Hotels. Wir hatten vorgebuchte Unterkünfte, immer Doppelzimmer mit eigenem Bad, ansonsten sind Gemeinschaftsunterkünfte mit gemeinsamen Bädern und mehr gängig. Die Unterbringung war häufig auf Bauernhöfen in kleinen „Ferienhäusern“ und oft sehr charaktervoll und gemütlich. Preislich ist alles im Norden nie günstig, das Niveau ist ca. 30% höher als hier.

Achtung: Am letzten Tag sind wir dann bei Icelandair auf dem Rückflug in die „Gewichtsfalle“ gelaufen, ich denke, jeder mit einer etwas umfangreicheren Fotoausrüstung plus Laptop etc. ist davon bedroht: Koffer Nr.1 21,4 kg, Koffer Nr.2 21,2 kg, die Dame: „Das ist aber zuviel Gewicht, stellen Sie bitte das Handgepäck auch einmal aufs Band…“ *schluck* bei 6kg die erlaubt waren wog der Fotorucksack mit Laptop dann doch 12kg. Ein extra Gepäckstück zu buchen kann hier übrigens wahnsinnig viel Geld sparen, der extra Koffer den wir dann aufgegeben haben hat € 35.- gekostet.

Beim Hinflug hatte ich Stativköpfe, ein Objektiv und ein paar Kleinigkeiten in meine Jackentaschen gesteckt, die Jacke wird ja nicht gewogen, auf dem Rückflug habe ich nicht mehr darauf geachtet. Also zum Einchecken die Kamera umhängen, schwere Kleinigkeiten in die Taschen, man selbst wird ja auch nicht gewogen 🙂 und fertig!

Zum Fotografieren noch ein paar Bemerkungen: Ich sehe meine fotografischen Fähigkeiten nicht so, dass ich .raw unbedingt brauche oder anders gesagt meine Bilder wären als .raw auch nicht besser. Im Rahmen der digitalen Fotografie wird häufig zu Technik bezogen gedacht, ein Raymo
(http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/38980)
oder ein M.Bissig haben ein so ausgefuchstes Auge, dass RAW wahrscheinlich Sinn macht, ich leider nicht und ich habe im Moment auch nicht die Zeit das entsprechend weiter zu entwickeln. Es gibt zudem viele technisch perfekte rauschfreie Bilder mit hoher Dynamik etc., die trotzdem „nicht gut“ sind. Ich nutze .raw nur wenn ich Probleme mit dem Weissabgleich habe oder bei ganz extremen Lichtsituationen, wobei Nikons active Lighting da schon nicht schlecht ist und die .jpg´s aus der Kamera sehr gut sind.

Ich habe auch kein DxO verwendet und die meisten Bilder, die von einer Objektivkorrektur in der Kamera profitieren würden, sind meine sww Bilder und mein Sigma 12-24 wird leider noch nicht unterstützt. Und 12mm am Vollformat sind wahnsinnig schwierig zu handeln, allein der Horizont: Da würde ein Stativ Sinn machen aber dazu bin ich zu ungeduldig und nicht Perfektionist genug um dieses immer anzuwenden.

Auch da gilt wieder: Ich hab noch kein gutes Bild gehabt, das schlecht war, nur weil die Objektivverzeichnungen nicht korrigiert waren. Ich habe aber eine Menge schlechter Bilder, an denen ich stundenlang rumkorrigiert habe 🙂

Oder wie ppz sagt, Frauen fotografieren mit dem Auge, Männer mit der Technik: Meine Freundin hat, ohne auch nur die Blende zu verstellen, wahnsinnig stimmungsvolle Bilder mit ihrer D90 gemacht, da komme ich mit mehr Aufwand nicht hin. Die Bilder traue ich mich gar nicht hier zu zeigen. Ich kann da nur jedem einen Fotokurs empfehlen, der das Auge schult. Leider sind die meisten nur Technik orientiert und oft eine Materialschlacht.

G Mark

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s l o w f o t o der Woche (KW 10 2011)

 

 …Hai unter uns 

Bilddaten:
– Kamera: Canon Powershot D10
– Objektiv: eingebaut 6,2-18,6mm 2.8-4.9 IS
– Blende: F 4.9
– Belichtungszeit: 1/500sec
– Empfindlichkeit: ISO 200
– Belichtungskorrektur: -2/3 LW
– Brennweite: f19mm
– Entfernung zum Objekt: ca. 12m
– Belichtungsmessart: Mehrfeld
– Bildstil: kräftig
– Bildbearbeitung: PS

Aufnahmezeit: 9Uhr58
Aufnahmeort: Nicaragua – Little Corn Island

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Canon Powershot D10 über und unter Wasser II

Hier sind die Aufnahmen aus dem zweiten Teil meiner Reise durch mittelamerikanische Länder, mit dem Boot, dem Bus und Flieger und zu Fuß, mit leichtem Gepäck und einer D10 als Spaßfaktor beim Fotografieren ausschließlich mit dem Automatikprogramm: Mit dieser Kamera ist auf einfachste Weise ein repräsentative und vor allem vorzeigbare Dokumentation entstanden. Auf die nächste-n Reise-n kommt die D10 in jedem Fall wieder mit. (Zitate)

Alle Rechte liegen bei der Autorin Anjes ZEHNER, siehe dazu auch Teil I.

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Bisher erschienen:

https://slowfoto.wordpress.com/2011/03/03/canon-powershot-d10-uber-und-unter-wasser-i/

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/04/canon-powershot-d10-einstellungen/

https://slowfoto.wordpress.com/2011/01/10/nahfotografie-ein-geeignetes-und-kleines-equipment/

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Canon Powershot D10 über und unter Wasser I

Oft ist es eher schwierig, junge Leute mit Themen aus dem eigenen Dunstkreis zu begeistern: Für eine Rundreise in Mittelamerika war die dSLR Ausrüstung zu groß und zu schwer, doch ein digitaler Fotoapparat sollte dabei sein – ohweh! >Halb schob er sie, halb zog sie ihn< pflegte mein Vater solche Situationen zu beschreiben, mit Begeiserung wurde eine wasserdichte CANON Powershot D10 im Handgepäck verstaut und aus dieser Laune sind dann rund 8.000 Klicks geworden, meist über und mehrfach unter Wasser, ein Sturz aus eineinhalb Metern damit wurde weggesteckt, der Sand verblieb außerhalb des Gehäuses und die D10 bekam das Attribut >gut für jede Party<, was soviel wie unkaputtbar bedeutet. Hier die Einschätzungen von Anjes ZEHNER zur Nutzung verbunden mit der Erlaubnis für das Einstellen der unbearbeiteten Aufnahmen als Diashow, wobei wie immer das Copyright bei der Fotografin bleibt (Zitat):

Wir haben alle Aufnahmen im [auto] Modus erstellt, die volle Konzentration lag somit auf dem hellen und klaren Bildschirm. Um Einstellungen haben wir uns überhaupt nicht gekümmert, auch die Unterwasseraufnahmen sind im Automatikmodus entstanden. Der Blitz ist für draußen recht weitreichend, der weite Winkel ausreichend, die Telewirkung eher eingeschränkt und für Tierfotografie wenig geeignet, die Bildfolge für Sportfotografie zu langsam. Die Aufnahmen in der blauen Stunde oder bei wenig Licht sind bemerkenswert. Die D10 ist, wenn man nur eine kleine Kamera mit auf die Reise nehmen will, trotz dieser Einschränkungen eine ideale Lösung, sie verbindet hohe Stabilität mit einfacher Reinigung und vor allem einem fantastischem Handling und sie macht einfach nur viel Spaß!

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Wird fortgesetzt…

Bisher erschienen:

https://slowfoto.wordpress.com/2010/09/04/canon-powershot-d10-einstellungen/

https://slowfoto.wordpress.com/2011/01/10/nahfotografie-ein-geeignetes-und-kleines-equipment/

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iPhone 4 im Urlaub – ein Versuch

Drei digitale Kameras wurden parallel in vergleichbaren Situationen eingesetzt, eine davon war das iPhone 4, wobei hier etwa ein Drittel der erstellten Aufnahmen aus Wanderungen auf der kanarischen Insel La Palma gezeigt werden.

Um es vorweg zu nehmen, ein iPhone ist trotz 5 Megapixel Sensor oder 1280×720 Pixel bei 30 Bildern/sec bei Blende F2.8 und f4mm Brennweite keine Kamera im eigentlichen Sinn, dennoch möchte ich es als Foto- und Videoclipaufnahmen taugliches Gerät einstufen, das dem bewussten Anwender in vielen Situationen ähnlich den alten Fixfokus Schnappschuss Apparaten die volle Konzentration auf das 3,5´´ Livebild mit 960×640 Punkten ermöglicht, denn >what you see is what you get< und das mit beachtlicher Wiedergabetreue. Achtet man auf geeignetes Licht und meidet zu hohe Kontraste in hell-dunkel Partien, was ja auch für viele andere Sensoren gilt, berücksichtigt man also bewusst nur die interessante Komposition, dann entstehen farbsatte Aufnahmen, die durchaus betrachtenswert sind:

Ines ZEHNER hat diese Bilder für slowfoto zur Verfügung gestellt und wie immer verbleiben alle Bildrechte beim Fotografen! Die Aufnahmen sind zum besseren Vergleich außer der üblichen Nachentwicklung mit DxO nicht weiter bearbeitet.

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Im Nachgang hat der i-gotU Geotagger auch diesmal seine Daten unproblematisch in die Exifdateien der Aufnahmen aus allen drei Kameras geschrieben. Weitere Vergleichsbilder auch unter http://www.computerbild.de/fotos/Apple-iPhone-4-HD-4G-Fotos-5225179.html#22

https://slowfoto.wordpress.com/2011/02/05/iphone-4-schlagt-sich-tapfer/

https://slowfoto.wordpress.com/2011/08/03/frankfurt-gut-zu-fus/

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s l o w f o t o der Woche (KW 07 2011)

…über den Wolken

Bilddaten:

– Kamera: EOS 5DII
– Objektiv: EF 28-135 IS
– Blende: F5.7
– Belichtungszeit: 1/1500sec
– Empfindlichkeit: ISO 100
– Belichtungskorrektur: -0,5 LW
– Brennweite: f135mm
– Entfernung zum Fokus: unendlich
– Belichtungsmessart: Mehrfeld
– Bildstil: Snapshot
– Bildbearbeitung DxO und PS Kontrast optimiert

Aufnahmezeit: 16Uhr49
Aufnahmeort: E Teneriffa

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iPhone 4 schlägt sich tapfer

iPhone vs EOS 5D MkII – Tipps zur Anwendung – alle Aufnahmen unbearbeitet

50 MüM 16:56

Standard für viele Objektivtests ist die Canon EOS 5D Mark II, die auch meine Hauptkamera darstellt. Sie alleine ist allerdings kein Garant für ansprechende Aufnahmen, denn ein gutes Foto entsteht zunächst zwischen den Ohren. So konnte ich schon die Powershot D10 als wasser- und wetterfeste Kamera insofern bewerten, da sie eine ausreichend schnelle und vor allem in den [auto] Programmen überzeugende Kompakte darstellt.

Hier stehen nun Bildbeispiele des verbreiteten iPhones denjenigen aus der 5DII gegenüber (s.a. slowfoto der Woche). Das iPhone besticht durch ein logisches Handling mit Bild drehender Anpassung, egal wie man es in der Hand hält. Hat man das Ikon Kamera gewählt, steht nur eine Aufnahmeautomatik zur Verfügung, treu dem Motto so einfach wie möglich. Der Bildschirm überzeugt vor wie nach der Aufnahme mit einer gut aufgelösten Darstellung in sehr guter Farb- und Kontrastwiedergabe. Die HDR Variante führte zu helleren und kontrastreduzierten Aufnahmen mit längeren Bildfolgezeiten, ist aus meiner Sicht zu vernachlässigen.

Als Technik kommt ein F2.8 f4mm Objektiv zum Einsatz, dessen Winkel etwa 35mm KBÄ entspricht, die Bildgröße mit 2.592 mal 1.936 Pixel ergibt ca. 2MB und rauscharmen ISO 80 bei gutem Licht, Innenaufnahmen mit ISO 400 zeigen allerdings Detailverluste. Die Makrofähigkeit ist auf Grund der sehr kurzen Brennweite recht ordentlich. Wenn man bei gutem Licht nur durchschnittliche Ansprüche für eben mal zur Erinnerung hat, lassen sich mit dem iPhone nahezu spielerisch Fotos aufnehmen, die das Niveau älterer Kompaktkameras erreichen. Sie sind auch unbearbeitet für die Webdarstellung gut geeignet, für großflächige Prints eher nicht. Immerhin hat der moderne Anwender zu den unendlich vielen nützlichen und anderen Apps einen schicken Fotoapparat, dessen Aussehen, Größe und Handlichkeit schon bemerkenswert ist.

2.426 MüM 13.42

…mehr dazu:

https://slowfoto.wordpress.com/2011/02/15/iphone-4-im-urlaub-ein-versuch/

https://slowfoto.wordpress.com/2011/08/03/frankfurt-gut-zu-fus/

©www.slowfoto.de

Geotagging leicht gemacht

GPS Logger i-gotU 600

…verdammt wo war das?

Bilddaten:

– Kamera: NIKON D700
– Objektiv: NIKON AF-s24-120
– Blende: F8
– Belichtungszeit: 1/1250sec
– Empfindlichkeit: ISO 000
– Brennweite: f24mm

Aufnahmezeit: 17Uhr34
Aufnahmeort:
Breite 41.22.2787996127735
Länge124.4.215184000000008
Höhe über Normalnull 3m27

(c) by M_73@gmx.net

Lieber Mark,

vielen Dank für das tolle Foto, das mich ein wenig an die Schlussszene von Till SCHWEIGERs Knockin´on heavens door erinnert. Viel wichtiger sind aber die genauen Geodaten, an denen wir jetzt nach den Fussstapfen suchen können…

Spaß beiseite, die unendliche Suche nach einem transportablem Geotagger war, deri-gotU GT-600 GPS-Empfänger Datenlogger (... (I gotU babe) Datenlogger  wurde eingesetzt und hier  unsere gemeinsamen Vorteile und Kritiken:

32g leichtes wasserfestes Mobilteil mit stand by Logik, wenn die Bewegung entfällt, dadurch lange Laufzeit mit einer Akkuladung
+ Einschalten (blaue LED blinkt) und Ausschalten (rote LED blinkt) über einen einzigen Knopf
Warnung: Specher voll und/oder Akku schwach (rote LED blinkt), bei Speicher voll werden die ältesten Daten überschrieben
Laden über USB oder handelsübliche Lader mit USB
GeoTagging auf Wunsch: Taste einmal drücken (blaue LED blinkt), ansonsten automatische Intervalle je nach Einstellung über PC
+ @tripPC und Photo Locator importieren Geodaten in Fotos (Exif-Datei), dazu sollte zuvor die Kamerazeit exakt eingestellt sein
Where I am zeigt den aktuellen Aufenthaltsort online über Maps (Bing, Google, Yahoo) auf dem PC an
Sports Analyzer lässt Aktivitäten nach Anpassung verfolgen, ideal mit 1sec Loggingintervall für Sport&Co                                        

– Akkuladestandsanzeige fehlt
– Mac Software nicht beim Hersteller verfügbar
– Opensource Drittsoftware unterstützt nicht den vollen Funktionsumfang des Gerätes

Das Vorgehen Fototagging zeichnet sich durch eine verblüffende Einfachheit aus:

– Den I-gotU eingeschaltet in der (Foto-) Tasche mitführen
– Die Kamera möglichst auf exakte Zeit einstellen (Telefondisplay oder PC Taskleiste)
– Fotografieren unterwegs nach Herzenslust
– Fotos hernach in den (Tages-) Ordner im PC übertragen
– I-gotU anschließen, @tripPC öffnen, Geodaten auslesen, in die Karte übertragen (lassen),
– Fotos (Ordner) in die Karte übernehmen (lassen)
– ggf Zeitverschiebungen anhand der ersten Aufnahme synchronisieren (lassen),
– Betrachten und beim Verlassen schnell noch die Fotos geotaggen und den I-gotU Speicher leeren (lassen).

Während einer kurzen Reise per PKW und zu Fuss lag der IgotU 600 zwei Tage lang in der Fototasche, aus dem Trip kann man entnehmen: Geschwindigkeiten zwischen den Taggs, Standzeiten, Fotopositionen (Breite + Länge + Höhe +) vorhandene Uhrzeit usw. Der Tagger scheint wenig anspruchsvoll bezüglich Empfang, man packt ihn ein und kümmert sich  praktisch nicht mehr um ihn.

Mit dem Auslesen der Geodaten beginnt die Nacharbeit am Rechner, @tripPC werkelt weitgehend von alleine und sortiert alle relevanten Wegpunkte plus Fotos in die Googgle-Karte. Wie am laufenden Band kann man den fertigen Trip >nachfahren< und dabei die Fotos betrachten. 

@tripPC schreibt eine neue GPS Spalte in die Exif Daten jeder Aufnahme, mit Breiten-, Längengrad und der Höhe über Normalnull, bei einem Zeitaufwand von nur wenigen Minuten.

Mit einfachem Handling bereitet die Software schon Freude, weil sie selbsterklärend ist. Für präzise Erinnerungen an Fahrten, Reisen, Sport oder Wanderungen ein Must!

Viel Freude mit den geogetagten Bilderchen! 

(c) www.slowfoto.de

Einfach bessere Fotos – slowfotos Reisefotografie

 Canon 400D ISO 200 Blende F 11 Brennweite f 14mm Zeit 1/350 sec Uhrzeit 15:10 – Panorama aus fünf Einzelaufnahmen

Reisefotografie – richtig Auswählen, Fotografieren und Präsentieren

Jeder kann überzeugende Bilder von Reisen aufnehmen, wenn das Auge geschult und die Technik einigermaßen vertraut ist. Start at the beginning: Man muss sich nur innerhalb der Grenzen bewegen, die das Objekt der Begierde, die Technik und die Physik auferlegen.

Nicht alles, was ich sehe, kann ich wiedergeben, vieles davon eignet sich jedoch für eindrucksvolle Standbilder: besser ist es, mit Gefühl und guten Willen schon in der Kamera zur perfekten Bilddatei zu gelangen, der richtige Weg, um anschließende und zeitaufwendige Nachbearbeitung am PC zu minimieren.

Wie geht das? Dabei helfen die zwölf folgenden und einfachen Regeln

Canon 350D ISO 200 Blende F 11 Brennweite f 10mm Zeit 1/350 sec Uhrzeit 12:49 Panorama aus zwei Einzelaufnahmen

Zwölf Wege zum Erfolg

1)    Das richtige Equipment – weder zu viel noch zu wenig

2)    Eigene Fähigkeiten – Erkennen und Umsetzen

3)    Die richtige Komposition – was darf keinesfalls aufs Bild

4)    Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund – was verträgt der Sensor

5)    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Planung ist alles

6)    Zwischen Licht und Schatten – darin liegt der eigentliche Reiz

7)    Die richtige Einstellung – oder wie beherrsche ich die Technik

8)    Interessante Aufnahmen mit Menschen – alt,  jung oder fremd

9)    Schlechtes Wetter – es gibt nur ungeeignete Motive

10)   Nachbearbeitung am PC – so wenig wie sinnvoll

11)   Bildauswahl – was ist langweilig

12)   Präsentation – optisch oder gedruckt

Canon 400D ISO 200 Blende F 11 Brennweite f 24mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 13:18

1)   Equipment

Manches davon bleibt besser zu Hause

und oft ist weniger mehr!

Nicht die apparative Ausrüstung, sondern die genutzte Situation und die beherrschte Technik sichern gute Ergebnisse: Eine digitale SLR-Kamera mit präzisem, schnellen Autofokus, ein >Fußgängerzoom< (max. 18-135mm) oder einige Zoomobjektive (darüber kann man Stunden streiten), Ersatzakkus plus Speicherkarten und vielleicht noch ein Netbook zum Speichern sind notwendig, vielleicht auch weniger.

Als pragmatischer Minimalist nimmt man mit, was man benötigt oder letztendlich doch etwas mehr. Die Tasche sollte weder Blicke und Begehrlichkeiten anziehen noch zu schwer sein, wenn es zu Fuß auf Motivjagd geht. Ich verzichtete gerne auf Blitztechnik und Stativ: >available light Fotografie< ist die Herausforderung für mich in vollem Belichtungsspielraum von ISO 100 bis 3200 plus die Nutzung von allem, woran oder worauf die Kamera ruhen kann (Geländer, Hauswände, Laterne, Tische und Stühle), mit zwei oder drei Bildern in Folge, wobei eines davon besonders gut und scharf sein sollte.

2) Eigene Fähigkeiten

Canon 400D ISO 200 Blende F 9,5 Brennweite f 10mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 10:25

Wie so oft zählt das Wissen mehr als die beste verfügbare Technik, sogar mit einfachen Kameras lassen sich ansprechende und aussageträchtige Aufnahmen machen, ohne dass zuvor ein Vermögen investiert wird.

Fotografie basiert auf einigen optischen und physikalischen Grundregeln über Licht und Tageszeit, Bildwinkel und Bildkomposition, der Rest ist Erfahrung und Intuition. Wer vorher mitdenkt, muss nachher nur wenige Aufnahmen löschen = s l o w f o t o. Und ein Bild ist erst dann gut, wenn man nichts mehr abschneiden oder verändern muss (und Frauenaugen dies bestätigen).

Am Kiosk oder im Zeitungsgeschäft lässt sich schnell herausfinden, wo die richtig guten Standpunkte für die bisherigen Fotografen waren. Wichtig ist die Wahl des interessanten Tageslichts, high noon ist ungeeignet, weil die Sonne zu hoch steht, zu grelles Licht bei zu dunklen Schatten verursacht und die interessante, weil seitliche Schattenwirkung entfällt.

Meine Highlights entstehen am frühesten Morgen, oft schon direkt nach Sonnenaufgang, oder zur „Blauen Stunde“, also in den 20 bis 40 Minuten nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel leuchtet, aber noch nicht zu dunkel ist und ISO zur Bedeutung kommt. Der erkannte Zufall sichert die besten Motive, man sollte vorher wissen wo, denn die Ausbeute eines ganzen Tages entsteht so oft innerhalb weniger Minuten.

Canon 400D ISO 800 Blende F 3,5 Brennweite f 10mm Zeit 1/4 sec Uhrzeit 17:29

Mit dem Stadtplan in der Hand oder einer geplanten Tour im Kopf suche ich die entsprechenden Standpunkte und verwende passende Brennweiten. Bin ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden, suche ich sofort nach besseren Kompositionen. Vor allem in alten Städten ist ein super Weitwinkel (16mm KB oder 10mm KBÄ) von Nöten, schmale Gassen erfordern Hochformate.

Eher statische Motive werden mit [Av = aperture value] und Blende 7 oder mehr aufgenommen, um möglichst große Schärfentiefe zu erreichen, dynamische Motive mit Personen bedürfen kurzer Belichtungszeiten mit [Tv = time value] ab 1/250 sec und kürzer, um Bewegungsunschärfen sicher zu vermeiden.

Eine präferierte Einstellung ist dann oft auch die [P]rogrammautomatik mit einem prüfenden Blick auf die von der Kamera vorgeschlagenen Werte für Belichtungszeit und Blende bei vorgegebener ISO oder der ISO [Automatik].

ISO Werte hängen vom verfügbaren Licht und der Dynamik der Aufnahmen sowie der Brennweite ab. Wenn es hell genug ist und das Objekt sich sehr wenig oder nicht bewegt, kann ISO 50-100 sinnvoll sein, dunklere Situationen erfordern bis ISO 800-3200 und noch viel mehr, hier sind kompakte Kameras mit den kleinen Sensorabmessungen in Nachteil, weil frühes Rauschen angesagt ist.

3) Die richtige Komposition

Canon 350D ISO 400 Blende F 5,6 Brennweite f 85mm Zeit 1/90 sec Uhrzeit 21:15

Ganz wichtig ist die zwar standardisierte aber interessante Bildkomposition, hälftige Aufteilungen (Himmel und Natur jeweils 1:1) sind langweilig, vor allem bei kurzen Brennweiten, ebenso exakt in der Bildmitte platzierte Objekte. Besser ist der goldene Schnitt (Drittelregel zur horizontalen und vertikalen Aufteilung), beim 2:3 Format der Spiegelreflex ist 2/5 zu 3/5 oft interessanter.

Andreas FEININGER hat zur Bildkomposition einige Klassiker geschrieben, die heute so aktuell sind wie damals, denn trotz der digitalen Sensoren und Prozessoren hat sich an der Optik und Physik der Fotografie nichts geändert. Letztlich muss man schon vor dem Blick in den Sucher erkennen, was bildunwichtig und damit langweilig ist und das ganz einfach weglassen, das ist die wesentliche Aussage zum  s  l o w f o t o.

Die durch die Abmessung der sensorbedingt kleineren (als beim Kleinbildformat, Ausnahme EOD 7D) Sucherbilder digitaler Spiegelreflexkameras sind für mich ein Grund, noch besser auf eine exakte waagrechte und senkrechte Ausrichtung der Kamera zu achten, um spätere Nachbearbeitungen am PC zu minimieren:

  • Vor dem Druck auf den Auslöser sollten in der perspektivischen Betrachtung alle vor der Kamera liegenden Hilfslinien von Bauwerken oder dem Horizont parallel zum jeweiligen Bildrand verlaufen, sonst wirken die Fotos schlichtweg amateurhaft.
  • Bei Personenaufnahmen als schlechtes Beispiel abgeschnittene Beine und viel zu viel Himmel über dem Kopf. Wer mit der Kompakten fotografiert, ist mit einem 3 Zoll großen Bildschirm ordentlich beraten.

Abhilfe bietet der Vollformatsensor oder die EOS 7D in Verbindung mit Gittereinstellscheiben, für mich schließlich ein wesentlicher Grund zur Anschaffung.

4) Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund

Canon 5D ISO 50 Blende F 9,5 Brennweite f 85mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 16:20

Abwechslung schafft Spannung, Anfänger verschenken oft große Teile des Bildes für uninteressante Inhalte, dabei wäre mit etwas längerer Brennweite die Komposition viel gelungener, sofern man nicht einfach näher ans Objekt gehen kann.

Erst Gegensätze lassen den Betrachter die Größendimensionen erfassen, auch starke Farbkontraste verfehlen selten ihre Wirkung, dankbar sind Spiegelungen auf Glas- oder Wasseroberflächen. Oft ist die Nähe zum Motiv besser, um leere Bereiche im Bild zu vermeiden. Die Entfernung stimmt erst dann, wenn man nicht näher rangehen braucht oder kann.

Ebenso ist es sinnvoll, zu einem Motiv nach passenden Rahmen oder Ergänzungen im Vordergrund zu suchen, Gebäude erhalten durch angrenzende Bäume eine andere Dimension, Blicke durch Fenster oder Mauerdurchbrüche einen Rahmen. Dadurch kann ein zweidimensionales Foto den Eindruck von bildlicher Tiefe erwecken und somit erst richtig interessant wirken, denn weitwinklige Landschaftsaufnahmen ohne entsprechenden Vordergrund langweilen einfach.

5) Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Canon 350D ISO 400 Blende F 11 Brennweite f 15mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 6:44

Die besten Zeiten für gute Stadt- und Naturfotos sind in der morgendlichen Frühe, am späten Nachmittag und nach Sonnenuntergang zur Blauen Stunde. Deren jeweiliger Beginn lässt sich am einfachsten durch Probeaufnahmen feststellen – wenn das Licht des Himmels kräftig oder dunkel wird, wirken beleuchtete Motive im Vordergrund besonders gut.

In Städten achtet man auf verkehrsarme Zeiten, überfüllte Märkte oder Straßen lohnen nicht: Übersichten mit weiten Winkeln wirken uninteressant, nur Ausschnitte mit langen Brennweiten sind vielleicht noch möglich.

Canon 5D ISO 400 Blende F 5.6 Brennweite f 24mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 19:04

Schöne Motive findet man nur in Zeiten besten fotografischen Lichtes, für den Rest des Tages dagegen bieten sich Innenaufnahmen an – oder einfach eine Pause, schließlich ermüdet nach ein paar Stunden auch der fotografische Blick. Vergleicht man bei interessanten Außenaufnahmen die Uhrzeiten, fallen gewisse Zeit- (=Licht-) Phasen schlicht weg.

Canon 5D ISO 200 Blende F 4 Brennweite f 55mm Zeit 1/30 sec Uhrzeit 19:19

So schön die pralle Mittagssonne für den Urlauber zunächst auch wirken mag – auf Fotos wirkt das weniger grelle Vor- oder das warme Nachmittagslicht einfach schöner, die sanfte Schattenwirkung eingeschlossen. 

6) Zwischen Licht und Schatten

Licht wird in der Maßeinheit Candela/m² (cd für lateinisch Kerze) gemessen, egal ob es ausgestrahlt (Sonne) oder reflektiert wird (Mond). Die Sonnenscheibe hat eine Leuchtdichte von über einer Milliarde, die Nachtszene mit Sternenlicht hingegen 0,001 cd/m².

Der Kontrastumfang von hellem Mittagslicht beträgt etwa 1.000.000:1, unser Auge kann ohne Adaptation Kontraste bis 10.000:1 erfassen, der Sensor im Unterschied dazu nur 1.000:1, der Dynamikumfang guter Monitore reicht bis 500:1!

Wenn Helligkeitswerte in einer Datei mit 8 Bit Speicherplatz pro Kanal und Pixel gespeichert werden, stehen nur 256 (0 bis 255) Werte zur Verfügung, die im Histogramm dargestellt sind. Wer mehr darstellen will, muss also heftig tricksen.

Canon 5D RAW ISO 50 Blende F 6.7 Brennweite f 300mm Zeit 1/350 sec Uhrzeit 21:10 bearbeitet RawTherapee und easyHDR

Wie lässt sich die gebotene Lichtfülle überhaupt einfangen? Man kann heute mehrere Aufnahmen mit einer Belichtungsreihe vom Stativ erstellen und diese am PC übereinanderrechnen (High Dynamic Range), um die Lichtdynamik in der Aufnahme zu steigern.

Fotografiert man lieber aus der Hand, lässt sich die sogenannte Rohdatei (RAW) auch in den überbelichteten Bereichen nachträglich korrigieren. Wer Aufnahmen sorgfältig komponiert, Wert auf ausgewogene Belichtung legt und dabei allzu große Helligkeitsunterschiede vermeidet, kann die Mehrzahl seiner Aufnahmen bereits so auf die Speicherkarte bringen, dass nachträgliche Bildbearbeitungen weniger erheblich sind, wenn man von objektiven Fehlern absieht, dafür gibt es Abhilfe wie DxO.

Anfänger achten nicht auf das Licht und fotografieren Gesichter im Schatten. Sie sehen nicht das bei seitlicher Sonne leuchtende Blattwerk oder Kirchenfenster, gerade dieses weiche Licht betont architektonische oder gewachsene Strukturen besonders schön. Nur darf man die Fähigkeiten des Sensors nicht überschätzen: Zu starke Licht- und Schattenkontraste mögen für das sich selbst adaptierende Auge interessant wirken, kein Kamerasensor kann jedoch beides gut darstellen, da die Belichtung auf helle oder dunkle Fläche gemittelt ist. Große Plätze, die halb von der Sonne beschienen werden und halb im Schatten liegen, werden so mit zwei Aufnahmen besser wiedergegeben.

Ein konturlos bedeckter Himmel über dem Motiv wirkt nicht und sollte deshalb nur als kleiner Streifen in die Bildkomposition einbezogen werde, besser ist es hier, mit geneigtem Blickwinkel Gebäude oder die Landschaft aufzunehmen. Wenn beispielsweise nur ein kleiner Teil der Komposition extrem hell ist, sollte man im dunklen Bereich messen. In der Regel ist die eher knappe Belichtung richtig: Während beim Diafilm auf die dunklen Partien spotgemessen wurde, um sie nicht absaufen zu lassen und damit Überbelichtungen bei den Spitzlichtern in Kauf genommen wurden, müssen bei digitalen Aufnahmen die hellen Bildanteile richtig belichtet werden, um deren Strukturen zu erhalten.

Canon 350D ISO 200 Blende F 13 Brennweite f 10mm Zeit 1/500 sec Uhrzeit 14:27

Wenn nur die Schnelligkeit bei Aufnahme zählt, verwende ich die mittenbetonte Integralmessung und versuche, den Bildwinkel eher klein zu halten, dabei sind verwacklungsoptimierte Zoomobjektive in Verbindung mit dem kontinuierlichen Autofokus ein Garant für hohe Bildausbeute.

 7) Die richtige Einstellung hilft

s l o w f o t o bedeutet: Vorher nachdenken und die Einstellung wählen ist besser als aufwendige Bildbearbeitung oder ein einziges und dann noch misslungenes Foto. Die wohl wichtigste Einstellung ist die ISO-Empfindlichkeit entsprechend dem vorhandenen Licht. In vielen Aufnahmesituationen mit der [P] Programmautomatik mache ich mir keine weiteren Gedanken über Belichtungszeit und Blende: Ich verwende kein Stativ, den eingebauten Blitz gelegentlich zur Aufhellung, und achte nur auf korrekte Belichtung und vor allem präzise Fokussierung. Lieber etwas unterbelichten, denn was zu hell ist, lässt sich kaum retten, weil Konturen verloren gehen, hingegen kann ich ein dunkleres Bild in der DxO-Nachbearbeitung leicht anheben. Für Panoramaaufnahmen sollte der Weißabgleich je nach Licht fixiert werden, um Aufnahme für Aufnahme konstante Farben zu gewähren. Geht es um Schärfentiefe, ist das [Av] = Aperture Value Programm mit vorgegebener Blende F8-11 ideal, geht es um Schärfe, wird die 1/500sec und schneller im [Tv] = Time Value Programm voreingestellt, um den bildwichtigen Part scharf zu erfassen.

Noch ein Wort zum Autofokus, er kann nicht präzise und schnell genug sein! Moderne Spiegelreflexkameras bieten den nachgeführten Autofokus, somit können auch bewegte Motive scharf abgebildet werden. Ich bevorzuge den Autofokus als Extrafunktion auf der Sternchen- oder der [AF]-taste, damit ich als Erstes die exakte Entfernung einstellen kann, bewegt sich das Motiv, bleibt diese Taste gedrückt. [Sport] Programme können ähnlichen Komfort bieten.

 

Canon 350D ISO 200 Blende F 9.5 Brennweite f 300mm Zeit 1/1000 sec Uhrzeit 16:47  

8) Interessante Aufnahmen mit Menschen

Canon 300D ISO 100 Blende F 5 Brennweite f 46mm Zeit 1/60 sec Uhrzeit 16:13

Modelle sind Fotosessionen gewöhnt, Familienmitglieder oder Freunde in der Regel nicht! Aufnahmen von Fremden können ein Eingriff in deren Intimsphäre sein: Ungefragt und ohne Einverständnis schießt man mit der Kompakten mit drehbarem Objektiv oder Bildschirm aus der Hüfte, jedoch mit der Kamera vor dem Auge ist die Frage sinnvoll: „Stört es Sie, wenn Sie mit im Bild sind?“ Schon beim ersten Kopfschütteln klickt der Auslöser für zwei oder mehrere Bilder aus der Nähe und noch ein paar Fotos aus der Distanz. Die besten Personenfotos entstehen, wenn sich das Motiv entspannt oder glaubt, nicht mehr im Bild zu sein.

Canon 350D ISO 200 Blende F 8 Brennweite f 135mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 15:27

Menschen sehen am besten aus, wenn sie nicht erwarten, fotografiert zu werden. Hier helfen längere Brennweiten und Distanzen, dabei verändert sich wieder die Darstellung des Hintergrundes, der auch näher herangeholt wird. Ideale Motivquellen sind Märkte oder Spektakel auf der Straße. Gestellte Gruppenaufnahmen von Mitreisenden sind regelmäßig zum Gähnen: Besser positioniert man die Personen seitlich und beschäftigt sie dabei interaktiv, sei es mit Einkauf auf dem Marktplatz, im Gespräch untereinander oder mit Einheimischen oder beim Betrachten der ausgestellten Speisekarte. Es gibt so viele ablenkende Beschäftigungen, die den direkten Blick in das Objektiv vermeiden!

Canon 5D ISO 200 Blende F 96.7 Brennweite f 32mm Zeit 1/60 sec Uhrzeit 12:04

Natürlich darf und soll man nicht kompromittierende Situationen ausnutzen. Ein kurzer Blick, ein fragendes Lächeln oder ein freundliches Winken sichert die Zustimmung derjenigen, die mit ins Bild genommen werden.

 9) Schlechtes Wetter

Canon 350D ISO 200 Blende F 4.5 Brennweite f 10mm Zeit 1/60 sec Uhrzeit 16:43

Regen und bedeckte Himmel sorgen für Abwechslung: Man wählt einfach andere Motive oder Blickwinkel aus! Ungewöhnliche Bilder entstehen, wenn man mit der Kamera aus der Froschperspektive, also in Bodennähe oder hoch über den Schultern schießt. Ideal sind auch Spiegelungen von Sehenswürdigkeit in Fensterscheiben oder großen Wasseroberflächen, notfalls mit dem Weitwinkel und einer Pfütze. Auch Tele- und Makroaufnahmen von Spiegelungen in Eiszapfen oder Wassertropfen können spektakulär aussehen, wenn man sich mit der Suche nach dem interessanten Blickwinkel Mühe gibt.

Alternativ bieten sich Fotos in Innenräumen an, Ausstellungen oder Kaufhäuser sind dabei sehr ergiebige Quellen: In Städten mit erhaltenem altem Bauwerk sind innenarchitektonischer Kleinode leicht zu finden. Allerdings gilt dort auch die Frage nach dem der Erlaubnis als Pflicht.

Canon 5D ISO 3200 Blende F 4.5 Brennweite f 105mm Zeit 1/125 sec Uhrzeit 17:45

Besteht kein Fotografierverbot und dürfen Aufnahmen ohne Blitzlicht gemacht werden, bieten auch hier rauscharme Sensoren enorme Vorteile.

10) Nachbearbeitung am PC

Man muss nicht jedes Bild (für den Druck) nachbearbeiten, es sei denn, man kann nur unter Zeitdruck oder mit Lichtdefiziten aufnehmen, dann ist DxO und PhotoShop angesagt. Ein zwingendes Beispiel dafür sind langbrennweitige Teleaufnahmen von Landschaften, sie sind oft kontrastarm und dunstig, einzige Abhilfe: Die vorhandenen Farben im Histogramm etwas spreizen, damit den Kontrast anheben und über den Gammaregler die Helligkeit beeinflussen, abschließende Feinarbeiten mit Unscharf maskieren vornehmen. Dazu sind Kenntnisse und Verständnis gefragt!

Übertriebene Bildbearbeitung lässt Bilder oft unnatürlich aussehen, deshalb ist für die Bildbearbeitung am PC ein kalibrierter Bildschirm unerlässlich. Wer Objektive oft wechselt, muss manchmal den Staub auf dem Sensor im Bild retouchieren oder den Sensor reinigen oder Bild- und Pixelfehler mit dem Stempel ausmerzen.

Sanyo Xacti VPC-E6EX ISO 100 Blende F 7.6 Brennweite f 12mm Zeit 1/50 sec

Canon 350D ISO 200 Blende F 20 Brennweite f 18mm Zeit 1/200 sec – Kitobjektiv in Retrostellung mit dem www.traumflieger.de makro flash kit

11) Auswahl des besten Bildes

Wer zu viel knipst, hat viel zu löschen! Beschränkt man sich bei den Aufnahmen auf die weitgehend perfekten Bilder und löscht schon in der Kamera, erspart dies lästiges und nachträgliches Suchen und Auswählen am PC.

Nicht nur bei Personenaufnahmen ist oft die zweite oder dritte Aufnahme die bessere, weil die Akteure entspannter sind. Reicht das vorhandene Licht nicht aus, sind Serienbilder eine Möglichkeit, dem Verwackeln entgegenzuwirken. Gleiches gilt für den Selbst- oder Kabelauslöser. Kompakte verfügen wie manche Telewechselobjektive über optische Hilfen oder Stabilisatoren bei langen Belichtungszeiten, die ein Segen für die Bildqualität sein können.

Canon 5D ISO 3200 Blende F 4 Brennweite f 24mm Zeit 1/15 sec Uhrzeit 19:51 unbearbeitet!

Technische Aspekte wie Schärfe und gerade Horizonte sind ebenso wichtig wie richtige Belichtung, überbelichtet ist schlimmer als knappe Belichtung mit satteren Farben: Deshalb muss man die Komposition und das Licht an den wesentlichen Stellen des Motivs überprüfen – trotzdem bleibt die Bildauswahl natürlich immer subjektiv.

Zur richtigen Bildauswahl (m)ein Rezept: Frauen haben oft ein untrüglich perfektes Gefühl für gute und weniger aussagefähige Aufnahmen…

12) Präsentation

Druck oder Projektion? Wer sich an Postkartengröße 10×15 cm erfreut, ist mit einem Thermosublimationsdrucker (Wachsdruck) von CANON sehr gut beraten, die Farbtreue und Haltbarkeit sind einfach hervorragend. Größere Formate lasse ich im Fotogeschäft oder Versand printen, die Kosten liegen weit unter den empfindlichen Tintendrucken, die Qualität ist viel besser.

Canon 300D ISO 100 Blende F 10 Brennweite f 33mm Zeit 1/160 sec Uhrzeit 12:51

Aktuelle Beamer sind leistungsfähiger geworden, HD-Fernseher auch. Allerdings lassen sich 10 Millionen Pixel noch nicht als optisches Bild wirklich darstellen, bei 72 Pixel pro inch wäre die notwendige Bildschirmgröße für die pixelgenaue Darstellung immerhin 137×92 cm! Die Preise für >24 Zoll fullHD TFTs sind mittlerweile so günstig, sodass auch diese großen Bildschirme für die schönen Erinnerungen an Reisen in Betracht kommen.

Und manche Motive sind und bleiben in der Präsentation einfach schwierig…

Canon 400D ISO 200 Blende F 9.5 Brennweite f 85mm Zeit 1/250 sec Uhrzeit 19:52 Panorama aus sieben Einzelaufnahmen

 

wird mit anderen Themen fortgesetzt…

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