FAQs: iPhone in der Nacht

Frage zum iPhone: Kann ich Bühnenaufnahmen mit der Hand erstellen? Was geht noch gut und wann ist Schluß?

Keine Panik: Udo Lindenberg schwebt ein

Fotografieren kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Wo kaum (kein) Licht…

nach Frankfurt in die Messehalle 2016

Die bordeigene App [Kamera] bietet zwar einen Selbstauslöser (3 und 10sec), aber ansonsten keine Einstellungen außer Autofokus und Digitalzoom und darüber hinaus keine Kontrolle Bild relevanter Parameter. Ist es dunkel, erhöht sich der ISO Wert und es rauscht schnell. Zugegeben, mit aktuellen iPhones sind bei Dämmerung gute Aufnahmen auch aus der Hand zu erstellen, wenn die Zeit um 1/4sec und der ISO Wert nicht über 200 liegen. Nach dieser Grenze hat jeder Eifonist schlechte Karten: für tatsächliche Nachtaufnahmen sind hoch ISO taugliche Sensoren bis ISO 12.800 (wie z.B. mit einer EOS 6D) geeigneter, wenn ein lichtstarkes Glas verwendet wird – oder 4Aufnahmen in Folge mit kamerainterner Verrechnung (sog. [Nachtaufnahme ohne Stativ] z.B. mit der EOS M ff). Fazit aus der Hand: Abend ja, Nacht nie. Und wenn es denn unbedingt mit dem iPhone sein muss?

nicht nur mit Onkel Pö, sondern dem Panik Orchester und vielen Gästen

Abhilfe schaffen ein Stativ (oder eine stabile Auflage) und die App [Camera+] mit manuell eingestellten ISO 100 und darunter mit entsprechender Langzeitbelichtung, die offene Blende von F2.2 gilt ja immer! Camera+ lässt manuelle Belichtungszeiten bis 30sec zu, wahlweise zu paaren mit (!) ISO 0,1 bis 2.000, was viele Spielereien ermöglicht: allerdings lassen sich die Physik oder das vorhandene Licht nicht überlisten, siehe ganz oben. Zudem kann der Weißabgleich von 1.000K bis 8.000K (auch gräßlich) geändert werden, alles immer unter Live View Kontrolle. Und wie in der originären App kann das AF-Feld (Fokus) per Fingerwisch und zusätzlich das AE-Feld (Exposure) für die Belichtung verschoben werden. Somit sind gute Voraussetzungen für ruhende Motive z.B. in der blauen Stunde oder bei vernünftiger Innenbeleuchtung vorhanden.

und lässt die Bude richtig rocken

Noch ein unschätzbarer Vorteil: der iPhone Auslöser funktioniert nicht etwa, wie von der >richtigen< Kamera gewohnt, per durchgedrückten Auslöser, sondern mit dem Wegnehmen des Fingers vom Auslösepunkt! Ein Fernauslöser ist also bei gefühlvollem Bedienen nicht notwendig.

Noch ein paar grundsätzliche Tipps:

1) für das iPhone, egal welches, sind Bühnenaufnahmen eher schwierig, weil die feste Brennweite mit f4mm einfach zu weitwinklig und viel näher ran ist oft nicht möglich ist.

Theater im Keller Berlin 2016

2) Die iPhone sind ab dem 5s im low light Bereich viel besser geworden, aber nicht die erste Wahl für die Bühne&Co, hier sind Crop oder Vollformat Sensoren i.V.m. längeren Brennweiten einfach besser.

die Jungs sind alle gut drauf

3) Bühnenlicht ist extrem kontrastreich, kaum ein Sensor schafft diese Unterschiede zwischen hell beleuchtet und dunkel verschattet abzubilden: entweder belichtet man selektiv auf die Gesichter und behält dort die Durchzeichnung oder integral mit dem Ergebnis, das helle Partien wie Haut immer überbelichtet sind.

und travestieren, was die Klamotten halten 

4) Es gilt für jede Bildkomposition: So nah ran wie möglich, damit nichts abzuschneiden ist, und nur notfalls mal das DigiZoom als längere Brennweiten nutzen!

das war es: Applaus Applaus!!! 

5) Bei zu großen Entfernungen hilft Ausschneiden oder ENTF 😦

NB: [Camera+] in der Pad Version bietet einen anderen Aufbau leider nicht mit der schlüssigen Bedienung wie fürs Phone, also m.E. weniger gut geeignet und damit zu teuer (€5,99)!

Frankfurt (oben): iPhone 5s   Berlin (unten): iPhone 6+                                                                            alle Aufnahmen mit der App [Kamera] aus der Hand bei vorhandenem Licht ca. ISO 100-200 bei 1/8-1/17sec und out of cam (ooc), also unbearbeitet außer Datenreduktion

(c) slowfoto.de

Advertisements

Messehalle Frankfurt 2016 und 1976

40 Jahre danach

unverkennbar
unverkennbar
Messehalle
Messehalle
3x ganz weit vorn
3x ganz weit vorn
jung, alt und ganz alt
jung, alt und ganz alt

Udo Lindenberg rockt zwei Tage in der Frankfurter Messehalle, keine Panik ist angesagt: Er scheint der Einzige zu sein, der mit 70 nicht älter geworden ist (er sah halt schon immer udoalt aus :-), dafür fehlen 20 kg und die Stimme und die Turnerei sind wieder wie früher… Auch alt: Bertram Engel am Schlagzeug, Steffi Stephan mit Hütchen am Bass, Jean Jaques Kravetz an den Tasten und jede Menge junger Akteure und Innen sowie Musiker als Ergänzung des Ballet, Chor und Panikorchesters, eine dreidimensionale Bühne aus dem Ozean, mit Laufsteg in die Front Of Stage (haben wir uns gegönnt:-), leider ein etwas teigiger Sound, in dem Einzelheiten untergingen, dafür eine Performance, die einmalig panisch überirdisch ist, wer die Musik perfekt genießen will, nimmt das Doppelalbum mit den unplugged Aufnahmen aus Udos Atlantic Hotel Kempinski, auch diese DVD ist ein Genuss!

ohne Panik schwebt UL ein
2016 schwebt Udo Lindenberg ohne Panik in die Messehalle ein
und begrüßt die Jungs
und begrüßt die Jungs
aus Onkel Pös Rentnerband
von Onkel Pös Rentnerband
wie immer mit Schnurmikrofon...
wie immer mit Schnurmikrofon zum Wedeln
und am Schluß geht`s wieder himmelwärts!
und am Schluß geht`s dann wieder himmelwärts!

40 Jahre zuvor

Wir erinnern uns gerne: 1976 waren wir (ohne Kids) hier und haben den Rolling Stones Tribut gezollt. Damals war die Bühne auf der anderen Seite (mainwärts) und die Empore begehbar. Und die Minolta STR 303 mit dem Rokkor 70-200 samt Ektachrome 400 dabei…

can you hear me knockin`
…can you hear me knocking – The Rolling Stones 1976 in der Messehalle
Ron Wood + Mick Jagger
Ron Wood + Mick Jagger
yes I can
yes I can
Star Star
Star Star
ca. 4kg Gewichtsverlust pro Konzert
ca. 4kg Gewichtsverlust pro Konzert
das Publikum wird bewässert
und am Ende wird das Publikum bewässert:
we`ve got our satisfaction!
we`ve got our satisfaction!

© slowfoto.de