Hasselblad 500C/M mit ZEISS Objektiven

http://de.wikipedia.org/wiki/Hasselblad

Die beste Kamera ist >immer dabei<, doch welche ist denn die weltbeste Kamera? Spricht man heute vom Vollformat, ist das Kleinbild mit 24x36mm großem Sensor gemeint. Früher war Vollformat ein 6x9cm oder 6x6cm Rollfilm, und Kleinbild wurde seit Oskar Barnack der Patronenfilm (24×36) genannt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Barnack

Diese Rollfilm Kameras waren größer als heutige Kompakte oder Crop-Sensor Spiegelreflex, sie hatten als Box zwei festeingebaute Objektive, ein oberes für den Lichtschacht-Sucher, ein unteres für den Film.

Eine Ausnahme bildeten die Produkte von Victor HASSELBLAD aus Schweden, die (ZEISS) Objektive waren per Bajonett auswechselbar wie auch die Filmbox oder der Aufsicht Schachtsucher, kombinierbar mit einer voluminösen Durchsicht Prismenkonstruktion samt Belichtungsmessung. Der Aufsichtsucher bedurfte der externen Belichtungsmessung (hier GOSSENs Sixtomat2). Die >Hasselblad< ist der Klassiker unter den großformatigen Spiegelreflexkameras mit Wechselsystemen.

Ein fotografischer Freund hat seine Hasselblad 500CM im wertigen Rimova Koffer zur Verfügung gestellt: Der wiegt bestückt sieben Kilogramm und beinhaltet neben dem Spiegelreflex-Gehäuse samt Zubehör drei Festbrennweiten, ein ZEISS Distagon (F4.0 f50mm) und zwei ZEISS Sonnare (F4.0 f150mm und F5.6 f250mm) mit jeweils rund 800 Gramm feinster Glas- und Metallverarbeitung.

1978 betrug der Kaufpreis komplett DM 15.000.- mit folgenden Einzelpreisen als ca. Werte aus der Erinnerung: Gehäuse 500.- Filmkassette 300.- Prismensucher mit TTL-Belichtungsmesser 1.500.- je Objektiv um 3.000.-

Die Beschäftigung mit der Gebrauchanweisung (06/78 – Abb. 4326) ist trotz vertrautem Umgang mit meiner ersten  Spiegelreflex ZEISS Contax (KB M42 Tessar F2.8 f50mm, Lichtschacht mit aufsteckbarem Prismensucher) mehr als notwendig, um die vielen speziellen Eigenheiten und Möglichkeiten einer Hasselblad zu begreifen.

Als wesentlicher Unterschied ist die Verlagerung vom Synchro-Compur Verschluss in das Objektiv zu werten, mit voreinstellbaren Zeiten von 60 (!) bis 1/500sec bei Blendenwerten von 4 bis 22 (50mm) bzw. 32 (150mm) und sogar 45 (250mm). Blenden- und Zeitwert werden per gekoppeltem Ring eingestellt, die entsprechende Schärfentiefe dafür wird optisch mit roten Zeigern angezeigt, die Blendenwirkung per Abblendhebel im Sucher kontrolliert.

Der einfache Lichtschacht erlaubt schon den Blick auf die Mattscheibe, der aufsteckbare Prismensucher präzisiert diesen noch einmal, so dass selbst bei wenig Licht exakte Entfernungseinstellungen mit dem 250mm Tele zu treffen sind! Hierin und wegen der Belichtungsmessung ist auch der wesentliche Unterschied im Preis gegenüber dem Gehäuse zu sehen.

https://slowfoto.wordpress.com/2011/10/06/s-l-o-w-f-o-t-o-der-woche-kw-41-2011/

Ich möchte die Leistung der Schnelligkeit jetzt nicht mit dem slowfoto der KW 41 vergleichen, dessen beiden Aufnahmen innerhalb von zwei Sekunden aufgenommen unterschiedliche Schärfenbereiche präzise abgebilden. Das wäre unfair, ibs. weil die Entwicklung mehr 30 Jahre weitergegangen ist. Allerdings hatte ich 1978 schon die Minolta SRT 303 resp. XD7 und final die XE1 im Pool mit einer Reihe von festen Brennweiten und Zoomobjektiven, deren Abbildungsleistung nie die der ZEISS Sonnare oder des Distagons erreichten, gelten diese als Leistungsmaßstab und haben wesentlich zum Erfolg der Marke beigetragen. Heute verwenden die digitalen Hasselblad Gehäuse FUJI Objektive. Zudem werden auch digitale Rückenteile für die >alten< Gehäuse mit ca. 20/40MPI von verschiedenen Herstellern angeboten, womit eine weitere Verwendung als filmlose Kamera möglich ist.

Für mich ist es wie eine Reise in die Vergangenheit, die weltbeste Kamera einmal haptisch erleben zu dürfen.

(c) http://www.slowfoto.de

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