Mit dem OSMO MOBILE 2 plus iPhone fotografisch unterwegs

DJI OSMO: Tipps zur mobilen und stationären Anwendung beim Fotografieren

[DJI GO] als Film- und Foto [App], OSMO MOBILE 2 als Gimbal und ein iPhone als Aufnahmegerät bilden eine Funktionseinheit:

OSMO auf CULLMANN und NOVOFLEX (ohne iPhone, inaktiv), fürs iPhone dient ein altes Case

Man kann damit ibs. mobil Filmen und Fotografieren, bekanntermaßen auch mit dem iPhone alleine auch. Darüber hinaus kommt m.E. der stationären Verwendung, sei es auf einem Stativ oder stabilen Stand eine weitere Bedeutung zu. Weshalb also die Umstände mit dem OSMO oder besser gefragt, worin liegen die Nach- und Vorteile gegenüber der solo Verwendung des Smartphones?

17 auf einen Streich (=Stitch) – für Architektur gut geeignet

Dazu ein paar launische Gedanken:

[VIDEO] erlaubt Bildgrößen von 1280x720p HD mit 30fps, 1920x1080p HD mit 30 resp. 60fps und 3840×2160 oder 4K mit 30fps jeweils iVm. 60MB, 130 resp. 175MB und schließlich 350MB Speicherplatz pro Minute. Der etwas kleinere VIDEO Bildwinkel beträgt äquivalent 1,2fach Zoom, also etwa f34 gegenüber f28mm KBÄ und das maximale Zoomen ist auf 6x gegenüber 10x bei [FOTO] beschränkt.

OSMO bereit zur Aufnahme, das Case erleichtert die iPhone Montage für das Hochformat in Aktion

Wer also Filmen möchte, wählt die Bildgröße und fps, zwischen Hoch- und Querformat und internem oder anderem Mikrofon, in Stereo erst ab XS und XS max. Beim OSMO kann noch die Stabilisierung vom Walk Mode und Sport Mode eingestellt werden. Die Akkulaufzeit beträgt laut Bedienungsanleitung bis zu 15Std. (im ausbalancierten Stillstand, bei 2600mAh Kapazität), bei intensiver Nutzung sollten 2Std. als Maximum eingeplant werden wie auch für die Ladezeit am Adapter aus dem Zubehör.

Nanomax Tischstativ plus Novoflex 360 Gradteller plus TL-PB 10400mAh PowerBank

Ich verwende gerne für mobil eine 10400mAh Power Bank (Input 5V/2A Output 5V/1A + 5V/2A, womit Gimbal und iPhone gleichzeitig nachgeladen werden können) und für schnelles Laden das potente Stecker Netzteil vom iPad.

Einzelaufnahme Hochformat

Zum mobilen Fotografieren ist ibs. der Walk Mode von Vorteil, weil die einmal vorgegebene Ausrichtung des iPhones präzise nachverfolgt wird, wie beim bewegten Filmen eben auch, selbst bei massiver Änderung des Griffwinkels bleibt die Ausrichtung des iPhones bis hin zu den mechanischen Anschlägen erhalten. Korrekturen dieses Blickwinkels sind zudem unschwer mit dem dicken 4-Wege Knopf am Griff einzustellen. Mit etwas Übung lassen sich somit auch mobil Aufnahmen erzielen, die z.B. eine hervorragende Parallelität zum waagrechten Horizont bewahren.

>UltraWideAngle< 5 Aufnahmen gestitcht

Bei der stationären Verwendung erlaubt [PANO] gestichte, hochformatige Einzelaufnahmen: >UltraWideAngle< mit 5 Bildern (mit ca. 100 Grad), >180 Grad< mit 9 Bildern und >Panorama< mit maximal 17 Bildern (mit ca. 340 Grad), die zudem jeweils noch einzeln gespeichert werden können. Nicht zu wählen ist die Aufnahme Richtung, weil immer im Uhrzeigersinn nur bei waagrechten Panos und die sinnvollerweise im Hochformat: Man platziert das Gimbal und iPhone mit Bodenplatte oder gleich auf einem Stativ erhöht und vertikal gut eingerichtet und sieht zu, nach der Auslösung (roter Knopf) möglichst nicht auf der Aufnahme zu erscheinen, was ibs. bei 17 Aufnahmen den eigenen Fluchtraum voraussetzt :-). Auch hier ist die Parallelität zum Horizont bei sorgfältiger Positionierung gegenüber Panos >aus der Hand< augenfällig!

>180< Grad 9 Bilder gestitcht

Fazit: Wer auf Qualitätsverbesserungen hinsichtlich der Kameraführung Wert legt, kommt an der dynamischen Stabilisierung nicht vorbei, sei es beim Gehen oder ibs. in der Panoramafotografie, auch bei der Verwendung vom Zoom lassen sich auch durch den stabilen Stand relativ gute Aufnahmen mit sehr kleinem Bildwinkel erreichen, ähnliches gilt für Einzelaufnahmen mit verzögerter Auslösung (2-5-10sec):

8 Einzelaufnahme ZOOM Position min
9 Einzelaufnahme ZOOM Position max – das >Betreten verboten< Schild ist auch im nächsten Bild

Der originale quadratische Fuß mit den 4 Silikonstoppern hat für die stehende Aufbewahrung wie auch die Anwendung auf einer Tischplatte o.ä. eine Bedeutung, läßt sich aber auch anders ersetzen. Mobil kann alles Gerät (Einbein, 3-Bein Stativ) per Stativgewinde montiert werden.

>Panorama< 17 Bilder gestitcht – ganz klein halblinks mittig >Betreten verboten<

Nachteile beim Fotografieren: Panoramen immer in bester Qualität abspeichern, sonst werden sie zu sehr komprimiert, ibs. in der Höhe [dji] 705 zu 3.326 anstelle iPhones [PANO] 3.856 zu 11.616, zudem dauert die Verrechnung (Stichen) einige Sekunden, wohingegen das Pano mit der iPhone eigenen Software sofort zur Verfügung steht! Hier ist die Apple Überlegenheit augenfällig, 240 Aufnahmen in voller Größe pro Minute und bis Ende der Akku oder Speicher Kapazität (12MPI resp. 3.024 zu 4.032) sind unerreicht. Farbstiche haben mich verwundert:

der 2019er Sommer ist sehr warm, das [dji] Pano hat schon einen leichten Stich wie 8 + 9 auch 😦
den Grund dafür habe ich bisher noch nicht gefunden, Apple`s Fotos sind m.E. besser weil konstant auch in der relativ getreuen Farbwiedergabe und das ist nicht nur meine Meinung. Zudem speichert [dji] alle Aufnahmen in einem eigenen Verzeichnis, man muss also extra >in die Filmrolle< exportieren, und um Speicherplatz zu sparen, dann wiederum in diesem Verzeichnis löschen.

[PANO] ca. 200 Grad 4.002 x 16.382
Vorteile beim Fotografieren: Die Möglichkeit, mit bisher vertrauten [Apps] Fotografien oder Panoramen erstellen zu können, die letzteren auch im Hochformat, also von oben nach unten und weil stabilisiert auch umgekehrt und somit horizontal je nach Lichtsituation im und gegen den Uhrzeiger! Zoomen geht zudem wie gewohnt nur über den Bildschirm, also vor der Aufnahme! Wenn ca. 200 Grad Panos reichen, ist man so besser bedient. 340 Grad bietet, in bester Qualität abgespeichert, hingegen nur [dji], und das stationär im Hochformat und im Uhrzeigersinn.

[dji] ca. 340 Grad 4.006 x 16.376
Tipp: Üben kann man auch mit einem Handstativ wie dem NEEWER, mittlerweile mein Immerdabei 🙂

NEEWER Rückansicht
NEEWER Frontansicht

mit dem NEEWER aus der Hand und [PANO] geht es auch ganz gut, aber nicht immer top präzise
my10cents: Für den (mobilen) Filmer ist das OSMO MOBILE 2 ein Must, für den ruhigen Fotografen eine Bereicherung, wenn es um die Präzision des Kamerastandortes, vor allem bei Panoramen geht. Die fast Rundum Aufnahme aus 17 gestichten Einzelbildern ist ein Segen, egal ob im Freien oder im Raum, mit handfesten Vorteilen bei Architektur Aufnahmen. Brennweiten bedingt führen sehr nahe Distanzen zu eigenwilligen Abbildungen, also mal wieder etwas zum Spielen.

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Bücher die sich lohnen: TABU

TABUFerdinand von Schirach Roman PIPER ISBN 978-3-482-30520-4 €9,99

Boulevard du Temple by Daguerre 1838

An einem hellen Frühlingstag des jähre 1838 wurde in Paris auf dem Boulevard du Temple eine neue Wirklichkeit erschaffen. Sie veränderte das Sehen, das Wissen und die Erinnerung der Menschen. Und schließlich veränderte sie die Wahrheit.

Daguerre war ein französischer Theatermaler. Er wollte Kulissen herstellen, die aussahen wie die Wirklichkeit selbst. Durch ein Loch in einem Holzkasten ließ er Licht auf jodierte Silberplatten fallen. Quecksilberdämpfe machten sichtbar, was sich vor dem Kasten befand. Aber es dauerte lange, bis die Silbersalze reagierte: Pferde und Spaziergänger waren zu schnell, Bewegungen noch unsichtbar, das Licht gravierte nur Häuser, Bäume und Straßen auf die Platten. Daguerre hatte die Fotografie erfunden. 

Auf seinem Foto von 1838 ist in dem diffusen Schatten der Kutschen und Menschen merkwürdig deutlich ein Mann zu erkennen. Während alles um ihn rast, steht er still, die Hände auf dem Rücken verschränkt. Der Mann wußte nichts von Daguerre und seiner Erfindung, er war ein Passant, der sich die Schuhe putzen ließ. Der Apparat konnte ihn und den Schuhputzer sehen – es waren die ersten beiden Menschen auf einem Foto. Zitate immer kursiv – S. 7/8

Sebastian von Eschburg hatte oft an den bewegungslosen Mann und seinen zerfließenden Kopf gedacht. Aber erst jetzt, nachdem alles geschehen war und niemand die Dinge mehr rückgängig machen konnte, verstand er es: Dieser Mann war er selbst.   S. 8

Sebastian von Eschburg`s Leben wird vom in Berlin lebenden Autor auf 256 Seiten erzählt: Als Kind verliert er durch den Selbstmord des Vaters den Halt. Er versucht sich durch die Kunst zu retten. Er zeigt mit seinen Fotografien und Videoinstallationen, dass Wirklichkeit und Wahrheit verschiedene Dinge sind. Es geht um Schönheit, Sex und Einsamkeit… Schirach schreibt über ein aktuelles gesellschaftliches Thema, das den Leser zwingt, grundsätzliche Entscheidungen zu treffen. S. 2

Was ist Schuld?… Ich weiß es nicht… S. 122 Wahrheit und Wirklichkeit seien ganz verschiedene Dinge, so wie Recht und Moral sich unterscheiden würden. Haben Sie das nur gesagt, weil es gut klingt?… >Das Gericht ist die letzte wichtige Institution, die sich mit Wahrheit beschäftigt< – genau deshalb will ich, dass Sie mich verteidigen. S.175/176

Bei Gericht stellt man keine Fragen, deren Antwort man nicht kennt. S. 211

Was ist Schuld?… Schuld – das ist der Mensch. S. 249

Dieser (Kriminal-) Roman hat mich gefesselt, zudem war er recht schnell zu lesen. Die Streifzüge in die Fotowelt zeigen hohe Sachkenntnis.

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Bücher die sich lohnen: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Qualität – Zen oder die Kunst ein Motorrad zu warten – Robert M. Pirsig                 ISBN 3-596-50156-3 Limitierte Sonderausgabe April 1999 DM 10.00

Meine Buchbesprechung von 1999 und die Ergänzung von 2019 als Versuch einer Antwort auf die Frage: S. 221 Was ist Qualität? (Zitate immer kursiv)

S. 217 Qualität ist ein Merkmal von Gedanke und Ausdruck, das durch einen dem Denken entzogenen Prozeß erkannt wird. Da Definitionen ein Ergebnis streng formaler Denkakte sind, kann man Qualität nicht definieren.

Besprechung von 1999

Es ist schon 20 Jahre her, daß ich Robert M. Pirsings Buch gelesen und besprochen habe, aufgehoben habe ich es und losgelassen hat es mich nie: 5 Jahre nach meinem Eintritt in den vermeintlichen Ruhestand, exakt 2 Monate nach Ende meiner letzten beruflichen Vertretung, mit nunmehr 70 Lebensjahren, habe ich es erneut in die Hand genommen und gerne wieder gelesen, hier deshalb noch einige Gedanken zur Ergänzung:

S.7 Was aber gut ist, Phaidros, und was nicht – müssen wir danach erst andere fragen?

Wir leben in einer aufwändig folierten Welt mit Kontroll-Siegeln für Testsieger: Keine Verkaufsverpackung ohne zig Hinweise auf die eingetütete Qualität, der Verbraucher muss schließlich informiert sein! Im Rückschluss kauft der Kunde nichts mehr, wenn er keinen entsprechende Notiz über die zu erwerbende besondere Qualität möglichst in Verbindung mit einem hohen Rabatt findet. Ist der Kunde unmündig (geworden)? Wer garantiert z.B. den unverfälschten Geschmack? Ich probiere selbst aus, am liebsten ohne vorherige Beeinflußung und treffe dann erst die Entscheidung: Qualität ist für mich die Beschreibung und Einhaltung eines technischen Herstellungsprozesses, Güte hingegen gehört zum sinnlichen Erlebnis. Und es ist gut, dass es sowas noch gibt, basta…

Ein kleiner Ausflug in die Welt der Fotografie, was ist Qualität? Fälschlicherweise wird in der Werbung die sog. Bildqualität gerne in vielen Pixel angegeben, dabei ist dies nur die Bildgröße, die für die spätere Verwendung z.B. als Printgröße Bedeutung haben kann. 

Frauenaugen beurteilen ein Bild nach dessen Aussage, und das treffenderweise innerhalb von Sekunden (Bruchteilen). Natürlich gibt es dabei Unterschiede, was man nicht kennt, erkennt man nicht. Dennoch gebe ich dem weiblichen Urteil über ein Bild den Vorzug, wir Männer bleiben viel zu gerne oder zu oft bei einem technischen Detail hängen, und wenn es nur die Frage nach der Kamera oder dem Objektiv ist, anstelle den Ausdruck einer Aufnahme zu würdigen. Wobei das technische Equipment für mich immer weniger eine Rolle spielt, wichtig ist, das die Aufnahmen dem Auge meiner Kritikerin standhalten können, und wenn sie diese liked ist es okay! Ein gutes Foto verdankt m.E. den Erfolg in der Beachtung auch vermeintlich kleinster Details, um auch nach einiger Zeit betrachtet nichts an Aussagekraft zu verlieren. Ein technisch perfektes Foto mag bis hin zu wenig Aussage haben, ein faszinierendes muss nicht zwingend technisch brilliant sein. Oder?

TABU Michael Mann (c) Ferdinand von Schirach

S. 310 Seelenfrieden ist keineswegs eine oberflächliche Erscheinung bei der technischen Arbeit. Von ihm hängt alles ab. Was ihn hervorbringt, ist gute Arbeit, und was ihn zerstört, schlechte. Die technischen Daten, die Messinstrumente, die Qualitätskontrolle, die letzte Überprüfung, das alles und Mittel zu dem Zweck, den Seelenfrieden derer zu sichern, die für die Arbeit verantwortlich sind. Was am Ende wirklich zählt, ist ihr Seelenfrieden und sonst nichts. Der Grund dafür ist, daß dieser Seelenfrieden eine Vorbedingung für die Wahrnehmung einer Qualität ist, die jenseits von romantischer Qualität und klassischer Qualität liegt, einer Qualität, die den Arbeitsvorgang ständig begleiten muß. Um zu erkennen, was gut aussieht und warum es gut aussieht, und um bei der Arbeit eins zu sein mit dieser Güte, muß man eine innere Ruhe, einen Seelenfrieden entwickeln, damit die Güte durchscheinen kann.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

iPhone 7+  1,2,5 ohne Filter  3,4,6 NIK Snapseed  1-6 FastResize

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Schleyerhalle Bad Cannstatt 2019

Udo Lindenberg (73) rockt in der Martin Schleyer Halle

unverkennbar
unverkennbar 2016 in Frankfurt
aktuell

Udo Gerhard Lindenberg aus dem westfälischen Gronau rockt zu Beginn der diesjährigen Tournee zwei Tage vor rund 20.000 Fans in der Schleyerhalle in Bad Cannstatt, im Mai ist er 73 Jahre alt geworden, sein Bassist Steffi Stephan ist ein halbes Jahr jünger und immer noch dabei wie aktuell Bauer (Gitarre), Engel (Drums), Kravetz (sen. Tastaturen, jun. voc. und mehr), Sander (Gitarre) und Schaper (Tastaturen)! Seit rund 60 Jahren ist Musik sein Ding. Der König von Scheißegalien (Lou Reed – walk on the wild side) fetzt knapp 3 Stunden und rund 30 Songs lang über die Vorbühne, oft von jungen Damen umgeben (sie hat nur das Radio an), krönt per Küsschen nicht nur Carola (vorher Thomas) Kretschmer (70J)  für ein schräges Gitarren Solo, sondern alles von der Bühne, was nach vorn kommt, wie den Eisbären und viele andere auch illustre Gäste aus der herrlich ausgestalteten Bühnenshow, die schon lange (wir kennen sie seit 1978) sein Markenzeichen war und den offenen Umgang mit dem musikalischen Nachwuchs darstellt, wie auch die hinreisenden Stimmen des Background Chors. >Berauscht Texte schreiben und die danach mit klarem Kopf korrigieren< ist sein Credo, was ja für viele Künstler gilt, man steht dazu.

vor dem Konzert
die Ankunft aus dem Weltall (zig Udos)
wozu sind denn Kriege da (hat Pascal Kravetz als 10jähriger schon mitgesungen)
irre Kostüme
 Feuer frei
klasse Bläser
Konfettiregen vom Wägelchen
 Udo und Steffi, beide haben miteinander angefangen (mit 17)
danke und tschüß

Die breite und bunte Bühne ist sein Leben, die rockende Musik die Ader und die Texte vermitteln die Denke, danke an alle 300 Beteiligten…

Alle Aufnahmen mit dem iPhone7+ – ohne Filter – Fast Resize 

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Bücher die sich lohnen: Capturing The Moment

Michael Freeman:  Die Essenz der Fotografie  CAPTURING THE MOMENT                             ISBN 978-3-8266-9741-8   http://www.mitp.de  €29,99   Edition Profifoto

mein (langsamer) Moment

Um es vorweg zu nehmen, für mich ist es ein ebenso bedeutendes Fotobuch wie CAPTURING LIGHT vom selben Autor. Nur geht es nicht um Licht und Schatten, sondern um die Zeit oder besser den richtigen Zeitpunkt für die Auslösung, nach der Planung des richtigen Standpunktes, des perfekten Bildausschnitts und >die Abwägung, welches Motiv und welche Elemente einer Szene das Besondere eines Augenblicks und damit eines Fotos ausmachen.< Zitate sind immer kursiv!

Frontseite

Freemann beginnt seine 208 Seiten mit der Geschichte des Moments: >Ich habe entschieden, dass es sich lohnt festzuhalten, dass ich das gesehen habe.< Dringlichkeit, Geschwindigkeit und Präzision sind dabei die 3 bedeutenden Parameter. 

Rückseite

Vergleicht man die analoge Fotografie, wie ich sie ab 1960 kennen gelernt habe, mit der aktuellen Situation, so sind die Möglichkeiten heute schon grundlegend anders, die Ergebnisse aber immer noch die gleichen guten oder schlechten. Wenn früher das Equipment aus der Messsucher Kamera mit Schnittbild, festeingebautem Objektiv plus 36 Aufnahmen Kleinbildfilm und externem Belichtungsmesser bestand, ist heute schon ein Smartphone im Burstmodus mit 240 Aufnahmen pro Minute und das unlimitiert bis zum Ende der Kapazität von Akku und Speicher als Wunder zu bewerten, aber genauso limitiert durch den Anwender selbst, soll heißen, gute Fotos gab es auch früher, heute sind es zwar unendlich viel mehr (vermutlich bis zu einer Billion pro Jahr), aber besser sind sie deswegen auch nicht und schon gar nicht alle veröffentlichten 😦

Serie und Einzelbild

Es gibt Momente, in denen ich ungern auf den Burstmodus (meines iPhones) verzichte, allerdings versuche ich zeitnah nur die Aufnahmen zu behalten, die dem Auge meiner Kritikerin standhalten können, wenn sie die liked ist es okay! Ein gutes Foto verdankt m.E. den Erfolg in der Beachtung auch vermeintlich kleinster Details. Zunehmend gefällt mir die Fotografie per 7x12cm großen live Sucher, weil ich in Ruhe sehe, was ich nachher erhalte (wysiwyg). Die hohe Präzision durch den hellen dSLR Sucher (Offenblende) ibs. bei langen Brennweiten ist eine andere Betrachtung, beide habe ihre jeweilige Bedeutung, für den digitalen Sucher habe ich mich noch nicht entscheiden können. Letztlich genügt für ein gutes Foto, nur einmal im richtigen (langsamen oder schnellen) Augenblick zu klicken, SONY hat dafür gerne den Ausdruck >stillpicture< verwendet.

Der richtige Moment

Im Grunde fotografiert Jeder sein Leben lang dasselbe – es sei denn er lernt dazu, denn mit dem Neukauf einer vermeintlich besseren Kamera ändert sich zunächst nur die Geldbörse. Auch die Anschaffung eines Fotobuchs sollte nur in Hinblick auf die sorgfältige Lektüre erfolgen, und die lohnt beim >Festhalten des Moments< zweifellos!

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Weltkulturerbe Völklinger Hütte – ein Rundgang

25 Jahre UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte – PharaonenGold – Urban Art! Biennale 2019 – viele Stunden Aufenthalt und ein 7km Rundgang mit 225 Aufnahmen  –  Text siehe unten

Von Saarlouis aus, dem Vermächtnis von Ludwig XIV. und 1680 zur Festung von Elsaß-Lothringen gebaut, fuhren wir mit dem Zug nach Völklingen, um die in der Stadt gelegene Hütte zu besichtigen. Etwas zu früh angekommen, laufen wir einmal durch die eher triste City und gehen dann zum UNESCO Weltkulturerbe seit 25 Jahren www.voeklinger-huette.org (täglich ab 10Uhr €17 pP, €20 pP 2 Tage, €35 pP Jahreskarte), besuchen die PharaonenGold Ausstellung (Gold hat einen Schmelzpunkt von knapp über 1.000Grad C und lässt sich gut kaltverformen) in der Gebläsehalle, wo gigantische Maschinen den nötigen Wind für die Hochöfen erzeugt haben. Allein die geballte Mechanik der Halle überwältigt, die subtile Schönheit der ägyptischen Exponate sind ein herrlicher optischer Gegensatz. Weiter geht es zur eigentlichen Hütte, vorbei am Wassertank Gebäude, der mechanischen Sinteranlage, der Möllerhalle (Rohstofflager) zu den 6 Hochöfen (Stahl hat eine Schmelztemperatur von 1.300Grad C und mehr, ist eher formstabil, dafür hochelastisch) mit der 200m langen begehbaren Gichtbühne in 27m Höhe samt faszinierendem Rundblick, unten wurde das flüssige Eisen abgestochen. Ein Stück dahinter liegt die riesige Kokerei mit dem Paradies, einem 33.000qm Garten, der von der Landschaftsarchitektin Catherina Gräfin Bernadotte (Mainau) geplant wurde. Nicht zu vergessen die Urban Art! Biennale 2019, in der 100 Künstler aus 20 Ländern und 4 Kontinenten 120 Exponate auf dem Hüttengelände und in der Hütte selbst ausstellen: Hier arbeiteten bis zu 17.000 Menschen, fast 12.000 davon waren während des 2. Weltkrieges als Zwangsarbeiter registriert, 261 verloren dabei ihr Leben, darunter 60 Kinder, 91 Spinde aus allen Betriebsteilen gruppiert erinnern daran. Second Life: 100 kleine nachgebildete Hüttenarbeiter begleiten den Besucher überall, in auffälligen Farben an vielen Orten aufgestellt. Von den 7km Rundgang mit steilen Treppen sind wir sogar einiges doppelt gelaufen, um den rechten Blickwinkel resp. die geeignete Einstellung für die Fotos zu finden, das lohnt sich ebenso wie der frische Flammekuche und ein kühles Karlsberg Weizen auf der Terrasse des B40 am Anfang der Handwerkergasse. Die diesmalige Bildauswahl ist wie gewohnt sehr persönlich und gibt nur annähernd wieder, was wir empfunden und gesehen haben, zudem ersetzt sie keinesfalls den Besuch dieses Monumentes, im Gegenteil soll sie dazu veranlassen! Alle Aufnahmen bleiben umkommentiert, um so einen ersten optischen Eindruck dieses Monumentes zu vermitteln. Unser Weg richtete sich dabei nach der Empfehlung zum Rundgang, das sommerliche Wetter tat ein Übriges, das iPhone 7+ hat mich mit dem handlichen NEEWER Griff begleitet. Am Folgetag sind wir dann mit den Rädern nochmals an der Saar entlang nach Völklingen gefahren und haben so die schnellen Eindrücke aus dem Zugfenster weiter vertieft. Dort im Biergarten, wo die Stahlkocher nach getaner Arbeit wohl noch einen Schluck getrunken haben, waren wir auch…

Was bleibt?

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OSMO Gimbal 2 – Einstellungen für Fotografie

Einstellungen zum Fotografieren mit dem DJ OSMO Gimbal 2

Lichtspuren – hier mit NIK-Snapseed intensiviert

>Den Osmo nutzen wir auch im (semi) professionellen Bereich für Online und die Kollegen sind durchweg begeistert.< Das schreibt mir ein Freund aus der kommerziellen Filmproduktion!

Filmen ist nicht wirklich meine Domäne, ich bin auf Standbilder fixiert und ibs. seit dem iPhone 4s auch auf Panoramen mit Hilfe vom Hochformat: Früher war die Nacharbeit (Stitchen) immens, weil die Aufnahmen aus der dSLR oder Kompakten zusammengefügt werden mussten, mein Maximum bisher waren 51 Clicks auf der Seiser Alm für ein 360Grad Bild, heute erledigt das iPhone in der App [Kamera] diese Aufgabe praktisch live, das waagrechte oder senkrechte Pano ist mit Ende des Schwenks schon fertig zum Posten:

Anders beim dazu vorbereiteten OSMO Gimbal 2, hier werden hier wieder einzelne Aufnahmen gesticht: >UltraWideAngle< mit 5 Bildern, >180 Grad< mit 9 Bildern und >Panorama< mit maximal 17 Bildern, die zudem jeweils noch einzeln gespeichert werden können. Nicht zu wählen ist die Aufnahme Richtung, weil immer im Uhrzeigersinn bei waagrechten Panos: Man platziert das Gimbal mit Bodenplatte und iPhone erhöht und vertikal gut eingerichtet (oder auf einem Stativ 🙂 und sieht zu, nach der Auslösung (roter Knopf) möglichst nicht auf der Aufnahme zu erscheinen,

hier ging genau das schief!

Weiterhin bietet die [dji] App noch Einstellungen zur >Einzelaufnahme< (Gegenlicht – 2s 5s 10s – HDR) und >Long Exposure< (Lange Belichtung – Lichtspuren s.o. – Lange Belichtung) und darunter die [Kamera] Aufnahmen mit dem OSMO, mit der Apple-Watch samt Zoomfunktion fernbedient:

[dji] 1
[dji] 2
[dji] 3
[Kamera] FB 1
[Kamera] FB 2
[Kamera] FB 3
und mit der [dji] zudem noch eine Gesichts- oder Motiv Nachverfolgung per Autofokus (grünes Quadrat mit grünem Punkt, allerdings ohne Zoomfunktion), in Einzelaufnahme lassen sich übrigens auch ordentliche Teleaufnahmen erstellen, gerade auch am Ende vom Zoom bei kleinem Bildwinkel:

[dji] auf Gimbal WW = Zoom Beginn
[dji] auf Gimbal = Zoom Mitte
[dji] auf Gimbal = Zoom maximal
[dji] auf Gimbal WW = Zoom Beginn
[dji] auf Gimbal = Zoom Mitte
[dji] auf Gimbal = Zoom maximal
Belichtungskorrekturen können zudem wie in der iPhone eigenen [Kamera] App per Fingerwisch höchst komfortabel erfolgen, die >Einzelaufnahme< bietet Stativ gebunden ein erkleckliches Potential, wobei mir die Panoramen (5-9-17), die Motivnachverfolgung sowie die links- rechtsläufig resp. von oben nach unten zu wählende Pano Funktion i.V.m. der [Kamera] App bisher am besten gefallen! Hierzu die Vergleiche mit [Kamera]:

mit der [Kamera]App auf dem Gimbal 1x
mit der [Kamera]App auf dem Gimbal 2x
mit der [Kamera]App auf dem Gimbal 4x
mit der [Kamera]App auf dem Gimbal 12x
mit der [Kamera]App als Pano auf dem Gimbal – absolut waagrechte Führung z.B. bei Architektur
mit der [Kamera]App als Pano aus der Hand – leichte Berg&Tal Führung, fällt in der Natur nicht so auf
Natürlich kann man die iPhone OSMO Kombination auch auf dem Stadtrundgang mitführen (anstelle des kleinen Handstativs von NEEWER), für mich als Stativmuffel eher eine Überwindung weil sperrig, aber gut, ibs. weil die Auslösung per rotem Knopf und der Zoom per Schiebetaste am Handgriff erfolgen.

Saarlouis Blick von Bastion 6 auf die Vaubaninsel [dji]
Tele max Vaubaninsel [dji]
Marktplatz zentral [dji]
Tele max [dji]
Tele max [dji]
Hierfür trennen sich dann auch unsere Wege für eine gewisse Zeit, in der Beziehung passen Fotografieren und Shoppen nicht wirklich zusammen 😦  jedenfalls ist das OSMO Gimbal bei zukünftigen Reisen oft dabei 🙂

das Leben im Gras, wie wir es gerne mögen [dji]!
NB1 [Beim Anheben aktivieren] habe ich wieder ausgeschaltet, das iPhone wird jetzt händisch gestartet und beendet, basta.

NB2 Achtung: Einstellungen -> Formate -> Maximale Kompatibilität (=JPG), keinesfalls High Efficiency, weil nicht exportierbar!

NB3 alle gezeigten [dji] Panos wurden maximal, d.h. mit 17 Aufnahmen erstellt, weil abschneiden kann ich nachher immer noch, der Stop oder Anschlag-Knopf am OSMO sollte immer in der Mitte des Panos ausgerichtet sein, zum Bedienfeld hin.

NB4 vertikale Panoramen: iPhone waagrecht montieren, App [Kamera] mit PANO oder Alternative verwenden, Kamera Bewegung mit auf – ab Bewegung per Knopf – fertig! 

Fazit
Viele schlichte Aufnahmesituationen (Einzelbild) lassen sich mit dem iPhone gut aus der Hand, manche noch besser und sicherer mit dem NEEWER Handstativ,

hier auf CULLMANN CS33 Saugnapf und dem kleinen CB2 Kugelgelenkkopf,

oder auch stabil aufgelegt lösen, die Panoramen hingegen sind mit Hilfe der kontrollierten motorischen links-rechts oder auf-ab Bewegung OSMO, egal ob mit [dji] oder [Kamera] App erstellt, schlichtweg viel besser. Faszinierend das aus 17 Aufnahmen gestichte Pano mit [dji] ohne weitere Bedienung als Start, oder das fernbediente auch gezoomte Einzelbild resp. Pano mit [Kamera] und Apple Watch, es gibt also viel zum Spielen 🙂

iPhone 7+  ooc außer Lichtspuren  FastResize

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