Availible Licht – das vorhandene Licht

AL – Das vorhandene Licht

http://de.wikipedia.org/wiki/Available Light

Available Light (dt. verfügbares Licht, vorhandenes Licht, Restlicht) bedeutet in der Fotografie bzw. beim Film und Fernsehen, dass für die Aufnahme trotz ungünstiger Lichtverhältnisse (z. B. Aufnahmen bei Dämmerung oder in schlecht ausgeleuchteten Innenräumen) nur mit den ohnehin vorhandenen Lichtquellen am Aufnahmeort, dem vorhandenen Licht, gearbeitet und auf zusätzliche Beleuchtung wie Blitzlicht oder Scheinwerfer verzichtet wird.

Beispiele

Abendliche Stimmung unter freiem Himmel 

EOS 7D EF-S 18-135 IS f 18mm ISO 400 F11 180sec LW+1,5 f18mm mittenbetont

Außenaufnahme bei zusätzlicher Illumination

EOS 5D EF 24-70 2.8 L f24mm ISO 1.600 F3.5 1/45sec LW-0,5 integral

Available-Light-Aufnahmen können ästhetischen oder künstlerischen Entscheidungen entspringen oder aber durch die Umstände erzwungen werden, etwa weil sich zusätzliche Beleuchtung am Aufnahmeort (Location) störend auswirken würde. Die Available-Light-Fotografie ist besonders geeignet, um die Lichtstimmung eines Motivs authentisch wiederzugeben. Der filmische Verzicht auf künstliche Lichtquellen aus künstlerischen Gründen ist z. B. Teil des Dogma-95-Manifests.

Im Gegensatz zur Nachtfotografie wird bei der Available-Light-Fotografie häufig auf ein Stativ verzichtet, stattdessen werden hochempfindliche Filme oder Digitalkameras und besonders lichtstarke Objektive eingesetzt.

Wird mit „normaler“ Ausrüstung gearbeitet, führen die verhältnismäßig langen Belichtungszeiten zu den mit Langzeitbelichtungen verbundenen Problemen, die Laien oft überfordern: Das Verwackeln lässt sich zwar durch Auflage der Kamera auf einen als „Stativ“ genutzten Gegenstand vermeiden, ungewollte Bewegungsunschärfe – beispielsweise von Personen – bleibt jedoch als weitere Schwierigkeit. Zusätzliche Probleme, deren Bewältigung vom Fotografen/Kameramann einiges an Kenntnis und Geschick verlangt, um zu qualitativ befriedigenden Ergebnissen zu kommen, sind hoher Kontrastumfang des Aufnahmegegenstandes, sowie Mischlicht, bedingt durch Lichtquellen verschiedener Farbtemperatur.

Hier ist eine sorgfältige Kombination aus möglichst offener Blende (<3.5), ausreichend hoher Empfindlichkeit (>ISO800), langer Belichtung (<1/60sec) und die Verwendung eines Stabilisators (IS, VR) nötig, kurze Brennweiten lassen sich einfacher händeln. Ein weiterer Schritt ist die Nachentwicklung knapp belichteter Aufnahmen (DxO) zur soften Aufhellung von Rand- oder Schattenpartien, ohne das Rauschen sichtbar zu erhöhen. Aktuelle und vor allem vollformatige Spiegelreflexkameras bieten mittlerweile eine Rauscharmut bei höheren ISO Werten, die mehr als befriedigende Aufnahmen bei geringem vorhandenem Licht ermöglichen. Diese positive Entwicklung ist hinsichtlich des vom Sensor erfassbaren Kontrastumfanges noch nicht eingetreten.

Fotografie (Photographie altgriechisch φως,φωτoς Licht der Himmelskörper, Helligkeit und γραφειν malen, schreiben) bedeutet Zeichnen mit dem Licht der Himmelskörper. Ziel meiner slowfotografischen Bemühungen ist die möglichst identische Wiedergabe vorhandener Lichter. Dazu bedarf es sowohl weitgehend kalibrierter Einstellungen für Aufnahme und Wiedergabe der Bilddateien. Digitale Kameras unterschiedlicher Hersteller sind ab Werk eher auf den vermeintlichen Publikumsgeschmack als auf naturgetreue Farbwiedergabe ausgelegt. Glücklicherweise lassen sich in vielen Kamera Menues Einstellungen finden, die dem Ideal sehr nahe kommen. Zum Kalibrieren von Ausgabegeräten dienen Fotometer, die per Messprogramm kleine Steuerprogramme für die Grafikkarte oder den Drucker erzeugen.

Natürlich ist ein Beharren auf Farbtreue nicht für jede Aufnahme sinnvoll, aber als Ausgangspunkt für gezielte Manipulationen unerlässlich: Als Beispiel ein Kalenderbild, dass im Original mit eher blassen Farben kaum einen Monat lang das Auge erfreut, hier muss gezielt nachgearbeitet werden: Ein Bild ist ein Gedicht ohne Worte CORNIFICIUS, gestorben 42 vor Christus.

In der präzisen und vergleichenden Wiedergabe von Farben hingegen ist die Norm >natürlich< von Bedeutung. Nicht zuletzt arbeitet der Studiofotograf mit Licht identischer Farbtemperatur. Spätestens bei der zwingenden Verwendung von Blitzlicht muss der AL-Fotograf entscheiden, ob das am Ort vorhandene Licht maßgeblich bleiben und das Blitzlicht nur dezent aufhellen soll.

 © www.slowfoto.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s